Duell gegen den Fehlstart

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig beim 1. FC Union Berlin (28.08.2015, 18.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick undStefan Ilsanker.]

Die Niederlage gegen St. Pauli ist kaum zu Ende analysiert, da geht es auch schon weiter mit dem Ligabetrieb. Dank kurzem Wechsel vom Sonntag auf den Freitag bleibt für RB Leipzig gar nicht lange Zeit, sich mit dem 0:1 aufzuhalten, sondern gilt es, sich schon wieder auf die kommende Aufgabe vorzubereiten. Eine Aufgabe, die für die RasenBallsportler bereits ein bisschen Druck mitbringt, weil man mit sieben Punkten aus fünf Spielen ordentlich zurechtgestutzt in die Länderspielpause gehen würde.

Aber auch für Union Berlin ist im Spiel gegen RB Leipzig der Druck einigermaßen hoch. Denn mit nur drei Punkten aus vier Spielen und noch keinem Sieg ist man ziemlich durchwachsen in die Saison gestartet. Zumal in eine Saison, an deren Ende man unter den ersten sechs Mannschaften der Liga stehen wollte. Wobei Union interessanterweise in drei der bisher vier Ligaspiele und auch im DFB-Pokal jeweils führte und doch nie gewann (zwei Unentschieden, zwei Niederlagen). Für ein Team, das letzte Saison noch darauf spezialisiert war, Rückstände umzudrehen, sicherlich eine erstaunliche Entwicklung.

Interessant ist diese Entwicklung auch deswegen, weil Union im Sommer transfertechnisch gerade im Bereich der Mitzwanziger mit Zweitligaerfahrung erhebliche Zuwächse verzeichnen konnte und damit nicht zuletzt stabiler und konstanter auftreten wollte, weil man eine tiefere Bank und eine erfahrenere Mannschaft hat. Doch Fürstner (der ehemalige Fürther Kapitän sollte die zentrale Figur im Mittelfeld von Union werden), Daube und Korte standen zuletzt nicht mehr in der Startformation. Quaner schaffte es nicht mal mehr auf die Bank.

Kaderunruhe scheint in der frühen Saisonphase noch ein ständiger Begleiter bei Union zu sein. Ein Eroll Zejnullahu, 20jähriges Mittelfeldtaltent stand zeitweise nicht mal im Kader und beim TSV 1860 plötzlich als alleiniger Sechser in der Startformation. Ein Toni Leistner, letzte Spielzeit vollumfängliche Stammkraft stand zum Saisonauftakt als Innenverteidiger noch in der Startformation und saß später teilweise nicht mal mehr auf der Bank. Fabian Schönheim und Christopher Quiring wurden zwischenzeitlich vom Trainer öffentlich angezählt und mit (unterschiedlich langen) Denkpausen versehen.

Neben der Unruhe in Sachen Kaderbesetzung war man in den ersten Spielen auch noch hin- und hergerissen zwischen Dreier- und Viererkette. Besonders die offensiv interpretierte Dreierkette erwies sich dabei als durchaus anfällig und trug zu vielen, vielen Torchancen für den Gegner bei. Auch wenn man gestehen muss, dass zwischenzeitlich auch die Viererkette nicht stabiler aussah. In den letzten beiden Spielen spielte man wieder durchgängig jeweils mit Viererkette in (zu Spielbeginn) identischer Besetzung und konnte sich beim Auftritt in München auch defensiv durchaus stabilisieren.

Gegen RB Leipzig wird man allerdings nicht wie zuletzt zweimal in Folge mit der selben Viererkette auflaufen können, da Neuzugang Benjamin Kessel (bisher wie andere Neuzugänge auch mit Licht und Schatten) sich in München einen Platzverweis nach Notbremse einhandelte. Der eingewechselte Toni Leistner machte seine Sache jedoch sehr gut. Und auch Roberto Puncec (letzte Saison hinter Kapitän Kreilach noch mit der größten Einsatzzeit bei Union) stünde als Ersatz bereit.

Dass es bei Union auch jenseits der Ergebnisse noch nicht rund läuft (auch wenn man in Berlin in den letzten Wochen gern mal das berühmte Pech bemühte), zeigt sich auch darin, dass man pro Spiel acht Schüsse auf das eigene Tor zulässt (also Schüsse, die entweder ins Tor gehen oder gehalten werden). Das ist mit Abstand der Höchstwert der Liga und fällt auch deswegen enorm auf, weil es auf der anderen Seite nur drei Teams gibt, die weniger oft das gegnerische Tor getroffen haben als Union Berlin. Dass man dabei schon sechs Tore erzielte (also eins mehr als RB), ist umso erstaunlicher, bedeutet es doch, dass ungefähr jeder zweite Schuss, der das Tor trifft, auch im Tor landet.

Das sind natürlich nur Spielereien mit Zahlen, aber darin verdeutlich sich, dass Union bisher große Probleme mit der defensiven Stabilität hatte und in der Verteidigung des eigenen Strafraums nicht sehr gut aussah. Und auch die Bemühungen um Gefahr im vorderen Angriffsdrittel sind bisher überschaubar. Probleme, die man teilweise auch zuletzt in München sehen konnte, wo die Defensivarbeit schon besser wurde und im Angriffsdrittel manchmal nicht viel fehlte, um echte Torgefahr zu kreieren, aber insgesamt nur ein kleiner Schritt zu einem funktionierenden Gesamtbild gemacht wurde.

Wie stabil Union auch in der Defensive stehen und wie konzentriert man arbeiten kann, zeigten sie vor allem nach dem Platzverweis gegen Kessel, als man in einer Art 4-5-0 mit immer wieder aus der Fünferkette heraustretenden und offensiv verteidigenden Akteuren nur noch sehr wenig zuließ. Nicht ganz unvorstellbar, dass man ein ähnlich stabiles Konstrukt auch gegen RB Leipzig in Anschlag bringen und das ganze mit einem schnellen Bobby Wood (musste in München nach dem Platzverweis weichen) im Sturm krönen wird.

Dabei sollte man auf die Zahlen, dass Union offensiv nicht viele Chancen kreiert, nicht besonders viel geben. Denn trotz der Statistiken steht Union weiterhin für eine gewisse Anarchie und Unberechenbarkeit im Offensivspiel. Mit dem schnellen, giftigen, aber auch technisch ansprechenen Wood, dem schnellen und schussstarken Thiel, dem unangenehm zu bespielenden Brandy und dem endlich aus dem Talentstatus ausgebrochenen Skrzybski hat man einige Unruheherde, die vor allem in Eins-gegen-Eins-Situationen, die man gegen RB fast zwangsläufig bekommt, schwer zu halten sind. Nimmt man dann noch einen Kreilach mit seinen Fernschuss- und Kopfballqualitäten oder einen Quaner als physischen Stürmer oder Quiring, Nikci und Korte als Außenbahnalternativen dazu, dann gibt es da auch nach dem Abgang von Sebastian Polter gen England einige Qualität. Auch wenn Polters Treffsicherheit sicher nicht 1:1 ersetzt werden kann.

Insgesamt verfügt der Kader bis runter zur Nummer 20 kaum über Brüche, sodass man Ausfälle eigentlich weitgehend ohne Substanzverlust ausgleichen kann. Geschmerzt hat im Sommer letztlich nur, dass man keine Chance hatte, Sebastian Polter weiterzuverpflichten. Abgesehen davon sind 13 der 15 meisteingesetzten Spieler noch im Verein (Jopek ging nach Bielefeld, war aber sowieso auch keine ganz tragende und sportlich unumstrittene Figur). Und wurden durch locker sechs Spieler mit Stammelfpotenzial ergänzt. Allein das machte Union vor der Saison zu einem Team, das man auf jeden Fall zum vorderen Tabellendrittel rechnen musste.

Angesichts der Veränderungen vor allem in der Hierarchie des Teams durch Verpflichtungen von erfahrenen Spielern mit Stammelfanspruch ist es sicherlich nicht ungewöhnlich, dass Union nicht auf Topniveau in die Saison startete, sondern ein paar Spiele braucht, um sich sportlich zu finden. Bei RB Leipzig sieht man ja ein ähnliches Phänomen, dass von den meisteingesetzten Spieler fast keiner (bis auf Kimmich) den Verein verlassen hat und sich durch die Verpflichtung von Spielern mit Führungsanspruch die Gruppe trotzdem erst mal wieder neu finden muss.

Angesichts des noch nicht ganz gefundenen Teams sind bei Union für das Heimspiel gegen RB Leipzig durchaus Änderungen denkbar. Sowohl in der Besetzung des Teams, als auch in der Taktik. Will man in der Glaskugel lesen, dann sollten Thiel links und Skrzybski rechts, die zuletzt gute Leistungen zeigten, gesetzt sein. Für Offensivallesspieler Brandy gilt das sowieso und auch Wood sollte von seinem Spielstil her im Sturm gut in eine Partie gegen Leipzig passen.

Kapitän Kreilach wird wohl eine Rolle im zentralen Mittelfeld einnehmen. Ob dann Fürstner, Daube oder Zejnullahu den letzten Platz im Mittelfeld kriegen, wird man sehen. Genauso sehen wird man, wie die Abwehrviererkette, die sicherlich zu erwarten ist, besetzt sein wird. Trimmel ist rechts eine Bank. Leistner hat sich in München eine halbe Stunde lang für höhere Aufgaben empfohlen. Und die anderen beiden Positionen machen Parensen, Schönheim und Puncec untereinander aus.

Im Tor wird das ganze untermalt von Daniel Haas, der angesichts der zu verrichtenden Schwerstarbeit bisher noch keine Panik bekam und (im Gegensatz zu Teilen der letzten) eine sehr gute Saison spielt. 25 Torschüsse durfte er in vier Ligaspielen schon halten. Bei Fabio Coltorti sind es bisher gerade mal zehn. Beide Torhüter halten die für die zweite Liga normal guten bis sehr guten Dreiviertel aller Schüsse auf ihr Tor.

Nimmt man die reinen Zahlen (was auch immer wieder Fehlschlüsse produziert), dann kommen die Lücken in der Union-Defensive den RasenBallsportlern sehr gelegen. Denn mit ihrer individuellen Klasse im Angriff haben sie die Möglichkeiten, entsprechende Fehler auch auszunutzen. Nur dass man eben, wie oben beschrieben, davon ausgehen muss, dass Union gegen RB keineswegs so offen agieren wird, wie sie es im bisherigen Saisonverlauf erfolgsverhindernd oft taten.

Wie auch bei Union ist keineswegs klar, wie Ralf Rangnick personell auf die Niederlage gegen St. Pauli reagieren wird. Der Ausfall von Tim Sebastian erfordert sowieso Umbauten in der Innenverteidigung. Stefan Ilsanker hat diese Position gegen St. Pauli eine Halbzeit lang sehr ordentlich gespielt und könnte so auch in Berlin erste Wahl sein (Alternative wäre Klostermann). Dann müsste man allerdings jemanden für das zentrale Mittelfeld finden. Könnte dann auf den bisher mit der Saison nicht sonderlich glücklichen Khedira oder Dauerläufer Demme hinauslaufen.

Rechts hinten könnte Ralf Rangnick nach den letzten beiden Spielen eventuell auch ins Grübeln kommen und Klostermann oder Hierländer als Alternativen zu Teigl durchdenken. Und in der Offensive könnte vor allem Sabitzer auf dem Prüfstand stehen, obwohl er von den dauerhaften Stammspielern bei RB Leipzig derjenige ist, der die meisten Kilometer und Sprints pro 90 Minuten runterspult und bisher an den meisten erfolgreichen Offensivaktionen beteiligt war.

[Update: Kapitän Dominik Kaiser wird auch ausfallen wegen eines Magen-Darm-Virus (siehe Pressekonferenz unten). Was das Aufstellungspuzzle noch schwieriger macht. Rutscht Ilsanker in die Innenverteidigung, würde sich die Doppelsechs mit Demme und Khedira fas selbst aufstellen. Beide diese Saison allerdings noch ohne relevante Einsatzzeit.]

Mögliche Aufstellungen:

  • Union Berlin: Haas – Trimmel, Leistner, Puncec (Parensen), Parensen (Schönheim) – Kreilach, Fürstner (Zejnullahu) – Skrzybski, Brandy, Thiel – Wood
  • RB Leipzig: Coltorti – Teigl (Hierländer, Klostermann), Orban, Klostermann (Ilsanker), Jung – Khedira, Ilsanker (Demme), Kaiser – Sabitzer (Poulsen), Bruno, Forsberg – Selke

Letzte Saison startete Union Berlin (bei völlig anderer Erwartungshaltung) auch schlecht in die Saison und durfte am sechsten Spieltag gegen RB Leipzig den ersten Saisonsieg feiern. Diesmal trifft man sich am fünften Spieltag, Union ist bisher wieder sieglos und die Stimmung vor Ort vielleicht nicht ganz so Anti-Düwel wie vor einem Jahr nach dem Mattuschka-Abgang, aber durchaus in Bezug auf den Trainer nicht durchweg positiv. Trotzdem würde man sich bei RB Leipzig gern der Wiederholung der Geschichte vom vergangenen Jahr, als man mit viel Ballbesitz gegen eine massive Union-Defensive anspielte und ausgekontert wurde, verweigern.

Dafür wird man wohl aber gegen eine bisher gut hinlangende Heimelf (17 gelbe Karten in vier Zweitligapartien, RB bisher 10) eine außergewöhnlich gute Leistung auf konstantem Niveau der zweiten Hälfte des Braunschweig-Auswärtsspiels oder einen defensiv so anfällig wie in den ersten vier Pflichtspielen (inklusive Pokal) auftretenden Gastgeber brauchen.

Fazit: Union Berlin gegen RB Leipzig. Das ist aktuell das Duell zweier Teams, für die eine Niederlage jeweils zu einem Fehlstart in die Saison führen würde. Insofern geht es für beide Mannschaften direkt vor der Länderspielpause bereits um sehr viel und um eine gute Stimmung rund um den Verein. Dass die Trauben in Berlin sehr hoch hängen, wissen die RasenBallsportler noch aus der vergangenen Saison. Inwiefern sie diesmal mit einem guten Matchplan und gut vorbereitet auf die Atmosphäre in die Partie gehen, wird sich am Freitag Abend zeigen.

[Wer das Spiel von RB Leipzig beim 1. FC Union Berlin nicht vor Ort verfolgen kann und am 28.08.2015, ab 18.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. 1. FC Union Berlin

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig beim 1. FC Union Berlin. Mit Ralf Rangnick und Stefan Ilsanker.

14.50

Kurzer Wechsel, kaum Pause. Nach dem Spiel gegen St. Pauli wartet das Duell mit Union Berlin, vor dem es fast schon traditionell mehr um Kulturkampf und Protestaktionen als um sportliche Dinge geht.

14.53

Wie schon vor einem Jahr wartet Union auch dieses Jahr noch auf den ersten Saisonsieg. Letztes Jahr platzte der Knoten erstmals gegen RB. Dieses Jahr wird man auf Leipziger Seite dieses Szenario vermeiden wollen. Auf Heimseite wird die Partie wohl ausverkauft sein. Auf Gästeseite gibt es noch ausreichend Karten im mittleren dreistelligen Bereich. 1.300 wurden wohl bisher verkauft, den Rest gibt es an der Tageskasse. Ein wenig merkwürdig für die kürzeste Auswärtsfahrt des Jahres. Selbst für einen Freitag.

14.56

Dirk Zingler hat heute schon erklärt, dass er hinter den Protesten seiner Fans gegen RB steht. Und ist damit ein Stück hinter das zurückgefallen, was er noch vor einem Jahr in der Sommerpause geäußert hatte, als er versuchte, ein bisschen die Schärfe aus der Debatte zu nehmen und RB Leipzig sinngemäß als Symptom und nicht als Problem beschrieb. Nun ja. Die Debatte kann jeder in den Medien oder hier im Blog in den Presseupdates und in immer mal wieder heruntergeschriebenen Abhandlungen zum Thema nachverfolgen.

14.59

Sportlich erwartet RB Leipzig eine schwere Aufgabe gegen ein Team, das bisher noch nicht die Balance zwischen Defensive und Offensive gefunden hat, aber in allen Spielen schon die Versatzstücke zeigte, die man braucht, um ein Team aus dem vorderen Drittel der Tabelle zu sein. Und erklärtermaßen sieht man sich ja in Berlin in diesem Bereich. Wenn Union die Versatzstücke mal zusammenführt und über 90 Minuten konstant herunterspielt, werden sie für jedes Team und gerade für ein RB-Team, das sich selber noch finden muss, schwer zu schlagen sein.

15.01

Naja, jetzt hier gleich Stefan Ilsanker und Ralf Rangnick mit den zu erwartenden Vorspieltagsanalysen..

15.18

Mannschaft spendet Kleidung für Flüchtlinge. Verein baut von den 50.000 Euro, die man der Stadt spenden wollte, in Abstimmung mit der Stadt einen Bolzplatz für Flüchtlinge in der Torgauer Straße.

Stefan Ilsanker: „Wollten ein Zeichen setzen, weil man so etwas wie gerade passiert nicht tolerieren kann. Zeichen für Toleranz und Fremdenfreundlichkeit und das Zwischenmenschliche. Vielleicht denken dann noch mehr Leute drüber nach.“

„Wenn wir so spielen, wie wir das wollen, sind wir eine sehr gute Mannschaft. Haben auch St. Pauli lange vor Probleme gestellt, dann aber den Faden verloren. Müssen die nächsten Spiele mehr richtig machen und so auftreten, wie wir das können. Dann haben wir gute Chancen zu gewinnen.“

Direkte Spielvorbereitung mit dem Ball erst ab heute. Bisher eher regenrativ und ohne Ball aktiv. Man habe gegen St. Pauli im Aufbauspiel zu viele Bälle abgeschenkt.

„Spiel da, wo mich der Trainer aufstellt. Wenn er mich aufstellt. Mache mir keine Gedanken, wo ich zum Einsatz komme.“ Egal ob Innenverteidiger oder Mittelfeld. „Werde die restliche Trainingswoche alles geben und dann werden wir sehen, wer spielt.“

„Haben letztes Spiel viele positive Ansätze gehabt. Wenn wir die Chancen nutzen, wird es auch leichter.“

Der obligatorische Vergleich mit Österreich: „Riesenunterschied sind die Stadien und die Fans und die Begeisterung rundherum.“ Ansonsten wenig Unterschiede, auch in Österreich sehr gute Teams und hohe Intensität.

Ilsanker habe letzte Saison die schwarz gekleideten Fans bei Union gesehen. „Sah lustig aus.“ „Freue mich riesig auf die Partie.“

„Fokus für einen Wechsel stand klar auf Leipzig.“ (Ilsanker hatte schon im Frühjahr erklärt, er wolle in Salzburg nicht verlängern) Potenziale und Perspektiven in Leipzig seien herausragend.

„Doppelbelastung durch Nationalelf nicht so tragisch. Ich freu mich riesig, dass ich für Österreich auflaufen kann. Wie es dann mit Spielzeit aussieht, muss man sehen.“

15.34

Ralf Rangnick zur Unterstützung von Flüchtlingen: „Kam aus der Mannschaft selbst. Habe ich auch erst heute erfahren. Coole Sache, wenn die Spieler solche Dinge wahrnehmen. Sehr präsentes Thema in Deutschland. Werde mich sicherlich auch an den Spenden beteiligen.“

Dominik Kaiser wird in Berlin ausfallen wegen Virus. Tim Sebastian wird sehr wahrscheinlich auch ausfallen wegen Zerrung. Hierländer heute wieder zurück im Training. Vermutlich für Freitag auch kein Thema. Gipson, Compper, Nukan, Boyd langzeitverletzt. Gulacsi gesperrt.

„Ilsanker kann gut Innenverteidigung spielen. Auch um Klostermanns Qualitäten wissen wir. Ist aber auch Kandidat für die Außenverteidigerposition.“ Ilsanker in der Innenverteidigung würde zwei neue Sechser bedeuten. Demme und Khedira trainieren gut und brennen auf eine Chance. Poulsen sei auch eine Option für einen Einsatz. „Macht körperlich einen guten Eindruck. Geht darum, ihn Schritt für Schritt wieder in Form zu bringen.“ „Vorne haben wir unsere Möglichkeiten. Da sind alle fit.“

Morgen 14 Uhr Training. Danach geht es nach Berlin.

Gegen St. Pauli anfangs immer Anspielpstationen gehabt und auch beim Gegenpressing gut. Später ging das verloren und Spieler standen in falschen Positionen (nennt explizit Forsberg, der zu sehr Mittelstürmer gespielt habe, Sabitzer, der sich zu sehr rechts außen festgesetzt hat und Jung). Gegenpressing konnte auch nicht greifen, weil zu viele Spieler vor dem Ball waren. „Zum Positionsspiel gehört Disziplin dazu. Das hat 25 Minuten gegriffen, danach nicht mehr.“

Man suche nicht mehr nach einem Innenverteidiger. Compper steige nächste Woche wieder ins Mannschaftstraining ein. Nukan in vier Wochen wieder da. Ansonsten schaue man sich bis zum Ende der Transferperiode weiter um. „Schließe nichts definitiv aus.“ Aber es stehe auch keine Verpflichtung vor der Tür.

„Ilsanker hat es bisher ordentlich gemacht. Nicht mehr und nicht weniger. Bestes Spiel in Braunschweig. Da haben wir aber auch als Mannschaft gut agiert.“ „Ilsanker kommt dann zum Tragen, wenn wir ins Gegenpressing kommen, weil er dann Dynamik und Auge hat, wann er draufgehen muss. Aber auch für ihn gilt, wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen.“

„Durch das Spiel gegen St. Pauli haben wir ein bisschen mehr Druck im Kessel. Das ist ja überall so, wenn du so ein Spiel zu Hause verlierst. Ein Sieg und ein gutes Spiel täte uns in unserer Situation gut.“

15.40

Ralf Rangnick: „Müssen etwas in der Spielanlage ändern. Das haben wir den Spielern in der Videoanalyse auch gezeigt.“ Erklärt noch mal, dass Forsberg falsch und immer neben Selke statt auf der linken Zehn gestanden habe. „Wenn er gewollt hätte, hätte er Händchen halten können. Pat und Patachon.“ „Müssen daran ansetzen, dass wir so stehen, dass wir ins Gegenpressing kommen.“

Zu Union: „Greifen recht hoch an. Ist eine Mannschaft, die gerne aktiv spielt und sich nicht zurückzieht. Wollen gegen uns den ersten Sieg landen. Gehe davon aus, dass sie sich nicht destruktiv zurückziehen. Wird davon ankommen, dass wir sie von unserem Sechszehner weghalten. Das Spiel wird auch mit Emotionen zu tun haben.“

Falls man noch jemand verpflichte, dann wird es wohl darauf hinauslaufen, dass noch jemand den Verein verlässt auf der Position. Per Leihe zum Beispiel. Generell gilt, dass Rangnick auch Abgänge fünf Tage vor Ende der Transferperiode nicht ausschließen will.

15.45

Das war es von hier. Ralf Rangnick durchaus deutlich in Ansprache und Kritik an seiner Mannschaft. Da lohnt es sich sicherlich später am Tag noch mal ins Video zu schauen und sich einzelne Formulierungen und die Kritik in ihrer breiteren Erklärung als hier mitgetippt anzuhören. Die Aussagen zu Kaderveränderungen lassen darauf schließen, dass man eher noch mal aktiv wird als inaktive bleibt. Die Außenverteidigerposition dürfte oben auf der Liste stehen. Denkbar auch das zentrale Mittelfeld oder vielleicht ja ein schneller Außenspieler.

Falls die Kritik am Positionsspiel seines Teams die Ohren der Spieler findet und diese dies auch nicht vergessen, wenn es in Berlin nach 15 Schweigeminuten laut wird, dann hat man natürlich auch dort Chancen. Einfach wird es trotzdem nicht, zumal man durchaus erwarten kann, dass Union nicht ganz so aktiv spielt wie in manchen Ligaspielen zuvor.

Sei es wie es sei. Allen hier eine schöne Restwoche und viel Spaß mit dem Union-Spiel.

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