Wie einst im Halbfinale der Champions League

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen den FC St. Pauli (23.08.2015, 13.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick und Tim Sebastian.]

Nach dem dritten Spieltag ein Spitzenspiel auszurufen, ist natürlich genaugenommen Unsinn, weil die Tabellensituation noch extrem unaussagekräftig ist und auch einfach Ausdruck merkwürdiger Experimente des Fußballgotts sein kann. Der FC St. Pauli beispielsweise steht aktuell zwar bei sieben Punkten, hätte aber genausogut mit zwei Punkten dastehen können. Und auch bei RB Leipzig sind ein paar der sieben Punkte durchaus glücklich zustande gekommen. Zwischen einem Spitzenspiel und einem Treffen der Enttäuschten liegen also am dritten Spieltag zumindest in einer so ausgeglichenen Liga wie der zweiten nur Nuancen.

Allerdings stehen beide Teams auch über einen längeren Zeitraum für eine gewisse Kontinuität. 28 Punkte sammelte man sowohl in Hamburg als auch in Leipzig in 18 Ligaspielen im Jahr 2015 und liegt damit in der saisonübergreifenden Spitzengruppe der zweiten Liga. Nur Sandhausen und Kaiserslautern errangen in dieser Zeit mehr Punkte.

Überraschend kommt dabei vor allem die Entwicklung des FC St. Pauli, der noch Mitte März nach einer unglücklichen ‚wenn man solche Spiele verliert, steigt man ab‘-Niederlage bei Union Berlin auf dem direkten Weg in die dritte Liga zu sein schien. Wie der Verein von den nächsten acht Spielen fünf gewann und am Ende doch nicht abstieg, ist wohl selbst im Rückblick und sogar für dem Club nahe stehende Menschen nur schwierig rational zu erklären.

Der wichtigste Baustein bei der erfolgreichen Mission Klassenerhalt war sicherlich das Setzen auf eine sichere Defensive. Nur dreimal musste man nach der Winterpause in der letzten Saison in einem Spiel noch mehr als ein Gegentor hinnehmen, nachdem man vor der Winterpause gleich 12 solcher Spiele hatte.

Coach Ewald Lienen hatte klare Vorstellungen, dass Stabilität über Zauberei geht und schaffte es darüber, sein Team aus den Abstiegsklauen zu befreien. Mit einer Mischung aus Verteidigen des eigenen Strafraums, dem Nutzen von Kontersituationen und Standards. Dass Innenverteidiger Lasse Sobiech mit vier Treffern am Ende der Saison nur knapp am Titel des teaminternen Torschützenkönigs vorbeirauschte, gibt einen gewissen Eindruck von den Qualitäten des Teams.

An diesen Qualitäten hat sich weiterhin nichts geändert. Beim FC St. Pauli setzt man auch in der neuen Saison vornehmlich erst mal auf Defensivorganisation. Das geht soweit, dass man nicht nur oft sehr tief in der eigenen Hälfte verteidigt, sondern die Außenbahnspieler (aktuell Buballa und Sobota) immer mal wieder so weit zurückrutschen in ihrem Defensivverhalten, dass in der Abwehr eine Sechserkette entsteht. Was weniger ein Versehen, sondern Absicht zu sein scheint, denn die eigentlichen Außenverteidiger rücken derweil nach innen und spielen dort eine Art zusätzlicher Innenverteidiger, während die eigentlich etwas offensiveren Spieler die Außenverteidigeraufgaben übernehmen. Wie einst Chelsea im Jahr 2012 in Barcelona, als die zu zehnt den Strafraum zumauernd nach einem 2:2 ins Finale der Champions League einzogen.

Ganz so glamourös geht es beim FC St. Pauli nicht zu. Die fußballerischen Brötchen, die man mit dem eigenen Auftreten backt, sind wesentlich kleiner, aber in gewisser Weise auch passend zum Umfeld, das sich am Hereinschmeißen in Zweikämpfe und aggressiven Auftreten durchaus zu erfreuen weiß. Vielleicht aber auch nur solange es erfolgreich ist zu erfreuen weiß.

Und erfolgreich ist es bisher. Was nicht nur eine Frage des Glücks ist. Sondern auch eine Folge dessen, dass man über den Sommer hinweg kaum Veränderungen am Team vorgenommen hat und entsprechend einige Abläufe aus der letzten Saison noch verbessert und weiter verinnerlicht werden konnten. Gerade das Umschaltspiel sieht im Ausspielen der Situationen inzwischen doch um einiges effektiver und passabler aus als noch in der vergangenen Saison. Und die Standardsituationen waren schon in der letzten Spielzeit eine Waffe. Vor allem die Abwehrkante Lasse Sobiech, der nach seinem verletzungsbedingten Ausfall letzte Woche in Leipzig eventuell wieder dabei sein könnte, ist hier zu nennen.

Nicht zum im positiven Sinne entscheidenden Repertoire gehört beim FC St. Pauli weiterhin das Spiel mit dem Ball, das man manchmal aus der Not heraus betreibt, aber aus dem heraus weitgehend vernachlässigbares entsteht. Erwähnenswert nur, dass man aus dem Ballbesitz gern mal mit langen Bällen auf Spieler arbeitet, die von der Außenverteidigerposition oder auch aus dem zentralen Mittelfeld aus hinter der Verteidigungskette des Gegners einlaufen (bei Ballbesitz agieren die Außenverteidiger und insbesondere Halstenberg links durchaus sehr offensiv).

Interessant dass man beim FC St. Pauli nach der letzten Zittersaison mit dem Fastabstieg im Sommer auf dem Transfermarkt praktisch komplett tatenlos geblieben ist (auch wenn man immer mal wieder davon spricht, dass man noch die Augen offen hält). Zumindest auf der Zugangsseite, wo lediglich die Verpflichtung des bisher nur ausgeliehenen Sobiech (also nicht wirklich ein Neuzugang) und der Wechsel von Ryo Miyaichi vom FC Arsenal stehen. Wobei sich letzterer das Kreuzband gerissen hat und weite Teile der Saison verpassen wird.

Auf der Abgangsseite stehen dafür ein paar Namen, die durchaus als relevant gelten dürfen. Michael Görlitz, Philipp Tschauner, Christopher Nöthe, Tom Trybull, Sebastian Schachten, Dennis Daube und Julian Koch stehen sicherlich nicht alle für überragende Zweitligaqualitäten, aber in der Masse aber auch im Einzelfall ist das doch ein ordentlicher Substanzverlust, was sich auch darin zeigt, dass alle Spieler in der zweiten Liga oder der Bundesliga oder der ersten Schweizer Liga untergekommen sind.

Dass man mit einem schwächeren Kader als in der letzten Saison wesentlich besser in die Spielzeit startet als vor einem Jahr, darf man als eine fußballtypische Merkwürdigkeit empfinden, die sehr für das Teamgefüge beim FC St. Pauli spricht. Zumal mal zuletzt auch noch die Ausfälle von Kapitän Gonther in der Innenverteidigung oder von Lasse Sobiech oder von Jan-Philipp Kalla kompensieren und entsprechend eine bunt zusammengewürfelte Verteidigungskette zusammenstellen musste. Was vielleicht den noch stärker auf das Restteam ausgebaute Defensivdenken erklärt.

Angesichts der Ausfälle und des sowieso engen Kaders stellt sich das Team vom FC St. Pauli inzwischen fast von selbst auf, sodass zuletzt gegen Fürth mit Yannick Deichmann sogar ein Innenverteidiger aus der U23 sein (nach Anlaufschwierigkeiten gelungenes) Zweitliga-Debüt feierte. Gibt halt immer mal wieder so Phasen bei Teams, wenn man selbst den Greenkeeper einwechseln kann und das keinen Bruch im Spiel gibt.

Einer der interessantesten Spieler im Kader des FC St. Pauli dürfte Robin Himmelmann sein, der trotz seiner schon 26 Jahre erst in der vergangenen Saison den Durchbruch zum Stammkeeper schaffte und sich sofort als einer der besten Keeper der zweiten Liga präsentierte. In seiner ganzen Art ein ruhiger und sachlicher Vertreter seiner Zunft, der insbesondere auf der Linie ganz starke Aktionen hatte und in den letzten Monaten diverse Punkte festhielt. Das Niveau konstant über ein weiteres Jahr und er könnte auch bei Erstligisten zum Thema werden.

Interessant auch Linksverteidiger Marcel Halstenberg, an dem im Sommer gerüchteweise RB Leipzig interessiert gewesen sein soll, der aber zumindest auch bei Bundesligisten auf dem Zettel stand, aber nun doch beim FC St. Pauli blieb. Halstenberg spielt nicht nur wegen zweier schöner Fernschusstore in dieser Saison eine auffällige Rolle, sondern auch weil er eine gute Mischung aus Defensive und guten, dynamischen Offensivaktionen hat.

Auffällig zudem die Entwicklung von Marc Rzatkowski, der letzte Saison in Leipzig noch von Daniel Frahn vom Platz getreten wurde und auch abgesehen davon nicht immer eine glückliche Rolle spielte. In dieser Saison darf er etwas tiefer auf der Sechs für seine Mannschaft auflaufen und spielt dort eine gute Mischung aus Wadenbeißer, der immer wieder mannorientiert Läufe in die Tiefe mitverteidigt, Spielorganisator und bei Kontern mit in die Spitze stoßendem Vollstrecker. Zwei Tore steuerte der 25jährige gegen Fürth nach schnellen Gegenstößen bei.

Abgesehen davon hat man mit Buballa und Sobota zwei schnelle Außenbahnspieler, die viel Defensivarbeit verrichten müssen, aber auch zentral sind für das Umkehrspiel. Thy spielt im Angriff eher den Prellbock, der von Sebastian Maier spielerisch unterstützt wird. Der erfahrene Enis Alushi sorgt neben Rzatkowski für Stabilität in der Zentrale. Bernd Nehring darf Kalla rechts hinten mit viel Robustheit und Hang zum gut eingesetzten Körperkontakt vor allem als Defensivkraft ersetzen. Und Philipp Ziereis ist in der Innenverteidigung nach dem Gonther-Ausfall wohl auch für die nächsten Spiele gesetzt.

Kadertechnisch ist der FC St. Pauli ein relativ durchschnittliches Zweitligateam, das aktuell durch eine klare Spielidee punkten kann. Viel Energie für die Defensive und eine gute (aber wie Fürth zeigte auch keineswegs unfehlbare) Organisation und nach vorne hin aus dem Umschaltspiel heraus viel Schnelligkeit und Wildheit. Inwieweit das auch über die Saison trägt, muss man abwarten. Das was man sich da zusammengebaut hat, kann funktionieren, die fehlende Substanz in der Tiefe des Kaders und im Spiel mit dem Ball kann aber auch dazu führen, dass man eher wieder in tiefere Tabellenregionen versinkt.

Auf RB Leipzig wartet gewissermaßen eine Aufgabe wie man sie schon in Braunschweig hatte, nur dass der Gegner den Tempogegenstoß etwas dynamischer spielt. Es geht darum, gegen einen tief stehenden Gegner Räume zu finden, in denen man dann zum Torabschluss kommt. Fraglich nur, wie aggressiv St. Pauli gegen den Ball spielen wird und ob man eher so passiv verteidigt wie gegen Fürth (oder wie Braunschweig gegen RB) oder ob man aus dem Anschauungsunterricht der letzten RB-Spiele den Schluss zieht, dass man die Kreise der RasenBallsportler früher stören muss als erst in der Mitte der eigenen Hälfte.

Egal wie, im zweiten Heimspiel der Saison, zumal vor erwarteten ca. 40.000 Zuschauern will RB natürlich den ersten Sieg einfahren, nachdem man gegen Fürth immerhin noch einen glücklichen Punkt einfahren konnte. Zumal man sich damit komplett in der Spitze der zweiten Liga festsetzen könnte. Der Auftritt in Braunschweig über 60 bis 70 Minuten der Partie ließ die Interpretation zu, dass sich die Mannschaft in ihren Offensivabläufen und auch in ihrer Organisation langsam findet. Das Spiel gegen St. Pauli wird schon mal zeigen, inwieweit das eine Überinterpretation oder ein zulässiger und logischer Schluss war.

Aufstellungstechnisch gibt es nach der Partie in Braunschweig für Ralf Rangnick eigentlich kaum Grund zu Änderungen. Zumal die Aufgabe gegen St. Pauli aus taktischer Sicht durchaus Ähnlichkeiten aufweist. Im Kern gibt es nach der erneuten, aus einem U23-Einsatz resultierenden Rot-Sperre von Peter Gulacsi, der damit auch weiterhin ausfällt, nur die Frage, ob Georg Teigl erneut als Rechtsverteidiger ran darf oder dort diesmal Lukas Klostermann oder auch Rückkehrer Stefan Hierländer von Beginn an auflaufen darf. Teigl blieb in Braunschweig defensiv etwas blass, was auch aber nicht nur an fehlender Unterstützung durch die Nebenleute lag. Zudem stellt sich die Frage, was aus Yussuf Poulsen wird. Schwer vorstellbar allerdings, dass aus dem Offensivquartett Selke, Sabitzer, Forsberg, Bruno jemand für den Dänen weichen muss.

Mögliche Aufstellungen:

  • RB Leipzig: Coltorti – Klostermann (Hierländer, Teigl), Orban, Sebastian, Jung – Kaiser, Ilsanker – Sabitzer, Bruno, Forsberg – Selke
  • FC St. Pauli: Himmelmann – Nehrig, Sobiech (Deichmann), Ziereis, Halstenberg – Sobota, Alushi, Rzatkowski, Buballa – Maier – Thy

Fazit: Aus RB-Sicht wartet eine weitere unbequeme Aufgabe. Gegen einen Gegner mit Defensiv- und Umschaltfokus muss man versuchen, auch aus dem Spiel mit dem Ball heraus den zweikämpfenden Gast unter Druck zu setzen. Gegen den FC St. Pauli, der bisher den drittwenigsten Ballbesitz der ganzen Liga verzeichnete, wird man dabei in der Position sein, das Spiel zu machen, während der Gast wie schon beim Spiel in Hamburg Anfang Mai auf Kontergelegenheiten lauert und das durch sieben Punkte gestärkte Selbstbewusstsein mitbringt, damit auch in Leipzig bestehen zu können. Vielleicht wird es fußballerisch kein Spiel für ganz große Feinschmecker, aber angesichts von Tabellensituation, vollem Stadion und zwei Mannschaften mit unterschiedlichen Spielideen bei gleichem Erfolgswillen wird es trotzdem ein Festtag.

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen den FC St. Pauli nicht vor Ort verfolgen kann und am 23.08.2015, ab 13.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. FC St. Pauli

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig gegen den FC St. Pauli. Mit Ralf Rangnick und Tim Sebastian.

10.49

Stell dir vor, es kommen 40.000 Menschen zum Spiel des Zweiten gegen den Dritten der zweiten Liga und im Vorfeld redet man fast ausschließlich über ein Logo und wer es wo wie lange und warum nicht zeigt, über Freikarten und warum jemand mehr und die dann doch bezahlen wollte und über die Kreativität eines Stürmer-Torjubels. Willkommen also beim Spiel von RB Leipzig gegen den FC St. Pauli..

10.52

Nun ja, lassen wir uns von dem Klimbim nicht weiter irritieren und hoffen, dass es ab heute vermehrt um Fußball geht. Wenn auch zu fürchten ist, dass die heutigen Protagonisten der Pressekonferenz nicht darum herumkommen, noch mal was zu den fußballfernen Themen sagen zu müssen.

10.56

Auch diese Woche steht das Spiel für RB Leipzig erst mal unter der Überschrift, einen Gegner, der viel Wert auf Defensivorganisation legt, knacken zu müssen, ohne in Konter zu laufen. Geduldiges Anspielen und trotzdem Geschwindigkeit und Genauigkeit in den einzelnen Aktionen ist also gefragt.

10.59

Vorteil für RB Leipzig könnten neben der eigenen Stärken die Personalprobleme der Hamburger sein, die eventuell in der Innenverteidigung weiter auf Sobich und sowieso auf Kapitän Gonther verzichten müssen und auch abgesehen davon unter der Woche einige angeschlagene Spieler zu verzeichnen hatten. Wird also spannend, mit welcher Mannschaft man überhaupt aufläuft.

11.13

Tim Sebastian: „Hat mich beeindruckt, was letzte Saison gegen St. Pauli gelaufen ist. Hinspiel haben wir gegen nicht so gefestigte Gäste gewonnen. Rückspiel ein Fight mit beeindruckender Kulisse. Erwarte am Sonntag richtig gute Atmosphäre, die uns hoffentlich Rückenwind geben wird.“

„Nicht sauer gewesen, auf der Tribüne zu sitzen. Will natürlich Einsatzzeiten haben. Aber wir haben auch einen sehr guten Kader. Dilemma des Trainers, dass er nur 11 aufstellen kann. Du musst da sein, wenn du gefordert wirst. Klar kann man unzufrieden sein, wenn man nicht spielt, aber das muss man abschütteln und sich im Training wieder anbieten. Habe versucht mich in Braunschweig einzubringen. Froh, dass ich die Chance bekommen habe. Hoffe, dass ich am Sonntag wieder spielen darf.“

„Aufgrund der letzten Rückserie habe ich St. Pauli weit vorn erwartet. Waren schon im Rückspiel im Mai sehr kampfstark. Werden sich nicht hinten rein stellen, sondern überfallartig kontern und körperbetont Fußball spielen. Schätze sie im oberen Drittel der Tabelle ein, wenn sie ihr Spiel so durchhalten.“

„Grundsätzlich werden bei uns Kaderentscheidungen kommuniziert und begründet. Bin etwas länger dabei und kann ganz gut einschätzen, woran ich arbeiten muss. War nachvollziehbar, dass im Pokalspiel nicht mehrere Innenverteidiger auf der Bank sitzen. Habe ich sportlich genommen und mich im Training wieder reingehauen. Sind nur Nuancen, ob man spielt oder nicht spielt. Bei jedem kann jede Woche die Chance wiederkommen.“

„Seit zwei Tagen im neuen Trainingszentrum. Ist unbeschreiblich und gigantisch. Möglichkeiten, die auch nur wenige Erstligisten haben. Man muss die Möglichkeiten aber auch nutzen. Wenn ich heute hingehe, werde ich mich vielleicht auch das erste Mal nicht mehr verlaufen. Bin stolz darauf, dass ich das noch miterleben kann. An dieses Trainingszentrum kommt nichts ran.“

„Können nicht beeinflussen, was die gegnerischen Fans machen. Interessiert uns auch fast gar nicht, auch wenn man in der Mannschaft auch manchmal darüber redet, was bundesweit gerade so läuft. Wollen es sportlich zeigen. Was auf den Tribünen passiert, ist uns egal. St. Pauli hat auch eine sehr friedliche Fangruppierung. Freue mich darauf.“

Info noch: Red Bull Arena fasst nach Umbauten (VIP, Pressebereich) nur noch 42959. Am Sonntag wegen Pufferblöcken nur 41.800. Aktuell 36.000 verkauft. Rund 4.000 Gästefans.

11.22

Ralf Rangnick: Hoffen, dass Marcel Sabitzer heute wieder im Training ist. Hat Magen-Darm-Probleme gehabt. Ansonsten stehen die selben Spieler zur Verfügung wie letzte Woche.

„Gibt nicht so viel Grund zu wechseln. Eindrücke vom Training fließen aber auch mit ein. Wenn nicht irgendjemand krank oder verletzt ist, werden wir die Mannschaft nicht auf mehreren Positionen verändern.“

Zu Ewald Lienen: „Kennen uns schon länger. Kam glaube in Hannover mal nach mir. Schätze ihn sehr. Mit sehr viel Emotionen dabei. Steht für den Fußball, den wir noch als Spieler erlebt haben. Was er auf St. Pauli bewirkt hat, ist toll. Hat aus einem Abstiegskandidaten jemanden gemacht, der vorne mitspielen kann. Hatten viele Rückschläge wegzustecken. Dass sie es letzte Saison geschafft haben, ist sicherlich in erster Linie auch sein Verdienst.“

„St. Pauli ist eine konterstarke Mannschaft. Schnelles Umschaltspiel. Orientieren sich stark am Gegner und suchen Mann-gegen-Mann-Situationen. Viel Aggressivität und Speed. Wird kein einfaches Spiel. Wenn wir uns durchsetzen wollen, dann müssen wir uns der Manndeckung entziehen und Konter verhindern. Müssen eine gute Mischung finden.“

Ersatzmöglichkeiten für Sabitzer: Poulsen und Kalmár. Der Ungar habe sich in den letzten Wochen sehr gut entwickelt. „Scheint auf dem Weg zu einem richtigen Profi zu sein. Wenn das weiter so geht, wird er sicherlich in den nächsten Wochen auch Einsatzzeit bekommen.“ Habe zu Talent und Straßenfußballerattitüde auch taktisches Verständnis hinzugewonnen. „Kicken konnte er ja schon immer.“ „Versteht auch etwas besser deutsch.“

11.27

Ralf Rangnick: Emil Forsberg habe schon letzte Saison gut gespielt, aber nicht getroffen. „Wenn er sich so weiterentwickelt, wird er auch weiter Tore schießen.“ Spiel gegen den Ball muss noch besser werden.

„Poulsen kommt schon noch. Da mache ich mir keine Sorgen. Sucht die Schuld nicht bei anderen und haut sich im Training voll rein. Poulsen wird in den nächsten Wochen reinkommen oder von Anfang an spielen und vielleicht auch schon wieder Spiele entscheiden.“ Normal bei jungen Spielern, dass es auch immer wieder schlechtere Phasen gibt.

Man treffe sich künftig vor Spielen nicht mehr im Tageshotel sondern im Trainingszentrum, weil man dort alles habe, was man brauche. „Trainingszentrum ist richtig gut geworden. Jetzt müssen wir es mit Leben füllen und dem eine persönliche Note verleihen.“ „Topbedingungen, aber entscheidend ist, was wir draus machen.“

11.33

Das war es schon von hier. Tim Sebastian freut sich auf Spiel und Atmosphäre und darüber, dass er wieder ins Team gerutscht ist. Zusammen mit Ralf Rangnick leuchten ihm auch die Augen angesichts des neuen Trainingszentrums. Als Spieler, der auch schon seit fünf Jahren bei RB spielt, kennt er natürlich auch noch ganz andere Bedingungen..

Irgendwas bis nah an ausverkauft dran wird es also am Sonntag sein. Bleibt zu hoffen, dass die in der letzten Saison sehr entspannte Atmosphäre zwischen beiden Fanlagern durch die Logo-Geschichte keinen Schaden genommen hat und man auch im dritten Aufeinandertreffen einen hübschen Fußballnachmittag feiern kann. In alter Tradition am besten wieder mit einem Heimsieg. In diesem Sinne wünsche ich allseits einen schönen Start ins Wochenende.

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6 Gedanken zu „Wie einst im Halbfinale der Champions League“

  1. Da ewige Dauerthema Kommerz und Tradition schleppt sich bekanntlich schon seit Jahren als „Klimbim“ durch die Medien und Arenen und wird sich auch auch nach der von St. Pauli – Führung veranlassten Logo-Bezeichnung der Leipziger auch in naher Zukunft kaum ändern. Aber warum entstand eigentlich dieser Hass?
    Weil bereits seit der Geburtsstunde im Jahre 2009 nicht allgemein mit offenen Karten gespielt wurde! Dank eines cleveren Geschäftsmanns, der als späterer Eigentümer des größten Fußballstadions der früheren DDR selbst mit seiner Firma in die „engen Löcher“ geriet und dabei nicht nur sich, sondern viele unschuldige Gläubiger einen gewaltigen finanziellen Schaden zufügte und nur Dank von bekannten „Unterstützern“ geradeso wieder die „Kurve bekam“, konnte eine weltbekannte ausländische Firma gewonnen werden, die den tüchtigen Oberligisten, SSV Markranstädt, förmlich über Nacht kaufte und in „RasenBallsport“- Leipzig namentlich umwandelte. Insider wissen längst, dass dieser Herr durch sein bis zu einem gewissen Zeitpunkt geballtes finanzielle Fundament, wie die verschiedenen Geldinstitute, durch angebotene Langzeitdarlehen einigen Traditionsvereinen aus Ost und West über die schwierigen Zeiten gewissermaßen aus der Patsche half, die aber förmlich an den zurückzuzahlenden Summen und Zinsen sowie versprochenen Anteile der Werbeeinnahmen um ihr Überleben kämpfen mussten bzw. noch müssen! Das „Benefizspiel“ Dresden gegen den FC Bayern sollte dabei als Beispiel gelten…..

    Diese oben erwähnte Firma, die mit der Herstellung von Rasensamen aber nichts zu tun hat, wurde in diesem umgebauten WM-Stadion späterer Mieter und sicherte sich mittlerweile auch die Namensrechte dieser neuen Heimstätte des damals nur langsam aus den sportlichen Startlöchern gekommen Clubs, den die meisten Medien (außer „rotebrauseblogger“) aber wegen den (zufällig?) beiden Anfangsbuchstaben (RB) fälschlicherweise vorwiegend mit dem vollen Namen des Besitzers/Hauptsponsors bezeichnet! Viele personelle „Opfer“, egal in welcher Funktion, waren zu registrieren, die für das ständig vor den Augen stehende Ziel nach oben einfach nicht mehr infrage kamen.

    Vielen Fußballfreunden im Land gefällt natürlich nicht, dass bei allen sich bietenden Möglichkeiten (sogar auf der eigenen Homepage) die „RasenBallsportler“ mit den beiden sich gegenüberstehenden und auch bekämpfenden große Tiere regelrecht verwechselt werden, weil diese meistens auf jeder sich bietenden Werbefläche zu sehen sind bzw. auch laufend erwähnt werden. Die gewaltige Intensität dieser „Hilfe“ (u.a. unglaublich hohe Transfers, allgemeine Personalpolitik, Parallelsponsorengewinnung, ca. 30 (!) Millionen teures Trainingszentrum, wo die meisten der Erstligisten erblassen würden…. ) kann und muss folglich eigentlich nur in der 1. Bundesliga enden!

    Die besondere Aufregung vor dem Treffen gegen den FC St. Pauli hat natürlich mit dem kuriosen Fall des Herrn Rettig zu tun, der als „Neuzugang“ ab September 2015 den Posten eines Kaufmännischen Direktors dem Hamburger Kiez-Club zur Verfügung stehen wird und noch im letzten Jahr als GF der DFLzusammen mit seinem Boss Seifert, bei dem bekannten „Logo-Streit“ u.a. versäumt hatte, genau nur die mit Werbung nichts zu tun habenden aussagefähigen Buchstaben zu gestatten, wie der Verein auch richtig heißt, nämlich „RaBa“ ! Damit wäre auch den vielen Hassern im Land der Nährboden ihrer Anfeindungen entzogen worden!

    Es ist deshalb zu vermuten, dass Herr Rettig keine Erinnerung an die moralische Niederlage haben möchte, worüber übrigens nicht nur die Leipziger Fußballfreunde verständlicherweise aber noch heute schmunzeln werden……..

    1. Da verzückt der Herr HUKL wieder mal in aller feinster Manier mit der hochwohlfeine Klinge der Formulierungskunst und dringt mit seinem Ausnahmetalent in klassischer Satzakrobatik mitten in des Lesers Herz.

      Mann HUKL, ich hatte gehofft Du bist etwas länger in der Sommerpause.

    2. Mir würde es reichen wenn es wenigstens mal halbwegs richtig wäre. Die Story mit dem Aufkaufen und Umbenennen des SSV Markranstädt ist ja alt und falsch, die mit Kölmel ist neu und falsch. Wo der liebe HUKL das immer nur her hat…

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