Intensiver Besuch bei alten Bekannten

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur DFB-Pokal-Partie von RB Leipzig beim VfL Osnabrück (10.08.2015, 18.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz drei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick und Willi Orban.]

Wenn ein Verein gerade mal sechs Jahre alt ist, dann gibt es immer wieder mal erste Male. So auch im Fall des Spiels von RB Leipzig beim VfL Osnabrück, denn es ist im siebten Versuch das erste Auswärtsspiel im DFB-Pokal, das man zu bestreiten hat. In bisher sechs Heimspielen gewann man zweimal gegen Bundesligisten, verlor dreimal gegen Bundesligisten und gewann einmal gegen einen Zweitligisten. Nun also erstmals ein Auswärtsspiel bei einem Drittligisten. Verbunden natürlich auch damit, dass man erstmals nicht mit der hübschen Underdog-Rolle in die Partie geht, sondern als Favorit anreist, für den ein Scheitern zumindest eine kleine Blamage wäre.

Dass das Scheitern nicht völlig unmöglich ist, dafür stehen in Leipzig alte Bekannte. Zuallererst natürlich der Trainer des VfL Osnabrück Maik Walpurgis, der in seine dritte Saison mit dem Verein gegangen ist. Bisher viermal hat Walpurgis mit Lotte und Osnabrück gegen RB Leipzig gespielt. Und dabei mit seinen Teams den RasenBallsportlern immer einen großen Kampf geliefert. Natürlich fällt dabei zuerst die Relegation um den Drittligaaufstieg ein, als Lotte vor reichlich zwei Jahren bis zum Ende der regulären Spielzeit des Rückspiels angesichts eines Gesamtstands von 2:2 auf Augenhöhe agierte. Vielleicht erinnert sich noch jemand an die völlig aufgedrehte Lotte-Bank im Rückspiel mit einem Maik Walpurgis vorne weg, die bei jeder Spielszene und Schiedsrichterentscheidung Richtung Spielfeld stürmten, als würde gerade das entscheidende Tor des Finales einer Weltmeisterschaft bevorstehen.

Auch die beiden Aufeinandertreffen in der dritten Liga mit dem VfL Osnabrück waren sehr intensive Duelle. Vielleicht für das Pokalspiel richtungsweisender das Spiel in Osnabrück vor knapp zwei Jahren, als RB Leipzig 60 Minuten lang eine prima Partie spielte, 2:1 führte, dann aber doch noch das Publikum der Gastgeber zurück ins Spiel holte, zum Faktor werden ließ und am Ende mit einer 2:3-Pleite die Heimreise antreten musste. Eine Partie, die von ihrer Intensität her absolutes Pokal-Niveau hatte. Das Rückspiel in Leipzig, das RB etwas glücklich mit 1:0 gewann stand dem nur wenig nach, sodass es hier im Blog in der Rückschau auf vier Spiele gegen Walpurgis hieß:

Falls die RasenBallsportler tatsächlich aufsteigen, wäre es schon wieder vorbei mit Duellen mit einem Walpurgis-Team. Auf die eine oder andere Art kann man als Beobachter nur hoffen, dass es nicht das letzte Mal war, dass man sich begegnet, denn in Sachen Intensität sind die bisher vier Duelle vielleicht das beste gewesen, was es in fünf Jahren RB Leipzig bisher so gab. (3.Liga: RB Leipzig vs. VfL Osnabrück 1:0)

Wenn man sich vor dem fünften Spiel gegen ein Walpurgis-Team einer Sache sicher sein kann, dann dass man auch diesmal wieder zumindest von Osnabrücker Seite eine extrem intensive, aggressive Partie ohne viel Mittelfeldgeplänkel kriegen wird, in die sich die RasenBallsportler hineinbeißen müssen, um gegenzuhalten. Viele Luftduelle, viele Zweikämpfe, es wird vielleicht für den Ausgang der Partie nicht unentscheidend sein, wo der Schiedsrichter die Grenzen des Erlaubten zieht. Da es ein Pokalspiel ist, kann man annehmen, dass er mit einer etwas großzügigeren Linie in die Partie geht.

Osnabrück dürfte in Sachen aggressivem Spiel eine Art Wiederholung des letzten RB-Ligagegners Greuther Fürth sein. Nur dass man naturgemäß nicht die spielerschen Mittel im vorderen Drittel hat, über die Fürth verfügte. Sodass das VfL-Spiel wie bei den bisherigen Aufeinandertreffen mit RB etwas wilder und aus vielen aggressvien Balleroberungsversuchen und vielen langen Bällen und Diagonalbällen bestehen dürfte. Ruhelosigkeit dürfte auch ein prägender Bestandteil der Spielweise sein.

Zusammen mit dem immer sympathischen Maik Walpurgis darf man sich auch auf ein Wiedersehen mit Tobias Willers freuen. Der hatte 2013 in der Relegation im Rückspiel zuerst das 1:0 geschossen und dies vor dem RB-Block intensiv gefeiert, war dann später zur tragischen Figur geworden, weil er das Eigentor zum 2:1-Anschlusstreffer für RB und damit vorentscheidend zum RB-Aufstieg schoss und wechselte ein paar Wochen später direkt nach Leipzig. Wo ihm ein Jahr später nach dem Aufstieg in die zweite Liga der liebevolle Fangesang „Ohne Willers wär’n wir gar nicht hier“ gewidmet wurde.

Tatsächlich ist Tobias Willers ein Typ Fußballer, den wohl jeder gern in seiner Mannschaft hätte. 90 Minuten lang fightet und arbeitet er mit aller Emotionalität, die dann eben auch mal beim Jubel vor dem gegnerischen Block raus muss, für sein Team, um am Ende der Spielzeit seinem Gegenspieler die Hand zu reichen und klar zu machen, dass der sportliche Wettbewerb eben auch nur das ist, ein Wettbewerb, bei dem man am Ende sportlich fair Niederlagen anerkennt und seinen Gegenspieler sowieso respektiert. Tobias Willers wirkte immer wie ein Stefan Kutschke in Innenverteidiger-Variante und kann mit seiner ganzen Art Fußball zu leben, in jedem Team nur Sympathieträger sein. Und war entsprechend auch in Leipzig trotz seines nur einjährigen Aufenthalts sehr angesehen und populär.

Man kann davon ausgehen, dass Willers wie schon in Lotter Tagen als verlängerter Arm von Walpurgis auf dem Spielfeld und inzwischen auch als Kapitän des Teams in Sachen intensivem Spielstil vorne weg gehen wird. Wenn du gegen ihn spielen musst, ist das nie sonderlich angenehmen. Aufpassen müssen wird man auf Willers auch bei Standards, die bei Walpurgis-Teams immer eine Waffe sind. Ein bisschen ist das alles wie in Darmstadt mit den langen Bällen und Standards, nur eine ganze Spur wilder und in seiner Ruhelosigkeit auch unterhaltsamer.

Dass der VfL Osnabrück nun das fünfte Jahr in Folge dritte Liga spielt und nicht in der zweiten Liga, wo man sich noch vor ein paar Jahren sah und wo man zwischen 2007 und 2011 auch drei von vier Spielzeiten lang verbrachte, liegt vor allem am lieben Geld, das seit mindestens zwei Jahren immer wieder die Schlagzeilen um den Verein bestimmte. In einer von außen schwerlich zu durchschauenden Konstruktion von e.V., ausgelagerter Profiabteilung und Stadiongesellschaft, an der auch der e.V. den Großteil der Anteile hält, war es offenbar die Stadiongesellschaft, die mit massiven Schulden die mit ihr verknüpften Vereinskonstrukte in den Abgrund zu reißen drohte.

Weswegen die Stadt Osnabrück vor kurzem einem Schuldenschnitt für die „Stadion KG“ zustimmte und damit reichlich 5 Millionen Euro abschrieb. Bzw. wird man heimlich noch hoffen, dass man Teile des Gelds wiedersieht. Der Verein musste nämlich offenbar einen „Besserungsschein“ unterschreiben, der im Kern besagt, dass bei verbesserter Einnahmesituation doch noch Geld in die Kassen der Stadt zurückfließt. Eine Konstruktion, die im Stadtrat kontrovers diskutiert wurde und zu der Bemerkung führte, dass man „auch gleich einen Schein im Lotto kaufen“ könne.

So ganz zu verstehen ist die gesamte Gemengelage in Osnabrück und die Konstruktionen, in denen Fußball gespielt wird, für Außenstehende nicht wirklich. Fakt ist, dass die Stadt ein Interesse hat, ihren VfL zu erhalten und dass dies aufgrund eher misslungener wirtschaftlicher Entscheidungen des Vereins vor allem in der Vor-Walpurgis-Ära eben auch Geld kostet. Weswegen die Idee, mit der eigentlich auch ein Maik Walpurgis nach Osnabrück kam, nämlich Richtung zweite Liga anzugreifen, nur schwerlich in die Tat umzusetzen ist, da es der Kader eigentlich nicht hergibt. Dass man nach einem guten 5. Platz 2013/2014 in der vergangenen Saison als 11. im Drittligamittelfeld verschwand, ist entsprechend nicht der Arbeit des Trainers anzulasten, sondern vornehmlich Ausdruck der veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Osnabrück.

Damit ist der VfL in den letzten Jahren tatsächlich in eine völlig andere Richtung unterwegs gewesen als RB Leipzig. War das letzte Spiel zwischen beiden Mannschaften noch das Topspiel Zweiter gegen Vierter und das 1:0 für RB das Ergebnis, mit dem man Osnabrück von den Aufstiegsplätzen abschütteln konnte, liegen inzwischen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sportlich fast schon Welten zwischen den Teams. Osnabrück in der Breite des Kaders ein durchschnittliches bis gutes Drittligateam, RB Leipzig in der Breite des Kaders der Aufstiegsfavorit der zweiten Liga.

Dass bei beiden Clubs in den letzten zwei Jahren umfassende Umbrüche stattgefunden haben, sieht man auch daran, dass nur noch fünf  der Spieler (Hohnstedt, Feldhahn, Dercho, Pisot, Ornatelli), die in den zwei Duellen in der dritten Liga für den VfL gegen Leipzig aufliefen, überhaupt noch im Osnabrücker Kader stehen. Auf Seiten von RB Leipzig sind es immerhin noch acht (Poulsen, Kaiser, Demme, Teigl, Sebastian, Bellot, Jung, Coltorti), die aber auch nur noch zu Teilen tragende Rollen spielen. Während bei RB Leipzig in den Umbrüchen die Leerstellen mit viel Erstligapotenzial aufgefüllt wurden, kamen in Osnabrück vor allem Drittliga- oder Regionalligaspieler.

Aus Leipziger Sicht in dieser Hinsicht noch am bekanntesten sicherlich Spieler wie der Ex-Kieler und -Lotter Sofien Chahed, der Ex-Chemnitzer Simon Tüting, der Ex-Burghausener Stephan Thee, der Ex-Kickers-Spieler aus Stuttgart Marcos Álvarez oder der Ex-Rostocker Halil Savran. Allesamt Spieler, die wie die alteingesessenen Osnabrücker bereits ihre Erfahrungen mit RB Leipzig in der Vergangenheit sammeln konnten.

Gespielt wird in Osnabrück aktuell eines dieser populären Dreierketten-/ Fünferketten-Systeme. Also ein System mit drei Innenverteidigern, die etwas offensivere Außenverteidiger absichern sollen. Also ein System, das fälschlicherweise immer für offensiv gehalten wird, weil die Außenverteidiger viele Offensivaufgaben haben, das aber eigentlich eher auf Stabilität ausgerichtet ist, weil man die Ausflüge der offensiven Außenverteidiger einfach durch einen zusätzlichen Innenverteidiger schützt.

Für den VfL Osnabrück passt das System vielleicht ganz gut, weil man mit seinem Fokus auf Diagonalbälle und auf die offensiven Außenpositionen, von denen man entweder durchkommt oder sich Standards erarbeitet, in diesem (je nach Notationspräferenz) 3-4-3 bzw. 5-4-1 ganz gut aufgehoben ist. Ob man dies auch gegen RB Leipzig spielen oder gegen den Ball nicht doch eher ein System mit stärkerer Präsenz in der Spielfeldmitte wählen wird, wird man abwarten müssen. Gegen den Zentrumsfokus von RB böte sich jedenfalls eine zusätzliche Option im zentralen Mittelfeld an.

Wie RB Leipzig in Osnabrück antreten wird, ist zu diesem Zeitpunkt eher spekulativ. Der DFB-Pokal böte sich grundsätzlich an, Spielern Einsatzzeit zuzuschanzen, die in der Liga noch nicht so oder nicht von Beginn an zum Einsatz kamen. Teigl, Khedira, Bruno, Sebastian oder Quaschner würden hier einfallen. Also nicht unbedingt eine Rotation, aber eine auf drei, vier Positionen veränderte Formation, um Spielern mit Stammplatzpotenzial die Chance zu geben, sich zu zeigen. Andererseits ist es zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison auch durchaus nicht unwichtig, sich in seiner Wunschformation weiter einzuspielen. Und sowieso ist der Pokal nicht unbedingt der perfekte Rahmen für Experimente, wenn man möglichst weit kommen will.

Mal von der konkreten Formation abgesehen, wird man taktisch wohl nicht viel ändern. Sodass man davon ausgehen kann, dass das 4-2-2-2 weiterhin das Zielformat ist. Aggressives Vorwärtsverteidigen mit Fokus auf frühen Ballgewinnen bleibt sowieso die Basis. Wobei es auch in Osnabrück darauf ankommen wird, dass man diese Art des Fußballs genauer und kompakter spielt und dem Gegner nicht so viele Räume gibt wie zuletzt gegen Fürth. Denn genau auf diese Räume und noch nicht perfekt sitzende Abläufe wird man auch in Osnabrück spekulieren.

Mögliche Aufstellungen

  • VfL Osnabrück: Schwäbe – Grassi, Willers, Pisot – Ornatelli, Chahed, Groß (Tüting), Dercho – Menga (Kandziora), Savran, Alvarez
  • RB Leipzig: Coltorti – Klostermann (Teigl), Orban, Nukan, Jung – Kaiser, Ilsanker (Khedira) – Sabitzer (Bruno), Forsberg – Poulsen (Sabitzer), Selke

Fazit: Die Rollen in diesem DFB-Pokalspiel sind nominell klar verteilt. Osnabrück als Außenseiter gegen den Zweitligafavoriten RB Leipzig. In der Praxis wartet allerdings wie immer gegen Walpurgis-Teams eine schwere Aufgabe gegen ein intensiv, eher wild spielendes Team, das mit dem eigenen Publikum im Rücken in einem engen Stadion immer für eine Überraschung gut ist. Diesen VfL mit kopfklaren Offensivabläufen zu bespielen, kann viel helfen und die Schwächen des Teams aufdecken. Den Gastgebern auch in Sachen Intensität und Zweikämpfen Paroli zu bieten, darum wird man allerdings nicht vorbeikommen, wenn RB Leipzig in die nächste Runde einziehen will. Wird am Montagabend ein interessanter Fight im fünften Aufeinandertreffen von Maik Walpurgis und RB Leipzig, ein Duell in dem es nach vier Spielen nach Siegen (in regulärer Spielzeit) 2:2 und nach Toren 5:5 steht.

[Wer das Spiel von RB Leipzig beim VfL Osnabrück nicht vor Ort verfolgen kann und am 10.08.2015, ab 18.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Fanradio. Livebilder liefert Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. VfL Osnabrück

 

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Pressekonferenz drei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig beim VfL Osnabrück mit Ralf Rangnick und Willi Orban.

13.23

Da sind wir also wieder. Diesmal steht statt Liga der DFB-Pokal auf dem Programm. Erstmals auswärts, erstmals ein unterklassiger Gegner, erstmals klarer Favorit. Und das beim VfL Osnabrück, der bekannt ist für sein intensives, aggressives Spiel, das es RB Leipzig nicht leicht machen wird und einiges Stolperpotenzial für den Favoriten mit sich bringt.

13.25

Zum Auftakt in die Pokalsaison werden in Osnabrück irgendwas ab 10.000 Besucher aufwärts erwartet. Leipzig könnte am unangenehmen Montag-18.30-Uhr-Spieltermin irgendwas ab 300 aufwärts beisteuern.

13.26

RB Leipzig versucht gerade online den Hashtag #berlin2016 zu etablieren. Klar, wenn du am Pokal teilnimmst, schwirrt natürlich immer auch das Finale im Hinterkopf. Angesichts der Kaderqualität von RB Leipzig hätte man zumindest die Chance weit zu kommen. Angesichts der aktuell noch eher nicht so perfekt passenden Abläufe im Team ist aber auch ein Erstrundenscheitern absolut nicht undenkbar.

13.29

In Osnabrück macht man im Vereinsumfeld derweil schon mal wieder ein wenig auf Tradition vs. Retorte. Man kennt das ja auch noch von den letzten Aufeinandertreffen in der dritten Liga. Man kennt zudem auch die Atmosphäre in Osnabrück, die durchaus leicht entflammbar ist und zum Faktor werden kann. Das Publikum früh aus dem Spiel zu nehmen, könnte da durchaus hilfreich sein. Im Gegensatz zum Spiel in Frankfurt ist dies schon eher ein Test, wie die RasenBallsportler mit Widerständen umgehen.

13.32

Stadt Leipzig hat die RB-Container vom Cottaweg gekauft. Das ist jetzt offiziell. Kaufpreis wird nicht genannt. Wie sie genutzt werden, entscheidet die Stadt. Verein ist der Stadt finanziell entgegengekommen und spendet zudem 50.000 Euro für die Flüchtlingsarbeit. Zudem ist man Leipziger Schirmherr der Flüchtlingsinitiative „Willkommen im Fußball“ in Zusammenarbeit mit der DFL.

13.38

Willi Orban zu seinen Pokalerfahrungen: „Sehe es als Bonusspiele. Priorität auf Liga. Pokal kann schönes Erlebnis sein. Habe vor zwei Jahren im Halbfinale in München gespielt. Pokalfinale wäre ein Riesenerlebnis. Man hat nichts zu verlieren im Pokal. Gefahr gegen unterklassige Mannschaften wie am Montag, dass es schnell ein Pokalfight wird.“

Zur fehlenden Kompaktheit im Spiel gegen Fürth: „Im Spiel merkt man nur, es läuft nicht. Woran es liegt, kriegt man meist nicht mit. Erst in der Analyse nach dem Spiel klar geworden. Wissen, dass es gegen Fürth nicht gut war und haben das aufgearbeitet.“

„Pokalspiel bei Union Berlin war für mich vor zwei Jahren ein tolles Erlebnis, auch weil ich ein Tor geschossen habe.“

Zum 0:1 gegen Fürth: „Lag nicht nur an den Innenverteidigern. Waren als Mannschaft nicht wach. Müssen bei Standards immer den Ball im Blick behalten.“

„Haben uns in der Videoanalyse viele Szenen angesehen. Da spielt nicht in erster Linie der Einzelne eine Rolle. Wurden generell die Dinge angesprochen.“

13.43

Willi Orban: „Viel von der Bremer Brücke gehört. Kann ein Hexenkessel werden. Wollen von der ersten Minute an ein Zeichen setzen, sodass kein Pokalfight entsteht.“

„Sehe die Situation grundsätzlich positiv. Man muss differenzieren.Vorbereitung ist was ganz anderes als Pflichtspiele. Haben vier Punkte gesammelt, das ist gut. Leistungsmäßig ist noch Luft nach oben.“

Zum Abgang in Kaiserslautern: „Mir persönlich hat niemand etwas negatives gesagt. Hohe Wellen nur in den sozialen Netzwerken. Persönliches Umfeld hat mir gratuliert. Befasse mich nicht mit Facebook-Kommentaren.“

„Bin in erster Linie auch hier Verteidiger und hindere den Stürmer am Toreschießen. Ist natürlich ein Unterschied zu Kaiserslautern, da wir dort mehr auf Ballbesitz gespielt haben. Hier ist es laufintensiver.“

„Haben uns bisher nur mit dem letzten Spiel beschäftigt. Ab morgen wird dann die Vorbereitung auf Montag gehen. Mit Rangnicks Erfahrung kann er uns sicherlich viel erzählen.“

13.50

Ralf Rangnick: „Hälfte der Mannschaft kennt die Atmosphäre in Osnabrück, weil wir dort in der dritten Liga gespielt haben. Ich kenne es auch schon. Fans werden die Mannschaft unterstützen. Im Pokal geht es darum weiterzukommen. Das wollen wir. Werden mit der bestmöglichen Elf ins Spiel gehen und uns wie auf ein Zweitligaspiel vorbereiten.“
Lukas Klostermann hat heute nicht mittrainiert. Soll morgen oder übermorgen zurückkommen. Heute hat sich Nils Quaschner einen Cut am Arm zugezogen. Wird aber vermutlich auch nicht zu einem Ausfall führen. Ansonsten ist verletzungstechnisch alles beim alten (also Gipson, Compper und Boyd nicht dabei).

„Nehmen den Pokal sehr ernst. Haben keine englische Woche, deswegen gibt es keinen Grund, das Spiel nicht ernst zu nehmen. Hoffen auf weitere gute Erlebnisse im Pokal. Trauen uns zu, die Aufgabe Osnabrück zu lösen. Müssen Dinge besser machen als gegen Fürth.“

„Seit gestern Nachmittag arbeiten wir daran, Dinge besser zu machen. Dürfen dem Gegner nicht so viele Konter und Chancen geben. Dass wir nicht verloren haben gegen Fürth, lag nicht unbedingt an uns. Müssen den besseren Moment erwischen, aus dem kompakten Spiel ins Pressing zu kommen. Spiel gegen den Ball war in der Vorbereitung besser.“

„Treffer zum 0:1 gegen Fürth war symptomatisch für das Spiel bei gegnerischem Ballbesitz. Spieler haben teilweise nicht zum Ball geguckt. Zentrale Spieler haben zu spät mitgekriegt, dass der Ball schon in der Luft ist. Hat nichts mit Abständen zu tun, sondern mit online sein. Sollte man immer sein im Spiel.“

Personelle Änderungen seien immer eine Möglichkeit, gerade nach dem Fürth-Spiel, aber es gehe eher darum im Training an den „Basics“ und der „Grundordnung“ zu arbeiten. Erst anschließend gehe es darum, wie die Grundordnung mit Spielern besetzt wird. Ralf Rangnick in sachlichem Ton durchaus sauer über das Auftreten der Mannschaft gegen Fürth und das Spiel gegen den Ball auch der Offensivspieler.

„Haben bisher noch kein Spiel verloren. Mich interessiert aber noch gar nicht so sehr, was die erste Elf ist, sondern wie die Mannschaft auftritt.“ Man sein auf allen Positionen doppelt besetzt, aber wichtiger sei Arbeit an „Kompaktheit“. „Zwei phantastische Tore gegen Fürth geschossen. Nutzt aber nichts, wenn man auch fünf, sechs Tore hätte kassieren können.“

14.01

Ralf Rangnick: Leistung gegen Fürth könne man dazu nutzen, noch intensiver am Auftreten zu arbeiten. Man denke über „alle Faktoren“ nach, die zu Kompaktheit beitragen. „Hatten schon in der Vorbereitung Spiele, bei denen wir wenig zugelassen haben.“ Vielleicht sei man nach der Vorbereitung nicht wach genug gewesen und es habe Fürth als Aufweckerlebnis gebaucht.

Rangnick habe sich mit Co-Trainer Löw das Salzburg-Ausscheiden online angeschaut, weil beide lange dort gearbeitet haben. „Tut mir leid für die Spieler und Verantwortlichen. Bin aber seit zwei Monaten nicht mehr verantwortlich in Salzburg und nicht vor Ort.“

Fabio Coltorti wird als Keeper auflaufen, weil man mit dem stärksten Team aufs Feld will. Benjamin Bellot also nicht mit Einsatz als Pokalkeeper.

14.05

Das war es dann schon von hier. Ralf Rangnick heute viel mehr noch als am Montag nach dem Spiel gegen Fürth mit einer recht schonungslosen Auseinandersetzung mit dem dortigen Auftreten der RasenBallsportler vor allem im Spiel gegen den Ball. Da hat wohl auch beim ihm die Re-Live-DVD noch mal den kritischen Puls erhöht. Kann ja hinsichtlich des Osnabrück-Spiels nur positiv sein, wenn die Wachsamkeit und der Fokus im Team noch mal erhöht werden und auch klar ist, was man besser machen muss.

14.10

In diesem hoffnungsfrohen Sinne wünsche ich viel Spaß mit dem Spiel am Montag. Bis dahin nutzt aber erstmal das Wochenende. Mit den anderen Pokalspielen oder mit nem Ausflug zum See oder Dauereis für den Gaumen oder womit auch immer.

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