Unerwartete Standortbestimmung

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen die SpVgg Greuther Fürth (03.08.2015, 20.15 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz drei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick und Fabio Coltorti.]

Gerade mal zwei Monate ist es her, dass RB Leipzig am letzten Spieltag der vergangenen Saison Greuther Fürth empfing. Ein Team, das damals in akuter Abstiegsgefahr steckte und in Leipzig mit einer Leblosigkeit auftrat, dass man fast schon annehmen musste, dass sie gegen einen Abstieg nichts haben. Geschafft haben sie es am Ende trotz nie in Frage stehender Niederlage in Leipzig wegen der Ergebnisse der Konkurrenz nicht.

Nach der Saison ging man in Fürth den naheliegenden Schritt, entschied sich gegen eine weitere Zusammenarbeit mit Mike Büskens und warb intensiv um den Aalener Coach Stefan Ruthenbeck, den man schließlich aus seinem laufenden Vertrag herausholen konnte. Dieser Stefan Ruthenbeck hat es binnen weniger Wochen und trotz einiger Rückschläge in Testspielen geschafft, aus dem leblos wirkenden Team eine Mannschaft zu bauen, die füreinander läuft und im ersten Saisonspiel dem Karlsruher SC insgesamt überraschend deutlich überlegen war, auch wenn man schließlich glücklich erst durch ein Tor kurz vor Schluss gewann.

Man war jedenfalls so deutlich überlegen, dass platt wirkende Karlsruher im gesamten Spielverlauf mit ihren sowieso schon raren Schüssen nicht ein einziges Mal den Fürther Kasten trafen. Hauptverantwortlich für diese defensive Stabilität war ein intensiv-aggressives Spiel gegen den Ball, das den Karlsruhern keine Ruhe im Spielaufbau ließ. Ruthenbeck hat allerdings schon via Kicker angekündigt, dass man das Pressing in Leipzig dosierter einsetzen wird. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass man von der Spielanlage her ein ganz anderes Team erwarten kann, als das eher passiv verteidigende Fürth der Vorsaison.

Durch die Veränderung hin zu einem aggressiveren, höher verteidigenden Team verändern sich natürlich bei der SpVgg Greuther Fürth auch die Offensivabläufe. War letzte Saison im Spiel nach vorn vieles Stückwerk und meist nur dann erfolgreich, wenn man indivduelle Qualitäten oder Glück ausspielen konnte, sah man gegen Karlsruhe auch schon in Ansätzen, dass die Wege zum gegnerischen Kasten zielstrebiger angegangen werden. Da ist sicherlich noch einiges an Luft nach oben, aber es steckt schon wesentlich mehr Gefahr drin als noch zuletzt.

Was nicht zuletzt auch an Veränderungen in der Formation liegt. Mit dem Norweger Veton Berisha hat man sich einen kompakten, schnellen und zweikampfstarken Stürmer geholt, der ständig in Bewegung ist und mit und gegen den Ball für viel Bewegung sorgt. Vom Typ her hat man da sogar noch den Ex-Braunschweiger Domi Kumbela in der Hinterhand, der nach Verletzung wieder den Anschluss geschafft hat und für das Spiel in Leipzig eine Option sein könnte. In der Vergangenheit war Kumbela ein sehr treffsicherer Mittelstürmer, von dem man erwarten kann, dass er an diese Qualitäten nach einem gebrauchten Jahr in der Türkei wieder anknüpfen kann.

Unterstützt wird die Offensivabteilung von Sebastian Freis, der vor einem halben Jahr als Hoffnungsträger aus Freiburg kam, aber die Erwartungen nie wirklich erfüllen konnte (nur ein Tor in 15 Spielen für Fürth) und gegen Karlsruhe eher über den Flügel kam. Gut möglich allerdings, dass der 22jährige Zlatko Tripic in naher Zukunft die Rolle von Freis übernimmt. Auf dem anderen Flügel steht aktuell mit Marco Stiepermann ein zweitligaerfahrener Mann mit einigen Qualitäten in der Offensive und bei Standards. Letzte Saison noch mit einem enttäuschenden Jahr scheint der Ex-Cottbuser unter Ruthenbeck wieder an alte Stärken anknüpfen zu können.

Genau wie Robert Zulj, der in eher zentraler Position seine Offensivaufgaben erfüllt und von dort auch immer wieder den Weg gen Tor sucht. Neben bzw. eher hinter Zulj in der Spielzentrale vertraut Ruthenbeck auf zwei Spieler aus seinem Aalener Team. Jürgen Gjasula hat dabei mit seinen Stärken am Ball vor allem auch Aufgaben im Spielaufbau zu übernehmen. Andreas Hofmann übernimmt eher die Rolle als Staubsauger auf der Sechs vor der Abwehr, die vorher Stephan Fürstner innehatte, der nach sechs Jahren den Verein verließ und im ersten Spiel für Union schon zeigte, dass er eine echte Verstärkung ist.

In der defensiven Viererkette hat sich in Fürth nicht allzu viel verändert. Links hinten verteidigt Niko Gießelmann, den man mittelfristig auch eher in der ersten als in der zweiten Liga erwarten sollte. Rechts hinten hat sich Zhi Gin Lam, der 2o10 im Dress des HSV sogar schon mal ein Tor gegen RB geschossen hatte, im ersten Spiel verletzt. Da auch Stephan Schröck verletzt war und noch ausfällt, wird wohl der ehemalige Stürmer und Rechtsverteidiger gewordene Johannes Wurtz die Position wieder einnehmen. In der Innenverteidigung wird die Kette durch den auch für den Spielaufbau wichtigen Kapitän Marco Caliguri und den Turm Bendedikt Röcker ergänzt.

Bliebe im Tor noch Neuzugang Sebastian Mielitz zu erwähnen, der in Bremen zwischen 2010 und 2014 immerhin reichlich 60 Bundesligaeinsätze sammeln konnte und zwischenzeitlich Stammkeeper wurde. Mielitz stand in Bremen häufig in der Kritik und wurde schließlich unter Robin Dutt aus dem Kasten genommen. Offiziell nur, um ihn aus der Schusslinie zu nehmen. Praktisch lief es darauf hinaus, dass Mielitz nicht lange danach nach Freiburg und jetzt eben nach Fürth wechselte. Da er in seinem Freiburger Jahr nur Nummer 2 war, kann man zum aktuellen Leistungsniveau von Mielitz und ob ihm immer noch früher nachgesagte Schwächen anhängen nichts sagen. Die Saison wird Antworten geben zum Leistungsstand des 26jährigen. Karlsruhe stellte diesbezüglich aber noch nicht mal Fragen.

Insgesamt hat die Spielvereinigung einen ordentlichen Zweitligakader zusammen und angesichts von Namen wie Thesker, Sukalo, Trinks und Weilandt eine recht passable Bank. Wenn man jetzt mit dem Trainer zusammen auch noch zu einer Mannschaft mit klarer und gut ausgeführter Spielidee wird, dann ist den Fürthern sicherlich viel zuzutrauen. Nicht nur im Saisonverlauf, in dem es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Rückschläge auf dem Weg zu einem Pressingteam geben wird, sondern auch schon im Spiel in Leipzig, wo man sich mit einer funktionierenden Defensive und einem guten Umschaltspiel durchaus Chancen ausrechnen darf, einen Konkurrenten, der zumindest in Frankfurt zeigte, dass er zum spielerischen Zusammenwachsen durchaus noch ein bisschen Zeit braucht, ordentlich zu ärgern.

Wie die Formation, die in Leipzig aufläuft, taktisch aussieht, lässt sich schwer sagen. Gegen Karlsruhe spielte man eine Art 4-3-3, das auch immer wieder schnell in ein 4-3-2-1 oder ein 4-4-2 oder ein 4-1-4-1 kippen kann. Da RB Leipzig weiter viel über die Mitte spielt, wird Fürth für das Auswärtsspiel sicherlich eine Formation wählen, die Kompaktheit gerade in der Mittelfeldzentrale garantiert.

Auf RB Leipzig wartet mit dem Spiel gegen Fürth ein Gradmesser, den man bei der Bekanntgabe des Spielplans so noch gar nicht geahnt hatte. Da dachte man eher an einen vergleichsweise leichten Start in die Saison und ein nicht ganz so anspruchsvolles Heimspiel. Dass sich Fürth im Handumdrehen so verändert, war da aber auch noch nicht zu ahnen. Ob man bei Sport 1 besser informiert war, als man sich das Spiel als Montagsspiel sicherte, ist nicht überliefert.

Auch nicht überliefert ist, mit welcher Formation Ralf Rangnick am Montag gegen Fürth in die Partie gehen wird. Viele Änderungen sind ganz sicher nicht zu erwarten. Stefan Hierländer rechts hinten könnte ein Kandidat sein, der um seinen Platz bangen muss. Georg Teigl stünde hier bereit und wäre gegen das Fürther Umkehrspiel mit seiner Geschwindigkeit sicher nicht von Nachteil. Auch der schnelle Lukas Klostermann kann das natürlich spielen. Rani Khedira strebt mit Macht in Richtung Startelf, hat es hinter Kaiser und Ilsanker aber aktuell extrem schwer, sich wirklich ins Team zu spielen.

Massimo Bruno wäre eine Option für die Zehn oder für den Sturm, allerdings kann man sich seine Eins-gegen-Eins-Versuche auch (weiterhin) gut als Joker-Taten vorstellen. Und im Sturm ist nicht so richtig absehbar, ob Yussuf Poulsen eher an den überschaubaren Taten vom Spiel in Frankfurt anknüpft und sich entsprechend für eine Spielpause anbietet oder die zu beobachtende Spielfreude und Dynamik aus dem Testspiel gegen Ingolstadt seinen derzeitigen Leistungsstand wiedergibt. Nils Quaschner wäre neben Bruno noch eine (physischere) Option für die Sturmbesetzung.

Mögliche Aufstellungen:

  • RB Leipzig: Coltorti – Hierländer (Teigl), Orban, Nukan, Jung – Ilsanker, Kaiser – Sabitzer (Bruno), Forsberg – Poulsen (Sabitzer, Quaschner), Selke
  • SpVgg Greuther Fürth: Mielitz – Wurtz, Caligiuri, Röcker, Gießelmann – Gjasula, Hofmann, Zulj – Stiepermann, Berisha, Freis (Tripic)

Das Spiel zwischen RB Leipzig und der SpVgg Greuther Fürth ist das einzige direkte Duell zwischen zwei Auftaktsiegern. Nicht deswegen geht es als Spitzenspiel durch, das wäre nach einem Spieltag eher schwierig an der Tabelle abzulesen. Zu einer Art Spitzenspiel wird es, weil der Favorit der Liga mit seinem großen Potenzial auf das vielleicht im positiven Sinne am meisten überraschendste Team des ersten Spieltags antritt und man in den 90 Minuten des direkten Aufeinandertreffens sehen wird, wo die Mannschaften wirklich stehen und wessen Leistungsstand gerade höheren Zweitligaansprüchen gerecht wird. Dass es dazu das Spiel zweier Teams wird, die der aggressiven Spielweise zugeneigt sind und eine der Mannschaften nach zwei Spielen mit sechs Punkten gleich ganz oben dabei sein kann, erhöht das Interesse an der Begegnung nur noch.

Fazit: RB Leipzig gegen die SpVgg Greuther Fürth. Was vor ein paar Wochen noch eher weniger nach spannender Fußballkost klang und man sich entsprechend leicht verwundert den Kopf kratzte, als Sport 1 dies auf den Montagsspiel-Platz hob, hat sich durch das Auftreten Fürths am ersten Spieltag zu einem interessanten Duell entwickelt, bei dem die Gastgeber natürlich weiterhin als Favorit durchgehen müssen, aber diese Favoritenstellung eher aus nominellen Erwägungen resultiert und nicht aus den sportlichen Geschehnissen der letzten Woche. Fürth dürfte sich als sehr unangenehmer Gegner präsentieren, gegen den man relativ viel in die Waagschale werfen muss. Wenn denn die Defensivorganisation der Gäste stimmt und nicht im Pressingversuch zu viele Lücken in der Tiefe des Platzes entstehen, in denen sich RB Leipzig mit Geschwindigkeit austoben kann. Wird in vielerlei Hinsicht eine sehr interessante Partie.

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen die SpVgg Greuther Fürth nicht vor Ort verfolgen kann und am 03.08.2015, ab 20.15 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live bei Sport 1 und Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. SpVgg Greuther Fürth

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Pressekonferenz drei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig gegen die SpVgg Greuther Fürth. Mit Ralf Rangnick und Fabio Coltorti.

15.46

Spieltag Nummer 2 steht an. Zwar erst am Montag, aber künftig soll es wohl so sein, dass vor Montagsspielen die Pressekonferenz schon am Freitag und nicht erst am Samstag stattfindet. Deshalb der frühe Zeitpunkt, zu dem natürlich gerade Fragen zu einsatzfähigen Spielern noch ziemlich spekulativ sind.

15.48

Pressekonferiert wird heute wieder mal bei einem Automobilhersteller im Norden der Stadt. Arbeitstitel entsprechend ‚Männer, die auf Autos starren‘. Bzw. später dann auch reinsteigen, denn einige Spieler sollen hier noch ein paar begleitete Rennrunden drehen. Nun ja, gibt bestimmt hübsche Bilder für die anwesenden Kamerateams..

15.50

Mit Fürth wartet ein Gegner, der diese Saison sehr unangenehm sein dürfte. In bisher zwei Pflichtspielen hat RB Leipzig gegen Fürth noch kein Tor kassiert und keinen Punkt abgegeben. Diese Bilanz beizubehalten, könnte eine Herausforderung werden. Im Sinne eines optimalen Saisonstarts wäre ein Sieg gegen Fürth natürlich trotzdem prima. Kann ja auch ein 3:2 und muss ja kein 1:0 oder 2:0 sein.

15.52

Irgendwas bis zu 25.000 Zuschauer werden das Spiel zwischen RB Leipzig und der SpVgg Greuther Fürth vermutlich live vor Ort verfolgen wollen. Normale Zahlen für ein Montagsspiel in der Ferienzeit.

15.57

Die spannende Frage ist, wo RB Leipzig nach dem weiteren Testspiel unter der Woche gegen Ingolstadt wirklich steht. Gegen einen defensiv eigentlich guten Gegner hat man sich doch erstaunlich viele Großchancen herausgespielt. Wenn man das bedenkt, dann kann man vor dem Fürth-Spiel durchaus guter Hoffnung sein. Andererseits hat man in den letzten Jahren oft genug gelernt, dass Pflicht- und Testspiele zwei völlig unterschiedliche Veranstaltungen sind. Insbesondere wird man das daran sehen, ob RB gegen Fürth das Flachpassspiel implementieren kann oder ob man gegen einen defensiv sicheren, aggressiv spielenden Gegner nicht doch wieder in lange, hohe Bälle verfällt.

16.04

Dauert hier offensichtlich noch ein paar Minuten. Zumindest macht man noch keine direkten Anstalten loszulegen.

16.09

Jetzt diskutiert man hier noch ne Runde. Vielleicht ist man unzufrieden mit der Sitzordnung oder der Getränkeauswahl oder was weiß ich. Fabio Coltorti wäre derweil schon bereit..

16.12

Irgendwas mit Leipziger Viertelfinale, diesem Nachwuchsturnier, das in Kooperation mit dem Automobilhersteller veranstaltet wird. Ralf Rangnick findet diese Veranstaltung des „Straßenfußballs“ „phantastisch“.

16.14

Um Zweitliga-Sport geht es weiterhin nicht. Jetzt geht es darum, warum die Spieler heute Auto fahren werden.

16.23

20.000 Tickets für Fürth verkauft.

Fabio Coltorti: „Vorfreude sehr groß. Freuen uns darauf an den guten Start in Frankfurt vor heimischem Publikum anknüpfen zu können.“

Ralf Rangnick: Findet eine Frage nach Druck und Erwartungen an die Saison nicht „originell“, weil er sie schon zu oft beantwortet hat. „So schnell wie möglich in die erste Liga. Unsere eigene Erwartungshaltung an uns ist die größte und viel größer als die von außen. Aufsteigen wollen aber auch 12, 13 andere Mannschaften. Nicht wichtig sich verbal damit zu beschäftigen, sondern sich Woche für Woche zu entwickeln. Wollen am Montag ein gutes Spiel machen. Das ist jetzt das wichtigste.“

Ralf Rangnick: Test gegen Ingolstadt hat den Konkurrenzkampf angeheizt. „Gibt auf verschiedenen Positionen alternative Möglichkeiten.“ Werde sich alles erst in den nächsten Trainingseinheiten entscheiden. Der Trainer wisse es selbst noch nicht.

Rangnick: Alle Spieler am Bord, abgesehen von den Langzeitverletzten Boyd, Compper und Gipson. Hierländer heute mit kleiner Knieprellung. Morgen aber wohl wieder dabei. Gulacsi weiter gesperrt.

Rangnick zu Fürth: „Durch den Heimsieg viel Selbstvertrauen. Werden eher proaktiv spielen und nicht reaktiv. Muss für uns kein Nachteil sein. Spielerisch starke Mannschaft. Geht darum, was wir dagegensetzen. Grundsätzlich ist unsere Spielweise klar, aber es gibt ja Ansatzpunkte für Veränderungen, zum Beispiel wo und wann wir attackieren.“

Rangnick zur Möglichkeit von Rotation?: „Wichtig, dass Dinge eingespielt sind. Aber Eindrücke unter der Woche spielen auch eine Rolle. Werden Trainingsleistungen nicht ignorieren. Erstes Spiel war noch keine Glanzleistung. Aber wir waren konzentriert und haben uns gewehrt und zu Null gespielt. Das Gefühl wollen wir für Montag mitnehmen.“

16.33

Fabio Coltorti: „Vergleiche von Trainern sind nicht sinnvoll. Erfahrung von Rangnick und seine fordernde Art und seine detaillierte Vorbereitung sind wichtig.“

Irgendwas mit Kopfhörern. Keine direkten Anweisungen durch das Trainerteam, dass man keine tragen darf.

Coltorti: Beschäftigt sich nicht wirklich mit der Torhüterszene der zweiten Liga und möglichen Torwarttalenten. „Interessiert mich nicht groß. Mir ist wichtig, dass ich meine Leistung bringe. Hatte nie einen Torhüter, dem ich nachgeeifert habe.“

Coltorti: „Sind jetzt sechs, sieben Wochen beeinander. Fühlt sich aber so an als wären wir schon drei Monate zusammen. Zusammenleben in der Kabine ist eine gute Basis.“ Jetzt gehe es aber darum, Einheit zu bleiben, wenn auch mal Spieler hintenanstehen. „Nicht einfach, einen guten Teamgeist zu entwickeln bei vielen Neuzgängen. Haben einen guten Stand, aber werden immer wieder vor Problemen stehen. Da ist der Spielerrat gefordert. Sehe im Moment aber keine Probleme, sondern ein sehr gut zusammengestelltes Team.“

Rangnick: „Kaderplanung ist definitiv abgeschlossen. Werden in diesem Transferfenster keinen Spieler mehr holen.“ Man plane auch keine Abgänge, aber das sei einen Monat vor Schließung der Transferzeit nicht endgültig sagbar. Vielleicht gibt es bis Ende August unzufriedene Spieler und man müsse neu nachdenken. Man werde aber keine Stammspieler abgeben.

Coltorti: „Flache Hierarchie im Team.“ Gehe nicht um jung oder alt. Jeder muss seinen Teil an Verantwortung tragen. „Geht nicht darum, wie alt man ist, sondern um Persönlichkeit.“

Rangnick kann nicht sagen, welche Spieler die Local-Player-Regel erfüllen neben Strauß und Bellot. Aber es seien keine „Quotenspieler“ dabei, die nur wegen der Erfüllung einer Regel im Kader stehen. [Update: Offizielle Vereins-Infos von nach der Pressekonferenz besagen, dass Sören Reddemann, Alexander Sorge und Alexander Siebeck neben Strauß und Bellot als Erfüller der Local-Player-Regel (mindestens vier Spieler im Profi-Kader, die im Alter zwischen 15 und 21 mindestens drei Jahre lang im eigenen Verein ausgebildet wurden) dem Verband gemeldet wurden.]

Rangnick: Wichtig hinten zu Null zu spielen, weil man vorn immer die Qualität habe, ein Tor zu schießen. Als Team wenige Torschüsse und Chancen zulassen.

16.41

Das war es schon von hier. Jetzt geht es hier um Autos und ich bin raus. Man zeigt sich fokussiert und zuversichtlich, bereitet sich aber erst ab morgen so richtig intensiv auf Fürth vor. Halten wir das der Einfachheit halber genauso und beschließen das Thema für heute. Wer will, kann sich ja heute Abend schon ein bisschen anderen Zweitligafußball anschauen. Wenn nicht, dann gibt es bestimmt auch andere tolle Sachen, die man an diesem Wochenende machen kann. In diesem Sinne viel Spaß an See, beim Eis oder vor den Fernsehgeräten. Wir lesen uns hier an dieser Stelle bald wieder.

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3 Gedanken zu „Unerwartete Standortbestimmung“

  1. Ja wer hätte das gedacht, daß am 2. Spieltag das Montagsspiel wirklich ein Topspiel wird?! Ich habe zwar vom Spiel Fürth gegen KSC nur die Zusammenfasssung gesehen und das war schon beeindruckend.
    Dein Aufstellungsvorschlag sehe ich ähnlich und hoffentlich auch RR. Warum nicht mal ein YP von der Bank?! Gute Alternativen hat man ja diese Saison.

  2. Dass RR nicht weiß, wer die Local Player sind, finde ich schon beachtlich. Und auch bezeichnend dafür, wie sich der Klub in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Ich kann mch erinnern, dass es 2009 Konzept war, vor allem Spieler aus der Region einzubinden und damit eine Form der Identifikation zu schaffen. Und jetzt kennt der Cheftrainer nicht mal mehr die Spieler aus der Gegend.

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