Punktspielstart beim Ex

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig beim FSV Frankfurt (25.07.2015, 15.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick und Dominik Kaiser.]

Schnell ging es dieses Jahr. Der Saisonabschluss gegen Greuther Fürth ist gefühlt gerade erst gewesen und schon geht es weiter in die neue Saison. Trainerdebatten, Neuverpflichtungen, Trainingslager. Die Zeit zwischen Fürth und Frankfurt verging dann doch irgendwie ziemlich schnell. Geändert hat sich vor der Partie zwischen dem FSV Frankfurt und RB Leipzig in den letzten Wochen bei beiden Mannschaften trotzdem ziemlich viel.

Die wichtigste Entscheidung wurde beim FSV Frankfurt noch in der letzten Saison getroffen, als man sich Ex-RB-Coach Tomas Oral, der schon zwischen 2006 und 2009 bei der ersten Mannschaft des FSV Frankfurt an der Linie gestanden hatte und vorher die 2.Mannschaft trainierte und noch vorher bei der 1.Mannschaft Fußball spielte, holte. Einen Spieltag vor dem Ende bedeutete dies das Aus für Benno Möhlmann als Trainer und für Uwe Stöver als sportlichem Leiter, sodass nun Geschäftsführer Clemens Krüger und Tomas Oral, die als befreundet gelten, das starke Duo bilden.

Tomas Oral legte in altbewährter Manier los und schickte seine Mannschaft zum Abwaschen des bösen Alten erst mal durch die Autowaschanlage, sicherte danach den Klassenerhalt und bekam einen neuen Einjahresvertrag. In der Sommerpause ging es munter weiter. Spieler am oberen Ende der Alterspyramide verließen den Verein oder beendeten ihre Karriere. Torwart Patric Klandt könnte dabei eine ordentliche Lücke hinterlassen. Routiniers wie Hanno Balitsch oder Björn Schlicke könnten eine Lücke in der Mannschafshierarche reißen. Und Odise Roshi bzw. vor allem Vincenzo Grifo, der in der vergangenen Saison das Niveau der FSV-Offensive bestimmte, werden fußballerisch fehlen.

Geholt hat man m Gegenzug diverse Spieler zwischen Anfang 20 und Mitte 20. Entgegen der ursprünglichen Absichten sind auch ein paar Leihspieler dabei. Ganz vorn zu nennen der erst 20jährige Besar Halimi, der von den Stuttgarter Kickers zum FSV Mainz wechselte und gleich zum FSV Frankfurt weiterverliehen wurde. Halimi spielte sich vergangene Saison mit 2 Toren und 14 Vorlagen in die Notizbücher höherklassiger Vereine und könnte zum Gesicht der neuen FSV-Offensive werden. Auch leihweise vom FSV Mainz kam Dani Schahin, der zwar in den letzten zwei Jahren an keinem Tor beteiligt war, aber weiterhin aus alten Düsseldorfer und Dresdner Zeiten einen guten Ruf als Stürmer hat. Schahin ist nach Verletzung gegen RB Leipzig aber noch keine Option.

Interessant als Neuzugang sicherlich auch Denis Mangafic, der mit den Offenbacher Kickers vergangene Saison fast in die dritte Liga aufgestiegen wäre und rechts außen überzeugen konnte. Interessant wird es auch auf der Innenverteidigerposition, wo mit Marc Hornschuh (BVB II) und Lukas Gugganig (Liefering) zwei mehr oder minder junge Spieler mit höheren Ambitionen kamen. Und auch Spieler wie Heinrich Schmidtgal (Düsseldorf), Fanol Perdedaj (Cottbus) oder In-Hyeok Park (Hoffenheim) sollten dem FSV über die Saison gesehen Qualität geben.

Der Faustpfand soll aber Tomas Oral sein, der mit seiner bekannt ehrgeizigen Art den Verein weg von den Abstiegsrängen und mittelfristig sogar Richtung Aufstiegsränge führen will. Oral mag in den letzten Jahren dazugelernt haben und entspannter geworden sein, im Kern bleibt er ein ungeduldiger Trainer, der seine Spieler zu permanenten Höchstleistungen treiben will. Die entscheidende Frage dabei ist, ob er den Druck auf den Kaderkessel überdreht und seine Spieler verliert oder ob seine aktive Art als Trainer die Spieler mitreißt und mitnehmen kann. Ein entscheidender Baustein bei der Beantwortung der Frage könnte auch sein, wie viel Erfolg man am Anfang der Saison haben wird.

Dass Tomas Oral auch an neuem alten Orte, beim FSV Frankfurt die Dinge schon überdreht hat, könnte man vermuten, wenn man der Frankfurter Neuen Presse glaubt, die berichten, dass sowohl die Mannschaftsärzte als auch die Physiotherapeuten „die Flucht ergriffen“ hätten. Schwierig den Wahrheitsgehalt bzw. den kausalen Zusammenhang nachzuvollziehen, aber Orals Wunsch nach Kontrolle, die sich auch im Quasi-Dauerscouting der RB-Tätigkeiten in Trainingslager und bei Testspielen äußerte (was Rangnick so verärgerte, dass er das hiesige Training gleich mal nichtöffentlich machte), würde zumindest zu dieserlei Personalabgängen passen.

Negativen Einfluss auf das Zusammenwachsen von Mannschaft und Trainer könnte auch der vergleichsweise große Kader haben. Aktuell steht man bei 30 Profis, hatte aber zuletzt noch zwei Probespieler, u.a. den ehemaligen Schweizer U21-Nationalspieler Stephan Andrist. Der spielte zuletzt beim FC Aarau, gilt in der Schweiz als Schwalbenkönig und hat im Februar dieses Jahres durch eine grandiose Ohrfeige gegen sich selbst Gelb für seinen Gegenspieler herausgeholt. Gewissermaßen wäre die Verpflichtung von Andrist nur konsequent, hat man beim FSV doch mit Grifo jenen Spieler verloren, der in der vergangenen Spielzeit die spektakulärste Elfer-Schwalbe der Sason hingezaubert hatte.

30 Spieler sind es jedenfalls aktuell, von denen mit Stürmer Aoudia und vielleicht auch Innenverteidiger Oumari noch zwei starke Spieler den Verein verlassen könnten. Angesichts der bisher 14 Neuzugänge, davon zwei aus dem eigenen Nachwuchs, hat man beim FSV Frankfurt eine ganz schöne Neuaufbau-Aufgabe vor sich. Nicht ganz so einfach für ein Team, dem ja auch ein bisschen die interne Hierarchie weggebrochen ist. Tomas Oral steht jedenfalls vor der Aufgabe, aus diesen 30 Spielern so etwas wie eine Kernelf herauszuschälen.

Wie weit er auf diesem Weg ist, lässt sich für Außenstehende schwer nachvollziehen. Die letzten Testspiele wirkten diesbezüglich noch wie ein buntes Durchwürfeln. Im Tor dürfte die letztjährige Nummer 2 Sören Pirson gegen RB Leipzig wohl den Vorzug erhalten, weil Konkurrent André Weis (kam aus Ingolstadt) sich in einem Testspiel leicht verletzte. In der Innenverteidigung kann man aus dem Quintett Oumari, Hornschuh, Gugganig, Ballas, Beugelsdijk sich lustig ein Duo zusammenzaubern. Wobei man auf Lukas Gugganis Leistungen im Saisonverlauf durchaus gespannt sein darf.

Links hinten sollte es angesichts des verletzungsbedingten Ausfalls von Schmidtgal auf Alexander Bittroff hinauslaufen. Rechts hinten steht weiterhin Alexander Huber im Kader, der sich vor dem Spiel gegen RB sicher noch mal erinnern wird, wie er vor einem Jahr an selber Stelle den Sieg vergab.

Auf der Doppelsechs streiten sich Kapitän Manuel Konrad, Routinier Marc Kruska und Neuzugang Fanol Perdedaj um zwei Plätze. Eine der Außenpositionen dürfte an Mario Engels gehen, der dort letzte Saison lange überzeugen konnte. Golley, Epstein oder der Brasilianer Rolim wären Kandidaten für die zweite Außenbahn.

Im Sturm scheint Routinier Zlatko Dedic gesetzt. Fraglich, ob neben ihm mit Edmond Kapllani ein echter Stürmer zum Einsatz kommt oder nicht doch eher mit Besar Halimi eine hängende Spitze. Tendenz dürfte zu letzterem gehen.

Tomas Oral hat angekündigt, sein Team aggressiver und aktiver auftreten zu lassen als zuletzt. Pressingsituationen wurden vom FSV letzte Saison eigentlich nur hergestellt, wenn der Ball über die Mittellinie kam. Grundsätzlich ging es aber vor allem um die Absicherung des eigenen Strafraums. In dieser Saison könnte das Defensivverhalten deutlich offensiver organisiert sein und unter der Hoffnung stehen, auch mal einen hohen Ballgewinn mitzunehmen. In den bisherigen Testspielen zeigte man sich dabei nur partiell erfolgreich und war im zentralen Defensivverbund nicht immer gut organisiert.

Ein in der Defensive überschaubar organisierter Gegner wäre für RB Leipzig natürlich ein gefundenes Fressen. Allerdings sollte man davon ausgehen, dass die Frankfurter mit einer derartigen Fokussierung und Motivation antreten werden, dass sie den einen oder anderen Nachholbedarf bei der Abstimmung im Team überspielen können. Trotzdem besteht für RB Leipzig die Chance an diesem ersten Spieltag auch darin, dass man auf einen neu zusammengestellten Gegner trifft.

Wobei man natürlich selbst noch an einem ähnlichen Punkt steht. Immerhin 10 Neuzugänge galt es zu integrieren. Irgendwas zwischen vier und fünf davon werden am Samstag in Frankfurt auch auf dem Platz stehen. Auch wenn die Neuzugänge eine hohe Qualität haben und teilweise (Sabitzer, Ilsanker, Bruno Quaschner) die Spielphilosophie schon aus ihrer Zeit in Salzburg kannten, bleibt es doch eine Aufgabe den Kader nicht nur zusammenzufügen, sondern auch zu einer spielenden Einheit zu formen. Beim letzten Testspiel vor eine paar Tagen gegen Hapoel Tel Aviv konnte man jedenfalls bereits erkennen, dass noch lange nicht alle Dinge automatisiert passen. Was auch nicht verwundern mag, da man im Kern drei, vier Testspiele hatte, um auch mit dem Großteil der Neuzugänge aufzulaufen.

Neben dieser etwas zu kurzen Vorbereitungszeit bleibt es rund um RB Leipzig ein Thema, ob die Mannschaft auch in Hinblick auf die interne Hierarchie neu zusammengewachsen ist. Mit Dominik Kaiser wurde gestern noch mal ein Vertreter der alten Spielergeneration zum Kapitän gewählt. Mit Ilsanker und Orban lauern dahinter schon zwei Neuzugänge, die um ihren Blick auf Führungsrollen nie einen Hehl gemacht haben. Mal sehen, wie sich die internen Mannschaftssttrukturen im Saisonverlauf bewähren oder verändern werden. Auch vor dem Hintergrund, mit der jüngsten Mannschaft der Liga in nicht immer freundlichen Umgebungen aufzulaufen, wird es interessant, wie das Team mit Rückschlägen umgeht.

Dieser Test hat allerdings Zeit und muss nicht gleich nach dem Spiel in Frankfurt durchgeführt werden. Mit dem FSV hat RB Leipzig noch eine Rechnung offen, denn in bisher zwei Partien konnte man noch kein Tor gegen die Frankfurter erzielen. Nur Sandhausen, Aalen und Augsburg haben neben dem FSV das Privileg, gegen RB Leipzig noch kein Pflichtspieltor kassiert zu haben. Wird dann wohl Zeit, aus dem Quartett ein Trio zu machen.

Die Chancen auf einen positiven Saisonstart stehen insgesamt gar nicht schlecht. Der FSV Frankfurt nach seinem Umbruch noch in der Findungsphase, RB Leipzig mit einem hohen Maß an individueller Klasse und Ansätzen, diese auch schon in Mannschaftsleistung umsetzen zu können. Trotzdem müssen sich die RasenBallsportler auf ein physisches Spiel und aggressive Gegenwehr, die es zu brechen gilt, einstellen.

Die Positionen im Team von RB Leipzig dürften derweil nahezu komplett vergeben sein. Lediglich in der Innenverteidigung könnte sich ein Tim Sebastian noch für Neuzugang Atinc Nukan ins Gespräch bringen. Und auf der Zehnerposition machte im letzten Testspiel Massimo Bruno ganz schon Druck auf Marcel Sabitzer.

Mögliche Aufstellungen:

FSV Frankfurt: Pirson – Huber, Oumari, Gugganig, Bittroff – Golley, Perdedaj, Konrad, Engels – Halimi, Dedic

RB Leipzig: Coltorti – Teigl, Orban, Nukan (Sebastian), Jung – Kaiser, Ilsanker – Sabitzer (Bruno), Forsberg – Poulsen, Selke

In den vergangenen Jahren sah RB Leipzig beim ersten Auswärtsspiel der Saison im Gegensatz zum ersten Heimspiel meist gut aus. In sechs Spielen gab es keine Niederlage, zuletzt vier Siege in Folge. Darunter zuletzt die spektakulären Siege in Halle 2013 (1:0) und bei 1860 München 2014 (3:0). Von der Seite her kann es aus Sicht von RB Leipzig natürlich einfach so weitergehen wie in den letzten Jahren.

Fazit: Das Partie gegen den FSV Frankfurt bringt für RB Leipzig ein Aufeinandertreffen mit dem Ex-Coach Tomas Oral, der sicherlich noch mal besonders motiviert ist, aus dieser Partie Punkte mitzunehmen (auch wenn Oral nur noch Benjamin Bellot und Tim Sebastian aus der Mannschaft von RB kennt). Die Favoritenrolle geht trotzdem an die RasenBallsportler. Nicht nur wegen der Millionen-Neuverpflichtungen aus dem Sommer und dem Aufstiegsfavoritenstatus, sondern vor allem weil Frankfurt noch in der Findungsphase ist und dabei auch noch auf nicht unwesentliche Spieler verzichten muss. Mal sehen, ob man dies dann auch auf dem Rasen sieht.

[Wer das Spiel von RB Leipzig beim FSV Frankfurt nicht vor Ort verfolgen kann und am 25.07.2015, ab 15.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. FSV Frankfurt

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig beim FSV Frankfurt. Mit Ralf Rangnick und Dominik Kaiser.

11.51

Neue Saison, neues Glück. Ende Juli und es geht wieder weiter mit der 2. Liga. Handgeschätzt 14 Teams, die sowohl in den Aufstiegskampf eingreifen als auch in den Abstiegskampf rutschen können. Vielleicht drei Teams, die nur in den Abstiegskampf rutschen können. Und mit RB Leipzig ein Team, das nur weit vorn landen kann.

11.54

Für RB Leipzig geht es am Anfang gleich zu einem Team, dem man außer Abstiegskampf nur sehr wenig zutraut. Nicht unbedingt die Kategorie Pflichtsieg, aber eigentlich ein Spiel, was du gewinnen solltest, wenn du konstant oben mitspielen und aufsteigen willst.

11.56

Erstaunliche 10.000 Zuschauer werden in Frankfurt erwartet. Irgendwas um die 800 Zuschauer werden aus Leipzig am Ende in Frankfurt anwesend sein.

12.11

Dominik Kaiser zur Wahl zum Kapitän: „Freue mich, dass mich die Mannschaft zum Kapitän gemacht hat und das Vertrauen geschenkt hat. Schöne Sache, zusammen mit Fabio das ganze anzuführen. Man will auf dem Platz weiter Verantwortung übernehmen. Trotzdem sind alle Spieler mit im Boot und beteiligt, Verantwortung zu übernehmen. Binde ist eine kleine Herausforderung.“ „Vorbereitungsphase ist ruckzuck vorbeigegangen. Testspiele vom Ergebnis her erfolgreich. Fußballerisch ordentlich. Klar, dass das für die Runde gar nichts zählt. Haben letztes Jahr mitbekommen, wie schwer wir uns mit Frankfurt getan haben. Sechs Wochen genutzt, uns in Form zu bringen. Samstag zählt es.“

„Muss mich wie jeder andere Spieler jede Woche beweisen. Dass ich tatsächlich am Samstag auflaufe, das hoffe ich natürlich. Konkurrenz ist aber sehr groß und man muss sich jede Woche neu beweisen. Hoffentlich am Samstag mit Binde auf dem Platz und dann gucken wir, wie es sich weiterentwickelt.“

Was hat sich unter Rangnick verändert?: „Durch die hochwertigen Neuzugänge ist der Konkurrenzkampf enorm. Jeder muss täglich an die Leistungsgrenze gehen. Erhöht das Niveau in der Mannschaft. Hat auch seinen Reiz, wie man in den Trainingseinheiten merkt. Macht mich zuversichtlich, dass wir als Mannschaft gut zusammengefunden haben. Haben mit Rangnick einen extrem erfahrenen Trainer, der schon viel Erfolg hatte und attraktiven Fußball spielen lässt. Macht viel Spaß mit dem Trainerteam, auch mit Löw und Beierlorzer. Wird uns noch weit nach vorne bringen. Sind super vorbereitet auf Frankfurt. Freue mich auf die nächsten Wochen.“

Mannschaftsrat?: „Coltorti ist Vize-Kapitän.“ Besetzung des Mannschaftsrats verrät Kaiser nicht. „Versuche außerhalb des Platzes bei Problemen als Sprachrohr zu fungieren. Zusammen mit Fabio. Aber es zählt auf dem Platz.“

Frage noch mal zum Karaoke-Saisonauftakt: „Ungewöhnliche Idee. Wir waren anfangs skeptisch. Wie es gelaufen ist, war es aber ein Riesenerfolg. Vorbereitung mit Kostümauswahl war sehr gelungen. Terrence Boyd mit Georg Teigl war ein Highlight.“

12.21

Dominik Kaiser: „Saison wird sehr schwer. Haben wir letztes Jahr schon in jedem Spiel erfahren. Auswärts viele Probleme gehabt. Da wollen wir gleich zu Beginn ansetzen und aktiver agieren.“ Gibt viele Teams, die oben mitmischen können.

Neuzugänge: „Unabhängig vom Umbruch, jeder Fußballer will besser werden. Jetzt kamen halt viele Neue dazu, von denen man wusste, dass sie Riesenqualitäten haben. Da war es selbstverständlich, dass die die schon da waren um ihren Platz kämpfen. Wenig Verletzte, das macht es für den Trainer interessanter. Jeder muss ans Maximum rankommen, sonst wird es schwer zu spielen.“

„Auswärtsatmosphäre als positive Energie aufsaugen. Ist uns letztes Jahr nicht so gelungen. Muss ein Hauptziel sein, als Mannschaft so stabil zu sein, dass wir uns nicht von Sachen von außerhalb beeinflussen lassen und unseren Fußball auch auswärts auf den Platz bringen.“

4-2-2-2: „Habe in der Vorbereitung auf der Sechs und auf einer der beiden Zehner-Positionen gespielt. Fühle mich auf beiden Positionen wohl. Kann mir vorstellen, auf beiden Positionen zu spielen. Ist im Vergleich zu den letzten Jahren ein etwas anderes System. Sind flexibel aufgestellt. Nach vorn viele verschiedene Reihen. Außenverteidiger können außen durchbrechen. Fühlen uns in dem System wohl. Sind auf allen Positionen sehr gut besetzt. Hauptziel wird sein, gegen kompakte Abwehrreihen durchzukommen.“

„Anspannung steigt. Aber das ist auch gut so. Viele Testspiele und Trainingseinheiten gehabt und geschuftet. Und jetzt wollen wir in einem Pflichtspiel zeigen, was wir können. Werden den FSV noch mal im Video studieren. Morgen früh Abschlusstraining und dann geht es nach Frankfurt.“

„Bei den Standardsituationen ist Konkurrenz dazugekommen. Jung und Forsberg aus dem letzten Jahr und einige Neue. Werde aber sicher den einen oder anderen Standard schießen und mir die Kugel nehmen. Haben verschiedene Varianten und müssen im Spiel die richtigen Entscheidungen treffen. Haben in der letzten Runde zu wenig Kapital aus Ecken und Freistoßen gezogen. Gerade in engen Spielen wichtig. Wird heute und morgen noch mal ein Hauptaugenmerk drauf liegen.“

12.38

Dominik Kaiser: „Bin überzeugt, dass ich meine Spiele machen werde, wenn ich bestmöglich auftrete.“

Ralf Rangnick zur Vorbereitung: „Ist ja gerade schon ausreichend gesprochen worden. Vorbereitung war gut. Wüsste nicht, was noch hätte besser laufen können.“ Mittlerweile sei man konditionell auf ausgeglichenem Niveau. Kaum noch Unterschiede zwischen den Spielern. Diego Demme nach einem Pressschlag angeschlagen. Soll morgen wieder dabei sein.

„Bis jetzt bin ich sehr ruhig. Hoffe, dass das lange so bleibt. Am Spieltag wird die Anspannung aber natürlich steigen. Denke, dass wir es schaffen, ruhig zu bleiben, auch wenn es auf dem Platz mal hektisch wird, sodass wir die richtigen Entscheidungen treffen können.“

„Wollen unsere Auswärtsbilanz verbessern. Die Frage ist wie. Hat damit zu tun, wie wir auftreten. Sollte keinen Unterschied machen, ob wir zu Hause oder auswärts spielen. Äußere Einflüsse als zusätzliche Motivation nutzen.“ Fähigkeiten müssten aus dem Schlaf abgerufen werden können. „Letztes Jahr auch die Zahl der geschossenen Tore als Problem. Da hat man schon in der Vorbereitung gesehen, dass wir mehr Chancen herausspielen.“ Trotzdem müsse man effektiver werden. Manchmal sei man da noch zu ungestüm und müsse offensiv abgeklärter werden.

„Was wir trainieren, ist die Verfeinerung unserer Art zu spielen. Da geht es um taktische Dinge und Laufwege. Daran arbeiten wir massiv. Je mehr uns das gelingt, desto mehr Vertrauen hat die Mannschaft in das Spiel. Die Situationen drumherum werden wir nicht simulieren.“ Es gehe darum, egal wo seinen Fußball zu spielen. „Alles andere darf nicht interessieren.“

„Haben uns zu zwei Sechsern und für eine anspruchsvolle Grundordnung entschieden. Haben in der Vorbereitung keinen Grund gesehen, davon abzuweichen. Auf andere Systeme umzuswitchen sei einfacher. Haben inzwischen so viel Qualität, dass wir mindestens mit zwei Spitzen spielen und dahinter zwei offensive Spieler haben wollen. Zusätzlich braucht es zwei Sechser, von denen einer immer wieder offensiv Richtung Acht und Zehn werden soll. Das muss aber alles nicht bleiben. Kann auch sein, dass wir während des Spiels mal auf drei Sechser oder drei Zehner oder drei Spitzen switchen.“

Mache sehr viel Spaß mit „Hochbegabten“ zu arbeiten. Viele „gute Charaktere“ auch.

„Jemand der Mannschaftskapitän sein soll, muss von der Mannschaft gewählt werden. Die Jungs sollten sich aber zuerst kennenlernen. Deswegen bis gestern gewartet mit der Wahl. Bin nicht überrascht vom Ergebnis.“

„Junge Spieler haben das im Trainingslager sehr gut gemacht. Teile der Spieler sind bei der U19 (Mauer zum Beispiel), andere sind bei der U23 (wie Rabiega). Die Spieler sind bei uns aber ganz klar auf dem Schirm und werden bei Testspielen wieder dabei sein.“

12.46

Ralf Rangnick: Gute Teamstimmung laufe über Kommunikation. „Wollen alle Jungs verbessern. Müssen ihnen immer wieder vermitteln, was wir von ihnen wollen. Und das geht nur über Kommunikation. Jeder ist wichtig für die Gruppe.“

Frage noch mal zur Zukunft auf dem Transfermarkt angesichts der englischen Fernseh-Gelder. „Bestätigung dessen, was wir eh schon machen. Unser Geld nur für ganz, ganz junge Spieler auszugeben.“ In England werden künftig hohe Ablösesummen gezahlt werden. Das mache es auch schwer, die Höhe von Ausstiegsklauseln festzulegen, weil diese durch die englische Zahlungsbereitschaft auch bei extremen Zahlen nicht mehr sicher seien.

„Hoffe, wenn ich ehrlich bin, dass sich der Scouting-Bereich in England nicht so enorm verbessert wie die TV-Gelder.“ Die Verantwortlichen in Deutschland würden sich sicherlich zeitnah zusammensetzen, wie man in Deutschland die wirtschaftliche Lücke schließen kann.

„Davie Selke hat Riesenspaß am Kicken. Denkt keine Sekunde über seine Ablöse nach. Das Verhalten wollen wir erhalten.“

Zum FSV Frankfurt: „Haben die letzten drei Testspiele beobachtet. Gab dort einen größeren personellen Umfeld als bei uns. Für uns ist wichtig, die Eindrücke von den Testspielen auf unsere To-Do-Liste einfließen zu lassen. Beschäftigen uns aber zu 80 oder 85% mit unserem eigenen Spiel. Wollen unser Spiel am Samstag möglichst nah an das heranbringen, was wir können.“

Rangnick kennt Oral nicht wirklich. Habe mal in Hoffenheim hospitiert, da habe man kurz reden könne. Habe in der Vergangenheit in Frankfurt gute Arbeit geleistet. „Sehr ehrgeiziger Trainer. Fahren aber mit der klaren Marschrichtung nach Frankfurt, mit einem Dreier in die Saison zu starten.“

12.54

Im Trainingslager kein Problem damit gehabt, dass man vom FSV permanent gescoutet wurde. In der finalen Spielvorbereitung sei das nicht so entspannt. Da sei es dann „professionell“, wenn man nichtöffentlich trainiert. Verweist auf England und Italien, wo man gar keine öffentlichen Trainings hat und auf das Gewandhausorchester und Helene Fischer, wo man auch nicht zur Probe kann. Die Tage, wo RB Leipzig „probe“, werden künftig nichtöffentlich sein. Also die drei Tage vor dem Spiel.

Favoritenrolle: „Ist normal, dass wir Favorit sind. Wir wollen in die Bundesliga und das so schnell wie möglich. Mehr Erwartungshaltung als wir selber kann man von außen gar nicht haben.“

In der Vorbereitung spiele man so, wie man gerade im Training agiere. Maximal ein bis zwei Positionen stünden noch ein wenig im Zweifel. Ansonsten ist die Startelf für Samstag klar.

Impuls für die Rangnick-Vertragsverlängerung kam über Mintzlaff und Mateschitz. Rangnick habe sich das auch vorstellen können. „Der Weg kann noch lange gehen. Deswegen haben wir uns letzte Woche auf die Verlängerung um zwei Jahre bis 2019 verständigt.“

12.56

Das war es von hier. Fast eine Stunde Geplauder um allerlei Themen, die halt zum Saisonstart relevant sind. Was man im Vergleich zum letzten Jahr besser machen will, wo man gerade steht, wie der nächste Gegner ist, wie der Kapitän Dominik Kaiser seine Rolle sieht. Nicht sehr spektakulär, aber es drückt sich darin eben auch das besondere Interesse am Saisonstart aus. Sowohl auf Medienseite als auch auf Verantwortlichen- und Spielerseite.

12.58

Das alles klingt natürlich vor der Saison immer alles ganz prima. Der Realitätsabgleich erfolgt in den ersten Pflichtspielen. Weswegen man auf die nächsten Wochen und wie sich dann Team und Spieler einruckeln und welche Stammelf und Verlässlichkeiten dann übrig bleiben, sehr gespannt sein darf. Schon das Spiel in Frankfurt wird erste Ansätze liefern, wie sich die Vorbereitung einordnen lässt. Selbst wenn es vielleicht nicht der allerschärfste Gradmesser der Liga ist.

13.00

In diesem Sinne wünsche ich allen, die nach Frankfurt reisen viel Spaß mit dem ersten Pflichtspiel. Und allen anderen viel Spaß an den heimischen Bildschirmen, Tickern oder Radionempfängern. Endlich wieder Pflichtspiele statt Freundschaftskicks.

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Ein Gedanke zu „Punktspielstart beim Ex“

  1. Die Spannung steigt spürbar, jetzt hier die erste Vorschau inkl. Liveticker. Schön, daß wir User/Fans und RR es ähnlich sehen, das nur 2 Positionen vakant sind (Nukan+Sabitzer), also ich hoffe das RR die Beiden Spieler meint.

    3 kleine Randbemerkungen:
    – das Sandhausen, Aalen und der FSV noch kein Tor von RBL bekamen, sagt sehr viel über die letzte Saison
    – unter dem Blog steht: Ähnliche Artikel: Mourinho und Red Bull Leipzig: Was läuft da wirklich?
    Läuft da wirklich was?
    – Ich musste laut Lachen als RR das Beispiel Gewandhausorchester nannte, denn am Sonntag an der Arena hing ein Poster mit der Pate Teil1 mit Orchester+Dirigent, wo ich genau an diese Konstellation dachte!!

    Auch von mir allen viel Spaß und gute Reise, die nach FFM fahren!

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