Throwback KW 18 bis 20

Vor fünf Jahren war für die Profis von RB Leipzig der Aufstieg in die Regionalliga schon in Sack und Tüten. Weswegen zunehmend Zeit blieb für zeitlose Themen. Da bot sich zum Beispiel die Frage nach den zweiten Mannschaften an. Damals wie heute bleibt da die (von Verbänden und Profivereinen) nicht gewollte Idee, diese Nachwuchsteams in eine eigene Liga zu stecken. Angeblich, weil damit die Ausbildung der Talente nicht gewährleistet werden könnte.

Das Argument hat man wohl inzwischen vergessen, wenn man sieht, wer so alles seine zweite Mannschaft aus dem Spielbetrieb zurückzieht. Folge dessen wird wohl sein, dass immer mehr Talente nach der A-Jugend-Zeit verliehen werden, um die Spielpraxis zu kriegen, die man im eigenen Verein nicht mehr kriegen kann.

Weiterhin scheint eine bundesweite Nachwuchsrunde auf U21-Niveau eine sinnige Sache. Einerseits wegen der Anschlussförderung für die Jugendspieler, für die sowieso im Normalfall bei den Proficlubs mit 21 Schluss ist, wenn sie bis dahin den Anschluss an den Profikader nicht geschafft haben. Andererseits, um im begrenzten Rahmen verletzten Spielern wieder Spielpraxis zu geben.


Mit so einer Runde würde man auch Vorwürfen der Wettbewerbsverzerrung, wie sie der zukünftige Ex-Lok-Präsident Heiko Spauke zuletzt nach einem Spiel bei der U23 von Erzgebirge Aue und einer ganzen Reihe dort eingesetzter Auer Profis äußerte, aus dem Weg gehen. Für einen normalen Club ist es im Gegensatz zur U23 eines Proficlubs ein auch wirtschaftliches Desaster, wenn man am Ende an den sportlichen Zielen scheitert, weil beim gegnerischen Profinachwuchs zweimal eine gepimpte Mannschaft auflief.

Ganz im Gegensatz zu Ideen, die Zweitvertretungen auszugliedern, begannen vor fünf Jahren auch die ersten Debatten um eine Regionalligareform, bei der zuerst einmal die heute bekannte Erweiterung der Staffelanzahl auf den Tisch gebracht wurde. Mit dem ewigwährenden Makel, nur über eine Relegation austeigen zu können.

Auch ein Thema vor fünf Jahren die Thesen des eng mit dem Fußball verknüpften, inzwischen bei der FIFA arbeitenden Sozialwissenschaftlers Gerd Dembowski, der kurz gesagt die Ursachen für Gewalt im Fußball in der Kommerzialisierung, dem Sicherheitsapparat und zu geringen Partizipationsmöglichkeiten der Fans zuschrieb. Eine Sicht, die als Beschreibung eines gesellschaftlichen Zusammenhangs nicht ganz falsch sein mag, aber eben auch ein Stückweit die handelnden Subjekte ihrer Verantwortung für ihr Tun beraubt und diese Verantwortung einfach denen zuschiebt, gegen die sich die Gewalt meist wendet.

Transfergerüchte gab es natürlich auch. Daniel Frahn verlängerte in Babelsberg gerade seinen Vertrag und schien aus der Wechselverlosung raus. War wohl aber nur der klassische Schachzug, um seinem Verein noch ein paar Euros in die klammen Aufstiegskassen zu spülen.

Enrico Kern, das absolute Gegenstück des Rangnickschen Beuteschemas entschied sich nach dem Abstieg von Hansa Rostock dafür, in der zweiten Liga zu bleiben und nach Aue statt nach Leipzig zu wechseln. Drei Jahre spielte der damals 31jährige noch im Erzgebirge und schoss in 50 Zweitligaspielen neun Tore, bevor er seine Karriere beendete.

Huub Stevens wies derweil bei Red Bull Salzburg darauf hin, dass man sich mehr auf Fußball und weniger auf Marketing konzentrieren müsse und wähnte sich da auf einem guten Weg. Dass er nicht mehr allzu lange Trainer in Salzburg sein würde, konnte er zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht wissen.

Dietrich Mateschitz gab derweil den bis heute gültigen und inzwischen auch in vielerlei Hinsicht umgesetzten, aber durchaus nicht überall populären Plan vor, dass Red Bull Salzburg ein Ausbildungsclub mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs sein solle, der für einen deutschen Bundesligisten RB Leipzig zuarbeiten soll. Fünf bis sieben Jahre gab Mateschitz damals Leipzig bis zur Bundesliga. Vermutlich ist er inzwischen ungeduldiger als damals..

Ungeduldig wie so manchmal in jenen Tagen auch die Marketingabteilung von RB Leipzig, die daran arbeitete, das letzte Saisonspiel gegen den FC Sachsen Leipzig zu einem Riesenevent aufzublasen. Freikarten, Familienfest, Werbeaktionen mit Lebensmittelketten. Zielvorstellung: 20.000 Zuschauer. Beim Aufeinandertreffen zweier Clubs, die in jenen Tagen bei Heimspielen zusammen gerade mal 2.000 Zuschauer auf die Beine brachten. Am Ende kamen immerhin knapp über 10.000 Zuschauer. Zumindest offiziell. Was vor allem daran lag, dass die Kurve des FC Sachsen doch ganz gut gefüllt war.

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Fußballspiele mit RB Leipzig in den letzten fünf Jahren in den Kalenderwoche 18 bis 20:

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