Feierstunde

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen den SV Sandhausen (08.05.2015, 18.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Achim Beierlorzer, Ralf Rangnick und Dominik Kaiser.]

Der 32. Spieltag in der ersten Zweitligasaison von RB Leipzig steht an. Es wartet das erste Spiel, in dem es tabellarisch um fast nichts mehr geht, wenn man nicht zu denen gehört, die noch auf ein paar Euro mehr Fernseheinnahmen durch die Verbesserung um ein, zwei Plätze hoffen. Es wartet gleichzeitig das vorletzte Heimspiel, also auch die vorletzte Chance, sich selbst und die Freude am Fußball ohne das Schielen auf Aufstiegsplätze zu feiern.

Als Gast darf man zu dieser Feierstunde den SV Sandhausen begrüßen, der wie RB Leipzig zwar rechnerisch auch noch nicht im Niemandsland der Tabelle steht, aber mit seinen aktuell 38 Punkten und sieben Punkten Vorsprung auf Platz 16 mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben dürfte. Wobei das Bedürfnis bei den Sandhäusern, aus dem ‚dürfte‘ auch den rechnerischen Klassenerhalt zu stricken, vergleichsweise groß sein sollte. Einerseits, um die Planungen für die kommende Saison finaler angehen zu können, andererseits um das leise Gefühl der Ungewissheit loszuwerden.

Sandhausen gehört sicherlich zu den Teams der Liga, die immer ein bisschen unter dem Radar laufen. Solide im sportlichen Auftreten, aber nur selten spektakulär sammelt man seine Punkte im Saisonverlauf zusammen. Immer mit dem Wissen, dass es nur darum geht, möglichst früh den Klassenerhalt zu sichern. Vor diesem Hintergrund und mit dem Wissen um die völlig unterschiedlichen wirtschaftlichen Voraussetzungen mutet es fast schon sensationell an, dass Sandhausen im Jahr 2015 bisher genauso viele Punkte holte wie RB Leipzig, nämlich 18 in 12 Spielen.

Insbesondere in den Auswärtsspielen konnte man dabei Ausrufezeichen setzen. In sechs Spielen in der Fremde kassierte man 2015 erst eine Niederlage und die vor zwei Wochen in Nürnberg, eine eher unglückliche Niederlage, nachdem man lange gleichwertig agierte. In den anderen fünf Spielen holte man drei Siege und zwei Unentschieden, darunter das völlig verdiente 3:1 bei Spitzenreiter FC Ingolstadt. 11 Punkte aus den letzten sechs Auswärtsspielen entspricht ungefähr dem Schnitt Ingolstadts, dem Spitzenreiter in der Auswärtstabelle.

Allein diese Zahlen verdeutlichen, dass Sandhausen eine schwer zu bespielende und zu knackende Nuss ist. Was vor allem daran liegt, dass man eines der typischen Zweitligamittelfeldteams ist, das es perfekt versteht, Risiko und Kompaktheit gegeneinander abzuwägen. Dass man Sandhausen mal auf einem Fuß erwischt, bei dem sie nicht mit mehreren Spielern hinter dem Ball stehen und sich im Fall eines Gegenangriffs schnell zurückfallen lassen können, ist höchst selten. Was dazu führt, dass man sich gegen den SV Sandhausen jede Chance hart erarbeiten muss.

Das bekam RB Leipzig schon beim Hinspiel deutlich zu spüren, als man in 90 Minuten gerade mal zweimal im gegnerischen Strafraum zum Abschluss kam und SV-Keeper Manuel Riemann nur zweimal halten musste. Auf der anderen Seite geht das Setzen auf Sicherheit dann eben auch auf Kosten der Offensivleistung, denn Fabio Coltorti durfte an diesem Tag Ende November keinen einzigen Ball halten. Mit 28 Toren ist Sandhausen entsprechend auch zusammen mit Aue das schwächste Offensivteam der Liga.

Was nicht heißt, dass sie ungefährlich sind. Gegen Gegner auf Augenhöhe versuchen sie auch selbst Fußball zu spielen und sehen dabei durchaus auch gefällig aus. Eine wichtige Rolle spielt dabei Kevin Kratz (kam letzten Sommer aus Braunschweig), der im Saisonverlauf lange verletzt war, aber zuletzt siebenmal in der Startelf stand und dem Team im zentralen Mittelfeld mit seiner Dynamik und seinen spielerischen Fähigkeiten zwischen Sechs und Zehn gut tut.

So richtig oft kommt man aber zugegebenermaßen aus dem geordneten Spiel heraus nicht zu Toren. Weswegen man auch immer wieder lange Bälle auf die Offensivkräfte einstreut, aus denen man dann versucht, Eins-gegen-Eins-Situationen zu generieren oder die Kugel auf nachrückende Spieler abzulegen, um Geschwindigkeit in die eigenen Aktionen zu bekommen.

Am liebsten hat man es entsprechend, wenn man in Kontersituationen kommen kann, in denen man die Fähigkeiten der offensiven Dreierkette hinter einem zentralen Stürmer perfekt einsetzen kann. Sprich, Balleroberung und dann mit ein, zwei Pässen die Außenbahn runterspielen und dann Abschluss oder Stürmer suchen, das ist schon ein wenig das Optimum der eigenen Offensivbemühungen.

Dafür hat man auf den entsprechenden Außenpositionen mit Marco Thiede, Alexander Bieler, Toptorschütze Andrew Wooten (acht Treffer), dem aus Aue gekommenen Solomon Okoronkwo und dem gebürtigen Leipziger Nicky Adler diverse Besetzungsoptionen. Und für die Sturmposition bekommt Alleinunterhalter Aziz Bouhaddouz (sechs Treffer) Konkurrenz von Oldie Ranisav Jovanovic, der nach langer Verletzungszeit wieder in Schwung kommt und gegen Heidenheim nach Einwechslung ein Tor vorbereitete und eins selber schoss. Der nominelle Topstürmer René Gartler spielt dagegen schon länger keine Rolle mehr in den sportlichen Planungen.

Eben diese Planungen werden vor allem von Trainer Alois Schwartz getätigt, der Sandhausen zum zweiten Mal hintereinander vergleichsweise locker in der zweiten Liga hält, nachdem man 2013 unter Boysen noch nur deswegen nicht abgestiegen war, weil Duisburg die Lizenz entzogen wurde. Die ruhige, aber auch konsequente Hand, mit der Schwartz arbeitet, zahlt sich aus und ist angesichts der Möglichkeiten des Vereins gar nicht hoch genug wertzuschätzen.

Klassisch für einen kleinen Zweitligaverein ohne Perspektiven nach oben, dass es schwer ist, die Spieler, die sich dort ins Rampenlicht gespielt haben, langfristig zu halten. Der fußballerisch sehr gute und abgezockte, gelegentlich aber auch zum Wahnsinn neigende Keeper Manuel Riemann würde sich gern verbessern, nachdem er zu den besseren Torhütern der Liga gezählt wird. Rechtsverteidiger Lukas Kübler ist derweil offenbar Darmstadts Coach Dirk Schuster aufgefallen. Auffällig im Saisonverlauf u.a. auch die schnelle Offensivkraft Marco Thiede und Linksverteidiger Leart Paqara (20), der seinen Platz aber an den Routinier Timo Achenbach (bisher 320 Zweitligaspiele) verlor.

Auch wegen letztgenanntem Fakt wird der SV Sandhausen in Leipzig mit einer überwiegend sehr erfahrenen Abwehrkette auflaufen, die vom 34jährigen, ehemaligen nigerianischen Nationalspieler Seyi Olajengbesi zusammengehalten wird. Und davor zieht sich ebenso einige Erfahrung durchs Team, die nur punktuell durch junges Talent aufgefrischt wird. Was es aber nicht weniger bemerkenswert macht, dass man in Sandhausen durch die letzten 12 Spiele den Klassenerhalt so gut wie sicher in der Tasche hat.

Für RB Leipzig wird es wie im Hinspiel darum gehen, Wege durch das dichte Abwehrgestrüpp der Sandhäuser zu finden und dabei trotzdem die zu erwartenden langen Bälle der Gäste und die daraus möglicherweise resultierenden Konter gut zu verteidigen. Für die Offensivbemühungen wird es wichtig sein, nicht nur Ballkontrolle auszuüben, sondern vor allem auch Geschwindikgeit ins Spiel zu bekommen. St. Pauli hat es zuletzt perfekt verstanden, vor allem die schnellen Außenspieler Teigl und Poulsen und ihre Wege in die Tiefe praktisch komplett auszuschalten und konnte damit auch das Offensivspiel von RB Leipzig zerstören, weil Forsberg und Reyna dadurch zu sehr auf sich selbst gestellt und auf Einzelaktionen angewiesen waren. Gegen Sandhausen braucht man mehr Geschwindigkeit in den Aktionen, denn unmöglich ist es nicht, vor allem über die Außenpositionen Lücken zu reißen.

Kadertechnisch gesellt sich der gesperrte Tim Sebastian zum langzeitverletzten Terrence Boyd. Was eine Innenverteidigung Rodnei-Compper wahrscheinlich macht. Im zentralen Mittelfeld wird sehr sicher Dominik Kaiser nach Gelbsperre wieder auflaufen. Zudem könnte auch Rani Khedira nach längerer Verletzungspause zumindest wieder in den Kader rutschen. Zudem darf man davon ausgehen, dass zu diesem Zeitpunkt der Saison nur noch Spieler auflaufen, die auch in der kommenden Saison eine Rolle spielen sollen. Wird interessant, wie man das Team nach den Enttäuschungen aus 70 Minuten gegen Darmstadt und 90 Minuten in Hamburg zusammenpuzzelt.

Mögliche Aufstellungen:

  • RB Leipzig: Coltorti – Klostermann, Rodnei, Compper, Jung – Khedira (Demme) – Poulsen (Teigl, Reyna), Kimmich, Kaiser, Forsberg – Damari (Reyna)
  • SV Sandhausen: Riemann – Kübler, Kister, Olajengbesi, Achenbach – Linsmayer, Kulovits – Thiede, Kratz, Bieler (Wooten, Adler) – Bouhaddouz

Es mag tabellarisch nicht mehr um viel gehen für RB Leipzig und den SV Sandhausen. Das wird beide nicht davon abhalten, das sportliche Maximum aus dieser Partie herausholen zu wollen. Wiedergutmachung auf der einen Seite und vielleicht ja auch der Versuch, danke für die Fanunterstützung zuletzt zu sagen. Endgültiger Klassenerhalt auf der anderen Seite.

Fazit: Sportlich sind die Rollen eigentlich verteilt. RB Leipzig ist aufgrund der individuellen Besetzung Favorit. Der SV Sandhausen wird bemüht sein, hinten die Null möglichst lange zu halten und vorn den einen oder anderen Konter oder Standard zu setzen. Einen solchen Gegner zu bespielen, lag RB Leipzig im Saisonverlauf noch nicht wirklich. Eine Einschätzung, die sich in den letzten Spielen noch mal eher bestätigt hat. Nicht unspannend, ob man daraus etwas gelernt hat und es gegen Sandhausen schafft, sein Spiel auch mal durchzudrücken, wenn der Gegner tief und gut verteidigt. Man muss dabei sicherlich keinen magischen Moment wie gegen Darmstadt erwarten, ein weiteres Ausbauen der sehr guten Heimbilanz sollte man sich aber schon erhoffen dürfen.

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen den SV Sandhausen nicht vor Ort verfolgen kann und am 08.05.2015, ab 18.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. SV Sandhausen

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig gegen den SV Sandhausen. Mit Achim Beierlorzer, Ralf Rangnick und Dominik Kaiser.

09.48

Da sind wir wieder. St. Pauli noch im Kopf, aber die Augen schon wieder nach vorn auf Sandhausen gerichtet. Bzw. auf die Autos, die hier um mich herum stehen, weil die PK heute beim Automobilpartner stattfindet. Absurderweise habe ich die 15 km hierher mit dem Fahrrad absolviert. Inklusive einmal ums Werk drumherum fahren, weil auf der falschen Seite und am Tor schief angeguckt werden, weil sie nicht wussten, was sie mit dem Fahhrad anfangen sollen (“Da muss ich erst mal meinen Kollegen fragen.”). Ich fahre auch gern mit einem Auto wieder nach Hause..

09.57

Aber egal. Soll ja um Sport gehen. Und da steht der Auftakt ins Ende der Saison an. Vielleicht steht mit dem Spiel gegen Sandhausen nicht der ganz große Knüller an, aber das ist zu diesem Zeitpunkt der Saison auch egal. Es geht sowieso um nicht viel mehr als darum, sich noch ein bisschen selbst zu feiern, die zweite Liga zu genießen und sich dann würdig in die Sommerpause zu verabschieden.

09.58

Wohl um die 20.000 Zuschauer werden sich die drittletzte Partie der Saison angucken wollen. Anschließend geht es noch mal nach Ingolstadt, wo der Auswärtsblock hoffentlich noch mal gut gefüllt sein wird, um dann gegen Fürth aus der Saison zu gehen.

10.02

So, hier geht es gleich los. Der Automobilhersteller hat geladen, weil er irgendne Fußballveranstaltung in der Stadt für Kinder promoten will (“Leipziger Viertelfinale” zwischen Stadtteilmannschaften). Die Details könnt ihr sicher der hiesigen Lokalpresse entnehmen. Ich warte mal auf RB-bezogene Inhalte..

10.07

Ralf Rangnick und Siegfried Bülow (irgendwas mit Auto) erzählen jetzt was über das “Viertelfinale” und die vier Stadtteile, in denen die Turniere stattfinden sollen.

10.09

Auch mal schön, bei ner PK ganz entspannt Saft trinken zu können und nicht mittippen zu müssen..

10.12

“Autobauen ist Mannschaftssport.” Und Autobauer sind Leistungssportler. Oder so.

10.22

Eine Veranstaltung ist nur vollends gelungen, wenn es auch ein Torwandschießen gibt.^^

10.29

Dominik Kaiser zu den Fans gestern beim Training: “Für uns eine sehr überraschende Geschichte. Haben unsere Fans schon von weitem gehört und dann in großer Zahl am Trainingsplatz antreffen können. Überragende Aktion. Haben uns extrem gefreut, gerade nach dem Rückschlag vom St.-Pauli-Spiel. Fans haben uns zugesichert, dass sie uns die letzten drei Spiele voll unterstützen und hinter uns stehen.”

Zu Sandhausen: “Haben versucht das Pauli-Spiel aufzuarbeiten. Ab heute werden wir uns auf Sandhausen vorbereiten. Hinspiel war eklig. Wird jetzt wieder so. Sandhausen wird kompakt stehen und uns mit Kontern vor Probleme stellen. Gibt für die restlichen Heimspiele nur eine Richtung. Wollen guten Fußball spielen und erfolgreich sein. Auch das Auswärtsspiel wollen wir erfolgreich bestreiten.”

Möchte nicht sagen, was er gegen St. Pauli anders gemacht hätte. Man sei auf ein schweres Spiel vorbereitet gewesen. “Haben es nicht geschafft, unser Spiel durchzuziehen und in den richtigen Momenten gegenzuhalten. Man muss St. Pauli zur Leistung gratulieren. Haben verdient gewonnen. War enttäuschend. Waren topvorbereitet, aber haben es nicht auf den Platz gebracht.” Letzten drei Spiele dazu nutzen “konstant auf gutem Niveau zu spielen”.

“Gegen St. Pauli das Ziel gehabt, sie in ihrer Hälfte zu beschäftigen und früh in die Gefahrenzonen zu spielen. Auch auf die zweiten Bälle gehen. Wird auch gegen Sandhausen ein Schwerpunkt sein. Hätten gegen St. Pauli versuchen müssen, sie mit mehr Passsicherheit vor Probleme zu stellen. Da wollen wir jetzt ansetzen und dann haben wir auch gute Chancen gegen Sandhausen zu gewinnen.”

10.31

Dominik Kaiser: Schwer zu sagen, wo man die entscheidenden Punkte verloren hat. “Haben nie mit mehr als einem Tor Unterschied verloren. In engen Spielen gerade auswärts nicht so in der Lage, das zu entscheiden und unser schnelles Kombinationsspiel auf den Platz zu bringen. Sind zurecht nicht in der Spitzengruppe dabei. Jedes einzelne Spiel durchzugehen, ist aber schwierig. Aufstieg können wir abhaken, das ist uns klar. Aber wir wollen die drei Spiele nutzen, um die Saison, in der auch viel gut war, positiv zu beenden.”

10.42

Achim Beierlorzer: Fabio Coltorti mit Achillessehnenproblemen. Einsatz unsicher. Klingt eher nach Bellot, um auf Nummer sicher zu gehen. Lukas Klostermann mit kleiner Meniskusquetschung. Nicht dramatisch, könnte spielen. Tim Sebastian gesperrt. Ansonsten alle dabei.

Beierlorzer: “Spiel auf St. Pauli tut immer noch weh, wenn man daran denkt, welche Chance wir verpasst haben. Hatten uns vorgenommen, viel aggressiver und initiativer zu agieren. Ob das an der Wucht von St. Pauli lag, dass es nicht klappte, ist schwer zu sagen. Wir müssten so stabil sein, dass wir da als Mannschaft dagegenhalten. Das gilt es, auch in die nächsten Spiele hineinzubringen. Ungünstiger Zeitpunkt das Tor zum 0:1 gegen St. Pauli. Hätte es lange 0:0 gestanden, wäre uns das entgegengekommen.” Man müsse das Spiel abhaken, aber auch draus lernen, weil das Spiel gegen St. Pauli in einer Reihe mit vielen Spielen der letzten Wochen und Monate steht.

Beierlorzer zu Sandhausen: “Gewachsene Mannschaft. Anfangs sehr destruktiv gespielt. Inzwischen sehr gute Struktur und kompakt und attackieren auch mal offensiv. Gefestigte Mannschaft mit guten Einzelspielern. Müssen den Druck auf den Gegner so hoch halten, dass sie nicht zum Spielen kommen.”

Ralf Rangnick zum sportlichen Stand: “Alles gesagt. Haben eine große Chance vertan am Sonntag. Vor allem das Wie war enttäuschend. Wieder mal auswärts den Schneid abkaufen lassen. Gegner hat mit allem, was er hat, gefightet. Das war keine Überraschung. Mit zunehmender Spielzeit immer mehr beeindrucken lassen. Im Gegensatz zu Braunschweig und Karlsruhe in der zweiten Halbzeit keine Reaktion mehr. Nie das Gefühl gehabt, dass wir das Spiel noch drehen können.”

Achim Beierlorzer: Mit allen Spielern Einzelgespräche geführt. Alle Spieler seien von der Art und Weise des Kampfes St. Paulis beeindruckt gewesen. Sei erstaunlich, da man die Spieler darauf vorbereitet hatte. “Für mich wichtig, zu hören, warum sich die Spieler haben beeindrucken lassen und ihnen an die Hand zu geben, wie sie damit umgehen können.” Gegner wüssten, dass man RB Leipzig mit körperlichem Spiel beeindrucken kann. “Da muss man brutal dagegenhalten. Muss in jede Zweikampfsituation so reingehen, dass man dem Gegner ein Signal sendet.” “Ziehen aus diesem Spiel unsere Lehren, so dass wir nicht beeindruckt aus dem Spiel gehen.”

Beierlorzer: Spieler seien beeindruckt gewesen, wie körperlich man angegangen worden sei. Dadurch habe man sich zu sehr individuell auf sich selbst konzentriert und nicht mehr die Mannschaft in den Mittelpunkt gestellt und den Gegner aktiv angelaufen.

10.54

Ralf Rangnick: “Hatten psychologisch eine bessere Ausgangsposition als St. Pauli. Die brauchten einen Sieg gegen den Abstieg und für uns war es eine Chance, also positiver Stress. Es wirkte aber so, als hätten wir den negativen Stress und nicht St. Pauli. Aus meiner Sicht haben wir nicht spielerisch enttäuscht, sondern hatten ein Kopfproblem. Haben in der Hin- und Rückrunde gegen defensiv kompakte und physisch robuste Mannschaften immer wieder Probleme gehabt. Das zieht sich wie ein Faden durch die Saison. Der Ansatz für die Zukunft muss sein, Lösungen zu entwickeln, damit es in der neuen Saison anders läuft. Unsere Auftritte müssen anders ablaufen. Geht nicht so sehr darum, die Spieler mental vorzubereiten, sondern müssen mit unserer Spielweise dem Gegner wehtun. Nicht durch Fouls, sondern durch aggressives Spiel gegen den Ball, wie wir es auch oft zu Hause schaffen.”

Ralf Rangnick: “Erkenntnisse, die man sammelt, haben natürlich auch Einfluss auf die Kaderplanung. Ansatz seit Beierlorzer liegt darin, dass die Mannschaft kreativer Torchancen herausspielt. Das ist uns in der Zeit seit Zorniger gelungen. Haben uns spielerisch verbessert und den einen oder anderen Neuzugang integriert. Meine Meinung zu Typen und Führungsspielern ist klar. Das Thema ist überschätzt. Müssen die Mannschaft entwickeln, dass alle 11 wissen, dass sie Führungsaufgaben übernehmen. Die Typen gibt es so nicht mehr. Gibt es in Barcelona auch nicht. Brauchen nicht den einen Führungsspieler, sondern eine Mannschaft, die ihr Spiel durchbringt. Zu Hause klappt das ja auch. Defensiv sind wir auch stark. Nur schießen wir auswärts zu wenig Tore.”

Ralf Rangnick: Will sich weiter nicht zum Trainerthema äußern. “Sind im engen Austausch. Wir nehmen uns die Zeit, die es braucht.”

Ralf Rangnick: Will auch nicht beantworten, ob er mit dem Wissen von jetzt, den Kader von vor einer Saison anders gestalten würde. Man treffe die Entscheidungen immer, wenn sie anstehen. Forsberg, Damari und Reyna waren im Winter logische Verpflichtungen, um auf die Torflaute zu reagieren. “Damari hat sich bis heute nicht von der fehlenden Vorbereitung erholt. Forsberg ist da wesentlich weiter, aber ein Tor hat er auch noch nicht geschossen.” “In den Zahlen hat es sich nicht widergespiegelt”, was man in der Winterpause geplant hat. Man zweifle trotzdem nicht an der Qualität der Neuverpflichtungen.

10.56

Rangnick: Lukas Klostermann völlig zurecht Stammspieler. Wird wohl zukünftig eher eine Option für die Innenverteidigung. Marvin Compper sei noch nicht an dem Punkt, wie ihn Rangnick vor fünf Jahren kannte. Forsbergs und Reynas Formkurven gehen nach oben. “Dass wir uns von Ante Rebic mehr erwartet haben, darüber müssen wir nicht diskutieren.” Großes Missverhältnis zwischen Potenzialen des Spielers und Praxis im Spiel.

11.03

Eine Stunde hat das jetzt hier gedauert. Wovon 40 Minuten auch durchaus interessant waren. Man ist schon völlig in der Analyse der Saison und der Fehler, die begangen wurden. Mir persönlich ist die Wahrnehmung, man habe sich in den letzten Wochen spielerisch gut entwickelt und müsse nur noch lernen, in Auswärtsspielen dagegenzuhalten, etwas zu einfach. Aber dazu bleibt sicherlich demnächst an dieser Stelle noch mal Zeit, um das Thema zu diskutieren.

In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß mit dem Heimspiel gegen Sandhausen. In der Logik der Saison sollte ein gutes Spiel oder zumindest ein Sieg folgen. Sicherlich kein Selbstgänger, aber angesichts der eigenen Qualitäten das klare Ziel. Habt eine gute Restwoche. Wir lesen uns an dieser Stelle schon bald wieder.

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Ein Gedanke zu „Feierstunde“

  1. Führungsspieler ist das eine. Aber es braucht mMn auch „Typen“ auf dem Platz , die zeigen, wo der Hammer hängt. Röttger oder Kutschke waren solche. Natürlich auch Frahn. Sieht nicht immer fein aus, aber so kann man den Gegner auch auf einer anderen Art beeindrucken.

    PS Deine Radgeschichte hat was!!!
    PPS Wenigstens steigen am Freitag die anderen Jungs in die 1. Liga auf (Sieg vorrausgesetzt) Bin auf jeden Fall beim Handball und hoffe pünktlich in der RBA zu sein, auch wenn es bei Kretzsche Freibier geben sollte.

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