Was von Spieltag 31 bleibt

Nur noch drei Spieltage sind in der zweiten Liga zu absolvieren. Das Tabellenbild ist relativ klar, auch wenn es mit Union und der schlechtesten Mannschaft des Jahres 2015 Düsseldorf erst zwei Teams gibt, für die es auch rechnerisch (abgesehen von Fernsehgeldern) in der Endtabelle um nichts mehr geht.

Der vielleicht größte Verlierer des 31.Spieltags ist der 1.FC Kaiserslautern, der angesichts der Ergebnisse der Konkurrenz den Aufstieg mit einem Sieg in Darmstadt praktisch schon hätte perfekt  machen können. Nach dem 3:1 für die Lilien ist davon nicht mehr die Rede, sondern wieder ein hübscher Vierkampf unter Beteiligung von Kaiserslautern, Darmstadt, Karlsruhe und Braunschweig um die Plätze 2 und 3 entbrannt.

Nervend am Spiel von Darmstadt gegen Kaiserslautern, dass wie schon so oft in dieser Saison auf verschiedensten Plätzen der Schiedsrichter für seinen Pfiff zum Darmstädter Elfmeter zum 1:1, mit dem die Wende im Spiel eingeleitet wurde, zum Sündenbock gemacht wurde. Coach Kosta Runjaic nannte ihn sogar den „13.Mann“ der Gastgeber.

Klar mag man sich im konkreten Fall benachteiligt fühlen. Aber erstens verliert man ein Spiel nie nur wegen eines Pfiffes und zweitens ist es nun mal wie es ist, wenn der Schiedsrichter nach bestem Wissen und Gewissen entscheidet und kein Videobeweis erlaubt ist.

Letztlich bleibt das Reinrauschen von FCK-Keeper Marius Müller gegen Marcel Heller mit höchster Geschwindigkeit und Beinen voran eine Szene, die der Schiedsrichter aus Livesicht aufgrund der Dynamik und der Tatsache, dass da das mögliche Treffen des Gegners in Kauf genommen wird (wofür es auch keine Rolle spielen würde, dass Müller den Ball trifft), durchaus mit Elfmeter bestraft werden kann. Auf der anderen Seite sieht man spätestens in der Zeitlupe, dass Müller deutlich vor Heller am Ball ist und entsprechend weder Foul noch nur knappes und zufälliges Vorbeirauschen am Foul vorliegt.

Also kein Elfmeter, richtig. Aber Runjaics ‚Habe ich gleich gesehen, dass es kein Foul war, weil der Ball sonst nicht so komisch in die andere Richtung geflogen wäre‘ und sein Eindreschen auf den Schiedsrichter bleibt wie so vieles anderes Eindreschen auf Schiedsrichter in den letzten 279 Zweitligaspielen Quatsch, weil die Entscheidung in Realgeschwindigkeit durchaus zu vertreten war (genauso übrigens wie bei der fast deckungsgleichen Situation des Fouls an Kaiser vor dessen 2:1-Freistoßtreffer in Bochum Mitte April, falls sich noch jemand erinnern kann).

Aus dem Aufstiegskampf wohl nach oben endgültig ausgestiegen ist der FC Ingolstadt, der schon am nächsten Spieltag in Bochum aufsteigen könnte. Aus eigener Kraft mit einem Sieg. Ansonsten bei Unterstützung durch die Konkurrenz auch ohne Sieg. Nach unten ausgestiegen aus dem Aufstiegskampf ist RB Leipzig. Sechs Punkte Rückstand auf Rang 3 und nur Sechster, das ist selbst mit viel gutem Willen und Malträtieren des Tabellenrechners nicht mehr drin.

Unten sind Aalen und 1860 die großen Verlierer des Spieltags, weil sie von den fünf engen Abstiegsanwärtern als einzige in ihren Heimspielen keine Siege einfuhren und entsprechend auf die letzten beiden Plätze abrutschten. Da Platz 15, auf dem aktuell aufgrund der mehr geschossenen Tore St. Pauli vor Aue liegt, und Platz 18 nur drei Punkte trennen, ist aber weiterhin nichts entschieden.

Dass der FSV Frankfurt noch mal mit in den engen Abstiegskampf rutscht, ist wenig wahrscheinlich. 36 Punkte sollten nach Lage der Dinge reichen, um einen Nichtabstiegsplatz zu belegen. Mit nur drei Punkten aus den letzten drei Spielen gibt man sich aber trotzdem alle Mühe, um sich noch mal vor dem Absturz gruseln zu dürfen.

Völlig gegen den Trend kam die SpVgg Greuther Fürth nach neun sieglosen Partien wieder mal zu drei Punkten. Gerettet ist man noch nicht, aber zumindest kann man nun wieder hoffen. Wobei ein 3:0 gegen Düsseldorf nicht sonderlich aussagekräftig ist, denn in vier Spielen gegen Abstiegskandidaten (Aue, St. Pauli, 1860, Fürth) holte Fortuna  2015 gerade mal einen Punkte bei 3:11 Toren.

In Aalen freut man sich entsprechend schon auf die Reise nach Düsseldorf am kommenden Wochenende. Allerdings sollte man dann die neu erworbene Führung in der Eigentorwertung nicht weiter ausbauen. Fünfmal trafen Aalener Spieler schon ins eigene Netz. Am Wochenende war es Collin Quaner mit einer seltsam fahrig wirkenden Hackeneinlage.

Mit diesen fünf Treffern liegt Aalen nun ein Tor vor St. Pauli, die viermal ins eigene Netz trafen. Damit haben die beiden Clubs 50% aller Zweitligaeigentore erzielt. Beeindruckend. Wenn auch nicht sonderlich zielführend..

Zielführender sind da schon die Taten von Braunschweigs Emil Berggreen, der erst in der Winterpause aus Dänemark nach Deutschland gekommen war und in den letzten zwei Spielen in 66 Minuten Einsatzzeit drei Tore und eine Vorlage beitrug. Zum Moment seiner Einwechslung hatte Braunschweig in zwei Spielen zusammen einen Punkt. Am Ende standen sechs Punkte. Wenn die Eintracht wirklich noch mal auf einen Aufstiegsplatz rutscht, dann auch sehr stark wegen dem 21jährigen Berggreen.

Die gegenläufige Entwicklung ist bei Dominik Stroh-Engel zu beobachten. Zum ersten Mal in knapp zwei Jahren in Darmstadt unter Dirk Schuster saß Stroh-Engel zu Beginn der Partie auf der Bank. Bisher hatte er ein paar wenige Partien wegen Sperren oder Verletzung nicht absolvieren können, dann aber auch nicht im Kader gestanden. Diesmal musste er zugucken, wie Vertreter Ronny König das 0:1 mitverschuldete und das 2:1 selbst erzielte.

Mit diesem Treffer aus dem Spiel heraus gelang König etwas, was Stroh-Engel schon seit dem 13.Spieltag nicht mehr gelungen ist. Lediglich ein Elfmetertor konnte Stroh-Engel seitdem erzielen. Aus dem Spiel heraus ist Flaute. Gerade eine Minute gestand der Bauch von Dirk Schuster seinem (ehemaligen) Torjäger deswegen am Ende der Partie noch zu. Zumindest bemerkenswert, auch wenn man es nicht ganz hoch hängen muss.

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Kleine Tabellenspielerei. Für alle Teams in der ersten Spalte eine Art subjektives Ranking, welcher Rang den aktuellen Fähigkeiten der jeweiligen Mannschaft entspricht. In den anderen Spalten in der Reihenfolge: aktuelle Punktzahl, Punktzahl nach der Winterpause, Punktzahl in den letzten sechs Spielen, Punkte in der Rückrunde. Aalen ist mit den sportlich errungenen Punkten verzeichnet. Abgezogen werden müssen davon noch die zwei Punkte resultierend aus der DFL-Strafe wegen Lizenzverstößen.

SubjektivGesamtn WPletzte 6RR
Ingolstadt160201224
Kaiserslautern25422926
Darmstadt35320824
Braunschweig450171323
Karlsruhe55219922
Leipzig647181020
Berlin741171020
Nürnberg83912516
Sandhausen93818718
Heidenheim103914814
Bochum113815617
Aue1231171018
Düsseldorf134110513
Fürth143411613
St. Pauli153115918
Aalen163013714
Frankfurt173615318
München183013515

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