Schlüsselspiel

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig beim FC St. Pauli (03.05.2015, 13.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz drei Tage vor dem Spiel. Mit Achim Beierlorzer, Ralf Rangnick und Marvin Compper. Ab 15.30 Uhr.]

Die Tabelle suggeriert vor dem Spiel vom FC St. Pauli gegen RB Leipzig ein Duell der sportlichen Gegensätze, wenn der akut abstiegsbedrohte Vorletzte gegen den leise oder lauter vom Aufstieg träumenden Fünften antritt. Gar nicht mehr so deutlich sind die Differenzen, wenn man die Heimtabelle mit der Auswärtstabelle vergleicht. Denn hier spielt der 11. der Heimtabelle gegen den 11. der Auswärtstabelle. Und zack hat man ein Spiel auf Augenhöhe. Geht doch nichts über passendes Zahlenmaterial..

Ein Fünkchen Wahrheit steckt aber natürlich auch drin, denn unter dem ’neuen‘ Trainer Ewald Lienen verlor der FC St. Pauli erst eins von sechs Heimspielen (und das beim 0:1 gegen Fürth ziemlich unglücklich) und holte 11 Punkte, also einen Punkt mehr als in neun Heimspielen zuvor. Zuletzt gewann man jeweils ohne Gegentor gegen Düsseldorf und Nürnberg (wobei das 1:0 gegen letztere wiederum ziemlich glücklich war).

Es ist vor allem die katastrophale Auswärtsbilanz (sieben Punkte aus 15 Spielen, nur ein Sieg) und die ähnlich grausame Bilanz gegen die direkten Konkurrenten im Abstiegskampf (gerade mal vier Punkte aus den acht Spielen gegen Aalen, Aue, 1860 und Fürth), die St. Pauli am Sturz in die Drittklassigkeit inzwischen sehr ernsthaft schnuppern lässt. Zwischen 2003 und 2006 hatte der Club letztmalig in der damals noch Regionalliga bedeutenden Drittklassigkeit gesteckt.

Seitdem glaubte man sich irgendwo zwischen Bundesligaende und Zweitligamittelfeld etabliert zu haben. Der Aufsichtsrat fand es im vergangenen Herbst an der Zeit nach der Konsolidierung mit Oke Göttlich einen kreativeren Geist mit Offensivdrang, einen „Zehner“ wie man verlauten ließ, für die Clubführung vorzuschlagen. Göttlich wurde anschließend von den Mitgliedern auch im Präsidentenamt bestätigt, doch statt kreativem Aufbruch in noch bessere Zeiten steht inzwischen vor allem ein Abnutzungs- und Abwehrkampf gegen den Abstieg auf dem Programm.

Oke Göttlich verbuchte dann auch gleich mal einen dieser typischen verbalen Vergaloppierer, die es im Fußball gibt (und hierzulande mit dem Hashtag #geisteskrank versehen werden), als er noch am 15.12.2014 via Kicker verlauten ließ, dass es „das völlig falsche Signal“ wäre, wenn man nur wieder verantwortliche Personen austauschen würde und man mit Trainer Meggle und Sportchef Azzouzi durch die schwere Situation kommen wolle. Zwei Tage später saß dann Ewald Lienen, mit dem man schon eine geraume Zeit in Kontakt stand, auf der Bank, Meggle wurde zum Sportdirektor ohne Vorgesetztenautorität gegenüber Lienen weggelobt und Azzouzi geopfert.

Mit Ewald Lienen gönnt sich St. Pauli schon den dritten Trainer der Saison. Roland Vrabec, der schon vor Saisonstart angeschossen zu sein schien, holte aus den ersten vier Spielen vier Punkte. Thomas Meggle folgte dem mit gerade mal neun Punkten aus 13 Spielen, darunter das depremierende 1:4 in Leipzig im Stile eines Absteigers, das man sich auch noch positiv zurechtbog (Meggle: „Würde nicht sagen, dass es von meiner Mannschaft zu wenig war, sondern Red Bull war einfach besser. (..) Positiv für uns, dass hier bisher wenige Mannschaften gepunktet haben.“). Tabellenletzter zum Ende der Hinrunde. Schlechter ging nicht.

Ewald Lienen hat seitdem in 13 Spielen immerhin 15 Punkte sammeln können, was auch nur fünf Punkte weniger sind als RB Leipzig in diesem Zeitraum, aber im Schnitt auch nicht wesentlich mehr als man bei Vrabec in der Anfangsphase der Saison für völlig unzureichend hielt. Wenn man die Saison mit ihren unterschiedlichen Phasen zusammennimmt, dann gab es nie den großen Aufbruch und so steht St. Pauli insgesamt sportlich auch völlig folgerichtig am Tabellenende.

Dass sie sich aus diesem noch mal herausarbeiten, scheint angesichts der nächsten Gegner (Leipzig, Kaiserslautern, Darmstadt und als Bonus Bochum) eine Mammutaufgabe, bei der nur Hoffnung macht, dass St. Pauli bisher im Saisonverlauf gerade gegen Mannschaften, die nicht im engeren Abstiegskampf standen, besser aussah und Punkte geholt hat. Wobei man gleich einschränken muss, dass man gegen engere Aufstiegskandidaten in bisher sieben Spielen auch nur sieben Punkte holte, von denen gleich sechs aus zwei Spielen gegen Braunschweig resultierten und der siebte aus dem Saisonauftakt gegen Ingolstadt stammt (auch dies eher ein glücklicher Punktgewinn).

Bauen kann man im Abstiegskampf auf eine verbesserte Defensive, denn Ewald Lienen hat es geschafft, dass die Schießbude der Liga nicht mehr permanent Tore kassiert. 36 Gegentore waren es in den ersten 17 Spielen. Jeder durfte mal und nur Braunschweig und Union konnten daraus kein Tor-Kapital schlagen. Seitdem sind es in 13 Spielen nur noch 13 Gegentore gewesen und immerhin in fünf Spielen stand dabei beim Gegner die Null (zum Vergleich: RB Leipzig in den letzten 13 Spielen ebenfalls mit 13 Gegentoren und nur zwei Spielen zu null).

Leider hat sich zusammen mit der Defensive nicht die Offensive verbessert. 13 Tore in 13 Spielen sind ungefähr auf dem Niveau der Spiele vor Lienen. Und vier der 13 Tore schoss man allein im Freakspiel gegen Düsseldorf. Dass es offensiv überschaubar läuft, hat aber auch direkt mit dem Defensivspiel zu tun, denn die defensive Stabilität erkauft man sich mit einer sehr tiefen Verteidigung, sodass man nach jedem Ballgewinn entsprechend auch sehr viel Raum und nicht allzuviele konter- und offensivbereite Spieler vor sich hat.

Je weiter der Weg zum gegnerischen Tor, desto schwieriger wird es mit dem Toreschießen. Ist jetzt nicht gerade die Erkenntnis des Jahrtausends, gewinnt aber dadurch noch an Gehalt, dass St. Pauli essenziell aufs Konterspiel angewiesen ist, weil man aus dem Spiel mit dem Ball heraus viel zu wenig Kreativität hat, um gegnerische Defensiven auszuhebeln. Fürs Konterspiel hat man allerdings prinzipiell die wichtigsten Inhaltsstoffe zusammen.

Denn mit Sobota und Buballa rechts und links hat man zwei sehr schnelle, individuell sehr gute Offensivkräfte zu bieten, die das Potenzial haben, stabile Defensivarbeit zu veredeln und im Umschaltspiel zu glänzen bzw. den jeweiligen Stürmer einzusetzen. Bei zusammen zwei Toren und einer Vorlage fehlt aber dem Duo, das bisher auch einige Probleme mit sich rumschleppte (Buballa in der Hinrunde viel verletzt, Sobota kam erst im Winter und verpasste auch ein paar Spiele verletzungsbedingt), deutlich die Effektivität und direkte Torgefahr.

Gesetzt dürften die beiden aber auch gegen RB Leipzig sein. Zumal die Taktik des FC St. Pauli wie schon gegen Nürnberg darauf angelegt sein wird, tief zu verteidigen und dann nach Möglichkeit den Ball schnell über die Außen nach vorn zu bewegen. Wer die beiden im Offensivspiel verstärkt, bleibt aber noch offen. John Verhoek holte sich in Heidenheim die fünfte gelbe Karte ab und wird nach Lage der Dinge im Sturm von Christopher Nöthe ersetzt werden. Mit fünf Treffern ist er der beste Torschütze im Team. Was eher gegen den Rest als für Nöthe spricht. Der Millionenzugang aus dem vergangenen Sommer und Null-Tore-Stürmer Ante Budimir wird dagegen wohl kaum aus der Versenkung der zweiten Mannschaft, in der er zuletzt verschwunden war hervorgeholt werden. Zumal er eine kleinere Verletzung mit sich rum schleppt.

Zurück ins Team könnte Dennis Daube kehren, der in Heidenheim gelbgesperrt fehlte, kommende Saison bei Union Berlin spielt und von der Sechs aus Offensivpotenzial ins Spiel bringen würde (bester Vorlagengeber im Team). Zusammen mit Mainz-Leihgabe Julian Koch bildet er eigentlich nominell eine der besseren Doppel-Sechsen der Liga. Betonung auf eigentlich.

Vakant bleibt die offensive Mittelfeldposition, um die sich Sebastian Maier, Marc Rzatkowski und der Held aus dem Spiel gegen Düsseldorf Kyoung-Rok Choi (zuletzt verletzt) streiten. Eine Position, auf der im Saisonverlauf nie wirklich Ruhe einkehrte. Auch durchaus ein Puzzlestein, warum es beim FC St. Pauli nicht so richtig gut läuft.

Bliebe noch die Abwehrreihe, die vor dem durch sachlichen Vortrag und gute Taten auf der Linie überzeugenden Robin Himmelmann, die Reihen dicht halten soll. Das Quartett Kalla, Sobiech, Gonther, Halstenberg bringt einige Robustheit und auf den Außenbahnen auch Dynamik mit. An guten Tagen können sie sich ziemlich ungangenehm in das Spiel beißen. Fehlerlos ist die Kette aber auch keinesfalls.

Auf RB Leipzig wartet beim FC St. Pauli eine eher unangenehme Aufgabe. Was sich auch darin ausdrückt, dass die relativ zweikampfstarken Gastgeber das Zweitligateam mit den meisten gelben Karten sind. Da sie gegen die Mannschaft mit den meisten Fouls der Liga spielen, kann man durchaus erwarten, dass es im direkten Duell auch ordentlich zur Sache geht.

Aufpassen müssen die RasenBallsportler dabei auf die Standards des FC St. Pauli, eine Disziplin, in der sie vergleichsweise gut sind. Innenverteidiger Lasse Sobiech, immerhin 1,96m groß, hat nicht umsonst schon vier Tore auf seinem Konto.

Für RB Leipzig ist die Partie beim FC St. Pauli eine Art Schlüsselspiel. Gewinnt man das Spiel bei einem Gegner, der die drei Punkte im Abstiegskampf dringend selbst braucht, dann könnte man sich im Saisonendspurt tatsächlich so eingrooven, dass vier Siege aus den letzten vier Spielen nicht unmöglich sind. Verliert man, kann man den nach dem Coltorti-Sieg gegen Darmstadt plötzlich wieder aus allen Poren tropfenden Optimismus gleich wieder vergraben. Passen würde es jedenfalls zum bisherigen Saisonverlauf, wenn man die letzten Aufstiegschancen bei einem Team verspielt, das mit den vorderen Plätzen gar nichts zu tun hat.

Beim Anlauf Richtung viertem Auswärtssieg kann RB Leipzig zumindest den emotionalen Schub aus dem Darmstadt-Spiel mitnehmen. Auch wenn man in den letzten Wochen immer mal wieder Glück hatte, Punkte und Siege mitzunehmen, ist Tendenz und Selbstvertrauen positiv. Und die Rolle des Jägers im Aufstiegskampf lässt zumindest den Druck nicht zu groß werden.

Entgegen kommt RB Leipzig auch, dass man kaum ernsthafte Verletzungs- und Ausfallsorgen hat. Terrence Boyd fällt schon länger wegen seines Kreuzbandrisses aus. Ansonsten sind praktisch alle fit, nur für Sebastian Heidinger könnte die Partie noch zu früh kommen (wenn er denn überhaupt eine ernsthafte Alternative wäre). Schwer wiegt nur der Ausfall von Dominik Kaiser, der eine Gelbsperre absitzt. Der beste Vorlagengeber und zweitbeste Scorer im Team wird nicht ganz einfach zu ersetzen sein.

Aufgefangen werden könnte dies dadurch, dass Emil Forsberg nach seiner Sperre wegen gelb-roter Karte wieder ins Team zurückkehrt. Vier der letzten 11 RB-Tore bereitete der Schwede vor, nur im Torabschluss hapert es noch. Viele Chancen, noch kein Tor. Forsberg wird selbst dem ersten Torerfolg am meisten entgegen fiebern, hat sich aber zuletzt auch so als entscheidendes Bindeglied zwischen Defensive und Offensive unersetzlich gemacht.

Abgesehen davon stellt sich die Frage nach Omer Damari und ob er eine Chance in der Startelf bekommt. Mit seinen Qualitäten zwischen den Ketten täte er dem RB-Spiel sicherlich gut und könnte dort auch die Innenverteidiger immer wieder aus ihrer Position ziehen. Vielleicht bleibt es aber bei Reyna, um die Innenverteidigung des FC St. Pauli stärker auch direkt zu beschäftigen.

Und als letztes stellt sich die Frage nach Rodnei, der nach Verletzung Marvin Compper wieder ersetzen könnte. Compper wirkte gegen Darmstadt anfangs eher unsicher, steigerte sich aber zu einer mindestens soliden Vorstellung. Die Physis Rondeis könnte aber bei Standards und gegen einen wie Nöthe (wenn er denn aufläuft) trotzdem gut tun.

Mögliche Aufstellungen:

  • FC St. Pauli: Himmelmann – Kalla, Sobiech, Gonther, Halstenberg – Daube, Koch – Sobota, Maier (Rzatkowski, Choi), Buballa – Nöthe
  • RB Leipzig: Coltorti – Klostermann, Sebastian, Rodnei (Compper), Jung – Kimmich – Teigl, Demme (Damari), Forsberg, Poulsen – Reyna (Damari)

Abseits des Spielgeschehens vielleicht noch interessant, dass RB Leipzig zum ersten Mal seit dem Drittligaauftakt in Halle im Sommer 2013 wieder mal ein Ligaspiel in einem ausverkauften Stadion absolvieren wird. Weil diesmal nicht nur der Heimbereich ausverkauft sein wird (das schaffte beispielsweise Union auch), sondern auch der Gästebereich. Schon das Hinspiel wollten fast 40.000 Zuschauer sehen, das Rückspiel nun irgendwas unter 24.000. Von den Rahmenbedingungen her gibt es in der zweiten Liga definitiv schlechtere Ansetzungen. Ob sich das dann auch im sportlichen Geschehen auf dem Rasen widerspiegelt, ist wie immer eine offene Frage. Geht ja auch um viel in dem Spiel.

Fazit: Eines dieser Spiele, in dem beiden eigentlich nur ein Sieg weiterhilft. RB Leipzig muss gewinnen, wollen sie ihre kleine Aufstiegschance wahren. St. Pauli muss gewinnen, will man nicht jetzt schon vorentscheidenden Rückstand auf die zuletzt konstant punktenden Konkurrenten aus Aalen und München ansammeln. Angesichts des Restprogramms wären mögliche drei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz nach diesem Spieltag ein ziemlich großes Desaster. Nimmt man die sportliche Bedeutung der Partie, darf man eine Partie mit vielen Zweikämpfen erwarten. Wenn RB Leipzig dabei den Kopf oben behält und die eigenen Offensivbemühungen klar und mit einer gewissen Dynamik ausspielt, kann man St. Pauli empfindlich treffen. Spielt man ohne Geschwindigkeit wie lange gegen Darmstadt, wird man damit die Gastgeber stark machen und sich selbst ein ganz schweres Spiel organisieren.

[Wer das Spiel von RB Leipzig beim FC St. Pauli nicht vor Ort verfolgen kann und am 03.05.2015, ab 13.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. FC St. Pauli

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Pressekonferenz drei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig beim FC St. Pauli. Mit Achim Beierlorzer, Ralf Rangnick und Marvin Compper. Ab 15.30 Uhr.

15.17

Weiter geht es im sportlichen Text. Das Spiel beim FC St. Pauli steht an. Das erste ausverkaufte Ligaspiel der Saison. Für beide Teams geht es schon um fast alles. Crunchtime.

15.22

Eigentlich gibt es vor dem Spiel gar nicht viel Redebedarf. RB Leipzig muss gewinnen und viel mehr muss man auch nicht wissen. Vermutlich wird die heutige Pressekonferenz entsprechend wenig erkenntnisreich. Man wird ein wenig Optimismus verbreiten, die Chance, die man noch hat, betonen, den Gegner loben und ansonsten allerlei Fußballbanalitäten von sich geben. Aber ich lass mich gern eines besseren belehren.

15.24

Ralf Rangnick begleitet Coach Beierlorzer und Marvin Compper heute auch wieder. Wird aber auch keinen tieferen Anlass wie die Bekanntgabe einer Spielerverpflichtung bspw. haben.

15.27

2.000 Anhänger fahren mit RB Leipzig nach Hamburg. Durchaus erstaunlich wie der FC St. Pauli bei eigentlich allen Zweitligateams als interessantes Auswärtsziel funktioniert. Das Kultclub-Image, das dem Verein angeheftet wurde, funktioniert diesbezüglich ziemlich gut.

15.29

Sei es wie es sei. Gleich geht es hier los. Der Pressetisch füllt sich langsam. Die Protagonisten kommen auch gleich.

15.37

Marvin Compper zu Darmstadt: “Das Ergebnis war hervorragend. Habe mit so einem Torwart-Tor in letzter Sekunde auch noch kein Spiel gewonnen. Die Reaktionen nach dem Tor waren großartig. Gut, dass der Schiedsrichter dann gleich abgepfiffen hat. Konnten dann ausgiebig feiern. Hatten genug Zeit, uns auf St. Pauli vorzubereiten. Schweres Spiel. Müssen unser Spiel durchdrücken. Die stehen mit dem Rücken zur Wand und müssen gewinnen und wir wollen unsere letzte theoretische Chance wahren.”

Ob er in Hamburg wieder von Beginn an aufläuft, weiß Compper nicht, hofft es aber. Er habe sich mit guter Leistung gegen Darmstadt aufgedrängt.

Der Rückstand nach oben sei groß. Die Mannschaften oben “müssten einbrechen”. “Was wir tun können, ist alle vier Spiele zu gewinnen.” Man müsse die Entwicklung der letzten Wochen mitnehmen.

Sieg gegen Darmstadt habe “nur die theoretische Chance erhalten. Jedes Spiel ist ein ‘must win’-Spiel.”

Stimmung auf St. Pauli sei “heiß”. “Aber wir sind Profis und haben uns auch in Kaiserslautern schon gut geschlagen. Sind für so etwas gerüstet.”

“Haben zuletzt dreimal 2:1 gewonnen. Das ist ein Schritt nach vorn gegenüber früher, als wir zu viele Unentschieden hatten. Der Siegeswille muss in unsere DNA rein, auch wenn es mal nicht so läuft.”

15.44

Achim Beierlorzer: Kadertechnisch sieht es gut aus. Man könne auch mal individuell steuern, sodass Damari heute mal etwas rausgenommen wurde. “Momentan ist es super.” Sebastian Heidinger fehlt definitiv. Dominik Kaiser gesperrt. Terrence Boyd langzeitverletzt. Ansonsten alles dabei.

“St. Pauli nicht nach dem Tabellenplatz beurteilen. Schweres Spiel in dem Stadion mit den Fans. Müssen größten Respekt haben und dürfen den Gegner nicht unterschätzen. Müssen so auftreten wie in Kaiserslautern mit breiter Brust und Aggressivität gegen den Ball. Mannschaft ist fokussiert. Wird ein Endspiel.”

Ralf Rangnick: “Wenn wir noch die kleine Chance nutzen wollen, müssen wir voll punkten. Und selbst dann sind wir darauf angewiesen, dass andere Federn lassen. Können nur unseren Teil beitragen und dafür müssen wir mit einem Sieg aus Hamburg zurückkehren. Im Training ein deutlicher Schritt im spielerischen Bereich zu erkennen.” Hat auf St. Pauli schon mit drei verschiedenen Vereinen gewonnen. Mannschaft sei fokussiert und habe trotzdem “spielerische Leichtigkeit”.

Beierlorzer: Emil Forsberg wird Kaiser wohl 1:1 ersetzen, daneben sollte Kimmich auflaufen.

Beierlorzer: “Wichtig, dass wir einen breiten und dichten Kader haben. Nicht leicht für Compper sich hintenanzustellen. Jetzt hat sich das Blatt gewendet. Wüsste nicht, warum ich hinten was ändern sollte.”

Beierlorzer: Sollte die Mannschaft gewinnen, könnte sie sich damit einen abendlichen Partyausflug durch Hamburg verdienen.

15.57

Achim Beierlorzer: “Daniel Frahn ist ein Spieler unseres Kaders und ist immer eine Option, wenn ich offensiv wechseln möchte. Alles Endspiele und sollte sich die Situation ergeben, ist es denkbar auch Daniel Frahn am Ende zu bringen.”

Ralf Rangnick: Will nicht sagen, ob Darmstadt oder Karlsruhe der Hauptkonkurrent ist. “Müssen dafür sorgen, dass wir unsere Spiele gewinnen. Nutzt noch nichts darüber nachzudenken, wie wir in zwei Wochen in Ingolstadt spielen und ob es dann für sie um noch was geht. Die nächste Aufgabe lautet St. Pauli. Sowohl Karlsruhe und Darmstadt müssen Federn lassen.” Hält es für unwahrscheinlich, dass Braunschweig noch vier Spiele gewinnt und das Torverhältnis auf RB Leipzig aufholt.

Achim Beierlorzer: Lacht über die Frage, ob Coltorti auch künftig bei Unentschieden eine Sturmoption ist. Wenn die Situation so sei, werde man wieder darauf zurückgreifen. “Situativ.”

Ralf Rangnick: “Glaube nicht, dass die, die vor uns stehen, ernsthaft darauf schauen, was wir machen. Die haben auch noch ein paar direkte Duelle. Bis vor dem Spiel gegen Darmstadt lagen unsere Chancen bei 10%, jetzt bei 20%. Höher würde ich das nicht taxieren. Am Ende zählt die Tabelle nach dem 34.Spieltag.”

Achim Beierlorzer: Morgen und Samstag früh noch mal Training, danach fährt man nach Hamburg. Man werde sich im Training auf verschieden Möglichkeiten, wie St. Pauli auftritt, vorbereiten.

Ralf Rangnick: “Wenn es so weit ist, werden wir den neuen Trainer vermelden.” Man wolle nicht unbedingt bis zum Saisonende oder bis feststeht, in welche Liga es geht, warten. Die Entscheidung stehe aktuell noch nicht fest. “Deswegen müssen sie sich gedulden. Für uns spannender, was im Spiel beim FC St. Pauli passiert.”

Achim Beierlorzer: “Nach unserem Spiel schauen wir natürlich sofort auf das Ergebnis vom Aue-Karlsruhe-Spiel. Jetzt zählt aber nur St. Pauli. Arbeiten an diesem Spiel und wollen das unbedingt gewinnen. Wenn Aue gewinnt, dann freuen wir uns hinterher. Wenn wir auch gewonnen haben.”

Ralf Rangnick: Chancen von Beierlorzer auf den Cheftrainerposten über die Saison hinaus seien “nicht gesunken”. Es gehe um die Entwicklung der Mannschaft. “Die ist jetzt schon sichtbar. Nicht nur in Ergebnissen, sondern auch im Auftreten.” “Wenn wir nicht aufsteigen, ist trotzdem die Entwicklung wichtig.” “Spielerisches und technisches Niveau höher als ich es diese Saison bei uns im Training schon gesehen habe.”

Achim Beierlorzer: “Haben am Anfang relativ schnell mitbekommen, dass die Mannschaft ihre Stärken im Flachpass haben. Das üben wir im Trainig entsprechend ganz viel. Viele Trainingsformen, in denen die Jungs keinen hohen Ball spielen dürfen. Mannschaft ist im Training 100% da und verbessert sich durch die vielen, vielen Spielformen. Ist ein Prozess, der mit der Zeit läuft.”

16.01

Das war es dann von hier. Die Antworten im erwartbaren Rahmen. Aufstiegshoffnungen, Respekt vor St. Pauli, keine klare Ansage in Bezug auf die Trainerfrage. Ob die Entscheidung in Bezug auf den Coach tatsächlich noch offen oder intern schon entschieden ist, darüber ließe sich nun trefflich streiten.

Muss man sich ja aber auch nicht drüber den Kopf zerbrechen. Das Erste-Mai-Wochenende steht vor Tür und das kann man ja auch anders und besser verbringen. In diesem Sinne viel Spaß mit dem verlängerten Wochenende und viel Spaß mit dem Spiel beim FC St. Pauli. Gehabt euch wohl allerseits.

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