Was von Spieltag 30 bleibt

Spieltag 30 der zweiten Liga wird natürlich immer mit dem verrückten Siegtreffer von Keeper Fabio Coltorti für RB Leipzig im Spiel gegen Darmstadt in Verbindung stehen. Auch wenn er noch keinerlei entscheidenden Charakter im Hinblick auf die Abschlusstabelle hatte.

Verlierer an der Tabellenspitze ist wegen der Niederlage der SV Darmstadt, da alle direkten Konkurrenten (wenn man mal den überlegenen Spitzenreiter Ingolstadt außen vor lässt) gewannen. Mal sehen, ob die Art und Weise der Niederlage in Leipzig mit dem Gegentreffer in der 93. Minute Wirkung bei den Hessen hinterlässt.

Generell ist schwerlich auszumachen, auf wessen Seite nun eigentlich das Momentum liegt im Aufstiegskampf. Kaiserslautern als bestes Rückrundenteam und bestes Team 2015 wäre da sicherlich noch am ehesten zu nennen, auch wenn die Abstände zu den restlichen Teams nicht allzu groß sind.

Negativ zu nennen noch am ehesten Braunschweig, die 2015 in 11 Spielen bisher gerade mal 14 Punkte und damit die wenigsten aller Aufstiegsanwärter holten. Andererseits ist man durch den gestrigen Sieg gegen Aue zusammen mit Leipzig das beste Team der letzten sechs Spiele.

Allerdings liegen in dieser Formtabelle zwischen Braunschweig und Leipzig ganz vorn und Ingolstadt auf Platz fünf auch nur zwei Punkte. Kaiserslautern und Karlsruhe liegen noch dazwischen, während Darmstadt als einziges Spitzenteam ein Stück abfällt. Fünf Punkte haben die Lilien in den letzten sechs Spielen auf Leipzig und Braunschweig verloren.

Wenn man diesen Gleichklang an der Spitze in den letzten Wochen als Maßstab nimmt, dann sind die Plätze an der Sonne quasi schon verteilt. Wobei faktisch wohl nur klar ist, dass Ingolstadt nicht mehr aus dem Toptrio herausrutscht und Darmstadt, Leipzig und Braunschweig nicht mehr Meister werden. Alles andere ist noch möglich, selbst wenn verschiedene Varianten (wie Braunschweig oder Leipzig noch auf Platz 2) extrem unwahrscheinlich sind.

Von Platz 7 bis Platz 13 geht es in der Liga um nicht mehr so richtig viel außer ein paar Euros plus bzw. minus aus der Fernsehvermarktung. Vermutlich wird man schon bald in den Spielen merken, dass es für das eine oder andere Team keine sportlichen Ziele mehr gibt.

Pessimisten würden sicherlich den VfL Bochum mit in den Abstiegskampf schreiben, aber praktisch ist es kaum möglich, dass gleich drei Teams noch am VfL vorbeiziehen und in vier Spielen bis zu sieben Punkte aufholen.

Zumal der letzte Spieltag im Abstiegskampf mal wieder eher ein Schneckenrennen war und sich 1860 und Aalen mit Unentschieden jeweils als Gewinner des Spieltags feiern konnten. Aalen ist von den Abstiegskandidaten das derzeit heißeste Team und holte aus den letzten sechs Spielen zehn Punkte.

Womit man sogar die zwei Punkte Abzug durch die DFL wegen Lizenzverstößen schon wieder ausgleicht. Bedenkt man, dass Aalen in den letzten Wochen noch Pech hatte mit ein, zwei Schiedsrichterentscheidungen (wie beim Elfmeter kurz vor Schluss bei Union Berlin), dann hat der VfR einen ganz schönen Lauf.

Das Gegenteil eines Laufs beobachtet man in Fürth, die weiter nur deswegen nicht auf einem Abstiegsplatz stehen, weil man sich in der Hinrunde ein kleines Polster zugelegt hat und weil die Abstiegskonkurrenz auch nicht gerade am Fließband punktet. Dass man am Ende der Saison vermutlich mit 34 bis 35 Punkten direkt in der Liga bleibt, spricht jedenfalls dafür, dass am Tabellenende niemand das ganz große sportliche Rad schwingt.

Prototypisch für Fürth in der Rückrunde auch die Partie in Karlsruhe. Obwohl sie mit dem schönen Führungstreffer durch Marco Rapp einen ziemlich untypischen Beginn hatten. Aber im Spielverlauf waren sie dann wieder echt Fürth und verhalfen Karlsruhe durch zwei Patzer durch Benedikt Röcker zum Sieg.

Gleich zweimal verschätzte sich der lang gewachsene Röcker beim Kopfballspiel so, dass der Ball hinter ihm Rouwen Hennings auf den Fuß fiel, der sich bedankte und einnetzte. Der Rest war typisch Fürth, also meist sehr, sehr schwach und planlos. Und abstiegswürdig. Die bessere Ausgangsposition als die Konkurrenz hat man aber weiterhin.

Rouwen Hennings ist derweil der Vorzeigestürmer der Stunde. 15 Tore in wegen Verletzung zu Saisonbeginn gerade mal 23 Spielen. Alle 116 Minuten schlägt bei Hennings ein Ball im gegnerischen Kasten ein. Von allen Topstürmern ist dies der beste Wert.

44 der insgesamt 52 Punkte holte der KSC in den 23 Spielen, in denen Hennings mitspielte. 1,91 Punkte holte man also mit Hennings im Schnitt. Ohne Hennings stehen gerade mal 1,14 Punkte pro Spiel. Die einfache Rechnung könnte heißen: spielt und trifft Hennings weiter, steigt Karlsruhe auf (bzw. holt sich zumindest den Relegationsplatz). Aktuelle Stolperfalle: Hennings steht momentan bei vier gelben Karten.

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Kleine Tabellenspielerei. Für alle Teams in der ersten Spalte eine Art subjektives Ranking, welcher Rang den aktuellen Fähigkeiten der jeweiligen Mannschaft entspricht. In den anderen Spalten in der Reihenfolge: aktuelle Punktzahl, Punktzahl nach der Winterpause, Punktzahl in den letzten sechs Spielen, Punkte in der Rückrunde. Aalen ist mit den sportlich errungenen Punkten verzeichnet. Abgezogen werden müssen davon noch die zwei Punkte resultierend aus der DFL-Strafe wegen Lizenzverstößen.

SubjektivGesamtn WPletzte 6RR
Ingolstadt159191123
Kaiserslautern254221226
Leipzig347181320
Braunschweig447141320
Karlsruhe552191222
Darmstadt65017821
Berlin73814717
Nürnberg83811415
Düsseldorf94110513
Sandhausen103717617
Aalen1130131014
München123013815
Frankfurt133615418
Heidenheim143813713
Bochum153512614
Aue162814715
St. Pauli172812715
Fürth18318310

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