Was von Spieltag 28 bleibt

Der 28.Spieltag war vor allem wie gemalt für den Tabellenführer aus Ingolstadt. Der kämpfte sich zu einem 1:0-Sieg in Heidenheim und profitierte von Unentschieden der direkten Verfolger aus Kaiserslautern und Darmstadt. Sodass man nun fünf, sechs bzw. sieben Punkte Vorsprung auf die folgenden Konkurrenten hat. Von denen noch zwei an Ingolstadt vorbeiziehen müssten, um den Bayern den direkten Aufstieg zu verderben.

Bei sechs ausstehenden Spielen wird dies für die Konkurrenz eine schwere Aufgabe. Zudem haben Braunschweig und Leipzig bei 11 bzw. 12 Punkten Rückstand praktisch keine Chance mehr, bei nur noch 18 zu vergebenen Punkten, den Rückstand auf den Tabellenführer wettzumachen. Sogar rein mathematisch kann Ingolstadt nur noch von den Teams auf den Plätzen 2 bis 7 eingeholt werden.

Auch rechnerisch nicht mehr absteigen können derweil die Teams auf den Plätzen 1 bis 5. RB Leipzig braucht hierfür als Sechster noch einen Punkt. Das ist natürlich alles nur rein theoretisch. Praktisch hat sich das Abstiegskampfquartett am Tabellenende weiter manifestiert, da die vier Teams an diesem Spieltag zusammen nur einen Punkt und ein Tor verbuchten. Sieht aktuell so aus als gäbe es ein Schneckenrennen gegen den Abstieg und vermutlich reichen am Ende 35 Punkte locker für den Klassenerhalt

Das ist dann gleichzeitig die Chance für Greuther Fürth. Die sind zwar das schlechteste Team der Liga seit der Winterpause, haben aber weiter im Raum zwischen Abstiegskampfzone und Mittelfeld der Tabelle fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Ein, zwei Siege noch aus den letzten sechs Spielen und man ist durch. Wobei man bei vier Punkten (vier Unentschieden) aus den letzten sieben Spielen auch berechtigterweise fragen kann, wo die Siege denn herkommen sollen. Man kann sich inzwischen sehr glücklich schätzen, dass man am 21. Spieltag beim FC St. Pauli die drei Punkte mitgenommen hat, sonst sähe es sehr düster aus.

Düster sieht es irgendwie auch in Nürnberg aus, die in den letzten sechs Spielen punktemäßig das schlechteste Team der Liga waren und auf Platz 12 vor sich hindümpeln. Angesichts der guten bis sehr guten Auftritte zum Beispiel gegen Bochum oder in Leipzig eine merkwürdige und katastrophale Bilanz. Für Sportvorstand Martin Bader hat das Abrutschen zu einer grauen Maus in der zweiten Liga aber weiterhin (noch) keine Konsequenzen, denn der Aufsichtsrat des Vereins hält nach wie vor an ihm fest. Auch erstaunlich angesichts des nun seit Wochen andauernden Rumorens um sportliche Entscheidungskompetenzen im Verein zwischen Trainer, Sportvorstand, Scouting und Leiter der Fußballabteilung.

Geärgert wurde sich in der zweiten Liga mal wieder über Elfmeterpfiffe bzw. über deren Ausbleiben. Besonders lautstark wurde der Ärger in Ingolstadt und Braunschweig artikuliert. Berechtigt war der Ärger aber vor allem beim VfR Aalen, denen ein nicht gerechtfertigter Pfiff kurz vor Schluss noch die verdienten drei Punkte (bzw. zwei davon) kostete. Die Emotionen sind angesichts des Abstiegskampfes und einer vielleicht mitentscheidenden Fehlentscheidung verständlich.

Aber es ist halt mit Schiedsrichterentscheidungen wie es ist. Sie werden nach bestem Wissen und Gewissen und aus den Möglichkeiten, die die eigene Sicht auf die Situation hergeben getroffen. Und solange die Unparteiischen die Götter in Schwarz sind, denen mit technischen Hilfsmitteln nicht unter die Arme gegriffen werden darf, solange muss man sich damit abfinden, dass sie mit ihren Entscheidungen auch mal danebenliegen.

Geärgert hat man sich auch in Kaiserslautern, dass man kurz vor Schluss in Düsseldorf noch einen Elfmeterpfiff gegen sich bekam. Den zumindest die Pfälzer als umstrittenen Pfiff ansahen. Auch sie verpassten wie Aalen dadurch einen Big Point im Kampf um die perfekte Platzierung in der Abschlusstabelle. Mit einem Sieg, der aber nach überschaubaren 90 Minuten auch nicht verdient gewesen wäre, hätte das beste Rückrundenteam die eigene Position auf dem direkten Aufstiegsplatz 2 zementiert und sich neben Ingolstadt noch stärker zum Topfavoriten auf den Aufstieg gemacht.

So bleibt es zwischen Kaiserslautern, Darmstadt und Karlsruhe ganz eng im Kampf um die Plätze zwei und drei. Und selbst Braunschweig und Leipzig träumen dahinter noch von der Aufholjagd. Nur Düsseldorf kann man nun wohl final von der Liste der möglichen Aufstiegsaspiranten streichen.

Erstaunlich derweil, dass RB Leipzig das aktuell heißeste Team der Liga ist. 13 Punkte aus den letzten sechs Spielen sind mehr als alle anderen Teams holten. Angesichts der überschaubaren Auftritte in Heidenheim und Karlsruhe und gegen Nürnberg eine ganz schön verrückte Bilanz. Oder anders gesagt: neun von den 13 Punkten waren absolut verdient. Den Rest hat man sich durch eine Mischung aus viel Glück, etwas Geschick und einer Portion individueller Klasse dazugegaunert. Tut natürlich immer gut, wenn du dir auch aus schlechten Spielen ein paar Pünktchen dazuholst..

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Kleine Tabellenspielerei. Für alle Teams in der ersten Spalte eine Art subjektives Ranking, welcher Rang den aktuellen Fähigkeiten der jeweiligen Mannschaft entspricht. In den anderen Spalten in der Reihenfolge: aktuelle Punktzahl, Punktzahl nach der Winterpause, Punktzahl in den letzten sechs Spielen, Punkte in der Rückrunde. Aalen ist mit den  sportlich errungenen Punkten verzeichnet. Abgezogen werden müssen davon noch die zwei Punkte resultierend aus der DFL-Strafe wegen Lizenzverstößen.

SubjektivGesamtn WPletzte 6RR
Ingolstadt155151119
Karlsruhe248151018
Kaiserslautern350181222
Darmstadt449161120
Braunschweig544111017
Leipzig643141316
Sandhausen736161116
Berlin83612615
Bochum93512814
Frankfurt103514517
Düsseldorf11409812
Nürnberg12358212
Aalen13269710
Heidenheim1434969
St. Pauli15259812
Aue162511512
München17269511
Fürth1830739

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