2.Bundesliga: RB Leipzig vs. 1.FC Nürnberg 2:1

16:8 Torschüsse, 8:3 Ecken, dazu die deutlich höhere Anzahl an Sprints und eine leicht stärkere Laufleistung. Von den Daten und von ihrem Auftreten her sprach zwischen RB Leipzig und dem 1.FC Nürnberg alles für die Gäste. Insbesondere in der ersten Hälfte und dort insbesondere in der ersten Viertelstunde dominierten die Franken die Partie nach Belieben. Da man allerdings das Toreschießen vergaß, verlor man am Ende trotz des großen Aufwands mehr als unglücklich mit 1:2, weil sich die RasenBallsportler deutlich effektiver im Torabschluss zeigten.

Ins Spiel gegangen war RB Leipzig mit Georg Teigl als Rechtsverteidiger für den gesperrten Diego Demme, der zuletzt von Teigl übernommen hatte. Zudem ersetzte Yordy Reyna den verletzten Omer Damari und kam so zu seinem ersten Startelfeinsatz, in dem er sich über 90 Minuten sehr engagiert zeigte.

Auf dem Platz begann der Gast aus Nürnberg so, wie er auch schon vor zwei Wochen gegen Bochum begonnen hatte. Mit aggressivem Pressing setzte man RB Leipzig unter Druck, die davon 10 Minuten lang komplett überfordert waren. Dass man in dieser Zeit, in der Nürnberg fünfmal aufs Tor schoss ohne Gegentreffer blieb, war einerseits der Abschlussschwäche der Nürnberger geschuldet und RB-Keeper Fabio Coltorti zu verdanken. Der rettete zweimal gegen Burgstaller und einmal gegen Stark und guckte einen weiteren Stark-Schuss am Kasten vorbei.

Nürnberg in dieser Phase ballsicher, physisch präsenter, wach und zielstrebig. Ganz im Stile einer Topmannschaft fielen sie über RB Leipzig her, blieben aber ohne Tor. Dieses Spiel setzte sich in der Folge weiter fort, allerdings mit abnehmender Genauigkeit im Angriffsdrittel, sodass die Einschläge Richtung Coltorti-Tor seltener wurden. Das überlegene Team blieb Nürnberg trotzdem, sodass die Führung, die nach einer knapper halben Stunde fiel, mehr als in Ordnung ging. Auch wenn aberwitzigerweise ein Standard (zudem ein Freistoß, den man sicherlich nicht mal hätte pfeifen müssen) her musste, um den Bann zu brechen. Einer der Besten auf dem Platz, die Freiburger Leihgabe Sebastian Kerk hatte von rechts mit links eine Flanke Richtung Tor geschlagen, in die Guido Burgstaller gedankenschneller als Rodnei mit dem Kopf hineinspritzte.

Mit der Führung im Rücken ließ der Druck, den Nürnberg im 4-1-4-1 mit einem zentralen Sechser Polak und einem im Offensivpressing immer wieder nach vorn in eine Sturmposition herausrückenden Zehner Niklas Stark etwas nach. Freilich ohne dass dies etwas daran änderte, dass die Gäste die Spielkontrolle hatten. Trotzdem kam RB Leipzig nun etwas besser in die Partie und erarbeitete sich in den letzten 10 Minuten vor der Pause sogar die ersten (!) zwei Torschüsse der ersten Halbzeit. Reyna hatte nach Hacken-Vorlage von Poulsen die beste Chance, aber sein Schuss aus 10 Metern wurde abgeblockt. Ein Teigl-Schuss aus handgeschätzt 40 Metern war der zweite. Bezeichnend für die Offensivbemühungen der ersten Halbzeit.

Generell stimmte im RB-Spiel in der ersten Halbzeit fast nichts. Nürnberg konnte sich immer wieder in den Rücken der RB-Abwehr kombinieren. Begünstigt wurden sie dabei von vielen, vielen Ballverlusten im Aufbau bei RB Leipzig, die mit dem präsenten Pressing der Nürnberger gar nicht zurecht kamen und entweder mit flachen Pässen in den Gästebeinen hängen blieben oder lange Bälle auf die vom Rest der Welt abschnittenen Stürmer spielten, die von der Club-Verteidigung komplett abgemeldet wurden (wobei man sich natürlich auch die Frage stellen kann, inwieweit es Sinn macht, den Kopf der überschaubar groß gewachsenen Reyna mit langen Bällen zu suchen).

Auffällig jedenfalls die komplett fehlende Bindung zwischen Stürmern und Mittelfeld. Hier machte sich das Fehlen eines Omer Damari bemerkbar, der als ballsicherer und sich immer wieder fallen lassender Stürmer auch die Zwischenräume besetzen kann und so dafür sorgt, dass Mitspieler nachrücken und eingesetzt werden können. Gegen Nürnberg fehlte dieses Element komplett, auch weil ein Emil Forsberg oft sehr tief agierte, sodass alle teilweise planlos nach vorn geschlagenen Bälle sofort in Form von Angriffswellen wieder zurückkamen. Ein Jammerspiel aus RB-Sicht.

Einmal mehr unüberwindlich - Fabio Coltorti bei einer seiner letzten Rettungstaten gegen Peniel Mlapa | GEPA Pictures - Roger Petzsche

Ein Jammerspiel, das Anthony Jung fünf Minuten vor der Pause den Platz im Team kostete. Derjenige, der am Ende die beste Zweikampfbilanz aller RB-Spieler aufweisen sollte, hatte sich in der Vorwärtsbewegung, die er immer wieder suchte, auch in der eigenen Hälfte ein paar unschöne Fehlpässe geleistet. Damit hob er sich zwar nicht sonderlich stark vom Rest ab, es reichte allerdings für Coach Beierlorzer, um zur eher harschen Maßnahme eines Vorpausenwechsels zu greifen. Und ihn durch Marvin Compper zu ersetzen, dem er ein größeres Maß an Stabilität und mehr Kopfballstärke zutraute. Insgesamt ein erstaunlicher Wechsel, denn schon in den fünf Minuten bis zur Pause (und auch danach) zeigte sich bei Compper im Stellungsspiel, dass er kein eingespielter Außenverteidiger ist. Wenn überhaupt mehr Stabilität durch diesen Wechsel entstand, dann dadurch, dass Compper einfach im Offenisvspiel kaum mehr stattfand, an dem Jung noch teilzunehmen versucht hatte.

Da war der Wechsel, den Beierlorzer in der Pause vornahm schon zielführender und für das Spiel entscheidender. Tim Sebastian für Stefan Hierländer in die Partie zu nehmen, brachte ein viel größeres Maß an Stabilität in die Innenverteidigung. Denn dort wirkte Lukas Klostermann vor der Pause einige Male überfordert, weil ihm gerade im Passspiel die Nerven zu flattern schienen. Ihn auf die Rechtsverteidigerposition zu schieben, bedeutete ihn aus der Innenverteidigungsschusslinie zu nehmen und seine Stärken in der Vorwärtsbewegung zu betonen. Zusammen mit dem nach vorn auf die Hierländer-Position rückenden Teigl bildete er in der zweiten Halbzeit ein in Sachen Dynamik und Offensivkraft sehr ansehnliches Pärchen, das in der Form durchaus Zukunft haben könnte (wenn man so ein Wort wie Zukunft in der aktuellen Phase der Teamentwicklung in den Mund nehmen will).

Dass diese Umstellung schon nach nicht einmal einer Minute nach der Pause zum Erfolg führt, war dann aber wohl doch eher glückliche Fügung. Und auch wiederum nicht, denn Klostermann und Teigl verteidigen nach vorn als Nürnberg den Ball nach einer Abwehraktion im Strafraum rausspielt und setzen so Kerk unter Druck, der prompt 10 Meter in der eigenen Hälfte den Ball verliert. In die entstehende Unordnung hinein kombinieren sich Kimmich und Klostermann rechts durch. Klostermann zieht unwiderstehlich an Kerk vorbei nach innen und bedient Reyna, der zu seinem ersten Saisontor einnetzt. Gäbe es so eine Kategorie wie unverdient im Fußball, dann würde dieses Tor in diese hineinfallen, denn zum Spielverlauf passte der Treffer gar nicht.

Dass die Partie nicht nach 47 Minuten schon gedreht war, dafür sorgte der eingewechselte Gäste-Keeper Patrick Rakovsky. Nachdem er den ersten Torschuss nur aus dem Netz holen konnte, hielt er keine 60 Sekunden später seinen Kasten mit einer Fußabwehr sauber. Emil Forsberg war von Reyna prima freigespielt worden, brachte den Ball aus fünf Metern freistehend aber nicht an Rakovsky vorbei. Forsberg bleibt eine etwas unglückliche Figur bei RB Leipzig. Er ist immer engagiert und ein enorm belebender Faktor für das Offensivspiel, im Torabschluss fehlt aber bisher noch komplett die Effektivität, sodass in der Torbilanz weiterhin die Null steht.

Trotzdem spielte Forsberg eine entscheidende Rolle dabei, dass RB Leipzig in der zweiten Halbzeit wesentlich besser im Spiel war als in der ersten Halbzeit. Denn Beierlorzer hatte in der Halbzeit nicht nur Spieler, sondern auch das System gewechselt und auf ein 4-2-3-1 umgestellt, in dem Forsberg auf die Zehn und Reyna links neben ihm und Teigl rechts neben spielten. Wodurch man nun zumindest in dem Zwischenraum zwischen Mittelfeld und Sturm präsent war und entsprechend in diesen Zwischenräumen, die ja auch die Zwischenräume zwischen gegnerischer Verteidigung und gegnerischem Mittelfeld sind, Bälle sichern und daraus wieder Offensivgefahr entwickeln konnte. Mit den spiel- und zweikampfstarken Kimmich und Kaiser auf der Doppelsechs dahinter ergab das von der Spielsystematik angesichts des Damari-Fehlens ein durchaus vernünftiges Bild ab, wenn auch weiterhin nicht alles klappte.

Aber man agierte nun mit einem Forsberg, der nicht wie in der ersten Halbzeit mit Querläufen an der Mittellinie verschenkt war, stärker auf Augenhöhe mit den Nürnbergern, sodass es sich phasenweise wie ein richtiges Fußballspiel anfühlte und ein offener Schlagabtausch entstand. Gefährlicher dabei aber weiter die Gäste. Petrak völlig freistehend aus 11 Metern halbrechts links am Pfosten vorbei, Kerk zentral aus 10 Metern an den Pfosten (noch abgefälscht durch Coltorti-Reflex), Schöpf aus sieben Metern übers Tor. Die Chancen wieder in Führung zu gehen waren in ausreichendem Maße da, während auf der anderen Seite an direkter Torgefahr nur ein Forsberg-Schuss aus sehr spitzem Winkel stand.

Doch das Tor machte wieder RB Leipzig. In Erinnerung an viele gute Tage in Regionalliga und dritter Liga rückte sich Mittelfeldmann Dominik Kaiser wieder mal mit einem entscheidenden Tor in den Mittelpunkt (mit fünf Treffern ist er sowieso mit Abstand der treffsicherste aller RB-Mittelfeldspieler und der zweitbeste RB-Torschütze überhaupt). Eine Teigl-Flanke wird von der Nürnberger Verteidigung in die Mitte herausgeköpft, wo Kaiser aus dem Hintergrund heranrauscht und den Ball humorlos, aber auch mit Unterstützung von Rakovsky in der linken Ecke versenkt. Und in einem Spiel, in dem der Gast insgesamt locker acht Großchancen verbucht, steht es plötzlich 2:1 für die Gastgeber und im weiten Rund schauen sich bis auf die Gäste alle freudestrahlend an und fragen sich, wie es dazu eigentlich kam.

Den Rest des Spiels zeigte dann Nürnberg sein zweites Problem dieser Saison neben der Chancenverwertung. Nämlich die eher unausgeprägten Fähigkeiten, im Spiel mit dem Ball Torgefahr zu produzieren. Zwei Probleme, die ihnen eine bessere Position in der Tabelle oder gar ein Eingreifen in den Aufstiegskampf verbaut haben. Sodass das Spiel mit defensiv nun stabilen Gastgebern in der Schlussviertelstunde ohne große Aufregung auf beiden Seiten zu Ende geht. Rakovsky schaltet sich als Keeper bei einem Standard noch mal ins Nürnberger Offensivspiel ein. Reyna schlägt daraus fast Kapital, wird aber von Pinola zu weit nach außen vom leeren Tor abgedrängt und dann gefoult. Und dann ist Schluss.

Am Ende stehen 16:8 Torschüsse für Nürnberg zu Buche. Vor der Pause sind es gar 9:2 für die Gäste, nach der Pause ergibt sich mit 7:6 Torschüssen ein ausgeglichenes Bild. 5 Torschüsse der Nürnberger vor der Pause gehen auch auf den Kasten von Coltorti und nicht vorbei. Null im selben Zeitraum die Bilanz bei RB Leipzig. Nach der Pause dreht sich die Bilanz der Schüsse, die auch auf den Kasten gehen auf ein 4:1 für RB Leipzig. Wobei über 90 Minuten gesehen die Verteilung der Großchancen ungefähr 8:2 oder 8:3 (wenn man Kaisers Großchance mitzählt)  für Nürnberg lauten dürfte.

Fazit: Ein Spiel, das die Gäste durch mangelhafte Chancenverwertung mehr oder weniger selbst weggeschmissen haben. In der ersten Halbzeit war ihr Auftritt in so ziemlich allen Belangen außer dem Torschuss eine Klasse besser als der Auftritt der RasenBallsportler. Nach der Pause ließ bei den Gästen die Agressivität im Pressing und die Präsenz ein wenig nach, sodass die Partie ausgeglichener hin und her wogte. Tore erzielte nach der Pause trotz weiterer Großchancen der Gäste allerdings nur noch RB Leipzig, sodass die Gastgeber am Ende mit einem glücklichen 2:1-Sieg in einen glücklichen Osterrest gehen konnte. „Das ist Fußball“, ließ Gäste-Coach René Weiler nach der Partie leicht konsterniert verlauten. So ist es wohl.

Randbemerkung 1: Einiges an Aufladung rund um die Partie. Mit Gästeanhänger, die sinngemäß mit ihrer Anreise mal zeigen wollten, wie das mit der echten Fußballfankultur geht. Außerdem wollten einige von ihnen schon am Tag vor dem Spiel ein Zeichen setzen und plakatierten in Leipziger Stadionnähe großflächig unter dem Titel „Ohne Bullenbrause an die Decke gehen“. Plus irgendwas mit Fadenkreuz-auf-Dose-Symbolik. Quasi als Vor-Ort-Retourkutsche für die Leipziger Stadtmarketing-Kampagne, die in den Städten der nächsten in Leipzig spielenden Gästeteams in den Kinos einen Werbefilm mit RB Leipzig flimmern lässt. Was hierzulande zum Anlass genommen wurde, um in Vertretung der Stadtreinigung die Entfernung der illegalen Plakatiererei zu übernehmen und mehr oder minder lustige Fotos mit abgenommenen bis hin zu brennenden Plakatpappen durchs Netz zu posten. Merkwürdiges Brimborium um so eine Partie zwischen zwei Mittelfeldmannschaften der zweiten Liga.. Ob es den Gästefans nun wirklich gelungen ist, mit ihrem von manch untergürtellinigen Schmähgesang begleiteten Auftritt ein Zeichen zu setzen, was so richtig echte und traditionelle Fankultur kann, soll jeder selbst beurteilen, der dabei war.

Randbemerkung 2: RB Leipzig und der 1.FC Nürnberg fuhren am Ende die zweit- bzw. drittschlechteste Passquote aller bisher spielenden 16 Zweitligisten an diesem Spieltag ein. Was dann ja auch schon ein Indiz ist, in welche Richtung sich die Partie spielkulturell entwickelte. Packend und ein offener Schlagabtausch war es teilweise in der zweiten Halbzeit. Spielerisch hochklassig war es nicht so sehr. Wobei natürlich die Passgenauigkeit auch immer davon abhängt, was der jeweilige Kontrahent eben so zulässt.

Randbemerkung 3: Schöne Randgeschichte die Einwechselung von Henrik Ernst kurz vor Schluss. Der hatte sich am 09.02.2014 beim Auswärtsspiel in Erfurt tief in der Drittligasaison das Kreuzband gerissen und war seitdem verletzt ausgefallen. In den letzten Wochen hatte er in Freundschaftsspielen und U23-Partien schon Minuten und Wettkampfpraxis gesammelt. Nun also sein Comeback bei den Profis nach fast 14 Monaten. Eine unglaublich lange Zeit und für Henrik Ernst sicherlich ein phantastisches Gefühl, diese Leidenszeit mit seinen ersten Zweitligaminuten zu beenden. Fehlt noch Fabian Franke, der nach ähnlicher Leidenszeit zumindest langsam auf den Trainingsplatz zurückkehrt und neben U19-Mann Strauß der einzige Feldspieler aus dem Profikader ist, der in dieser Saison noch nicht bei einem Pflichtspiel von RB Leipzig auf dem Platz stand.

Randbemerkung 4: Sicherlich wie nach jedem Sieg der letzten Zeit auch diese Woche irgendwo die ‚So kann der Aufstieg noch klappen‘-Rechnung. Freuen wir uns drauf. Nicht.

Lichtblicke:

  • Fabio Coltorti: Fels in der Brandung, der RB Leipzig überhaupt erst im Spiel hielt. Insbesondere in der Anfangsviertelstunde fast der Einzige RB-Spieler auf Betriebstemperatur. Aber auch im weiteren Spielverlauf immer sicher, immer auf Höhe des Spiels. Perfekte Leistung, wenn man mal von ein paar mäßig guten Abschlägen aka Spieleröffnungen absieht.
  • Joshua Kimmich: Wie schon zuletzt immer mehr der Kopf im Mittelfeld. Die meisten Ballbesitze aller RB-Spieler, die beste Passquote, die größte Laufstrecke. Joshua Kimmich will den Ball und dem Spiel den Stempel aufdrücken und schafft es auch zunehmend, seinen Ehrgeiz in produktive Bahnen zu lenken. Klasse und Talent hat er sowieso, was man immer dann sieht, wenn er unter Druck doch noch eine Lösung findet oder den Körper zwischen Ball und Gegenspieler stellt und das Foul zieht. Es macht einfach Spaß, dem jungen Mann beim Kicken zuzugucken.
  • Tim Sebastian: Setzen wir ihn mal mit einer Nasenspitze vor Kaiser, Teigl oder Reyna, weil er als Mister Zuverlässig wie schon so oft zuvor als Einwechselspieler sofort zu 100% da war und eine sehr auffällige Partie in der Innenverteidigung spielte. Stabilisierte mit seinem Auftritt die wacklige Defensive und sorgte so auch dafür, dass Fabio Coltorti in der zweiten Hälfte nicht mehr ganz so oft eingreifen musste wie in der ersten Halbzeit.

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Tore: 0:1 Burgstaller (29.), 1:1 Reyna (46.), 2:1 Kaiser (76.)

Aufstellung RB Leipzig: Coltorti – Teigl, Klostermann, Rodnei, Jung (40. Compper) – Hierländer (46. Sebastian), Kaiser, Kimmich, Forsberg (86. Ernst) – Poulsen, Reyna; nicht eingewechselt: Bellot, Strauß, Kalmár, Frahn; nicht im Kader: Franke, Boyd, Khedira, Damari (alle verletzt oder krank), Demme (gesperrt), Dähne, Hoheneder, Heidinger, Rebic

Aufstellung 1.FC Nürnberg: Schäfer (46. Rakovsky) – Celustka (78. Nikci), Petrak, Hovland, Pinola – Polak – Burgstaller, Stark, Schöpf, Kerk – Sylvestr (78. Mlapa)

Schiedsrichter: Sven Jablonski (Auch wenn das Spiel ohne größere Mühe über die Bühne ging, verwunderte man Zweikampfbewertung des Mannes an der Pfeife nicht nur die Spieler. Auch die Linienrichter schienen bei manch Abseitsentscheidung (ohne Zeitlupenwissen) nicht richtig zu liegen. Ausbaufähige Partie des Unparteiischen-Gespanns, das aber ohne groben, spielentscheidenden Fehler blieb.)

Gelbe Karten: – | Stark, Pinola

Zuschauer:  30.479 (davon  4.500 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht [broken Link], FCN-Bericht, Kicker-Bericht, Pressekonferenz-Ticker

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  • Torschüsse: 8 : 16
  • gewonnene Zweikämpfe: 50,8% : 49,2%
  • Ballbesitz: 51,2% : 48,8%
  • Passquote: 63,8% : 64,3%
  • Laufstrecke: 119,9 km : 120,6 km
  • Sprints: 233 : 271
  • Fouls: 14 : 20
  • Ecken: 3 : 8
  • Abseits: 2 : 4
  • Meiste Torschüsse: Teigl, Forsberg, Reyna: je 2 – Burgstaller: 5
  • Meiste Torschussvorlagen: Reyna: 2 – Kerk: 5
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Jung: 71,4% – Pinola: 82,1%
  • Meiste Ballkontakte: Kimmich: 78 – Pinola: 84
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Kimmich: 80,7% – Hovland: 78,4%
  • Größte Laufstrecke: Kimmich: 12,8 km – Kerk: 13,2 km
  • Meiste Sprints: Reyna: 37 – Kerk: 39

Statistiken von bundesliga.de, bild.de

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Saisontorschützen: Poulsen – 9; Kaiser – 5; Teigl, Frahn – je 3; Boyd, Kimmich – je 2; Reyna, Rodnei, Thomalla, Morys, Hoheneder, Holthaus (VfL Bochum/ Eigentor), Verhoek (St. Pauli/ Eigentor) – je 1 Treffer

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Bild: © GEPA pictures/ Roger Petzsche

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7 Gedanken zu „2.Bundesliga: RB Leipzig vs. 1.FC Nürnberg 2:1“

  1. Wie immer eine sehr zutreffende Analyse zum Spiel von Dir.

    Zu den Lichtblicken würde ich einfach mal den Trainer dazu nehmen. Er hat auf das 1:0 bzw das Spiel bis dahin genau richtig reagiert. Einer musste vor der 1.Hz raus, auch um ein Zeichen zu setzen. Das es Jung war lag vielleicht daran, dass er genau vor der Seite von Achim B. spielte. Die weitere Umstellung zur Halbzeit hat mich zwar überrascht, war aber genau richtig (auch wenn er dadurch nur noch einmal reagieren kann)
    Desweiteren auch Lukas K. Mir gefällt seine Entwicklung richtig gut. Zwar einige Fehler gemacht in der 1. Hz, dannach auf die RV, ein Assist damit geliefert und das nach den Länderspielen. Von allen Zugängen in Liga 2, für mich der TOP-Transfer von Ralf R.

    Zu Randbemerkung 3: Ich freue mich auch sehr für Henrik, dass er wieder mit an Bord ist. Mal schauen, ob es für eine mögliche Start-11 mal reicht.

    1. Den Trainer halte ich auch für einen Lichtblick, auch wenn er bei einigen Fans einen schwierigen Stand als Nachfolger von Alexander Zorniger wegen dessen umstrittener Ablösung hat. Er ist zum Einen besonnen und sympathisch in Interviews und gleichzeitig engagiert und reaktionsstark im Spiel. Ich weiß, dass diese Meinung nicht alle teilen, aber nachdem nun Tuchel abgesagt hat, plädiere ich für Achim Beierlorzer auch weiterhin als Trainer.

  2. Unter Lichtblick würde ich definitiv noch Reyna ergänzen. Er war nicht immer effektiv, aber seine Körpersprache und seine zahlreichen Ableger haben die Nürnberger durchaus ein wenig in Wallung gebracht. Erstaunlich auch, dass er trotz seines gefühlten halben Meters weniger Körperlänge trotzdem ab und an die (sinnlosen) langen Bälle auffischen konnte – nur fehlte ihm dann eine Anspielstation.

  3. Beierlorzer als Lichtblick, nur halb. Er hat zwar zur Pause richtig reagiert und umgestellt aber die Aufstellung für die 1. Hz hat er versaut. Warum Rodnei spielt und Sebastian und Compper sitzen draußen ist sein alleiniges Geheimnis und ein Riesenfehler den er dann ja auch glattgebügelt hat.

  4. Beim Trainer bin ich mir gar nicht so sicher. Gut ist, dass er offenbar Anpassungen in der Pause gut hinkriegt. Das ist mir schon mehrfach aufgefallen. Allerdings war die erste Halbzeit am Sonntag eine Katastrophe. Da hat keine Mannschaft auf dem Platz gestanden, sondern nur 11 Einzelkämpfer.
    Ich habe das Gefühl, dass das Mannschaftsgefüge völlig auseinander gerissen ist.
    Heidinger scheint gar keine Chance mehr zu haben. Mit ihm auf der Bank hätte man einen AV-Backup gehabt. Statt dessen saßen da zwei IV. Am Ende standen vier gelernte IV auf dem Feld. OK, Klostermann geht auch noch als AV durch, aber Comper wird sicherlich nicht mehr oft AV spielen.
    Auch verstehe ich nicht, wieso Rodnei spielt wenn Tim Sebastian fit ist. Tim hat auch für mein Verständnis mit seiner Einwechslung unheimliche Ruhe ins Spiel gebracht. Selbst Hoheneder habe ich zuletzt nicht schlechter gesehen als Rodnei, und der war nicht mal im Kader.
    Mindestens interessant fand ich auch, dass Rebic auf der Tribüne und Strauß auf der Bank Platz nehmen durfte…
    Außerdem frage ich mich immer mehr wie man Kimmich ab nächster Saison ersetzen will, sowohl mental, als auch vom spielerischen Können und von der Spielübersicht?

    1. Es war mMn sehr schwer für den Trainer, nach den Länderspielen und diversen Verletzungen die richtige 11 auf den Platz zu schicken. Da standen bei vielen einige Fragezeichen davor und dahinter. Man muss ja auch als Trainer Vertrauen in die Jungs haben die dann spielen. Rodnei hat gegen D’dorf Klasse gespielt und ein Tor gemacht, Tim war verletzt. Ich wollte mit meinem 1. Kommentar nur sagen, daß Achim genau richtig die Lage analysiert und konsequent reagiert hat. Das hat mir manchmal bei AZ gefehlt.

      Das Ante auf der Tribüne und für ihn Strauß auf der Bank Platz nahm, ist für mich keine Überraschung, sondern eher genau richtig. Für mich ist er ein Kimmich-Ersatz, das Zeug dafür hat er, nur brauch er mal jetzt ein paar Minuten Einsatzzeiten bei den ganzen Freundschaftspflichtspielen die noch kommen.

  5. Beierlorzer ist meiner Ansicht nach nur eine Marionette, die bis Ende der Saison auf der Trainerbank sitzt, Pressekonferenzen hält und so vor der Öffentlichkeit verbergen soll, dass Rangick in Wirklichkeit gerade wesentlich Aufgaben des Cheftrainers übernommen hat (Aufstellung und Taktik), wenn auch ebenfalls nur bis zum Saisonende. Auf diese Weise schützt er seine eigene Position als Sportdirektor, denn er könnte es ja verkacken, wonach es im Moment aussieht. Ein anderer Grund könnte sein, dass sich ein neuer Trainer vielleicht befürchten könnte, sein Sportdirektor würde sich ständig in seine Zuständigkeiten einmischen, wenn dieser kurze Zeit zuvor offizieller Trainer der Mannschaft war.

    Aber interessant, dass alle hier diese Geschichte glauben wollen, dass ein U17-Trainer ohne Erwachsenenerfahrung Cheftrainer eines Clubs wird, die zu dem Zeitpunkt noch Ambitionen auf den Aufstieg hatte. So wünscht man sich als Unternehmen seine unkritische Konsumenten: ihr glaubt bestimmt auch an Castingshows von RTL 😀

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