Was von Spieltag 24 bleibt

24 Spieltage sind in der zweiten Liga rum. Das Tabellenbild bleibt vergleichsweise klar. Oben sind vorerst vier Mannschaften weg. Unten auch. Die Wahrscheinlichkeit, dass die finalen Entscheidungen in der Liga in diesen zwei Gruppen ausgespielt werden, ist relativ hoch.

Wobei man gerade in der oberen Tabellenhälfte nicht das Gefühl hat, dass jemand unbedingt in die Bundesliga durchmarschieren will. Ingolstadt (‚Haben nicht den Aufstieg als Ziel, geben unsere Position aber nicht freiwillig her‘) an diesem Spieltag das einzige Team aus der oberen Tabellenhälfte, das überhaupt gewinnen konnte. Alle anderen mussten sich mit Punkteteilungen begnügen oder legten gar Nullnummern ein.

Das Schneckenrennen um den Aufstieg seit der Winterpause führt auch dazu, dass die heißesten Teams der Liga (also die Teams mit den meisten Punkten seit der Winterpause) Frankfurt und Sandhausen sind. Mehr zweite Liga war nie.. Aufsteigen werden beide Teams aber nicht mehr. Selbst wenn sie bis zum Ende der Saison auf dem Niveau weiterpunkten wie bisher.

Um das Thema Aufstieg drückt man sich in Darmstadt weiterhin hartnäckig trotz aller Nachfragen. Zwar hat man die 40 Punkte, die man mantrahaft seit Monaten beschwört, seit dem 23.Spieltag sicher, trotzdem fährt man weiter auf der ‚Wollen im nächsten Spiel wieder punkten‘-Schiene. Wahrscheinlich weil das vergangene Saison so gut geklappt hat. Angesichts der letzten 12 Monate in Darmstadt sollte auf jeden Fall niemand davon ausgehen, dass Darmstadt noch einen Einbruch erleidet. Eher werden sie sich mit ihrer Physis weiter durch die Liga walzen.

Gar nicht walzend unterwegs ist Eintracht Braunschweig, wo Trainer Lieberknecht schon zum letzten Mittel greift und nach Kritik an der Mannschaft nun die Verantwortung für eine Niederlage ohne erkennbaren Grund selbst übernimmt. Mit einem Punkt in fünf Spielen seit der Winterpause ist Braunschweig das schlechteste Team der Liga. Wobei die Niederlage gegen St. Pauli im Gegensatz zu den Ergebnissen zuvor mal ein richtiger Niederschlag ist.

Neu-Coach Fröhling geht es in München zwar nicht ganz so schlecht, aber auch das 2:3 gegen Sandhausen war mitten in den Aufwärtstrend hinein ein ziemlicher Schlag. Neu-Alt-Coach Büskens ist in Fürth mit einem Punkt aus den ersten zwei Spielen mal eben ohne Aufwärtstrend ausgekommen. Punktetechnisch zumindest, denn immerhin erzielte man zwei Tore, also eins mehr als in den acht Spielen zuvor zusammen.

Relativ-Neu-Coach Verbeek verbreitet in Bochum, Trend hin oder her, in jedem Fall Spaß. 18 Tore in fünf Spielen mit Bochumer Beteiligung seit der Winterpause sind ein echter Eventgarant und mehr als in Karlsruhe in 12 Heim- oder mit Beteiligung von RB Leipzig in 12 Auswärtsspielen insgesamt fielen. Eventgaranten sind offenbar auch Verbeeks Pressekonferenzen, auf denen der Niederländer zuletzt mal eben Journalisten mit einem lockeren „Deine Fragen beantworte ich sowieso nicht mehr“ abfertigte. Dagegen ist Zornigers einstige Medienschelte in Sachen direkter Ansprache nicht mal Grundschulniveau gewesen..

Noch gar nicht richtig ernst genommen wird Ganz-Neu-Coach Taskin Aksoy von der Fortuna aus Düsseldorf. Natürlich auch weil er nur als Übergangstrainer vorgestellt wurde. Vier Punkte aus den ersten zwei Spielen unter seiner Regie, planmäßig noch zwei Spiele bis zur nächsten Länderspielpause auf der Bank. So richtig viel Übergang steckt letztlich gar nicht drin, zumal immer noch nicht ausgemacht ist, dass Aksoy nicht vielleicht doch bis zum Saisonende auf der Bank sitzen bleibt. Merkwürdige Situation in Düsseldorf, angesichts einer noch nicht hoffnungslosen Aufstiegslage (sechs Punkte Rückstand auf Platz 3 und 2) eine offene Trainerbaustelle zu haben.

Eine offene Trainerbaustelle hat zumindest Richtung Sommerpause auch RB Leipzig. Die mit fünf Punkten aus den fünf Spielen seit der Winterpause und sieben Punkten aus sieben Rückrundenspielen zumindest in der Trendtabelle im unteren Tabellendrittel gelandet sind. Angesichts der nominell besten Sturmreihe der Liga ein überschaubarer Ertrag. Genauso wie vier Tore in sechs Nachwinterpausenpflichtspielen (inklusive Pokal). Von denen drei gegen das Unioner Defensivgrauen, das für 30 Minuten an das Spiel von RB gegen St. Pauli in der Hinrunde erinnerte, erzielt wurden.

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Kleine Tabellenspielerei. Für alle Teams in der ersten Spalte eine Art subjektives Ranking, welcher Rang den aktuellen Fähigkeiten der jeweiligen Mannschaft entspricht. In den anderen Spalten in der Reihenfolge: aktuelle Punktzahl, Punktzahl nach der Winterpause, Punktzahl in den letzten sechs Spielen, Punkte in der Rückrunde.

SubjektivGesamtn WPletzte 6RR
Ingolstadt1488912
Darmstadt24291013
Kaiserslautern342101314
Karlsruhe44071010
Frankfurt532111114
Sandhausen631111111
Düsseldorf736588
Nürnberg8347811
Bochum929678
Heidenheim1031666
Leipzig1134567
Berlin12317710
München1322567
Aue1421788
St. Pauli1521588
Braunschweig1634147
Fürth1728567
Aalen1820334

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3 Gedanken zu „Was von Spieltag 24 bleibt“

  1. Der kritisierte Journalist Günther Pohl vom Reviersport ist halt jemand, der in der Anhängerschaft schon lange verschrien ist: guter Buddy von Neururer, jetzt reiben sich alle die Augen, weil er eigentlich auch auf den Euphoriezug der offensiven Spielweise mit aufspringt und Neururer jetzt nachträglich ziemlich kritisiert. Eigentlich gibt es hier ja nur 2-3 Journalisten die regelmäßig über den VfL schreiben und in den letzten Jahren halt oft sehr polemisch.
    Das Verbeek aber schon nach 3 Monaten konfrontativ wird, obwohl er nun keine kritischen Phasen hier durchzustehen hat, ist trotzdem verwunderlich.

    Naja ich freu mich zumindest auf morgen gegen Heidenheim und hoffen auf bessere Schiris und cleverer Jungs. Dann sollten wir eigentlich auch gewinnen können. Von den Spielen in 2015 unter Verbeek waren wir nur gegen Union das schlechtere Team und hätten eigentlich gegen den FSV und Düsseldorf gewinnen müssen, gegen den KSC gewinnen können.

  2. @Wuppertaler: War das nicht schon Verbeeks Problem in Nürnberg? Dass seine Mannschaft eigentlich ganz gut aussah, aber am Ende meist unglücklich ohne Punkte dastand? Klingt mir nach einem Muster. Bin jedenfalls gespannt, ob er die Defensivprobleme in den Griff bekommt. Balance ist ja auch bei RB ein Thema. Wenn beide Teams am 12.04. immer noch so drauf sind wie zuletzt, gibt es dann wahrscheinlich ein 5:5 nach einer 5:2-VfL-Führung nach 75 Minuten. 😉

  3. Ja, schön aber relativ erfolglos war wohl auch die Trainerzeit in Nürnberg. Aber vll. hätte er den Abstieg auch noch verhindert. Wer weiß es schon. Von daher: erstmal sehen, wohin die Reise mit Verbeek geht. Er kann ja hier ersmal recht entspannt arbeiten. Nach oben wie unten passiert nicht mehr so viel. Im Sommer kann er die Transfers mitbestimmen und sollte sich dann nächste Saison an seinen eignen Worten messen lassen.

    Aber zu den letzten Spielen: gegen FSV wurde sehr unglücklich noch eine 3:1 Führung verspielt, auch weil der Schiri sehr FSV-freundlich gepfiffen hat. Beim KSC waren wir das bessere Team und hätten in der 2.Hälfte einfach mal eine der sehr gute Möglichkeiten nutzen müssen. Und in Düsseldorf ein umstrittener elfer gegen uns und auch dads bessere Team in Halbzeit 2. Mit etwas Glück holt man gegen Spitzeteams Braunschweig, KSC, F95 und starke FSV 12 Punkte statt nur 6.

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