Hey, hey, hey, hier geht Alex

Gibt ja immer mal wieder Ereignisse, bei denen man sich genau erinnern kann, wie man davon erfahren hat oder, wo man in dem Moment war. „Was hast du eigentlich gerade gemacht, als du erfahren hast, dass Alexander Zorniger nicht mehr Trainer bei RB Leipzig ist?“, könnte zumindest bei Menschen, die enger an RB Leipzig dran sind, in diesem Zusammenhang eine Frage bleiben, die man auch zukünftig spontan und jederzeit gut beantworten kann.

Ob sich noch irgendjemand daran erinnern kann, wo er oder sie war, als Alexander Zorniger zum Cheftrainer bei RB Leipzig geworden ist, ist wohl eher zweifelhaft. ‚Bitte wer?‘ war wohl damals eine der gebräuchlichsten Reaktionen. Lehrgangsbester bei der Trainerausbildung und zwei Jahre in Großaspach seine Spielphilosophie eingebracht, standen in jenen Tagen auf der Haben-Seite. Ein Trainer also, der den Schritt in den Profifußball machen wollte und in Leipzig einen Platz unter einem Sportdirektor fand, unter dem er seine Spielidee finanziell abgesichert umsetzen konnte.

Eine Trainerwahl Rangnicks, die in vielerlei Hinsicht komplett aufging. Nach durchwachsenen Jahren unter Oral und Pacult brachte Zorniger eine klare Strategie mit, die er zusammen mit Rangnick in die Kaderplanung einfließen ließ und so ziemlich direkt nach seinem Amtsantritt ein paar der älteren Spieler mit höherklassiger Vergangenheit, die nicht ins Spielsystem passten, aussortierte (man erinnere sich nur an die Geschichte, dass Mittelfeldmann Adrian Mrowiec als Pacult-Neuzugang zwei Wochen nach seinem Dienstantritt bei RB Leipzig unter der neuen Führung schon wieder gegangen wurde).


Mit einem verschlankten und verjüngten Kader ging Zorniger dann in seine erste RB-Saison in der Regionalliga. Und sollte im Gegensatz zu seinen Vorgängern in einer überschaubar guten Liga gleich Erfolg haben. Keine einzige Pflichtspielniederlage in der ganzen Saison 2012/2013. Am Ende der Aufstieg in zwei nervenaufreibenden Relegationsspielen gegen Lotte und der Sachsenpokalsieg durch das in vielerlei Hinsicht vielleicht herausragendste Spiel der Zorniger-Ära, dem 4:2 gegen den damals noch höherklassigen Chemnitzer FC unter Gerd Schädlich.

Als vielleicht beste Tat des neuen Coach muss es wohl gelten, dass er schaffte, aus den vorhandenen Spielern tatsächlich auch ein Team zu formen. Ganz im Sinne der Spielphilosophie, die auf gegenseitiges Vertrauen bei der Balljagd setzt, entwickelte sich die Mannschaft zu einer, in der tatsächlich jeder für den anderen eintrat und immer öfter auch die Spieler die besondere Atmosphäre und die Gleichberechtigung im Team betonten. Etwas was in den Vorjahren sehr viel seltener oder unter Oral beispielsweise gar nicht zu vernehmen war. Etwas was unter Zorniger auch immer wieder den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachte.

Man interpretiert sicherlich nicht über, wenn man behauptet, dass es vor allem die kommunikativen Fähigkeiten des Coaches waren, weswegen die Spieler sich gern mit ins Boot holen ließen. Immer wieder die Aussage, dass man unter Zorniger relativ genau wisse, wo man stehe und was man tun müsse, um den nächsten Schritt zu machen. Das Binnenverhältnis im Team war auch deswegen gut, weil die Spieler ihren Platz kannten und wussten, woran sie arbeiten müssten. Und natürlich auch, weil sie sahen, dass sie als Team auch dann Erfolg haben, wenn ihnen bei Auswärtsspielen mal der Gegenwind ins Gesicht bläst.

Interessant in dem Zusammenhang vielleicht, dass es unter Zorniger vor allem Spieler mehr oder weniger deutlich nicht schafften, die kein deutsch sprachen bzw. es auch nicht vergleichsweise kurzfristig lernten. Mikko Sumusalo fällt da ein. Oder auch ein Christos Papadimitriou oder ein Zsolt Kalmár oder ein Ante Rebic. Jeder dieser Spieler hat auch noch mal seine eigene Geschichte und Fragen der Qualität und des Auftretens spielen natürlich auch immer eine Rolle, aber es bleibt als Indiz, dass ein Alexander Zorniger sehr stark von seinem kommunikativen Auftreten und davon, dass er darüber Spieler abholen kann, lebt und es schwer wird, wenn diese Grundlage im Arbeitsalltag aufgrund von Sprachbarrieren wegfällt.

Ein Paradigmenwechsel war Zornigers kommunikatives Auftreten auch für die Außendarstellung von RB Leipzig. Gerade nach dem in der Öffentlichkeit nicht sonderlich gesprächigen oder offenen Peter Pacult war Zornigers Art und Weise, sich jenseits von Phrasen Diskussionen und Debatten zu stellen, seine Entscheidungen zu erklären und sich auch zum verbalen Aushängeschild des Vereins zu machen, eine absolute Wohltat. Zorniger wählte meist klare Worte, über die man im Detail sicherlich manchmal auch geteilter Meinung sein konnte, aber er blieb ein Trainer, der für sich und seinen Verein einstand und an dem man sich reiben, mit dem man sich auseinandersetzen konnte und musste. Diese Art tat dem Verein und den Debatten um den Verein gut, weil RB Leipzig dadurch an Gesicht und Profil gewann, auch wenn Zorniger dabei in der bundesweiten Rezeption auch immer mal als arrogant empfunden wurde. Wobei der Grat zwischen selbstsicherem Auftreten und der Außenwahrnehmung als arrogant in einer Medienwelt, in der alles auf ein, zwei Schlagwortsätze ohne Erkärung runtergebrochen wird, wohl auch unbetretbar schmal ist.

Sportlich gesehen stand Zorniger ganz im Sinne seines Sportdirektors Rangnick für ein aggressives Spiel gegen den Ball und für den schnellen Torabschluss. Was er seinem Team in einem Crashkurs beizubringen versuchte. Böse Zungen würden behaupten, dass Zorniger dabei der Mannschaft das Spiel mit dem Ball erfolgreich ausgetrieben hat. Ganz so extrem muss man es sicherlich nicht formulieren, aber Fakt bleibt, dass Zornigers RB Leipzig spätestens ab der Rückrunde 2012/2013 immer dann Probleme bekam, wenn man auf Gegner traf, die sich dem Fußballspielen verweigerten und tief verteidigten oder eventuell sogar selber aggressiv pressend verteidigten. Spielerische Lösungen konnten in solchen Spielen schnell mal untergehen, wenn man sich an die zwei 0:0-Spiele Anfang 2013 in Meuselwitz und Halberstadt (bei sicherlich schwierigen Bedingungen) und einige Spiele mehr in jener, sich etwas bleiern anfühlenden Zeit erinnert.

Letztlich blieb dies ein Problem, das sich bei allen Erfolgen bis in die jüngsten Wochen und Monate durchzog. So mag es auch nicht verwundern, dass man in der vielleicht stärksten Zeit von RB Leipzig unter Alexander Zorniger vor etwa einem Jahr, als man die letzten 15 Drittligaspiele nicht mehr verlor und 12 davon gewann, vor allem darüber punkten konnte, dass man sich über das Pressing den Gegner vom eigenen Strafraum fernhielt. Gerade mal acht Gegentore in dieser Zeit, nur drei bei den 12 Siegen sind die beeindruckende Bilanz, die die 30 Tore in 15 Spielen ausstechen.

Man hatte es auch als physisch oft unterlegenes Team geschafft, einen Weg zu finden, den Gegner durch Laufarbeit und Teamwork davon abzuhalten, Torgefahr zu entwickeln und konnte nebenbei im Angriff routiniert ein oder zwei der meist auch nicht wirklich reichhaltigen Chancen verwerten. Nicht umsonst endeten acht der zwölf Siege mit 1:0 oder 2:0. Wer also davon ausgeht, dass das Implementieren der (Gegen-)Pressing-Idee unter Zorniger vor allem eine spektakuläre Offensivtaktik war, der missversteht die Praxis des offensiven Verteidigens mit allen zehn Feldspielern. Weil es eben zuerst (wenn es gut gespielt wird) den Ball vom eigenen Tor fernhält und nicht im gegnerischen Tor unterbringt.

Diese Art und Weise des im besten Wortsinne Teamworks funktionierte auch in der zweiten Bundesliga alles in allem ganz gut, wenn man sieht, dass RB Leipzig unter Zorniger das beste Defensivteam der Liga war. Viele Gegentore bekam man weiterhin nicht, was nicht zuletzt dem laufaufwändigen Pressing geschuldet war. Noch stärker allerdings als in den Ligen zuvor wurde der Weg Richtung gegnerischem Tor immer schwieriger, wie man auch an nur zwei Toren aus den letzten sechs Spielen unter Zorniger sehen konnte. In neun von 20 Zweitligaspielen unter Zorniger blieb RB Leipzig ohne Tor.

Was den Coach zu etwas greifen ließ, was man in seiner zweieinhalbjährigen Amtszeit sonst eigentlich nie vermehmen konnte. Nämlich der deutlichen Ansage und Einzelkritik, dass seinen Stürmern die individuelle Qualität vor allem bei der Verarbeitung von Bällen mit dem ersten Kontakt fehle. Eine spannende Entwicklung, die vor der Saison eigentlich nicht abzusehen war, als man sich eher fragte, wozu man denn auch noch einen Rebic hole, da man doch im Sturm bei weitem gut genug aufgestellt sei. Aber abgesehen von einem Yussuf Poulsen (der Richtung Ende der Hinrunde aber auch körperlich abbaute und teilweise ausfiel) machten die Stürmer keinen Schritt nach vorn. Vor allem Matthias Morys und Daniel Frahn blieben oft den Nachweis schuldig, dass sie auch auf sich allein gestellt gegen zweikampfstarke Gegenspieler reüssieren können. Pech dazu, dass Neuzugang Terrence Boyd fast durchgängig verletzt war und Ante Rebic teilweise verletzt, teilweise nicht integriert und teilweise demotiviert war.

Die Schlussfolgerungen aus dieser Phase waren gleichermaßen nachvollziehbar und sinnig und wenn man mit Red Bull im Hintergrund arbeitet auch in der Winterpause finanzierbar. Wenn du der Meinung bist, dass dir individuelle Qualität im Sturm fehlt, dann erhöhe sie, so die Faustformel. Drei neue Stürmer sollten dafür sorgen, dass auch andere Spieler als Yussuf Poulsen in der Lage sind, Bälle mit dem ersten Kontakt zu verarbeiten und durch gewonnene Offensivzweikämpfe für potenziell gefährliche Situationen zu sorgen. Wobei die Umsetzung des Plans seine Tücken im Detail hatte. Ein Stürmer (Reyna) erst eine Woche vor Pflichtspielstart geholt, weil der ursprünglich verpflichtete Quaschner von der FIFA zurückgepfiffen wurde. Der zweite Stürmer (Damari) fast komplett während der Vorbereitung ausgefallen und in keinerlei Hinsicht integriert. Nur die dritte Sturmneuverpflichtung Emil Forsberg konnte die Vorbereitung komplett mitbestreiten und stand folgerichtig im ersten Pflichtspiel nach der Winterpause, was das letzte für Zorniger werden sollte, im Team und spielte auch ordentlich.

Es bleibt eine der wundersamen Fragen des Fußballsports, warum die sportliche Führung bei RB Leipzig nach nur einem Spiel nach der Winterpause die Nerven verlor und nach offiziellen Angaben aufgrund der Niederlage und der manifestierten Entwicklung beschloss, dass Zorniger maximal noch bis zum Saisonende Trainer bleiben dürfe. Denn bis dahin war alles im normalen Rahmen eines Vereins verlaufen, der schnell nach oben und gleichzeitig eine nachhaltige Entwicklung nicht verpassen will. Sprich, Spieler- und Teamentwicklung standen auch bei Rangnick vor dem eingekauften Aufstieg um jeden Preis. Sodass ein Rangnick noch kurz vor der Winterpause davon sprach, dass man bis dato zumindest eine ordentliche Runde gespielt habe, die man sogar als „sehr gut“ hätte bezeichnen dürfen, wenn man das letzte Spiel vor der Winterpause gegen 1860 gewonnen hätte. Ein Spiel, in dem RB Leipzig erst sehr spät den Ausgleich kassierte..

Nimmt man den Status Quo zur Winterpause, dann hatte man also eine ordentliche Runde bei sicherlich negativer Tendenz (wenn man nur mal die Auswärtsserie des spielerischen Grauens mit den Stationen Nürnberg, Darmstadt, Sandhausen, Fürth und Aalen sieht) mit Sichtkontakt zur Tabellenspitze gespielt. Und in der Analyse festgehalten, dass für Zweitligaspitze individuelle Qualität im Sturm und (wie Zorniger schon tief in der Hinrunde erkannte) ein verbessertes Spiel mit dem Ball fehlt. Man stand also wie schon im Vorjahr in der dritten Liga an dem Punkt, dass man nach der Winterpause noch mal einen Entwicklungsschritt machen wollte. Wer will, darf gern glauben, dass man nach einem Spiel nach der Winterpause und angesichts dessen, dass zwei der drei Sturmneuzugänge noch gar nicht richtig im Team waren, schon erkennen konnte, dass diese Entwicklungshoffnung als gescheitert durchgehen konnte. Wer will, darf auch gern glauben, dass ein Sportdirektor laut offizieller Aussage in solch einer Situation die Entscheidung trifft, dass man bis zum Saisonende alles so lässt wie es ist, aber trotzdem alles so schlecht ist, dass der Coach nicht mal dann weitermachen dürfte, wenn er ein drittes Mal in Folge aufsteigen würde. Was der Coach dann abgelehnt habe.

Nein, egal wie man die Dinge dreht und wendet, die offizielle Darstellung der Vorgänge und die Begründung der Entscheidungen ergeben rein logisch keinen Sinn. Das gilt für die Darstellung, dass das Spiel in Aue ausgereicht habe, um die Veränderungsideen aus der Winterpause als gescheitert anzusehen und die Entwicklungsarbeit unter Zorniger sofortig zu torpedieren genauso wie für ziemlich absurde Vorstellung, ein Sportdirektor würde den Trainer erst für einen Zeitpunkt in der Zukunft abschießen, zu dem der vielleicht das Ruder rumgerissen und den nächsten Entwicklungsschritt mit der Mannschaft und eventuell sogar den historischen dritten Aufstieg in Folge geschafft hat.

In letzter Konsequenz bleiben eigentlich nur Begründungen für die Trennung zwischen Rangnick und Zorniger übrig, die über das sportliche Auftreten in Aue hinausgehen. Dabei dürfte es, das darf man dem Sportdirektor ruhig glauben, nicht um persönliche Animositäten zweier Charaktere gehen, die sich eigentlich von Anbeginn auch (produktiv) aneinander gerieben haben. Wobei man zuletzt immer seltener von beiden vernommen hatte, dass man gerne miteinander um die Sache streite und dabei produktiv sei.

Ausscheiden dürfte auch, dass es im Hintergrund Probleme zwischen Trainer und Mannschaft gegeben habe. Klar ist, dass es bei 27 Spielern im Kader auch Unzufriedenheit geben dürfte, wenn man zum Beispiel an einen Rebic denkt. Oder vielleicht auch an einen Kalmár unter Zorniger. Aber trotz allerlei in solchen Phasen hochkochenden Gerüchtchen über eine Mannschaft, die dem Weg des Trainers nicht mehr folge, bleibt zu konstatieren, dass gerade nach dem Zorniger-Abgang festzustellen ist, dass wahrnehmbare Reaktionen eher Überraschung denn Befreiung bei den Spielern signalisieren. Vom gar nicht nach Befreiung aussehenden Auftreten gegen den FSV Frankfurt im ersten Spiel ohne Zorniger mal ganz abgesehen.

Auch nicht allzuhoch hängen sollte man die Zornigerschen Verbalscharmützel mit der Presse, die eher unnötigerweise rund um das Bochum-Spiel eskalierten, als Alexander Zorniger die Pressekonferenz nach dem Spiel zu einer kleinen Abrechnung mit der Medienwelt nutzte. Ein Auftritt, der diverse Pressevertreter im besten Fall ratlos, im schlimmeren Fall wütend zurückließ und einen völlig unnötigen Nebenkriegsschauplatz aufmachte, der bis zuletzt immer mal wieder, mehr oder minder unterschwellig, zwischen den Zeilen mancher Medienprodukte durchschien und auch immer wieder seinen Weg zurück in die Pressekonferenzen und in Zornigers Worte fand. Dass das Thema für den Zorniger-Abgang entscheidend war, ist trotzdem eher unwahrscheinlich. Vielleicht war es aber ein Puzzlestück, das die Vereinsentscheidung gegen den Coach auch nicht unbedingt schwieriger machte.

Wahrscheinlicher allerdings, dass in grundsätzlich unterschiedlichen Auffassungen über die Weiterentwicklungen bei RB Leipzig zwischen Zorniger und Rangnick der finale Trennungsgrund bestand. Dabei ging es entgegen der öffentlich gern genommenen Geschichte sicherlich nicht darum, ob der eine aufsteigen wollte und der andere nicht (beide hätten gern gewollt), sondern eher darum, auf welchem Weg man zum Aufstieg kommen will.

Bei Zorniger stand immer das Teambuilding und damit auch das Vertrauen auf jene Spieler, die in den letzten Jahren den Kern der Mannschaft überhaupt erst kreierten, im Mittelpunkt und hatten sich entsprechend Neuzugänge in dieses Gebilde einzufügen und einzupassen und im Fall der Fälle auch erstmal hinten anzustellen (wobei dies auch nicht bei besonderer Qualität wie bei Poulsen, Kimmich oder Forsberg oder bei Wunschspielern wie Demme oder Kaiser galt).

Ralf Rangnick hatte dagegen erst kurz vor Saisonbeginn dem Kicker ein Interview gegeben, in dem er ziemlich deutlich erklärte, dass nur die Rücksicht auf den Coach und dessen Teamgedanken ihn davon abgehalten habe, sich nach deutlich mehr individueller Qualität für das Team umzugucken. In dem Zusammenhang schwärmte er auch von seiner Hoffenheimer Zweitligaeinkaufszeit und davon, wie sich die Trainingsqualität durch das Verpflichten von viel Klasse sofort erhöht habe.

Dass der Sportdirektor, der zu Beginn seiner Zeit bei Red Bull (und bevor er Zorniger holte) noch zu Protokoll gab, dass er in letzter Konsequenz in Leipzig die Entscheidungen treffe, in einem Interview so deutlich unterschiedliche Meinungen bei der Kaderzusammenstellung zu Protokoll gab, durfte man gerne als öffentliche Manifestation eines offenbar schon länger stattfindenen, fachlichen Entfremdungsprozesses interpretieren, für das auch das Wörtchen „Demut“, das Zorniger gern in Bezug auf die Entwicklung bei RB Leipzig im Mund führte, Rangnick aber pointiert zusammengefasst ziemlich albern fand, als Chiffre steht.

Wenn irgendwas den Zorniger-Abgang halbwegs logisch erklären kann, dann ausschließlich die Tatsache, dass Rangnick und Zorniger im Kernthema der Mannschaftsentwicklung uneins waren. Passend dazu auch Zornigers Äußerungen nach dem Aue-Spiel, als er analysierte, dass man vor der Pause eine Mannschaft mit zu geringen individuellen Qualitäten gewesen sei, während nach der Pause zwar individuelle Klasse gekommen sei, aber die mannschaftliche Geschlossenheit nicht mehr gestimmt habe. Was man durchaus auch als deutliche Spitze gegen Neuzugang Yordy Reyna, der ohne die ganz große Teambindung individuell ein bisschen glänzte, interpretieren konnte. Und zugleich implizit auch noch Zornigers Punkt klarmachte, dass er der Meinung ist, dass die Neuzugänge noch ihre Zeit brauchen, bis sie integriert sind.

Dass Ralf Rangnick nach dem Spiel gegen den FSV Frankfurt seinen RasenBallsport trotz Niederlage und spielerisch vielen ähnlichen Problemen wie zuvor laut LVZ „auf dem absolut richtigen Weg“ sah, darf man in diesem Zusammenhang auch gern dahingehend interpretieren, dass es ihm besonders gut gefällt, wenn seine Saisonneuzugänge wie Kalmár oder Rebic oder Damari oder andere viel Einsatzzeit bekommen, selbst wenn dadurch bisherige, in Bezug auf die Hierarchie tragende Bestandteile des Kaders auf die Tribüne wandern.

Letztlich bleibt der Eindruck, dass Ralf Rangnick kurz- und mittelfristig einen stärker gestalteten Umbruch bei RB Leipzig wollte, als dies mit Teamplayer Zorniger machbar war. Wertsteigerung hatte Ralf Rangnick mal als eines der Ziele ausgegeben, wenn man junge Spieler verpflichtet. Sie zu entwickeln und von ihnen sportlich, aber im Fall der Fälle zumindest finanziell zu profitieren, sei das Ziel. In Salzburg hat Rangnick damit vor allem mit Mané und Kampl, aber auch anderen schon eine mittlere zweistellige Summe eingenommen (auch wenn er beide wohl lieber nach Leipzig geholt hätte, als Geld für sie einzunehmen). Bei RB Leipzig ist manch ein Talent wie ein Federico Palacios Martinez (der vor einem Jahr für einen mittleren, sechstelligen Betrag kam) nie wirklich zum Zug gekommen (wenngleich natürlich Spieler wie Poulsen und Kimmich auch für eine unmittelbare Wertsteigerung stehen).

Gäbe es oberhalb von Rangnick noch einen Präsidenten im Verein, wie es Martin Kind in Hannover einer ist, hätte der sich vielleicht seinen Sportdirektor und seinen Trainer geschnappt, ihnen die Leviten gelesen, sie eingenordet und sie auf ein gemeinsames, erfolgreiches Arbeiten verpflichtet. Da es diese Person oberhalb von Rangnick (mal abgesehen von Mateschitz) nicht gibt, ist Rangnick eben auch derjenige, der die Entscheidungen, die er für richtig hält, trifft. Dass er darin eine gewisse Konsequenz hat und auch meist richtig liegt, hat er in den letzten zweieinhalb Jahren bei RB Leipzig bei vielerlei Entscheidungen bewiesen. Und dass er eben am längeren Hebel sitzt, muss man akzeptieren, auch und gerade wenn man Coach ist und weiß, worauf man sich eingelassen hat.

Schade trotzdem, dass der Sportdirektor die erste sportlich enttäuschende Phase in zweieinhalb Jahren zum Anlass nahm, um einen zweimaligen Aufstiegscoach abzusägen. Zumal in einer Situation einen Spieltag nach der Winterpause sachlich-fachlich überhaupt (noch) nicht sinnvoll zu beurteilen war, ob die Anpassungen aus der Winterpause aufgehen werden oder nicht. Zumal es dabei auch nicht um das verzweifelte Retten des Durchmarschs in die erste Liga gegangen sein kann, wenn man das Nichtvorhandenseins eines zornigerlosen Plan B für den Trainerposten bedenkt, für den man dann kurfristig in der eigenen Jugend wildern musste.

Wie dem auch sei, Zorniger abzusägen signalisiert, dass RB Leipzig sich künftig stärker nach den sportlichen Ideen eines Ralf Rangnick aufstellen und nicht nach den Zorniger-Wörtern „Demut“ und „Nachhaltigkeit“ richten soll. Das ist letztlich auch ein wenig eine Abkehr von der Idee, den Verein und die Mannschaft mit Augenmaß zu entwickeln. Schon die irgendwas unter 10 Millionen, die Rangnick für Forsberg und den für Rangnick-Verhältnisse angesichts des Alters (25) schon recht fertigen und wenig entwicklungsfähigen Stümer Omer Damari ausgegeben hat, waren ein deutliches Signal, dass der Sportdirektor Ernst machen will mit der Bundesliga. Auch weil es ihn merklich schmerzte, dass er Spielern wie Kampl oder Ramalho zuletzt keine faktenbasierte Perspektive bei RB Leipzig bieten konnte. Und erst mit einem deutschen Bundesligisten würde das ganze Talenteausbilden in Österreich über Liefering und Salzburg doch so richtig Sinn machen.

Das sah ein Alexander Zorniger sicherlich grundsätzlich nicht anders, trotz allem Verweis darauf, dass RB Leipzig sich nachhaltig entwickeln und Spaß am Weg und nicht nur am Ziel haben müsse. Nun sieht er sich Weg und Ziel trotzdem von außen an. Alexander Zorniger war sicherlich nie so naiv zu glauben, dass er bei RB Leipzig in Rente gehen wird. Nach zwei Aufstiegen wäre jetzt trotzdem der Moment gekommen gewesen, um dem Trainer, in Form von 100%iger Rückenstärkung bis die Saison in welche Richtung auch immer entschieden gewesen wäre, für seine Arbeit zurückzuzahlen. Hätte man diese Situation gemeinsam durchgestanden und den nächsten Entwicklungsschritt gemacht, wäre der Verein daraus ordentlich gestärkt in seinem Selbstverständnis, in seiner Interaktion mit dem Umfeld, seiner Außenwirkung und vor allem der sportlichen Zukunftsfähigkeit hervorgegangen. So bleibt letztlich nur ein Verein übrig, der in Anlehnung an die Prä-Rangnick-Zeit und wie viele andere Clubs bei aufkommendem Gegenwind Köpfe rollen lässt und hofft, dass der nächste Kopf erfolgreicher ist als der alte.

Alexander Zorniger kann das alles gelassen beobachten. Er hat sich in zweieinhalb Jahren einen Namen im deutschen Profifußball gemacht, sich in der RB-Historie einen festen Platz gesichert und geht aus der Trennung und der Art und Weise wie sie offiziell kommuniziert wurde (was man dem Verein durchaus zu Gute halten kann) nicht beschädigt hervor. Man darf sicherlich erwarten und hoffen, dass Zorniger seine Ankündigung aus der Winterpause, dass er „entweder irgendwann mit RB oder gegen RB in der Bundesliga spiele“, Recht behält. Mit seiner Art und Weise und seinen Trainerqualitäten würde er wohl in ziemlich vielen Clubs eine schwer zu bespielende Mannschaft mit Teamgeist aufbauen können. Ob das alles auch dafür reicht, in der Bundesliga erfolgreich zu arbeiten, sah Zorniger am Anfang seiner RB-Zeit noch als offene Frage. Schade, dass die Frage, am Ende seiner RB-Zeit weiter unbeantwortet bleiben muss. Sie wird hoffentlich nicht ewig unbeantwortet bleiben.

Das Leben bei RB Leipzig geht derweil weiter. In welche Richtung sich die aktuelle Saison sportlich entwickelt, ist unter Neucoach Beierlorzer ähnlich unklar, wie es das bis vor einer reichlichen Woche unter Zorniger war. Der vierte Trainerwechsel im sechsten Jahr des Vereinsbestehens war angesichts von Zeitpunkt und Begründung sicherlich der am wenigsten nachvollziehbare. Und das ist angesichts der Entlassung von Aufstiegscoach Tino Vogel 2010 an dessen Geburtstag einen Tag nach dem letzten Spieltag und damit quasi direkt nach der Saisonabschluss- und Aufstiegsfeier schon fast ein Kunststück. Alexander Zorniger hinterlässt als Person eine nicht nur sportliche Lücke bei RB Leipzig. Es bleibt abzuwarten, ob und von wem diese Lücke in Zukunft geschlossen werden kann.

———————————————–

Lesestoff:

Zum Amtsantritt von Alexander Zorniger: Konzepttrainer Alexander Zorniger statt Prinzip Pacult

Interview mit Alexander Zorniger kurz nach seinem Amtsantritt: Alexander Zorniger: “Im Moment fühle ich mich extrem wohl“

Alexander Zornigers Streit mit den hiesigen Medien: Zur Rolle des lokalen Sportjournalismus rund um RB Leipzig

Die erste (emotionale) Reaktion auf den Zorniger-Abgang: “Da müssten wir geisteskrank sein”

Flattr this!

9 Gedanken zu „Hey, hey, hey, hier geht Alex“

  1. Eine umfangreiche Analyse, die mir aber, wie bei anderen Einschätzungen auch, Zorniger, bei allen Verdiensten die er hat, in der Hinrunde zu gut wegkommen lässt, was ich mir nur durch den Bonus erklären kann, den er bei jedem von uns hat.
    Die Personalpolitik für die 2. Liga war bei beiden diametral entgegen gesetzt. Talente wurden nicht eingebunden, sie bekamen nicht die Zeit, sich in der Mannschaft zu entwickeln. Statt dessen mussten sie, nicht nur wegen ihrer eigenen Unzufriedenheit, wieder abgegeben werden, weil sie nicht die ausreichende Chance bekamen, sich in die Mannschaft einzufügen und zu entwickeln. Wenn man einem wie Kalmar Chancen geben will, dann muss man ihm die Chancen auch geben, ansonsten ist er wieder weg.
    Dass ein Morys in der 3. Liga kaum Qualität zeigte und in der 2. Liga trotzdem zum Stammpersonal gehörte ist Zorniger anzulasten.
    Dass mit dieser Strategie Rangnick und Zorniger auseinander lagen war offensichtlich und passt nicht in die Rangnick-Philosophie und auch nicht in das Gesamtgebilde.
    Dass keine Änderung zu befürchten war, hat Rangnick nicht nur in Aue sondern auch in den Testspielen davor gesehen. Er hat die teuren Spieler nicht geholt, damit sie eine halbe Saison lang auf der Bank sitzen. Letztlich hat die Zorniger-Philosophie die Pläne des Sportdirektors fast ad absurdum geführt und ließ nicht nur befürchten, dass der Aufstieg so nix wird sondern auch, dass die Personalpolitik im RB-Imperium insgesamt nicht aufgeht. Und das ist eine fast noch größere Gefahr, als nicht aufzusteigen. Sie betrifft auch die Personalpolitik in Salzburg.

  2. Sehr schöne und ausführliche Analyse eines Vorgangs, den ich bis jetzt immer noch nicht ganz nachvollziehen kann. Wenn sich die Verunsicherung der Mannschaft aus dem Frankfurt-Spiel nicht ganz schnell legt, dann wird es mit dem Aufstieg für RB in dieser Saison eher schwierig.

  3. Ich sehe Rangnick immer noch in der Tuchelfalle und da könnte er sich nicht erlauben, das Alex ne erfolgreiche Rückrunde spielt. Aber es ist wie so oft, nix genaues weiß Fan nicht. Schöner Text!!!

  4. Sehr treffende und wohl formulierte Einschätzung eines zunächst mindestens überraschenden Vorgangs. Auch aus meiner Sicht ist der „vorgezogene Rücktritt“ Zornigers nur zu verstehen als Endpunkt eines seit langem schwelenden Prozesses, in welchem unterschiedliche Philosophien des Sportdirektors und des Trainers letztendlich nicht auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden konnten.
    Noch eine provokante Anmerkung: So sympathisch ich das langfristige Zusammenwachsen eines Teams und die Betonung des Mannschaftsgeistes finde wie wahrscheinlich Zorniger auch, so sehr sind das Tugenden des „romantischen Fussballs“, dem doch eigentlich die Anhänger der selbsternannten Traditionsvereine angehören. Und das ist RB Leipzig bekanntlich nicht und will es auch nicht sein. Als Fan von RBL kann man damit durchaus Probleme haben, aber konsequenterweise heisst Fan von RBL sein eben auch, sich damit vertraut zu machen, dass am Ende nur Geld und Leistung zählen.
    Wobei ich persönlich einigermaßen überzeugt davon bin, dass die Leistung einer Fussballmannschaft sehr stark davon abhängt, wie es um den „Teamgeist“ bestellt ist. Hier hat womöglich Zorniger Recht, und Rangnick kam sein persönlicher Ehrgeiz dazwischen. Aber vielleicht hat Ende Mai auch Rangnick Recht behalten, schließlich hat das in Hoffenheim schon einmal funktioniert.

  5. Herr Zorniger hat sich mit der Aue-Aufstellung und der PK davor praktisch selbst entlassen, alle hier wissen, was ich meine, ich war überzeugt davon, dass der Wechsel kommen muss!!!
    A.Z. wählte seinen Weg, die Vorgaben des Herrn Rangnick waren andere und ihm egal, was er auch so kommunizierte.
    Hätte er weiter gemacht und wäre aufgestiegen – er wäre unkündbar gewesen, warum hat er gekniffen, wenn er so toll ist wie hier beschrieben???
    Beierlorzer ist mir mehr als sympathisch, steigt er auf, so muss dieser bleiben bei entsprechender Bodenhaftung und derzeit nur 30 % „Tuchelwahrscheinlichkeit“…

  6. Dankbarkeit dem Dankbarkeit gebührt! Die Verdienste eines Alexander Zorniger sind unzweifelhaft! Hinzu kommt seine authentische und sympathische Ausstrahlung. Jawohl, er hat das Gesicht von RB geprägt.
    Doch hier schreibt ein Verweigerer des kreierten Fussballs der Mannschaft. Konnten die spielerischen Defizite in den beiden vorangegangenen Spielzeiten kaschiert werden, so waren seit Mitte der Herbstserie die Grenzen offensichtlich! Um es klar zu sagen, ich spreche dem Kader nicht das Talent, wohl aber die Qualität ab, ehrgeizige Ziele zu erreichen. Zeit hat man nicht im Profifußball! Der vom SD(!) avisierte Systemwechsel hat da noch weniger gepasst. In einem 4/3/3 braucht man wenigstens 2 körperlich robuste Spieler Im Mittelfeld, die dann auch noch Fussball spielen können.
    Natürlich war die Qualität im Angriff nicht so hoch, doch die Hauptprobleme sehe ich in der Spieleröffnung und der spielerischen Qualität, gepaart mit Durchsetzungsvermögen, im Mittelfeld. Dass dann offensichtlich die Ansichten der beiden maßgebenden Herren weit auseinander gingen. Und weil es beide nicht schafften diese Probleme intern zu regeln, war für mich schon vor dem Auespiel das Ende dieser Ehe absehbar.
    Ich verstehe deshalb den Aufschrei nicht bei der Suspendierung von AZ. Für mich die einzig richtige Variante. Teambuildung ist immer erfolgsabhängig, gerade bei einen Verein mit dem finanziellen Hintergrund von RB.
    Ralf Rangnick hat für mich ein wenig ein wenig die Souveränität vermissen lassen. Für ihn war es eben das erste Mal, eine Entscheidung dieser Art zu treffen. Ja, der Aufstieg sollte so schnell wie möglich erfolgen. Thomas Tuchel sehe ich dabei als fast idealen Trainer. Er ist ebenso authentisch wie sein Vorgänger, hat aber für taktische Variabilität ein besonderes Augenmerk. Mainz war zum Beispiel in der Lage während eines Spieles sein Spielsystem 3 – 4 mal umzustellen. Und was das Spiel gegen den Ball betrifft, war es ebenso intensiv, wie das bisherige System.
    Auch ich wünsche Alexander Zorniger alles Gute, am meisten wünsche ich ihm aber, dass er die richtigen Schlüsse aus seinem Ende bei RB zieht und sie bei seinem neuen Arbeitgeber anwendet.

  7. Vielen Dank für diese sehr umfangreiche Detailanalyse, ein weiterer Grund diesen Blog gutzuheißen, zu liebkosen und weiterzuempfehlen 😉

    War es zwar teilweise schon recht offensichtlich daß sowohl Mannschaft wie auch Trainer nach dem grandiosen Saisonstart etwas „die Puste ausging“ bzw. man sich mit den nun besser eingestellten und reagierenden Gegnern schwer tat mißfällt auch mir die Art und Weise des Abschieds in extremster Weise.

    Klar ist Profifußball ein knallhartes Geschäft und gerade vor dem Hintergrund der finanziellen Abfindung sind Trauerbekundungen in Richtung AZ nicht unbedingt nötig, ABER Zorniger war nunmal mehr als nur ein weiterer Trainer in der RBL-Historie, er war ein wesentliches GESICHT und eine prägende Figur im RB-Imperium das Authentizität, Einsatz, Erfolgsstreben und auch eine gewisse Lockerheit (zumindest am Anfang seiner Amtszeit) in sympathischer Art und Weise verband und RB damit trotz aller Gegner und Anfeindungen ein doch „menschliches Antlitz“ verleihen konnte.

    Dies und der Fakt daß er nunmal fast schon maximalen sportlichen Erfolg vorweisen konnte macht es natürlich nachvollziehbarer daß ein solch plötzlicher Abschied anders gesehen und eingeordnet wird als wenn es um die Trennungen von seinen Vorgängern ging (Oral, Pacult).

    Zumindest aber konnte man in letzter Zeit die Spannungen und Vorboten der Trennung partiell erahnen als die Differenzen zwischen Rangnick und ihm sowohl in Sachen Kaderplanung als auch Zukunftsausrichtung immer deutlicher nach außen und in die Öffentlichkeit traten. Auch sehe ich es ähnlich wie ein Vorposter hier daß ein Trainerwechsel nach einem eventuellen dritten Aufstieg hintereinander noch schwieriger und problematischer erklärt und vertreten hätte werden können, das wird kein Grund für die Trennung gewesen sein, diese aber zumindest beeinflußt haben.

    Etwas befremdlich finde ich aber die schon jetzt ziemlich allgemeine Fixierung auf Tuchel als Nachfolgeregelung im Sommer, ob der denn aus den dann sicher zahlreich vorliegenden Angeboten ausgerechnet das aus Leipzig, dann wahrscheinlich immer noch in Liga 2 beheimatet, auserkoren wird? Schalke machte ein Angebot, aus der Premier League gab es Anfragen … und nun soll es ein sicher ambitionierter, aber eben immer noch in Liga Zwei befindlicher Klub sein der es nächste Saison wohl mit diversen großen Kalibern von oben (Hertha, Stuttgart, …) zu tun bekommt?

    Kampl und Ramalho waren nicht zu bekommen weil es sie in Liga 1 zog, wäre dieses Szenario nicht auch bei Tuchel denkbar, Verbindung mit Rangnick hin oder her?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.