„Da müssten wir geisteskrank sein“

Nach den zweieinhalb Jahren aktuell über einen anderen Trainer nachzudenken,da müssten wir geisteskrank sein. (Ralf Rangnick vor dem Spiel gegen Aue vor fünf Tagen bei Sky)

So richtige News-Bomben gab es in der kurzen Geschichte von RB Leipzig immer wieder mal. Die Entlassung von Tino Vogel (anschließend Coach im Nachwuchs) als RB-Cheftrainer direkt im Anschluss an den Aufstieg zur Regionalliga 2010 war eine. Das Durchdrücken von Peter Pacult als RB-Cheftrainer durch Mateschitz 2011 inklusive der folgenden Beiersdorfer-Demission die nächste. Und auch die Inthronisierung von Rangnick mit Pacult-Entlassung 2012 geht als solche durch.

Nun dann also die nächste echte Bombe. RB Leipzig und Alexander Zorniger gehen ab sofort getrennte Wege. Und das nachdem Ralf Rangnick noch vor ein paar Tagen vor dem Spiel gegen Aue zum wiederholten Male erlärte hatte, dass es doch vollkommen verrückt wäre, sich von einem erfolgreichen Trainer wie Zorniger zu trennen.

Doch trotz dieser Aussage, so ließ man heute vereinsseits verlauten, hatte man sich offenbar schon jetzt entschieden, im Sommer 2015 einen neuen Trainer zu verpflichten. Diese Entscheidung teilte man Zorniger gestern Abend mit, woraufhin dieser sich seinen offiziellen Aussagen zufolge dazu entschied, sofort hinzuwerfen.

Zornigers Entscheidung, die Rangnick-Entscheidung quasi eigenmächtig vorzuverlagern, ist nicht ganz unnachvollziehbar, zumal wenn man um den starken Kopf und die Prinzipienfestigkeit des Trainers weiß. Nur noch als Übergangstrainer zu agieren, nachdem er zweimal in Folge aufgestiegen war, in der zweiten Liga mindestens einen passablen Start hatte und durchaus noch die Chance bestand, in die erste Liga durchzumarschieren (was vor der Saison noch nicht mal oberstes Vereinsziel war), ist eine ziemlich üble Degradierung, die man nicht unbedingt mittragen muss.

Ziemlich übel ist es auch, unter den beschriebenen sportlichen Gesichtspunkten und einer völlig unklaren sportlichen Entwicklung bis zum Sommer bereits jetzt zu entscheiden, dass jener Trainer, der den Club überhaupt erst in den Profifußball führte, in jedem Fall keine Zukunft mehr hat. Wie kann man denn eine solche Entscheidung sinnigerweise treffen, wenn nach der Winterpause, in der die zugegebenermaßen vorhandenen Probleme durch Spielertransfers und eine Anpassung der Spielidee (mehr Fokus auf das Spiel mit dem Ball) angegangen werden sollten, gerade mal ein Spiel gespielt wurde.

Letztlich kommen dafür nur nichtsportliche Gründe in Betracht, weil der sportliche Teil zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht sinnvoll zu bewerten und die Entwicklung des Teams in den verbleibenden 14 Saisonspielen unabsehbar war. Da bleibt natürlich vor allem die öffentlich ausgetragene Dissonanz zwischen Rangnick und Zorniger, bei der es nicht wie oft kolportiert um den bei beiden vorhandenen Aufstiegswunsch, sondern eher um den Weg dahin ging.

Während für Zorniger Demut und Entwicklung des Kollektivs, also Teambuilding und Spaß am Weg im Vordergrund standen, ließ Rangnick zuletzt nicht mal sonderlich versteckt verlauten, dass er mit dem Wunsch nach Demut wenig anfangen könne und er sich durchaus eine noch deutlichere Verstärkung der individuellen Qualität im Team hätte vorstellen können, dies aber nicht mit Zornigers Vorstellungen der Kaderentwicklung vereinbar war (wie man aus dem Interview mit Rangnick im Kicker vom 02.02.2015 herauslesen konnte).

Das lässt letztlich vermuten, dass die jetzt schon und ohne Abwarten der sportlichen Entwicklungen nach den Anpassungen in der Winterpause getroffene Entscheidung gegen Zorniger eine Entscheidung gegen den Weg Zornigers und für den Weg Rangnicks war. Sprich, man für die Zukunft das sportdirektorliche Drehen am großen Rad erwarten darf. Was nicht nur den Namen Tuchel sehr viel wahrscheinlicher macht, sondern auch in Sachen Augenmaß bei der Kaderplanung ein Umdenken folgen lassen dürfte. Die Spieler mit auslaufenden Verträgen, aber nicht nur die dürften dies mit einigem Grummeln verfolgen. Ob sie dies eher als Motivation oder als bremsend empfinden, werden die nächsten Wochen zeigen.

Das Abweichen vom zweieinhalb Jahre lang verfolgten Weg des ruhigen sportlichen Arbeitens unter Einbeziehung des Kaders, der jeweils zentral den Aufstieg verantwortete, erscheint zum jetzigen Zeitpunkt absurd und völlig unnötig, weil man sich damit eine arbeitsfähige Struktur zerstört. Eine arbeitsfähige Struktur, die zweimal hintereinander aufgestiegen war und vielleicht sogar ein drittes Mal in Folge aufgestiegen wäre. Man stelle sich mal vor, Zorniger wäre geblieben, am Ende der Saison aufgestiegen und hätte dann nach drei Aufstiegen in Folge gehen müssen. Was für eine absurde Vorstellung. Und was für eine absurde Entlassungsidee.

Dass man nun mit dem U17-Coach Achim Beierlorzer (vor der Saison aus dem Nachwuchsbereich von Greuther Fürth gekommen) bis zum Sommer weitermachen will, setzt dem ganzen noch die Krone auf (nichts gegen Beierlorzer als Coach). Man schlägt einem erfolgreichen Coach zum Sommer die Tür vor der Nase zu und nimmt dafür in Kauf, dass der dieses Spiel nicht bis zum Saisonende mitspielt und man (weil man aktuell keine feste Lösung der Trainerfrage hat) nun die Saison mit einem Übergangscoach zu Ende spielt, der noch nie im Männerbereich gearbeitet hat.

Wie gesagt, nichts gegen Beierlorzer, der bei der U17 hervorragende Arbeit leistet. Aber diese Entscheidung gegen Zorniger um jeden Preis ist nicht nur wenig wertschätzend, sie hat auch die Außenwirkung, dass das sportliche Abschneiden in der Restsaison nicht entscheidend ist, sondern die Trennung von Zorniger wichtiger war.

Ralf Rangnick hat es damit geschafft, den ersten Trainerwechsel innerhalb einer laufenden Saison bei RB Leipzig durchzuziehen. Dass er es damit geschafft hat, viele Menschen rund um RB Leipzig herum gegen sich aufzubringen, obwohl die Diskussionen um den Trainer zuletzt und vor allem auch nach dem Aue-Spiel lauter wurden, ist durchaus bemerkenswert. Dass Rangnick es geschafft hat, sich völlig konträr zur verbalen Rückendeckung für Zorniger schon jetzt gegen ihn zu entscheiden, lässt ihn nicht in einem guten Licht stehen und ist eigentlich nur dadurch erklärbar, dass er für den Sommer eine Lösung hat, die ihm über allem an Image, Medienaufregung und kurzfristigem sportlichen Erfolg steht.

Vielleicht lebt man in einer profifußballfremden Welt, wenn man davon ausgeht, dass der Sportdirektor zuerst einmal dazu da ist, Trainer und Team den Rücken zu stärken und ihnen dabei zu helfen, als Einheit aufzutreten und sportliche Erfolge zu schaffen. Sprich, ein idealer Sportdirektor sollte es gerade in kritischen Situationen schaffen bzw. als seine Aufgabe ansehen, dass der Trainer in Ruhe arbeiten kann, das Team enger zusammenrückt, man gemeinsam Krisen durchsteht (und 10 Punkte aus den letzten neun Spielen gehen durchaus als kleine Krise durch) und der Verein aus der Sache gestärkt hervorgeht.

Auf die erste sportliche Krise bei RB Leipzig seit 2012 damit zu reagieren, dass man den Trainer schon im Februar zum Sommer hin entlässt, ist dahingehend eine komplette Katastrophe. Und sollte bei zukünftigen potenziellen Trainern und Spielern von RB Leipzig das Wissen hinterlassen, dass Rückendeckung nur in guten Phasen zu kriegen ist und nicht wenn es mal schlecht läuft oder man mal im Detail eine andere Meinung hat als der Sportdirektor.

Ralf Rangnick hat sich mit der frühen Entscheidung gegen Zorniger jedenfalls als finaler, starker Mann im Verein präsentiert. (Wenn man mal hoffnungsfroh davon ausgeht, dass Mateschitz da seine Finger nicht entscheidend im Spiel hatte.) Das ist selbst im von ihm gern postulierten „lernenden System“ RB Leipzig natürlich angesichts seiner Stellenbeschreibung sein gutes Recht. Egal ob man diese Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt als absurd empfinden möchte.

Letztlich bleibt der Eindruck, dass Rangnick Zorniger nur solange den Rücken stärken wollte, bis er ihn nach der ersten Zweitligasaison loswerden konnte. Sollte Tuchel im Sommer wirklich kommen, dann würde aus diesem Eindruck wohl Gewissheit werden. Würde den Sportdirektor und seine Entscheidung gegen Zorniger nicht gerade sympathischer dastehen lassen.

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PS: Eine Würdigung des Wirkens von Alexander Zorniger dann noch irgendwann nächste Woche. Aktuell überwiegt doch die Analyse der und die emotionale Reaktion auf die Entlassung durch Rangnick. Später hier ab 14 Uhr, wenn alles gut geht, auch noch ein paar Zitate von der Pressekonferenz zur Entlassung von Zorniger.

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Pressekonferenz mit Vorstandsvorsitzendem Oliver Mintzlaff, Sportdirektor Ralf Rangnick und Übergangscoach Achim Beierlorzer.

13.43

Da sind wir also bei einem Termin, mit dem wohl keiner so richtig gerechnet hätte. Es geht um die Entlassung von Alexander Zorniger bzw. um dessen Rückzug, weil man nur noch bis zum Sommer mit ihm geplant hätte. Oliver Mintzlaff, Ralf Rangnick und Neu- bzw. Übergangscoach Achim Beierlorzer werden die Lage der Dinge erklären.

13.43

Naturgemäß hier ein enormer Presseauflauf.

13.44

Ich werde versuchen, die wichtigsten Aussagen mitzutickern. Mal sehen, wie das Netz hält und ob der Blog die Zugriffszahlen aushält..

13.46

Es bleibt vorerst enormes Unverständnis über den Stand der Dinge bei mir. Will man mal hinter alle Emotionen zurücktreten, dann bleibt als Fakt, dass für Rangnick offenbar klar war, dass man mit Zorniger nicht über den Sommer hinaus zusammenarbeiten will, selbst wenn der den Aufstieg in die Bundesliga geschafft hätte. Und für Zorniger war unter den Umständen offenbar klar, dass er nicht weitermachen will.

13.50

Dass man vereinsseits den Trainer durchaus gern noch behalten und bis zum Saisonende durchgehalten hätte, sieht man auch in der Tatsache, dass man nun Achim Beierlorzer zur Übergangslösung macht. Was, bei aller Qualität des Nachwuchstrainers, nur als Notlösung interpretierbar ist, auf die man nach Zornigers Rückzug zurückgriff. Sprich, man scheint von Zornigers sofortigem Rücktritt überrascht worden.

14.05

Grußworte von Alexander Zorniger, ausgerichtet vom Pressechef Sharif Shoukry: Danke für die zumeist gute Zusammenarbeit an die Presse.

16.30 Uhr dann: öffentliches Training.

Ralf Rangnick: “Die letzten Tage waren für uns nicht ganz so ruhig. Gestern Abend längeres Gespräch mit Alexander Zorniger. Verständigung die Zusammenarbeit sofort zu beenden.” Am Wochenende mit Mintzlaff über Aue geredet und übereingekommen, zur neuen Saison einen neuen Trainer zu suchen. “Waren uns einig, dass es nicht dreieinhalb Monate möglich ist, das geheim zu halten.” Weil Suche nach neuem Trainer nicht geheim möglich. Dies Zorniger mitgeteilt. “Alex hat uns dann mitgeteilt, dass er nach reiflicher Überlegung dazu gekommen ist, sich sofort zu trennen.”

Achim Beierlorzer: “Gestern Anruf von Herrn Rangnick bekommen. War überrascht. Hab keine Sekunde darüber nachgedacht. War klar, dass ich die Stelle annehmen. Mannschaft im Sommer im Trainingslager schon gesehen. Freue mich auf das Spiel am Sonntag gegen Frankfurt hinzuarbeiten.”

14.10

Ralf Rangnick: Entscheidung für neuen Trainer sei am Wochenende, am Sonntag, zwei Tage nach Aue gefallen. Man habe auch mit Mateschitz gesprochen in dem Zusammenhang und der habe der Entscheidung zugestimmt. Über mögliche neue Trainer für die kommende Saison werde man öffentlich nicht sprechen und darüber habe man intern noch nicht wirklich gesprochen. Neuer Trainer muss Art des Spielens bei RB Leipzig mittragen.

Rangnick weicht der Nachfrage nach Tuchel etwas aus. Diesbezügliche frühere Gerüchte hätten keine reale Grundlage gehabt.

Stellt jetzt den ehemaligen Nachwuchscoach von Greuther Fürth, Achim Beierlorzer vor, der erfolgreich die U17 trainiert habe. “Voller Überzeugung für diese Lösung entschieden.” Werde auch für die Lösung im Sommer gelten. Beierlorzer konnte mit dem Auftreten seiner U17 überzeugen.

Trainerteam soll abseits von Zorniger zusammenbleiben.

Ob Rangnick näher ans Team und in Spielen auf die Trainerbank rückt, ist noch unklar. Entscheidet Beierlorzer.

14.16

Rangnick: U-17-Trainerposten wird nachbesetzt. Wird mit der Nachwuchsleitung besprochen. Noch unklar, wer es wird.

Rangnick: Man konzentriere sich erst mal auf die kommenden Spiele. Keine klare Ansage, ob man wirklich bis Sommer warte mit einem neuen Trainer für die Profis.

Rangnick: Es gehe um die Entwicklung der Mannschaft und der einzelnen Spieler. “Das ist die letzten zweieinhalb Jahre gelungen, auch in dieser Saison.” Gelte aber nicht für die vergangenen neun Spiele. “Das war schon eher Rückschritt.” “Der Trend war nicht positiv. In Aue kann man verlieren, aber die Frage ist Wie. Die Art und Weise war ernüchternd. Diese Punkte haben dazu geführt, trotz aller Zufriedenheit mit den bisherigen Erfolgen, nach vorn zu schauen.” “Entscheidend ist der Weg in die Bundesliga. Da muss man die entsprechenden Schritte sehen. Und da gab es bei uns aufgrund der letzten Monate Zweifel”.

Rangnick: “Gehen davon aus, dass ein neuer Trainer zum 01.07. kommt und wir die Saison mit Beierlorzer zu Ende bestreiten.” Beierlorzer in der ersten Liga ist denkbar, aber darüber denke man noch nicht nach. Gehe um die nächsten Spiele und darum ein anderes Gesicht zu zeigen als in Aue. “Mannschaft in eine Verfassung bringen, den Fußball zu spielen, den sie zu Beginn der Saison gespielt hat.”

14.24

Rangnick: Vor der Winterpause die Situation analysiert und zusammen mit Zorniger Spielerneuzugänge beschlossen. Davon habe man sich im Trainingslager und gegen Aue Entwicklungen erhofft. (Die offenbar nicht eintraten.)

Beierlorzer: Wieder zum RB-Fußball zurückkehren. „Aggressiver Angriffsfußball, der den Zuschauern Spaß macht. Drei Trainingseinheiten bis Frankfurt. Werde mir da ein Bild machen. Bin überzeugt, dass wir zu unserem Fußball zurückkehren können.“ „Herz und Leidenschaft waren zuletzt in vielen Situationen zu vermissen. Möchte ich der Mannschaft wieder vermitteln.“

Rangnick: „Schließe mich Beierlorzers Analyse an.“ „Man braucht sich nur das Torverhältnis anschauen. Da müssen wir auf jeden Fall etwas verbessern.“ „Wenn ich mir unsere Möglichkeiten im Angriff anschaue, dann wäre es gelacht, wenn wir die nächsten acht Spiele auch keine Tore schießen. Hat für mich etwas mit Spielfreude zu tun, die ich in den letzten Wochen vermisst habe. Kann man nicht herbeireden. Das ist ein Prozess.”

Rangnick: Letzten Freitag war es noch Überzeugung, sich hinter Zorniger zu stellen. Die Entscheidung übers Wochenende, zum Sommer etwas zu ändern, habe dann erst zu Zornigers Umfallen geführt. Rangnick habe Respekt, dass Zorniger dann zurückgemeldet hat, ob es nicht Sinn macht, sich dann doch gleich zu trennen.

Mintzlaff: Noch “keine finale Einigung” in Bezug auf eine Vertragsauflösung mit Zorniger. Werde man in den nächsten Tagen mit Berater angehen. Suche nach “Lösung, die beiden Seiten gefällt und die Wertschätzung für Zorniger deutlich macht.”

14.33

Rangnick: Erster Teil der Hinrunde war gut. Zweiter Teil der Hinrunde war nicht gut. “Aus einem Trend ist inzwischen eine Entwicklung geworden.” “Haben uns in Aue einen anderen Auftritt erwartet.”

Beierlorzer: Früher schon mal bei kleineren Vereinen (Regionalliga und Bezirksliga) trainiert. Wollte dann in den Leistungsbereich. Deswegen nach Fürth in den Nachwuchsbereich.

Rangnick: Drückt sich darum zu sagen, ob man weiterhin den Aufstieg anpeilt. Betont noch mal die Entwicklung der Mannschaft. Man messe sich am Punkteschnitt der nächsten Spiele. Man habe vorher nicht auf Teufel komm raus aufsteigen wollen und dabei bleibe es auch. Wenn sich die Chance biete, dann wolle man trotzdem hoch. “Ich bleibe dabei, wenn du die Chance kriegst, musst du sie nutzen.” “Achim Beierlorzer ist ab sofort der wichtigste Mann im Verein.”

Rangnick: Beierlorzer wurde gewählt, weil er Verein, Spielweise und Spieler kennt. “War ausgeschlossen, einen Trainer zu holen, bei dem wir wie bei einem Blind Date zusammenkommen.”

Rangnick: Noch keine Wunschkandidaten für den Sommer. “Teich der Kandidaten ist nicht arg groß. Wir müssen sehen, was dann möglich ist. Es pressiert aber nicht.” Kandidat müsse sich in die gewünschte Spielphilosophie einpassen.

Rangnick: Persönliche Spannungen mit Zorniger hätten nichts zur Trennung von ihm beigetragen. Man habe immer konstruktiv gestritten. Auch in den letzten Wochen. “Persönliche Dinge hatten keinen Anteil.”

14.41

Rangnick: Auftreten der Mannschaft auf dem Platz spiegele wider, wie die Mannschaft drauf ist. „Bin überzeugt, dass die Mannschaft mehr kann.“ Keine direkte Antwort auf die Frage, ob Zorniger das Team nicht mehr erreicht habe.

Rangnick: „Mannschaft hat in den ersten 11 Spielen gezeigt, dass sie zweite Liga kann.“ Durchaus normal aber auch, dass die anderen Mannschaften nach einer gewissen Zeit Antworten finden. „Und dann muss man eben selbst wieder Antworten finden.“

Beierlorzer: Nächste vier Tage an der Spielphilosophie arbeiten. Mannschaft helfen, zu sich zu finden. “Jeder Einzelne muss wieder zu seinen Stärken zurückfinden.” Teambuilding stehe nicht im Mittelpunkt.

Rangnick: Mannschaft wurde heute früh um 10 Uhr informiert. Ging danach zum lockeren Training. Seitdem mit allerlei Dingen beschäftigt, sodass man noch nicht mit der Mannschaft reden konnte. Weiß deshalb nicht, wie die Mannschaft auf den Trainerwechsel reagiert hat. Am Samstag geht man vor dem Frankfurt-Spiel ins Hotel.

Rangnick: Rückkehr auf die Trainerbank ist zum Sommer nicht vorgesehen. Kurzzeitig darüber nachgedacht, ob er jetzt gleich für den Rest der Saison auf die Bank rückt, aber für die mittel- und langfristige Planung sei das nicht gut gewesen. Trainer und Sportdirektorenposten sollten nicht vermischt werden.

Rangnick: Sei nicht einfach gewesen, Zorniger zu entlassen. Sei für ihn ja auch das erste Mal gewesen.

15.04

Das war es dann von hier. Vor allem eine Rangnick-Pressekonferenz. So richtig nachvollziehbar ist die Sache weiterhin nicht. Man sei mit Zorniger eigentlich die ganze Zeit zufrieden gewesen bis auf die letzten Spiele vor der Winterpause, habe dann im Winter Anpassungen vorgenommen und dann nach einem Spiel nach der Winterpause festgestellt, dass es keine Entwicklung gibt und deswegen beschlossen Zorniger zum Sommer rauszuschmeißen?

Warum, wenn man keine Entwicklungen sieht, dann bis zum Saisonende warten? Wie kann man nach einem Spiel nach der Winterpause beurteilen, dass die Winterpausenanpassungen nicht funktionieren? Man muss an dieser Sache nicht alles nachvollziehen können.

15.11

Achim Beierlorzer macht derweil einen sehr klaren Eindruck bezüglich dessen, was er will. Mal abgesehen davon, dass ihm kein Wort Richtung Ex-Trainer über die Lippen kam (muss man aber auch nicht überbewerten), ist er sportlich sicherlich keine schlechte Wahl. Ob er bei seinem ersten Profi-Job sofort einschlagen und die Profis einfangen kann, muss man sehen.

15.13

So, das lassen wir jetzt alle mal in Ruhe sacken und machen irgendwas draus. Klar könnte man meinen, dass das Fußballgeschäft eben so ist, aber einen zweimaligen Aufstiegstrainer nach ein paar Spielen, die nicht so gut liefen, zu enteiern, ist dann eben auch im Fußballgeschäft nicht an jeder Ecke alltäglich..

In diesem Sinne. Gehabt euch wohl..

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28 Gedanken zu „„Da müssten wir geisteskrank sein““

  1. Sehr gute Analyse, die sich mit meinem Eindruck deckt – wenngleich mich die Thematik nachvollziehbarerweise emotional nicht so packt und ich da mit einigem Abstand draufschaue. Es wirkt aus der Entfernung auf jeden Fall fast so, als hätte RB den Rest der Saison abgeschenkt (so nach dem Motto: „Die Mannschaft ist individuell gut genug besetzt und wird schon nicht absteigen, da reicht dann auch ein U17-Übungsleiter.“). Vereinsseitig musste man ja eigentlich damit rechnen, dass Zorniger das Spiel nicht mitmacht. Und davon, dass Tuchel im Sommer kommt, kann man wohl ausgehen.
    Wirklich (wertfrei) gespannt bin ich jetzt, wie die Mannschaft und das Umfeld mit dieser Situation umgehen. Auch wenn es bescheuert (und im Moment wenig tröstlich) klingen mag, aber das sind normalerweise die Geschichten, an denen eine Fanszene auch wächst… Alles Gute!

  2. Bei mir geistert da irgendwie ein Zusammenhang mit dem vorweihnachtlichen Frahn/ Morys Thema durch den Kopf. Krieg das nicht sortiert. Ist nur so ein Gedanke…

  3. Ich hätte es nicht besser zusammenfassen können. Eine erstklassige Einschätzung mit hohem Wahrheitsgehalt.

    Am aktuellen Beispiel sieht man, wie schnell ein Image, eine Strategie, ein Konzept und eine Philosophie zerstört werden können, die man sich ehrlich in 2,5 Jahren geschaffen hat.
    Ich habe das Gefühl wir sind beim Schach. Da wird die „Dame“ geopfert um am Saisonende stolz den neuen König präsentieren zu können. Wenn der Schuss mal nicht nach hinten losgeht…

  4. Tja, da wächst jetzt aber auch der (interne) Druck auf den werten Herr Rangnick.

    An ein Abschenken glaube ich nicht, im Gegenteil, es wirkt ja fast so als ob er durch solche aktionistische Hektik und Kurzschlußhandlung den Aufstieg noch irgendwie erzwingen will … nur, so einfach ist das eben nicht, wie es eben AZ schon richtig erkannt hatte (Respekt & Demut).

    Klappt es diese Saison jedoch damit nicht wird auch der Erwartungsdruck auf RR zunehmen, spätestens zur nächsten Saison wenn der Aufstieg dann Pflicht wird … scheitert auch Zornigers Nachfolger, dann ist wohl auch Rangnick Geschichte in Leipzig.

    (Oder aber er setzt sich eben selbst auf die Trainerbank.)

  5. Wer ab jetzt das Team aufstellt – das dürfte doch wohl jedem hier klar sein!
    Es war der richtige Schritt mindestens 2 Monate zu spät.
    A.Z. hat mehr und mehr mit dem Feuer gespielt und nun die Quittung von seinen Chefs erhalten. Die Presseerklärung dient nur der Wahrung des Gesichts aller, Herr Zorniger wurde heute auf Grund der Beratungsresistenz entlassen.
    Mehr habe ich dazu nicht zu sagen, es war ein guter Tag für meinen geliebten Verein!

  6. Starke Einordnung dieser seltsamen Situation. Macht Leipzig respektive Herrn Rangnick nicht sympathischer, aber das wird ihn wenig kümmern. Tuchel wäre natürlich ein dickes Ding.

  7. Klar, Geschäft ist Geschäft. Und Fußball ein Ergebnissport. (Wo ist das Phrasenschwein?) Aber die Identifikation zu so etwas abstraktem wie einem Verein funktioniert vor allem über Menschen, die ihm ein Gesicht geben. Und darüber, wie man mit diesen Menschen umgeht.

    Zorniger war nicht nur sportlich erfolgreich. Er hat RB Leipzig ein sehr sympathisches, authentisches Gesicht gegeben und diese Art des defacto Rauswurfs ist unter aller Sau. (Wer hätte nicht hingeworfen, wenn ihm schon der Nachfolger präsentiert wird?) Insofern ist der heutige Tag ein echt mieser für RB, egal wie es sportlich weitergehen mag.

  8. Das Umdenken, sofern es das, was ich bei Rangnick bezweifle, wirklich gab, fand doch schon in der Winterpause statt, wenn man sich die Transfers anschaut.
    Deshalb macht er sich mit seinem Handeln einen Spieltag nach der Winterpause mehr als angreifbar. Daß er Zorniger Aufstieg und womöglich Etablierung in der Bundesliga nicht zutraute, wusste er doch schon vorher. Er agiert damit auf dem Niveau vieler Verantwortlicher, die ihre Trainer die Winter-Vorbereitung machen lassen, um sie dann spätestens nach zwei Spielen rauszuschmeißen. Da ist der Stratege über seine Ungeduld gestolpert. Das wirft kein gutes Licht auf ihn.

  9. „ein bisschen mehr demuth täte uns gut“.

    vielleicht für die b-jugend, da ist ein platz frei geworden. sollte nicht so schwierig sein, ihn aus meuselwitz loszueisen.

  10. Ich finde die Analyse und die vom Aue-Spiel etwas einseitig, auch wenn ich deine sonstigen Analysen schätze.

    Es ist mit Sicherheit seltsam, wenn man bereits jetzt bzw. schon einige Zeit weiß, dass man ab Sommer auf jeden Fall mit einem anderen Trainer weitermacht.
    Die Differenzen zwischen AZ und RR waren schon lange deutlich, die seltsame Aufstellungspolitik von AZ seltsam. Einen passablen Start kann ich nicht unbedingt erkennen, da man das 1860-Spiel vor dem Hintergrund der weiteren Entwicklung von 1860 anders einschätzen muss als damals. Es gab keine Entwicklung in der Mannschaft, eher eingefahrene Gleise. Und die Einschätzung von Fandrich nach dem Aue-Spiel zur Ausrechenbarkeit des RB-Spiels treffend.

    Es hat sich immer mehr herausgestellt, dass es Differenzen gibt. Und du, rotebrauseblogger, müsstest das bei der PK letzte Woche auch mitbekommen haben. Da traten die Differenzen öffentlich deutlicher zu Tage als je zuvor.

    Die Aussage mit dem „wir wären schön blöd“ als gesetzt zu sehen ist dann schon etwas naiv. Was soll Rangnick sonst sagen?

    Die Bilanz von AZ in der 2. BL war angesichts des vorhandenen spielerischen Potentials letztlich überschaubar, der Tabellenplatz glücklich, weil die Konkurrenz auch zuweilen irrlichterte.

    Es ist folgerichtig, dass ein Trainer geht, wenn sich Sportdirektor und Trainer nicht mehr verstehen. Auch wenn es bedauerlich ist.

    Ob der U17-Trainer bis zum Ende der Saison auf der Bank sitzen wird werden wir sehen. Ich glaube es nicht.

    Rangnick hat stets deutlich gemacht, durchmarschieren zu wollen und es ist noch möglich. Aber ich hatte meine Zweifel, ob das mit Zorniger noch zu schaffen ist, weil die unterschiedlichen Vorstellungen von Geschwindigkeiten zu krass waren.

    Zorniger hat viel geleistet. Etwas durchschnaufen tut ihm sicher gut. Durchschnaufen ist aber bei Red Bull/ RB nicht vorgesehen, schon gar nicht bei Rangnick.

    Danke Alex!!! Alles Gute!

  11. Sorry, da hier der Tenor offenbar einheitlich ist, erlaube ich mir mal ein paar Dinge anzuführen, die GEGEN A.Z. sprechen; also hier mein CONTRA:
    -Ich möchte an „Rocke“ erinnern, der kurz vor seiner Abschiebung eine saftige Vertagsverlängerung (bestärkt durch A.Z.) erhalten hat;
    -Ich möchte an die merkwürdige Ein/-Auswechslung von Rebic erinnern; offenbar nur deshalb, weil Rebic eben auch ein Sturkopf (wie A.Z. selbst) ist. Einen 4-Millionen-Mann auf der Bank versauern zu lassen, ist in der 2.Liga ein Unding.
    -Ich möchte an Luge erinnern, einen von A.Z. gewollten totalen Fehlkauf.
    -Ich möchte an das überlange Festhalten an Frahn erinnern, der (trotz seiner unbestittenen Fähigkeiten) in der 2. Liga NICHT angekommen ist;
    Dies nur ein paar wenige SPORTlicher Beispiele.
    Mich persönlich hat immer A.Z.s Eitelkeit gestört, die in vielen seiner Aussagen durchblitzte, dies passt nun garnicht zu der von ihm selbst angemahnten Demut.
    In einer Mannschaft müssen auch „Typen“ integriert werden (zB Rebic), was dann schwer wird, wenn der Trainer selbst ein „Typ“ ist.

  12. Dein Kommentar zur aktuellen Situation und auch die Kritik an Rangnick ist nachvollziehbar und gewiss auch teilweise berechtigt. Allerdings fehlt mir der kritische Blick auf die Arbeit von Zorniger. Denn wenn wir die Aufstiege bzw. Erfolge der letzten Jahre, die sicherlich Anerkennung und Respekt verdient haben, mal beiseite schieben, so war bereits seit letzter Saison erkennbar, dass es unter Zorniger keine nennenswerte Weiterentwicklung der Mannschaft hinsichtlich Spielweise und taktischer Flexibilität gab. So ähnlich war es zumindest auch hier im Blog schon häufiger zu lesen.
    Nun kann man hier auf fehlende Qualität der Spieler verweisen. Allerdings ist das meiner Meinung nach eben nur die halbe Wahrheit. Wenn man sich dann dazu noch die letzten Spiele anschaut, so entstanden auch bei mir ernste Zweifel an einer positiven Entwicklung. Man hatte das Gefühl, dass bei der rasanten Entwicklung von RB nicht nur einige Spieler an ihre Grenzen gestoßen sind. Zumindest fand Zorniger immer häufiger keine Antworten auf die Spielweise und Taktik der Gegner, die im Gegensatz dazu genau diese Antworten (leider) parat hatten.
    Unabhängig davon bleibt aber festzuhalten, dass Alex Zorniger mit Sicherheit wesentlich zur positiven Entwicklung von RB beigetragen hat. Vielen Dank dafür!

  13. @RB-Freund
    meine Ausführung kann ich mir sparen. Du hast es sehr treffend formuliert. (Eine Meinung)

    Auch wenn mir die Zeit mit dem Trainer AZ viel Freude bereitet hat, waren die letzten Spiele echt langweilig. Ich hatte das Gefühl, dass AZ nicht aufsteigen wollte. (Aufstellung usw.)

  14. Vielen Dank für den Live-Ticker.

    Bin auch nicht überzeugt was das ganze Procedere angeht, sieht tatsächlich so aus als daß Rangnick vom Rücktritt Zornigers einigermaßen überrascht war.

    Die jetzige Personalie ist nur eine Notlösung bis im Sommer, unabhängig von der Spielklasse, ein neuer Chefcoach kommt.

    Tuchel wäre für mich kein Upgrade, im Gegenteil, hoffe daß da noch andere Asse im Ärmel sind.

  15. @rumbelvillage: Wie geschrieben, die Würdigung der Tätigkeit Zornigers dann vermutlich nächste Woche in aller Ruhe. Da wird auch für so etwas Platz sein.

  16. Bei dir kommt A.Z. gut weg. Seine Art auch sympatisch.
    Jetzt zum sportlichen. In welchem Spiel hat RB in dieser Saison überzeugt?
    1860? Wo stehen die? Union und Düsseldorf waren nicht schlecht. Aber dann …
    Wir dominieren auswärts und fangen Konter …

    Und wie war Aue? Unser letzter Verteidiger steht an der Mittellinie, muss in der 1. Halbzeit gefühlte 8x in den Sprint als letzter Mann. So gibts das 1. Tor im Konter. Das zweite nach Elfmeter, weil unser Verteidiger mit letztem Einsatz und Fußspitze zum Ball muss. RB war hinten stets offen wie ein Scheunentor, das konnte nicht mal Bayern gegen Wolfsburg.

    Sehr viele Tore der 1. Serie fallen aus Standards, meist Freistöße. Passspiele?
    Neue Spieler werden kaum eingesetzt, Rebic vergrault. Nach Monaten besorgt man dem einen Dolmetscher.

  17. Die Gallionsfigur wurde vom RB-Schiff montiert.

    Ich bin irgendwie immer noch geschockt wie schnell das geht. Habe mir gerade die komplette PK angesehen. Herr Rangnick ist in meinen Augen unglaubwürdig. Den Satz von vor ein paar Tagen (dass am Trainer festgehalten wird) empfinde ich als Lüge. Die Entscheidung ist gereift und nicht erst nach dem Aue-Spiel gefallen.

    Ebenso das Gefasel, dass er selbst als Trainer eine Option sein hätte können, über die durchaus nachgedacht wurde. Die er aber nicht ziehen wird, weil ihn seine Tätigkeit als Sportdirektor ausfüllt. Hmm, auf einem Schiff würde man doch erwarten, dass der Kapitän selbst das Ruder in die Hand nimmt, wenn er den Steuermann von Bord schmeißt, oder? Zumal er als (wenigstens übergangsweise) Sofortlösung die erforderliche Vita und Qualifikation hätte. Die Wahrheit ist doch: Würde er als Trainer keine Wende herbeiführen, stände er vor aller Welt als Trottel da. Er wird deshalb einen Teufel tun, den Chefsessel gegen einen Trainer-Stuhl einzutauschen.

    Zitat Rangnick auch „…Trotz aller – und das möchte ich an dieser Stelle noch einmal ganz aufrichtig betonen – absoluter Zufriedenheit mit dem was bisher passiert ist…“. Argh, ich kann dieses Politikergeschwafel nicht hören. Schaut Euch die PK mal an, wenn Ihr es noch nicht getan habt.

    „Rutsch mir doch den Buckel runter!“. Genau das wird Alexander Zorniger wohl gedacht – und wie ich ihn einschätze – auch gesagt haben. Schade um einen so verdienstvollen Typen, der mir mit seiner Knorrigkeit (die ihm nun wahrscheinlich den Job gekostet hat) wirklich ans Herz gewachsen ist. Als ob man einen Kurs bei Abweichungen nicht mit vernünftiger Kommunikation hätte korrigieren können.

    Wie konstant unkonstant doch alles ist. Wegwerfgesellschaft halt, erschreckend.

  18. Die Entwicklung war absehbar. Dass es dann so schnell ging, war überraschend. Ich habe damit gerechnet, dass man AZ noch einige Spiele die Möglichkeit gibt, das Ruder herum zu reißen.

    Zwischen AZ und RR hat es offensichtlich nicht mehr gestimmt. Die Äußerung in der Pressekonferenz gegenüber RR war respektlos. Der Widerspruch zu den Zielen des Vereins war gravierend. Was soll man mit einem leitenden Angestellten, der so offen die Ziele des Vereins nicht teilt (egal wie berechtigt seine Einstellung sein mochte).

    Zwischen AZ und der Presse war das Verhältnis auch nicht spannungsfrei. Als AZ in der Hinrunde bezweifelte, ob Guido Schäfer überhaupt etwas gelernt habe, nahm es dieser locker und zeigte AZ seine Diplomarbeit. Andere Pressevertreter nehmen solche Despektierlichkeiten nicht so locker, schon gar nicht in der von Vereinsseite gewünschten 1. Liga.

    Zwischen AZ und der Mannschaft schien es auch nicht mehr zu stimmen. Jedenfalls konnte man den Auftritt einiger Spieler und einige Äußerungen so deuten.

    Wie auch immer, danke, AZ, für deine Leistung, für die Aufstiege, für die geile Zeit. Am Ende hat das eine oder andere nicht mehr gepasst. Alles Gute für deine Zukunft.

  19. RR vorzuwerfen, dass er sich vor kurzem noch hinter den Trainer gestellt hat, ist Nonsens. Dies ist übliche Bundesligapraxis.

  20. Frahn, Zorniger, … Sage noch Einer, es gäbe keine Tradition bei RR.
    Rangnick, Leipzig, … Und sogar eine mit Perspektive.

    Nur die allerdümmsten Kälber suchen sich ihr’n Schlächter selber.

    P. S. Es ist süß zu sehen, wie ihr nach Fassung ringt. Zu beobachten, wie ihr wider besseren Wissens manchmal glaubt, ihr wäret ein Fußballverein.

  21. Wenn sich Menschen für einen anderen Menschen begeistern, egal ob er Fußballtrainer ist oder Hausmeister in einer Schule, dann hat dies mit Sympathie zu tun.

    Am gestrigen Tag wurde den meisten von uns der letzte Rest von Naivität genommen.
    Die Zukunft wird es zeigen, wie es das Klima, Fans zum Verein, nachhaltig verändert.

    Herr Zorniger, vielen Dank für die vergangenen 2,5 Jahre. Ich wünsche Ihnen persönlich alles Gute!

  22. „Während für Zorniger Demut und Entwicklung des Kollektivs, also Teambuilding und Spaß“

    Sorry, aber bereits ab der Stelle geht meine Logik mit dem gelesenen auf Konfrontation!

    Wann und wo wurden denn Spaß und Teambuilding beobachtet? Bei Fandrich, Rebic, Luge, u.v.a war letzteres nicht zu beobachten. Beim Rest war ersteres Mangelware…

    Nein so spielt keine starke Mannschaft mit innerem Zusammenhalt. Aue hat trotz 8! Neuzugängen so gespielt.

    Ich finde es gut dass man AZ jetzt den Rücken stärkt. Aber die Realität verdrängen hilft bei Netto an der Kasse so wenig wie im Millionenbusiness…

  23. Ich schreib einfach mal, was ich auch schon auf einer anderen Seite schrieb, weil’s hier auch passt:

    Was soll denn diese negative Haltung? Was AZ in den letzten Wochen (vor der Winterpause) hat spielen lassen, war nichts! Ohne System, viele Fehlpässe. Man fragte sich doch ständig, was die trainieren und jetzt heult man rum? Klar wie es ablief, war nicht ok, aber das sich etwas ändern musste, war ja klar und jetzt ist es eben, auch weil AZ es so wollte!, gekommen. Er hätte es auch sportlich sehen können und bis Saisonende seinen Job machen können für den er bezahlt wird. Das bei RB alles etwas anders, als bei anderen Vereinen abläuft, sollte klar sein und hier zählt, wie bei vielen anderen, einfach nur das Geld und das erreicht man nur durch Siege und Aufstiege. Zorniger hat viel geleistet, aber das ist einfach zu lange her. Der Saisonauftakt war gut und danach? Grottenkicks und keine Fortschritte und das sich das RR und DM nicht lange anschauen, war klar! Wir sind eben kein Verein wie Dortmund, der sich das „leisten“ kann die Ziele zurückzustecken. Nur Erfolge bringen wirklich Geld und Fans und wer das nicht sehen will, muss ja nicht zu RB. Die Gegenstimmen haben schon Recht: Bei RB zählt nur das Geld und das menschliche bleibt auf der Strecke. Das war bei Vogel so, bei Röttger, bei Rockenbach, bei allen, die vorher schon gehen mussten. Ich bin dankbar für das, was AZ geleistet hat, aber das gehört zur Vergangenheit. Man muss nicht gewinnen, aber es gab keine Fortschritte mehr und das hätten wir uns alle bis zum Ende der Saison nicht weiter angetan. Wie hätten wir denn geguckt, wenn die anderen Mannschaften uns nicht in die Karten gespielt hätten und wir deswegen nicht auf Platz sieben, sondern 12 oder schlechter wären? Wie hätten wir am Ende der Saison geguckt, wenn wir im guten Mittelfeld gelandet wären und der Rest der Nation hätte gelacht, weil unser Kader viel mehr kann? Hätte RR AZ anlügen soll und ihm verschweigen sollen, dass im Sommer ein neuer kommt? Wäre das besser gewesen? Drei Jahre sind in Leipzig eine verdammt lange Zeit und wer die Mannschaft über Wochen nicht besser, sondern schlechter macht, muss eben mit den Konsequenzen leben.

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