2.Bundesliga: FC Erzgebirge Aue vs. RB Leipzig 2:0

Alles neu macht das neue Jahr. Oder eben nicht, denn das erste Spiel von RB Leipzig im Jahr 2015 fühlte sich wie diverse (Auswärts-)Erlebnisse im Zweitligajahr 2014 an. Kein Tor geschossen, mit einer Enttäuschung und null Punkten im Gepäck wieder nach Hause gefahren. Nur ein Tor in den letzten sechs Auswärtsspielen von RB Leipzig legt den Finger ziemlich deutlich in die Wunde. Dass in Aue auch defensiv viele Sachen nicht stimmten, kam noch erschwerend dazu.

Ins Spiel gegangen war RB Leipzig ein wenig überraschend mit Sebastian Heidinger, der Georg Teigl rechts hinten ersetzte und defensiv einige Lücken hinterließ. Zudem durfte Lukas Klostermann den zweiten Platz in der Innenverteidigung übernehmen und konnte sich in der ersten Hälfte zumindest dadurch auszeichnen, dass er einige Male in höchster Not und sauber klärte. Andererseits blieb Klostermann im Spielaufbau unsicher, sodass das Debüt in der Zweitligastartelf durchwachsen blieb.

Im neuen 4-3-3, in dem Daniel Frahn zu Beginn den dritten Platz neben Poulsen und Forsberg ergattern konnte, übernahm RB Leipzig zu Beginn das Kommando und suchte nach Wegen, das Auer Tor in Bedrängnis zu bringen. Insbesondere Emil Forsberg zeigte sich dabei sehr auffällig und technisch stark und war am Ende der Partie auch der RB-Spieler mit den meisten Torschüssen. Trotzdem blieb er glücklos, weil er nach knapp 10 Minuten am linken Winkel vorbeizielte und nach 23 Minuten nur den rechten Außenpfosten traf.

20 Minuten lang hatte RB Leipzig das Spiel eigentlich ordentlich im Griff und suchte nach Wegen durch die Auer Verteidigung. Ab der 20. Minute verstanden es die Gastgeber aber sich immer mehr zu befreien und immer wieder Konter zu setzen. Schon nach einer knappen halben Stunde hatten sie dabei die Chance, durch Neuzugang Stefan Mugosa, der allein vor Coltorti auftauchte, in Führung zu gehen. Ein paar Konterversuche später war es dann mit Selcuk Alibaz ein weiterer Neuzugang, der eine weitere defensive Verwirrung zum 1:0 für die Gastgeber nutzte, nachdem der überraschend nach Verletzung wieder auflaufende Arvydas Novikovas noch die Latte getroffen hatte.

Immer wieder gelang es den Gastgebern schon vor dem 1:0 nach dem selben Schema durch tiefe Bälle, denen dann Novikovas, Wood oder Mugosa hinterhergingen, Gefahr zu entwickeln. Entweder dadurch, dass man im Mittelfeld die entscheidenden Ballgewinne hatte und dann den Ball tief spielte. Oder indem man den Ball in der Nähe der hoch stehenden RB-Innenverteidigung sicherte und in dem Moment, in dem beispielsweise Sebastian herausrückte, den Ball in dessen Rücken in den freien Raum legte. Situationen, in denen der Innenverteidiger nicht gut aussieht, weil er nach vorn verteidigt, ohne den Ball zu bekommen bzw. den Pass zu verhindern. Aber auch Situationen, in denen, wie auch Coach Zorniger zurecht anmerkte, die Absicherung fehlte. So wie dann eben auch beim 1:0, als Novikovas völlig allein die rechte Seite hinunter Richtung Coltorti marschieren kann.

Und wieder mal läuft man hinterher, diesmal ist es Lukas Klostermann | GEPA pictures/ Citypress24/ Darius Simka

Die zweite Halbzeit begann dann ein bisschen wie die erste. RB Leipzig war dominant und versuchte u.a. mit den eingewechselten Reyna und Teigl sofort den Ausgleich zu erzielen. Poulsen völlig frei per Kopf und Forsberg nach schöner Kombination verpassten aber in den ersten sechs Minuten der zweiten 45 Minuten diesen Wendepunkt. Was fast schon prototypisch für diese Partie sein sollte.

Aue auf der anderen Seite nun durch Standards gefährlich. Vucur verpasst nach einer Ecke völlig freistehend aus sieben Metern noch das 2:0. Patrick Schönfeld macht es kurz danach und nach einer knappen Stunde Spielzeit besser, hat es beim Handelfmeter aber auch wesentlich einfacher. Vorausgegangen war eine Serie von Pleiten, Pech und Pannen im Mittelfeld, an der die halbe RB-Mannschaft beteiligt war und man es nie schaffte, den Ball unter Kontrolle zu bringen, sodass der eben von den Auern genommen wird, die ziemlich frei über rechts in den Strafraum eindringen, nach innen flanken wollen, wo dann Sebastian mit erhobenen Armen in den Ball rutscht und Schiedsrichter Cortus natürlich nichts anderes übrig bleibt, als auf den Punkt zu zeigen.

Das 0:2 war in seiner konkreten Entstehung des Handspiels im Strafraum natürlich unglücklich. In seiner Entstehung in den Sekunden davor war es ein wenig typisch für ein Spiel, in dem RB Leipzig in der Vorwärtsbewegung im Mittelfeld nur selten den Ball sichern und ins Passspiel kommen konnte und zudem dann auch noch entscheidende Zweikämpfe verlor. Vor dem Elfmeter zum 0:2 beispielsweise rücken beide Innenverteidiger weit aus ihren Positionen in der Viererkette heraus, ohne den Ball zu gewinnen. Damit waren sie in der Situation nicht die einzigen, aber dadurch wurde der Verbund in dieser Situation noch mal instabiler und offener.

Es passte an diesem Tag einfach nicht viel zusammen, was auch daran lag, dass man kaum in eine geordnetes Aufbauspiel kam. Nicht zulezt, weil Aue mit den sehr auffälligen und agilen Spitzen Mugosa und Wood die Innenverteidiger gut anliefen und Druck machten (Wood mehr als ordentlichen 22 Sprints in nur 69 Minuten Einsatzzeit). Und auch, weil der Gastgeber im Mittelfeld mit viel Aggressivität zu Werke ging. Was dann dazu führte, dass RB Leipzig oft zum Stilmittel des langen Balls griff. Was gelegentlich sogar funktionierte, weil man so den Druck der Gastgeber auf den Spielaufbau überspielte. Generell bleibt es aber weiterhin keine sonderlich aussichtsreiche Spielidee, den Ball einfach in Richtung Spitzen zu schlagen und dann zu hoffen, dass Forsberg oder Poulsen, sich in den Luftduellen mit den gegnerischen Verteidigern durchzusetzen. Bälle in tiefe Räume, wenn die sich ergeben ja. Immer hoch hinein, mitten in den Verteidigungspulk eher nicht.

Nach dem 0:2 aus RB-Sicht lief bei den RasenBallsportlern offensiv nicht mehr viel zusammen, auch wenn man sich sichtlich mühte. Ein paar Distanzschüsse, allesamt ohne große Torgefahr sprangen dabei heraus. Und noch eine Riesenchance durch Reyna, der den Ball aber am Tor vorbeischob. Nach knapp 80 Minuten hätte das noch mal die Wende im Spiel sein können. Aber irgendwie passte es auch zum glücklosen Auftritt, dass die Wende nicht mehr kam.

Keeper Fabio Coltorti fasste es wohl nach der Partie ganz gut zusammen, dass man „kein schlechtes, aber auch kein gutes Spiel“ abgeliefert habe. Man hatte insgesamt sechs sehr gute Einschusschancen, von denen man im Normalfall mindestens eine machen muss und durchaus auch einen Punkt mitnehmen darf. Teilweise waren die Einschusschancen sogar passabel herausgespielt oder zumindest Ausdruck individueller Klasse.

Es lag in Aue also letztlich nicht daran, dass man offensiv nicht stattgefunden hätte. Vielmehr passte gerade in Hälfte 1 in der Defensivorganisation nicht viel zusammen, wurde fast jeder Ball, den Aue tief spielte, zur direkten Torgefahr und nur mit viel Mühe verhinderte man es, schon früher in Rückstand zu geraten. Genau diese Probleme holten Aue ins Spiel und machten die mindestens guten ersten 20 RB-Minuten schnell zunichte.

Das 1:0 war dann letztlich der Knackpunkt in diesem Spiel, weil die Führung den Gastgebern enorm in die Konterkarten spielte und die RB-Defensive durchgängig zu fehleranfällig für das schnelle Spiel des Gegners blieb. Dass bis auf Anthony Jung alle Spieler aus der Verteidigungskette und auch der Sechser Rani Khedira weit unter 60% und teilweise (Heidinger, Khedira) sogar unter 50% Zweikampfquote blieben, drückt die Probleme auch in Zahlen aus.

Fazit: Der Sieg gegen RB Leipzig war für Erzgebirge Aue letztlich nicht unverdient, weil man in den entscheidenden Momenten wacher, präsenter und auch glücklicher war. Glücklich auch, dass Aue in beiden Halbzeiten die guten RB-Anfangsphasen ohne Gegentor überstand. Woraus man zusätzliche Kraft schöpfte. Bei RB Leipzig zeigte sich derweil, dass man zwar in der Lage ist, gute Chancen zu kreieren. Am Torabschluss haperte es aber trotzdem. Und vielmehr noch, die vor der Winterpause meist ganz gut funktionierende Defensivorganisation ging in Aue nur selten auf, trotzdem man versuchte, den Gegner durch Pressing zuzustellen, was gegen ballsichere Auer aber zu selten und vor allem nicht in den entscheidenden Zweikämpfen gelang. Ein Fehlstart ins Fußballjahr 2015 bei überzeugenden Auern, der neue Baustellen in der Defensive aufreißt, während man noch nicht mal auf den alten Baustellen in der Offensive fertig war. Es bleibt weiter viel zu tun.

Randbemerkung 1: Man kann ja von Meinungsäußerungen zu RB Leipzig in den Stadien der Republik in welcher Form auch immer halten, was man will, aber das was da im Aue-Block gestern veranstaltet wurde, war deutlich unterhalb der Niveau-Grenze. „Ein Österreicher ruft und ihr folgt blind. Wo das endet, weiß jedes Kind. Ihr wärt gute Nazis gewesen.“, hieß es auf einer Tapete (was ich generell davon halte, RB-Fans blindes Folgen zu unterstellen, hatte ich schon mal in anderem Zusammenhang aufgeschrieben). Und um den Naziquatsch rund zu machen, hing unten drunter am Zaun ein gemalter Dietrich Mateschitz mit Hakenkreuz-Binde und der Bildunterschrift „Aus Österreich nur das Beste für Deutschland“. Im Kinderquiz gäbe es dafür einen Extrapunkt für gute Geographiekenntnisse, weil man immerhin wusste, dass Hitler und Mateschitz beide aus Österreich kamen bzw. kommen. Im Real Life für Erwachsene gibt es dafür die Facepalme in Gold für das geschichtsvergessenste und dümmste Banner der Zweitligasaison. Herzlichen Glückwunsch!

Randbemerkung 2: Dass es Erzgebirge Aue schaffte, beim Zugang zum Gästeblock antirassistische Banner zu verbieten und andererseits das Mateschitz-Hitler-Vergleichsbild am Heimblock präsentiert werden durfte, wirft im Übrigen auch ein ganz schlechtes Licht auf den Auer Ordnungsdienst und damit die Vereinspolitik. Mal ganz davon abgesehen, dass die tolle Mitgliederwerbeaktion, die Fans am Rande des Spiels gegen RB Leipzig durchführten (und dabei auf die Abgrenzung von RB setzten), finanziell einfach in die DFB-Strafenkasse wandern könnte.

Randbemerkung 3: Sicherheitsberatung in Aue so: „Was machen wir eigentlich mit den ganzen Gästefans nach dem Spiel, wenn die auf ihren Shuttlebus warten?“ „Können wir die nicht einfach fernab von Ordnungskräften auf die Straße vor dem Stadion stellen und dann die Aue-Fans da durch das entstehende Spalier laufen lassen?“ „Klasse Idee, das machen wir so.“ Im Erzgebirge hat man offenbar durchaus noch Sinn für subtilen Humor.

Randbemerkung 4: Trainerdiskussionen sind was für Facebook, Fanforen und BILD. Mehr gibt es aktuell zu dem Thema nicht zu sagen. Oder doch, nämlich das, was ich zuletzt schon im Podcast sagte. Alexander Zorniger hatte bisher vertraglich jeweils zwei Jahre Zeit, die nächste Liga zu erreichen. Zweimal schaffte er es in einem Jahr, wodurch er sich jeweils Vertragsverlängerungen und die nächsten zwei Jahre verdient hat. Reichlich ein halbes Jahr ist nun in einer neuen Liga rum. Knapp eineinhalb Jahre bleiben entsprechend noch. Wenn nicht wirklich noch ernste Sachen passieren sollten, ist alles an Debatten und Pseudodebatten rund um den Trainer Firlefanz.

Randbemerkung 5: Aus der Welt der sinnlosen Quervergleiche könnte man heranziehen, dass RB Leipzig vor einem Jahr zum Start nach der Winterpause in der dritten Liga auch erst mal eine bittere Pleite gegen den damaligen Tabellenletzten Burghausen kassierte und am Ende trotzdem auf- und Burghausen abstieg. Der Vergleich muss aber natürlich hinken, weil damals die Entwicklung von RB Leipzig vor der Winterpause eher positiv war und in dieser Saison die Probleme schon weit vor der Winterpause losgingen. Und zudem ist die Ausgangsposition für RB Leipzig in dieser Saison bei weitem nicht so gut wie damals. Aber vermutlich kann man dieses Schielen auf Tabellenstände auch erstmal sein lassen, weil man aus dem Kreis der direkten Aufstiegsanwärter ein wenig rausgerutscht ist. Tut Verein und Umfeld ja vielleicht auch mal ganz gut, wenn man sich davon ein bisschen lösen kann.

Randbemerkung 6: Joshua Kimmich ist ein prima Spieler, der nicht umsonst Pep Guardiola begeistert hat. Auch in Aue war er trotz einiger Fehleranfälligkeit einer der auffälligsten Akteure bei RB Leipzig und hatte die meisten Ballkontakte. Ein bisschen wirkt es aber, als ob Kimmich das Rad gerade ein wenig überdreht in dem Gefühl, es allen zeigen zu wollen, dass sein Schritt zu den Bayern zur richtigen Zeit kommt. Was sicherlich auch daran liegt, dass er ehrgeizig ist und in den verbleibenden Spielen mit RB noch mal alles erreichen will. Einige Situationen, in denen er in der zweiten Halbzeit mit seinen Mitspielern schimpfend über das Feld stapfte und auch beim Gang in die Fankurve musste er von Rodnei eingefangen werden, damit er nicht weiter auf die Kollegen einhackt. Jemand sollte ihn mal ein bisschen runterholen, damit er sich auf sein Kerngeschäft des Fußballspielens konzentrieren kann. Mit seinen 19 Jahren ist Kimmich sicherlich nicht derjenige, der sich die ganze Last des Erfolgsdrucks auf die eigenen Schultern laden muss, ganz egal wo er demnächst hinwechselt (auch wenn es natürlich auch positiv für ihn und seinen Ehrgeiz spricht, wenn er nach einem 0:2 in Aue stinksauer ist). Wenn er sich diesen Erfolgsdruck weiterhin so aufhalst, dann wird das seinem Spiel und damit in der Konsequenz auch dem Spiel der Mannschaft nicht wirklich gut tun. Und nur mit einem Kimmich in Topform genügt das Mittelfeld von RB Leipzig wohl auch Zweitliga-Topansprüchen.

Lichtblicke:

  • Fabio Coltorti: Verhinderte schon Mitte der ersten Halbzeit das 0:1 und später in der zweiten Halbzeit das 0:3. Beide Male durch starkes Spiel in Eins-gegen-Eins-Situationen. Und auch sonst war Coltorti ein sicherer Rückhalt, der vielleicht den einen oder anderen langen Ball zu viel spielte, statt seine Innenverteidiger das Spiel eröffnen zu lassen.
  • Yordy Reyna: Brachte nach der Pause offensiv noch mal Schwung mit und zeigte, dass er ein ballsicherer Stürmer mit schönem Zug zum Tor sein kann. Inwieweit er sich mit dieser individuellen Klasse dauerhaft ins Team integrieren und den Systemerfordernissen genügen kann, muss man abwarten. Bis dahin darf man sich über einen hervorragenden Fußballer freuen.
  • Georg Teigl: Wie Reyna war er nach seiner Einwechslung zur Pause sehr bemüht und auffällig. 46 Ballkontakte in nur 45 Minuten dürften nach Kimmich die meisten Ballkontakte in dieser Zeit aller Feldspieler gewesen sein. Es klappte nicht alles im Zusammenspiel mit den Mitspielern, aber Teigl zerrte immer wieder an den Ketten, sprintete 14mal (auch das ein Topwert) und brach so immer mal wieder tief in die Hälfte des Gegners ein.

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Tore: 1:0 Alibaz (45.), 2:0 Schönfeld (58.)

Aufstellung RB Leipzig: Coltorti – Heidinger (46. Teigl), Sebastian, Klostermann, Jung – Kimmich, Khedira, Kaiser (Hierländer) – Poulsen, Frahn, (46. Reyna), Forsberg; nicht eingewechselt: Bellot, Kalmár, Rodnei, Demme; nicht im Kader: Franke, Boyd, Damari, Ernst, Rebic (alle verletzt oder nach Verletzung noch nicht so weit), Dähne, Strauß, Hoheneder, Compper (gesperrt)

Aufstellung FC Erzgebirge Aue: Männel – Rankovic, Vucur, Fink, Miatke (65. Hertner) – Alibaz, Schönfeld, Fandrich, Novikovas (89. Golobart) – Wood (69. Schröder) – Mugosa

Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Entschied die spielentscheidenden Szenen wie den Handelfmeter absolut richtig. Poulsen gelb zu geben, obwohl er bei der Freistoßausübung behindert wurde, war ein schlechter Witz, wie ein, zwei andere Entscheidungen gegen RB auch. Aber insgesamt brachte Cortus das mit viel Engagement geführte Spiel ziemlich sicher und routiniert über die Bühne.)

Gelbe Karten: Khedira (7.), Sebastian (4.), Hierländer (2.), Poulsen (4.), Teigl (2.) – Mugosa, Novikovas

Zuschauer: 13.600 (davon 2.400 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht [broken Link], Aue-Bericht [broken Link], Kicker-Bericht

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  • Torschüsse: 12 : 14
  • gewonnene Zweikämpfe: 50,0 : 50,0%
  • Ballbesitz: 43,2 : 56,8%
  • Passquote: 55,5 : 66,2%
  • Laufstrecke: 106,7 : 113,6 km
  • Sprints: 155 : 212
  • Fouls: 16 : 17
  • Ecken: 3 : 3
  • Abseits: 6 : 4
  • Meiste Torschüsse: Forsberg: 4 – Mugosa: 4
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Hertner: 78,6% – Jung: 73,7%
  • Meiste Ballkontakte: Kimmich: 88 – Schönfeld: 53
  • Beste Passquote (mindestens 10 Pässe): Vucur: 76,9% – Forsberg: 76,5%
  • Größte Laufstrecke: Fandrich: 11,4 km – Kimmich: 11,8 km
  • Meiste Sprints: Mugosa: 25 – Poulsen: 24

Statistiken von bundesliga.de, bild.de

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Saisontorschützen: Poulsen – 8; Frahn – 3; Teigl, Kaiser, Boyd – je 2; Thomalla, Morys, Hoheneder, Holthaus (VfL Bochum/ Eigentor), Verhoek (St. Pauli/ Eigentor) – je 1 Treffer

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Bild: © GEPA pictures/ Citypress24/ Darius Simka

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12 Gedanken zu „2.Bundesliga: FC Erzgebirge Aue vs. RB Leipzig 2:0“

  1. Zunächst herzlichen Glückwunsch für den „rotebrauseblogger“, der im MDR mit seinem Interview für eine verdiente verbreitete Aufmerksamkeit sorgen konnte!
    Nach dem gestrigen Spiel bin ich auf einen eigenen Kommentar gestoßen, der anlässlich eines Gespräches des Sportdirektors, R. Rangnik, mit einer bekannten Zeitung vor ca. zwei Wochen entstanden ist und besonders nach dieser Niederlage in Aue noch aktuell sein dürfte. Der nun gleiche, unveränderte Wortlaut dürfte auch noch gegenwärtig zutreffen, wobei der derzeitig gefestigte Mittelplatz in der Tabelle noch(!) kein Hindernis sein dürfte, trotzdem das Ziel des Vereinsplanes sogar in dieser Saison zu erreichen:

    Dieses Rangnick-Interview beinhaltete keine Neuigkeiten gegenüber seiner Aussagen sowie deren des immer dünnhäutig wirkenden (Noch-)Trainers in der letzten Pressekonferenz nach den unterschiedlichen Fragen der Medienvertreter, die auch ich verfolgen konnte. Vom kontinuierlichen Ablauf einer Saison, wie es in jedem „normalen“ Verein üblich ist, wenn am Ende im nächsten Sommer abgerechnet wird, was die ausgewählten Aktiven ab dem ersten Spiel bis zum Schluss geleistet haben, wird es im Fall „RaBa“ nie geben, da ständig Veränderungen zu erwarten sind! Gehende und kommende Spieler mit ihren unterschiedlichen Gehältern und Vertragszeiten, die meistens sowieso wirkungslos sind, weil man sich im munteren Austauschgeschäft , wie auf einem Basar schnell untereinander einigt, haben Priorität gegenüber einem von den Fans erwarteten normalen Werdegang, wo man die einzelnen Entwicklungsstufen der Spieler sehr gut verfolgen kann. Hier findet der Verein, dank äußerer finanzieller Hilfe, auch ganz andere Trainingsbedingungen vor und düst mal schnell knapp 5.000 km nach Katar, um im vermutlich weltbesten Camp unter den dortigen Sonnenstrahlen u.a. mal zwei Freundschaftsspiele zu tätigen, eines davon gegen bekannte spezielle Freunde aus Salzburg, deren sportlicher Chef ebenfalls kurioserweise auch R. Rangnick heißt!

    Ob der “Haudegen“, Frahn, weiterbleiben darf oder seine Almosen trotz noch laufenden Vertrages per Freistellung woanders verdienen soll, scheint wenigstens geklärt zu sein. Dagegen wurde das vertraglich bis 2018 von Wolfsburg ausgeliehene Talent, Palacios, indem deutsch/spanisches Blut fließt und eigentlich als eines der größten Talente in unserem Land galt, bis Ende dieser Saison zum FC RWE nach Erfurt einfach weiter gereicht! Auch den Finnen, Sumusalo, der eigentlich bis 2016 in Leipzig angeheuert hatte, will der als Professor geltende, R. R., möglichst in Richtung Graz wieder vorzeitig loswerden. Hier sollte man die sportliche Leitung des Leipziger Clubs, der bald Erstligafußball präsentieren möchte, einmal hinterfragen, warum sie nicht richtig mit den Aktiven umgehen kann! Vorerst geht das Kommen und Gehen, mit üppigen Geldscheinen im Gepäck, munter weiter!

    Die Vermutung liegt nahe, dass sich das Interesse in nächster Zeit etwas nach Probstheida verlagern könnte…

  2. Ich schätze mal, dass Kimmich in der zweiten Hälfte einige Ballberührungen mehr auf dem Konto hatte als Teigl. Bei 38 Pässen (Teigl 26) und 28 Zweikämpfen (Teigl 16), ist das jedenfalls wahrscheinlich.

    Bei der Defensivorganisation frage ich mich, ob die Nominierung Heidingers gepaart mit lediglich drei Mittelfeldspielern und dazu ohne den Lückenstopfer Demme nicht die Hauptproblematik des Spiels war, in dem es dem MF selten gelang der Abwehr bei Auer Kontern unterstützend unter die Arme zu greifen.

  3. Mal eine Nachfrage zu den Auswechslungen, genauer zu Hierländer für (den erneut absolut blassen) Kaiser. Ich versteh schon seit dem Ende der Rückrunde nicht, warum Zorniger nicht auf Kalmar setzt. Alles was ich von dem Jungen bisher gesehen habe (technisch gut, offensiv ausgerichtet, hoch motiviert, sich endlich zu beweisen) geht uns im MF grade ab. (Für mich das Hauptproblem unserer derzeitigen Formkrise.) Stattdessen kommt ein Hierländer, der nicht wirklich schlecht ist, aber nie wirklich neue Akzente im MF setzen kann. So richtig kann ich nicht erkennen, warum Zorniger ihm immer wieder den Vorzug gibt.
    Du?

  4. Nach längerer Überlegung hier doch „mein Senf zum Spiel“:
    1. Ohne Kalmár ist das Mittelfeld selbst in besseren Phasen nicht tauglich für die 2. Liga.
    2. Der A.Z. hat vorgestern evtl. sein letztes Spiel bei RB „in den Sand gesetzt“, nach Katar mMn ein sehr schöner Vergleich – den Rest erspare ich mir mal lieber hier…

  5. Der Ruf nach Kalmár in allen Ehren, auch ich fand ihn in den kurzen Auftritten recht gut, aber ein Allheilmittel wird auch er nicht sein können, zumindest ist es eine schräge Erwartung, dass mit ihm (da bisher nur kurz zu sehen) alles besser wird, einen Versuch wäre es dennoch wert.

  6. In Leipzig haben diejenigen, die seit der Regionalliga dabei sind, kein Problem damit, noch eine Weile 2. Liga zu spielen. Da fehlt es bestimmt nicht an Demut, wie es AZ immer andeutet, und auch nicht an Bescheidenheit, was er wohl eher damit meint. Der Anspruch auf einen diesjährigen Aufstieg wird von RB selbst erhoben in der Transferpolitik, in den Aussagen eines RR und aktuell eines DM. Die Presse greift dies natürlich auf und verbreitet diesen Anspruch.

    AZ wehrt sich in Pressekonferenzen und Interviews gegen diesen Anspruch, zum Teil mit einem unverständlichen Sarkasmus, der entweder in seiner Persönlichkeit liegt oder dem internen und externen Druck geschuldet ist.

    Das Spiel der Mannschaft entspricht seit geraumer Zeit nicht diesem Anspruch. Das ist in Aue wieder einmal offensichtlich geworden. Die Gründe kann man bei den Spielern, dem Trainer oder dem System suchen. Meiner persönlichen Meinung nach liegt es an der starren Gegenpressing-Philosophie, die ja angeblich wissenschaftlich oder statistisch bewiesen ist (8 sec-Tore), sich aber in der Praxis der diesjährigen Saison jedenfalls in dieser Eindimensionalität nicht bewährt.

    Was die Fans wollen? Ein unterhaltsames Fußballspiel mit gelungenen Kombinationen, auch mal Kampf, viele Torschüsse und Tore. Wenn dabei am Ende ein Sieg herausspringt, ist der Fußballnachmittag oder -abend perfekt. Aber auch ein Unentschieden oder eine Niederlage sind akzeptabel, wenn das Spiel stimmt. Das sollte der Anspruch von RB sein! Alles andere kommt dann, wenn die Zeit reif ist, wie von selbst.

    1. Dein letzter Absatz -perfekt! Egal ob gewonnen oder verloren, wenn das Spiel anschaulich ist, freut man sich auch, es gesehen zu haben. Ich höre öftres um mich herum einezelne Zuschauer über diese hoch-weit -Philosophie zetern und stöhnen. Ja, auch wenn man 1:0 gewinnt, befriedigt dies nicht den Zuschauer.

      Jedoch (und das gilt jetzt nicht meinem Vorredner) jetzt an dieser Stelle nach einem neuen Trainer zu rufen, finde ich völlig daneben. Wir stehen auf dem 7. Platz, haben jetzt nicht unbedingt nur erstklassige Spieler auf dem Rasen, und fordern unbedingt den Auftstieg? Da gebe ich AZ völlig recht, Demut! Wenn der Aufstieg passiert, bin ich der letzte, welcher sich beklagt. Jedoch noch ein Jahr in der Liga fände ich keinen Beinbruch. Einzig und allein das dann ausgerufene Saisonziel ist dann ein ziemlich schwerer Sack, welchen man dann von Anfang an dann trägt!

  7. Wir können uns drehen und wenden wie wir wollen, da sitzen zwei Alphatiere vor der Presse, die unterschiedliche Zielvorstellungen haben. Damit ist Zündstoff vorprogrammiert.

    Warum wundert mich unser Spiel in Aue nicht?
    Ganz einfach. Den Jungs fehlt der Spaß am Fußball spielen.
    Die perfekten Bedingungen machen träge. Der aufgepumpte Kader bringt Unruhe. Da hilft auch kein Marketing.

    Wir beruhigen uns mit, die Neuen müssen sich noch einspielen, das Grundgerüst ist noch aus der 4.Liga, wir sind Aufsteiger, und, und…

    Doch seien wir ehrlich, vom attraktiven Fußball sind wir weit entfernt, unabhängig vom Tabellenplatz.

    Wer dies ändern kann?
    Die Antwort kennt jeder von uns.
    Trainer und Spieler.

    Was ich sehen will?
    Das die Jungs wieder Spaß am Fußball spielen haben.

  8. @aufziehvogel: Die Frage nach Hierländer kann ich dir auch nicht beantworten. Ihn sehe ich gerade gegen einen tiefstehenden Gegner nicht als Optimallösung. Seine Stärke ist ja eher Geschwindigkeit und Spiel in die Tiefe. Da hätte ich in dem Fall Kalmár auch naheliegender gefunden als Kaiser-Ersatz.

    @Rumpel: Mit Kimmich hast du wahrscheinlich recht. Hatte bisher nicht die Möglichkeit gesehen, sich ein paar Statistiken auch minutenweise auswerfen zu lassen.

  9. Ich hatte es schon mal an anderer Stelle geschrieben und kann mich nur wiederholen. In unserem (offensiven) Mittelfeld krankt es. Kaiser tritt (wenn überhaupt) nur durch Standards in Erscheinung und hat noch nicht gezeigt, dass er seine 3. Liga Form der vergangenen Saison auch eine Klasse weiter oben bestätigen kann. Kimmich hatte einen Super Start in die Saison, ist dann aber durch Verletzungen und die U21-Einsätze abgefallen und bis heute nicht wieder „der alte“. Alternativen gibt es leider kaum. Die Stärken/Schwächen von Hierländer wurden bereits angesprochen, Kalmar hat noch am ehesten die Ansätze, die einem Fan Hoffnung machen. Wenn nicht (unerwartet) ein deutlicher Leistungssprung bei den angesprochenen Spielern eintritt, wird es schwer, das vorgegebene System (Stichwort „Spiel durch die Mitte“) erfolgreich umzusetzen.

  10. @Sebastian: Sehe ich ähnlich. Wenn die beiden bisherigen Garanten eines sehr guten Mittelfeldspiels, Kimmich und Kaiser, eine Formdelle haben, sieht es schnell ziemlich düster aus, weil von dahinter kaum Druck aus dem Kader kommt. Wobei sich das Zusammenspiel zwischen Mittelfeld und Stürmern im 4-3-3 auch erst mal neu justieren muss. Mal abwarten, ob es da in den nächsten Wochen positive Entwicklungen gibt..

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