20.Spieltag – 2.Bundesliga 2014/2015

19 von 34 Spielen hat die zweite Liga schon hinter sich. Für die noch wartenden 15 Spiele (plus DFB-Pokalspiele, die auf Braunschweig, Kaiserslautern, Aalen und Leipzig noch warten) hat man sich fast allerorts noch verstärkt. Lediglich Fortuna Düsseldorf hat keinerlei Kaderzugänge zu verzeichnen. Am anderen Ende der Extreme steht Erzgebirge Aue, die gleich mit acht neuen Spielern in die verbleibenden Spiele gehen, um am Ende den Klassenerhalt zu sichern.

Insgesamt 49 neue Spieler verzeichnen die Clubs als Neuzugänge, wenn man den entsprechenden Transfermarkt-Statistiken glauben darf und Zugänge aus dem jeweils eigenen Nachwuchs nicht mitrechnet. Im Schnitt holte also jeder Club 2,7 Spieler aus externen Quellen.

17 Neuzugänge kommen aus der Bundesliga bzw. aus einer der dort angeschlossenen U23-Mannschaften (zu trennen ist das nicht wirklich, da auch die Spieler mit Profivertrag meist vornehmlich im Nachwuchsteam eingesetzt werden). 13 Spieler wechselten intern zwischen zwei Zweitligisten. Drei Spieler fielen aus der dritten Liga nach oben (Vogelsammer von Unterhaching nach Heidenheim, Schick von Halle nach Aalen und Christiansen von Rostock nach Ingolstadt). Und immerhin 15 Spieler spielten zuletzt in ausländischen Ligen. Wobei bei RB Leipzig gleich alle vier Neuzugänge nicht aus einer hiesigen Liga, sondern aus Schweden und Österreich kommen.

Eine Sonderstellung nimmt RB Leipzig auch bei den Finanzen ein. Auch wenn die Rechnung viele Unbekannte hat, weil bei vielen Transfers der Ligakonkurrenz die gezahlte Ablösesumme unklar bleibt. Handgeschätzt irgendwas um drei Viertel aller Transferausgaben gehen auf das Konto von RB Leipzig. Einen hohen siebenstelligen Betrag hat man sich Damari und Forsberg vermutlich kosten lassen. In die Nähe der Siebenstelligkeit kommt ansonsten nur noch der FC Ingolstadt.

Im Schnitt sind die neu verpflichteten Spieler 23,2 Jahre alt. Keiner der Neuzugänge ist 30 Jahre oder älter. Sebastian Freis, der im April 30 wird, ist der Methusalem unter den verpflichteten Spielern. RB-Neuzugang Rodnei ist zwar auch 29, hat aber noch ein paar Monate mehr bis zur 30. Was darauf verweist, dass die zweite Liga vor allem für junge Spieler interessant ist, die den Sprung nach oben suchen, aber bisher noch nicht geschafft haben. Dementsprechend (und zudem begründet in den Finanzen der meisten Vereine) sind unter den Neuzugängen auch unheimlich viel Leihgeschäfte, um Talenten von höherklassigen Vereinen Spielpraxis zu geben.

21 der 49 Neuverpflichtungen wurden nur ausgeliehen, allein fünf davon verzeichnete Erzgebirge Aue. 11 dieser Spieler kommen dabei von einem deutschen Erstligisten oder einer U23 eines deutschen Erstligisten. 6 Spieler wurden zweitligaintern geliehen (von den Abstiegskämpfern Aue (3), Aalen (2) und Frankfurt (1)) und vier kamen aus anderen europäischen Ligen (Topligen Belgiens und Österreichs, zweite Ligen Englands und Spaniens).

Unter den Neuzugängen fehlen größere Namen weitgehend. Rodnei als RB-Neuzugang hat sich sicher schon mal einen Namen gemacht. Der Ex-Hannoveraner Jan Rosenthal, den sich Darmstadt per Leihe von Eintracht Frankfurt geschnappt hat, sicherlich auch. Sebastian Freis, der von Freiburg nach Fürth wechselte, dürfte mit seinen 163 Erstligaspielen auch noch eine gewisse Bekanntheit haben.

Einen Namen hat auch Simon Zoller. Nicht so sehr, weil er schon konstant höherklassig gespielt hätte, sondern weil er erst vor einem halben Jahr für drei Millionen von Kaiserslautern nach Köln wechselte und nun aufgrund überschaubarer Taten dort und durchaus massiver Kritik aus der sportlichen Leitung leihweise wieder zurück in die Pfalz wechselt.

Spieler mit einer überdurchschnittlichen Qualität dürften zudem natürlich noch die Leipziger Neuzgänge Omer Damari, Emil Forsberg und Yordy Reyna, allesamt Nationalspieler ihres Landes, sein. Aber auch ein Waldemar Sobota, den St. Pauli leihweise aus Brügge holte oder ein Mateusz Klich, der aus Wolfsburg nach Kaiserslautern kam, sollten in diese Kategorie fallen.

Insgesamt 20 der 49 Neuzugänge der zweiten Liga verfügen bereits über Bundesligaerfahrung. Wobei es nur zwei Spieler gibt, die jeweils weit über 100 Einsätze gesammelt haben. Dabei handelt es sich um die schon genannten Sebastian Freis und Jan Rosenthal. Die anderen 18 Spieler sammelten in der Bundesliga im Schnitt gerade mal 15 Spiele.

Über Erfahrungen in der zweiten Bundesliga verfügen insgesamt 19 Neuzugänge. Wobei hier auffällt, dass es fast keine Spieler gibt, die schon über umfangreiche Erfahrungen verfügen. Was heißen könnte, dass man mit Zweitligaerfahrung auf dem Buckel nicht innerhalb der zweiten Liga wechselt, sondern wenn dann nach oben, unten oder gar nicht. Yannick Stark ist mit 104 Zweitligaspielen der erfahrenste Spieler in dieser Runde, auch wenn er gerade mal 24 Jahre alt ist. Was bedeutet, dass sich Darmstadt mit Rosenthal und Stark ordentliche, höherklassige Erfahrung ins Team geholt hat.

Den größten Batzen machen die Neuzugänge mit Auslandserfahrung aus. 20 Spieler spielten bereits in einer ausländischen, ersten Liga. Gleich neun dieser Spielen sind dabei in mindestens 100 Spielen aufgelaufen. Und auch die anderen 11 Spieler verbuchten im Schnitt immerhin 43 Spiele. Insgesamt verweist das auch darauf, dass Spieler, die aus dem Ausland in die zweite Liga geholt werden, schon älter sind. Was man wiederum auch dahingehend interpretieren könnte, dass ein typischer Zweitligist nicht wirklich im Ausland scoutet und nur dann zuschlägt, wenn ein Spieler schon über längere Zeit auf sich aufmerksam gemacht hat. Oder man Spieler nach einem Auslandsaufenthalt zurück nach Deutschland holt.

Kaum eine Rolle spielen für die Neuzugänge der zweiten Liga Erfahrungen in internationalen zweiten Ligen. Dagegen sind Einsatzzeiten in der Unterklassigkeit, also alles dritte Liga abwärts (national und international) deutlich stärker vertreten. Viele Talente, die in die zweite Liga kommen, spielten eben früher in einer zweiten Mannschaft eines Bundesligisten oder empfahlen sich über Regionalligaspiele für eine Karriere in höheren Klassen, von wo aus sie nun in die oder innerhalb der zweiten Liga wechseln.

Schwierig einzuschätzen, welcher Verein mit seinen Neuzugängen am besten liegt. Gleich acht Spieler in der Winterpause einzubauen, wie es Erzgebirge Aue tut, ist sicherlich suboptimal, selbst wenn die Spieler gut zur Spielphilosophie passen. Gar keinen neuen Reiz setzen wie in Düsseldorf, wo die Hinrunde nicht wirklich extrem oberhalb der Erwartungen verlaufen ist, birgt auch sein Risiko.

Recht vernünftig erscheinen auf den ersten Blick die Verpflichtungen bei den meisten der Spitzenteams. Ingolstadt holt sich junge Spieler mit Zukunft, die aber jetzt auch schon den Kader in der Breite stärken. Braunschweig, Karlsruhe und Darmstadt auch mit punktuellen Verstärkungen, die den Teams für die Rückrunde weiterhelfen, ohne Unruhe ins Team zu bringen und die Hierarchien durcheinanderzuwirbeln. Und auch Kaiserslautern hat trotz gleichzeitigem Abgang von Srdjan Lakic einige Qualität dazugewonnen.

Qualität dazugewonnen hat mit absoluter Sicherheit auch RB Leipzig, die über den Transfermarkt einen zusätzlichen Kaderentwicklungsschritt machen wollten. Ob die reichlichen Millionen am Ende gut angelegt sind, muss man abwarten. Vier Spieler mit Startelfambitionen bedeuten für eine gewachsene Mannschaft, in der niemand freiwillig zurückstecken wird, auch einiges an Unruhe.

Interessant, dass die letzten sieben Teams in der aktuellen Zweitligatabelle insgesamt 29 der 49 Spielerverpflichtungen getätigt haben, also im Schnitt 4,1, während der Rest der Liga entsprechend gerade mal auf 20 Zugänge kommt, also im Schnitt gerade mal auf 1,8. Aus der Rolle fällt auf den vorderen Plätzen eigentlich nur (und das auch nur ein wenig) RB Leipzig mit gleich vier Neuzugängen. Wobei man beim 1.FC Nürnberg mit drei Zugängen wohl vermerken muss, dass man dort auch gern noch mehr auf dem Transfermarkt gemacht hätte.

Fazit: Wenn man nicht gerade RB Leipzig oder im kleineren Rahmen FC Ingolstadt heißt, war das finanziell eine überschaubare Transferperiode. Qualitativ ist es wie immer. Auf dem Papier kann viel stehen, was sich auf dem Platz nicht unbedingt einlösen muss. Gerade wenn viele der verpflichteten Spieler welche sind, die als hoffnungsfrohe Talente oder als gestandene Spieler anderswo in erster  oder zweiter Liga nicht so zum Zuge kamen, wie sie sich das vorgestellt haben und man bei den neuen Vereinen nun hoffen muss, dass deren Knoten platzt. Gerade bei den jüngeren Neuzugängen lohnt es sich aber sicher, ihre Entwicklung im Blick zu haben, wenn man beispielsweise an den Neu-Bochumer Thomas Eisfeld oder den Neu-Münchener Krisztián Simon oder oder oder denkt.

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Wo sammelten die Neuzugänge bisher Erfahrungen? (Bei der Bundesliga zusätzlich vermerkt alle Spieler mit mindestens 100 Einsätzen; bei der zweiten  Liga alle mit mindestens 20 Einsätzen; bei internationalen Erstligaspielen alle mit mindestens 100 Einsätzen (dort zusätzlich in Klammern die Länder, in denen sie erstklassig spielten))

  • Bundesliga: 20 Spieler – 587 Spiele
    • Sebastian Freis (163)
    • Jan Rosenthal (158)
  • Zweite Liga: 19 Spieler – 632 Spiele
    • Yannick Stark (104)
    • Sebastian Freis (78)
    • Bobby Wood (50)
    • Julian Koch (44)
    • Solomon Okoronkwo (44)
    • Simon Zoller (41)
    • Selcuk Alibaz (40)
    • Orhan Ademi (35)
    • Clemens Fandrich (35)
    • Rodnei (34)
    • Markus Steinhöfer (33)
    • Thomas Pledl (29)
    • Sebastian Hertner (22)
  • International 1. Liga: 20 Spieler – 1645 Spiele
    • Nik Omladic (166, Slowenien)
    • Omer Damari (146, Israel, Österreich)
    • Guido Burgstaller (140, Österreich)
    • Adrian Nikci (136, Schweiz)
    • Markus Steinhöfer (127, Schweiz, Österreich, Spanien)
    • Krisztián Simon (126, Ungarn, Niederlande)
    • Waldemar Sobota (122, Polen, Belgien)
    • Anthony Annan (114, Spanien, Niederlande, Norwegen, Finnland)
    • Mateusz Klich (100, Polen, Niederlande)
  • International 2.Liga: 9 Spieler – 360 Spiele
  • Alles andere: 29 Spieler – 1431 Spiele

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Tabelle mit allen Wechsel

NameAlterAbgebendAufnehmendLeihe
Orhan Ademi23Eintracht BraunschweigVfR Aalenja
Selcuk Alibaz25Karlsruher SCFC Erzgebirge Auenein
Anthony Annan28HJK Helsinki1860 Münchennein
Florian Ballas22Hannover 96FSV Frankfurtnein
Jannik Bandowski20Borussia Dortmund1860 Münchenja
Emil Berggreen21Hobro IKEintracht Braunschweignein
Guido Burgstaller25Cardiff City1.FC Nürnbergnein
Max Christiansen18FC Hansa RostockFC Ingolstadtnein
Armando Cooper27Deportivo Godoy CruzFC St. Paulinein
Omer Damari25FK Austria WienRB Leipzignein
Thomas Eisfeld22FC FulhamVfL Bochumja
Clemens Fandrich24RB LeipzigFC Erzgebirge Aueja
Emil Forsberg23Malmö FFRB Leipzignein
Sebastian Freis29SC FreiburgGreuther Fürthnein
Timm Golley23Fortuna DüsseldorfFSV Frankfurtja
Román Golobart221.FC KölnFC Erzgebirge Aueja
Sebastian Hertner231860 MünchenFC Erzgebirge Aueja
Sebastian Kerk20 SC Freiburg1.FC Nürnbergja
Mateusz Klich24VfL Wolfsburg1.FC Kaiserslauternnein
Julian Koch24FSV Mainz 05FC St. Paulija
Gianluca Korte24Eintracht BraunschweigVfR Aalenja
Benedikt Krug19TSV SchwabmünchenFC Erzgebirge Aue
Lucão22Atlético ParanaenseVfR Aalennein
Stefan Mugosa221.FC KaiserslauternFC Erzgebirge Aueja
Adrian Nikci25Hannover 961.FC Nürnbergnein
Nono21Betis SevillaSV Sandhausenja
Solomon Okoronkwo27FC Erzgebirge AueSV Sandhausennein
Nik Omladic25NK Olimpija LjubljanaEintracht Braunschweignein
Ronny Philp26FC AugsburgGreuther Fürthja
Thomas Pledl20Greuther FürthFC Ingolstadtnein
Vladimir Rankovic21Hannover 96FC Erzgebirge Aueja
Yordy Reyna21Red Bull SalzburgRB Leipzignein
Rodnei29Red Bull SalzburgRB Leipzignein
Jan Rosenthal28Eintracht FrankfurtSV Darmstadt 98ja
Ylli Sallahi20FC Bayern MünchenKarlsruher SCnein
Robert Schick21Hallescher FCVfR Aalennein
Patrick Schorr20TSG 1899 HoffenheimFSV Frankfurtja
Krisztián Simon23Újpest FC1860 Münchennein
Waldemar Sobota27FC BrüggeFC St. Paulija
Yannick Stark241860 MünchenSV Darmstadt 98nein
Markus Steinhöfer28TSV 1860 MünchenVfR Aalennein
Valmir Sulejmani19Hannover 96Union Berlinja
Stefan Thesker23Hannover 96Greuther Fürthnein
Erik Thommy20FC Augsburg1.FC Kaiserslauternja
Zlatko Tripic22IK Start KristiansandGreuther Fürthnein
Andreas Voglsammer23SpVgg Unterhaching1.FC Heidenheimnein
Bobby Wood221860 MünchenFC Erzgebirge Auenein
Steven Zellner231.FC KaiserslauternSV Sandhausennein
Simon Zoller231.FC Köln1.FC Kaiserslauternja

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20. Spieltag

  • SpVgg Greuther Fürth – FC Ingolstadt – 2
  • VfR Aalen – SV Darmstadt 98 – 1
  • FC Erzgebirge Aue – RB Leipzig – 2
  • 1. FC Union Berlin – VfL Bochum – 0
  • SV Sandhausen – FC St. Pauli – 1
  • Eintracht Braunschweig – 1. FC Kaiserslautern – 1
  • Karlsruher SC – Fortuna Düsseldorf – 1
  • FSV Frankfurt – 1. FC Nürnberg – 0
  • TSV 1860 München – 1. FC Heidenheim – 2

Bisherige Tippquote: 75 von 171 (Quote bei RB-Spielen: 7 von 19)

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