Drittes Spiel, drittes Gesicht

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig beim FC Erzgebirge Aue (06.02.2015, 18.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger, Ralf Rangnick und Fabio Coltorti.]

46 Tage nach dem letzten Pflichtspielauftritt von RB Leipzig startet man nach Lage der Dinge und falls der Winter dem nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung macht wieder in die zweite Liga. Weihnachtszeit, Wintervorbereitung, vier Zugänge und vier Abgänge. Passiert ist einiges beim aktuellen Tabellensiebten RB Leipzig. Inwiefern dies deutlich verbesserte Spuren im Team hinterlässt, wird die Zukunft zeigen.

Am ersten Spieltag nach der Winterpause, insgesamt schon Spieltag Nummer 20 geht es jedenfalls zum Tabellenletzten Erzgebirge Aue. Klingt nach einer Aufgabe, die man zu lösen hat, wenn man wie RB Leipzig deutlich mehr als heimlich Richtung Aufstiegsplätze schielt. Erst Recht, wenn man zum drittschlechtesten Heimteam der Liga fährt, das in den letzten vier Heimspielen vor der Winterpause gerade mal einen Zähler verbuchen konnte. Wobei da auch einiges an Pech dabei war und FCN-Coach René Weiler noch heute die Spielstärke Aues bei deren 0:1 Heimniederlage gegen Nürnberg lobt.

Womit man schon beim zentralen Element des kommenden Gegners von RB Leipzig ist. Man versucht im Gegensatz zum Anfang der Saison einen guten Ball zu spielen und nicht nur reaktiv zu agieren. Beim DFB-Pokalspiel zwischen RB Leipzig und Erzgebirge Aue Ende Oktober konnte man sich davon überzeugen, zumindest solange bei den Gästen damals die Kraft reichte.

Verantwortlich für den Wechsel in der Spielphilosophie bleibt Coach Tomislav Stipic, der Anfang September vom glücklosen Vorgänger Falko Götz übernahm und seitdem sein Team spielerisch einmal komplett auf den Kopf gestellt hat. Wobei man das Team zwar anhand der Spielphilosophie nicht mehr wiedererkennt, aber der Erfolg insgesamt trotzdem übersichtlich geblieben ist.

Null Punkte hatte Aue nach vier Spielen unter Götz. 14 Punkte aus den kommenden 15 Spielen sammelte Stipic. Nicht überragend und weiterhin das Tabellenende, aber hochgerechnet läge man mit knapp einem Punkt pro Stipic-Spiel zumindest nicht auf einem Abstiegsplatz und zudem musste man in einigen Spielen Punkte lassen, die absolut unnötig waren. Wie zum Beispiel beim 1:1 gegen Heidenheim, ein Spiel, das man lange komplett in der Hand hatte.

Für die letzten 15 Spiele im Abstiegskampf hat Tomislav Stipic nach der Umstellung der Spielphilosphie nun auch den Kader einmal mehr oder weniger komplett auf den Kopf gestellt. Gleich acht Neuzugänge hat man in der Wintertransferperiode geholt (die meisten aller Zweitligateams), fünf davon als Leihe. In jedem Mannschaftsteil hat man sich verstärkt, während man vor allem Stürmer abgegeben hat und die von Götz geholten Gebrüder Anier, Solomon Okoronkwo und Frank Löning in die Wüste schickte. Gerade bei letzterem war die Trennung angesichts dessen Auftreten im letzten Jahr in Aue durchaus überraschend. Auch für Löning selber. Man könnte interpretieren, dass in Aue nun Spielphilosophie über allem steht und Löning da einfach durchs Raster fiel. Vielleicht ist das auch überinterpretiert.

Interessant daran ist zumindest, dass man mit Löning einen abgegeben hat, den man als erfahrenen und robusten Typen im Abstiegskampf vielleicht von außen betrachtet für wichtig halten würde. Und im Gegensatz Spieler holte, die anderswo in der zweiten Liga auf der Bank oder Tribüne hockten oder in der Regionalliga oder tiefer aktiv waren. Klingt im Abstiegskampf nach einer gewagten Kaderplanung, die einige Ungewissheit mit sich bringt.

Zumal einige Spieler, insbesondere für den Sturm, erst sehr spät vor Schließen des Transferfenstes verpflichtet wurden und somit noch nicht wirklich in die Mannschaft integriert sein können. Auch dies sicherlich ein Problem für ein Team, das eigentlich sofort punkten muss, um nicht den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze zu verlieren.

Sprich, man hat sich in Aue in der Winterpause viel Talent geholt, das den Weg der neuen Spielphilosophie mitgehen soll und hofft, dass diese Talente und gerade die Leihspieler sofort funktionieren, weil sie sich für künftige Aufgaben wo auch immer empfehlen wollen. Ob dies dann in der Praxis auch funktioniert, dass diese Spieler den Druck und die Verantwortung bei einem aktuellen Tabellenletzten tragen, ist nicht wirklich zu prognostizieren.

Auch nur schwerlich zu prognostizieren ist, wer von den Neuzugängen dann letztlich tatsächlich gegen RB Leipzig auch auflaufen wird. Clemens Fandrich, von RB Leipzig für ein halbes Jahr ausgeliehen, hat sicherlich gute Karten, zumal Novikovas und Kortzorg als offensivstarke und in der Hinrunde noch tragende Akteure wohl wegen Verletzungsnachwirkungen noch nicht einsatzbereit sind. Gegen seinen alten und ab Sommer auch erst mal wieder neuen Arbeitgeber ist Fandrich sicherlich enorm motiviert. In den letzten Tests mangelte es noch ein wenig an der finalen Integration seiner Fähigkeiten. Grundsätzlich dürfte ihm aber das Fußballspielen und das Agieren auch aus dem Ballbesitz heraus liegen. Mal ganz davon abgesehen, ob Aue den Ballbesitz gegen die Balljäger von RB Leipzig auch wirklich pflegt.

Gute Karten in Bezug auf einen Platz in der Startelf hat auch der ehemalige deutsche Nachwuchsnationalspieler Vladimir Rankovic (21, kam von Hannover 96) als Außenverteidiger. Mit Stefan Mugosa (22) wartet auf RB Leipzig wohl auch ein neuer Stoßstürmer, der zuletzt noch für die U21 Montenegros spielte und in der Hinrunde in Kaiserslautern bestenfalls auf der Bank saß. Und Selcuk Alibaz (25), ehemaliger Karlsruher könnte links im Mittelfeld Offensivakzente setzen.

Für Innenverteidiger Román Golobart (22), von der U23 des 1.FC Köln und Bobby Wood (22), hochgradig veranlagter Außenstürmer, der von 1860 München kam, wo er sich mit den Verantwortlichen überwarf und der schon über Erfahrungen in der US-Nationalmannschaft verfügt, könnte das RB-Spiel noch zu früh kommen, da sie erst seit ein paar Tagen im Erzgebirge angekommen sind. Und Sebastian Hertner (23), ehemaliger deutscher Nachwuchsnationalspieler, von 1860 gekommen und Benedikt Krug (19), zuletzt in der fünften Liga in Bayern spielend, dürften wohl sowieso aktuell eher Optionen für die zweite Reihe sein.

Geführt wird der jugendliche Neuzugangsschwarm, der im Schnitt keine 23 Jahre alt ist, weiterhin von den bekannten Auer Namen. Von einem Martin Männel im Tor oder der Ü30er-Fraktion in der Verteidigung um Paulus, Vucur und Fink. Oliver Schröder im Mittelfeld nicht zu vergessen. Begeistert zeigte sich Coach Stipic in den letzten Wochen zudem von Dorian Diring, dem spiel- und laufstarken Franzosen, der erst 22 Jahre alt ist und zuletzt in der Offensive auflief.

Es wären noch einige Namen aus dem Auer Kader zu nennen, die sich Hoffnungen auf einen Einsatz gegen RB Leipzig machen dürfen. Doch letztlich ist das aktuell ein wenig Fischen im Trüben, da schwerlich einzuschätzen ist, wie sich aus den vielen neuen und den alten Puzzleteilen ein stimmiges Bild ergibt. Fakt ist letztlich, dass man in Aue den Kampf gegen den Abstieg ausgerufen hat und Stipic entsprechend schon mal die Rhetorik hochgefahren hat. Gegen RB „muss es brennen“, dann „beginnt die Hölle“, so ließ er schon vor mehr als einer Woche via BILD verlauten. Große Worte, die das Team auch erst mal auf den Rasen bringen muss.

Die Rhetorik dürfte zumindest gut zu den Spielbedingungen passen, die bei erwarteten Minustemperaturen alles andere als angenehm werden. Vom Spieluntergrund her wird auf RB Leipzig etwas warten, was so ziemlich das Gegenteil der Rasenteppiche aus dem Trainingslager in Katar sein dürfte. Falls noch ein bisschen Schnee dazu kommt, könnte ein ziemlicher Acker warten, auf dem eventuell nicht das gepflegte Kurzpassspiel im Vorteil ist, sondern feldpflügende Höllenmaschinen.

Wobei sich aktuell sowieso ein wenig die Frage stellt, wo die RasenBallsportler stehen und welche Spielidee ihnen gerade auf den Leib geschneidert ist. Mit dem Erarbeiten von Chancen aus dem Spiel mit dem Ball heraus sah es zuletzt gegen Aalen und auch schon zuvor in manchen Testspielen nicht ganz so gut aus. Aber genau diesbezüglich erhoffte man sich eigentlich in der Winterpause ein paar Verbesserungen. In Aue würden sich bei dem zu erwartenden Untergrund aber natürlich ein paar hohe Ballgewinne ganz gut machen, um das Spiel mit dem Ball im Mittelfeld oder alternativ den langen Ball vermeiden zu können.

Wer sich in Aue in den Fight gegen abstiegskämpfende Gastgeber werfen darf, ist aktuell nur in Schemen absehbar. Auch bei RB Leipzig gilt, dass Teile der Neuzugänge sehr spät zum Team stießen und deshalb unklar ist, inwieweit sie das Team verändern dürfen. Klar scheint, dass der Topeinkauf der zweiten Liga in diesem Winter Omer Damari noch nicht in der Startelf stehen wird, da er zuletzt an einer Muskelverletzung laborierte und große Teile der Vorbereitung verpasste. Rodnei und Yordy Reyna sind dagegen fit und willig, aber erst ein paar Tage und wenige Trainingseinheiten bei der Mannschaft. Bei beiden könnte die Personalsituation aber dazu führen, dass sie von Beginn an spielen.

Für Rodnei spricht, dass mit Marvin Compper ein wichtiger Mann in der Innenverteidigung ausfällt. Für Reyna spricht der Ausfall von Damari und die jüngste verletzungsbedingte Pause von Ante Rebic. Abgesehen davon geht es wohl nur noch um die Fragen Demme oder Khedira und Teigl oder Heidinger. Der Rest ist mehr oder minder eindeutig gesetzt, allen voran die zwei Stürmer Forsberg und Poulsen.

Mögliche Aufstellungen:

  • Erzgebirge Aue: Männel – Miatke, Fink, Klingbeil, Rankovic – Fandrich, Schröder, Schönfeld, Alibaz (Wood) – Diring, Mugosa
  • RB Leipzig: Coltorti – Teigl (Heidinger), Sebastian, Rodnei (Klostermann, Hoheneder), Jung – Kimmich, Khedira (Demme), Kaiser – Reyna (Frahn), Poulsen, Forsberg

Nach einer Vorbereitungszeit mit einigen Neuzugängen ist es immer ein wenig eine Wundertüte, wie der Gegner, auf den man trifft, letztlich wirklich auftritt. Witzig in dem Zusammenhang, dass RB Leipzig im dritten Spiel gegen Aue das dritte Gesicht kennenlernt. Zuerst war es das Götz-Gesicht in der Liga, dann das Stipic-Gesicht ohne Neuzugänge im DFB-Pokal und nun das noch mal erneuerte Stipic-Gesicht mit gleich acht Winterneuzugängen.

Bisher gelangen gegen Aue zwei Siege und auch im dritten Aufeinandertreffen ist RB Leipzig sicherlich Favorit. Trotz oder auch wegen einiger Unklarheit in Bezug auf den Leistungsstand der Gastgeber, die in der Vorbereitung wie schon in der Hinrunde spielerisch überzeugten, aber gelegentlich das Toreschießen vergaßen und hinten nicht so sicher standen, dass man zwingend ohne Gegentor bleiben muss.

Für RB Leipzig wären drei Punkte zum Start in die Restsaison (genau wie für die Gastgeber) natürlich sehr wichtig. Sich gleich wieder in der Spitzengruppe festzusetzen und Druck auszuüben, wäre bei aktuell vier Punkten Rückstand auf die Plätze 2 und 3 und dem eher fest im Hinterkopf steckenden Aufstiegswunsch durchaus von Wert. Dazu wird man in Aue aber einige Widerstände brechen und dem Gastgeber den Spielzahn ziehen müssen. Mal sehen, ob RB Leipzig in der Winterpause diesen qualitativen Entwicklungsschritt gemacht hat, in einem aufgeladenen Auswärtsspiel bestehen zu können.

Fazit: Ein bisschen ist es für RB Leipzig eine Fahrt ins Ungewisse, der Ausflug nach Aue. Wobei dies vor allem für die Besetzung der Gastgeber gelten dürfte, denn die Spielstärke kennt man inzwischen aus einigen Partien der Hinrunde und der Begegnung im DFB-Pokal Ende Oktober. Damals fehlt Aue mit zunehmender Spielzeit ein wenig die Kraft. Darauf sollte man diesmal nicht setzen, wenn RB Leipzig tatsächlich mit dem dritten Auswärtssieg in die 15 verbleibenden Zweitligaspiele der Saison starten will. Wird ein spannender Pflichtspielstart nach der Winterpause zwischen zwei Mannschaften, die aus unterschiedlichen Gründen Punkte in möglichst dreifacher Form gut brauchen könnten.

[Wer das Spiel von RB Leipzig beim FC Erzgebirge Aue nicht vor Ort verfolgen kann und am 06.02.2015, ab 18.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. Erzgebirge Aue

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig beim FC Erzgebirge Aue. Mit Alexander Zorniger, Ralf Rangnick und Fabio Coltorti.

10.22

Da sind wir also wieder nach knapp sieben Wochen pflichtspielfreier Zeit. Hoffen wir mal, dass nicht noch eine weitere Woche dazukommt, angesichts der Schneefälle die es da draußen gibt und angesichts des Dauerfrosts, der bis Freitag angekündigt ist. Bei einem teilweise nicht überdachten Stadion wie in Aue kann es da immer mal böse Überraschungen geben.

10.25

Wenn das Spiel denn stattfindet, wird es nicht nur kalt, es wird auch ziemlich voll. Der Heimbereich dürfte am Ende ausverkauft sein. Im Gästeblock sind aktuell noch rund 400 von 2.900 Tickets übrig. Am Ende dürfte es wohl dort nicht ganz ausverkauft sein. Knapp 16.000 Zuschauer passen idealerweise rein.

10.27

Von der sportlichen Seite her scheinen die Rollen beim Spiel des Tabellenletzten gegen einen der Aufstiegsfavoriten klar verteilt. Dürfte angesichts der Bodenverhältnisse und der noch vorhandenen Baustellen im RB-Team aber nichts heißen. Andererseit ist in Aue bei gleich acht Neuverpflichtungen in der Winterpause sicherlich auch noch nicht alles perfekt.

10.29

Gleich hier Sportdirektor, Trainer und Nummer 1 am Mikrofon vor hochgradig interessierten Pressevertretern. Mal sehen, was es zur Personalsituation und dem ganzen Rest zu sagen gibt.

10.38

Fabio Coltorti zur Vorbereitung: “Kurze, knackige Vorbereitung. Zuerst im Lauftrainingslager, dann mit dem Highlight in Doha und den Superbedingungen. Sind seit einer Woche zurück für den letzten Schliff und um uns auf Aue einzustellen. Sind guter Dinge. Haben gut gearbeitet, die neuen Spieler gut integriert. Stimmung ist gut. Aue ist spielerisch eine gute Mannschaft. Aue versucht Fußball zu spielen. Mal sehen, wie das auf dem Platz möglich ist. Müssen konsequent arbeiten. Dann haben wir gute Chancen, mit drei Punkten nach Hause zu kommen.”

Weiß nicht, wie oft in seiner Karriere einer schlechten Generalprobe eine gute Premiere folgte. Findet aber, dass die schlechte Generalprobe gegen Aalen auf jeden Fall die Sinne geschärft hat und das sei gut.

Zum 4-3-3 und ob defensiveres System besser wäre: “Systeme machen keinen Unterschied, weil die offensive Ausrichtung die gleiche ist.” Als Torhüter müsse er weiter die Innenverteidiger absichern. “Gute Quote, was die Gegentore angeht.”

Zum möglichen Schnee in Aue auf dem Platz: “Im Vorfeld muss man sich im Kopf bereit machen. Für mich eine mentale Vorbereitung, was da sein kann. Sehe da kein Problem. Ist eien Herausforderung, die ich gerne annehme.” Im Training werde aber nicht “künstlich auf einen gefrorenen Platz” gegangen. “Sind lange genug im Fußball und wissen was das bedeutet.” Irgendwas mit “Kampfgeist” noch.

Einzelnen Neuzugang will Coltorti nicht hervorgeben. Freut sich, dass alle gut integriert wurden und dass er mit Reyna spanisch sprechen kann.

“Hauptaugenmerk liegt immer auf unserer Leistung.” Gegen Salzburg habe man gesehen, was man auf den Platz bringen könne, gegen Aalen nicht. “Liegt vor allem an uns, unsere Leistung auf den Platz zu bringen.” Man müsse positiv an die Sache herangehen.

10.49

Alexander Zorniger: “Sehr gute Kadersituation.” Damari wird langsam ins Mannschaftstraining integriert. Rodnei wurde auch ins Mannschaftstraining integriert. Ernst hat zwischendurch eine Woche Reha gemacht, aber nichts dramatisches. Franke und Boyd sind mit ihren Langzeitverletzten in der Reha. “Die Neuen auch ins Training integriert. Sieht gut aus.”

“Aue hat im Pokal gezeigt, was sie können. Man hat gesehen, was sie fußballerisch drauf haben. Spielen einen gepflegten Ball. Ein angefrorener Platz wird ihnen da genauso wenig entgegen kommen wie uns. Rechne aber nicht damit, dass 15 Zentimeter Schnee auf dem Platz liegen.”

Ralf Rangnick: Vor Weihnachten zusammengesetzt und beschlossen, im Sturm was zu tun und drei Spieler zu holen plus einen Innenverteidiger. “Ist uns gelungen. Konnten umsetzen, was wir uns vorgestellt haben. Die Sache mit Quaschner ist natürlich nicht so gut gelaufen.” Sei aber auch ein spezieller Fall, der so in Europa nicht vorkommt. “Gab für mich keine Anzeichen, dass es so läuft. Wissen in Zukunft, wie ein solcher Fall bewertet wird. Nils geht es aber gut und er wird in Salzburg seine Einsatzzeiten kriegen. Haben uns mit Reyna nicht verschlechtert. Gibt uns mit Wendigkeit, Geschwindigkeit und Torgefahr noch mal neue Möglichkeiten.” Habe zuletzt eine phantastische Torquote gehabt.

Zorniger: Kann die Neuverpflichtungen von Aue noch nicht bewerten, da dies erst möglich sei, wenn sie eine Weile gespielt haben. “Denke, dass sie sich richtig gut verstärkt haben.” Auch mit Spielern, die in ihr Konzept passen. Wenn sie ihre spielerische Klasse noch in Tore ummünzen, “werden sie sich unten rausbewegen.” Verweist aber noch mal darauf, dass man abwarten müsse, auch bei den Neuzugängen bei RB Leipzig.

Zorniger: “Gehe davon aus, dass Forsberg zusammen mit Poulsen starten wird. Bei Damari müssen wir schauen. Verletzung hat uns gezeigt, dass wir aufpassen müssen.” Wahrscheinlich erst gegen Frankfurt ein Thema. Reyna ist ein Startelfkandidat, klingt aber eher als würde er erst mal auf der Bank sitzen. Rebic wird wahrscheinlich nach Rückenproblemen ausfallen. Dann bleiben nur noch vier Stürmer, was man im Gameplan berücksichtigen müsse. “Rodnei ein sehr guter Typ, der auch deutsch spricht, was die Integration einfacher macht.” Sebastian in der Innenverteidigung gesetzt, Klostermann zuletzt auch gut.

11.00

Zorniger: 50% der Neuzugänge seien mit der Spielidee vertraut (Reyna, Rodnei). Die anderen seien intelligent genug, schnell zu lernen. Damari habe auch eine unheimlich hohe, individuelle Qualität.

Gibt es zwischen Zorniger und Rangnick Kontakte in der Halbzeit? Zorniger meint, dass das gerade bei Heimspielen schon vorkommt, dass man sich noch mal austausche. “Wäre auch unsinnig, wenn es anders wäre. In der Kabine bin ich aber der Einzige, der spricht.”

Zum Reyna-Transfer? Rangick: “Nach dem Quaschner-Nichttransfer haben wir noch mal die Notwendigkeit gesehen. Haben gesagt, dass Nils so schnell wie möglich wissen muss, wie es weitergeht.” Man habe dann sofort einen Spieler gesucht, der sofort einsatzfähig ist. Deswegen war Reyna eine naheliegende Option. Viele Angebote für Reyna von außerhalb. Man habe nicht noch mal viel Geld für einen externen Spieler ausgeben wollen, deswegen war es naheliegend, Reyna zu holen. Vor Weihnachten habe man auch schon über Reyna nachgedacht, da sei man aber noch zur Erkenntnis gelangt, dass er besser noch ein halbes Jahr in Grödig spielen solle.

Rangnick zum Salzburg-Abschied: Werde sich kurzfristig nach einer Wohnung umschauen. Hintergründe des Salzburg-Abschieds seien klar. “Integrität des Wettbewerbs.” Sportdirektor bei zwei Vereinen in zwei Ländern gebe es in Europa nicht noch mal. Zudem sei der Arbeitsaufwand zu hoch bei zwei Vereinen. Wettbewerbsintegrität sei Hauptgrund dies jetzt schon unabhängig vom sportlichen Output der Saison umzusetzen.

Zorniger zum Saisonziel: Er und Rangnick wollen beide aufsteigen. Trotzdem fände er eine Portion Demut ganz gut. Müsse alles auch noch Spaß machen und nicht nur ums Aufsteigen gehen. Auch die Mannschaft habe “extrem Bock” auf den Aufstieg. Das haben aber auch viele andere Teams. “Werden so gut wie möglich arbeiten.” Wenn es nicht klappt, werden wir am Ende analysieren, woran es gelegen hat. “Hätte ganz gern Spaß, bei dem Weg den man geht und nicht nur am Ziel.”

Austausch von Kommunikationstheorien zwischen Presse und Zorniger..

11.13

Rangnick: “Sind mitten in der ersten Zweitligasaison, nachdem wir zweimal aufgestiegen sind. Das ist schon mal nicht schlecht.” Zudem an der Tabellenspitze dran und noch im DFB-Pokal drin. “Das ist Status Quo. Ansonsten haben wir in der Winterpause die Situation analysiert. Um die Saison auf dem Niveau weiterzuspielen, hätten wir gar nichts machen zu müssen. Aus der Analyse sind dann die Zu- und Abgänge entstanden.” Gehe um Weiterentwicklung. “Lernendes System.” Auch das Gras, das nicht schneller wächst, wenn man dran zieht, aber schon, wenn man es düngt, wird wieder mal bemüht. Wenn man die Spieler dünge, wachsen die zu besonderen Leistungen. “Daran glaube ich fest.” “Wenn wir uns gut entwickeln, haben wir eine Chance auf den ersten drei Plätzen zu landen.” Wenn das nicht klappt, werde man am Saisonende gemeinsam analysieren, woran das gelegen hat. Auch anderswo werde in den Kader investiert, auch in Darmstadt.

Rangnick: “Hätte Sportdirektor für beide Vereine bleiben können, aber spätestens wenn beide Vereine im selben (europäischen) Wettbewerb spielen könnten, wäre das von den Regularien her nicht mehr möglich.” Theoretisch schon nächste Saison vorstellbar diese Situation, falls RB Leipzig den Pokal holt. Theoretisch wohlgemerkt.

Rangnick: Kooperation mit Salzburg habe auch für Salzburg bereits sehr positives gezeigt. Transfers im zweistelligen Millionenbereich waren in Österreich bisher undenkbar und gab es im letzten halben Jahr gleich dreifach. Rodnei sei keine Verschiebung gewesen, sondern ein sinnvoller Wechsel eines Spielers, dessen Vertrag in Salzburg am Saisonende sowieso ausgelaufen wäre.

Zorniger: “Halte viel vom Kollegen Stipic. Hatte eine Mannschaft, die von der Spielphilosophie her komplett andersherum war und sie umgekrempelt.” “In jeder Mannschaft der zweiten Liga steckt eine besondere Qualität, die dich an einem guten Tag schlagen kann.” Bei jedem Team eine andere Qualität, aber jeder hat eine. Stefan Ruthenbeck habe ihm da zuletzt am Rande des Aalen-Spiels zugestimmt.

Rangnick: Stellt noch mal klar, dass sein Vertrag frühestens 2016 ende und nicht wie fälschlicherweise im Spiegel stand 2015 (wurde vom Heft vergessen zu redigieren).

Rangnick zu Transferwerten und Transferausgaben: Diese Zahlen seien unabhängig vom Aufstiegsziel. Transferausgaben sehe Rangnick vereinsübergreifend und da sehe es zusammen mit Salzburg sehr gut dabei. Man sei überzeugt gewesen, dass die Transfers dieses Geld wert waren. “Wenn wir aufsteigen, waren es hervorragende Verpflichtungen.”

11.19

Das war es von hier. Sehr angenehme Atmosphäre. Man merkt auch dem Coach an, dass es ziemlich direkt auf das erste Pflichtspiel nach der Winterpause zugeht. Scheint schon ordentlich im Fokus und guter Dinge zu sein.

Ansonsten nicht so viel Neues in dieser Pressekonferenz, nach der man immerhin mitnehmen kann, dass die Kadersituation bei RB Leipzig aktuell ziemlich vernünftig ist und nur wenige Ausfälle zu verzeichnen sind bzw. die meisten der Ausfälle auch wieder nah dran sind, final fit zu werden. Was das dann für Aue bedeutet, wird man am Freitag etwa eine Stunde vor dem Spiel sehen, wenn die Aufstellung bekannt wird.

Man darf sich sehr auf das Spiel in Aue freuen, auch wenn es angesichts von Wetter und beidseitigen Neuzugängen ein wenig eine Wundertüte ist. Wer mit nach Aue reist, vergesse nicht, sich warm anzuziehen. Allen anderen viel Spaß vor den heimischen Rundfunkt-, TV- oder Internetempfänger. In diesem Sinne eine schöne Restwoche allerseits.

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