To Qatar or not to Qatar, eine Frage der Prioritäten

Heute geht es für RB Leipzig dann also zum Trainingslager nach Doha im Wüstenstaat Katar. Bis zum 29.01.2015 wird man dort verweilen, sich auf die Rückrunde der zweiten Bundesliga vorbereiten und versuchen, die bisher circa 9 Millionen Euro teuren Neuzugänge so zu integrieren, dass man in den verbleibenden 15 Spielen mit verstärkter offensiver Durchschlagskraft vielleicht doch noch den direkten Durchmarsch in die Bundesliga schafft.

Es gibt gute Gründe, sein Trainingslager in Katar auszurichten, so versichern die Verantwortlichen bei RB Leipzig. Sportliche sowieso, denn die Aspire Academy for Sports Excellence gilt als einer der modernsten Sportkomplexe der Welt und klimatisch ist es in diesen Tagen vor Ort sicherlich angenehmer als an vielen anderen Orten der Welt. 20 bis 25 Grad erwartet man und während der 1.FC Heidenheim in der Türkei wegen schlechten Wetters auch mal die Hoteltreppen hoch und runter sprintete, wird man bei RB Leipzig unter freiem Himmel über den Rasen laufen. Wenn denn nicht doch ein Sandsturm die Freude trüben sollte. Aber selbst dann wird man wohl unterm Hallendach perfekte Bedingungen haben.

Freude bereitet den Verantwortlichen um Ralf Rangnick zudem, dass das Trainingslager auch wirtschaftlich ein Volltreffer ist. Mit Markus Egger, der in der Aspire Sports Academy strategisch arbeitet, verbindet Red Bull eine gemeinsame Geschichte, war doch Egger Red-Bull-Fußballchef zu Zeiten als RB Leipzig entstand und später im Vorstand des neuen Vereins, bevor er Anfang 2010 vom frischen Wind eines Dietmar Beiersdorfers aus dem Amt gepustet wurde, ohne im Unfrieden zu scheiden. Diese weiterhin freundschaftlichen Kontakte führen dazu, dass RB Leipzig wie schon Bayern München, Schalke 04, Red Bull Salzburg und andere Clubs zu strategischen Partnern der Akademie werden sollen und so auch mit besonders günstigen Konditionen in die Wüste gelockt werden.

Der Mehrwert für die Akademie besteht darin, dass die dort geleistete Arbeit im Fußballbereich internationale Anerkennung und Beachtung findet. Wobei einer der wesentlichen Punkte der Akademiearbeit darin besteht, dass man sich in professioneller Nachwuchsförderung auch in Hinsicht auf die WM 2022 versucht und die dort versammelten Talente aus dem eigenen Land, aber auch aus der ganzen Welt immer wieder auch Herausforderungen gegen Alterskollegen aus europäischen Topclubs suchen. Mit dem KAS Eupen hat man in der belgischen zweiten Liga bereits ein Team, in das die ausgebildeten Talente mit 18 wechseln können. Mit dem Linzer ASK hat man auch in Österreichs zweithöchster Spielklasse inzwischen einen Kooperationspartner für die Aufnahme von Talenten gefunden.

Nimmt man noch dazu, dass Ralf Rangnick parallel zum Aufenthalt von RB Leipzig mit Red Bull Salzburg seinen zweiten als Sportdirektor zu verantwortenden Club wie schon vor einem Jahr in Doha unterbringen konnte und sich so allerlei Synergieeffekte für seine Arbeit und die seiner Teams ergeben, ist es in vielerlei Hinsicht eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Ralf Rangnick kriegt für seine Teams perfekte Bedingungen für ein wohl unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis und die Aspire Academy als Ort, an dem dem Sportler jeder Wunsch erfüllt werden kann, bekommt Reputation und langfristig-strategisch einen Mehrwert für die eigene Positionierung als eigenständiger Nachwuchsausbilder. Sprich, der Besuch von europäischen Teams stärkt die langfristige Nutzung der perfekten Infrastruktur.

Dass Sportler und Trainer angesichts der Bedingungen für die tägliche Trainingsarbeit ins Schwärmen geraten, kann nicht verwundern. Ganz im Gegenteil ist es auch erst einmal ein Stückweit das Vorrecht derjenigen, die den Sport zu ihrem Beruf gemacht haben, auch zuvorderst die sportlichen Bedingungen im Blick zu haben. Wie dies auch für die Olympia-Teilnehmer in Sotschi galt, die nicht täglich zu den politischen Bedingungen in Russland befragt werden, sondern lieber einen der wichtigsten Momente in ihrer sportlichen Karriere bei sportlich perfekten Rahmenbedingungen genießen wollten. Wer wollte ihnen das verdenken.

Wenn man nicht gerade Sportler ist und sich über in die Wüste oder wo auch immer hineingehauene Sportgigantismen mit fragwürdiger Nachhaltigkeit freuen kann, bleiben trotzdem Fragen übrig. Und Katar bleibt nun mal Katar. Sprich Katar bleibt ein Land, das als Förderer islamistischen Terrors bzw. als Unterschlupf und empathischer Ansprechpartner für allerlei Vertreter islamistischer Terrorgruppen gilt, die von dort aus ihren mörderischen Kampf finanzieren. Ein Staat auch, in dem Homosexualität mit Gefängnis und oder Peitschenschlägen bestraft wird, die Rechte von Frauen hintenanstehen, Medien zensiert werden und nicht nur, aber auch auf den WM-Baustellen Arbeiter unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten. Auch wenn Franz Beckenbauer keine gesehen hat und laut Ralf Rangick die „humanitären Bedingungen“, die er in Katar vor einem Jahr „im normalen Leben mitbekommen“ hat, „top“ gewesen seien.

Für RB Leipzig hätte der Ausflug in die Topbedingungen Katars beinahe noch eine kleine, persönliche Grußbotschaft der Verhältnisse im Gastgeberland bereitgehalten. Denn lange blieb unklar, ob der israelische Neuzugang Omer Damari ein Visum für die Einreise in Katar erhalten werde. Zwar erkennt Katar Israel an, diplomatische Beziehungen existieren zwischen den Ländern aber nicht, nachdem Doha eine Art inoffizielle israelische Botschaft, die als Handelszentrum firmierte, 2009 geschlossen hatte. Visa für Israelis sind angesichts dessen die Ausnahme. Und wenn man dann doch mal jüdische Sportler ins Land lässt bzw. wegen der sportlichen Großereignisse, die man sich ins Land holt, ins Land lassen muss, kann es schon mal passieren, dass die israelische Flagge im Gegensatz zu allen anderen Flaggen verschwindet.

Letztlich durfte Omer Damari mitfliegen und wird im Gegensatz zur Hochspringerin Ariane Friedrich, die in der Akademie als Frau nicht willkommen war, wohl auch mit der Mannschaft trainieren dürfen. Unter erhöhtem Sicherheitsaufwand eventuell, weil in Katar dann eben doch wie erwähnt diverse Personen ihr unbehelligtes Leben fristen sollen, für deren Organisationen das Töten von Juden zum Konzept gehört.

Wobei man, weil schwarz-weiß nie so richtig hinhaut, fairerweise darauf verwiesen werden sollte, dass die Behörden in Katar keinerlei Interesse an einem wie auch immer gearteten Vorfall hätten und ihre freundlich gedulteten Gäste insoweit auch unter Kontrolle haben dürften, dass diese auf katarischem Staatsgebiet ihre Füße stillhalten. Und um es noch komplizierter zu machen, ist Katar im arabischen Raum natürlich eines jener Länder, das für westliche Staaten noch am ehesten Partner ist. Weil sie sich in den letzten Jahren immer stärker zur Regionalmacht entwickelt haben, die auch ein Problem mit einem erstarkenden oder atomwaffenbestückten Iran hätte und damit Interessen mit der westlichen Welt und Israel teilt. Und weil sich Katar durch die vielen, vielen Einwanderer und westlichen Experten, die dort arbeiten, natürlich auch im positiven Sinne, im öffnenden Sinne verändert. Dass sich inzwischen auch Frauen Plätze im aktiven Sport erobern, ist da nur ein Beispiel.

Trotzdem, Ralf Rangnick verdeutlich unfreiwillig das Problem, wenn er in Bezug auf die Vergabe der Fußball-WM 2022 nach Katar meint, dass einzig klimatische Klippen und Fragen der Organisation der ausreichenden Fanteilnahme eine Absage rechtfertigen würden. Denn die Tatsache, dass in der Diskussion um die WM in Katar zumeist übers Wetter gesprochen wird und nicht über islamistische Terrorfinanzierung oder schwule Fußballfans, die eine Reise zur WM 2022 wohl auslassen werden, macht das ganze Dilemma dieser unseligen Debatte um Zeitfenster und Clubinteressen deutlich.

Es macht es in dem Zusammenhang (siehe Anhang unten) nicht besser, wenn Ralf Rangnick den Blick auf Katar dadurch zu relativeren versucht, dass er auf andere Sportgroßereignisse verweist, die beim Anlegen strikter Kriterien auch nicht hätten stattfinden dürfen. Der Verweis auf Berlin 1936 geht dabei mindestens als missglückt durch, denn diese Veranstaltung hätte tatsächlich als durch und durch politische Demonstration des Nationalsozialismus besser nie stattgefunden. Warum man auf das Stattfinden einer Naziveranstaltung zurückgreifen muss, um nach dem Motto ’so tief können wir niemals sinken‘ einen Ausflug nach Katar zu legitimieren, bleibt jedenfalls im Dunkeln.

Fakt ist, dass Ralf Rangnick wie auch ein Karl-Heinz Rummenigge, der in Bezug auf Katar die „Dinge, die uns hier in Deutschland allen nicht gefallen“ als „Aufgabe der Politik“ abtut, dem Missverständnis aufsitzt, dass man rein sportliche Dinge entscheidet und den Rest nicht beeinflussen kann bzw. der Rest auch nicht schlimmer ist, als irgendwas schlimmes, was man irgendwo anders auch schon mal hatte.

Beide Führungspersonen, die sie die Sportverbände mit ihren Entscheidungen auch mal kritisch oder ihre Entscheidungsgrundlagen spöttisch sehen können, vergessen dabei, dass sie in ihren Führungspositionen selbst zu sportpolitischen Entscheidern geworden sind. Wenn sie sich für ein Trainingslager in Katar entscheiden, entscheiden sie sich nicht nur für milliardenteure Trainingsbedingungen zum Schnäppchenpreis, sondern auch für die Imagepflege für ein Land, das mit vielen seiner Lebensbedingungen den wohlfeilen Antidiskriminierungskampagnen hiesiger Verbände Hohn spricht.

Womit man letztlich auch die Frage vorerst negativ beantwortet, wofür Clubs wie Bayern München oder RB Leipzig oder Red Bull Salzburg stehen wollen. Weltoffenheit, Individualrechte, gesetzlich geschützte Freiheit für Lebensentwürfe aller Art, sexuelle Freiheit oder Diskriminierungsfreiheit kann es angesichts des unkritischen Umgangs mit den Gastgebern jedenfalls nicht sein. Außer man lässt sich von der hübschen Fassade, die die strategische Partnerschaft mit der Aspire Academy einem hinstellt, blenden. Inwieweit sich ein Konzern wie Red Bull, der wie nur wenige andere mit dem Image des Überwindens von Grenzen und des Auslebens von Lebensträumen verbunden ist, damit in Verbindung bringen lassen sollte, ist eine Frage, die man in Fuschl offenbar nicht ganz so eng sieht.

Natürlich bleibt dabei immer die Frage, wo denn eigentlich die Grenzen dessen liegen, was man noch mitmachen und tolerieren würde und was nicht mehr geht. Und ist es nicht sowieso etwas arg einfach, wenn man in irgendeiner europäischen Metropole entscheidet, dass die Gegebenheiten in Katar nicht mehr zu tolerieren sind, aber man nach den Protesten und deren gewaltsame Bekämpfung durch den Staat rund um den Gezi-Park in Istanbul doch wieder in die Türkei ins Trainingslager fährt?

Vielleicht ist dem so und vermutlich sind die Grenzen bei solchen Entscheidungen immer fließend und nie zu 100% richtig. Und sowieso schwierig, wie aktuell Dynamo Dresden beweist, die sich einer klaren Positionierung zu Pegida verweigern, ganz einfach weil sie wissen, dass dies in einem Verein, in dem die Fronten diesbezüglich durch die Fangruppen gehen dürften, zu einer Zerreißprobe führen könnte. Eine Verweigerung einer Positionierung, für die der Verein bundesweit viel Kritik einstecken musste.

Trotzdem bleibt es dabei, dass Ralf Rangnick und all die anderen Clubs, die zuletzt in Doha weilten und noch weilen werden (oder wie der FC Bayern gar in Saudi-Arabien testspielten), letztlich per se eine politische Entscheidung treffen. Und diese ist eine für die Imagepflege für einen Staat, der auf gesetzlichem Wege Individualrechte einschränkt, für die normale Bundesligisten in ihrem heimischen Alltag gewöhnlich eintreten und der mindestens gute Kontakte zu Personen bzw. deren Gruppen hat, die man nicht zu Unrecht als (antisemitische) Terrorgruppen bezeichnen würde.

Das steht letztlich als Fakt und man hat als sportpolitischer Entscheider wie Rangnick und Rummenigge eigentlich nur noch die Wahl, ob man damit leben kann, weil die positiven sportlichen und wirtschaftlichen Gründe überwiegen oder ob dieser Fakt den im eigenen Club verankerten Vorstellungen vom gesellschaftlichen Zusammenleben nicht eigentlich so stark widerspricht, dass man künftig in der Winterpause andere Orte zum Üben von Dingen mit, ohne und gegen den Ball aufsuchen sollte. Letztlich eine Frage der Prioritäten. Nach Stand der Dinge, die man wissen und mit denen man sich beschäftgen kann, spricht viel dafür, dass die Prioritäten aktuell falsch gesetzt wurden.

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Anhang – Links zu anderen Bloggern, die sich kürzlich mit Katar auseinandersetzten

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Anhang – Ungekürzte Antworten von Alexander Zorniger und Ralf Rangnick bei der Pressekonferenz am 20.12.2014 vor dem Spiel gegen 1860 München zur Frage nach der Entscheidung für Katar (PK komplett als Video – Katarfrage ab 35:30)

Frage: Katar wird als Land ja gerade nicht unkritisch gesehen. War das ein Thema bei der Auswahl des Trainingslagers, Stichwort Menschenrechte, Arbeitsbedingungen, Tote auf den WM-Baustellen oder wird es in der Vorbereitung des Trainingslagers ein Thema sein? Werden sie damit irgendwie umgehen oder ist das völlig außen vor?

Alexander Zorniger: Sportlich ist es für mich absolut reizvoll. Wir haben Topbedingungen dort. Für die Durchführbarkeit ist der Sportdirektor zuständig. Es gibt da auch Synergien, von denen wir sonst ja auch immer wieder sprechen. Deswegen war es sportlich das beste, was uns passieren kann.

Ralf Rangnick: Die Frage ist mir zu populistisch, um sie zu beantworten. Weil, dann könnn sie mir mal ein paar Länder aufzählen. Wenn man die Maßstäbe überall anlegen würde oder angelegt hätte in den letzten 40, 50 Jahre bei diversen olympischen Spielen in diversen Ländern, dann hätten nicht viele olympischen Spiele oder Weltmeisterschaften stattfinden dürfen. Übrigens teilweise auch schon vor längeren, längeren Zeiten in Deutschland. Das nur nebenbei bemerkt. Von daher sollten wir da aufpassen. Wenn wir die heranziehen, dann dürften auch viele andere Mannschaften aus der ersten oder zweiten Liga in ihre Trainingslager in manchen Ländern nicht gehen.

Von daher denke ich, wir haben da Topbedingungen. Ich hab eher noch mal darüber nachgedacht, ob wir als Zweitligist dieses Jahr da hingehen können. Wir hatten letztes Jahr in der dritten Liga auch schon das Angebot, nach Katar zu gehen und haben uns dann anders entschieden. Richtigerweise, weil es in der dritten Liga noch einige Mannschaften gab, die teilweise gar nicht ins Trainingslager gegangen sind und wenn dann auch in die Türkei. Wir haben uns dann letztes Jahr auch entschieden, in die Türkei zu gehen.

Dieses Jahr haben wir uns entschieden nach Katar zu gehen. Auch wegen der Bedingungen, die uns dort von finanzieller Seite her angeboten werden. Wir sind ja in sehr enger Zusammenarbeit mit der Aspire Academy und dort auch mit Markus Egger, der ja früher selber auch mal bei RB gearbeitet hat. Wir haben dort auch die Möglichkeit ein direktes Spiel gegeneinander zu machen, Salzburg gegen Leipzig. Und das hat letztlich auch dafür gesprochen, das dort auszurichten.

Ich war letztes Jahr 10 Tage dort. Nicht nur die Trainingsbedingungen, sondern auch die humanitären Bedingungen, nennen wir sie ruhig mal so, die wir dort im normalen Leben mitbekommen haben, die waren top. Ich habe es vorher schon gesagt, schauen sie mal nach Brasilien, wenn da jeder mal ganz genau hinschaut, wie es da aussieht in dem Land und ich meine damit nicht nur das soziale Gefälle, sondern auch die Arbeitsbedingungen, sowohl bei der WM als auch jetzt bei den olympischen Spielen in Rio. Da schreibt niemand komischerweise auch nur annähernd so kritisch darüber.

Ich glaube, dieses Thema wird vor allem deswegen so hochgespielt, weil sich die Geister nach wie vor scheiden. Ob der Austragungsort Katar für eine Weltmeisterschaft sinnvoll ist, ist ein ganz, ganz anderes Thema. Das wurde nach anderen Kriterien von anderen Leuten entschieden und man sollte jetzt nicht händeringend nach irgendwelchen Gründen suchen, diese WM dort wieder abzusagen. Entweder man entscheidet sich aus den Gründen, die eine Absage auch rechtfertigen würden, nämlich aus klimatischen Gründen oder aus einer Perspektive, kommen da überhaupt genug Fans, gibt es in dem Land überhaupt genug Fans. Das sind Kriterien, nach denen ich so eine Vergabe entscheiden würde.

Wenn ich damals die Wahl gehabt hätte zwischen Katar und Australien, hätte ich nicht lange überlegen brauchen. Auf dem Kontinent in Australien, in Ozeanien war noch nie eine Fußball-Weltmeisterschaft. Dort gibt es traditonell jede Menge Fußballfans. Dort hätten wir zu dieser Jahreszeit auch nicht die Klimaprobleme gehabt. Aber wir wissen ja alle, dass solche Vergaben auch immer nach anderen Kriterien vergeben werden. Jetzt ganz genau hinzuschauen, wie da jetzt die Arbeitsbedingungen sind und wer die Stadien baut, da muss man dann überall schon mit gleichem Maß messen und auch überall, wo bis jetzt Fußballweltmeisterschaften oder olympische Spiele stattgefunden haben, genau hinschauen, wie es dort ausgesehen hat.

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5 Gedanken zu „To Qatar or not to Qatar, eine Frage der Prioritäten“

  1. Sehr schöner Artikel! Aber viele werden das anders sehen: die Fraktion der „Keine Politik im Stadion“ wird damit kein Problem haben, da die auch ständig versuchen, Politik und Sport zu trennen. So wie Bayern und RBL.

  2. Sehr guter Artikel!
    vielleicht auch mal ein Trainingslager in Israel abhalten,? Das Klima ist ähnlich gut, und es wäre ein klares politisches Statement gegen die Feinde der freien Welt.
    Man müsste nur einen passenden Standort mit guten Bedingungen finden.

  3. Was ist richtig, was ist falsch? Welcher differenziert denkende Mensch vermag das immer zu entscheiden? Wichtig ist, dass man miteinander im Gespräch bleibt, sich austauscht. Abschottung und Kontaktsperre hat noch nie geholfen, aus unserer Sicht untragbare Zustände und Politik zu ändern, aber auch nicht kritiklose Hinnahme dieser Zustände. Positiver Nebeneffekt ist jedenfalls die Diskussion über die Lage in Katar. Wer hätte sich sonst dafür interessiert?

  4. @Wuppertaler: Ich gehöre auch eher zu denen, die ständiges Proklamieren und Demonstrieren im Stadion für eher nervig halten, bestehe aber trotzdem darauf, dass sich eben in der Praxis zeigt, wofür man steht. Sprich, man kann sich zwanzig Banner gegen Rassismus in die Fankurve hängen, viel interessanter ist ja, was passiert, wenn es aus dem Block rassistische Rufe gibt. Und man kann vereinsseits zwanzig DFB-Aktionen gegen Homophobie unterstüzten, interessant wird es an der Stelle, wenn der Verein in der Praxis ein Zeichen setzen könnte. Indem er Katar auslässt zum Beispiel. Von daher finde ich diese ganzen ‚Politik im Stadion‘-Debatten auch bei RB höchst langweilig, sondern bestehe eher auf normalen Menschenverstand, also so etwas wie Empathie oder Freiheitsliebe. Nenn es wie du willst. Aber was heißt normal in diesen Tagen schon..

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