DFB-Pokal: RB Leipzig vs. FC Erzgebirge Aue 3:1 n.V.

Zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte trat RB Leipzig gestern in der zweiten Runde des DFB-Pokals an. Zum ersten Mal überhaupt hatte man es nicht mit einem Erstligisten, sondern mit einem Zweitligisten zu tun. Das Spiel gegen Erzgebirge Aue wurde zu einem packenden Pokalfight, in dem RB Leipzig letztlicht das glücklichere Ende auf seiner Seite hatte, weil man in nach langem erfolglosen Anrennen in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit doch noch den Ausgleich erzielte und dann in der Verlängerung alles klar machte.

Nicht ganz unerwartet startete bei RB Leipzig Lukas Klostermann für Marvin Compper in der Innenverteidigung. In seinem ersten Pflichtspiel für RB Leipzig erzielte der 18jährige gleich sein erstes Tor. Leider auf der falschen Seite und somit zur 1:0-Führung für Erzgebirge Aue. Einen schlechteren Start kann man sich als junger Fußballprofi beim neuen Verein auch nicht so recht vorstellen. Klostermann versuchte anschließend das Beste aus der Situation zu machen und man muss immer sein Alter mit in Betracht ziehen, aber man merkte dem jungen Mann über die gesamte Spielzeit durchaus an, dass er noch am Lernen ist. Aber was gibt es besseres als die Möglichkeit zu bekommen, unter Pflichtspielbedingungen zu lernen und daran zu wachsen (und zum Schluss auch noch als Gewinner auf dem Feld zu stehen).

Ansonsten gab es keine Wechsel im Team von RB Leipzig gegenüber dem Sieg gegen den VfL Bochum fünf Tage zuvor an selber Stelle. Gästecoach Stipic änderte seine Mannschaft derweil gleich auf drei Positionen. Dabei konnte vor allem überraschen, dass der ballsichere und laufstarke Mittelfeldmann Dorian Diring auch auf der Bank Platz nehmen musste.

Trotzdem erwies sich Aue in der ersten Halbzeit als genau das ballsichere Team, das man nach ihren letzten Vorstellungen erwarten durfte. Vor allem in Pressingsituationen blieben sie unheimlich ruhig und ließen den anlaufenden RB-Spieler durch Körpertäuschungen ein ums andere Mal ins Leere laufen und sicherten sich so Platz für den Spielaufbau. Dadurch kam RB Leipzig nicht wirklich in Situationen, in denen man Druck auf den Gegner ausüben konnte, aber Aue immer mal wieder in potenziell gefährliche Situationen mit viel Platz auf den Außenpositionen.

Trotzdem passierte offensiv nicht viel und der Plan von Gäste-Coach Stipic, lange die Null zu halten (was man auch in einigen Situationen merkte, in denen insbesondere Aue-Keeper Männel sich viel, viel Zeit beim Abstoß ließ), ging ziemlich gut auf. Und nach 20 Minuten kam Aue sogar in die für sie perfekte Ausgangssituation, als eine Kopfballabwehr von Tim Sebastian postwendend auf René Klingbeil auf der rechten Außenbahn zurückgespielt wurde, der bis kurz vor der Grundlinie durchzog und eine Flanke in die Mitte spielte, wo dann der besagte Klostermann vor dem dahinter lauernden Löning in den Ball spritzte und ihn als Bogenlampe perfekt über Coltorti hinweg in die lange Ecke verlängerte.

Durch das Tor war der Rest der Partie quasi vorbestimmt. RB Leipzig musste das Spiel und Druck machen. Aue konnte sich auf kompakte Abwehrarbeit und Konterversuche zurückziehen. Wobei zurückziehen relativ ist, denn in der ersten Halbzeit bekamen es die Gäste noch sehr gut hin, schon die Innenverteidiger von RB beim Spielaufbau zu stören und anschließend die Räume gut zu verdichten. Erleichtert wurde diese Arbeit dadurch, dass auf Seiten der RasenBallsportler, die wieder und wieder Angriffsanlauf nahmen, vieles zu ungenau war und man auch in der Ballannahme einige Schwächen offenbarte, die den Spielfluss hemmten und immer wieder zu Ballverlusten führten. Dazu kam, dass es eines dieser Spiele war, in denen der Ball in 50:50-Situationen überwiegend zum Gegner sprang, der dadurch Selbstvertrauen gewann und das 1:0 ganz gut verwaltete.

Bis zur Pause passierte entsprechend vor den Toren nicht mehr allzu viel. Poulsen versuchte sich von Zeit zu Zeit in Einzelaktionen und kam so auch zu ein, zwei mehr oder minder gefährlichen Abschlüssen. Auf der anderen Seite stand der eingewechselte Mike Könnecke nach knapp 33 Minuten allein vor Coltorti, schiebt den Ball aber am langen Pfosten vorbei. Nach einem Klassekonter, als Aue den Ball im eigenen Strafraum abfängt und trotz Gegenpressing den Ball sauber über drei Stationen rausspielt und dann das ganze Spielfeld unheimlich schnell überquert.

Und rein ins Pokalglück - Dominik Kaiser schießt per Foulelfmeter zum 2:1 gegen Erzgebirge Aue ein | GEPA Pictures - Roger Petzsche

Zur zweiten Halbzeit kam der am Ball stärkere Federico Palacios Martinez für den im (nicht mehr wirklich gefragten) Spiel in die Tiefe besseren Stefan Hierländer. Insgesamt spielte der 19jährige eine bemühte und engagierte, aber auch nicht immer glückliche Partie.

RB Leipzig rannte jetzt im Minutetakt an gegen einen Gegner, der mit zunehmender Spielzeit immer tiefer in die Verteidigung rutschte und teilweise ein Drittel der eigenen Hälfte aufgab und so erst tief in der eigenen Hälfte verteidigte. Entsprechend schwer wurde es für RB Leipzig, überhaupt in den Strafraum einzudringen. Zumal die Genauigkeit im Offensivspiel im Vergleich zur ersten Hälfte nur unwesentlich besser wurde. Weswegen die torgefährlichen Situationen vor allem aus Fernschüssen resultierten. Von denen insgesamt nicht die ganz große Gefahr ausging. Lediglich bei Yussuf Poulsens Schuss von der Strafraumgrenze in der 67. Minute hatte das Stadion den Torschrei schon auf den Lippen.

Auf der anderen Seite hat Aue gleich zweimal in der zweiten Halbzeit die Entscheidung auf dem Fuß und hätte sie dann einfach herbeiführen müssen. In der 59. Minute brachte es wieder Mike Könnecke fertig, den Ball aus sieben Metern statt ins leere Tor an die Latte zu schießen. Der bei Aue in der Offensive überragende Romario Kortzorg konnte zuvor eine Einzelaktion abschließen, die Coltorti direkt vor Könneckes Füße prallen ließ.

Der ebenfalls nicht unauffällige, aber insgesamt eher ineffektive Arvydas Novikovas war der nächste, der die Entscheidung verpasste, als er in der 81. Minute nach völlig verkorkster RB-Ecke und Aue-Konter völlig frei und allein von der Mittellinie aus auf Coltorti zusteuert und dann aus 25 Metern einen Alibilupfer versucht, für den Coltorti noch nicht mal hochspringen muss, um ihn sicher zu fangen.

Kurz zuvor hatte Martin Männel auf der anderen Seite einen Kopfball des eingewechselten Terrence Boyd aus dem Winkel gekratzt. Es war eine der auffälligeren von vielen, vielen nicht ganz so auffälligen Situationen rund um den Aue-Strafraum, inklusive vieler Standards, die in den Strafraum der Gäste segelten. Wenn sie denn segelten. Letztlich konnte es wohl aber in einer Partie, in der RB Leipzig 90 Minuten lang die Mittel fehlten, um das Tor der Auer mit spielerischen Mitteln zu belagern, nur ein Standard sein, der RB Leipzig zurück brachte.

Der vierte Offizielle hatte gerade drei Minuten Nachspielzeit angezeigt, als sich Georg Teigl noch mal rechts durchzutanken versuchte und zumindest eine Ecke herausholte. Dominik Kaiser trat diese und Yussuf Poulsen zeigte in der Mitte wieder einmal, dass er nicht von dieser Welt ist und übersprang jeden in seiner Umgebung mal eben um 50 Zentimeter, schien dabei in der Luft zu stehen und versenkte den Ball im Tor. Unglaubliche Szene. Und unglaublicher Fußball. Da muss Aue gleich zweimal das 2:0 machen und dann belohnt sich RB Leipzig in der Nachspielzeit doch noch für eine kämpferisch tadellose Leistung und für permanentes, nicht immer sonderlich hübsch anzusehendes Anrennen in der zweiten Halbzeit.

Die Nachspielzeit ist dann schnell erzählt. Aue nun physisch und psychisch nicht mehr auf Augenhöhe, zudem später noch wegen Verletzung in Unterzahl. Außerdem wurde man nun auch dafür bestraft, dass man in der regulären Spielzeit mit Novikovas und Löning quasi die Offensive komplett dafür geopfert hatte, den Vorsprung über die Zeit zu retten.

Unglücksrabe Mike Könnecke war wiederum entscheidend am Rückstand Mitte der ersten Hälfte der Verlängerung beteiligt, als er im Strafraum gegen Teigl nicht gedankenschnell genug ist (nachdem es Aue zuvor schon im Mittelfeld deutlich zu schnell gegangen war) und den Rechtsverteidiger in völlig torungefährlicher Situation von den Beinen holt. Kapitän Dominik Kaiser lässt sich die Chance nicht nehmen und netzt zum 2:1 ein.

Die Entscheidung besorgt dann Terrence Boyd 10 Minuten später, als Aue hinten immer offener agierte und mit Dreierkette spielte. Poulsen holte sich an der linken Seitenauslinie den Ball und spielt dann den einlaufenden Kaiser frei, der mit der perfekten Flanke über Männel hinweg Terrence Boyd am langen Pfosten bedient, der den Ball nur noch ins Tor nicken muss. Pflichtspieltorpremiere für den Neuzugang, der schon mal andeutete, wie wichtig seine körperliche Präsenz für das Spiel von RB Leipzig in den nächsten Monaten werden könnte.

Wenn man so will, war es für Aue ein ganz bitterer Abend, denn mit der 1:0-Führung im Rücken hatten sie es selbst in der Hand, den Sieg nach Hause zu fahren. Sie spielten einen prima Fußball, weil sie fast durchgängig den Kopf oben behielten, am eigenen Strafraum verbissen verteidigten und immer nach spielerischen Lösungen suchten und in einigen Situationen auch fanden. Gäbe es Bonuspunkte für die B-Note würde Aue welche kriegen, da Fußballspiele aber über Tore entschieden werden, fehlte es Aue in den entscheidenden Situationen an Abgeklärtheit und Qualität, um den Sack zuzumachen. Dass mit Klostermann einzig ein RB-Spieler für Aue traf, sagt vermutlich etwas über das finale Problem der Gäste in dem Spiel.

Auf der anderen Seite spielte RB Leipzig 90 Minuten lang nicht sehr gut Fußball und ließ im Kombinationsspiel und in der Ballverarbeitung doch immer wieder ein paar Wünsche offen und machte sich das Leben dadurch völlig unnötig total schwer. Dass man trotzdem im Minutentakt auf das Tor der Gäste zurannte und in der zweiten Halbzeit bei immer wieder drohenden Kontern auch in der Balleroberung in der Hälfte des Gegners viel richtig machte, konnte trotzdem beeindrucken. Letztlich verdiente man sich genau durch diesen immer aufscheinenden Glauben an die eigene Chance, noch ein Tor zu erzielen, den Ausgleich in der Nachspielzeit. Dass man sich auch den Sieg am Ende verdiente, verdeutlicht sich auch in den nackten Zahlen von 33:10 Torschüssen, 55% gewonnenen Zweikämpfen und 59% Ballbesitz.

Fazit: Es war ein tolles Fußballspiel. Nicht, weil es Kabinettstückchen im Minutentakt gegeben hätte, sondern weil sich zwei Teams einen packenden Pokalfight lieferten, bei dem Aue aufgrund der klareren Chancen lange im Vorteil schien, sich aber gegen einen Gegner, der sich eher durch die Partie pflügte denn spielte, dennoch am Ende beugen musste. Für Aue eine extrem bittere Niederlage angesichts des späten Ausgleichs in der regulären Spielzeit. Für RB Leipzig ein emotionaler Sieg und Lohn für einen großartigen Kampf.

Randbemerkung 1: Kaum ist die zweite Runde gespielt, ist das Achtelfinale schon ausgelost. Neun Erstligisten, drei Zweitligisten, zwei Drittligisten und ein Viertligist lagen neben RB Leipzig noch im Topf. Gelost wurde in der Nacht zu heute in der ARD. RB Leipzig hat dabei ein Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg gezogen, gegen den man vor drei Jahren zum ersten DFB-Pokalspiel überhaupt antrat und damals als Viertligist nach einer rauschenden Nacht mit 3:2 gewann. Sicherlich eine sportlich attraktive und nicht komplett unlösbare Aufgabe und entsprechend ein weiteres Fußballfest im heimischen Stadion. Wenn man im Pokal unter den letzten 16 Mannschaften Deutschlands steht und ein Heimspiel hat, kann man sich sowieso nicht beschweren. Gespielt wird am 03. oder 04. März 2015. Ist also noch lange hin. Bis dahin sind noch viele Zweitligaspieltage zu spielen. Die drei unterklassigen Teams erwischten zudem allesamt Erstligisten als Gegner. Sportlich sicherlich nicht ganz optimal. Wobei Dresden gegen Dortmund natürlich ein ganz schöner Knüller ist. Die könnten ihr Stadion vermutlich zwei- bis dreimal ausverkaufen bei der Begegnung. Im Überblick: Leverkusen-Kaiserlautern, Offenbach-Mönchengladbach, Bayern-Braunschweig, Aalen-Hoffenheim, Leipzig-Wolfsburg, Bielefeld-Bremen, Freiburg-Köln, Dresden-Dortmund.

Randbemerkung 2: Was für eine Explosion der Freude beim Ausgleich, der wohl nur noch von Optimisten für möglich gehalten wurde. Erlebt man in der Form auch eher selten und erinnerte ein wenig an das 1:1 von Rockenbach im Sachsenpokal-Finale 2013 gegen Chemnitz. Großartiger Moment, der sich wohl auch in die Erinnerungsgeschichte derjenigen, die es mit RB halten, einbrennen wird.

Randbemerkung 3: Extrem grenzwertig ist ja die Situation oberhalb von Block 3 und 4 in Sektor A zwischen Getränkeständen und WC am maximal fünf Meter breiten Nadelöhr, durch das sich in der Halbzeit in 15 Minuten einige Hundert Menschen durchschieben müssen, während es von an WC und Ständen anstehenden Menschen auf eine kleine Gasse verengt wurde. Das entstehende Gedränge ist wahrscheinlich die Horrorvorstellung aller Panikforscher und ziemlich nah dran an gefährlich. Da sollte man sich in Sachen Besucherführung unbedingt was einfallen lassen. Wobei das an der Stelle durch das Zusammenkommen von Besuchern aus drei bis vier Blöcken sicherlich schwierig ist, eine sinnvolle Lösung zu finden.

Randbemerkung 4: Uneinigkeit bei der Pressekonferenz, bei der Gästecoach Stipic sein Team deutlich besser gesehen hatte und Alexander Zorniger gegenteiliger Ansicht war und die Vorteile auch in der regulären Spielzeit bei seiner Mannschaft sah. Letztlich haben wohl beide Trainer ein bisschen Recht, was auch daran liegen könnte, dass Stipic „zwei verschiedene Spielstile“ gesehen hatte. Aue mit gutem Spiel mit dem Ball und guten Konterversuchen und den klareren Chancen, aber ohne Krönung. RB Leipzig mit unermüdlichen Anrennen in Hälfte 2. Dass man nach so einem Spiel vielleicht mal unterschiedliche Meinungen hat, passiert. Dass Alexander Zorniger bei seiner Replik deutlich unentspannter schien als sein siegloses Gegenüber erstaunte aber dann doch einige der Anwesenden. Insbesondere die mit den Auern verbundene Fraktion unter den Zuhörern verließ mit einem ordentlich dicken Hals den Raum, weil sie ein wenig den Respekt vor Stipic und der Leistung seiner Mannschaft vermissten. Möge es als Anspannung nach einem intensiven 120minütigen Fight durchgehen.

Randbemerkung 5: Vor dem Spiel eine Choreo im RB-Block, in dem die Schönheit eines Flutlichspiels dargestellt wurde. Interessantes Detail, dass das Stadion im Rahmen der Choreo als Zentralstadion bezeichnet wurde. Wo man sich doch bei RB sonst immer bemüht, eine Nichtverwendung des aktuellen Namens Red Bull Arena zu vermeiden. Da durften sich die Choreomacher offenbar über viel Entgegenkommen bei der Freigabe der Choreo freuen.

Lichtblicke: Wenn es um Einsatz und Engagement geht, müsste man praktisch alle Spieler hier aufführen. Da es im Fußball aber ja auch noch um mehr geht, bleiben zwei übrig.

  • Tim Sebastian: Überragender Mann bei RB Leipzig. Stopfte hinten immer wieder die Löcher und stärkte so auch dem Debütanten Lukas Klostermann einige Male den Rücken (schon nach dem Eigentor hatte er ihn zur Seite genommen und aufgemuntert). Dazu immer wieder auch mit Offensivdrang und gen Ende als Kopfballspieler im Angriff. Hätte gut zu seinem Spiel gepasst, wenn er den Ausgleich gemacht hätte, aber auch so war es eine sehr starke Partie.
  • Dominik Kaiser: Steht exemplarisch für ein Team, das immer wieder und minütlich einen neuen Anlauf nahm. Auch wenn nicht immer alles passte oder genau war, ging es immer wieder in den nächsten Versuch. Kaiser dabei permanent in der Rolle des Spielgestalters (erst auf der Zehn, später etwas tiefer) auf der Suche nach den kreativen Lösungen. Letztlich bereitete er zwei Tore vor und schoss den Führungstreffer per Elfmeter selbst. Mit der Kapitänsbinde am Arm, die er von Daniel Frahn bekommen hatte. In der Manier eines Führungsspielers eben.

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Tore: 0:1 Klostermann (20./ET), 1:1 Poulsen (90.), 2:1 Kaiser (98./FE), 3:1 Boyd (108.)

Aufstellung RB Leipzig: Coltorti – Teigl, Klostermann, Sebastian, Jung – Demme (77. Fandrich), Khedira, Hierländer (46. Palacios Martinez) – Kaiser – Poulsen, Frahn (61. Boyd); nicht eingewechselt: Bellot, Heidinger, Morys, Compper; nicht im Kader: Franke, Ernst, Rebic, Kalmár, Kimmich (alle verletzt) Dähne, Strauß, Palacios Martinez, Sumusalo

Aufstellung FC Erzgebirge Aue: Männel – Klingbeil, Fink, Vucur, Müller – Novikovas (89. Schulz), Schröder, Benatelli, Kortzorg – Anier (6. Könnecke), Löning (75. Schönfeld)

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Insgesamt eine souveräne, sehr gute Spielleitung. Hätte Aue-Keeper Männel vielleicht schon ein bisschen eher wegen Zeitspiel verwarnen können, aber auch das war letztlich ok. Scheute sich im Gegensatz zum Spiel von RB bei Union nicht davor, in der Nachspielzeit den fälligen und absolut gerechtfertigten Elfmeter zu pfeifen. Wenn man Stieler etwas ankreiden mag, dann dass er über 120 Minuten keine einzige gelbe Karte an einen RB-Spieler verteilte, obwohl es durchaus ein, zwei Gelegenheiten gegeben hätte. Aber auch auf der anderen Seite ließ er mindestens einmal die gelbe Karte eher zu Unrecht stecken.)

Gelbe Karten: – | Müller, Männel

Zuschauer: 28.419 (davon 3.000 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht [broken Link], FCE-Bericht [broken Link], Kicker-Bericht, Pressekonferenz-Liveticker

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Torschüsse: 33 : 10

gewonnene Zweikämpfe: 55 : 45%

Fouls: 20 : 21

Abseits: 0 : 9

Ballbesitz: 59 : 41%

Beste Zweikampfquote: Jung: 80% – Fink: 64%

Beste Passquote: Khedira: 83% – Vucur: 79%

Meiste Ballkontakte: Teigl: 142 – Männel: 89

Statistiken von kicker.de

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Saisontorschützen DFB-Pokal: Poulsen, Kaiser, Boyd, Jung, Fandrich: je 1 Treffer

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Bild: © GEPA pictures/ Roger Petzsche

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8 Gedanken zu „DFB-Pokal: RB Leipzig vs. FC Erzgebirge Aue 3:1 n.V.“

  1. jetzt kann man ja bei fußballspielen immer unters. meinung sein. betrachtet man das jedoch etwas nüchtern und zusammen mit den zahlen finde ich zorniger da absolut im recht.
    es ist schon bezeichnend, wenn der torwart der gegnerischen mannschaft der mann mit den meisten ballkontakten ist. desweiteren finde ich eben gerade die unfähigkeit von aue aus ihren 100%en auch Tore zu machen mehr als bezeichnend. Man darf nicht vergessen, dass aue in 120 minuten (+ nachspielzeiten) es nicht geschafft hat auch nur 1 tor zu schiessen! da kann man sonst „clever“ spielen wie man will (vor allem mit der führung im rücken). Nicht zu vergessen auch, dass es natürlich einfacher ist mit einer führung im rücken und gegen etwas verunsichert wirkende leipziger. grad der torschütze zum 0:1 wirkte im verlauf das eine oder andere mal verunsichert.

    auch das zeitspiel ab minute 24 (oder wann das tor fiel) sagt deutliches aus wie man sich selbst in dieser partie sieht. permanent dauerte ab der führung bei den aue spielern alles extrem lange. jeder einwurf dauerte min. 10 sekunden .. jeder abschlag lockere 20-30 .. da hätte ich schon viel früher gelb gezeigt mit der option auf gelb-rot im späteren verlauf. es ist einfach mehr als unsportlich alles permanent zu verzögern und spielfluss zu hemmen.

    du hast selbst schon das „glück“ der auer angesprochen .. war gestern aber auch teilweise extrem. einige der chancen kamen erst zustande weil man glücklich den ball irgendwie doch behält. klar gehört das manchmal dazu .. aber sagt auch nichts über die qualität von aue oder nicht qualität unserer abwehr aus. so auch z.b. die chance in der 2. halbzeit zum versuchten lupfer .. da kam das glück dazu, dass der schiri gerne mal situationen weiterlaufen lassen hat die, zumindest meiner meinung nach, nicht so eindeutig waren. für mich sah es aus wie ein foul. pfeift er das wäre es min. 2x nicht zu guten chancen für die aue spieler gekommen.

    sei es drum.. wir sind weiter.. nichts anderes zählt.

  2. Sicherlich sehe ich das ganze aus der emotionalen Sicht aus Block 29 und das war gestern extrem emotional, aber einiges sehe ich deutlich anders.
    Erstmal sind wir uns einig, dass wir im Spielaufbau extrem viele Fehler gespielt haben. Oft auch total freie Spieler spielten Pässe ins nirgends.
    Zu einzelnen Szenen (ohne das ich die TV Bilder gesehen habe):
    – Zu „Beginn“ wird Poulsen im Strafraum gelegt und das war mal deutlich gelb und 11 Meter (wurde aber nicht gepfiffen und es gibt Abstoß für Aue)
    – Sebastian geht beim Tor von Klostermann nicht auf den heran ziehenden Auer, obwohl im Rücken Klostermann den Strafraum dicht hat und lässt so zu viel Raum. Kurze Zeit später macht er den selben Fehler (korrigiert dann kurz vorm Auer Schuss etwas) auf der anderen Spielfeldseite. Auch da war der rückwärtige Raum von Jung abgedeckt. Diesmal schießt der Auer zum Glück vorbei.
    – Poulsen spielt uns zuletzt zu eigennützig. Wenn er einmal ins Einzeldribbling geht sieht er seinen Mitspieler nicht mehr.
    Ansonsten war das insbesondere die letzten 20 Minuten (70-90) erdrückend durch unsere Offensive und der Ausgleich war mehr als verdient. Der Rest war dann gut runter gespielt.

    Achso: Noch eine Ergänzung. Schön zu sehen wie Boyd sich den Ball für den Elfer holt und Verantwortung übernehmen will. Letztendlich nimmt sich Kaiser dann den Ball von ihm.

  3. Eine Mannschaft, die relativ weit hinten drin steht und auf Konter lauert, kann meines Erachtens das Spiel nicht „dominieren“. Auch wenn sie die klareren Chancen kreiert. Insofern hat A.Z. schon Recht.

    Ich habe ab der 75 min nicht mehr so Recht an die Wende geglaubt. Dazu war vieles im Spiel nach vorn bei RB zu überhastet, zu ungenau und auch zu einfallslos. Langer Ball auf Poulsen und dann guckt die halbe Mannschaft erst mal zu, was er außen gegen 2-3 Gegner zu Stande bringt. Dass dabei trotzdem oft was gefährliches entsteht (3:1) spricht für seine Klasse. Trotzdem ist es auf Dauer zu ausrechenbar für den Gegner. Nimmt man Poulsen aus dem Spiel, sind gefühlt 80 Prozent des Offensivpotenzials von RB weg. Da hoffe ich auf Boyd, dessen körperliche Präsenz am Strafraum schon beeindruckend ist. Die beiden als Sturmduo könnten zum Albtraum der Zweitligaverteidiger werden. ^^

  4. Ich ergänze/kommentiere mal im wesentlichen 4 der Themen aus der Zusammenfassung (wie immer sehr treffend):

    – Frustrierend war, dass die Mannschaft quasi die gesamte reguläre Spielzeit nicht auf die Idee kam mal zu verlagern: durch die erste Halbzeit sahen alle zu wie sich Yussuf ein uns andere Mal recht fest rannte. War zwar schön zu sehen wie stark der Junge sich auch technische weiterentwickelt hatte (vor 1.x Jahren konnten ihm da noch einige den Ball abknöpfen), aber ich hätte mir gewünscht, dass man stattdessen mal über Jung nach links geht (und von mir aus Poulsen dann in die Mitte schiebt). So aber konnte sich Aue einfach hinstellen und warten.

    – Auch im Block 10 gab es Szenen wo ich mir dachte, dass die Security völlig überfordert wäre wenn jetzt ein Fight oder Panik ausbrechen würde. Die standen rum und haben den Verkehr null dirigiert. So kam es, dass wir ständig Leute von den Treppen scheuchen mussten, die alles – nicht zuletzt die Sicht – zugestellt hatten.

    – In ein, zwei Szenen war Aue grenzwertig unsportlich – Pokal-Fight hin oder her. Insbesondere die Szene wo sich ein Auer tod stellte und alle auf dem Platz – außer dem Schiri – wussten, dass dem gar nichts fehlte. RB hatte über das Seitenaus gespielt und statt jetzt den Ball schnell wieder zurückzugeben macht Aue erst den Einwurf, dribbelt kurz und schießt dann endlich den Ball zu Coltorti. Insbesondere Teigl war da kurz vor’m Ausrasten…

    – Zorniger hat keinen guten Tag erwischt. Es hätte genug zu kritisieren gegeben (s.o.), aber er wirkte doch sehr kleinlich und nicht souverän. Schade eigentlich denn gerade gestern hat ihn Mehmet Scholl einem größeren Publikum wärmstens ans Herz gelegt („den sehen wir bald in der Bundesliga und ich freue mich darauf“).

    Davon abgesehen: ein Meilenstein in der RBL-Vereinsgeschichte, der wieder einmal eindrucksvoll belegt, dass in jedem Verein Emotionen existieren und diese im Laufe der Jahre zur viel gepriesenen Tradition und -geschichte reifen.

  5. Alle Kommentare sprechen mir aus dem Herzen. Wie oft hat man das im Fußball schon erlebt? Verwertet man vorn seine Chancen nicht, wird es am Ende bestraft.
    Daher glücklich gewonnen, aber auch verdient.
    Emotional in meiner persönlichen Rangliste unter den Top 3. Und wie es der Zufall so will, alle 3 Spiele sind Pokalspiele.
    Danke an meine taLEntfreien Banknachbarn, dass ihr meine Emotionen ertragen tut.

    Liebe Aue-Fans im Sektor A, nicht traurig sein, ohne Anfeindungen ein Pokal-Krimi zu erleben, was will man mehr. Ich würde auch mal gern sorglos mit RB-Schal im Aue-Familienblock sitzen. Vielleicht in meinem zweiten Leben. Stimmungstechnisch war Euer Support im Gästeblock sehr gut. Boykott ist eh nur was für Mitläufer.;-)

    Ein großes Lob an unseren Sektor B. Choreo, Stimmung, für uns als Sitzplatzultras, alles fein. Das ihr Euch sehr selbstkritisch seht ist bekannt, meine Bitte, bleibt locker, ihr habt in 5 Jahren eine klasse Aufbauarbeit geleistet. Weiter so!

    Uups, die Zeit rennt. Bis die Tage! Man liest sich.

  6. „Die spielerischen Mittel, einen defensiv exzellent organisierten Gegner auseinanderzuspielen, haben sie [RB] jedoch noch nicht – damit wären sie aber in der zweiten Liga auch ein Sonderfall.“ lautete das Resümee auf Spielverlagerung.de zum Heimspiel gegen Heidenheim. Da gab es gestern (noch?) keinen Fortschritt, sodass die Entscheidung nur durch Standards fallen könnte; wenn Kaiser und Poulsen darauf verweisen, dass Standards intensiv trainiert wurden, mag das für das überragende Kopfballtor nach Ecke in 90+1 gelten – an weitere mit wirklicher Torgefährlichkeit kann ich mich nicht erinnern.

  7. Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, RB hat lange mit viel Kraft (und teilweise weniger Geschick) gedrückt und darum verdient gewonnen. Das Herr Zorniger mitunter etwas bärbeißig daher kommt ist ja nix neues. Ab und an etwas mehr Humor und Gelassenheit wär schon Klasse. Aber er ist Trainer (ein verdammt guter noch dazu) und kein Entertainer, das vergisst man in Zeiten der Kloppomanie gerne mal.
    Wirklich befremdlich fand ich gestern in Sektor B den ziemlich mageren Support in Block 29. Okay, die Kapos sind wegen der Entfernung nicht immer gut zu verstehen. Aber selbst wenn ich und meine Kumpels alleine losgröhlten ließ sich der Block nicht mitreißen. Da war wirklich erschreckend oft und lange Stille. Stattdessen ließ man es in Block 29 zu im Angesicht einer drohenden Niederlage die lautstarken Fans aus Aue ungestört triumphieren zu lassen. Das muss sich echt ändern. Für mich war das kein zweitligareifer Support. Denn wenn der Fanblock erst mit dem Ausgleich erwacht, dann muss man sich nicht wundern wenn man von “Traditionsvereinanhängern” als Retortenprodukt und Eventfan mitleidig belächelt wird. Vielleicht gibt’s ja auch bald ein paar Extra Kapos für Block 29. Es gab ja schon Spiele wo das mit geringem Erfolg bereits versucht wurde.
    Um das aber mal zu relativieren. In den letzten Ligaspielen war der Support in Block 29 und im ganzen Sektor B richtig gut und zeigte deutlich nach oben.

    Und zum Schluß nochmal dicke Props an den rotebrauseblogger, weil die Seite einfach super ist und auch die Plattform rb-fans.de möchte ich hier auch nochmal lobend erwähnen. und diesem sinne allen ein schönes WE und bis demnächst gegen den FCK.

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