Blockdenken

Es macht in diesem Jahr durchaus Sinn, die Hinrunde in Blöcke zu trennen, die sich durch die Länderspielpausen ergeben. Im ersten Block hatte RB Leipzig demnach vier Liga- und ein Pokalspiel und im zweiten gerade zu Ende gegangenen Block fünf Ligaspiele. Der dritte Block bringt zwischen dem 17.11. und dem 8.11. wieder vier Liga- und ein Pokalspiel, während sechs Ligaspiele dann die Zeit bis zur Winterpause abschließen.

Auch Alexander Zorniger erklärte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Heidenheim, dass man bei der Trainingskonzeption auf diese Blöcke zurückgreift, indem man in der Zeit der einzelnen Spielblöcke bestimmte Inhalte jeweils stärker in den Mittelpunkt stelle, damit den Spielern immer klar ist, welches Ziel man im Training in welcher Saisonphase verfolge.

Wenn man mal die ersten beiden Spielblöcke rein anhand der Zahlen miteinander vergleicht, dann fallen beim Blick auf die Spieltage 5 bis 9 natürlich die drei obersten Teams ins Auge. Ingolstadt, Düsseldorf und Heidenheim aktuell jeweils mit veritablen Erfolgssträhnen. Wobei erstens auffällig bleibt, dass sich keines dieser Teams in den Spielen durchgehend als Übermannschaft präsentiert hat und zweitens (und mit erstens zusammenhängend) kein Team mehr als 11 der 15 möglichen Punkte ergattern konnte.

Heißt, dass keine Zweitligamannschaft mehr als drei Siege aus insgesamt fünf Spielen holen konnte. Das passt auch ganz gut zum Block der ersten vier Spieltage, an denen keine Mannschaft mehr als zweimal gewinnen konnte. Andersherum blieb kein einziges Zweitligateam in den letzten fünf Spielen ohne Sieg. Was alles in allem wieder mal sehr für die Ausgeglichenheit der Liga spricht.

Pkt 1-9Tore 1-9Pkt 5-9Tore 5-9Pkt 1-4Tore 1-4
Ingolstadt1916:6118:388:3
Kaiserslautern1715:1197:588:6
Düsseldorf1618:111112:656:5
Leipzig1614:7810:784:0
Heidenheim1519:121014:555:7
Darmstadt1514:1078:786:3
Fürth1414:975:579:4
Bochum1417:1368:989:4
Karlsruhe1211:1045:786:3
St. Pauli1111:1578:843:7
Braunschweig1012:1265:647:6
Nürnberg1010:1744:1166:6
Sandhausen106:1294:512:7
Aalen98:1144:754:4
1860910:1475:525:9
FSV811:1847:1344:5
Union76:1544:932:6
Aue76:1575:501:10

[Pkt 1-9 = Punkte in den ersten neun Spielen, Tore 1-9 = Torverhältnis in den ersten neun Spiele, restliche Spalten analog für die Spieltage 1-4 bzw. 5-9.]

Auffällig in der Tabelle der Spieltage 5 bis 9 auch Sandhausen, die durch drei (teilweise glückliche) 1:0-Siege am Stück in die Spitzengruppe vordringen, aber wegen eines (verdienten) 0:3 gegen Frankfurt am neunten Spieltag die gute Laune nicht mit in Länderspielpause retten konnten.

Am Tabellenende des zweiten Zweitligablocks die Teams, die aktuell auch als die Krisenclubs durchgehen. Nämlich Karlsruhe, die zuletzt extrem eingebrochen sind, Nürnberg, Aalen, FSV Frankfurt und Union Berlin. Wobei sich Aalen, Nürnberg und Frankfurt vor dem Break noch Erfolgserlebnisse verschafften und sich damit auch ein wenig Ruhe erkauften. Vergleichsweise ruhig geht es derweil (noch) in Bochum und Braunschweig zu, die jeweils nur sechs Punkte aus den fünf Partien holten und hinter den eigenen Ansprüchen hinterherhecheln.

Für RB Leipzig lief der zweite Block in der zweiten Liga insgesamt durchwachsen. Zumindest ergebnistechnisch, denn vom Auftreten her war kein Ausreißer nach unten dabei. Vielmehr war man in vier Spielen das bessere Team und in einer Partie zumindest gleichwertig (Düsseldorf). Trotzdem stehen am Ende ’nur‘ zwei Siege, zwei Unentschieden und eine Niederlage zu Buche.

Entscheidend dafür letztlich die nicht mehr ganz so stabile Defensive. Kam man durch die ersten vier Saisonspiele noch ohne Gegentor (beste Defensive), stehen für die folgenden fünf Spiele gleich sieben Gegentore zu Buche (neuntbeste Defensive). Und in keinem der Spiele blieb man gegentorlos. Was definitiv die Punkte aus dem Spiel in Berlin, aber wohl auch zwei aus dem Spiel gegen Heidenheim kostete.

In der Offensive waren die RasenBallsportler derweil verbessert unterwegs. Statt im Schnitt ein Tor pro Spiel erzielte man nun gleich zwei. Was auch an einem besser funktionierenden Umkehrspiel lag. Yussuf Poulsen tat sich offensiv mit fünf Treffern besonders hervor. Georg Teigl und Dominik Kaiser trafen je zweimal. Insgesamt 10 Tore in den Spielen 5 bis 9 bedeuten die drittbeste Offensive in dieser Zeit hinter den torhungrigen Heidenheimern und hinter der robusten Angriffsreihe der Fortuna.

Letztlich ist nach neun Spieltagen noch wenig passiert und durch die Länderspielpausen, in denen die Teams noch mal arbeiten und mit neuem Schwung zurück in die Liga finden oder aber auch Schwung verlieren können, ist schwer vorherzusagen, wie es weitergeht. Zumal sich die Tabellenstände jetzt weiter manifestieren und das Hauen und Stechen stärker werden wird. Alles was bis jetzt war, war sozusagen Vorgeplänkel, um sich eine gute Ausgangssituation zu sichern.

Für RB Leipzig könnte das auch bedeuten, dass die Saison nach der Länderspielpause erst richtig losgeht. Das nicht große, aber doch vorhandene Aufsteigerimage dürfte sich immer mehr verlieren und von einem Spitzenteamimage abgelöst werden, gegen das man besonders konzentriert auftritt (motiviert sind die meisten ja sowieso schon).

Dürfte interessant werden, wie sich RB Leipzig unter dem Druck, gegen die ausgeglichene Konkurrenz auf Augenhöhe konstant punkten zu wollen bzw. in Bezug auf die Tabelle auch zu müssen, in den kommenden Wochen so anstellt. Denn zwischen dem Ankommen in einer Liga und dem Festigen einer Position in einer Liga besteht dann doch noch ein kleiner Unterschied. Auch weil die Kontrahenten von Woche zu Woche immer besser um die Spieloptionen der RasenBallsportler wissen. Nur ob sie auch dauerhaft ein Mittel dagegen finden, muss sich erst noch zeigen.

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Ein Gedanke zu „Blockdenken“

  1. Interessant.

    Am Rande. Die Heimspiele finde ich jetzt besonders gut. Keine Auswärtsfans, kein Alkoholverbot und weniger Dienst für Freund und Helfer.

    2.Liga ist schön…

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