Spektakelpotenzial

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig bei Fortuna Düsseldorf (28.09.2014, 13.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger und Joshua Kimmich.]

Keine Zeit zum Durchpusten. Die englische Woche hält zum Abschluss noch einen weiteren dicken Brocken bereit. Die Fahrt zu Fortuna Düsseldorf ist Teil 3 des aktuellen Leistungstests unter Ligabedingungen. Und auch wenn es eine Plattitüde ist, dass das nächste Spiel immer das schwerste ist, darf man in Düsseldorf doch wieder ein paar sportliche Widerstände erwarten, die man vielleicht in den letzten Spielen so nicht hatte.

Der Saisonstart ging in Düsseldorf erst mal ordentlich in die Hose. Nur zwei Punkte aus den ersten drei Ligaspielen, dazu das Pokalaus in Würzburg, man schien schon früh in eine schwere Situation hineinzuschlittern. Drei Siege und ein Unentschieden später steht Fortuna allerdings mit zwei Punkten Rückstand auf die Spitze schon wieder auf Platz 6.

Nicht unentscheidend mitverantwortlich für diesen Aufschwung ist die Offensive, die mit neun Toren aus den letzten vier Spielen zusammen mit Bochum, Ingolstadt und Heidenheim den Spitzenwert in diesem Zeitraum erzielte. Wenn man bedenkt, dass Düsseldorf zu den Teams mit der geringsten Anzahl an Torschüssen in der zweiten Liga gehört, kann man daraus zumindest schon mal schließen, dass die Mannschaft relativ effektiv agiert. Sprich, wenn sich mal die Chance bietet, man auch zuschlägt. Was angesichts der individuellen Qualitäten im Team nicht sonderlich überrascht.

Zusammengehalten wird der Laden in Düsseldorf von Trainer Oliver Reck. Der in der vergangenen Rückrunde den erkrankten Lorenz-Günther Köstner vertrat und sich durch einen starken Schlussspurt seines Teams einen größeren Bonus vor allem bei den Fans, aber auch beim Verein erarbeitete. Sodass er seit Saisonbeginn Cheftrainer ist.

Angesichts dessen, dass Reck bisher nur in Duisburg hauptverantwortlich arbeitete und dort nach einem knappen Jahr mehr oder weniger als Gescheiterter gehen musste, schien dies riskant. Vor der Saison brachte Reck selbst etwas Unruhe in die Geschichte, indem er sich nicht auf eine Nummer Eins festlegen wollte und zu verstehen gab, rotieren zu wollen. In der Praxis ist allerdings Michael Rensing durchgehend Stammkeeper und Oliver Reck scheint seine Mannschaft gut im Griff zu haben und in Ruhe arbeiten zu können.

Michael Rensing, der letzte Saison noch wenig amüsiert darüber war, dass ihm Fabian Giefer zu Saisonbeginn vorgezogen wurde, hat sich in diesem Jahr gegen die gewiss nicht leichte Konkurrenz von Lars Unnerstall durchgesetzt, der von Schalke 04 kam. Zusammen bilden sie vermutlich das beste Torwartduo der zweiten Liga. Rensing selbst ist ein sicherer Keeper, der auf der Linie ziemlich stark, aber insgesamt auch nicht komplett fehlerunanfällig ist.

Vor Rensing spielt bisher durchgängig eine 4-4-2-Formation. In der Innenverteidigung steht dabei der 29jährige Kapitän und langjährige Duisburger Adam Bodzek, der auch einiges an Erstligaerfahrung mitbringt. Neben ihm hat sich der erst 18jährige Jonathan Tah in die Mannschaft gespielt. Tah ist vom HSV ausgeliehen und ein bärenstarker Innenverteidiger. Körperlich unheimlich robust und trotzdem beweglich, dazu aber auch ein feines Füßchen. Tah bringt ziemlich viele Qualitäten mit, die ihm eine lange, sehr gute Karriere ermöglichen könnten. Was auch dazu führt, dass er der Spieler mit dem höchsten Marktwert der zweiten Liga ist. Warum der HSV auf den jungen Mann verzichten kann, bleibt deren Geheimnis. Kein Geheimnis ist, dass Tah jüngst erst deswegen in die Mannschaft rückte, weil der etatmäßige Innenverteidiger Bruno Soares nach einer Anzeige wegen häuslicher Gewalt aus dem Spielbetrieb genommen wurde. Zumindest als erster Innenverteidigerersatz ist der 26jährige Brasilianer nun wieder zurück.

Rechts hinten ist der 26jährige Julian Schauerte, der vorher Stammspieler in Sandhausen war und in der Sommerpause nach Düsseldorf wechselte, gesetzt. Nicht nur wegen seiner defensiven Qualitäten, sondern weil er auch Richtung Offensive ein sehr wichtiger und agiler Spieler ist. Drei Torvorlagen stehen schon auf seinem Konto. Links hinten musste Oliver Reck dagegen zuletzt zaubern, weil neben Heinrich Schmidtgal gegen Bochum mit dem Ex-Schalker und Ex-Bremer Lukas Schmitz (25) auch der zweite Linksverteidiger ausfiel. Sollte Schmitz mit seinen Muskelproblemen auch gegen RB ausfallen, dürfte wohl wie gegen Bochum der aus Hannover gekommene Christopher Avevor wieder in der Startelf stehen.

Auf der Doppelsechs präsentiert sich wohl einer der spektakulärsten Neuzugänge des Sommers. Der Ex-Schalker und Ex-Hannoveraner Sergio da Silva Pinto soll dem Team hier als 33jähriger, erfahrener Spieler Rückhalt geben. Was er in vielen Situationen auch mit Spielübersicht und einer Prise Rustikaliät tut. Allerdings ist auch schon mal der eine oder ander Fehlpass dabei. Aber auch zwei Tore stehen schon auf seinem Konto. Schießen sollte man ihn rund um den Strafraum nicht lassen. Neben Pinto lief bisher zumeist Christian Gartner auf, ein 20jähriges Talent aus Österreich.

Sollte es Reck defensiver wollen, könnte er auch Bodzek ins Mittelfeld ziehen und neben Tah einen Soares oder einen Dustin Bomheuer (23) stellen. Andere Optionen bleiben Reck im zentralen Mittelfeld wegen der Verletzungen von Oliver Fink und von Club-Ikone Andreas Lambertz (dem Daniel Frahn noch den Rekord streitig machen könnte, für den selben Verein in den vier höchsten Spielklassen aufgelaufen zu sein und ein Tor geschossen zu haben) letztlich nicht wirklich, außer er stellt offensiver auf..

Das eigentliche Herzstück der Düsseldorfer Fortuna ist die Offensive, in der es allerlei Optionen und viel Qualität gibt. Als Stammspieler war im rechten Mittelfeld zuletzt der technisch sehr gute Österreicher Michael Liendl (28) gesetzt. Einer, der nicht nur am Flügel klebt, sondern sich auch immer wieder in die Mitte schiebt und dort fast schon als Spielmacher agiert, während er dann rechts von Außenverteidiger Schauerte unterstützt und überlaufen wird. Zwei Tore und zwei Torvorlagen stehen bereits auf dem Konto von Liendl. Im linken Mittelfeld hat es sich derweil der auch schon 31jährige Axel Bellinghausen gemütlich gemacht. Der Ex-Lauterer präsentierte sich zuletzt als unangenehm zu bespielender, giftiger Spieler.

Alternativen für die Außenbahnen sind Ben Halloran und  Mathis Bolly. Zwei, die vereint, dass sie beide mit ihren Nationalmannschaften an der WM in Brasilien teilnehmen durften. Der 23jährige Halloran mit der australischen, der 23jährige, robuste Bolly mit der der Elfenbeinküste. Keine schlechten Optionen von der Bank..

Im Sturm gesetzt ist der 25jährige Niederländer Charlison Benschop, ein Stürmer mit unheimlich viel Physis, Geschwindigkeit und Zug zum Tor. Mit vier Toren und drei Vorlagen ist er absoluter Topscorer im Team und derjenige, den man wohl aus dem Spiel nehmen muss, wenn man gewinnen will (ohne dass das Gelingen dieser Aufgabe einen Sieg garantieren würde). Benschop ist derjenige der zwei Stürmer, der sich auch immer wieder ins Mittelfeld fallen lässt, sich Bälle holt und auch gern mal das Spiel vor sich hat.

Ergänzt wird er entweder durch den österreichischen Ex-Nationalspieler Erwin Hoffer (27), der der klassische Torjäger ist, der am Ende einer Kette von Pässen den Ball über die Linie bringt. Bisher drei Tore in dieser Spielzeit sind für den Ex-Bundesligaspieler mehr als ok. Konkurrenz bekam er jüngst vom erst 20jährigen Finnen Joel Pohjanpalo, der von Bayer Leverkusen ausgeliehen wurde und vergangene Saison fünf Treffer für den VfR Aalen erzielte. Mit zwei Treffern in den letzten zwei Spielen, die einmal einen Sieg und einmal ein Unentschieden sicherten, hat sich der im Vergleich mit Hoffer etwas größere Stürmer eindrücklich für einen weiteren Startelfeinsatz gegen RB Leipzig empfohlen.

Fortuna Düsseldorf ist insgesamt ein individuell (auch höherklassig) sehr erfahrenes, mit sehr viel Klasse und ein paar herausragenden Talenten gespicktes Team, das von der reinen Kaderstärke her sicherlich einer der Topfavoriten im Aufstiegskampf ist. Inwiefern sie das auch dauerhaft auf den Platz bringen, muss man wohl abwarten. Von der Spielidee her versuchen die Düsseldorfer jedenfalls ihre fußballerischen Qualitäten auch auf den Platz bringen. Bedeutet, dass man durchaus spektakuläre Passstafetten zu sehen bekommt.

Mit dieser Spielweise sind sie aber auch durchaus anfällig für aggressives Pressing. Allerdings verfügen sie über die Möglichkeiten, das Pressing zu überspielen und ihre technisch begabte, schnelle und auch teilweise körperlich robuste Offensivreihe in Stellung zu bringen. Eins-gegen-Eins-Situationen möchte man als Team, das gegen Düsseldorf spielt, in der Verteidigungskette jedenfalls nicht unbedingt habe. Könnte aber sein, dass sich das nicht vermeiden lässt.

Während das hübsche Spiel mit dem Ball überhaupt nicht an Union erinnert, tut dies das Defensivverhalten teilweise schon. Denn Düsseldorf ist weniger das Team, das den Gegner schon früh attackiert, sondern man wartet normalerweise eher relativ tief in der eigenen Hälfte und überlässt dem Gegner Raum zum bespielen (gegen Heidenheim parkte Hoffer irgendwo an der Mittellinie, während der Rest in einer Art Fünferkette vor der Viererkette 30 Meter hinter Hoffer auf den Ball wartete), um in Strafraumnähe umso mehr zu verdichten. Eine Spielweise mit der RB in Berlin größere Probleme hatte, weil man den Ballbesitz nicht in Toraktionen ummünzen konnte.

Das ‚Problem‘ ist, dass Düsseldorf die Qualitäten hat, auch aus dieser tiefen Verteidigung heraus ins Umschaltspiel zu kommen und Chancen zu kreieren. Weil man eben schnelle, durchsetzungsfähige Spieler wie Benschop hat, die nur darauf warten, in Sprintduelle mit hoch stehenden Innenverteidigern zu kommen. Wird für die RB-Innenverteidigung ein ziemlich harter Nachmittag werden, nachdem man gegen Karlsruhes Mizanski noch einen vergleichsweise ruhigen Abend hatte.

Verändern wird sich an der RB-Aufstellung wohl nicht so viel. Die Innenverteidigung ist wegen verletzungsbedingt fehlender Alternativen weiterhin gesetzt. Anthony Jung ist aktuell links hinten konkurrenzlos. Rechts hinten hatte Georg Teigl zuletzt ein, zwei Schwierigkeiten im Stellungsspiel und in Kopfballduellen. Sebastian Heidinger scheint jedenfalls wieder näher heranzukommen.

Die Mittelfeld-Dreierreihe ist aktuell durch die Bank leicht lädiert. Für die Fahrt nach Düsseldorf besteht allerdings offenbar keine Gefahr. Sodass Kimmich, Khedira und Demme wohl auch bei der Fortuna gesetzt sind. Dominik Kaiser ist nach seiner Zauberfußvorstellung gegen Karlsruhe sowieso über jeden Zweifel erhaben. Yussuf Poulsen ebenso. Bliebe noch Daniel Frahn, der als Kapitän eigentlich auch gesetzt ist. Allerdings könnte man auch überlegen, ob angesichts der vorhandenen Düsseldorfer Anfälligkeit gegen Pressing und entsprechenden Umschaltchancen mit Morys ein zweiter schneller Stürmer nicht zumindest eine Option wäre.

Mögliche Aufstellungen:

  • Fortuna Düsseldorf: Rensing – Schauerte, Tah, Bodzek, Schmitz (Avevor) – Liendl, Pinto, Gartner, Bellinghausen – Benschop, Pohjanpalo (Hoffer)
  • RB Leipzig: Bellot – Teigl (Heidinger), Sebastian, Compper, Jung – Kimmich, Khedira, Demme – Kaiser – Poulsen, Frahn (Morys)

Die Partie zwischen Fortuna Düsseldorf und RB Leipzig geht schon wieder als eine Art Spitzenspiel durch und könnte tatsächlich eine höchst unterhaltsame Angelegenheit werden. Düsseldorf nicht unanfällig für Aggressivität und Pressing. RB Leipzig sicherlich nicht unanfällig für das passable Spiel mit dem Ball der Gastgeber und deren starke Offensivreihe. Wenn Düsseldorf sich nicht in der eigenen Hälfte einigelt, wie dies Union vor einer Woche getan hat, dann könnte das eine spektakuläre Partie werden. In der letztlich das effektivere und weniger fehleranfällige Team gewinnen dürfte.

Sicherlich deutlich über 30.000 Zuschauer werden nach den jüngsten positiven Ergebnisse der Fortuna diese Partie verfolgen wollen. Für die RasenBallsportler auch eine nicht alltägliche Situation, zumal in einem im Fall der Fälle auch ordentlich lauten Stadion. Inwiefern dies zum Faktor wird, dürfte vom Spielverlauf abhängen.

Fazit: Ein ganz dicker Schlusspunkt unter eine spektakuläre englische Woche ist dieses erste sportliche Kräftemessen mit Fortuna Düsseldorf. Ein Schlusspunkt, aus dem die RasenBallsportler ein Ausrufezeichen machen könnten. Man geht gegen die sehr gut besetzten Gastgeber sicherlich nicht als Favorit in die Partie, aber man hat trotzdem eine gute Chance, wenn man es denn unterbinden kann, dass Düsseldorf die Angriffsaktionen mit Tempo und in Eins-gegen-Eins-Situationen gegen die RB-Abwehrkette vorträgt. Was schwer genug werden dürfte.

Randbemerkung 1: In Ermangelung eines eigenen Spieltagsbeitrags die Spiele des nun schon achten Spieltags und die Tipps dazu hier im Überblick:

  • Eintracht Braunschweig – SV Sandhausen – 1
  • TSV 1860 München – SpVgg Greuther Fürth – 2
  • FC Erzgebirge Aue – VfR Aalen – 0
  • Karlsruher SC – FC Ingolstadt – 0
  • 1. FC Union Berlin – SV Darmstadt 98 – 1
  • Fortuna Düsseldorf – RB Leipzig – 2
  • FSV Frankfurt – FC St. Pauli – 0
  • 1. FC Heidenheim – VfL Bochum – 2
  • 1. FC Nürnberg – 1. FC Kaiserslautern – 0

Bisherige Tippquote: 28 von 63 (Quote bei RB-Spielen: 4 von 7)

[Wer das Spiel von RB Leipzig bei Fortuna Düsseldorf nicht vor Ort verfolgen kann und am 28.09.2014, ab 13.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. Fortuna Düsseldorf

  • Keine

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig bei Fortuna Düsseldorf. Mit Alexander Zorniger und Joshua Kimmich.

10.15

Na, könnt ihr am Ende der englischen Woche noch oder habt ihr schon Aufmerksamkeitsverluste? So ist das eben, wenn man mit den Großen spielen will..

10.21

Definitiv ein Highlight dieses Spiel in Düsseldorf, wo RB auf einen der großen Clubs der Liga trifft. Dass bisher nur irgendwas um die 300 Fans ein Auswärtsticket erworben haben, darf man in dem Zusammenhang leicht enttäuschend finden. Immer wieder interessant, dass bei Duellen im Osten das Interesse sehr groß ist und die Fahrten in die Tiefe des Westens eher was für Nerds sind. Aber vielleicht geht ja an der Tageskasse noch ein bisschen was. Vorverkauf braucht man ja bei so einem Spiel nicht wirklich.

10.23

Mal sehen, was Alexander Zorniger so zum Verletztenstand sagt. Man hat gerade  das Gefühl, als käme eine Länderspielpause zum Wundenlecken nicht ganz ungelegen. Aber da muss man noch eine reichliche Woche warten, bis die nächste längere Pause ansteht. Vielleicht halten die Mittelfeldsorgenkinder ja bis dahin durch.

10.28

Dass Joshua Kimmich sich heute tiefergehend zu seiner Vertragssituation und VfB-Rückkaufklausel äußert, sollte man vielleicht nicht unbedingt erwarten..

10.42

Joshua Kimmich zum KSC-Spiel: “Haben die richtige Reaktion aufs Union-Spiel gezeigt. Das auf den Platz gebracht, was uns stark macht. Können zufrieden sein mit dem Spiel.” “Gegen Düsseldorf Top-Spiel. Schönes Stadion, schöne Atmosphäre.”

“Aufmerksamkeit ist in der zweiten Liga größer geworden. Zweite Liga kommt uns mehr entgegen. Haben manchmal mehr Platz im Mittelfeld. Gegner spielen mehr Fußball. Freue mich auf jedes Spiel.”

Zu Verletzungsproblemen: “Weiß auch nicht, was gerade los ist. Sind viele Kleinigkeiten, die mich manchmal vom Training abhalten. Glücklicherweise haben mich die Physios immer wieder hingekriegt.”

“VfB hat die Option auf mich. Aber ich denke nicht darüber nach, was in einem dreiviertel Jahr ist. Man weiß auch nicht, was bis dahin ist. Ich weiß auch nicht, in welcher Liga wir spielen und der VfB spielt. Klar, dass es auch von der Liga ab. Wenn jetzt der VfB absteigt, weiß man ja auch nicht, ob sie mich wieder zurückholen wollen.”

Zum Thema Nationalmannschaft: “Habe auch gemerkt, dass U21-Nationaltrainer Hrubesch im Stadion war. Aber es gibt keinen Kontakt. Mal schauen, wie es weitergeht. Es gibt ja auch noch die U20 als Zwischenschritt, die spielen nächstes Jahr auch die WM.”

“War schön, im Sommer den U19-Titel zu holen. War eine große Erfahrung und bringt viel Selbstvertrauen. Will man natürlich auch mit in den Verein hineinnehmen.”

“Haben mit Yussuf Poulsen ein Gemeinschafts- und ein Gästezimmer und jeder ein eigenes Zimmer. Gestern zusammen das Spiel von Düsseldorf angeschaut.”

Outet sich als Gucker von “Gute Zeiten, schlechte Zeiten”. Mit Poulsen zusammen läuft es aber oft auf Fußball im TV hinaus.

11.01

Alexander Zorniger: Kimmich, Demme und Poulsen sollen nach Stand der Dinge in Düsseldorf spielen können. “Kader ist schon so, dass wir das, was wir wollen, auch umsetzen können.” Musste auch auf 4-3-1-2 zurück, weil man im Sturm zu dünn besetzt ist, um es dauerhaft zu spielen. Coltorti läuft am Sonntag bei der U23 auf (in Rudolstadt). Rebic könnte gegen Düsseldorf im Kader stehen und wäre eine Option für 20 Minuten. Ansonsten unveränderter Verletzungsstand.

“KSC-Spiel war die Fortsetzung der durchgehend sehr guten Leistungen zuletzt. Nicht hoch genug einzuschätzen. Arbeiten an der Leistung weiter. Versuchen die Spieler auf die nächste Stufe zu bringen, aber dürfen nicht vergessen, dass man sich manchmal auch auf einer Stufe stabilisieren muss. Können stolz auf die Mannschaft sein.” Lobt auch die Fanunterstützung und dass die Mannschaft in Berlin vom Gästeblock nach der Niederlage gefeiert worden war.

Zu Düsseldorf: “Einige Spiele gesehen. Manche sagen, Düsseldorf hat den besten Kader der Liga. Wenn ich sehe, was die in der Offensive haben, das ist brutale Power. Werden versuchen, dass das Offensivspiel gar nicht erst ins Laufen kommt. Düsseldorf hat mit Stadion und Stimmung ein Faustpfand, aber das kennen wir ja schon. Gehen aufgrund unseres Punktestands mit Selbstvertrauen in das Spiel. Ist eine Partie, die beide gewinnen können.”

Ob man in der englischen Woche einen freien Tag hat, spielt vermutlich keine größere Rolle. Eher abhängig, wie das Spiel nach 70 Minuten steht und wie man dann bereit ist, noch mal Energie zu investieren und aufzubringen.

Für Rebic bisher auch wegen Verletzungen unruhige Wochen. “Hat noch kein Trainingszustand und das ist die Basis. Muss für den Spieler das Ziel sein, Trainingshärte zu bekommen. Kann uns weiterbringen, wenn er endlich mal einen gewissen Trainingszustand hat.”

Möglich, dass es in der Startformation Änderungen gibt.

Die erhöhte Intensität in den Debatten um RB Leipzig führe bei Zorniger nicht dazu, dass er keine Zeit mehr zum Abschalten und Regenerieren finde. Wenn er Zeit zum frühstücken gehen hat, dann macht er das. Wenn er abends noch mal in die Stadt will, dann auch. das. Er sei in den letzten zwei Jahren zumindest insoweit gestählt, nicht mehr alles wahrzunehmen und darauf reagieren zu wollen. Vieles an den Debatten störe ihn, auch weil er ein ausgeprägtes “Gerechtigkeitsempfinden” habe, aber er wisse, dass man nur eine beschränkte Chance hat, bestimmte Leute zu erreichen. (War ein längeres Statement, das man sich im Video auf der Vereinshomepage noch mal anhören kann.)

11.07

Das war es von hier. Wenn man Kimmich richtig verstanden hat, dann kann man wohl ab jetzt davon ausgehen, dass er direkt keine Möglichkeit hat, einen Rückkauf des VfB zu verhindern. Ein Verbleib in Leipzig würde dann davon abhängen, ob der VfB ihn zurückkaufen will und wenn ja, ob RB Leipzig alternativ viel Geld in die Hand nimmt, um ihn auszulösen. Und natürlich hängt es davon ab, wo Kimmich selbst hin will und wie viel Druck er unter der Hand ausüben würde wollen, um den VfB von einem Rückkauf abzuhalten. So ähnlich sind die Optionen, aber de facto sitzt der VfB offenbar am langen Hebel, wenn man die Worte Kimmichs richtig interpretiert.

11.11

Wir können dann jetzt bis Sonntag spekulieren, welche Änderungen es in der Startelf geben könnte. Tatsächlich bleiben nicht viel mehr als die oben schon im Text angesprochenen Kandidaten übrig. Gibt doch viele Spieler, die gesetzt sind. Mal sehen.

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Start ins Wochenende und viel Spaß mit dem Sonntagsfußball. Bis dahin.

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4 Gedanken zu „Spektakelpotenzial“

  1. Ich fand gestern Abend Düsseldorf beim VfL schwächer als den KSC zwei Wochen zuvor. Während Bochum froh sein konnte gegen den KSC noch einen Punkt zu holen, war es gestern eher umgekehrt. Aber solche Vergleichen sind natürlich eher wenig zielführend. Möglicherweise war der VfL auch gestern einfach besser als im Spiel gegen den KSC. Aber ich denke RBL hat gute Chancen in Düdorf zu gewinnen. Poulsen wird seine Schnelligkeit schon ausspielen können. So sattelfest fand ich die F95-Verteidigung gestern nicht und vorne ist man permanent ins Abseits gelaufen.

  2. Für ernsthafte Spekulationen zu Kimmichs Zukunft gibt es derzeit einfach noch zu viele Unbekannte in der Gleichung: Wer spielt nächsten Sommer in welcher Liga? Wie ist er dann in Form? Wer wird neuer Sportdirektor beim VfB und welchen Kurs verfolgt er? Und nicht zuletzt, wie sehen die Modalitäten der Rückkaufklausel wirklich aus? Bei einer nach Einsätzen gestaffelten Summe könnte es schnell ziemlich teuer werden für den VfB.

    Außerdem mache ich mir (auch ohne Kimmich) keine großen Sorgen um unser sehr gut besetztes Mittelfeld. Vielleicht macht ja vor diesem Hintergrund auch das erneute Transfergerücht um Hany Mukhtar wieder mehr Sinn. Kommt er im Winter, könnte er im nächsten Sommer den Anpassungsprozess hinter sich haben und ein echtes Thema für die 1. Mannschaft sein.

  3. @aufziehvogel: Klar ist es zu früh für Spekulationen, aber das mehrmalige Nachfragen der Presseleute verweist darauf, dass dieses Thema eben heiß ist und bleiben wird und vor allem ist es dann schon interessant, im Hinterkopf zu behalten, dass der VfB sehr wahrscheinlich formal im Vorteil ist.

    @Wuppertaler: Ich vermute halt, dass die Schwächen von RB (relativ langsame Innenverteidiger) sehr gut zu manchen Stärken von Düsseldorf (schnelle Offensivspieler) passen. Mal gucken, ob es überhaupt zu den Duellen kommt.

  4. (Lok ) Leipzig gegen Fortuna Düsseldorf im UEFA Pokal vor 40 Jahren mit 80000 Zuschauern im Leipziger Zentralstation Ergebnis: 3:0, also es ging schon einmal
    Wärst Du doch in Düsseldorf geblieben…. aus tausenden Kehlen im Leipziger Abendhimmel

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