Echte sportliche Herausforderung

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen den Karlsruher SC (24.09.2014, 17.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz ein Tag vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger, Ralf Rangnick und Marvin Compper.]

Und weiter geht es im Stoff. Der in der englischen Woche dann eben doch Fußball, Fußball und noch mal Fußball heißt. Auch und gerade gegen den Karlsruher SC, der im Vergleich zur Fahrt zum 1. FC Union Berlin am vergangenen Sonntag sogar noch der anspruchsvollere sportliche Gegner für RB Leipzig sein dürfte.

Der KSC ist eines der gefestigsten und eingespieltesten Zweitligateams. Eine Mannschaft, von der man relativ genau weiß, was einen erwartet, was es aber nicht wirklich einfacher macht, gegen sie zu spielen. Insgesamt acht Spieler durften bisher in allen sechs Ligaspielen von Beginn an auflaufen. Weitere zwei Spieler wären vermutlich dazugekommen, wenn sie sich denn nicht verletzt hätten. Bleibt mit Hiroki Yamada lediglich ein Spieler übrig, der in einem der sechs Spiele aus spieltaktischen Erwägungen in der Startformation ersetzt wurde. Sprich, in sechs Spielen gab es beim KSC erst einen Wechsel in der Startformation, der nicht durch äußere Umstände erzwungen wurde. Das nennt man dann wohl Stammelf.

Bedeutet aber wohl auch, dass der Kader des KSC zwar auf den ersten 11 bis 14 Positionen sehr ausgeglichen besetzt ist, aber dahinter nicht unbedingt Spieler stehen, die als ganz ernsthafte Herausforderer für die Stammplatzinhaber gelten können. Der Kader ist zwar quantitativ mit 28 Spielern durchaus dick besetzt, aber allein sieben dieser Spieler sind 20 Jahre oder jünger und derzeit teilweise etwas weiter weg von der Mannschaft.

Neben klaren Vorstellungen bei der Besetzung des Kaders sind auch die taktischen Erwägungen ziemlich klar, denn KSC-Coach Kauczinski setzt in dieser Saison auf ein relativ eindeutiges 4-1-4-1, in dem die Anpassungen von Spieltag zu Spieltag vor allem darin bestehen, wie sich die in Ballnähe sehr flexibel agierende, offensive Viererkette bewegt.

Kauczinski hat den KSC im März 2012 übernommen, konnte den Verein in der Relegation gegen Regensburg (zwei Unentschieden, Platzsturm nach Abpfiff des Rückspiels) allerdings nicht mehr vor dem Abstieg in die dritte Liga retten. Ein Jahr später (mit Hakan Calahanoglu als Kopf des Teams) stiegen Kauczinski und KSC zusammen wieder auf. Im vergangenen Jahr landete man dann als Aufsteiger in die zweite Liga auf einem hervorragenden fünften Platz, nach dem man lange Richtung Aufstiegsplätzen schielen konnte.

Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2012 verlor Kauczinski (der vorher auch schon mal den Interimstrainer gegeben hatte) mit seinem Club lediglich 15 von 88 Spielen, also ungefähr jedes sechste. Angesichts der Abstiegssaison 2012 und der vergangenen Saison als Aufsteiger eine ziemlich überragende Bilanz, die auch zeigt, dass Kauczinski es geschafft hat, mit klaren Vorstellungen ein Team zu formen, das auch ohne große Namen zu den besseren Teams der zweiten Liga gehören kann und eventuell kurz- bis mittelfristig auch nach oben schielt.

In der aktuellen Saison jedenfalls steht man nach sechs Spielen noch ungeschlagen auf Platz 3, mit einem Punkt Vorsprung auf RB Leipzig und punktgleich mit Spitzenreiter Bochum. Wenn man im bisherigen Saisonverlauf in der Offensive etwas effektiver aufgetreten wäre, dann hätte man sogar zwei bis vier Punkte mehr mitnehmen können. Denn vor allem im Auftaktspiel gegen Union Berlin und ganz besonders auch im Spitzenspiel in Bochum vor einer reichlichen Woche war jeweils deutlich mehr drin als ein Unentschieden. Fakt ist aber trotzdem, dass man auswärts bisher sieben von neun möglichen Punkten holte und drei mal sehr souveräne Leistungen auf den Platz zauberte.

Herzstück des Teams ist dabei die Abwehr, die erst vier Gegentore kassierte (die zweitwenigsten der Liga) und vom Ex-Erfurter und Kapitän Dirk Orlishausen im Tor angeführt wird. Beim 32jährigen, der 2011 nach Karlsruhe kam, wurde Ende April Hodenkrebs festgestellt. Der bösartige Tumor konnte allerdings vollständig und ohne langwierige Anschlusstherapien entfernt werden. Trotzdem musste er eine mehrwöchige Pause einlegen, konnte sich aber in der Vorbereitung wieder als Nummer 1 behaupten. Nicht jeder wird Orlishausen vor vier Jahren zugetraut haben, dass er sich beim KSC so durchsetzt, wie er es dann doch getan hat, aber er ist Teamleader, sicherer Rückhalt und auch einer derjenigen im Team, die mehr oder minder heimlich auf die erste Liga schielen.

Vor Orlishausen wird in der Abwehviererkette rechts der in Hoffenheim ausgebildete Pilipp Klingmann (26) spielen und den mit Kreuzbandriss ausfallenden Sascha Traut ersetzen. Links verteidigt mit Dennis Kempe (28) einer, der auch noch keine höherklassigen Meriten gesammelt hat und mit Borussia Mönchengladbach ebenfalls einen Bundesligisten als Ausbilder hatte.

In der Innenverteidigung fiel der Kopf der Abwehr, der zweitligaerfahrene Jan Mauersberger zuletzt aus. Nicht undenkbar allerdings, dass der 29jährige, im Bayern-Nachwuchs groß gewordene Mauersberger in Leipzig wieder im Kader steht.  und wird auch gegen RB nicht zur Verfügung stehen. Als Ersatz stünde ist Daniel Gordon (29) vorgesehen, für den immerhin acht Bundesligaeinsätze in Dortmund zu Buche stehen. Der zweite Innenverteidiger ist Manuel Gulde (23), der im Januar 2010 unter Ralf Rangnick sein Bundesligadebüt feierte und auf insgesamt sieben Bundesligaeinsätze mit Hoffenheim kam.

Die Position als zentraler Sechser bekleidet Dominik Peitz, der mit 1,96 der längste Spieler im Team und so etwas wie das laufstarke, defensive Herzstück in Karlsruhe ist. Vier gelbe Karten, die meisten der Liga (55 in 133 Zweitligaspielen insgesamt), zeigen, dass Peitz einerseits gut zulangen kann, aber als alleiniger Sechser vermehrt auch in Situationen kommt, die verwarnungswürdige Fouls erfordern. Peitz wechselte 2010 von Union Berlin zum Neu-Bundesligisten Augsburg, konnte sich dort aber nicht in den Mittelpunkt spielen und wechselte nach Leihe nach Rostock ein Jahr später zum KSC, wo er sein Glück gemacht zu haben scheint und in seine dritte Saison geht.

In der Viereroffensivkette ist Topvorbereiter Manuel Torres sehr auffällig, allerdings auch ein wenig der Inbegriff der oben angesprochenen, mangelhaften Effektivität. Torres ist schnell und ballsicher und schafft es so immer wieder, die gegnerischen Abwehrreihen zu überlaufen, allerdings haperte es danach gelegentlich mit dem Torabschluss oder der genauen Torvorbereitung. Ein sehr guter Zweitligaspieler ist der 23jährige Spanier, der bei Schalke den Sprung aus der U23 zu den Profis nicht schaffte, allerdings trotzdem. Für mehr muss er vor dem Tor ruhiger und effektiver werden.

Abgesichert werden die Offensiveskapaden von Torres durch den Franzosen Gaetan Krebs (28), der halb rechts im zentralen Mittelfeld agiert, aber gerade defensiv den beiden Spielern auf der rechten Außenbahn Klingmann und Torres immer wieder zur Seite steht. Was auch dazu führt, dass Krebs von den vier Spielern in der offensiven Mittelfeldkette derjenige mit den wenigsten Torbeteiligungen ist.

Ähnlich zentral wie Krebs, aber links und mit viel mehr Zug zum Tor spielt Reinhold Yabo, der mit vier Toren aktuell KSC-Toptorschütze ist. Ein schneller Spieler, der zudem technisch stark ist, Zug zum Tor hat, aber auch Aufgaben im Spielaufbau übernehmen kann und sich dann dafür entsprechend zurückfallen lässt. Vielleicht neben Torres der auffälligste Offensivspieler des KSC, den man vermutlich nicht 90 Minuten lang aus dem Spiel nehmen kann. Dass der in Köln ausgebildete Yabo erst 22 ist, kann für den KSC nur gut sein.

Vervollständigt wird die Mittelfeldkette auf der linken Seite wahrscheinlich durch den im Sommer verpflichteten Japaner Hiroki Yamada (25), der als kleiner wuseliger Spieler seine Seite beackert. Alternativ stünde mit dem in Nürnberg ausgebildeten Enrico Valentino (25) auch ein Sommerneuzugang bereit, der in der Vergangenheit in Aalen seine Torgefährlichkeit zeigen durfte.

Bliebe im Sturm noch Alleinunterhalter Ilian Micanski (28), der es von Bulgarien über Polen nach Deutschland (10 Erstliga-Einsätze in Kaiserslautern) kommend noch in keinem Verein länger als zwei Jahre ausgehalten hat. Aktuell spielt er in der zweiten Saison in Karlsruhe und schoss bereits drei Tore. Alle Treffer resultieren allerdings aus dem Spiel beim FSV Frankfurt am zweiten Spieltag. Seitdem ist Micanski, der eher spielender Mittelstürmer ist, torlos geblieben. Möglich, dass man sich in Karlsruhe perspektivisch bei der Kaderplanung etwas für die Sturmposition überlegen muss.

Das Team des Karlsruher SC hat auf den ersten Blick nicht allzuviele, aus den Namen resultierende Aha-Effekte. Wenn man nur nach Namen geht, würde man das Team nicht zu den absoluten Topteams zählen. Aber trotzdem hat man einige Talente versammelt und insgesamt einen sehr klug zusammengestellten und sehr gut zueinander passenden Kader. Mit klaren, taktischen Rollenverteilungen und einer guten Mischung aus Robustheit (Standardstärke!) und Finesse.

Eine Mischung, die unangenehm zu bespielen ist, auch wenn Pressing oder Gegenpressing eher situativ angewandt werden als Teil der Spielphilosophie zu sein. Durch die flexibel in alle Richtungen mitarbeitende Offensivviererkette wird aber in Ballnähe, spätestens in der eigenen Hälfte, der Raum gut verdichtet und der Ballführende im besten Fall isoliert und dann gemeinschaftlich bearbeitet. Möglich, dass Kauczinski seinem Team gegen RB Leipzig noch mehr als sonst mit auf den Weg gibt, aus dem Mittelfeld heraus, die Außenverteidiger gegen Poulsen und vielleicht auch Morys zu unterstützen. Denn wenn RB in die Situation kommt, häufig im Eins-gegen-Eins auf den Außenverteidiger zulaufen zu können, dann wäre dies für die Defensivarbeit des KSC schwierig.

Wer auf RB-Seite versuchen wird, dem Kauczinski-Team die erste Saisonniederlage beizubringen, wird sich zeigen. Zu der Riege der schon seit längerem Verletzten könnte sich kurzfristig auch Rani Khedira gesellen, der in Berlin verletzt vom Platz musste und für das Spiel fraglich ist. Sollte es tatsächlich so kommen, könnte es sein, dass man wieder mit drei Stürmern antritt und so auf die Außenpositionen des KSC abzielt. Spielt Khedira und rückt Kaiser zurück ins Team, dann wäre der Dreiersturm wohl dahin, denn Kimmich und Demme dürften mehr als gesetzt sein.

Mögliche Aufstellungen:

  • RB Leipzig: Bellot – Teigl, Sebastian, Compper, Jung – Demme, Khedira (Kaiser), Kimmich – Kaiser (Morys) – Poulsen, Frahn
  • Karlsruher SC: Orlishausen – Klingmann, Gordon (Mauersberger), Gulde, Kempe – Peitz –  Torres, Krebs, Yabo, Yamada (Valentino) – Micanski

Fazit: Das Spiel zwischen RB Leipzig und dem Karlsruher SC ist sicherlich nicht so aufgeladen wie die Partie bei Union Berlin am vergangenen Wochenende. Auf RB Leipzig dürfte insgesamt trotzdem die sportlich schwerere Aufgabe warten, weil man auf einen taktisch sehr gut organisierten, eingespielten und wohlharmonierenden Gast trifft. Ist die zweite echte Prüfung innerhalb weniger Tage.

Randbemerkung 1: In Ermangelung eines eigenen Spieltagsbeitrags die Spiele des siebten Spieltags und die Tipps dazu hier im Überblick:

  • SpVgg Greuther Fürth – VfR Aalen – 1
  • FC Ingolstadt – FC Erzgebirge Aue – 1
  • SV Sandhausen – TSV 1860 München – 2
  • FC St. Pauli – Eintracht Braunschweig – 2
  • 1. FC K’lautern – 1. FC Union Berlin – 1
  • 1. FC Heidenheim – 1. FC Nürnberg – 1
  • RB Leipzig – Karlsruher SC – 0
  • SV Darmstadt 98 – FSV Frankfurt – 2
  • VfL Bochum – Fortuna Düsseldorf  – 0

Bisherige Tippquote: 25 von 54 (Quote bei RB-Spielen: 4 von 6)

Randbemerkung 2: Ursprünglich wollten Karlsruher Ultras am Rande des Spiels in Leipzig demonstrieren (gegen RB und für das Ehrenamt..), bliesen die Sache aber unter anderem deswegen wieder ab, weil sie sich in der Stadt und ihren Kneipen doch nicht so willkommen fühlten wie gedacht. Nun boykottiert man nur noch von Karlsruhe aus und demonstriert nicht mehr. Was bei einer Anstoßzeit an einem Mittwoch-Nachmittag plus einem gesperrten Leipziger Hauptbahnhof vermutlich sowieso einige gemacht hätten und unabhängig von den Boykottlern machen werden. Karlsruhe – Leipzig, dann sind dann doch mal eben locker 500 km. Nicht besonders angenehm unter der Woche. Mal sehen, wie viele das letztlich auf sich nehmen werden.

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen den Karlsruher SC nicht vor Ort verfolgen kann und am 24.09.2014, ab 17.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. Karlsruher SC

  • Keine

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Pressekonferenz ein Tag vor dem Spiel von RB Leipzig gegen den Karlsruher SC. Mit Alexander Zorniger, Ralf Rangnick und Marvin Compper.

10.17

Weiter geht es im Zweitligatext. Mit der nächsten ordentlichen, sportlichen Herausforderung. Mit dem KSC kommt ein noch ungeschlagenes Team nach Leipzig, das sich sein Ungeschlagensein redlich verdient hat und aktuell zu den Topteams der Liga gezählt werden muss.

10.23

Der Spieltermin unter der Woche um 17.30 Uhr ist sicherlich etwas ungünstig und wird zu ein paar Zuschauerverlusten führen. Selbst wenn es keinen KSC-Boykott gäbe und auch auf Gastgeberseite. Sollte trotzdem ganz gut gefüllt sein das Stadion und sportlich ist es sowieso ein hochinteressantes Duell. Für RB Leipzig eine Art Gradmesser in Sachen eigenem Leistungsstand. Angesichts der vielen Verletzten und Angeschlagenen auch nicht gerade leicht.

10.33

So, hier taucht jetzt Marvin Compper statt Yussuf Poulsen auf. Naja, dann eben so.

10.39

Marvin Compper zu Union: “War eine vermeidbare Niederlage. Blauäugig angestellt. Stärken nicht gut genug eingesetzt. Müssen aus dem Spiel lernen und daran wachsen.” “Morgen wird es ein schweres Spiel. Können aber zeigen was unsere Stärken sind. Gegner mit sehr viel Selbstvertrauen.”

“KSC hat gern den Ball und versucht Chancen herauszuspielen. Ergebnisse bestätigen ihre Spielweise. Hoffe, wir können ihnen einen Strich durch die Rechnung machen.”

“Hatten gegen Union viel Ballbesitz, aber zu wenig Tempo. Zu selten schnell in die Spitze gespielt.”

“Ich hatte mit der Art und Weise des RB-Fußballs schon früher bei Hoffenheim Berührungspunkte. Wird jetzt von Woche zu Woche besser, die Spielphilosophie zu 100% in den Knochen zu haben.”

“Habe Erfahrung, muss aber meinen Job als Innenverteidiger machen und die Mannschaft mit pushen.”

“Berlin war für mich persönlich ein Schritt nach vorn. Die erste Halbzeit war meine beste bisher in Leipzig. In der zweiten konnte ich auch nicht mehr die Stabilität bringen.”

Irgendwas mit Mario Gomez und dass er ein prima Typ ist.

Unterschied im Spielsystem zu Hoffenheim früher: “Weiterentwicklung. Noch aggressiver im Pressing und mit mehr Tempo. Wenn wir es richtig umsetzen, sieht man auch, dass es greift.”

10.48

Ralf Rangnick ist auch da und sitzt neben Zorniger.

Alexander Zorniger: Kadersituation habe sich nicht verbessert. Hoheneder und Franke weiter raus. Auch Ernst in naher Zukunft kein Thema. Klostermann wird bald aus dem Krankenhaus rauskommen. Rebic wieder im Mannschaftstraining. Könnte für Düsseldorf ein Thema werden. Fandrich gestern mit Schlag auf Oberschenkel. Abwarten. Khedira kann bis morgen reichen oder auch nicht.

Zorniger: “Haben bei Union zu wenig schnell in die Spitze gespielt und zu wenig in das Spiel gegen den Ball investiert. Physische Daten waren ok.” (Bezieht sich auf Lauf- und Sprintleistung) Gestimmt hätte die Umsetzung der Spielphilosophie nicht. Man habe im Mittelfeld viel Platz gehabt und die jungen Spieler hätten den Fehler gemacht, diesen Raum zu bespielen. Man müsse die Spieler dahin kriegen, auch mal einen Pass zu spielen, der nach außen als Fehler aussieht, aber für das eigene Spiel sinniger ist. “Mittwoch und Sonntag zwei sehr, sehr schwere Spiele.” Wenn in den nächsten Spielen gewechselt werde, dann liegt es nicht an der Leistung, sondern an Verletzungen und körperlichen Geschichten.

Karlsruhe sehr gut im Spiel gegen dem Ball. “Abläufe sind ganz klar zu erkennen.” Zwei sehr tiefe Zehner, sehr präsenter Sechser Peitz. Etc. “Logische Entwicklung einer Mannschaft, die die Zeit hatte, sich zu entwickeln.” “Hohe Passqualität mit dem Ball. Gegen den Ball wird sehr schnell umgeschaltet.” Wenn es eng wird, haben sie zudem noch Standards.

“Karlsruhe hat definitiv mehr Qualität als Union Berlin.“

11.05

Zorniger: „Kann ein sehr, sehr gutes Fußballspiel werden.“

Zorniger zu Bellot: “Benni ist nicht das Hauptproblem. Wenn einer aus acht Metern frei zum Kopfball kommt, dann muss man nicht über den Torwart reden.” Khedira habe das Kopfballduell verloren. Sei zu der Zeit schon angeschlagen gewesen, wollte aber auf dem Platz bleiben. Sei ihm als 20jährigem auch zuzugestehen.

Coltorti noch kein Kader-Thema. Trainiere normal, müsse sich aber erst mal an die Intensität gewöhnen. Klingt danach, als würde Coltorti vor einem Profieinsatz erst mal in der U23 eingesetzt werden. Terrence Boyd könnte nach der Länderspielpause wieder zum Thema werden.

Rangnick: Mannschaft habe bisher in der Saison meist gut gespielt. Auch bei Union habe man eine Halbzeit lang sehr gut gespielt.

Rangnick hadert noch mal mit den nicht gegebenen Elfern. “Ärgerlich” bei Union zu verlieren, weil man die bessere Mannschaft gewesen sei.

Rangnick: Guter Saisonstart, der mit einem Sieg gegen Karlsruhe veredelt werden könnte.

Zorniger: Stimmung bei Auswärtsspielen sei kein großes Thema. Man gehe seit zwei Jahren mit Widerständen um und habe einen Mentaltrainer, aber die Mannschaft sei bei Union Berlin auch nicht daran gescheitert, dass man wegen der Atmosphäre verängstigt gewesen wäre. Fanunterstützung der Unioner sei sehr laut, aber nicht hassvoll gewesen. “Waren zwei gute Fanlager.”

Rangnick zum Verhältnis zum eigenen Fanlager: Geht noch mal auf die verbotene Choreo aus dem Frühjahr ein. Will keine Gegnerdenunziation und keine Choreos mit Drogen und Gewalt. Versucht sich in der Beschreibung der Fanszene und was ihr an ihr gefällt. Mit ein, zwei Details, die mancher Fan vielleicht anders sehen wird.. Man dürfe nicht dazu kommen, dass die Fans Gewalt über Verein oder Spieler ausüben können, wie dies bei manchem Club passiere, wo die Fans nur “hofiert” werden.

Zorniger: Integration der Neuzugänge, auch in Bezug auf die Sprache, schreitet voran. Sei unkompliziert, weil es die Mannschaft auch leicht mache. Alle verstehen recht gut deutsch, mit Ante Rebic spreche man englisch.

Zorniger: “Wenn Dominik Kaiser ohne Einschränkungen spielfähig ist, dann ist er in der Offensive der wichtigste Spieler.”

Rangnick zu Compper noch mal auf Nachfrage: Ausnahme zur U23-Philosophie, weil man ihn fußballerisch und zwischenmenschlich kannte. Kann diverse Fremdsprachen und sei so ein Integrator im Team. Compper sei auf einem gute Weg. “Wirtschaftlich faire Lösung mit Florenz gefunden.” Sei aber nicht so, dass man jetzt grundsätzlich davon abweiche, junge Spieler zu verpflichten.

11.12

Das war es schon von hier. Zorniger schwärmt noch von KSC-Coach Kauszinski, neben dem er bei der Trainerausbildung gesessen habe. Daraus spricht nicht nur Respekt vor dem Menschen, sondern auch Respekt vor dem Trainer.

In diesem respektvollen Sinne entlasse ich euch in den Tag, wünsche einen schönen Restdienstag und Mittwoch. Viel Spaß morgen mit dem Spiel.

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3 Gedanken zu „Echte sportliche Herausforderung“

  1. Man hat schon den Eindruck das Rangnick Mittel- bis Langfristig doch nicht wenige Erlebnisse haben wird, die seine heren Ziele erschüttern. Hinsichtlich Entwicklung von Fanbases hatte er mit der kleinen Fanbase damals in Hoffenheim natürlich damals wenig Probleme.

    Ganz so einfach wie er sich das vielleicht denkt wird das aber wohl kaum werden.

  2. @RBLObserver: Sehe ich ähnlich. Hängt vielleicht auch damit zusammen, dass Rangnick ja eher ein Typ ist, der alles unter Kontrolle haben und steuern will und dies natürlich in einer großen Stadt wie Leipzig auch seine Grenzen hat. Was nichts daran ändert, dass er mit seiner Anmerkung dazu, dass Fans keine direkte Macht über Spieler und sportliche Vereinsentscheidungen haben sollten, Recht hat.

  3. Mir gefällt allgemein besonders an Zornigers Auftreten in der Öffentlichkeit, dass er verschiedenen Menschen in seiner jeweiligen Umgebung eindeutig zeigt, dass er allein die eigentliche Verantwortung für das Abschneiden des gesamten Teams hat. Das gilt scheinbar nicht nur gegenüber seinen Spielern, sondern auch für die Betreuer, Vorgesetzten, Fans und Medien! Es kommt manchmal etwas überheblich rüber, ist aber besser, als hinter dem Rücken anders zu denken. Auch der offen bekundete Respekt für den kommenden Gegner sowie Trainer kommt bei den Fans sicherlich gut an. Schmunzeln muss ich natürlich bei seinen Ausführungen immer, wenn er seine Lieblingsbemerkung, „das Spiel gegen den Ball“ und „Sechser“ erwähnt……

    Wir älteren, doch auch „kickenden“ Fußballer, sagten früher dazu „Abwehrverhalten“ bzw. „linker Läufer“, meinten aber das Gleiche! An gleicher Stelle fragte ich schon einmal nach, ob der unbekannte Erfinder (und viele andere Trainer und Medienleute) des „Sechsers“ wirklich nicht merkte, dass es bei jedem Spiel auch mindestens einen „Fünfer“ (rechten Mittelfeldspieler) gibt….

    R.Ranglick hat für mich eine anerkennungswerte sportliche Vergangenheit, doch sollte Hoffenheim nicht ständig erwähnt werden. Da der in vielen Richtungen sehr wertvolle Spieler M. Compper, diesmal der Pressekonferenz mit beiwohnte, ist das allerdings verständlich. Der sportliche Leiter weiß aber auch auf der anderen Seite, dass er als „Übervater“ durch den bekannten „Gönner“ im Hintergrund eine absolute Ausnahmeerscheinung im internationalen Fußballsport sein darf, unter Profibedingungen gleichzeitig zwei Vereine in Verantwortung betreuen zu dürfen. Dadurch ist automatisch ein Jonglieren mit Spielern untereinander gestattet, was verständlicherweise vielerorts für Unverständnis, nicht nur bei den sportlichen Mitbewerbern, sorgt.

    Etwas „unglücklich“ finde ich abschließend das Betonen, dass die wachsende Fan-Gemeinde, die auch immer häufiger zu den Auswärtsspielen fährt, keine „Macht“ über Spieler oder den Verein haben sollte. Das haben doch trotz der tausendfachen Mitgliederschaft die bekannten „großen Vereine“ in Wirklichkeit auch nicht. Doch fühlen sich diese nicht, wie in Leipzig, auf diese Art sprichwörtlich von vornherein ausgegrenzt! Die „externe“ Leitung des mit harten sportlichen Vorgaben belasteten Leipziger Clubs sollte im Stillen darüber nochmals ganz ruhig nachdenken und irgendwie überall ein gemeinsames Gefühl entwickeln……

    Das gilt übrigens auch für den „rotebrauseblogger“, der sich der ablehnenden Haltung anschloss, doch nach wie vor einen erstaunlichen Kenntnisstand der inneren Strukturen aller jeweiligen Gegner zu besitzen scheint. Nur bei seinen sämtlichen Tipps der bereits erfolgten Treffen am gestrigen Spieltag lag er total daneben !

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