2.Spieltag – 2.Bundesliga 2014/2015

Der zweite Spieltag in der zweiten Bundesliga steht an. Und vermutlich wird man am einen oder anderen Orte nach diesem Spieltag schon anfangen, grundsätztliche Fragen zum Saisonverlauf und Saisonerfolg zu stellen. Und das auch wenn jeder weiß, dass nach zwei Spieltagen noch nichts Ernstes passiert sein kann. Klar lassen sich für intensive Beobachter der jeweiligen Vereine auch schon nach zwei Spieltagen Schlussfolgerungen zum Zustand des Teams und der Perspektive formulieren, aber so richtig aussagekräftig dürften die ganzen Geschichten erst ab Spieltag fünf oder sechs werden, also ab September, wenn dann auch die Transferperiode durch ist und man endgültig weiß, in welcher Besetzung die Teams zumindest bis zur Winterpause auflaufen.

Von daher ist die aktuelle Saisonphase letztlich auch noch die entspannteste, weil man in relativer Ruhe und ohne ganz großen Tabellendruck beobachen kann, wie sich die Beteiligten so schlagen und was sie sich ausdenken, um sich auf dem Spielfeld einen Vorteil zu verschaffen. Am kommenden Wochenende sind dabei neben dem RB-Spiel vermutlich das Duell zwischen Union und Düsseldorf, das Auftreten von Heidenheim in Braunschweig und das Aufeinandertreffen der lokalen Konkurrenten und Aufstiegskandidaten aus Fürth und Nürnberg von besonderem Interesse.

Von Interesse scheint auch, zumindest was die eine oder andere Aufgeregtheit in den sozialen Netzwerken und anschließend auch in herkömmlichen Medien angeht, die Kampagne verschiedener,  bundesweiter Fangruppen unter dem Titel „Nein zu RB“ zu sein. Letztlich beobachte ich da für meinen Teil eine gewisse Asynchronität im Diskussionsbedürfnis. Während Teile der alteingesessenen Zweitligaanhänger offenbar ein großes Mitteilungsbedürfnis haben, weil sie plötzlich feststellen, dass man doch was gegen RB Leipzig tun müsse, stelle ich an mir fest, dass der fünfundzwanzigste Aufguss dieser Debatte nicht mehr wirklich die ganz große Gegenargumentationslust weckt.

Was einerseits daran liegen mag, dass mir diese Pro-RB-Contra-RB-Bekenntnisschiene, die gerade allseits gefahren wird, eher auf den Nerv geht, aber andererseits vielleicht auch mit dem lieblosen und an manchen Stellen schlicht falschen Kampagnenstartbeitrag zusammenhängen könnte, in dem neben einigem anderen unter anderem der Vorwurf formuliert wird, „dass mit RB Leipzig eine Grenze überschritten wurde, die eigentlich längst überschritten war“. Also eine Kampagne gegen Red Bull, weil die über eine nicht mehr existente Grenze gingen? Kann man mal machen, sicherlich..

Einfach ein ästhetisch begründetes, emotionales „Scheiß Red Bull“ quer über die Kampagnenhomepage zu meißeln, wäre da – wie schon bei Philipp Kösters Text in den 11 Freunden im Frühjahr – die ehrlichere Variante gewesen (und auch eine, gegen die sich schwer was sagen lässt). Wenn ein Ingolstädter Kampagnenteilnehmer jedenfalls seine RB-Ablehnung mit verteidigendem Blick auf seinen eigenen Verein damit begründet [broken Link], dass Audi ja nur ein lokaler Sponsor wäre, dem es nicht um das Aufpolieren seines Images im bundesdeutschen Maßstab gehe, während bei Red Bull nur Marketing das Ziel sei, dann wird es ziemlich schwierig, eine gemeinsame Gesprächsebene zu finden.

Aber eine gemeinsame Gesprächsebene ist vermutlich sowieso nicht vorgesehen (und angesichts erwähnter asynchroner Diskussionsbedürfnisse eventuell auch schwierig), denn für eine solche wäre vorausgesetzt, dass man sich vor einer Anti-RB-Kampagne erst einmal die Frage stellt, warum RB in Leipzig funktioniert und warum so viele Menschen sich trotz des Wissens um all die Punkte, die die Fan-Herrschaften in Kaiserslautern, Karlsruhe oder Darmstadt so kritisierenswert finden, für RB Leipzig entschieden haben (und RB ist vermutlich einer der wenigen Vereine, für den sich zu entscheiden in den letzten Jahren für viele auch hieß, zuerst einmal eine mal mehr mal weniger gut begründete, rationale Entscheidung zu treffen und diese anhand der immer wieder kommenden Gegenargumente zu prüfen).

In letzter Konsequenz sind all diese Thematiken hier im Blog in den letzen mehr als vier Jahren immer wieder und an verschiedensten Stellen aufgetaucht und sie werden es wohl auch zukünftig immer mal wieder tun. Allerdings werden sich diese Wortmeldungen nicht am Tempo oder der Lautstärke der Kritik an RB orientieren, sondern – wie immer- wenn es mal passt einzelne Punkte der Kritik aufgreifen. Viel spannender bleibt aktuell allerdings tatsächlich das, was die zweite Liga sportlich zu bieten hat und da hat der erste Spieltag vom ersten bis zum neuten Spiel sehr viel Lust auf sehr viel mehr gemacht.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=oIyLo8wHmlU&list=UUCOx-usxhbo7WptXHhM1TrA&index=1[/youtube]

[Wieder mal ein neues Format hier im Blog. Diesmal als Videospielerei. In welche Richtung das thematisch geht und ob es überhaupt Richtung und Zukunft hat, ist erstmal noch offen. Obiges Produkt ist ein erstes, äh Herantasten an, äh mögliche Inhalte und auch äh, an die Technik dahinter. Work in progress, quasi zum, ähm anfassen. Oder so ähmlich.]

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2.Spieltag

  • Freitag, 18.30 Uhr: VfR Aalen – FC St. Pauli – 2
  • Freitag, 18.30 Uhr: FSV Frankfurt – Karlsruher SC – 1
  • Freitag, 20:30 Uhr: 1. FC Union Berlin – Fortuna Düsseldorf – 2
  • Samstag, 15.30 Uhr: Eintracht Braunschweig – 1. FC Heidenheim – 1
  • Samstag, 15.30 Uhr: FC Erzgebirge Aue – VfL Bochum – 0
  • Sonntag, 13:30 Uhr: FC Ingolstadt – SV Darmstadt 98 – 1
  • Sonntag, 15:30 Uhr: TSV 1860 München – RB Leipzig – 2
  • Sonntag, 15.30 Uhr: SV Sandhausen – 1. FC Kaiserslautern – 0
  • Montag, 20:15 Uhr: SpVgg Greuther Fürth – 1. FC Nürnberg – 1

Tippquote bisher: 4 von 9.

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3 Gedanken zu „2.Spieltag – 2.Bundesliga 2014/2015“

  1. „…stelle ich an mir fest, dass der fünfundzwanzigste Aufguss dieser Debatte nicht mehr wirklich die ganz große Gegenargumentationslust weckt.“ Trifft genau auch mein Gefühl. Zumal, wenn ich dran denke, dass wir den ganzen Quatsch schon bald mit den Fans der nächsten 17 Vereine durchkauen müssen.. ^^

    Das neue Videoformat gefällt mir ausgesprochen gut, hat auf jeden Fall Potenzial. Grade für taktische Geschichten finde ich die visuelle Aufbereitung eine echte Bereicherung zu Text und Podcast. Angesichts der angekündigten 5-Stunden Länge fordere ich dann aber HD-Qualität und mehr Bewegt-Aktion.

  2. Es ist völlig richtig, dass man nach zwei oder drei Spieltagen noch nicht sagen kann, wo bei allen Vereinen in dieser Liga der Weg hinführt. Es steht aber bereits jetzt schon fest:
    So oder so werden durch die Schlitzohrigkeit bei den kurzzeitigen Streitereien der bestimmten Verantwortlichen von „RaBa“ Lepzig – egal in welcher Stadt sie tatsächlich beheimatet sind – mit der DFL bei den Lizenzierungsverhandlungen die Aufmerksamkeit und Diskussionsbedürfnisse der verschiedenen Medien und Zuschauergruppen im Land die Leipziger wesentlich intensiver begleiten als vorerst angenommen. Wenn allerdings dazu die Ergebnisse stimmen, könnte das natürlich ein gewaltiger Vorteil sein!

    Während ein Großteil der anderen Vereine in dieser Liga bettelnd durch die Gegend ziehen muss, um sich nach Sponsoren umzuschauen, die die dringend notwendigen Neuzugänge finanzieren, hat man diese Sorgen in Leipzig bekanntlich nicht. Und genau das treibt auch manche Verantwortliche von Mitbewerbern und sogar der höherklassigen Liga die Schweißperlen ins Gesicht, wie zuletzt z.B. der „Rolex-Kalle“ aus München, der eigentlich mit der Bewältigung anderer Sorgen in seinem Verein genug zu tun hätte……

    Zurück zu den Leipzigern. Wenn ein Sportdirektor zur gleichen Zeit zwei verschiedene Vereine länderübergreifend betreuen darf und „auf dem Markt“ nach Spieler „grasen“ darf, die mit unnormalen Geldsummen gekauft, hin- und hergeschoben und verliehen werden dürfen, ist das schon ein wenig anrüchig (übrigens auch für mich), doch scheinbar „von oben“ gesetzlich noch zulässig. Genau diese Grundlage, die eben andere Vereine trotz Ausschöpfung aller finanzieller Möglichkeiten nicht haben, bringt manchen Zorn unter die vielen Zuschauer landauf- und abwärts, die einen fairen Wettbewerb, möglichst unter gleichen Bedingungen wünschen, was völlig normal wäre!

    Nach Ansicht nur eines Videos bei einem Gespräch mit „Neuzugang“ Compper, der natürlich gewaltig den bisher versprochenen niedrig zu haltenden Altersdurchschnitt nach oben zieht, vermute ich ganz stark, dass dieser nette und bestimmt auch schlaue Bursche in jeder Hinsicht für die Mannschaft ein echter Gewinn sein wird, nicht nur wegen der idealen Möglichkeiten, fünfsprachig dolmetschen zu können!

    Es ist anzunehmen, dass der oben eingearbeitete Videoversuch auch gleichzeitig in dieser Form nicht nur die erste, sondern auch die letzte Ausgabe war……Lustig und ehrlich zugleich, das selbst erkannt zu haben, waren die berühmten wichtigsten und immer wiederkehrenden Worte, wie „äh“ und „äm“. Die spezifische Taktik, in der auch hier wieder die Position einer „Doppelfünf“ nicht zu erkennen war (warum wird eigentlich immer nur von der „Doppelsechs gesprochen?) interessiert bestimmt eher die Wissenschaftler von der Sporthochschule in Köln……

    Die Mühe von „rotebrauseblogger“, möglichst viel Informationen über seinen Lieblingsclub an die Fans zu streuen, die weniger in den verschiedenen Medien zu finden sind, betrachte ich wesentlich wichtiger als die Beiträge eines gewissen „Chefreporters“ und „Boulevard-Redakteurs“, G.Schäfer, der mit seinem Dauer-Winteroutfit uns MDR-„Sport im Osten“-Fernsehzuschauer in mehreren Folgen unterhalten soll, oh weiha!

  3. Also ich fand das Eingangsbild des Videos mit dem „Mensch ärgere Dich nicht“ eine treffende Zusammenfassung des letzten Spiels und eine sehr schöne Idee. Ich hab auch nichts gegen sportwissenschaftliche Darstellungen, sie sollten sich aber im zeitlichen Rahmen halten.

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