Mögliches Saisonhighlight

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig gegen den 1.FC Saarbrücken (03.05.2014, 13.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz ein Tag vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger, Ralf Rangnick und Dominik Kaiser.]

Das vorletzte Spiel der Saison steht für RB Leipzig auf dem Programm. Das mögliche Aufstiegsspiel. Und die Partie gegen den 1.FC Saarbrücken ist scheinbar eine der Gegensätze. Der Tabellenzweite, der nur einen Sieg vom Aufstieg entfernt ist, trifft auf den bereits abgestiegenen Tabellenvorletzten. Das zweitbeste Heimteam trifft auf das schlechteste Auswärtsteam.

Dazu kommen noch die jüngsten Serien. RB Leipzig ist seit 13 Spielen ohne Niederlage und hat von den letzten sechs Heimspielen nur eins nicht gewonnen (gegen Spitzenreiter Heidenheim). Der 1.FC Saarbrücken auf der anderen Seite hat in 15 Spielen seit der Winterpause lediglich 13 Punkte geholt und die letzten acht Auswärtspartien bei 3:16 Toren allesamt verloren.

Auf der einen Seite ein Verein mit überragender Euphorie am Ende einer Saison, die am oberen Ende der Erwartungen und fast ideal verlaufen ist. Mit einem funktionierenden Team und einem fest im Sattel sitzenden Trainer. Auf der anderen Seite ein Verein, der meilenweit unter den Erwartungen blieb, nach dem man am Anfang der Saison noch heimlich auf einen Aufstiegsplatz schielte und nun in der undankbaren Regionalliga versinken wird. Ein Verein, bei dem die Mannschaft auch durch unmenschlich viele Neuzugänge nie funktionierte und es zwischen Verein, Umfeld und Trainer heftig knirscht.

Wenn man die Situation der Vereine und ihre Serien und Dynamiken so nebeneinander legt, dann scheint die Sache klar zu sein. Alles andere als ein Sieg für RB Leipzig und damit der Aufstieg stehen nicht zur Debatte, zumal den Gästen mit Marcel Ziemer und Manuel Zeitz zwei der wichtigsten Offensivoptionen fehlen. Der eine oder andere hier wird sich vielleicht noch an die zwei Ziemer-Tore im Hinspiel, insbesondere das zweite nach Fernschuss, erinnern.

Apropos Hinspiel. Damals war die Ausgangslage zwischen RB Leipzig und Saarbrücken bereits sehr unterschiedlich, wenn auch nicht so deutlich wie aktuell. Und damals hatten die RasenBallsportler trotz eines überlegen geführten Spiels Glück, dass sie die drei Punkte mitnahmen. Zweimal hinten geschlafen und fast hätte man dies mit einem Unentschieden gebüßt. Etwas, was in jedem Spiel in der dritten Liga immer wieder passieren kann.

Was ja auch RB Leipzig im Jahr 2014 schon erfahren durfte, denn von fünf Spielen, in denen man nicht drei Punkte einfahren konnte, waren drei gegen Burghausen, Unterhaching und BVB II. Ein Absteiger und zwei mehr oder minder klare Abstiegskandidaten. Wenn sich die RasenBallsportler seit der Winterpause schwer taten, dann meist gegen die vermeintlich kleinen Clubs.

Wobei man dem 1.FC Saarbrücken – auch wenn es sportlich-faktisch stimmt – unrecht tut, wenn man ihn einfach unter die kleinen Vereine subsumiert. Denn nicht nur hat der Verein einen klangvollen Namen, ist Gründungsmitglied der Bundesliga und hat einiges an spannender Historie auf dem Buckel, auch der aktuelle Kader ist qualitativ deutlich besser als es der Tabellenplatz aussagt.

Denn nachdem Milan Sasic Mitte September für den auch aufgrund vieler Verletzungen in der Mannschaft glücklosen Jürgen Luginger den Trainerposten übernahm, durfte er in gerade mal fünf Monaten eine beispiellose Einkaufstour Magathscher Prägung starten und insgesamt 13 neue Spieler holen. Davon drei vereinslose noch vor der Winterpause und 10 dann in der Winterpause.

Mit Mounir Chaftar, Kevin Pezzoni, Taku Ishihara, Rückkehrer Manuel Zeitz und Juri Judt kamen mehr oder minder klanghafte erst- und zweitligaerfahrene Spieler. Nicht zu vergessen den Königstransfer Stefan Reisinger. Ein 32jähriger Stürmer mit der Erfahrung von 96 Erst- und 209 Zweitligaspielen, der die Saarländer aus dem Tabellenkeller schießen sollte, aber über sechs Spiele und ein Tor und eine Vorlage nicht hinauskam, bevor er von Rückenproblemen geplagt ausfiel.

Fast schon exemplarisch der Fall Reisinger für die gebrauchte Saison des 1.FC Saarbrücken, in der man gerade verletzungstechnisch einiges Pech hatte. Dazu kamen immer wieder Nackenschläge in Form von Niederlagen, auch mal einer unglücklichen, die irgendwann in einen schlechten Flow führten. Und dann kam Sasic und potenzierte die Probleme durch seine Personalpolitik, während sein sportliches Wirken eine (vor allem defensiv) taktisch naive Mannschaft ohne klaren Plan hinterließ.

Dass die Saarländer das Ruder unter Neu-Coach Fuat Kilic nicht noch herumreißen konnten, kann man entweder dahingehend interpretieren, dass der Kader eigentlich von niemandem trainierbar ist oder dass auch Fuat Kilic, trotz durchaus emotionaler und aufrüttelnder Art, sportlich nicht in der Lage ist, dem Team einen entscheidenden Entwicklungsschritt zu vermitteln. Sechs Punkte aus den ersten drei Spielen unter Kilic ließen sich gut an. Sieben aus den folgenden neun waren letztlich sogar unter Saisonschnitt.

Dass der Verein angesichts dieser Bilanzen Kilic vor ein paar Wochen mit der Begründung, dass der Trainer gute Arbeit leiste, eine Vertragsverlängerung bis 2016 gegeben hat, erstaunte ein wenig. Wenn das in den nächsten ein, zwei Jahren zu positiven Ergebnissen führt, wird man den Verein dafür loben, zu personeller Ruhe übergegangen zu sein. Funktioniert es nicht, dürfen sich die Saarbrücker Entscheider völlig zu Recht fragen lassen, warum sie ein paar Spiele vor Saisonende unbedingt diesen Vertrag verlängern mussten und nicht den anstehenden Neustart in der Regionalliga mit neuer Mannschaft auch komplett zu einem Neustart machen wollten. Zumal sich Kilic zuletzt mit Kritik an Umfeld und Vereinsangestellten nicht gerade viele neue Freunde gemacht haben dürfte.

Mit welchem Team Fuat Kilic in Leipzig anreisen wird, ist aktuell noch ein wenig unklar. Möglich, dass man nachdem letzte Woche der Abstieg rechnerisch perfekt gemacht wurde, ab sofort eher mit einem Perspektivteam Richtung Regionalliga aufläuft bzw. jenen Spielern eine Chance gibt, die sich auch nächste Saison für den 1.FC Saarbrücken in den Ring werfen wollen (interessant in dem Zusammenhang, dass laut BILD aus dem aktuellen Kader nur Reisinger einen Vertrag hat, der auch für die Regionalliga gilt). Wahrscheinlicher aber, dass man nach Leipzig nicht zum Mitfeiern und entsprechend mit der besten Mannschaft anreist.

Wenn dies der Fall sein sollte, dann wird der ehemalige Salzburger Timo Ochs im Tor stehen. Und von dieser Position aus in der Innenverteidigung zwei 21jährigen Talenten, quasi dem Gegenkonzept zu den vielen prominenten Neuzugängen zugucken. Tim Knipping ist im zweiten Jahr in Saarbrücken zum Stammspieler geworden. Florian Ballas spielte in der Jugend schon mal in Saarbrücken und wurde im Winter von Hannover 96 ausgeliehen. Mögliche Alternative wäre Kevin Pezzoni, der nach seinem unschönen Abgang in Köln nicht mehr so richtig auf die Beine kam.

Auf den Außenverteidigerpositionen spielt der Ex-RBLer Juri Judt aktuell keine Rolle mehr. Binnen zwei Jahren von Spielpraxis in einem Bundesligateam zu Bank- oder gar Tribünenplatz bei einem Drittligaabsteiger. Das ist ein mehr als bemerkenswerter Karriereknick. Spielen werden wohl stattdessen der im Winter aus Bochum gekommene, 28jährige Mounir Chaftar links und der geborene Saarbrücker Tim Stegerer rechts. Routinier Martin Forkel wird nach Verletzung noch keine Option sein. [Update: Chaftar und Forkel werden wegen Verletzungen fehlen. Sodass wohl doch Judt eine Chance bekommen könnte.]

Nach dem Ausfall von Manuel Zeitz (Gelb-Rot-Sperre) ist die Besetzung der Doppelsechs ein offenes Feld. Wahrscheinlich dass das 20jährige Talent André Mandt, im Winter aus Leverkusen gekommen und unter Kilic mit einiger Einsatzzeit, aufläuft. Neben ihm könnte Kevin Pezzoni mit seiner Erfahrung für Stabilität sorgen. Aber auch der 27jährige in Bielefeld ausgebildete und vor der Saison aus Osnabrück gekommene Nils Fischer wäre eine Option. Oder der 29jährige, frühere Rostocker Julien Humbert, der im November von Sasic ins Saarland gelockt wurde.

Auf den Außenbahnen werden nach Lage der Dinge Philipp Hoffmann und Raffael Korte spielen. Hoffmann ist ein 21jähriges, waschechtes Saarbrücker Eigengewächs, der mit sechs Saisontreffern immer noch Platz 2 in der teaminternen Torschützenliste einnimmt. Fünf der Treffer schoss er aber 2013, als sein Stern aufzugehen begann. Korte ist eine 23jährige Leihgabe von Eintracht Braunschweig, der mit 5 Toren und vier Vorlagen auch schon neun Scorerpunkte gesammelt hat und damit zusammen mit Hoffmann zweitbester Scorer im Team ist.

Offensiv fehlt der beste Torschütze und Scorer (acht Tore, sieben Vorlagen) Marcel Ziemer. Und auch Stefan Reisinger wird wohl nach mehrwöchiger Verletzung noch nicht soweit sein, von Anfang an zu spielen (aber auf der Bank wird er Platz nehmen). Wodurch die Auswahl beschränkt ist. Gesetzt dürfte Thomas Rathgeber sein. Ein spielstarker Stürmer, der weiß wo das Tor steht. Trotz beschränkter Einsatzzeiten wegen einiger Verletzungen erzielte der 29jährige, der vor der Saison aus Offenbach kam, schon vier Tore.

Neben Rathgeber könnte das 20jährige, auch im Winter verpflichtete Talent Patrick Schmidt, aufgewachsen im Saarland, ausgebildet in Stuttgart, auflaufen, der von Reisingers Verletzung direkt durch Einsatzzeit profitierte und in sieben Spielen (fünf von Beginn) bisher einmal traf. Alternativ stünde auch noch der in 17 Anläufen torlose slowenische Stürmer Vito Plut zur Verfügung, eine der frühen Sasic-Verpflichtungen..

Insgesamt ist das Team des 1.FC Saarbrücken wegen Verletzungen (Reisinger, Ziemer), Sperren (Zeitz) und nicht eingesetzten Spielern (Judt, Ishihara) gar nicht mal so sehr das namhafte Ex-Bundesliga-Team, das es im Idealfall sein sollte. Trotzdem ist es eine nicht uninteressante Mischung aus Erfahrung und talentierter Zukunft, die wenn sie nicht absteigen würde, nächstes Jahr in der dritten Liga gut mitmischen könnte. Eine Mischung, die es den RasenBallsportlern auf jeden Fall schwer machen dürfte.

Nicht weil die letzten Partien darauf hinwiesen, dass die Leistungskurve nach oben geht (ganz im Gegenteil war die erste Halbzeit gegen Burghausen letzte Woche ziemlich grausam), sondern weil es sich nach dem endgültigen Abstieg eventuell befreit und lustig lebt und das Potenzial, das definitiv in der Mannschaft steckt, sich auch mal auf dem Rasen zeigt. Wenn der Abstieg auf die Mannschaft befreiend und die erwartete Kulisse von 40.000 plus x bis hin zu ausverkauft motivierend wirken sollte, dann können sich die RasenBallsportler auf einen ganz engen Kampf einstellen.

Dabei wird man im Vergleich zum Rostock-Spiel auf Seiten der Gastgeber wohl eher keine Veränderungen vornehmen. Die Philosophie zuletzt ging zumindest dahin, dass man ein erfolgreiches Team nicht ohne Not verändert. Möglich wiederum nur, dass Georg Teigl als Außenverteidiger zurück ins Team rutscht (unwahrscheinlich gegen die starken Flügel Hoffmann und Korte) oder dass Zorniger diesmal einen möglichen Fandrich-Ausfall mit Sebastian auf der Sechs und einem Aufrücken von Demme auf die Acht kontert (ist aber ebenso unwahrscheinlich).

  • RB Leipzig: Coltorti – Heidinger, Hoheneder, Sebastian, Jung – Röttger, Demme, Kimmich – Kaiser – Poulsen, Frahn
  • 1.FC Saarbrücken: Ochs – Stegerer, Ballas, Knipping, Judt – Hoffmann, Pezzoni, Mandt, Korte – Rathgeber, Schmidt

Interessanterweise ist diese Partie von der personellen Besetzung her praktisch gar nicht mehr mit dem Hinspiel zu vergleichen. Bei RB Leipzig werden in der Startelf mit Heidinger, Kimmich, Kaiser und Poulsen wohl noch vier Spieler aus der Startelf vom 3:2 in Saarbrücken dabei sein. Auf Saarbrücker Seite könnten es mit Och, Stegerer, Knipping, Hoffmann und Korte immerhin fünf sein.

Letztlich ist es ein Spiel, in dem auf Seiten von RB Leipzig wohl jeder gern auflaufen würde, aber niemand freiwillig seinen Platz hergeben wird. Wann hat man als Fußballer schon mal die Chance, vor eventuell ausverkauftem Haus in einem Heimspiel aufzusteigen. Für dieses Erlebnis würde sich wohl jeder im Team, der nur halbwegs laufen kann, fit melden oder spritzen lassen. Ein famoses Spektakel und für viele wohl das bisherige Karrierehighlight.

Die Ausgangslage ist dabei klar. Wenn RB Leipzig gewinnt, sind sie aufgestiegen. Wenn es nach 60 Minuten immer noch Unentschieden steht oder Saarbrücken gar führt, wird der Blick auf den Rängen wohl verstärkt zum Handy führen. Denn Darmstadt braucht bei vier Punkten Rückstand und dem besseren Torverhältnis das bessere Resultat als Leipzig, sprich mindestens ein Unentschieden, wenn RB verliert oder einen Sieg falls RB Unentschieden spielt, um die Entscheidung um Platz 2 auf den letzten Spieltag zu verschieben.

Falls RB also über ein Unentschieden nicht hinauskommt und Darmstadt auch nicht gewinnen kann, ist Leipzig trotzdem aufgestiegen. Im Extremfall verlieren Sachsen und Hessen gleichermaßen und die RasenBallsportler können die süßeste Niederlage ihrer Karriere feiern, da sie auch in diesem Fall aufgestiegen wären.

Man kann letztlich rechnen wie man will und in Betracht ziehen, dass Darmstadt ohne fünf Stammspieler beim Tabellenvierten und lokalen Rivalen Wehen Wiesbaden eine echte Nuss zu knacken hat. Wenn RB Leipzig das Spiel gegen Saarbrücken gewinnt, sind sie durch und man kann sich alles Nachdenken um die Begleitumstände sparen.

40.000 plus x Zuschauer im Stadion, eine hochmotivierte Mannschaft, die eine sehr gute Saison krönen will, die sportlichen Probleme des Gastes, es spricht viel dafür, dass der Aufstieg aus eigener Kraft gelingen kann. Und doch sind natürlich Szenarien denkbar, wo der Aufstieg nicht schon nach dem vorletzten Spieltag feststeht. Szenarien, bei denen man nicht so recht wüsste, ob die RasenBallsportler und ihr Umfeld nach dieser extremen Fokussierung auf dieses Endspiel gegen Saarbrücken dann noch mal binnen Wochenfrist denselben Konzentrationsgrad hinkriegen würden, um einen Sieg (oder Unentschieden) bei den Stuttgarter Kickers herauszuschießen.

Die Euphorie um dieses Heimspiel gegen Saarbrücken ist natürlich schön, weil es auch der Lohn ist für eine lange, erfolgreiche Saison, aber bezüglich eines Saisonfinals in Stuttgart eine Woche später ist es kontraproduktiv, denn mal ehrlich, wer denkt aktuell darüber nach, dass die Saison nach der Saarbrücken-Partie noch einen weiteren Spieltag kennt? Auch aus diesem Grund wäre ein Aufstieg im Heimspiel gegen Saarbrücken aus Leipziger Sicht sicherlich von Vorteil.

Fazit: Das Spiel gegen Saarbrücken soll das Highlight der Saison bzw. sogar das Highlight der bisherigen RB-Vereinsgeschichte werden. Aufstieg in den Profifußball im eigenen, ausverkauften Stadion. Davon durfte man zu Saisonbeginn als RB-Fan vielleicht träumen, aber damit rechnen konnte man nicht im mindesten. Jetzt wo die RasenBallsportler allerdings in der komfortablen Situation sind, den Aufstieg aus eigener Kraft erreichen zu können, sollten sie auch zugreifen und sich selbst belohnen. Heimspiel, Sieg, Party. Einfache Rechnung. Muss man nur noch die Gegenwehr des sportlichen Kontrahenten aus Saarbrücken brechen..

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen den 1.FC Saarbrücken nicht vor Ort verfolgen kann und am 03.05.2014, ab 13.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Fanradio. Oder schalte beim Livestream [broken Link] des MDR oder im MDR-Fernsehen vorbei.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. 1. FC Saarbrücken

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Pressekonferenz ein Tag vor dem Spiel von RB Leipzig gegen den 1.FC Saarbrücken. Mit Alexander Zorniger, Ralf Rangnick und Dominik Kaiser.

11.17

In diesem Sinn wünsche ich allen einen wunderbaren Brückentag und morgen einen perfekten Fußballtag, der auf lange Zeit unvergessen bleiben möge. Viel Spaß und macht was draus..

11.16

Das war es von hier. Die sportlich Verantwortlichen ein wenig genervt bei Fragen, die vom morgigen Spiel wegführten. Ansonsten unterhaltsam, aber ohne nennenswerten Informationsgehalt. Wenn man mal davon absieht, dass Zorniger bestätigt, dass Röttger morgen nicht von Anfang an spielt. Dafür könnte Sebastian auf die Sechs, Demme auf die Acht und Franke ins Team rücken. Oder Jung spielt im Mittelfeld und Teigl dafür auf der Außenverteidigerposition. Oder man switcht gar zu einem Dreistürmersystem, mit dem man im Hinspiel sehr gut gefahren ist, weil Saarbrücken auf den Außen große Probleme hatte. Warten wir es ab.

Hingewiesen sei noch mal, dass der Anpfiff morgen 13.30 Uhr erfolgt. Der Verein macht noch mal deutlich, dass man auch pünktlich beginnen werde, weil dies die Forderung des DFB ist. (Letzter Spieltag, gleiche Anstoßzeit und so.)

Ins Stadion passen morgen 43.300 Zuschauer. Davon sind 300 Tickets Gästekarten. Bis Mittwoch Abend waren 35.000 weg. Bleiben noch 8.000 übrig. Also ranhalten. Morgen könnte es für den Kartenkauf eventuell zu spät sein. Auch wenn man damit rechnen kann, dass am Stadion der eine oder die andere sicher noch überschüssige Karten abgeben möche.

11.10

Zorniger zur Entwicklung der Saison: Vor allem defensiv habe man sich in der Rückrunde entwickelt. Viele Gegentore der insgesamt 32 in der Hinrunde. Dabei bleibe man aber offensiv orientiert. Ein Gegentor in vier Spielen gegen die Topteams zeige die Qualität. “Arbeiten gegen den  Ball sehr aggressiv und hoch und mit viel Willen, Fehler auszugleichen.” Die Widerstände und Aversionen, die man in der Liga spürt, schweiße die Mannschaft zusammen. “Haben auch unsere Fans noch mehr hinter uns gekriegt. Begeisterung ist immens.”

Zorniger: “Würde mich freuen, wenn nächstes Jahr eine Leipziger Mannschaft in der zweiten und eine in der vierten Liga spielt. Das verträgt die Stadt.”

Rangnick: Der Trainer stecke immer noch in ihm, aber das Verhältnis zu den Trainern in Salzburg und Leipzig habe sich in den letzten zwei Jahren gut eingespielt. Zorniger und Schmidt machen auch freundlich deutlich, wenn Rangnick zu weit geht. Zorniger: “Eitelkeiten seitens der Trainer gegenüber dem Sportdirektor werden uns nicht aufhalten.”

Rangnick: Mehr Erfolg als Zorniger habe, gehe nicht. “Handschrift des Trainers ist unverkennbar. Mannschaft ist immer auch Spiegelbild des Trainers. Mannschaft spielt wie Zorniger ist. Bin sehr zufrieden und denken nicht im Traum daran, etwas zu verändern.”

11.03

Rangnick zu Unterschieden zwischen Hoffenheim und Leipzig: In Hoffenheim ging es um die erste Liga. Damals kleines Stadion, diesmal ein volles Riesenstadion. Zuschauerentwicklung sei eine Sensation. [Anmerkung: Hantiert wieder mal mit falschen RB-Vergleichszahlen von vor seiner Zeit. Meint vor ihm habe man einen Schnitt von 2.000 Zuschauern gehabt. Aus dem Kopf erinnert dürften es irgendwas um die 7.000 gewesen sein.]

Zorniger: “Ziehe noch kein Fazit jetzt. Es gab sportlich und zuschauertechnisch ein paar Schlüsselmomente. Wenn der Aufstieg perfekt ist, bin ich bereit über die ganze Saison zu sprechen. Jetzt noch nicht.”

Rangnick findet es auch unangebracht, jetzt schon zurückzublicken.

Rangnick: “Schnurzpiepegal, was morgen nach dem Spiel passiert. Bin ich auch nullkommanull involviert in die Vorbereitungen.”

Rangnick bringt die Vereine durcheinander und spricht davon, dass Leipzig einen neuen Trainer brauche. Erntet einige Lacher und ein Stirnrunzeln von Zorniger..

Mit dem Slogan “Ab durch die Dritte” habe sich Zorniger immer noch nicht angefreundet. “Hat im Sport nichts zu suchen.” Rangnick: “Im sportlichen Bereich hat es diesen Slogan auch nie gegeben.”

Ob Mateschitz morgen wiederkommt, weiß Rangnick nicht. Er habe ihn beim letzten Mal nicht eingeladen und Mateschitz wird es auch künftig selber entscheiden.

Timo Röttger wird nicht von Anfang an spielen. Man braucht ihn in der Hinterhand, falls etwas schiefläuft, um Schwung ins Spiel und Publikum zu bringen. “Ganz wichtiges Mosaiksteinchen.” Heißt, dass der Ausfall von Fandrich diesmal anders aufgefangen wird als zuletzt in Rostock.

10.53

Alexander Zorniger: Unveränderte Kadersituation. Clemens Fandrich fällt aus. Auch bis zum Saisonende. Ansonsten, abgesehen von den Langzeitverletzten, alle fit.

“Intensive Runde für Saarbrücken. Im Winter komplett durchgewechselt. Neuzugänge wurden geholt, um die individuelle Klasse zu erhöhen und die haben sie. Haben kein Druck mehr und können vor ausverkauftem Haus dem Publikum und den Scouts noch mal alles zeigen. Mit dem Ball spielen sie guten Fußball. Bei Standards sind sie gefährlich. Werden unsere Stärken ins Feld führen und hoffentlich erfolgreich sein.”

Ralf Rangnick: Am Anfang der Zeit vor knapp zwei Jahren habe er noch nicht darüber nachgedacht, dass man heute ans Tor der zweiten Liga klopft. “Haben es selbst in der Hand. Ich kann es kaum erwarten, dass es los geht. Wenn wir eine Leistung wie in den letzten Wochen abliefern, können wir den Aufstiegsschritt vollziehen.”

Zorniger: Verspürt kein Druck. “Vielleicht die intensivste Phase meines Lebens.” Druck höchstens in dem Sinne, dass er sich immer fragt, ob noch mehr geht in der Vorbereitung. “Spüre ne Menge Spaß und Konzentration. Versuche mich auch immer ein bisschen abzulenken. Aber Druck spüre ich nicht.”

Rangnick wird zum Logo gefragt, ob es Ähnlichkeiten zum Red-Bull-Logo habe. Reagiert leicht genervt, lässt aber druchblicken, dass man das Logo so ändern werde, dass auch die DFL zufrieden ist.

10.45

Dominik Kaiser: Waren gut vorbereitet auf die lange Saison. In der Freizeit steht Regeneration im Mittelpunkt. Schlafen und gute Ernährung. “Fühle mich gut, bin aber auch froh, dass es zum Ende hin geht und bald Urlaub ist.”

Man habe sich prägnante Szenen von Saarbrücken aus verschiedenen Spielen gesehen.

“Saarbrücken hat nichts zu verlieren. Haben alle individuelle Klasse. Vor 40.000 werden sie noch mal heiß sein und zeigen wollen, dass sie besser sind als ihr Tabellenstand.”

Wenn man aufsteigt, wird es eine richtig schöne Feier geben. “Wissen wirklich gar nicht”, wo und wie gefeiert wird. Es zähle aktuell nur der Anpfiff morgen um 13.30 Uhr.

Kaiser plant die Anschaffung von Einrichtungsgegenständen für zu Hause. Ob dafür auch die Aufstiegsprämie draufgeht, ist offen..

10.40

Dominik Kaiser: “Riesengroße Vorfreude. Große Chance, den letzten Schritt zu gehen. Stimmung wird wieder überragend sein. Freuen uns als Mannschaft extrem drauf.”

“Abläufe sind so wie vor dem ersten Spieltag oder jedem anderen Spiel. Ändert sich nichts. Nachher Abschlusstraining und morgen früh Treffen im Hotel. „Werden morgen frisch ins Hotel kommen und uns einfach freuen auf das Spiel und die riesige Herausforderung.”

“Als Spieler konzentriere ich mich nur aufs sportliche. Da werde ich alles geben. Alles andere beschäftigt uns nicht.”

“Dürfen uns von der Tabelle nicht täuschen lassen. Haben Saarbrücken mehrfach angeschaut. Individuell sehr gute Spieler. Bei Standards müssen wir höllisch aufpassen. Mit Klasse und Geschlossenheit gegenhalten. Dann haben wir gute Chancen. Wird eine harte Nuss und kein leichtes Spiel. Müssen alles abrufen.”

“War dies Jahr einfacher, weil der Druck nicht so groß war. Als Mannschaft haben wir uns aber auch von vornherein hohe Ziele gesetzt. Dass es so gut läuft und wir von Anfang an oben dabei sind, war auch für uns überraschend.”

“Ein paar Jungs von uns sind gestern nach dem Training. beim Pferderennen gewesen für eine Stunde. Habe einmal 10 Euro verloren und das war es dann für mich. Sind aber recht zügig wieder heim. War aber eine gute Abwechslung.”

10.31

Passend zum Auflauf dauert es hier offenbar ein paar Minuten länger als sonst. Geduld…

10.25

Sei dies alles wie es sei. Ein paar Minuten noch und dann geht es hier los mit Dominik Kaiser, dem vielleicht besten zentralen Mittelfeldspieler der Liga, mit Alexander Zorniger und Ralf Rangnick.

10.23

Ein bisschen komisch fühlt es sich ja an, dass das vorletzte Saisonspiel zum absoluten Finale hochgejazzt wird. Macht Sinn, aber wenn es schief geht, steht man nächste Woche vor der schweren Aufgabe, in eine vom Kopf her fast schon abgehakte Saison noch mal Konzentration und Fokus reinzukriegen. Wird aber hoffentlich nicht nötig sein..

10.21

Wenn man das ungebrochene Interesse an Tickets unten im Fanshop sieht, dann wird ein ausverkauftes Stadion morgen immer wahrscheinlicher. Schöner Rahmen für das zu erreichende Aufstiegsziel. Und der Regen ist bis morgen ja auch wieder verschwunden. Alles bereitet für eine große Party.

10.19

Eigentlich ist vor dem Spiel gegen Saarbrücken ja alles klar. Ein Sieg und der Aufstieg ist sicher. Trotzdem wird hier heute noch mal über das Spiel, den Aufstieg und alles mögliche außer der Lizenzfrage geredet werden. Vermutlich ohne größeren Erkenntnisgewinn..

10.13

Großer Auflauf heute hier bei der vielleicht letzten Pressekonferenz vor einem Drittligaheimspiel. Unmengen an Presse, Kameras und unten im Shop Ticketkäufern. Die Euphorie und das öffentliche Interesse sind quasi mit Händen zu greifen.

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9 Gedanken zu „Mögliches Saisonhighlight“

  1. Der von Fred verlinkte Artikel zeigt, unsere Jungs erwartet ein Kampfspiel. Wir werden zittern, wie so oft, doch Wiesbaden wird uns unfreiwillig helfen. Mein Bauchgefühl.

    1. Glaube aber nicht, dass es für ihn nach der langen Pause schon für die Startelf reicht.

  2. Alles wichtige thematisiert. Mir selber graut ein wenig vor der Idee RB spielt Unentschieden und Darmstadt gewinnt in Wiesbaden. Und dann gegen die Kickers auswärts gewinnen müssen. Der Gedanke daran lässt mir kalte Schauer den rücken runterlaufen.
    Von daher wär’s fürs Nervenkostüm einfach schicker tatsächlich einen sauberen – oder von mir aus auch dreckigen – Sieg einzufahren.
    Und ich dachte der Tag in Lotte wäre so schnell nicht zu toppen… 🙂

  3. Genau, jetzt weint nicht schon vorm Spiel rum, Leude. Mit D. Alles ein bißchen lockerer sehen. Die 2. Liga ist nicht Mekka. Shalom.

  4. Egal, wie dieses Spiel gegen Saarbrücken ausgeht, Jungs, Ihr seid durch, denn der Sieg in Rostock war Euer eigentliches „Gesellenstück“. Herzlichen Glückwunsch!!!

    Damit endlich das Gerede mit dem Logo aufhört, braucht Eure Marketingabteilung doch nur auf dem bisherigen Logo – ob es auf der Brust, an den Wänden oder sonstwo steht oder hängt – die beiden jeweiligen großen Buchstaben mit einem kleinen „a“ ergänzen! Dann heißt Ihr ganz offiziell so, wie Ihr es auch vor Jahren selbst wolltet, nämlich „RaBa“ Leipzig…..

    Ohne großem Aufwand wäre dann das komische Gerede über den Lizenzerhalt vorbei! Wenn dazu noch ein paar hiesige Geschäftsleute oder Allgemeininteressierte mit Sinn für Fußballsport einen vernünftigen Eingang zur bezahlbaren Mitgliedschaft (natürlich unter 800 €!) und damit auch ein wenig Mitbestimmung im Vereinsleben des RaBa Leipzig erhalten würden, gäbe es doch Eurerseits auch keinen aufregenden Grund mehr, Einspruch gegen den DFB bzw. die DFL wegen dieser Angelegenheit zu legen, und alles ist wieder in Ordnung!

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