Fankultur-Zwischenspiel

Über Fankultur schreiben, ist wie zu Architektur tanzen, möchte man in Anlehnung an einen alten Song von But Alive ausrufen. Und doch ist es rund um RB Leipzig immer wieder von besonderem Interesse, darüber zu berichten, wie sie denn nun sind, die Fans der ‚Retorte‘, die es nach Meinung mancher doch eigentlich gar nicht geben dürfte.

Es passiert gar nicht so selten, dass ich in Gesprächen genau dazu befragt werde und mich dann selber erst mal frage, was denn eigentlich das Besondere an RB-Anhängern sei und ob es denn überhaupt etwas besonderes gibt. Und ganz grundsätzlich feststelle, dass die Differenzen eher gering sind. Weil Fankultur als menschliche Konstruktionsleistung überall hergestellt wird, wo Fußball gespielt wird und Menschen dies mit ihnen eigenen, völlig unterschiedlichen Ausprägungen von Emotionen verfolgen. Was auch die Eskapistin alias @isntfamous drüben in ihrem Blog in einem Artikel zu Fußballkultur auf nachvollziehbare Art und Weise dargestellt hat.

Wozu dann also die Fragen dazu, was denn eigentlich das Besondere an der Fankultur bei RB Leizig sei, wo doch diese Besonderheiten sich maximal in Nuancen und wohl auch eher temporär zeigen dürften? Bzw. wozu eigentlich der Versuch, darauf Antworten zu finden? Landet man da nicht unweigerlich – wenn es um RB Leipzig geht – in diesem merkwürdig anmutenden Geschäft, das ein Philipp Köster betreibt, wenn er versucht in seinen 11Freunden die Bedingungen für Fankultur zu definieren? Und landet man damit nicht in einer permanenten Rechtfertigungsstrategie gegenüber Leuten, denen ihre (Redaktionszimmer)Meinung sowieso über den (oft nicht mal getätigten) Beobachtungen steht? Was wäre der Sinn mit einem Köster, darum zu streiten, ob man nun Fankultur hat oder nicht?

Ganz ehrlich, ich kenne die Antwort auf die meisten Fragen nicht. Allerdings weiß ich, dass sich das Gespräch darüber kaum vermeiden lässt, weil das Interesse am Thema  vor allem jenseits von Leipzig relativ groß ist. Und so war es die Zeit in Person von Oliver Fritsch, die im Zuge des Hansa-Spiels der Frage nachgehen wollte, was denn die Fankultur bei RB Leipzig ausmacht. Ein Projekt, an dem ich gesprächsweise teilhaben und in das ich via Artikelzitaten einfließen durfte und dessen Ergbnis sich bei zeit.de nachlesen lässt.

Eine meiner Thesen, die in den Artikel einflossen, lautete sinngemäß, dass sich bei RB Leipzig gerade auch bei Auswärtsfahrten mehr Familien und Kinder zeigen würde, als dies anderswo der Fall sei und dass sich Fankultur nicht in dem Maße im Fanblock hierarchisch und durchorganisiert ausdrückt, wie anderswo. Was tatsächlich eher als Beschreibung gemeint war, denn als Wertung. Eine These, die aber trotzdem bei Twitter den meisten Gegenwind abbekam, weil einige diesen Differenzierungsversuch anmaßend empfanden (witzigerweise auch Leute, die ansonsten gar nicht davor zurückschrecken oder es wohl nicht absurd finden würden, in einem Differenzierungsversuch RB-Anhängern eine inakzeptable Besonderheit als Konsumenten und Co zuzuschreiben) und darin den Versuch sahen, andere Vereine auf Ultras und Gewalt zu reduzieren.

Letztlich bleibt dieser Versuch, Differenzen im RB-Umfeld zu beschreiben, selbst nach zweijähriger, fast permanenter (teilnehmender) Beobachtung mühselig, weil in diese Zeit auch einige quantitative und qualitative Entwicklungen fallen und auch die Zukunft weitere Entwicklungen bringen wird. Und so jede Beschreibung notwendig den Gegenstand nicht umfassend und schon gar nicht für alle Zukunft abbildet. Trotzdem bleibe ich bei meiner grundsätzlichen Wahrnehmung, dass das RB-Fanumfeld sich in einigen Ausprägungen von vielen Clubs mit größerem Anhang, zumindest in den unteren, aber auch Teilen der oberen Spielklassen, in kleineren Ausprägungen unterscheidet.

Der auffälligste Unterschied besteht schon darin, dass es die zentrale Ordnungsmacht in Form einer prägenden Fangruppe im Fanblock nicht gibt. Während an anderen Orten dieser dritten und anderer Ligen meist eine Ultragruppierung (oder auch mal zwei) den Kern des Blocks und des Supports ausmacht, besteht diesbezüglich bei RB Leipzig maximal ein Nukleus ultraaffiner Fankultur, die vor allem bei weniger stark besuchten Auswärtsspielen im Vordergrund steht, aber ansonsten nur eine kleine Gruppe unter vielen ist.

Was man gut daran erkennen konnte, dass ihr Aufruf zum Stimmungsboykott zu Beginn des Darmstadt-Spiels außerhalb der eigenen Gruppe völlig unaufgefriffen blieb. Schwer vorstellbar, dass die Aufforderung zum Schweigen, ausgesprochen von einer Ultra-Gruppe eines anderen Vereins, derart wirkungslos bleiben würde. Und da rede ich noch nicht mal vom Extremfall, dass ein kompletter Heimblock mehr oder minder freiwillig wie in Rostock, sieben Minuten lang seinen Plätzen fern bleibt und das Feld aus Protest den Gästefans überlässt.

Letztlich dürfte die soziale Zusammensetzung der Heim- und Auswärtsblöcke von RB Leipzig (noch) ein Stückweit besonders sein. Worin sich auch ein wenig die Gründungsgeschichte des Vereins und die individuellen Zugänge ausdrücken dürften. Der Verein ist jung und die Zuwendung zu der speziellen Vereinskonstruktion erfolgte bei den meisten im ersten Schritt wohl über rationale Motive. Guten Fußball sehen wollen, Erfolgsversprechen, Gewaltfreiheit (egal, ob da andere Vereine nur als Anti-Image herhalten müssen oder es eine reale Erfahrungsgrundlage gibt), Hauptsache Leipzig etc. Erst im zweiten Schritt wurden daraus bei den meisten Emotionen.

Exakt diese Zugänge zum Verein dürften aber im Vergleich zu anderen Clubs (zumindest in der Breite) speziell sein. Und entsprechend dürften es Zugänge spezifischer, sozialer Gruppen sein. Und eben auch im besonderen Familien, intellektuelle Schichten und ruhigere Zeitgenossen ansprechen. Im Gegensatz dazu ist die Zuwendung zum Verein über jugendkulturelle, also (vor allem, aber natürlich nicht ausschließlich) emotionale Codes und Zugehörigkeiten, wie dies bei Lok und FC Sachsen in der Prä-RB-Ära üblich war, beim einzig wahren RasenBallsport bisher nicht in dem Maße ausgeprägt. Es gibt bspw. bisher kaum eine alternative (und das ist eher kulturell denn politisch gemeint, ohne dass man das im Detail trennen kann) oder was auch immer für eine prägende, ‚homogene‘, überwiegend männliche Jugendkultur (im Sinne einer größeren zusammenhängenden Gruppe) bei RB, derer man sich anschließen kann und aus der dann typische Gruppen- und Dominanzprozesse entstehen.

Das bedeutet letztlich nicht, dass das künftig auch so ist. Schon vor vier Jahren hieß es hier im Blog unter dem Titel „Die Sache mit der Fankultur„:

Wenn in Regionalliga oder Liga 3, dann plötzlich nach und nach neue Gruppen dazu kommen sollten, dann wird sich zeigen, was der gemeinsame Nenner der RasenBallsport-Kurvenfans sein wird.

Und genau dieser Aushandlungsprozess fand in den letzten Jahren schon statt und brachte Differenzen zwischen offiziellen Fanclubs und unabhängigen Fangruppierungen zum Vorschein und führte unter anderem zur Gründung eines Fanverbands, der die Diskussion innerhalb der Fanszene garantieren, aber gleichzeitig auch als Sprachrohr gegenüber dem Verein dienen soll. Und dieser Aushandlungsprozess wird weitergehen und an Fahrt gewinnen, je mehr RB Leipzig auch als jugendkulturelles Phänomen interessanter wird und Zulauf erhält. Und Facebook-Gruppen mit ACAB-Gestus, RB-Tags an Hauswänden und Pyro-Youtube-Videos zeugen davon, dass jugendkulturelle Phänomene künftig präsenter werden.

Letztlich muss man kein großer Prophet sein, wenn man davon ausgeht, dass ein massenkompatibler Club wie RB Leipzig in einer Großstadt mit einem Einzugsgebiet in siebenstelliger Größe genau jene Phänomene widerspiegeln wird, die so eine Großstadt eben auszeichnen. Mit all seinen positiven, weil kreativen und negativen, weil emotional auch mal übers Ziel hinausschießenden Begleiterscheinungen. Dass die vielen Gruppen in der RB-Fankurve sich inzwischen eine vergleichsweise belastbare, gemeinsame Struktur geschaffen haben, könnte ihnen helfen, mit Phänomenen, die sie vielleicht nicht wollen, künftig gut fertig zu werden.

Aktuell kannst du als Veranstalter eines Heimspiels gegen RB Leipzig jedenfalls avon ausgehen, dass du mit den Gästeanhängern praktisch keine Probleme haben wirst. Weder bei An- und Abreise, noch im Stadion. Dass die RB-Fankurve bei allen aktuell beschreibbaren Differenzen hinsichtlich der Zusammensetzung vor allem zu vergleichbaren Fanszenen in anderen ostdeutschen Großstädten (schon jetzt dürfte es allerdings schwer sein, größere Unterschiede zu einem durchschnittlichen Bundesligisten wie Freiburg festzustellen [wo die Besucher-Segregation über finanzielle Aspekte wie Eintrittspreise stattgefunden haben dürfte]) auf ewige Zeiten etwas gemächlicher und zurückhaltender sein wird, heißt das aber beileibe nicht. Denn wenn man die letzten zwei, drei Jahre Revue passieren lässt, dann gab es schon die eine oder andere Entwicklung in der Besucherzusammensetzung hin zu einem ganz ’normalen‘ Anhang. Und dieser Prozess wird sich in den nächsten Jahren weiter fortsetzen.

Interessant bleibt als RB-spezifische Besonderheit, dass die gemeinsame Identität auch auf der Ablehnung durch die Fangruppen der sportlichen Kontrahenten oder öffentlicher Berichterstatter und Meinungsmacher mit dezidiert RB-kritischen Positionen beruht. Eine Identität, die – so scheint es zumindest – vor zwei, drei Jahren noch mit relativ leichtem Unterton und mit doppeltem Boden gepflegt wurde, aber inzwischen ihre Unschuld etwas verloren hat und dazu führt, dass oft undifferenziert jeder mit in den verbalen Boden gerammt wird, der sich mit RB Leipzig nicht anfreunden mag. Und dabei vergessen wird, dass es bspw. zwischen einem Christoph Ruf, der RB nicht leiden kann, aber sich ein Bild vom Verein macht und dieses differenziert zeichnen kann (wenn er will) und einem Philipp Köster, der RB auch nicht leiden kann, aber auch keinen Bock darauf hat, sich (zumindest nicht bevor er 11Freunde-Texte schreibt) ein Bild zu machen oder differenziert zu äußern, einen großen Unterschied gibt. Ganz zu schweigen von puren Hatern und Populisten, die noch einmal auf einem ganz anderen Level agieren.

Sprich, manchmal hat man das Gefühl, als wäre jeder, der nicht positiv von RB und den Entwicklungen berichtet, per se als RB-Gegner abzukanzeln und nicht ernst zu nehmen (wo man doch von der Mehrzahl der Kritiker auch etwas lernen kann oder es Dinge gibt, die die Auseinandersetzung lohnen). Was natürlich den Hintergrund hat, dass viele RB-Anhänger in den letzten Jahren wohl so ziemlich jede Debatte schon mal geführt und so ziemlich jeden verbalen Unsinn schon mal ausgehalten haben. Aber trotzdem ist das Ergebnis, dass einige die Zwischentöne in den Essays, Kommentaren und Berichten dieser Welt manchmal nicht mehr wahrnehmen und bis hin zu Verschwörungstheorien den eigenen Verein als permanentes Opfer empfinden, eher unschön. Aber wenn man es so will, geht das schon wieder als echtes, subjektiv geleitetes Fansein, ergo Fankultur durch und wäre dann wiederum ein Anzeichen von ziemlich viel Normalität rund um RB Leipzig..

Man kann es drehen und wenden, wie man will und letztlich vielleicht sogar zu komplett anderen Beobachtungen kommen als ich, nur letztlich führt alles, was man rund um RB Leipzig sehen kann die Thesen von Philip Köster und Lok-Sprecher René Gruschka ad absurdum. Den einen mit seiner Behauptung, dass sich richtige, kreative Fankultur nur in Vereinen mit Mitgliedsmöglichkeit entwickeln könne (wogegen schon die Tatsache spricht, dass jene, die sich als intensivste Fankultur-Vertreter sehen, nämlich die Ultragruppen, gern betont von Vereinsoffiziellen distanzieren und ihr Tun auf keinen Fall auf der Vereinsmitgliedschaft beruht). Den anderen mit seinem leicht überheblichen Gerede in einem Sky-Beitrag jüngst davon, dass „richtige Fußballfans zu einem richtigen Fußballverein gehen“, was wohl zu Lok heißen soll.

Denn beide vergessen, dass die emotionale Bindung, die ein Fan aufbaut, völlig unabhängig von der Konstruktion des Vereins sein kann. Was nicht zuletzt ein René Gruschka wissen sollte, der die DDR-Geschichte seines Clubs ohne formale Mitgliedermitbestimmung noch kennen dürfte und trotzdem nicht in Abrede stellen wird, dass es in jenen Tagen „richtige“ Lok-Fans gab. Die mit ihrem staatlich zusammengestellten Team litten, es durch die Republik begleiteten und in kreativer Eigenleistung dem Club auch ein eigenes Fangesicht gaben.

Letztlich passiert bei RB Leipzig ja nichts anderes, als dass sich Gruppen von Menschen in Fanclubs organiseren oder auch nicht organisieren, mit ihrem Verein reisen (dass die Zahl der Reisenden im Vergleich mit dem Heimschnitt eher klein ist, könnte auch darauf hinweisen, dass die soziale Zusammensetzung bei RB eben doch ein klein wenig speziell ist) und (zuletzt zugegebenermaßen selten) leiden, sich in kreativer Leistung Choreos, Banner oder Überraschungen für die Abreise ins Trainingslager überlegen oder einfach auf der Haupttribüne rumlungern und schimpfen oder jubeln. Was eigentlich alles viel zu banal und alltäglich ist, um es gegen Fachmagazine für Fankultur verteidigen zu wollen..

Der Unterschied bei RB Leipzig formal im Vergleich mit allen Vereinen, praktisch nur im Vergleich mit Vereinen mit starker Fankultur besteht letztlich darin, dass Verein und Anhänger per se nicht in eins fallen können, sondern sich als zwei Organisationseinheiten gegenüberstehen und ihre Co-Existenz miteinander aushandeln müssen. Wobei es beidseitig um Interessenvertretung und Kommunikation geht. Und der nicht mal unangenehme Nebeneffekt eintritt, dass es zwischen Fans und Verein keine Distanzlosigkeit gibt, die den einen oder anderen Vereinsverantwortlichen in diesem Land auch schon mal bei Problemen handlungsunfähig bzw. handzahm gemacht hat. Die Fans können sich ihre Mitbestimmung in eigenen Belangen selbst organisieren und erkämpfen, der Verein muss gleichzeitig als potenzieller Partner und Ordnungsmacht auftreten. Eigentlich kein unspannendes Verhältnis.

Zumindest für diejenigen, die dieses Verhältnis mitprägen (wollen). Denn wenn man darüber hinaus denkt, dann landet man schnell auch wieder an einem Punkt, dass die Möglichkeiten Fan eines Teams zu sein und dies auszuleben, so verschieden sind und man es schon jedem selbst überlassen muss (solange er den Rahmen, den das gesellschaftliche Zusammenleben vorgibt, einhält), wie aktiv, kreativ und lautstark man seinen Hang zum Fußball auslebt. Spätestens an diesem Punkt, an dem man feststellt, dass nun mal jeder nach seiner Fasson selig werden soll, wird es eigentlich sinnlos über Fankultur zu diskutieren. Denn nichts ist letztlich irrelevanter, als dass einem jemand die Anerkennung für seine Art und Weise, sich dem Fußball oder einem Fußballverein zuzuwenden, versagt.

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18 Gedanken zu „Fankultur-Zwischenspiel“

  1. Besten Dank für ein dann doch eher längeres Intermezzo mit vielen interessanten Gedanken, die ich alle nachvollziehen und von denen ich eine Menge teilen kann. Ohne im Einzelnen darauf einzugehen, kurz eine Bemerkung zu einem von Dir angesprochenen (Neben-?)Aspekt, der mir bereits bei der Lektüre des Zeit-Textes aufgefallen war:

    „…weil einige diesen Differenzierungsversuch anmaßend empfanden […] und darin den Versuch sahen, andere Vereine auf Ultras und Gewalt zu reduzieren.“

    Ich kann auch das nachvollziehen. Nicht wegen Deiner Nennung von Familien und Kindern auf der einen und Hierarchien auf der anderen Seite per se, sondern weil der durch seine Absetzung exponierte Schlusssatz in Oliver Fritschs Text im Kopf hängen bleibt.

    „Ist das die Fußballkultur, von der immer alle sprechen?“, fragt Matthias Kießling.“

    Sicher, eine schöne Pointe, aber auch ein bisschen wohlfeil, verkürzend. Ob diese Zuspitzung in Deinem Sinne war, weiß ich nicht, zumal ich mir ziemlich sicher bin, dass Du das hier so nicht schreiben würdest. Aber es ist der Eindruck, der hängen bleibt, und wenn jemand daraus den oben zitierten Schluss zieht, Du wollest andere Vereine auf Ultras und Gewalt reduzieren, überrascht mich das nicht.

  2. Erst einmal Gratulation zur Erwähnung im Zeit-Artikel, der ja einiges an Antworten nach sich gezogen hat. Man merkt auch deutlich – teils an der gemässigteren Ausdrucksweise, teils an der weniger massiven Kritik insgesamt – dass hier eine andere Leserschaft erreicht wird.
    Der letzte Satz in Deinem Beitrag oben fasst es für mich zusammen. Jeder soll für sich selber entscheiden wieviel oder wenig ihm der Fussball bedeutet. Keiner sollte sich für seine Art des „Fan“-Seins rechtfertigen müssen, solange er sich an bestimmte Umgangsformen und die Gesetze hält.
    Interessant auch Dein Einschub, dass mancher die Kritik gegen RBL grundsätzlich ablehnt, bzw. die Reaktionen inzwischen von RBL-Unterstützerseite teils sehr heftig ausfallen. Ich glaube das ist eine Gegenreaktion zu den extrem heftigen Vorwürfen und dem geäusserten teils blanken Hass der „anderen Seite“. Sollte das Thema einmal ein wenig mehr akzeptiert sein bin ich sicher, dass auch der gemeine RBL-Unterstützer durchaus in der Lage ist zu sehen wo der Verein die eine oder andere Regel zu umgehen versucht.

  3. Lieber rotebrauseblogger, ich hatte es vor ein paar Wochen schon mal geschrieben, ich schätze Dein Engagement sehr und bin zum regelmäßigen Leser Deines Blogs geworden. Dennoch ein Wort konstruktive Kritik: Das Lesen Deiner Gedanken bereitet mir zunehmend Mühe – und ich meine, ich bin nicht „auf der Wurschtsuppe hergeschwommen“ :-). Wären die Gedanken weniger in Schachtelsätzen verpackt und kompakter formuliert / auf den Punkt gebracht, wäre das Lesen wesentlich entspannter. Ich weiß nicht wie es den Anderen geht… mich persönlich strengt es in letzter Zeit etwas an und ich beginne zu „überfliegen“ anstatt zu lesen… was ja sicher nicht Dein Ziel ist.

    1. Ich persönlich finde eine Sprache angenehmer, wo ich mich beim lesen automatisch mehr konzentrieren und dabei nachdenken muss. Im übrigen ist mir die von Dir beschriebene Tendenz nicht aufgefallen.
      Außerdem lese ich gerne und aufmerksam, wenn sich jemand fundiert Gedanken macht über Fankultur und nicht einfach wie Philipp Köster eine billige Polemik auf BILD-Niveau hinrotzt.

  4. @Heinz: Stimmt, der Schlusssatz lädt natürlich dazu ein, Dinge in eine solche Richtung zu denken. Und, du hast wohl recht, dass er hier im Blog nicht erschienen und spätestens beim ersten Korrekturlesen rausgeflogen wäre. Bin mir auch gar nicht mehr sicher, in welchem Kontext und in welcher Zentralität ich ihn im Gespräch äußerte.

    @tomsen: Manchmal gebe ich mir mehr Mühe, manchmal weniger, Sätze zu entschachteln. Kommt vermutlich auch immer aufs Thema an und wieviel „künstlerische Freiheit“ ich da drin gut finde. Grundsätzlich gehören Schachtelsätze eben zu meinem Stil und damit zum Stil dieses Blogs. Ein wenig muss man das hinnehmen, ich gebe mir aber an anderer Stelle wieder mehr Mühe, die eine oder andere Schachtel wegzulassen.

  5. Ein langer – und in der Tat recht verschwurbelter – Text über die Sinnlosigkeit über Fussballkultur zu diskutieren 😉
    Wie du weißt, lehne ich RBL nicht wegen fehlender Fussballkultur oder der angeblichem ausschliesslichen Musical-Begeisterungsfähigkeit mit Klatsch-Elemente ab. Auch die fehlenden Tradition ziehlt als Argument in meinen Augen zu kurz. Ich für meinen Teil würde es ablehnen letztlich Teil (freiwillig oder unfreiwillig) einer Werbekampagne sein zu, selbst wenn man 20 Jahre Selbstzerstörung der lokalen Fussballszene leibhaftig miterlebt hat und davon nur noch genervt ist.
    Ansonsten: Das entstehen von Verschwörungstheorien im RBL-Fanumfeld (Darmstadt spielt immer vor RBL, angebliche Bevorteilung Darmstadts durch Schiris etc. als harmlose Bsp.) als Ausdruck von normaler Fankultur ist natürlich auch eine steile These. Als Anti-RBL Maskottchen im RB-Forum bin ich schon immer wieder erstaunt, was da teilweise vollkommen ernst gemeint für Opferperspektiven auf der einen Seite und Allmachtsphantasien auf der anderen Seite eingenommen werden/vorhanden sind.
    Und man wird sehen, wie sich euer Fanblock in Liga 2 aufwärts entwickeln wird. Euer Erfolg wird sicher nicht nur nette Matthias Kießlings anziehen, mit denen man gerne vor dem Spiel ein Bier trinken geht, sondern auch diejenigen, auf die die Gründungsgeneration der RBL-Fans, also die die schon 2009/2010 da waren, immer gern mit Ekel herabgesehen haben und so froh waren, dass es diese bei RBL nicht gibt.

    1. übrigens: ich wünsch mir eine edit-Funktion für meine reichlichen Flüchtigkeitsfehler 😉

  6. Größtenteils guter Beitrag. Würde in vielen Dingen zustimmen. Zustimmen muss ich aber auch tomsen. Es ist teilweise über die Maße anstrengend zu lesen. Etwas seichter bitte 😉

  7. Wann hat Herr Wuppertaler Klatschpappen bei uns Leipzig gesehen?
    Wann war Herr Wuppertaler mal bei uns im Stadion?
    Hat Herr Wuppertaler sich mal mit Fanblockgängern oder 2009er Fans unterhalten?

    1. Ach rbfreund, mach dich doch mal locker. Ich habe überhaupt nicht behauptet, dass bei euch Klatschpappen verwendet werden, sondern auf den 11Freunde-Artikel und dessen Inhalt Bezug genommen. Und ja, ich habe mich schon mit RB-Anhängern, unter anderem dem rotebrauseblogger leibhaftig, face-to-face unterhalten, sogar bei euch im Fanblock. Wobei das für meinen Beitrag vollkommen unerheblich ist, da ich seit 2010 ziemlich aktiv in eurem Forum unterwegs bin und mir – glaube ich – ein recht gutes Bild von einem recht breiten Spektrum der RBL-Fans machen kann, zumindest von denen, die im Forum unterwegs sind. Aber mit so einem Einwurf bestätigst du anschaulich einige Abschnitte des Fankultur-Textes.

  8. Lieber Brauseblogger!
    Ich möchte tomsen beipflichten!
    Mir geht’s genauso. Deine Sätze sind zu lang und zu verschachtelt.lch finde den Blog eigentlich super und möchte ihn auch nicht missen, aber bitte schreib etwas leicht verständlicher und nicht so ausufernd.
    Dies schreibe ich mit allem Respekt vor deiner Arbeit. Danke auf jeden Fall dafür!

  9. @Wupper: Dein Wunsch sei mir Befehl. Es gibt jetzt hier eine (hoffentlich funktionierende) Editier-Funktion, die dir nach der Veröffentlichung noch mal die Chance gibt, ein paar Fehler auszumerzen.

    1. Kann mir nicht vorstellen, dass eine dauerhaft offene Editier-Funktion für alle nicht missbräuchlich genutzt werden kann. Bei entsprechender negativer Energie versteht sich.

  10. @heinzkamke @rotebrauseblog Der Artikel der Welt ist m.E. ein verdammt guter Kommentar, nahezu herausragend wenn man die Langatmigkeit des Hansa-Teils gen Ende ausblendet. Mit Pro- und Kontra wird ein Bild gezeichnet, über dessen Argumente und deren Gewichtung jeder selbst urteilen kann. Der Schlusssatz, dass Zitat deinerseits, ist sicherlich ein provozierendes aber offenes Ende, welches ich absolut genial finde 😉

    @Wuppertaler: bin im Forum schon öfters über deine Posts gestolpert und finde sie (in den meisten Fällen) in seiner sachlichen Argumentation als gute und distanzierte Kritik (Im Sinne von Pro-Kontra auf sachlicher Ebene eine gute Bereicherung). Das es manche Trittbrettfahrer gibt, die sich damit nicht auseinandersetzen wollen, wirst du immer und überall finden: Rulez of the Internetz 😀

    Und final zum Schatelsatz-Artikel: Sehr gelungener Artikel, auch wenn ich mich anschließen muss und den ein oder anderen Satz auch ein zweites mal lesen musste – das ist dein gutes Recht als informativer Blogger.
    Und ich bin selbst nicht gefeit vor Schachtel-Sätzen; wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein ^^

    Mach weiter so!

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