3.Liga: RB Leipzig vs. SV Darmstadt 98 1:0

Vor dem Spiel von RB Leipzig gegen den SV Darmstadt hatten einige das Gefühl, das man sonst nur vor Relegationsspielen hat. Und letztlich wurde die Partie genau das, ein intensiver, spielerisch nicht immer hochklassiger Fight zweier Mannschaften, die verbissen um den direkten Aufstiegsplatz kämpfen. Mit dem besseren Ende für das Team, das letzlich in den Zweikämpfen ein bisschen mehr investierte, die besseren Einzelspieler und zahlreicheren Chancen hatte und beim Torabschluss glücklicher war.

Es war auch ein Sieg des Publikums, das das Heimteam durch die 90 Minuten trug und phasenweise und vor allem in der Schlussphase für Pokalspielatmosphäre sorgte. Knapp 40.000 Zuschauer, davon irgendwas bis zu 37.000 RB-Anhänger waren Vereinsrekord und somit auch Clubmannschaftsrekord im umgebauten Zentralstadion/ der Red Bull Arena. Und sie zeigten, wie hübsch es in der Schüssel sein kann, wenn sie fast vollständig gefüllt ist. Zusammen mit den knapp 3.000 Gästeanhängern entstand jedenfalls eine prima Fußballatmosphäre, die es so in der dritten Liga nur sehr selten gibt.

Man konnte vor dem Spiel schon ahnen, dass es in dieser Partie nur wenige Chancen geben würde. Darmstadt hatte in den letzten acht Spielen lediglich einen Gegentreffer kassiert und verfügt über die zweitbeste Defensive der Liga. RB Leipzig musste in den letzten fünf Heimpartien auch nur zwei Bälle aus dem eigenen Netz holen. Genau diese Ahnung bestätigte sich dann auch auf dem Platz, wo die jeweiligen Verteidigungsreihen ihren Job weitgehend sehr gut erledigten.

Sodass sich ein intensives Spiel zwischen den Strafräumen entwickelte, in dem die RasenBallsportler offensiv die etwas feinere Klinge schlugen, wohingegen die Gäste vor allem mit ihrer Physis punkten und RB weitgehend vom Strafraum fernhalten konnten. Trotzdem reichten RB zwei klare Offensivaktionen, um die Führung zu erzielen. Bei der ersten wurde Clemens Fandrich direkt an der Strafraumgrenze freigespielt, von wo er den Ball etwas zu genau an den linken Außenpfosten schlenzte. Bei der zweiten lief der Ball auch schön durch die RB-Reihen und landete nach einer Kopfballabwehr im Strafraum direkt auf dem starken linken Schlappen von Anthony Jung, wo man den Ball als gegnerisches Team auch nicht unbedingt haben will. Aus reichlich 20 Meter wuchtete Jung den Ball dann per Dropkick flach in die linke Torecke. Perfekt getroffen und zu diesem Zeitpunkt auch nicht unverdient.

Yes, der vielleicht entscheidende Schritt zum Aufstieg in die zweite Liga - Anthony Jung nach dem 1:0-Siegtreffer für RB Leipzig gegen den SV Darmstadt 98 | GEPA Pictures - Roger Petzsche

Den Rest der Halbzeit versuchte es Darmstadt mit der Lotte-Taktik aus der letztjährigen Relegation. Sprich Freistöße irgendwo halbwegs in Strafraumnähe herausholen und dann hoffen, dass die kopfballstarken Spieler der Gäste mal einen Ball versenken. Doch bis auf einen abgeblockten Schuss von der Strafraumgrenze nach einer Faustabwehr von Coltorti war nur wenig gefährliches dabei.

Richtig gefährlich wurde es erst, zwischenzeitlich hatte Hoheneder eine Ecke von Dominik Kaiser nur knapp verpasst, kurz vor dem Pausenpfiff als Fandrich auf der linken Seite bei der Annahme eines Jung-Einwurfes einen Stockfehler beging und Marcel Heller danke sagte und zu einem Flügellauf startete. Seine Flanke ging ziemlich perfekt auf den langen Pfosten, wo Sandro Sirigu frei vor Coltorti zum Kopfball kam, aber die zurückgekehrte Nummer 1 im RB-Tor mit einem Tigersprung den Einschlag verhinderte. Was so euphorisch wie ein Tor bejubelt wurde.

Das 1:0 zur Pause ging insgesamt in Ordnung, weil RB Leipzig im Mittelfeld etwas präsenter war und sich viele Bälle holte. Auch wenn Darmstadt mit viel Physis immer wieder Kopfballduelle gewann (bspw. durch den sich zurückfallen lassenden Dominik Stroh-Engel). Was aber letztlich wenig Gefahr produzierte, weil im Anschluss die Bälle zumeist zu den RasenBallsportlern gingen, die die möglichen Anspielstationen gut im Griff hatten. Der Rest waren dann ein paar Abseitsstellungen, die allesamt relativ eindeutig waren.

Die zweite Halbzeit war dann geprägt vom Darmstädter Versuch, noch mehr für das Offensivspiel zu tun und sich dadurch eröffnenden Konterräumen für RB Leipzig. Da Poulsen, Kaiser und Kimmich in den ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit die frühzeitige Entscheidung aber bei mehr oder minder großen Chancen vergaben, entwickelte sich mit zunehmender Spielzeit ein Zitterspiel. Nicht unbedingt, weil Darmstadt nun die perfekten Mittel gefunden hatte, um die RB-Defensive zu knacken. Aber trotzdem hatte man immer das Gefühl, dass mal ein Ball nach einer Kopfballverlängerung durchrutschen und zu einer Chance führen kann. Aber letztlich blieb es meist bei potenziell großen Chancen und immer wieder einem dazwischen spritzenden Verteidiger oder entscheidenden, gewonnenen Zweikämpfen.

So richtig gefährlich wurde es für das Coltorti-Tor dann aber in der 68.Minute als die Nummer 1 persönlich einen Darmstädter Einwurf nicht festhalten kann und der Ball zum kurz zuvor eingewechselten Josip Landeka kommt, der aus 11 Metern auf den keeperlosen Kasten schießt und sich Sebastian Heidinger in den Schuss wirft und drei Meter vor der Linie klärt.

Eine Szene, nach der die Darmstädter vehement protestierten, weil sie einen Handelfmeter hätten haben wollen, den ihnen Bundesliga-Schiedsrichter Kinhöfer aber verwehrte. Wohl zu Recht, denn selbst wenn neben dem Knie auch der Arm Heidingers am Ball gewesen sein sollte (was sie nach Studium von fünf Zeitlupen wohl auch war), dann war der Arm eben nicht unnatürlich vom Körper entfernt, sodass die Körperfläche vergrößert worden wäre, geschweige denn, dass es eine aktive Bewegung zum Ball gab. Sodass letztlich auch kein strafwürdiges Handspiel vorlag und der ausbleibende Elferpfiff wohl völlig korrekt war. Trotzdem Glück für RB Leipzig, dass sie hier kein Tor kassieren.

Der Rest des Spiels wurde dann ein wenig zur Abwehrschlacht. Die Aufstellung von RB Leipzig trug dem im weiteren Spielverlauf Rechung. Nachdem nach 66 Minuten noch Röttger als Ballsicherer (was er in einigen Szenen sehr gut machte) und Offensivoption eingewechselt wurde, kamen im weiteren Spielverlauf mit Franke und Willers noch zwei Innenverteidger, von denen man zum Schluss vier Stück auf dem Feld hatte. Was den Versuchen der Darmstädter, ihre Kopfballstärke auszuspielen, (meist mit Erfolg) den Nerv ziehen sollte. Letztlich war es aber trotzdem Sebastian Heidinger, der in der Schlussminute am langen Pfosten im Kopfballduell mit dem mehr als 20 cm größeren Dominik Stroh-Engel den Sieg rettete (ein Matchup, das man sich im Strafraum beileibe nicht wünscht) und damit auch ein paar schlecht ausgespielte RB-Konter in der Schlussviertelstunde vergessen machte.

Der Rest waren Standing Ovations des Stadions und großer Jubel über drei Punkte und eine nun sehr gute Ausgangssituation im Aufstiegskampf. Eine Situation, in die man auch deswegen kam, weil Alexander Zornigers Umbau auf den Außenverteidigerpositionen voll aufging. Anthony Jung für Georg Teigl zu bringen und Sebastian Heidinger nach rechts zu schieben, sorgte auf beiden Außenbahnen bis auf kleinere Ausnahmen für unheimlich viel Sicherheit gegen die gefährlichen Darmstädter Heller und Ivana. Das und die weitgehende Kontrolle des zentralen Mittelfelds bzw. die Neutralisierung des gegnerischen Spiels durch die Mitte waren letztlich die Schlüssel für diese Partie, die aber auch nur deswegen das Tor zum Sieg öffneten, weil der alternative Darmstädter Weg über die Köpfe auch alles in allem sehr gut verteidigt wurde (auch wenn es manchmal recht witzig war, wenn die relativ kleinen zentralen Mittelfeldspieler von RB bspw. gegen Stroh-Engel in Kopfballduelle gingen).

Für den SV Darmstadt 98 ist es natürlich bitter, dass sie beide Partien durch einen perfekt getroffenen Distanzschuss verloren. Wobei im Hinspiel die Niederlage noch unglücklich bis unverdient war, während im Rückspiel die drei Punkte insgesamt verdient in Leipzig blieben. Weil die RasenBallsportler eben das alles in allem spielerisch bessere, flexibler agierende und in den Zweikämpfen intensivere Team stellten. Die Unterschiede waren sicher nicht riesig, aber sichtbar. Was auch zeigte, das Darmstadt eine Mannschaft ist, die aus ihren Möglichkeiten unheimlich viel und beeindruckendes macht. Aber qualitativ eben auch kaum Luft ist zur weiteren Leistungssteigerung. Das reicht für so ziemlich jedes Drittligateam und allein davor kann man nur den Hut ziehen, aber in Leipzig kann man dann eben auch einmal verlieren.

Fazit: Es war angesichts des Rahmens ein großartiger Fußballnachmittag, der viel Lust machte auf noch ganz viele Highlights in der Red Bull Arena. Mit einem Spiel, das zumindest in Sachen Intensität und Spannung alles hielt, was man sich zuvor von ihm erwartet hatte. Darmstadt mit einer kämpferisch tadellosen Leistung, aber insgesamt mit nicht ganz ausreichenden Mitteln, um den einen Punkt mitzunehmen, den sie für den Aufstiegskampf wohl gern mitgenommen hätten. Aus RB-Sicht kann man zufrieden sein mit einem zumindest guten Spiel, in dem man die Zweikämpfe gut angenommen hat und letztlich auch wegen des deutlichen Chancenplus verdient gewonnen hat. Ein Big Point im Aufstiegskampf vor einer Kulissse, die schon in der zweiten Liga spielte.

Randbemerkung 1: Da war ja noch was. Jene Story, die das Spiel als längste Nichtchoreographie in die Vereinsgeschichte eingehen lassen wird. Eine Story mit miesem Start und ebenso miesem Ende. Der Startpunkt der Story war letztlich der Verursacher des ganzen Schlamassels und bestand in der Zusage zu einer Choreographie, getroffen irgendwo in der RB-Fanbetreuung. Eine Zusage, die es aus Vereinssicht (also höherer Instanzen innerhalb des Vereins) nie hätte geben dürfen. Was mit dem zentralen Motiv der Choreo, in dem die Vereinsembleme der vier wartenden Gegner von RB in der dritten Liga (Darmstadt, Rostock, Saarbrücken, Stuttgarter Kickers) plus 11 Freunde plus DFB weggeschnupft wurden, begründet wurde. Eine zu deutliche Drogen-Symbolik sah man darin seitens des Vereins, was angesichts von Verbands- und Vereinskampagnen gegen Drogen als unpassend empfunden wurde. Man kann darüber inhaltlich streiten. Meine persönliche Toleranzgrenze liegt – wie schon bei der Replik auf das Heidenheimer Fußballmörder-Banner – wesentlich höher und vermutlich trägt jede Folge Breaking Bad mehr zu negativen Drogenmissbrauchsfolgen bei als eine Choreo, die den Prozess des Drogenziehens nur als Analogie-Bild benutzt. Andererseits ist ein Fußballverein keine Street-Art-Gruppe und muss unterschiedliche Ansprüche von Fans, Familien, Verbänden und Öffentlichkeit unter einen Hut bekommen. Und mit einem Kokser-Bild im Stadion und auf den Sportseiten zu erscheinen, war für den Verein offenbar (und zumindest nachvollziehbar) nicht tragbar.

Weswegen die Zusage später wieder zurückgezogen wurde. Dummerweise war dieses später vier Tage vor dem Spiel und die Choreo mit 2.000 Euro Kosten und unzähligen Arbeitsstunden bereits fertig. Eine dieser Situationen, in der es eigentlich nur Verlierer geben kann, weil der Fehler die Choreographie zuzusagen, nicht mehr folgenlos rückgängig zu machen war und mit dem Fehler zu leben, auch nicht zur Debatte stand. Was folgte war ein erheblicher, sich auch öffentlich bemerkbar machender Unmut quer durch alle Fanorganisationen offizieller und nichtoffizieller Natur, die sich vom Verein veräppelt fühlten. Nicht ganz zu Unrecht wohlgemerkt. Und trotzdem passierte etwas, was man angesichts des durch den internen Fehler des Vereins verursachten, nicht auflösbaren Schlamassels nur als sehr positiv empfinden kann. Nämlich Kommunikation, die von Fanvertretern mit dem Verein geführt wurde. Mehrere Gesprächsrunden später hatte man tatsächlich unter Beteiligung der Choreographie-Ersteller-Gruppen (Red Aces, Rasenballisten) einen Kompromiss ausgehandelt, der eine (in seiner Art ungenannte) Veränderung der Choreo zum Inhalt hatte. Ein Kompromiss, der noch am selben Tag (am Donnerstag) von den Erstellern wieder aufgekündigt wurde. Vor allem, weil er in der Kürze der Zeit (man bedenke, dass mit dem Karfreitag nur ein Tag, noch dazu ohne offene Geschäfte, zur Verfügung stand) ein großflächiges Umarbeiten auch mit der angebotenen Hilfe vieler anderer Fanclubs nicht mehr möglich gewesen sei. Aber auch, weil dies offenbar eine schwerlich akzeptierbare Veränderung des inhaltlichen Kerns der Choreo bedeutet hätte.

Lassen wir mal die Details weg (der sonst absolut nicht für solche Töne bekannte Bulls Club bspw. wirft der RB-Geschäftsführung vor, dass ihre Aussagen „ernüchternd“ gewesen seien und „eine unabhängige und bunte Fanszene“ offenbar nicht gewünscht sei; die Choreo-Ersteller laufen derweil mit 60 Leuten demonstrativ vor der Geschäftsstelle auf und bringen damit Leute, die sich eigentlich für sie einsetzten, gegen sich auf), dann bleibt eine vereinsseitig scheiße gelaufene Geschichte, die Folgen haben muss (und auch haben wird), was die Verlässlichkeit bei der Zusage zu Choreographien (falls noch mal jemand Bock haben sollte, eine zu machen) angeht. Wenn man aber einmal als gegeben annimmt, dass hier ein nicht auflösbarer Interessenskonflikt zwischen Verein und Fans bestand, dann hat man letztlich eigentlich lange das beste draus gemacht. Sich zuammengesetzt und Lösungsversuche gesucht und letztlich Kompromisse gefunden (auch wenn die sich dann doch nicht umsetzen ließen/ nicht umgesetzt wurden). Was eigentlich eher dafür spricht, dass die Fanvertretung via Fandachverband und Co funktioniert, weil es ihr jederzeit möglich ist, zum Verein vorzudringen und die eigenen Interessen zu artikulieren.

Wenn das der Punkt unter die Geschichte gewesen wäre, nach dem die einen zähneknirschend auf die Choreo verzichten und die anderen nach Kompensationen suchen (die von den Choreo-Machern inzwischen schon schriftlich abgelehnt wurden) und ihre Vorgehen bei Choreo-Absprachen hin zu Verlässlichkeit verändern, dann hätte man wohl das Beste aus dieser Situation gemacht (vorausgesetzt, man respektiert, dass der Verein die Choreo inhaltlich nicht tragen wollte). Leider war das noch nicht der Schlusspunkt, denn letztlich brachen die mehr oder minder unterschwellig schon seit ewigen Zeiten und immer schwelenden Konflikte zwischen offiziellen (also beim Verein registrierten) Fanclubs (die Kompromisssucher) und organisierten, nicht offiziellen Fangruppierungen (die Choreomacher plus Umfeld) wieder einmal offen aus. Angefangen bei einem Posting der nicht offiziellen Fangruppierungen, in dem diese den offiziellen Fanclubs vorwerfen, sie wären ihnen in den Rücken gefallen, hätten bei einer (eigentlich nicht der Choreo geschuldeten) Veranstaltung mit Coach Zorniger die Schuld für das Scheitern der Choreo deren Machern zugeschoben und überhaupt seien sie zugespitzt gesagt nur Marionetten des Vereins. Und sowieso werde man das Spiel gegen Darmstadt 15 Minuten und 4 Sekunden lang (weil die Choreo am 15.04. abgesagt wurde) stimmungsmäßig boykottieren.

Woraufhin sich so ziemlich jede vorhandene Fangruppierung äußerte und praktisch durchgehend den Boykott zurückwies (erfolgreich wie das Spiel bewies). Und zudem der Vorwurf zurückgeschossen wurde, den Choreomachern ginge es nur um „Befindlichkeiten“, dass der Kompromiss machbar gewesen wäre, das Auftreten vor der Geschäftsstelle nicht akzeptabel gewesen sei und Absprachen nicht eingehalten wurden. Sprich aus einer Situation, in der sich die Fanszene in überraschender Einigkeit über das Choreoverbot echauffierte, entstand eine Vertiefung bestehender Spaltungen, die offenbar auch im Stadion beim Spiel gegen Darmstadt in einem eher robusten Ton untereinander kumulierten.

Fakt ist, dass der Verein mit seiner (aus seiner Sicht) Fehlentscheidung, die Choreographie zuzusagen, eine Situation hergestellt hat, in der es keine Gewinner geben konnte (auch der Verein ist angesichts von völlig unnötig verschwendeter Krisenkommunikationsenergie kein Gewinner, auch wenn das Choreoverbot bestehen blieb). Fakt ist auch, dass alle Fans den kommunikativen und damit lösungs- und kompromissorientierten Weg mitgingen. Fakt ist zudem, dass die Mehrzahl der Fanclubs den mit dem Verein ausgehandelten Kompromiss mittrugen, was voraussetzt, dass sie die Nichtmachbarkeit der Ursprungschoreo anerkannten. Sei es, weil sie die Argumentation des Vereins nachvollziehen konnten, sei es, weil sie keinen Weg sahen, dagegen anzukämpfen. Fakt ist demnach auch, dass die Mehrzahl der Fangruppen es offenbar nicht als Ziel ansahen, bei Scheitern des Kompromisses die Ursprungschoreo durchzudrücken. Schon gar nicht vor einem so wichtigen Spiel wie dem gegen Darmstadt. Letztlich ist man in einem kommunikativen Prozess zu einem von einer Mehrheit getragenen Ergebnis gekommen. Welches man, gerade wenn man die Hauptarbeit an der Choreo getragen hat, unsinnig und doof finden kann, aber man muss es letztlich zur Kenntnis nehmen und respektieren. Natürlich muss man diese Entscheidung inhaltlich kritisieren dürfen, wenn man dafür Argumente findet. Dass sich Fanclubs in der Kommunikation mit dem Verein kompromissbereit verhalten und vielleicht sogar offen sind für Entschuldigungen und Erklärungen, ist dabei allerdings kein (gutes) Argument.

Letztlich wird es bei aller Buntheit und unterschiedlicher Interessen in einer Fankurve immer wieder Entscheidungen geben, die von einer Mehrheit getragen werden müssen. So ist das sogar bei selbstorganisierten Fangruppen. Und letztlich wird es auch weiterhin so sein, dass offizielle Fanclubs (in unterschiedlichem Ausmaß) viel mehr Vereinsnähe suchen als nicht offizielle Fangruppierungen, die bewusst die Distanz zum Verein wählen. Das kann man als jemand, der Unabhängigkeit als sein höchstes Gut empfindet, mühselig finden, aber auch hier wäre es ein merkwürdiger Kampf gegen die Realitäten, wenn man es nicht zur Kenntnis nehmen und respektieren würde, dass andere Personengruppen näher mit dem Verein wandern und trotzdem manchmal sauer sind und dies dem Verein auch mitteilen (wenn auch vielleicht nicht mit demselben demonstrativen, sondern eher mit einem kommunikativen Gestus).

Als nicht organisierter Haupttribünen-Fan beschleicht mich manchmal das Gefühl als nähmen sich manche Fangruppen per se ein wenig zu wichtig. Klar, bunt und laut und vielschichtig und kreativ und aktiv soll das Fanleben sein. Aber letztlich geht es um 11 Fußballer, die gegen 11 andere Fußballer um Sieg oder Niederlage kicken. Das ist essenziell. Und alles andere ist genaugenommen verzichtbar. Denn das Spiel lebt auch in einem Stadion oder auf einer Wiese mit 20 Zuschauern, von denen kein einziger irgendein Lied singt oder Choreos baut und alle vielleicht ausschließlich in Bratwürste beißen und ein bisschen den Schiedsrichter oder die Trainerbank belegen. Anderersherum gäbe es Fankultur in keinem Stadion der Welt, wenn da nicht Leute Fußball spielen (außer vielleicht bei Union, wenn grad wieder Weihnachten ist und deswegen gesungen wird oder es gibt tatsächlich Leute, die auch Choreomeisterschaften ohne Fußball austragen würden). In diesem Sinne täte es vielleicht ganz gut, einen Schritt zurückzuweichen und dem eigenen Tun den Bierernst zu nehmen und sich gegenseitig(!) zumindest zu respektieren und im Fall der Fälle eben die Mehrheitsmeinung anzuerkennen oder zu versuchen, sie durch Argumente umzustimmen. Alles andere würde tatsächlich kleingeistig und egozentrisch-selbstgerecht wirken.

Randbemerkung 2: Ironie der Choreoverbots-Geschichte, dass letztlich nur eine offenbar vereinsseitig organisierte Choreographie außerhalb des Fansektors übrig blieb. Mal abgesehen von der leichten Peinlichkeit die Zuschauer per Banner zu informieren, wann sie die weißen bzw. roten Blätter in die Luft halten müssen und mal davon abgesehen, dass es insbesondere hübsch aussah, wie tausende, zerknüllte Papierkugeln vor Spielbeginn Richtung Stadioninnenraum flogen, gehörte es auch zur besonderen Ironie, dass nun die Einzelteile der Choreographie bei allerlei Gelegenheiten wie Ecken, gegnerischen Spielern entgegengeworfen wurden. Quasi als vereinsseitig alimentierte (harmlose) Wurfgeschosse. Manchmal kommt die Störung des Spielbetriebs aber auch von Institutionen, von denen man das eigentlich nicht erwarten würde.^^

Randbemerkung 3: Beide Trainer wiesen nach dem Spiel die These, dass die Aufstiegsfrage schon entschieden sei, von sich. Und haben damit natürlich völlig recht. RB Leipzig hat nun vier Punkte Vorsprung und das schlechtere Torverhältnis. Sprich, sie brauchen noch zwei Siege, um Platz 2 und den direkten Aufstieg aus eigener Kraft zu schaffen. Also zumindest für den Fall, dass Darmstadt die verbleibenden drei Spiele allesamt gewinnt. Darmstadt hat noch Heimspiele gegen Erfurt und Kiel. Für erstere geht es um nichts mehr dies Jahr, zweitere könnten vor dem letzten Spieltag den Klassenerhalt schon gesichert haben. Bliebe noch das Spiel beim SV Wehen Wiesbaden, das offenbar vor Ort als Hessen-Derby durchgeht, auf jeden Fall nicht ganz ohne besonderen Reibung ist und noch mehr Reiz dadurch gewinnt, dass Wehen Wiesbaden noch dringen Punkte für Platz 4 braucht, weil sie diesen erreichen müssen, wenn sie nächstes Jahr DFB-Pokal spielen wollen. Falls Darmstadt trotz dieser schweren Aufgabe mit neun Punkten durch die restlichen Spiele kommt, braucht RB Leipzig aus den Spielen in Rostock, gegen Saarbrücken und bei den Stuttgarter Kickers zwei Siege. Rostock wird mit neuem Trainer und angesichts der nicht gerade RB-freundlichen Stimmung vor Ort eine Herausforderung. Bei Saarbrücken hängt es davon ab, ob sie noch einmal Anschluss an die Nichtabstiegsplätze finden. Tun sie das, sind sie mit ihrer individuellen Klasse ein enorm undankbarer Gegner, weil Kader und Tabellenplatz enorm auseinanderfallen und ein zu sich findender Kader größere Probleme machen kann. Und die Stuttgarter Kickers sind zu einem der heimstärksten Teams der Liga geworden. Überlege jeder selbst, wo am ehesten zwei Siege drin liegen. Geschenkt gibt es jedenfalls keinen und somit ist das Aufstiegsrennen auch noch nicht entschieden.

Randbemerkung 4: Großartige Szene, die der MDR nach dem Spiel einfing, als Daniel Frahn in das innige, längere und offenbar tröstende Zwiegespräch mit Dominik Stroh-Engel ging. Und somit direkt nach dem Spiel zeigte, dass es eine Fußballebene jenseits des erbitterten Duells auf dem Rasen gibt. Eine, in der es mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes und vor allem Empathie gibt.

Randbemerkung 5: Irgendwas mit Mateschitz, der zum ersten Mal live ein Spiel von RB Leipzig besuchte. Und sich kein schlechtes Spiel für seine Reise aussuchte. Auch der MDR war davon so von den Socken, dass er mit der Mateschitz-Cam jede Bewegung einfing und als Best Of in seinen Spielbericht einstreute. Demnächst dann als Director’s Cut auf DVD im Shop ihres Vertrauens. Vielleicht ja auch bei Amazon, dort kann man – falls ich das bisher zu selten erwähnte – über die Suchbox hier im Blog in der rechten Seitenleiste Sachen bestellen und dadurch mein schreibendes Unwesen unterstützen, da ein paar Prozent des Kaufpreises von welchem bestellten Artikel auch immer dann auf mein Konto wandern. Das nur als Hinweis, wo wir doch gerade bei Mateschitz, also Kommerz waren. Oder so..

Lichtblicke: Es gäbe einige zu nennen. Insbesondere das zentrale Mittelfeld mit Kaiser, Demme, Kimmich und mit Abstrichen Fandrich hat einen sehr guten Job gemacht. Drei Spieler seien aber herausgehoben.

  • Yussuf Poulsen: Ganz ehrlich, wenn das so weitergeht, wandert irgendwann ein Poulsen-Trikot in meinen Schrank. Was der immer noch erst 19jährige Stürmer derzeit Woche für Woche auf den Rasen bringt, ist einfach ganz großes Kino und bestätigt die Aussagen des Dänen vor der Partie, dass er an der aktuellen Situation mit dem Aufstiegskampf extrem viel Spaß hat. Wie er um jeden Ball fightet und inzwischen auch gelernt hat, Bälle zu sichern und auf die Mannschaftskollegen abzulegen (wie vor dem 1:0 als er rechts außen gegen drei nicht wie früher mit dem Kopf durch die Wand will, sondern überlegt zurück auf Heidinger legt), ist enorm. Dass er gegen Darmstadt gegen die gewiss nicht kopfballschwache Abwehr sehr viele Luftduelle gewinnen konnte, war so beeindruckend wie sein gewohnt hoher Laufaufwand. Es macht einfach so viel Spaß Poulsen beim Arbeiten zuzugucken, dass man sich wegen ihm manchmal wünscht, dass ein Fußballspiel einfach nie vorbei geht.
  • Niklas Hoheneder: Witzigerweise war die Innenverteidigung dies mal eine komplett andere als im Hinspiel. Und zumindest Hoheneder knüpfte (wenn auch bei geringerer Beschäftigung) nahtlos an die Leistung von Willers und Franke in Darmstadt an. Ob in der Luft oder am Boden, an einen verlorenen Zweikampf kann man sich nicht wirklich erinnern. Meldete so auch Stroh-Engel in der gefährlichen Zone vor dem Kasten mit ab. Starke Partie eines verlässlichen Defensivposten, die er nach 35 Minuten noch mit einem Kopfballtor nach Ecke hätte veredeln können.
  • Joshua Kimmich: Gefiel vor allem im Spiel mit dem Ball als sehr souveräner Sicherer und Verteiler. Vor allem, weil er mit viel Übersicht und Abgeklärtheit und ohne jugendlichen Übermut an den falschen Stellen agierte. Muss in der zweiten Halbzeit einmal von der Strafraumkante selbst den Torschuss statt seinen Kapitän Daniel Frahn suchen, dann hätte er sich vielleicht sogar mit einem Tor belohnt. Ansonsten aber ein gewohnt starker Auftritt des ja auch erst 19jährigen, der in einer der letzten Pressekonferenzen noch meinte, dass es einen Wechsel zurück nach Stuttgart 2015 (Stichwort Rückkaufrecht) nicht über seinen Kopf hinweg geben werde.

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Tore: 1:0 Jung (15.)

Aufstellung: Coltorti – Heidinger, Hoheneder, Sebastian, Jung – Fandrich (66. Röttger), Demme, Kimmich (88. Willers) – Kaiser – Poulsen, Frahn (78. Franke)

Zuschauer: 39.147 (davon 2.700 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht [broken Link], SVD-Bericht [broken Link], Kicker-Bericht, Pressekonferenz-Liveticker

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Bild: © GEPA pictures/ Roger Petzsche

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26 Gedanken zu „3.Liga: RB Leipzig vs. SV Darmstadt 98 1:0“

  1. Sehr sehr schöner Text,
    ein klasse Spiel und überragende Stimmung in der Arena.
    Zur abgesagten Choreo sollte nun auch alles gesagt sein, bin da voll bei dir.

    Ich wünsche Dir und Deinen Lieben Frohe Ostern.

  2. Sehr gute Analyse…Klasse…wegen der Choreo…lassen wir das…der Seitenhieb zum MDR…sehe ich auch so…die sollen das Spiel zeigen und nicht andauernd den „Boss“ 🙂

  3. Vielen vielen Dank für die wie immer angenehm zu lesenden Einschätzung des Spiels.
    Danke auch für die Hintergrundinfos zu den nun ja Choreografiedifferenzen.

    Wer ebenso wie ich Dank empfindet, sollte bitte der Empfehlung des Bloggers folgen, bei einer eventuellen Onlinebestellungen, die Verlinkung auf seiner Seite zu nutzen. Es gibt aber auch noch weitere Unterstützungsmöglichkeiten.

    Ohne diese Unterstützung, kann ein solch enormer Aufwand wie er ihn „nebenbei“ betreibt sicher nicht funktionieren.
    Ihr wollt doch auch weiterhin spannende und sachliche Spielberichte HIER lesen können.

    Falls jetzt jemand denkt, dass ich an den Einnahmen beteiligt bin, NEIN. Ich schätze nur die Arbeit die hier dahintersteckt so hoch ein, dass es mir hier und jetzt Grund genug war dies so mitzuteilen.

    easyDA

  4. Kann man das eigentlich noch als „Randbemerkung“ bezeichnen, wenn es die Länge locker mit manch anderen Blogposts aufnehmen kann?

  5. Lese deine differenzierten Einschätzungen immer gerne, sehr gute Quelle für alles rund um den Verein und seine Entwicklung!

    Zur Choreo-Diskussion:
    Ich finde mit deinem letzten Absatz in der Randbemerkung ist das Wichtige gesagt. Das reicht mir ehrlich gesagt zu diesem Thema.

  6. Wer hätte am Anfang der Saison gedacht, dass das Spiel gegen Darmstadt diese Brisanz hat?
    Ich nicht, deshalb war die Urlaubsplanung für Ostern außerhalb meines Einflussbereichs.
    Viele Worte für, ich war nicht in der RBA.

  7. Ich finde ehrlich gesagt, dass deine Beiträge ein wenig Überlänge haben, aber sei’s drum. Jedenfalls halt nicht zum zwischendurch konsumieren 😉

    Die Choreo-Sache sehe ich ein wenig anders. Ich hätte mir schon gewünscht, dass man den Boykott durchzieht. So kann es eben nicht laufen aus Sicht des Blocks. Schade, dass man in den Fankreisen nicht den notwendigen Rückhalt hatte. Lieber so ein Boykott in den Szeneschlagzeilen, als das Foto vom „Bitte Pappen hochhalten“-Hinweis… nun kann man natürlicgh sagen, dass einem das völlig egal ist, was woanders steht oder was andere denken, jo. Okay. Meine nur! Ich kann es nachvollziehen, dass man vereinsseitig den DFB nicht wegschnupfen will, aber tjo, dann muss man es halt vorher klarstellen. Blöd gelaufen.

  8. Ich freue mich schon darauf, Dich mit Poulsen Trikot in der RBA zu sehen. Im Schrank wirst Du das doch nicht lassen wollen.
    Habe mich außerdem gerade an den letzten Ostersonntag in Meuselwitz erinnert. Irre, was seit dem passiert ist.
    Danke für Deine treffenden Einschätzungen.

  9. Deine klugen Betrachtungen waren wie immer sehr treffend. Aber he, hast du nicht ein Paar mindestens 95%ige Chancen der Heimmannschaft unerwähnt gelassen? Hatte während des Match die Befürchtung das könnte sich bitter rächen.

  10. Ohne den fleißigen Chef auf dieser Seite nicht noch mehr schmalzigen Rückenwind geben zu wollen, wird jeder faire Sportsmann, von denen die Zahl in Leipzig – nicht nur wegen der gestrigen Anwesenheit in der „RBA“ – erfreulicherweise immer größer wird, feststellen, dass seine „Zerlegungen der verschiedenen allgemeinen Beobachtungen auf dem Rasen“ einen wesentlich intensiveren Inhalt besitzt als die normalen „Wald-und Wiesenkommentare“ verschiedener Zeitungen.

    Nun ist erst einmal das im Vorfeld vielleicht etwas zu sehr hochgepuschte vorentscheidende Treffen vorüber. Mit schon etwas Glück, doch insgesamt verdient, haben die Gastgeber den aufmerksamen und auf „Augenhöhe“ spielenden Gästen das wichtige Ei in das Nest gelegt, das schon für ein wenig mehr Luft für die allerletzten Begegnungen bedeutete. Diese imposante Zuschauerzahl hatte natürlich nicht nur Zweitliganiveau, sondern sogar welches für ganz oben!
    Der MDR war besonders über den ganz seltenen Besuch des „RB-Übervaters“ Mateschütz und seinem Gefolge so sehr begeistert, dass er und seine „Langzeitbegleitung“ zu regelrechten „Dauerhingucker“ (wesentlich mehr, als die jeweils besten Spieler!) auf den Rängen wurden, die mit entsprechenden sonst eher seltenen privaten Angaben über Kontostand u.a. verbunden waren. Allerdings dürfte er alles Mögliche, nur aber nicht die „RBA“ besitzen, denn da reagierte ein schlauer, hoch aufgeschossener Herr mit Lockenkopf etwas schneller…..
    Es ist bekannt, dass solch wichtige Treffen mit dieser Brisanz natürlich vorwiegend von zurückhaltender Taktik geprägt sind. Deshalb behält man die wenig herausragenden Szenen besonders in Erinnerung (u.a. das Traumtor von Jung, obwohl sich die Darmstädter Nr. 22 noch lange schwarz ärgern wird…., Torhüter Coltorti, usw.).

    Was gefiel mir als Fernsehzuschauer?
    -die relativ hohe Fairniss auf den Rängen und dem Rasen, zu der auch die gegenseitigen Trainereinschätzungen zählen.
    – der oft geschmähte MDR hat sich an diesem Ostersonnabend mit dieser Rundumübertragung aber besonders große Mühe gegeben!

    Was gefiel mir nicht?
    – der nicht gegebene Elfmeterpfiff , lieber „Rotebrauseblogger“! Ich kann es nämlich nicht mehr hören, dass bei irgend einem Handspiel der Verteidigende plötzlich „seine Körperfläche nicht- oder vergrößert“ haben soll… Wie geht denn dass in der Praxis? Es sollte schon eingeschätzt werden, ob ein „unerlaubter Körperteil“ sich am Spiel beteiligte, was wohl hier tatsächlich der Fall war…..

    – Die schon positiv erwähnte Szene zwischen den beiden Torjägern Frahn und Stroh-Engel nach dem Spiel (Randbemerkung 4), eingefangen von den MDR-Kameras. Beide wissen, wie schön es ist, im medialen Blickpunkt zu stehen….
    Es konnten aber auch schon vorgezogene Vertragsverhandlungen gewesen sein……

    – dass der als einziger vermutlich mit dem Friseur auf Kriegsfuß stehende Spieler Röttger von seinem oftmals sehr launisch und streng wirkenden Trainer A.Z. einfach nicht mehr Vertrauen bekommt, sein Können auch schon in der ersten Minuten beweisen zu können…..

    – bereits zweimal wurde besonders in der Vorschau zur nächsten Begegnung in Rostock betont, von dort bestimmt nicht gut empfangen zu werden. Das sollte doch nicht noch extra verraten werden…….

    – die Randbemerkungen 1+2 waren einfach zu umfangreich! Die verantwortlichen Leute sollten demnächst einfach anders handeln!

    RB hat es nun selbst in der Hand, sich in der kommenden Saison mit lukrativeren Gegnern in komfortableren Stadien auseinanderzusetzen. Auch für die fußballbegeisterte Stadt Leipzig kann das doch nur gut sein!

  11. Jetzt noch mein kurzes Statement.
    Habe es leider nur in der MDR Mediathek anschauen können, inkl. Webtalk.

    Treffende Spielanalyse.
    Klasse Stimmung in der RBA.
    Von beiden Seiten ein sehr kampfbetondes Spiel.
    Glück auf unserer Seite.
    FC noch mit Fehlern, die er schnell abstellen muss.
    Nette Begleitung von DM.
    Hässlicher Mantel von GS.
    Kommunikation zwischen den Fangruppen und der Vereinsführung ist stark verbesserungsbedürftig.

    Danke Matthias für Deine offenen Worte bzgl. Choreo.

  12. @rbfreund: Wenn dir der Mantel von GS erst heute auffällt, hast du GS aber noch nicht oft gesehen 😉 Das ist schade, er hätte mindestens so viel TV-Einblendungen verdient wie DM. Wie DM die sich wiederum verdient hat, darüber wird gemunkelt. Ich bin nicht sicher, ob es nur seine Begleitung war.

  13. Ein Beitrag, der in seiner Länge und seiner Beschreibung nur der Intensität dieses Spiels am Ostersonnabend und des spannungsgeladenen Fussballerlebnisses gerecht wird.
    Im übrigen teile ich Deine Einschätzung und Deine Meinung, was die Selbstgerechtigkeit bzw. das Selbstdarstellungsbedürfnis bestimmter Fangruppen betrifft. Meiner Meinung nach wären Choreos sogar komplett verzichtbar, ich gehe wegen Fussball ins Stadion und nicht wegen einer Choreo. Choreos sind eine Erfindung des sog. „modernen Fussballs“. Mir ist ein ganzes Stadion, das wie am Ende gegen Darmstadt im emotionalen Überschwang völlig ausflippt, lieber als das Absingen von vorgegebenen Liedern. Aber das ist zugegebenermaßen die Perspektive eines „Sitzplatz-Ultra“.

  14. @Fussball Kurios Den Mantel wollte ich bisher nicht sehen. Aber der Fußballgott liebt alle Menschen, auch die mit Mantel.

  15. Verstehe nicht, wie manche aus der Abwehraktion von Heidinger unbedingt einen Handelfmeter sehen wollen (wie HUKL oder eben ziemlich penetrant der MDR im Video bzw. Teletext). Beim Studium der Filmaufnahmen zeigt sich doch klar, dass Heidinger bei der Abwehr des Schusses beide Hände entlang des Körpers nach unten ohne jede Bewegung gehalten hat. Irgendwo müssen die Hände ja bleiben, der Spieler kann sie ja im Strafraum nicht abschrauben. Deshalb heißt es auch im Filmbericht des Hessischen Rundfunks richtig, dass dies eindeutig kein Elfmeter war, da die Hand nicht zum Ball ging.

    1. Da gebe ich Dir völlig Recht. Wie soll sich ein Abwehrspieler im 16m-Raum bewegen? Sobald er die Linie überquert, die Arme immer nach hinten schnallen? Also diese Situation ist meiner Meinung nach völlig unstrittig. Nach 3 mal schauen sah ich immer noch keine Berührung mit der Hand, eher vom Knie abprallend. Nach noch mehrmaligen Ansehen: Ok, könnte mit dem Arm berührt worden sein. aber hey: Wenn ab sofort die Berührung mit dem Arm einen Elfer erfordert, heisst es somit an nun: Immer auf Körperhöhe im 11er schiessen. Ab und zu trifft man einen Arm. Das kann es nicht sein!
      BTW: Es hab echt schon strittigere Szenen. Kein Darmstädter hat dies bisher angeprangert. Also: Kirche-Dorf!

    2. Und in der 68. Minute klärt Heidi mit Knie und Hand auf der Torlinie nach Josip-Landeka-Kracher. Heidi ehrlich: „Kann man Elfer geben.“

      -> So sehe ich das auch. Natürlich kein absichtliches Handspiel. Trotzdem verhindert er das Tor mit der Hand. Eine klare Definition der Regel wäre aber echt mal hilfreich…

    3. „Ein Handspiel liegt vor, wenn ein Spieler den Ball mit seiner Hand oder seinem Arm absichtlich berührt. Der Schiedsrichter achtet bei der Beurteilung der Situation auf: die Bewegung der Hand zum Ball (nicht des Balls zur Hand), die Entfernung zwischen Gegner und Ball (unerwartetes Zuspiel), die Position der Hand (Das Berühren des Balls an sich ist noch kein Vergehen.)“

      So heißt es DFB-offiziell. Sprich entscheidend ist die Absicht. Die dann vorliegt, wenn der Arm zum Ball geht. Und die auch vorliegt, wenn der Arm irgendwo ist, wo er in der Situation nicht hingehört (überm Kopf zum Beispiel oder den Torwart imitierend weit zur Seite). Beides trifft auf Heidinger nicht zu. Der Arm bewegt sich kein bisschen zum Ball und er ist auch ganz normal am Körper. Weswegen die Berührung des Balles mit dem Arm nicht strafwürdig ist. Ergo, kein Elfer.

  16. Und ich auch noch.
    Klasse Spielbericht.
    Klasse das der Choreobericht nur ein RANDbericht geworden ist. Ein eigener Artikel wäre zu viel des Guten gewesen. Danke!
    Interessant noch das Jung im Interview sagt, das der Chef Mateschitz in der Kabine war. Erstens ist Rasenballsport sein Arbeitgeber und 2. Seit wann dürfen Sponsorenvertreter vorm Spiel in die Kabine und werden dann ständig gefilmt?!^^

    So ich spende dann heute neben der Spende für die Choreodose auch in die Bloggerdose.

  17. „So ich spende dann heute neben der Spende für die Choreodose auch in die Bloggerdose.“

    Na das ist doch mal eine schöne Idee …
    Aber im Ernst: die große Masse zu beteiligen würde sicher mal einen richtigen SpendenSchub geben.

  18. hallo brauseblogger,
    ich wünsche mir für diese Woche eine deiner Weltklasse-Statistiken welche belegt, das Kammlott uns am WE (Sieg in Rostock wird vorausgesetzt) in die 2. Liga schiesst… 😉 DANKE!

  19. Hab die Choreo nicht vermisst. Wir brauchen keine großkotzigen Banner, bei denen die Gegner verunglimpft werden. Diesen Unterschied zu anderen Fan-Lagern sollten wir uns bei RB erhalten. Hier wird auch nur über das unglückliche Verhalten der RB-Verantwortlichen philosophiert. Klar ist das nicht gut, wenn es „rein in die Kartoffeln und raus aus den Kartoffeln“ geht. Aber die Fan-Club Vertretern müssen sich mal die Frage stellen, wie man überhaupt eine so grenzwertigen Idee vorschlagen kann. Wir wollen ein Fußballfest und kein Bühne für übereifrige Selbstdarsteller, die die Provokation suchen! Ich hab was dagegen, wenn man Spieltag für Spieltag versucht von Seiten der RB-Fan Clubs die Grenzen auszuloten und zu verschieben. Respekt deshalb an die RB-Verantwortlichen!

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