34.Spieltag – 3.Liga 2013/2014

Der fünftletzte Spieltag steht in der dritten Liga an. Und wer jetzt immer noch keine Spannung empfindet, dem ist nicht mehr zu helfen. Wobei die Anzahl der Kandidaten für die noch ausstehenden Entscheidungen immer geringer wird.

Im Kampf um Platz 2 geht es wohl nur noch um Leipzig oder Darmstadt. Im Abstiegskampf geht es nach aktuellem Stand nur noch darum, ob Unterhaching, Elversberg oder der VfB II neben Burghausen und Saarbrücken in die Regionalliga wechseln muss. Lediglich im Kampf um Platz 4 gibt es noch einige Kandidaten, von denen Wehen Wiesbaden, Osnabrück und Rostock aktuell durch ihr Landespokal-Ausscheiden den DFB-Quali-Platz am dringendsten brauchen würden. Alle anderen können sich noch über den Landespokal qualifizieren oder sind schon qualifiziert (Stuttgarter Kickers).

Insgesamt vier Spiele haben es geschafft, an diesem Wochenende online übertragen zu werden (Livestream-Links am Ende des Beitrags). Interessanterweise wird es vom Fernduell Darmstadt gegen Leipzig keine Livebilder geben. Von den Topmannschaften ist lediglich Heidenheim dabei. Und aus dem Keller gibt es das ultimative Abstiegsendspiel zwischen Unterhaching und Elversberg. Ein Spiel, das enorm wichtig ist, aber für den Zuseher ziemlich anstrengend werden könnte, angesichts der zuletzt überschaubaren Offensivleistungen beider Teams.

Stuttgarter Kickers (46 Punkte) – MSV Duisburg (48 Punkte): Ein direktes Duell im Kampf um Platz 4, den die Kickers nicht mehr brauchen, den der MSV aber sicherlich gern mitnehmen würde, auch wenn man im Niederrheinpokal nach dem Sieg in Essen unter der Woche nach Elfmeterschießen deutlich favorisiert ist. Bei sechs Punkten aus den letzten fünf Spielen sind die Kickers zuletzt wieder im Normalbetrieb gelandet. Wobei man nach schlechtem Start in die Saison fünf Spiele vor dem Ende auch schon alles erreicht hat, was man erreichen kann. Keine Abstiegssorgen und für den DFB-Pokal qualifiziert. Wodurch das sechstbeste Heimteam locker aufspielen kann. Duisburg zuletzt entgegen der schlechten Stimmung im Vereinsumfeld mit 11 Punkten aus fünf Spielen und nur einem Gegentor. – 0

1. FC Saarbrücken (28 Punkte) – Hallescher FC (46 Punkte): Gibt es noch so etwas wie die allerletzte Chance für Saarbrücken? Bei neun Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz eigentlich unvorstellbar. Wobei man auch immer die Option im Auge behalten sollte, dass im Fall der Fälle einer Nichtlizensierung eines Vereins auch der drittletzte Platz reichen könnte. Von daher sollte man gegen Halle gewinnen. Bei nur einem Sieg aus den letzten sechs Spielen und nur zwei geschossenen Toren allerdings eine ordentliche Herausforderung. Dass Coach Kilic für diese Bilanz mit einer Vertragsverlängerung belohnt wurde (begründet mit guten Leistungen!), erstaunte unter der Woche die interessierte Drittligagemeinde. Halle auf der anderen Seite konnte keines der letzten fünf Auswärtsspiele gewinnen und kassierte dabei 10 Tore. Trotzdem ist die Bilanz 2014 weiterhin sehr gut und nach dem hochemotionalen und spektakulären 4:3 in der Nachspielzeit gegen Hansa letzte Woche ist die Stimmung sowieso bestens. Ein Sieg würde Halle zudem eventuell noch mal nah an Platz 4 heranführen. Da man alternativ im Landespokal-Finale gegen Magdeburg gewinnen müsste, wären Ligasiege wohl keine schlechte Sache. – 2

VfL Osnabrück (48 Punkte) – VfB Stuttgart II (38 Punkte): Osnabrück ist in 2014 enorm heimstark und holte in sechs Spielen vier Siege und zwei Unentschieden. Mit aller Vehemenz will man Platz 4, um sich noch ein paar DFB-Pokal-Einnahmen für die mehr als klamme Vereinskasse zu organisieren und Spieler vom Verbleib zu überzeugen. Der VfB taumelte derweil in 2014 den Abstiegsplätzen entgegen, konnte sich aber insbesondere durch einen Sieg gegen Elversberg vor zwei Wochen etwas Luft verschaffen. Gesichert ist man aber noch lange nicht. Dazu braucht es noch mindestens einen Sieg. Dass der nach fünf sieglosen Auswärtsspielen ausgerechnet in Osnabrück gelingen sollte, ist aber sehr unwahrscheinlich. – 1

SpVgg Unterhaching (34 Punkte) – SV 07 Elversberg (37 Punkte): Das Abstiegsduell, nachdem auch im Keller klare Verhältnisse herrschen könnten. Denn wer würde auf Unterhaching noch einen Pfifferling setzen, wenn sie auch dieses Duell in den Sand setzen. Die Bayern konnten keines der letzten 11 Spiele gewinnen und holten in vier Spielen unter Ziege nur zwei Punkte bei zwei geschossenen Toren. Die gelangen allerdings gegen die Spitzenteams aus Leipzig und Wiesbaden. Elversberg auswärts gelinde gesagt eine Katastrophe mit neun Niederlagen am Stück. Dass sie immer noch auf einem Nichtabstiegsplatz stehen, ist bei der Bilanz fast schon ein Wunder. Falls Unterhaching allerdings mit zwei Toren gewinnt, rutscht Elversberg erstmals seit dem sechsten Spieltag wieder auf einen Abstiegsplatz. Gewinnt Elversberg allerdings, sind sie sehr nah dran am Klassenerhalt. Völlig offenes Spiel, in dem die Nerven wohl entscheiden werden. Wenn Elversberg lange die Null hält, könnten sie in diesem Duell im Vorteil sein. – 2

1. FC Heidenheim (72 Punkte) – Holstein Kiel (40 Punkte): Sieben Punkte fehlen Heidenheim rechnerisch noch zum Aufstieg. Praktisch dürften auch zwei, drei weniger reichen. Gegen Kiel sollen es die ersten drei sein. Keine leichte Aufgabe allerdings gegen robuste Gäste, die auswärts erst fünfmal verloren (so oft wie RB Leipzig) und erst 16 Gegentreffer kassierten. In 2014 stehen für Kiel auswärts allerdings in sechs Spielen erst drei Punkte zu Buche. Mit 40 Punkten und dem Klassenerhalt vor Augen können die Norddeutschen aber auch vergleichsweise befreit aufspielen. Heidenheim nach der Ergebniskrise von drei Spielen ohne Sieg und der Niederlage in Münster schon wieder mit vier Spielen ohne Niederlage bei drei (natürlich knappen) Siegen und in der fast sicheren Spur zum Aufstieg. Den man sich – so ehrlich muss man sein – mehr als redlich verdient hat. – 1

Jahn Regensburg (42 Punkte) – SV Wehen Wiesbaden (49 Punkte): Für Regensburg geht es eigentlich nicht mehr um viel. Mit 42 Punkten steigt man wohl ziemlich sicher nicht ab. Zur Sicherheit dürften es aber noch drei weitere sein. Die durchwachsene Heimbilanz in 2014 (zwei Siege, zwei Unentschieden, zwei Niederlagen) spricht aber nicht unbedingt für einen Heimsieg gegen den aktuellen Vierten Wehen Wiesbaden. Zumal das Problem in Regensburg weiterhin die Chancenverwertung ist. Gegner Wehen Wiesbaden braucht Punkte für Platz 4 und die DFB-Pokal-Quali, nachdem man unter der Woche im Landespokal an Offenbach (Regionalliga) scheiterte. In den letzten fünf Spielen musste man sich nur Heidenheim geschlagen geben. Leistungstechnisch ist es aber weiterhin wechselhaft. – 1

SV Darmstadt 98 (63 Punkte) – SV Wacker Burghausen (30 Punkte): Eine ganz sichere Nummer für den Tabellendritten würde man angesichts des fast abgestiegenen Gegners denken. Weswegen Coach Schuster schon mal die Rhetorik-Peitsche rausholte und vor einem „höllisch gefährlichen“ Spiel warnte. Und natürlich auch ein bisschen Recht hat. Denn nichts wäre gefährlicher, als sich vom Tabellenplatz des Gegners einlullen zu lassen, wie RB Leipzig in dieser Saison schon ein paar Mal erfahren musste (Burghausen, Unterhaching, Elversberg). Auch wenn Burghausen zuletzt fünf Auswärtspleiten in Folge kassierte und nach einigen Spielersuspendierungen und Rücktritten im Funktionsteam die Stimmung ziemlich im Keller ist. Das Spiel in Darmstadt ist praktisch die allerletzte Chance, noch mal an die Nichtabstiegsplätze heranzuschnuppern. Man wird aber abwarten müssen, inwieweit man noch an sich glaubt. Darmstadt hat auf der anderen Seite die Serie auf ihrer Seite. 16 Spiele ohne Niederlage, sieben Heimsiege hintereinander, zuletzt in Münster auch gewonnen, obwohl man lange Zeit zu zehnt spielte. Darmstadt ist das Team der Stunde und der Rückrunde und so auch ohne den gelb-rot-gesperrten Stroh-Engel, der erst nächste Woche in Leipzig wieder dabei ist, mehr als deutlicher Favorit. – 1

FC Hansa Rostock (44 Punkte) – Preußen Münster (43 Punkte): Ein absolutes Mittelfeldduell, in dem es wohl ausschließlich um gute Stimmung geht. Rostock in sechs Heimspielen in 2014 noch ohne Sieg. Zuletzt unter Interimscoach Roelofsen in Halle mit einer 3:4-Niederlage, bei der man defensiv so offen stand, das selbst ein Scheunentor beschämt gewesen wäre. Münster derweil mit wechselhaften Leistungen, die aber trotzdem für einen sicheren Mittelfeldplatz reichten. Nach der Dammeier-Beurlaubung sucht der Verein wieder nach seiner Linie und scheint dabei eher auf die Loose- als auf die Umbruch-Variante zu setzen. Letztlich ist die Partie zwischen Rostock und Münster das Duell zweier Enttäuschter. Rostock vor allem in Bezug auf die miese Bilanz in 2014 (neun Punkte aus 12 Spielen!), Münster in Bezug auf praktisch die gesamte Serie, in die man mit nicht allzu leisen Aufstiegshoffnungen gegangen war und in der man plötzlich gegen den Abstieg kämpfte. – 0

Chemnitzer FC (41 Punkte) – FC Rot-Weiß Erfurt (43 Punkte): Das Ostduell dieses Spieltages. Chemnitz seit fünf Spielen zu Hause ohne Niederlage und mit 14 Punkten aus den letzten acht Spielen. Eine Bilanz, mit der man dem zwischendurch ernsthaft drohenden Abstieg dann doch noch und fast schon endgültig von der Schippe sprang. Unter der Woche nun die Ansage, dass man finanziell auch künftig wohl eher gegen den Abstieg als um den Aufstieg mitspiele. Auch nicht unbedingt die euphorieauslösende Nachricht. In Erfurt kann man sich nach dem 2:3 mit acht Feldspielern gegen Regensburg letzte Woche voll und ganz der Mission Landespokal widmen. Noch zwei Siege braucht es, um diesen zu gewinnen. Die Liga ist da zweitrangig, da man nicht davon ausgehen kann, dass man die sechs Punkte auf Platz 4 noch aufholt. Locker nach Hause spielen und noch ein paar Punkte mitnehmen, dürfte das Motto lauten. – 0

Borussia Dortmund II (41 Punkte) – RB Leipzig (66 Punkte): Im Schlussspurt der Meisterschaft zählen für RB Leipzig fast nur noch Siege. Auch bei spielerisch starken und aggressiven Borussen aus Dortmund. Ein mit einer Prise Ideologie aufgeladenes Duell, in das RB Leipzig als Favorit geht, beileibe natürlich ohne dass das Spiel schon gewonnen ist. Alles weitere wie immer im ausführlichen Vorbericht. – 2

PS: Tippquote bisher an 33 Spieltagen: 150 von 325.

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Livestreams – Anpfiff Samstag, 14 Uhr

  • Stuttgarter Kickers vs. MSV Duisburg bei sportschau.de [broken Link]
  • 1.FC Heidenheim vs. Holstein Kiel bei ndr.de [broken Link]
  • SpVgg Unterhaching vs. SV Elversberg bei br.de [broken Link]
  • Chemnitzer FC vs. Rot-Weiß Erfurt bei mdr.de [broken Link]

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4 Gedanken zu „34.Spieltag – 3.Liga 2013/2014“

  1. „SV Darmstadt 98 (63 Punkte) – SV Wacker Burghausen (30 Punkte): Eine ganz sichere Nummer für den Tabellenzweiten würde man angesichts des fast abgestiegenen Gegners denken.“

    Noch sind sie 3. und bleiben es hoffentlich auch.

    1. Hoffentlich hat der rotebrauseblogger keine hellseherischen Fähigkeiten… 🙂

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