Coltorti is back

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig beim FC Oberlausitz Neugersdorf (09.04.2014, 17.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz ein Tag vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger und Fabio Coltorti.]

Für die eine Mannschaft ist es das sportliche Highlight der Saison, für die andere die Möglichkeit einem lange verletzten Keeper und einigen Spielern, die zuletzt hinten dran standen, Spielpraxis zu geben und sie in einem Pflichtspiel zu testen. Vor dem Sachsenpokal-Halbfinale zwischen dem FC Oberlausitz Neugersdorf und RB Leipzig scheint klar, mit welch unterschiedlichen Ideen vom Fußballtag beide Mannschaften anreisen. Was natürlich vor allem daran liegt, dass sich RB Leipzig die Teilnahme am DFB-Pokal bereits durch eine entsprechende Platzierung in der dritten Liga gesichert hat.

Was für die beiden anderen Halbfinalisten auch bedeutet, dass sie nicht mit 100%iger Sicherheit davon ausgehen sollten, dass sie im Finale auf RB Leipzig treffen werden. In Auerbach und Chemnitz spekuliert man ein wenig darauf, gegen Leipzig spielen zu müssen, weil man dann automatisch für den DFB-Pokal qualifiziert wäre, egal ob man das Finale gewinnt oder nicht. Weil RB eben schon über die Liga qualifiziert ist und bei einem Leipziger Pokalgewinn der Finalgegner den Qualiplatz, den RB nicht mehr braucht, übernehmen würde.

Man kann sich natürlich gern selbst die Frage stellen, welchen Stellenwert der Sachsenpokal an sich hat und ob die RasenBallsportler nicht wegen eben diesem auch ohne DFB-Pokal-Anreiz sowieso über alle Maßen motiviert sein müssten. Vermutlich werden die meisten bei der Selbstbefragung in unterschiedlichem Ausmaß darauf kommen, dass in diesen Tagen, in denen sich eigentlich alles um die letzten fünf Drittligaspieltage und die Aufstiegsfrage dreht, mit dem Sachsenpokal vor allem irgendeine Form der sentimentalen Erinnerung verbunden ist. Sprich es könnte eines der letzten Spiele im Landespokal mit den entsprechenden Reisen in mehr oder weniger spannende Regionen Sachsens sein. Spiele, die bisher ja auch immer ein wenig Imagepflege für RB Leipzig in mehr oder minder direkten regionalen Kontexten waren.

Sportlich scheint der Sachsenpokal in der Endphase der Saison allerdings trotz der Möglichkeit eines Finales gegen den Chemnitzer FC ziemlich überflüssig. Lange Anreise in den Osten Sachsens. Drei Tage vor dem nächsten Ligaspiel erst tief in der Nacht zurück, es gibt sicherlich, gerade nach den Erfahrungen der letzten englischen Woche, als die RasenBallsportler ziemlich platt waren, günstigere Szenarien.

Und doch sprach Coach Alexander Zorniger nach dem samstäglichen Sieg gegen Chemnitz davon, dass das Spiel sehr wichtig sei, weil man die Chance habe, Spieler aus der zweiten Reihe mal über 90 Minuten zu testen und so auch herauszufinden, auf wen man sich im Saisonfinish besonders verlassen kann. Und zudem will man natürlich Stammkeeper Fabio Coltorti testen, der bei Bestehen dieser 90minütigen Spieleinheit wohl am Wochenende in Dortmund auch im Ligabetrieb nach über vier Monaten Verletzungszeit wieder ins Tor rücken würde. Ein Spieler, der mit seiner Präsenz und als Typ in den letzten Wochen noch sehr wichtig werden könnte fürs Team.

Man wird also seitens RB Leipzig in Neugersdorf eine Mannschaft auf den Platz schicken, die zwar nicht die bestmögliche, aber eigentlich immer noch eine sehr gute ist. Doch wenn man etwas in der Geschichte von Pokalwettbewerben gelernt hat, dann dass das Durcheinanderwirbeln der Mannschaft, verbunden mit nicht ganz so großer Motivation ein guter Nährboden für eine Pokalüberraschung ist. Auch wenn solch ein Spiel als Chance gedacht ist, dass sich Spieler zeigen und aufdrängen können.

Dass der FC Oberlausitz Neugersdorf unangenehm zu bespielen ist, hat RB Leipzig jedenfalls nicht nur vor einem Jahr im Sachsenpokal-Halbfinale, das man erst im Elfmeterschießen gewann, sondern auch in einem Testspiel Anfang des Jahres (ein Tag nach der Niederlage gegen Burghausen) gesehen, als sich RB mit jenen Spielern, die in der Liga nicht zum Einsatz kamen, enorm schwer tat, gegen robust verteidigende Gäste, die noch mitten in der Rückrundenvorbereitung steckten, überhaupt Chancen herauszuspielen. Offensiv ging bei Neugersdorf in jener Partie, die RB mit 1:0 gewann, zwar nicht viel, aber man konnte durchaus auch erkennen, dass da immer mal ein Ball durchrutschen und dem Außenseiter eine Riesenchance bringen kann.

Denn Außenseiter ist Neugersdorf natürlich weiterhin, auch wenn man im Vergleich zum vergangenen Jahr (wie ja RB auch) eine Liga höher agiert. Dass die Landesliga-Mannschaft vom letzten Jahr Substanz hatte, zeigt sich inzwischen ganz deutlich darin, dass man auch in der Oberliga zu den Spitzenteams gehört und im Sachsenpokal auf ziemlich souveräne Art ins Halbfinale einzog. Größte Leistung dabei sicherlich das 1:0 beim Ligarivalen Budissa Bautzen im Halbfinale.

Konzeptionell ist man sich in der Oberlausitz treu geblieben und setzt auf eine starke, erfahrene Fraktion aus dem Nachbarland Tschechien. Von den 14 Spielern, die bisher mehr als die Hälfte der Ligaspiele bestritten, sind gleich acht aus Tschechien. Ihr Durchschnittsalter beträgt knapp 33 Jahre. 34 der insgesamt 47 Treffer gehen auf ihr Konto. Genauso wie unzählige Einsätze in den höchsten Spielklassen Tschechiens. Und sogar einiger Einsätze in europäischen Cupwettbewerben. Diesbezüglicher Star ist sicherlich Stürmer Jan Nezmar, der insgesamt 29mal europäisch spielte und in der aktuellen Oberliga-Saison mit 36 Jahren Neugersdorfs Topstürmer ist (12 Treffer). Vor einem Jahr musste Nezmar früh verletzt vom Platz. In diesem Jahr wird er sicherlich auf einen Torerfolg spekulieren, egal ob er von Beginn an spielt oder nur eingewechselt wird.

Während sich bei der tschechischen Fraktion im Vergleich mit dem Vorjahr wenig getan hat und entsprechend auch der Kern der Landesliga-Mannschaft zusammen blieb, sorgten vor allem Ralf Marrack, ein in Cottbus ausgebildeter Offensivmann, der zuvor drei Jahre beim lokalen Konkurrenten Budissa Bautzen spielte, und Sepp Kuntze, ein Außenverteidiger der von Dynamo Dresden kam, für Blutauffrischung für die Stammelf. Wenn man davon absieht, ist vor allem Konstanz und Eingespieltheit das Plus der Neugersdorfer.

Dass aber auch in der Oberlausitz die Bäume nicht in den Himmel wachsen, lernt der derzeitige Tabellenzweite auf hohem Niveau in der aktuellen Oberliga-Rückrunde, in der man in sieben Spielen bereits so viele Niederlagen (3) und Unentschieden (1) hinnehmen musste wie vor der Winterpause in 14 Spielen. Weswegen Spitzenreiter Bautzen vor dem direkten Duell am kommenden Sonntag schon recht deutlich enteilt ist und bei 10 Punkten Rückstand schon recht viel passieren müsste, damit der FC Oberlausitz an der Sensation des Durchmarsches schnuppert. Ein Durchmarsch, von dem aber wohl auch niemand wüsste, inwieweit er die Strukturen des Vereins aktuell überfordern würde.

Fakt ist, dass Präsident Ernst Lieb einst von einem gemeinsamen Oberlausitzer Verein träumte, der zu höherem berufen sei. Auch gemeinsame Sache mit Bautzen war in den letzten Jahren immer wieder im Gespräch. Aktuell steht aber im direkten Duell eher die Konkurrenz im Vordergrund und eine Kooperation dürfte außer Reichweite sein. Mit dem Konzept, höherklassig erfahrene tschechische Spieler mit deutschen Talenten oder regional ausgebildeten Spielern mit Potenzial zu kreuzen, scheint man aber derart gut zu fahren, dass Neugersdorf auch ohne großangelegte Gemeinschaftsaktionen mit der Region (Görlitz, Bautzen, Löbau, Zittau) auf dem Weg scheint, zu einem Leuchtturm zu werden. Regionalligafußball in näherer Zukunft wäre jedenfalls eine Riesensache für die 6.000-Seelen-Gemeinde, die zusammen mit Ebersbach eine Stadt mit 13.000 Einwohnern bildet.

Eine zentrale Rolle bei diesem sportlichen Aufschwung scheint neben der nachbarstaatlichen Hilfe auch Trainer Manfred Weidner zu spielen. Der 52jährige ist zwar ohne Meriten im höherklassigen Fußball, hat aber den FC Oberlausitz binnen reichlich zwei Jahren von einem guten Landesliga-Team zu einem sehr guten Oberliga-Team geformt, das zweimal hintereinander ins Sachsenpokal-Halbfinale einzog, also letztes Jahr schon am DFB-Pokal schnupperte und dies dieses Jahr schon wieder tut. Mit der Bilanz hat man wohl als Trainer fast immer Recht.

Welche Spieler gegen RB Leipzig die Sensation schaffen sollen, weiß nach diversen Umstellungen in den letzten Spielen wohl nur Coach Weidner. Im Tor steht normal der 27jährige Tscheche Miroslav Samoel. Davor verteidigt das enorm erfahrene Duo Pavel Lukas und Jan Penc. Links hinten dürfte die Wahl auf Jan Flachbart fallen. Der einzige Spieler, der in der Abwehr nicht (deutlich) über 30 und tschechischer Herkunft ist, verteidigt wohl rechts hinten und heißt entweder Tom Ney (19, kam aus Magdeburg) oder Sepp Kunze.

Karl Petrick dürfte im defensiven Mittelfeld die Fäden ziehen. Ob er dabei Hilfe bekommt, muss man abwarten. Rechts ist Jaroslav Dittrich gesetzt. Auch Philip Heineccius sollte einen Platz als hängende Spitze, Zehner oder im linken Mittelfeld sicher haben. Dahinter beginnt dann aber das große Zaubern. Max Fröhlich, Sebastian Berg, Jiri Liska und Jiri Sisler, der vor einem Jahr beide FC-Tore erzielte, kommen als Spieler fürs mehr oder weniger offensive Mittelfeld in Frage. Ralf Marrack und Jan Nezmar sind Kandidaten für den Sturm.

Bei RB Leipzig kann man die Aufstellung eigentlich nur per Ratequizz prognostizieren (näheres eventuell in der Pressekonferenz vor dem Spiel unter diesem Vorbericht). Sicherlich nicht spielen, werden alle Stammkräfte der letzten Wochen. Also der angeschlagene Daniel Frahn, Yussuf Poulsen, Dominik Kaiser oder Sebastian Heidinger. Vielleicht dazu aber auch noch Tim Sebastian, Niklas Hoheneder, Diego Demme, Joshua Kimmich und Georg Teigl. Allerdings müssen am Ende auch 11 Spieler auf dem Platz stehen und sehr dicht ist die Spielerdecke der Profis, so man denn nicht ein paar U23-Spieler mitnimmt, nicht.

Sodass eigentlich nur sicher ist, dass ein Fabio Coltorti spielt und sich zu ihm auf jeden Fall Mikko Sumusalo, Tobias Willers, Denis Thomalla, Timo Röttger, Federico Palacios Martinez, André Luge, wenn gesund (was unwahrscheinlich ist) Matthias Morys und vermutlich auch Fabian Franke gesellen. Einen Anthony Jung, der gegen Chemnitz gelbgesperrt fehlte, könnte es auch erwischen. Aber selbst dann fehlen noch zwei Feldspieler. Mal sehen, was der Coach aus dem Hut zaubert.

Aussehen könnte das mit aller Vorsicht bei beiden Vereinen so:

  • FC Oberlausitz Neugersdorf: Samoel – Kunze (Ney), Penc, Lukas, Flachbart – Petrick – Dittrich, Sisler (Liska), Heineccius – Marrack, Nezmar
  • RB Leipzig: Coltorti – Sumsualo (Teigl), Willers, Franke, Jung (Sumusalo) – Röttger, ?? (Jung), ?? – Palacios Martinez, Thomalla, Luge

Wenn man den unterklassigen Gastgeber auf irgendeinem Fuß erwischen kann, dann sicherlich auf dem der Geschwindigkeit, denn insbesondere die mehr als erfahrene Abwehrkette des FCO dürfte hohem Tempo nicht immer gewachsen sein. Wenn RB Leipzig allerdings wie im Test Anfang des Jahres den Ball vor allem hoch in die Spitze spielt, wird der Gastgeber beim Verteidigen nicht allzu viel Mühe haben. Die entscheidende Frage wird sein, inwieweit die RasenBallsportler gewillt sind, Geschwindigkeit in das Spiel zu bringen und zusätzliche Wege zu gehen, um den Gegner müde zu spielen.

Die Frage führt direkt zur Anfangsfrage, inwiefern die Gäste genug Eigenmotivation für ein sportlich relativ unwichtiges Spiel mitbringen. Im Vorübergehen wird man gegen die zweitbeste Offensive der Oberliga nicht bestehen, bei vorhandener Konzentration wird man die nur siebtbeste Abwehr der Oberliga durchaus in Verlegenheit bringen können. Mal sehen, was die RasenBallsportler in neuer Formation an Möglichkeiten und Fähigkeiten in die Waagschale werfen können.

Fazit: Spitzenteam der fünften gegen Spitzenteam der dritten Liga. Das klingt nach einer klaren Favoritenrolle und Sache. Angesichts der Erfahrungen vom vergangenen Jahr, der Unwichtigkeit des Sachsenpokals für RB Leipzig in diesem Jahr und der Umbauten in der Aufstellung beim Favoriten dürfte der Abstand gar nicht mehr so extrem sein. Letztlich wird es wohl darauf ankommen, mit welcher Konzentration und Motivation die RasenBallsportler in diesem Zwischenspiel im viel wichtigeren Aufstiegskampf in der Liga antreten. Kaum jemand würde es ihnen wohl übel nehmen, wenn entgegen der Gewohnheit ein paar Prozent fehlen. Ob das dann trotzdem reicht, wird man im Fall der Fälle sehen. Und ob man ein Sachsenpokal-Finale gegen Chemnitz (alternativ Auerbach) eventuell mitten im Aufstiegskampf überhaupt braucht, steht dann noch einmal auf einem ganz anderen Blatt Papier. Klar ist allerdings, dass mit dem Auftritt in Neugersdorf Coltorti zurück ist. Und das sind in jedem Fall ausreichend gute Nachrichten.

[Wer das Spiel von RB Leipzig beim FC Oberlausitz Neugersdorf nicht vor Ort verfolgen kann und am 09.04.2014, ab 17.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Fanradio.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. FC Oberlausitz Neugersdorf

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Der Weg ins Halbfinale für den FC Oberlausitz Neugersdorf

  • Erste Runde: Freilos
  • Zweite Runde: SV See 90 vs. FC Oberlausitz Neugersdorf 2:3
  • Dritte Runde: Bischofswerdaer FC vs. FC Oberlausitz Neugersdorf 0:2
  • Achtelfinale: Germania Mittweida vs. FC Oberlausitz Neugersdorf 0:4
  • Viertelfinale: Budissa Bautzen vs. FC Oberlausitz Neugersdorf 0:1

Der Weg ins Halbfinale für RB Leipzig

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Pressekonferenz ein Tag vor dem Spiel von RB Leipzig beim FC Oberlausitz Neugersdorf mit Alexander Zorniger und Fabio Coltorti.

10.47

Das war es dann von hier. Zorniger nimmt das Spiel in Neugersdorf tatsächlich sehr ernst und begreift es als wichtigen Ernstfall für die Spieler, die hinten dran stehen, um sich für die Schlussphase der Saison in Schuss zu bringen und zeigen zu können.

Interessant diese Sicht, die wohl dazu führen wird, dass man morgen tatsächlich eine relativ motivierte Mannschaft sehen wird, bei der vor allem die Frage ist, inwieweit sie als in Pflichtspielen uneingespielter Verbund ihr Pressing aufziehen und Dominanz ausüben können.

Man wird es sehen. Die, die das Glück haben, auch vor Ort. Viel Spaß denen, die das Glück haben hinzufahren. Und allen anderen viel Spaß mit Ticker und Co. In diesem Sinne weiterhin eine schöne Woche.

10.38

Ticketinfo noch: Fürs Darmstadt-Spiel schon 10.000 Tickets weg. Ungefähr: 3.000 Dauerkarten, 1.000 Gästetickets, 6.000 im freien Verkauf.

10.37

Alexander Zorniger: “Werden stark durchrotieren. Kaum ein Spieler vom letzten Samstag wird auf dem Platz stehen. Hat aber nichts damit zu tun, wie ich das Spiel sehe. Jeder Spieler im Kader hat die Qualität, in der dritten Liga zu bestehen. Müssen das als Mannschaft lösen. Und die Einzelspieler müssen dokumentieren, dass sie da sind.” Alle sollen zeigen, dass sie Ausfälle ersetzen können.

Neugersdorf praktisch die selbe Mannschaft wie letztes Jahr. Viele gute Individualisten. “Wird sicherlich hochinteressant. Hab sehr hohe Erwartungen an unsere Leistung. Wird interessant zu sehen, wie Spieler zusammen spielen, die sonst nicht regelmäßig zusammenspielen, wer da vorne weg geht und sich wie präsentiert.”

Zu Hause bleiben – Stand jetzt – Kaiser, Poulsen und Frahn.

Rückkehr von Coltorti: “Lebt diese Mannschaft. Ist einer der Spieler, die eine extreme Bedeutung haben. Ein absoluter Leader. Und jetzt kommt es darauf an, diese Fähigkeit, eine Mannschaft zu führen und mit Widrigkeiten umzugehen, auf dem Platz zu haben.”

Neugersdorf mit schnellen Außenbahnspielern. Auf das Umschaltverhalten muss man aufpassen. Nicht in Eins-gegen-Eins-Situationen aufreiben. Erfahrene Mannschaft wartet nur auf solche Situationen. “Müssen als Kollektiv funktionieren.”

Morys ist weiter verletzt. Fällt aus. Fürs Wochenende ist es noch unklar.

Wenn Sachsenpokal nicht gewesen wäre, hätte man vielleicht sogar ein Testspiel ausgemacht. Um Coltorti und andere Spieler mit wenigen Einsätzen zu belasten. Von daher ist die Neugersdorf-Partie perfekt, um Wettkampfhärte zu kriegen. Es wird in der Endphase der Saison noch so sein, dass Spieler von der Bank eine wichtige Rolle spielen. Und für die ist die Partie. Ob ein mögliches Endspiel gegen Chemnitz im Saisonfinale dann stört, sei im Moment egal.

Zu Benjamin Bellot: Baustelle für ihn sei “bedingungslose Souveränität” und Präsenz. Tor wie gegen Chemnitz werde ihm nicht mehr passieren. Eher werde er das nächste Mal Hoheneder mit wehtun, als sich so einen  Ball einschenken zu lassen. Insgesamt zufrieden: “Besser kann man so eine Phase nicht nutzen wie Benny.”

Elfmeterschießen habe man nicht extra trainiert. Selbstvertrauen und Überzeugung sei wichtig. “Bin überzeugt, dass wir die Qualität habe, in 90 Minuten zu bestehen. Habe aber Riesenrespekt vor Neugersdorf.”

10.19

Fabio Coltorti: “Verletzungszeit war hart. Auch weil ich erst auf sechs, sieben Wochen eingestellt war. Jetzt sind es über vier Monate. Meine erste schwere Verletzung. Viele Downs. Bin jetzt froh, hier zu sitzen und morgen das RB-Trikot wieder anzuziehen und auf dem Platz zustehen. Wie Weihnachten für ein kleines Kind.”

Kleiner Vorteil, dass man erst nur von sechs, sieben Wochen ausging, weil es sich so nicht wie vier Monate anfühlte. Zwischendurch ja schon wieder im Training gestanden, bevor die OP kam. Aber die Rückschläge im Verletzungsverlauf waren auch bitter. “Hatte ein super Team um mich, das mich unterstützt hat.” “Freue mich riesig auf das Pflichtspiel.”

“Viele Gespräche mit dem Mentaltrainer.” Schon als junger Spieler mit Sportpsychologen zusammengearbeitet. Diese Werkzeuge haben geholfen. “Zeit gehabt nachzudenken, zurück und nach vorn zu schauen und mir über die Ziele klar zu werden, die ich mit RB erreichen will.”

“Leben besteht nicht nur aus Fußball.” “Verletzungen wollen dir etwas sagen. Hatte Glück, nie lange verletzt zu sein. Werde es jetzt intensiver zu schätzen, morgen wieder auf dem Platz stehen zu können. Das sind Erfahrungen, die einen weiterbringen.”

Familie war öfters da als sonst. Familiensituation mit der Distanz (Familie wohnt in Spanien) ist kompliziert, “aber das habe ich mir ausgesucht und ich habe den Support meiner Familie immer gespürt.”

“Will das Gefühl eines Pflichtspielsiegs spüren. Spiel wird eine Herausforderung für uns. Versuchen das Spiel dominanter zu gestalten als im letzten Jahr und nach 90 Minuten als Sieger vom Platz zu gehen.”

Benjamin Bellot habe seine Sache super gemacht. “Bin froh, weil wir sind alle Mitglied von RB. Habe mich gefreut, dass er seine Leistung bringen konnte und sich und dem Team helfen konnte.”

“Verspüre keinen Druck. Spüre die Unterstützung von Trainer und Mannschaft. Sehe mich auch in Zukunft im RB-Tor.”

BVB-Spiel ist natürlich Thema. “Wenn ich fit bin will ich auch spielen. Und ich war schon beim Spiel gegen Chemnitz fit.” Aber Verletzung hat gelehrt, dass man nur von Tag zu Tag schauen kann.

10.05

Dauert hier noch ein bisschen. Eine Verdi-Streik-Demo verhindert die pünktliche Anreise einiger Journalisten..

10.00

Aber egal, die Hauptrolle heute geht an Fabio Coltorti, der endlich wieder fit ist und in Neugersdorf wohl die meistbeobachtete Person sein wird. Was wohl los wäre in den Weiten der sozialen Medien, würde Coltorti bei seinem Comeback einen Patzer einbauen..

09.55

Also, ich sag mal so. Ich freue mich auf das Spiel, aber angesichts des geringen sportlichen Werts und der unklaren Auswirkungen auf den sportlichen Output am kommenden Liga-Wochenende ist es auch ein wenig ein Spiel zur Unzeit. Wenn man mit Neuer nach dem Spiel sagt, dass die Hauptsache war, dass sich niemand verletzt hat, kann man wohl schon rundum zufrieden sein.

09.51

Erstaunlich, dass man vor diesem Spiel noch eine Pressekonferenz macht. Das Medieninteresse dürfte (auch angesichts der für einige frühen Uhrzeit) überschaubar bleiben. Bis jetzt ist es zumindest ziemlich leer.

09.47

So, dann also Sachsenpokal. Mitten in der heißen Saisonphase eine kleine Klassenfahrt nach Ostsachsen. Die Tour nach Salzburg vor dem Unterhaching-Spiel war nicht so der Bringer. Mal sehen, wie das mit diesem Pflichtausflug nach Neugersdorf und den Auswirkungen auf das BVB-Spiel am Sonntag wird.

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2 Gedanken zu „Coltorti is back“

  1. Warum insgesamt 4 Stunden Fahrzeit investieren, wenn es doch ein wertloser Kick ist?
    1.) unser Team spielt, daher egal worum es geht
    2.) nette Gastgeber, mit ländlicher Idylle
    3.) Pokalspiel, Überraschungen möglich, aber nicht erwünscht
    4.) Fußballkumpels treffen
    5.) der besondere Beifahrer, mehr wird nicht verraten;-)

    Die anderen 50 Gründe kennt Ihr selbst.^^

  2. Ich sags ja, Coltorti bringt Unglück 😉

    nur Spaß … war aber wirklich ein echter Grottenkick seitens der roten Bullen … bin mal gespannt ob das auch nochmal Einfluß und Auswirkungen auf die Personalplanungen für die nächste Saison hat … der zweite Anzug paßt nicht wirklich.

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