30.Spieltag – 3.Liga 2013/2014

Spieltag Nummer 30 steht an. Wäre dies die Regionalliga Nordost und nicht die dritte Liga, wäre das schon der letzte Spieltag. Glücklicherweise ist es nicht die Regionalliga Nordost und so warten noch ein paar spannende Wochen. Im Aufstiegskampf und im Abstiegskampf.

Diese beiden Kämpfe werden am Drittligawochenende quasi direkt zusammengeführt. Denn die ersten drei Mannschaften der Liga treffen auf die letzten drei Mannschaften der Liga. Das klingt sportlich nach klaren Geschichten, aber genau darin liegt dann wohl auch das Problem. Denn für Teams wie Saarbrücken gibt es nur noch Endspiele, sodass sie auch in Darmstadt dringend Punkte brauchen und holen wollen. Entsprechend keine einfache Sache für den Favoriten. Gilt analog auch für die anderen beiden Paarungen.

Die Fernsehsender schlagen am Wochenende auch voll zu. Live übertragen werden gleich sechs der zehn Partien. Aus den unteren Tabellenregionen ist sicherlich Elversberg gegen Kiel recht interessant und wichtig. Aus den oberen Regionen interessieren sicherlich die Spiele von Darmstadt und Leipzig und damit das Fernduell um Platz 2 am meisten. Spitzenreiter Heidenheim ist dagegen nicht live zu sehen. (Livestream-Links am Ende des Beitrags).

Borussia Dortmund II (37 Punkte) – Stuttgarter Kickers (40 Punkte): Die Stuttgarter Kickers waren rund um den Jahreswechsel lange das heißeste Team der Liga. In den letzten vier Spielen gewann man allerdings nur einmal und verlor letzte Woche deutlich mit 0:3 gegen Chemnitz. Dortmund mit drei Siegen aus den letzten fünf Spielen, durch die man sich im Abstiegskampf ein kleines Polster verschaffte und der Hop-oder-Top-Nummer: entweder Sieg ohne Gegentor oder Niederlage ohne eigenes Tor. Spiel ohne klaren Favoriten. – 2

VfB Stuttgart II (34 Punkte) – SV Wehen Wiesbaden (42 Punkte): Wenn der VfB Stuttgart II so weitermacht, findet er sich schnell mal in der Regionalliga wieder. Nur zwei Punkte aus den letzten sechs Spielen ließen den Vorsprung auf einen Abstiegsplatz auf zwei Punkte zusammenschmelzen. Wehen Wiesbaden mit 11 Punkten aus acht Spielen in 2014 weiterhin wechselhaft. Zuletzt aber mit einem guten Spiel und klarem 3:0 gegen Elversberg. Mit dem Abstieg haben die Hessen nichts mehr zu tun. Ziel könnte noch Platz vier in der Tabelle und die direkte Qualifikation für den DFB-Pokal sein. Im Duell zweier Mannschaften, deren Fokus auf dem Spiel mit dem Ball liegt, kann es in Stuttgart zumindest schon mal unterhaltsam werden. – 1

FC Hansa Rostock (43 Punkte) – MSV Duisburg (38 Punkte): Klar, die Gegner waren mit Osnabrück, Heidenheim, Darmstadt und auch Chemnitz nicht einfach, aber noch kein Heimsieg in 2014 ist für Hansa eine echte Enttäuschung. Letztlich hat man den Aufstieg vor eigenem Publikum verspielt, denn während man auswärts auf Augenhöhe mit Leipzig und Darmstadt punktet, hat Rostock zu Hause nur fünf von 14 Spielen gewonnen und bescheidene 19 Punkte geholt. Mit Duisburg kommt ein Team, bei dem endgültig schlechte Laune ausgebrochen ist. Körperliche Auseinandersetzungen auf den Rängen, Gegenwind für Trainer Baumann von den Fans. Zwei Punkte aus den letzten vier Spielen ließen ein Fass überlaufen, das sich über einen längeren Zeitraum schon anfüllte. Fakt ist, dass Duisburg auch in der Rückrunde mit einem sehr gut besetzten Kader keine gute Entwicklung nimmt und als graue Maus (9 Siege, 11 Unentschieden, 9 Niederlagen) durch die Liga schwimmt. Ein Spiel zweier enttäuschter Mannschaften. Und am wahrscheinlichsten ist, dass keiner nach dem Spiel sonderlich zufrieden ist. – 0

SV Darmstadt 98 (53 Punkte) – 1. FC Saarbrücken (25 Punkte): Dritter gegen Letzter. Klingt nach einer klaren Sache. Um dem damit verbundenen Schlendrian vorzubeugen, warnt man in Darmstadt vor dem schwersten Spiel der Saison. Ganz so schlimm wird es wohl nicht, Fakt ist aber, dass die sehr gut besetzten Saarbrücker eine kleine Wundertüte sind. Klar, im Normalfall funktioniert ihr Kader nicht, aber wenn sich die individuelle Klasse in einem Spiel mal zu einem Gesamtbild zusammensetzt, können sie auch in Darmstadt gewinnen. Wobei das natürlich enorm schwer ist, denn Darmstadt verlor zuletzt Ende November in Erfurt. Seitdem gewann man acht der 12 folgenden Spiele und holte 28 Punkte. Darmstadt ist in Sachen Konstanz in den letzten Wochen überragend, holt große Siege wie den in Rostock und punktet auch an schlechten Tagen wie in Chemnitz. Klarer Favorit gegen Saarbrücken, aber kleine Fragezeichen bleiben wegen den Gästen und deren nicht zum Tabellenplatz passenden Kader trotzdem. – 0

SV 07 Elversberg (35 Punkte) – Holstein Kiel (33 Punkte): Wichtiges Duell im Abstiegskampf für beide Aufsteiger. Elversberg könnte sich mit einem Sieg schon fast retten bzw. zumindest einen sehr großen Schritt zum Klassenerhalt machen. Dabei können die Gastgeber auf ihre Heimstäre vertrauen. In 2014 holte man aus vier Spielen an der Kaiserlinde zehn Punkte, während auswärts noch die Null steht. Insgesamt sieben Siege aus 15 Heimspielen bisher sprechen für Elversberg. Kiel auf der anderen Seite auswärts mit nur vier Niederlagen (drittbester Ligawert; eine weniger als RB, genauso viele wie Darmstadt) und einer gewissen Stärke, die sich wegen vieler Unentschieden nicht in Punkten niederschlägt. Eine Niederlage wäre für Kiel ein erheblicher Rückschlag im Kampf gegen den Abstieg. Drei Spiele ohne Niederlage zuletzt lassen die Norddeutschen zumindest hoffen, dass sie auch im Saarland gute Chancen haben. – 1

VfL Osnabrück (43 Punkte) – FC Rot-Weiß Erfurt (39 Punkte): Wenn man so will ein direktes Duell um Platz 4, den Osnabrück für den DFB-Pokal braucht, weil sie schon aus dem Landespokal raus sind und Erfurt eventuell braucht, wenn sie den Landespokal nicht holen. Osnabrück mit drei überzeugenden Heimspielen in Folge. Erfurts letzter Auswärtssieg datiert noch aus 2013. Gegen kompakte Erfurter könnten sich die Gastgeber mit ihrem überschaubaren Spiel mit dem Ball etwas schwer tun. Nach dem emotionalen Höhepunkt mit negativem Ende in Leipzig könnte bei den Hausherren zudem in Sachen aggressivem Spiel ein wenig die Luft heraus sein. Wenn sie allerdings eine Trotzreaktion zeigen, wird es für Erfurt schwer. – 1

SpVgg Unterhaching (32 Punkte) – RB Leipzig (58 Punkte): Drittletzter gegen Zweiter. Auch hier sind wie in Darmstadt die Vorraussetzungen klar. Auch hier gibt es kleine Fragezeichen, die vor allem aus der Neuverpflichtung von Christian Ziege als Trainer bei den Bayern resultieren. Im Detail wie immer im Vorbericht. – 2

1. FC Heidenheim (62 Punkte) – SV Wacker Burghausen (28 Punkte): Das dritte, scheinbar ungleiche Duell. Tabellenführer gegen Vorletzter. Burghausen seit der Winterpause mit 11 Punkten aus acht Spielen durchaus respektabel. Gleichzeitig ist es aber auch zu wenig, um sich an den Nichtabstiegsplätzen wirklich festzubeißen. Fünf Punkte fehlen weiterhin auf Kiel. Auch ’nur‘ 15 Punkte aus den acht Spielen in 2014 hat Heidenheim mitgenommen. Nur zwei Punkte aus den letzten drei Spielen sind ein veritable Ergebniskrise, zumal die Verfolger absolut beständig punkten. In Münster spielte Heidenheim dazu auch noch schlecht, sodass man langsam wieder in die Spur finden muss, wenn man den einst riesigen Vorsprung auf Platz 3 nicht noch komplett verspielen will. Burghausen klingt diesbezüglich als Aufbaugegner, angesichts der Konstellation, dass auch Burghausen jeden einzelnen Punkt braucht, wird es trotzdem nicht einfach (wie ja auch RB im ersten Spiel 2014 schon lernen musste). – 1

Jahn Regensburg (35 Punkte) – Preußen Münster (39 Punkte): Regensburg im absoluten Wellental. Aus den letzten fünf Spielen nur ein Punkt. Vorher aus fünf Spielen elf Punkte. Gegen Münster, die aus den letzten fünf Spielen elf Punkte holten, könnte man angesichts des Trends erwarten, dass sich die Negativserie fortsetzt. Was dann langsam zu aktuer Abstiegsangst führen würde, denn der Vorsprung nach unten ist fast aufgebraucht. Nur noch drei Punkte bleiben für die Mannschaft, die vor der Saison aus der zweiten Liga abgestiegen war. Ein direkter Durchmarsch in die Regionalliga wäre natürlich der Super-GAU für Regensburg, wo man sich in Zukunft mit neuem Stadion eigentlich mindestens auf hohem Drittliganiveau stabilisieren wollte. Regensburg zu Hause bisher nur mit drei Niederlagen, Münster auswärts mit ebensovielen Niederlagen ein Topteam. – 0

Chemnitzer FC (37 Punkte) – Hallescher FC (41 Punkte): Am Sonntag dann noch das Ostduell zwischen Chemnitz und Halle. Zwei Mannschaften, die aktuell top sind und mittelfristig beide nach der zweiten Liga schielen. Chemnitz hat sich mit drei Siegen hintereinander der Abstiegssorgen fast schon komplett entledigt. In Halle plant man nach überzeugenden 17 Punkten aus acht Spielen in 2014 eine weitere Drittligasaison und die Vertragsverlängerung von Coach Sven Köhler. Wenn der wirklich unterschreibt, muss die perspektivische Planung auch einen Aufstieg in die zweite Liga vorsehen, denn dort will Köhler schon seit längerem hin. Aktuell geht es allerdings für Halle fast nur noch um die Ehre und um Platz vier, für Chemnitz geht es noch um den letzten Schritt zum Klassenerhalt. – 1

PS: Tippquote bisher an 29 Spieltagen: 130 von 285.

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Livestreams – Anpfiff Samstag, 14 Uhr

  • Hansa Rostock vs. MSV Duisburg bei [broken Link]
  • Jahn Regensburg vs. Preußen Münster bei [broken Link]
  • SV Elversberg vs. Holstein Kiel bei sr-online.de [broken Link]
  • SV Darmstadt vs. 1.FC Saarbrücken bei hr-online.de [broken Link]
  • SpVgg Unterhaching vs. RB Leipzig bei br.de
  • Chemnitzer FC vs. Hallescher FC bei mdr.de [broken Link]

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2 Gedanken zu „30.Spieltag – 3.Liga 2013/2014“

  1. „Spieltag Nummer 30 steht an. Wäre dies die Regionalliga Nordost und nicht die dritte Liga, wäre das schon der letzte Spieltag.“

    Ganz ehrlich, ich wäre froh bzw. glücklich. Dann wäre der Aufstieg erfolgreich absolviert und er Blick voll auf die 2.(!) Bundesliga gerichtet.

    Aber: Diese Spannung bis zum rechnerisch sicheren Abschluss ist doch auch das Salz in der Suppe.
    Dieses unvergessliche „Lottegefühl“ (so wie ich es gerne nenne) ist doch der Wahnsinn an sich 😉

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