Stimmungskiller

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig gegen den SV Wehen Wiesbaden (16.02.2014, 14.00 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger und Ralf Rangnick.]

Letzte Woche war das Duell Fünter gegen Zweiter, also Erfurt gegen RB Leipzig, für die Tabellensituation ziemlich wichtig. Und diese Woche wartet schon das nächste Duell Fünfter gegen Zweiter, diesmal nur umgedreht, sodass RB Leipzig gegen den neuen Fünften Wehen Wiesbaden zu Hause antreten darf. Tabellarisch ist es wohl das vielzitierte Sechs-Punkte-Spiel, denn nach dem Spieltag können zwischen Platz 2 und 5 je nach Verlauf drei bis neun Punkte liegen. Das Feld an der Spitze kann also ganz eng zusammenrutschen, aber es könnte sich auch ein Trio (Leipzig, Darmstadt, Rostock), das um die Plätze 2 und 3 streitet, leicht absetzen.

Angesichts der für die Gäste gar nicht ungünstigen Voraussetzungen erstaunt es, dass wohl – abgesehen von Saarbrücken – jene Mannschaft anreist, in deren Umfeld es im Saisonschnitt wohl die schlechteste Stimmung in der ganzen dritten Liga gibt. Das ging schon unter Trainer Peter Vollmann los, unter dem Wehen Wiesbaden ergebnistechnisch sehr gut in die Saison startete, sich anschließend aber mit den Ergebnissen so lange an den Leistungen auf dem Platz orientierte, bis Vollmann weg war.

Anschließend kam mit Marc Kienle ein neuer Trainer, unter dem keine wesentliche Änderung im spielerischen Auftreten eintrat, man aber auch immer gut genug punktete, um im Schneckenrennen dritte Liga halbwegs an der Spitze dranzubleiben. Nach der Winterpause holte man sich eine depremierende 0:3-Klatsche gegen Halle und die ersten Forderungen im Umfeld nach einer Kienle-Ablösung ab. Zwei (nur partiell überzeugende) Siege später ist Wiesbaden weiterhin kein Gute-Laune-Land. Keine 2.000 Besucher, Saisonminusrekord, beim letzten Heimspiel gegen Burghausen zeugen davon. Diverse Stadionverbote, die zur Ausdünnung des aktiven Teils der Fankurve führten, tun ihr übriges.

Wenn man also die Stimmung rund um den SV Wehen Wiesbaden als Maßstab nimmt, dann könnte man denken, dass man einen Verein vor sich hat, der überraschend gegen den Abstieg kämpft. Also irgendwas wie Chemnitz oder Münster, die ihre sportlichen Bilanzen wohl sofort gegen die teils errumpelten Punkte der Hessen eintauschen würden. Aber tatsächlich ist der SV Wehen Wiesbaden wohl eine der drittligaerfahrensten Mannschaften der Liga, eine Mannschaft mit vielen robusten Einzelspielern, einigen Jungs, die auch passabel Fußball spielen können und einem Stürmer José Pierre Vunguidica, der in seiner Vielseitigkeit wohl einer der besten Stürmer der Liga ist.

Der SV Wehen Wiesbaden könnte von seinem Kader her so etwas wie der 1.FC Heidenheim light sein und hat auf jeden Fall das Potenzial bis zum Saisonende stabil zu punkten. Die Frage, die sich stellt, ist die, ob man ein wenig optimistischere und positivere, sprich auch antreibende und motivierende Stimmung entfachen kann. Also ungefähr das Gegenteil von dem, was man jetzt hat.

Dass der SV Wehen Wiesbaden noch in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen und nur drei Punkte hinter Relegationsrang 3 liegt, ist angesichts des Saisonverlaufs tatsächlich erstaunlich. Das letzte Mal, dass man vor den letzten zwei Siegen zweimal hintereinander gewonnen hatte, war noch unter Vollmann tief in der Hinrunde, als man in Burghausen und anschließend im Hinspiel gegen RB Leipzig siegreich blieb. In den nächsten 16 Spielen gelangen dann nur noch drei Siege bei sieben Niederlagen und sechs Unentschieden. 15 von 48 möglichen Punkten, nicht mal ein Punkt pro Spiel, viel weniger geht für ein Team aus der vorderen Tabellenhälfte nicht.

Die Bilanz unter Neu-Coach Marc Kienle war bis zum 22.Spieltag nur unwesentlich besser. Neun Punkte aus acht Spielen, erst die jüngsten beiden Siege deuten eine Trendwende in Sachen Punkte an. Wobei man beim 1:0 in Münster zwar defensiv sicher stand, aber letztlich nur durch ein spätes Traumtor gewann. Und auch das 2:1 gegen Burghausen war alles in allem von souverän ein ganzes Stück entfernt. Aber gut, gegen Burghausen sind schon andere Spitzenteams zu Hause gescheitert..

Wenn sich der erst 41jährige Marc Kienle, der vor seiner Zeit beim SV Wehen Wiesbaden ausschließlich im Nachwuchsbereich tätig und unter anderem beim VfB eine Zeit lang Chef der aktuellen Leipziger Nachuchsleiter Schrof und Albeck war, treu geblieben ist, dann steht er vor allem für eine gepflegtes Spiel mit dem Ball. „Eine VfB-Mannschaft wird nie mit langen Bällen operieren, dann nachrücken und darauf hoffen, den Ball wieder zu erobern.“, äußerte Kienle vor reichlich zwei Jahren mal in einem Interview mit dem in Sachen Stuttgarter Fußball Vorzeigeportal Kick-S [broken Link]. Quasi das Gegenkonzept zu dem, was RB Leipzig mit seinem auf Balleroberungen ausgelegten Spiel gelegentlich so auf den Platz bringt.

Vermutlich wird entsprechend das 1:0 der Hessen aus der Partie gegen Burghausen den Vorstellungen des Übungsleiters sehr nahe gekommen sein, ein blitzsauber aus der eigenen Hälfte über die Flügel herauskombiniertes Tor, bei dem Tobias Jänicke den Ball am Ende nur noch über die Linie drücken musste. Letztlich ist nur fraglich, ob man mit einer solchen Spielphilosophie in der aggressiv-robusten dritten Liga auch dauerhaft erfolgreich Fußball spielen kann. Gerade gegen Teams wie RB Leipzig bringt Ballbesitz auch immer die Gefahr mit sich, den Ball an Stellen zu verlieren, an denen es schnell gefährlich wird. Das 0:3 gegen Halle dient da vielleicht als warnendes Beispiel.

Eine weitere Stärke der kommenden Gäste von RB Leipzig dürfte aus der Robustheit und Physis der Hessen resultieren, die ihnen in Sachen Standards weiterhelfen dürfte. Defensiv und offensiv. In schlechter Erinnerung dürfte da das 0:2 aus RB-Sicht im Hinspiel sein, als Jovan Vidovic schlecht verteidigt eine ewig in der Luft befindliche Halbfeldflanke im Tor unterbringt. Zumindest die Gefahr, dass Vidovic dies wiederholt ist gering, denn unter Kienle sitzt der Innenverteidiger meist nur auf der Bank. Auch ein Einsatz des zweiten Torschützen aus dem Hinspiel, des Spielmachers Nils-Ole Book ist unwahrscheinlich, da er nach Verletzung wohl noch nicht final fit ist.

Insgesamt hat sich das Gesicht des Vereins aber im Vergleich zum Hinspiel kaum verändert. Im Tor steht weiterhin der erfahrene (177 Drittligaspiele) Michael Gurski. Vor ihm werden in der Innenverteidigung mit Kapitän Nico Herzig (der im Hinspiel gesperrt fehlte) (182 Zweit- und Drittligaspiele, 46 Bundesligaeinsätze) und Michael Wiemann (167 Zweit- und Drittligaspiele) zwei ordentliche Kanten stehen.

Links wird Julian Grupp verteidigen, der gegen Burghausen zum ersten Mal in der dritten Liga ein Tor vorbereitete. Der 22jährige hat offenbar auch die Freiburger Leihgabe Denis Perger, ehemaliger slowenischer Nachwuchsnationalspieler, verdrängt. Der 20jährige Perger, der im Hinspiel von Daniel Frahn rotwürdig an der Seitenlinie umgesenst wurde und ein paar Spiele später, just ein Spiel vor Kienles Amtsantritt eher fragwürdig selbst in Heidenheim mit rot vom Platz flog, äußerte sich kürzlich in einem Podcast nicht nur erstaunt über diese beiden Aktionen, sondern auch eher unzufrieden mit seiner Situation in Wiesbaden. Dass er seit der Rückrunde noch nicht mal eine Minute auf dem Platz stand und unter Kienle insgesamt nur auf 19 Minuten kommt, dürfte die Laune des ehemaligen Stammspielers unter Vollmann nicht wesentlich verbessern. Rechts hinten wird die Viererkette von Maximilian Ahlschwede ergänzt, der im Hinspiel noch verletzt fehlte.

In der Mittelfeldzentrale vergeben sich die Plätze seit Nils-Ole Books Ausfall fast von selbst. Die Doppelsechs bilden der im Winter aus Karlsruhe gekommene Kienle-Wunschspieler Steffen Haas (148 Zweit- und Drittligaspiele) und Marcus Mann (128 Drittligaspiele), so sie gesund sind. Davor spielt offensiv der sonst auch eher als Sechser  agierende Robert Müller, der mit mehr als 200 Zweit- und Drittligaspielen zu den erfahrenen Spielern im Team gehört, auf der Book-Position. Die Mittelfeldzentrale ist nicht unbedingt das Herzstück des Teams, aber ein solides Trio, das unangenehm zu bespielen ist und für Kompaktheit im Mittelfeld sorgt.

Das nominelle Herzstück des Vereins ist die offensive Dreierreihe. Links agiert der optisch auffällige Dauerläufer und Kämpfer Alf Mintzel (169 Drittligaspiele), der mit sieben Torbeteiligungen in fünf Spielen famos in die Saison startete, sodass man schon dachte, der 32jährige würde im Herbst der Karriere noch mal einen Sprung machen. 16 folgende Spiele ohne Torbeteiligung lassen diese Interpretation aber inzwischen als sehr zweifelhaft erscheinen. Gegen Burghausen reichte es immerhin mal wieder zu einer Vorlage, allerdings auch ’nur‘ durch eine Ecke.

Rechts offensiv ist Tobias Jänicke (24 Jahre/ 141 Zweit- und Drittligaspiele) das Äquivalent zur Alf Mintzel. Das torgefährlichere Äquivalent wohlgemerkt, denn Jänicke hat bereits sieben Treffer erzielen können, sechs davon zu Ausgleich oder Führung. Nimmt man noch seine drei Vorlagen dazu, ist Jänicke, der 2010 mal bei RB auf dem Wunschzettel gestanden haben soll, der torgefährlichste Mittelfeldspieler seines Teams. Der sich packende Duelle mit Sebastian Heidinger liefern könnte.

Bliebe noch José Pierre Vunguidica im Sturm. Dessen Einsatz noch nicht ganz sicher ist. Der aber so etwas wie das wichtigste Puzzlestück im Team ist, allerdings unter Kienle wegen Verletzungen auch noch keine dreimal am Stück auf dem Platz stand. Vunguidica ist vielleicht der kompletteste Stürmer der dritten Liga. Einer der sowohl Ballsicherer, Eins-gegen-Eins-Dribbler, Vorlagengeber (5 Assists) und auch Torschütze (6 Tore) sein kann. Ein Stürmer, der in guter Form vermutlich eher in die zweite Liga gehört als in die dritte. Ob er in Form ist, muss man nach vielen Verletzungen in den letzten Wochen allerdings erst mal abwarten. Da eine wichtige Komponente seines Spiels die Physis ist, können da die vielen Ausfallzeiten auch ihre Spuren hinterlassen haben.

Insgesamt hat der SV Wehen Wiesbaden in der ersten Elf unheimlich viel Routine und viele unangenehme (Gegen-)Spieler. Vom angedachten Rückgriff und verstärkten Einbau von Nachwuchstalenten ist insgesamt wenig zu spüren. Lediglich ein Spieler der avisierten Startformation gegen RB Leipzig ist jünger als 24 Jahre. Das Durchschnittsalter dieser Startformation läge bei 27 Jahren. Bei RB Leipzig wird man je nach Aufstellung wohl irgendwo zwischen 23 und 24 Jahren liegen.

Nicht direkt mit dem Alter zusammenhängend sind die Vorteile von RB Leipzig in Sachen Geschwindigkeit auf dem Platz. Ein Faktor, von dem man schon im Hinspiel hoffte, dass er für die RasenBallsportler sprechen könnte, der aber letztlich keiner wurde, weil die Gastgeber genau dies recht gut verteidigten. Aber auch für das Rückspiel gilt, dass Ballgewinne und schnelles Umschalten für den SV Wehen Wiesbaden gegen Spieler wie Poulsen oder auch Morys unheimlich unangenehm zu verteidigen sind.

Wie RB Leipzig auflaufen wird, ist angesichts des unübersichtlich gewordenen Verletztenstandes noch ein wenig ungewiss. Coltorti, Domaschke, Ernst und Müller fallen längerfristig aus. Federico Palacios Martinez muss mindestens zwei Wochen passen. Mikko Sumusalo dürfte nach Aufbautraining auch noch lange nicht bereits sein für seinen ersten Einsatz nach seinem Wechsel nach Leipzig. Fabian Franke ist aktuell für Sonntag unsicher. Tobias Willers fehlt wegen einer roten Karte aus dem Erfurt-Spiel. Lediglich Anthony Jung dürfte nach seinem krankheitsbedingten Aussetzen in den letzten zwei Wochen zumindest eine Option für die Bank sein. Bis zu neun Ausfälle in einem 25er-Kader, das ist eine ziemlich olle Situation. Wobei RB Leipzig da mit seinem Riesenvorteil eines sehr tiefen Kaders wuchern kann. Denn die 11 Spieler, die am Sonntag gegen den SV Wehen Wiesbaden auf dem Platz stehen werden, wären wohl fast alle in fast allen Drittligateams gesetzt.

Die zentrale Frage bei der Kaderbesetzung dürfte sich um Fabian Franke drehen. Kann er nicht auflaufen, würde Tim Sebastian in die Innenverteidigung rutschen und könnte demnach auch nicht die Ernst-Vertretung auf der Sechs spielen. Wodurch wohl Demme auf die Sechs rutscht und dann entweder Kaiser wieder von der Zehn auf eine der Achterpositionen rutscht und entsprechend das System wieder zu einem 4-3-3 wird oder Fandrich ins Team kommt und auf der Acht spielt, sodass Kaiser auf der Zehn und das Spielsystem ein 4-3-1-2 bleibt. Darf man für eine völlig offene Frage halten. Für Fandrich spricht, dass ihn Zorniger eigentlich nach der Winterpause gelobt hatte und Kaiser auf der sehr gut zu ihm passenden Zehn bleiben könnte. Für den Wechsel zum 4-3-3 spricht, dass Wehen Wiesbaden für Geschwindigkeit anfällig sein dürfte. Eine zweite schnelle Offensivwaffe neben Poulsen könnte da gut passen.

Wenig spektakulär dürfte es zugehen, wenn Fabian Franke auflaufen kann, denn dann dürfte sich wohl im Vergleich zur Vorwoche taktisch nichts ändern. Franke wäre Innenverteidiger neben Hoheneder. Sebastian würde 1:1 die Sechser-Position von Ernst übernehmen. Und Kaiser könnte auf der Zehn bleiben. Vermutlich aktuell die bestmögliche Aufstellung.

  • RB Leipzig: Bellot – Teigl, Hoheneder, Franke (Sebastian), Heidinger – Demme, Sebastian (Fandrich), Kimmich – Kaiser – Poulsen, Frahn
  • SV Wehen Wiesbaden: Gurski – Ahlschwede, Wiemann, Herzig, Grupp – Mann, Mann – Jänicke, Müller, Mintzel – Vunguidica (Schnellbacher)

Unter besonderer Beobachtung wird in diesem Spiel auf RB-Seite wohl der dritte Torwart Benjamin Bellot stehen, der im fünften Jahr bei RB Leipzig der einzige Spieler des aktuellen Kaders ist, der seit den ersten Stunden des Vereins dabei ist und nun wegen der Ausfälle von Coltorti und Domaschke zu seinem vierten Ligaspiel von Beginn an kommen wird. Letztes Jahr sah er in Cottbus nicht ganz glücklich aus, im anschließenden Spiel gegen Lok schon viel sicherer. Gegen Wehen Wiesbaden wird es vor allem darauf ankommen, wie er seine sicherlich vorhandene Aufregung meistert und ob er ohne Unsicherheiten beim Verlassen der Linie auskommt. So wie die Rückrunde gerade im Torwartbereicht aktuell läuft, wäre aber eine Herausstellung wegen Notbremse mit anschließender dreiwöchiger Sperre das wahrscheinlichste Szenario..

Insgesamt sollte RB Leipzig zumindest als leichter Favorit in dieses Spiel gehen. Tabellensituation und sportliche Leistungen in dieser Saison lassen trotz der zweifellos vorhandenen individuellen und mannschaftlichen Klasse bei den Gästen gar keinen anderen Schluss zu. Letztlich wird es wohl darauf ankommen, wie Teigl und Heidinger mit Hilfe der Kollegen die Außenbahnen gegen Mintzel und Jänicke verteidigen und ob man im Mittelfeld dominant auftreten kann, um durch Ballgewinne den in Normalformation kompakten Verbund der Gäste in Verlegenheit stürzen zu können.

Fazit: Zwei gegen Fünf. Am 25. von insgesamt 38 Spieltagen. Es gibt im Saisonverlauf sicherlich unwichtigere Spiele als dieses, das der Tabelle schon ein etwas klareres Aussehen verpassen könnte. Angesichts der vielen Ausfälle ist das Spiel für RB Leipzig eine echte Herausforderung. Angesichts der starken Bank ist das Jammern über die Ausfälle aber auch Jammern auf sehr hohem Niveau. Ein Sieg jedenfalls würde die drei Punkte aus dem Erfurt-Spiel veredeln und eine perfekte Ausgangsposition für das letzte Saisondrittel bringen. Und gleichzeitig ein Killer für eventuell aufkeimende, positive Stimmung beim SV Wehen Wiesbaden sein.

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen den SV Wehen Wiesbaden nicht vor Ort verfolgen kann und am 16.02.2014, ab 14.00 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und das Fanradio. Einen Livestream von der Partie wird es nicht geben.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. SV Wehen Wiesbaden

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig gegen den SV Wehen Wiesbaden mit Alexander Zorniger und Ralf Rangnick.

13.49

Das war es schon von der Pressekonferenz. Das Internet Mein Computer hier heute eine Katastrophe. Jedes Wort geht einzeln durch die Datenleitungen. Sorry für die Verzögerungen bei den Liveupdates. Hauptthema waren die Ausfälle. Zu den bekannten Coltorti, Domaschke,Willers, Sumsualo, Müller, Ernst kommen auch noch Palacios Martinez und eventuell auch Teigl dazu. Franke und Jung dagegen werden wohl dabei sei. Man wird aber eine gut besetzte Mannschaft auf den Platz bringen, die gewinnen will.

Rangnick in Bezug auf die Lizenz ganz entspannt. Und bestätigt das, was man schon ahnte, dass man im Hintergrund mit den Verbänden an Lösungen arbeitet und welche finden wird.

In diesem Sinn kann man sich ja am Sonntag in Ruhe dem Sport widmen. Viel Spaß dabei und macht was draus..

11.18

Rangnick: „Lizenz ist für mich kein Thema, weil ich weiß wie wir intern aufgestellt sind und weiß, wie wir damit umgehen, was wir noch zu lösen haben.“ In der Bundesliga sehe man, dass Tradition nicht heißt, dass man Dinge professionell erledigt (spielt auf den HSV an). „Wird keine Lizenzprobleme geben. Klar, dass man bei einem neuen Verein Dinge lösen muss. Bin mir sicher, dass es Lösungen geben wird.“ Lizenzierung ist nicht Rangnicks Kernthema. Lässt sich immer wieder auf den Stand bringen, aber er vertraue in die Experten/ Juristen. Rauball habe aber natürlich Recht, dass man zuerst die sportlichen Voraussetzungen schaffen müsse.

Zorniger: Wenn nötig, könnte aus der U23 z.B. Paul Schinke dazukommen. Alex Sorge wäre eine mögliche Option. Sechser könnte auch Anthony Jung spielen. In der Offensive habe man eigentlich genügend Spieler. Smail Prevljak wäre von seinen Leistungen her da eine Option, hätte keine Spielberechtigung.

Torwartverpflichtung geht für die dritte Liga nicht. Für die U23 oder die Junioren könnte man noch einen Spieler holen, wenn die Ausfälle noch stärker werden.

Zorniger lässt durchblicken, dass er beim 4-3-1-2 bleibt.

Schäfer lässt durchblicken, dass Demmes Wadenkrampf in Erfurt nur gespielt war.

Intensität sei für Demme bei RB Leipzig wohl höher als in der zweiten Liga in Paderborn. In Training und Spiel.

Geplauder darüber, ob großer Laufaufwand zu schlechterer Chancenverwertung führt. Hält Zorniger für eine Mär.

Zorniger: „An Mikko werden wir noch viel Spaß haben. Georg Teigl ordentlich. Demme als wenn er schon ewig hier wäre. Palacios Martinez ist erst 18 und muss den Sprung in der Intensität verkraften. Gegen Burghausen hat er seine Qualitäten angedeutet. Mit ihm werden wir die Zukunft bestreiten.“

Rangnick zu Vertragsverlängerungen: „Haben noch genügend Zeit. Spieler und wir wissen, was wir aneinander haben. Gibt verschiedene Möglichkeiten, sich zu entscheiden.“ Hänge auch an Einsatzzeiten und an der Liga, in der man nächstes Jahr spielt. Bei Rockenbach habe sich gezeigt, dass es nicht immer sinnvoll ist, Verträge früh zu unterschreiben.

Die obligatorische Frage, ob Rangnick bei anderen Optionen (z.B. HSV) nachdenken würde. Antwort ist auch wie immer: Nein.

11.03

Alexander Zorniger zur Verletztenliste: „Die gute Nachricht, wir haben 16 fitte Feldspieler.“ „Coltorti ist im Soll. Domaschke sechs bis acht Wochen raus. Bredlow und Heine unterstützen Trainingsarbeit. Kerner kommt nächste Woche wieder. Mikko arbeitet mit dem Ball. Christian Müller wird in vier Wochen wieder operiert. Georg Teigl ist gestern aus dem Training rausgenommen worden, kommt aber morgen vielleicht wieder ins Mannschaftstraining. Bei Ernst ist neben dem Kreuzbandriss der Außenminiskus beschädigt. Federico fällt bis Ende nächster Woche aus.“ „Franke ist fit.“

„Sieg in Erfurt hat gut getan. Auch den Fans und der Mannschaft. Haben das sehr genossen, auch weil die Arbeit dadurch einfacher wird. Verletzungen bringen uns von unserem Weg nicht ab. Sind nicht auf Platz 14 und die Fanunterstützung tut uns gut.“

„In Wiesbaden haben wir nach langer Zeit das erste Mal verloren.“ Diverse gute Spieler. „Marc Kienle kenne ich schon länger. Freue mich darauf. Wehen Wiesbaden will Fußball spielen, sie können aber auch ekelhaft spielen wie in Münster. Ekelhaft heißt ein bisschen defensiver.“

Ralf Rangnick: „In Salzburg wie in Leipzig können wir nicht klagen. Stehen gut da. Sieg in Erfurt hat gut getan.“ Trotz aller Widrigkeiten habe man in Erfurt bestanden. Willers-Platzverweis sei „unglückliche rote Karte“ gewesen. Gegen Wehen Wiesbaden Chance, einen Konkurrenten, der nach oben schielt, auf Distanz zu halten.

Zorniger: Ob Sebastian auf der Sechs auflaufe, hänge auch davon ab, was auf den Außenverteidigerpositionen passiert. Scheint aber des Coaches präferierte Lösung zu sein. „Sebastian ein absoluter Musterprofi.“ Wenn man ihn braucht, sei er am absoluten „Leistungsmaximum“. „Tut mir leid um Ernst, der über Monate stabil gespielt hat und auch um Erik, aber wir haben gottseidank die Breite.“

Wenn Teigl ausfällt, wird wohl Jung kommen (und mit Heidinger die Seiten tauschen).

10.23

Reichlich 6.000 Tickets sind aktuell verkauft. Da diesmal erst Sonntag gespielt wird, kann man durchaus damit rechnen, dass die 10.000 doch noch geknackt wird. Wäre bei einem Spiel Zweiter gegen Fünfter in der dritten Liga durchaus angemessen.

10.22

So, dann gleich also die Pressekonferenz vor dem zweiten Heimspiel nach der Winterpause. An das erste denken wir lieber nicht zurück..

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6 Gedanken zu „Stimmungskiller“

  1. moin moin – kleiner Fehler im Script: du hast Hoheneder zweimal aufgestellt – ansonsten wie immer sehr schöne Aufbereitung des kommenden wichtigen Spiels 🙂

  2. Rotebrauseblogger und RB Leipzig – das muss bei diesen Kommentaren ja eine Erfolgsgeschichte bleiben bzw. noch unbedingt weiter ausgebaut werden!
    Ein paar Fragen wären doch meinerseits zu stellen: 1. Bei all den ausführlich geschilderten Taktikvarianten fällt mir allerdings nicht zum ersten Male auf, dass bei den Mittelfeldakteuren ständig nur von der Position einer „Sechs“ oder gar „Doppelsechs“ die Rede ist. Wiederholend hebe ich warnend einen Zeigefinger in die Höhe und meine, das erstere Zahl lediglich eine „neu-deutsche“ Bezeichnung für einen defensiven Mittelfeldspieler ist, der – bei einem erwartet starken Gegner – noch zu doppeln wäre! Mich verunsichert mein geglaubtes stabiles Wissen aus der eigenen aktiven Vergangenheit, dass man auch früher so variabel spielte, mit dem Unterschied, dazu „linker“ bzw. „rechter Läufer“ gesagt zu haben, die entweder defensive oder offensive Aufgaben bekamen. Komischerweise habe ich noch nie in gegenwärtigen Berichten von der Position einer „Fünf“ gelesen!! Mich nervt das einfach oder sehe ich das falsch?
    2. Bei den jeweiligen Pressekonferenzen vor- oder nach einem Spiel werden immer die genauen Minuten genannt, wann oder wer etwas sagt. Was passiert eigentlich dazwischen?
    3. Bei der letzten PK tauchte u.a. auch der Name Schäfer auf, der von der zuletzt guten schauspielerischen Leistung von Demme in Erfurt berichtete als dieser plötzlich von einem furchtbaren Krampf befallen wurde. Handelt es sich dabei um den mit einem unnormalen Outfit sich präsentierenden Teilnehmer der Kommentarrunde des MDR-Fernsehens im Erfurter „Steigerwaldstadion“? Welche Aufgabe hat denn dieser „Sonnyboy“ überhaupt bei RB?

  3. 1. Sprache ist ja immer etwas, was sich entwickelt. Von daher kann man mit der Zeit gehen, muss man aber sicher auch nicht. Nur wird es dann mit dem Verstandenwerden schwierig.

    2. Die Minuten bezeichnen nur den Zeitpunkt der Veröffentlichung.

    3. Guido Schäfer ist hiesiger LVZ-Redakteur, der sich hauptsächlich um RB Leipzig kümmert.

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