Kein ganz normales Spiel

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig gegen Hansa Rostock (23.11.2013, 14.00 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick, Alexander Zorniger, Tim Sebastian und Joshua Kimmich.]

Nachdem die Liga zuletzt eine Länderspielpause einlegte, die von vielen Drittligisten zu einem Landespokalwochenende genutzt wurde, geht es nun also in das letzte Viertel der Vorwinterpausenzeit. 16 Drittligaspiele haben RB Leipzig und Hansa Rostock bereits in den Knochen. Fünf folgen bis Weihnachten noch. Fünf Spiele, in denen es darum geht, sich eine gute Ausgangsposition für die Rückrunde zu sichern.

Für Hansa ist es – sieht man mal von Spielen der zweiten Mannschaft ab – das erste Spiel in Leipzig seit 1995, also seit beinahe 20 Jahren (damals ein Zweitligaspiel, das Hansa mit 1:0 beim VfB Leipzig gewann). Im Mittelpunkt stehen dabei vor dem Aufeinandertreffen zwischen RB und Rostock bisher Dinge abseits des grünen Rasens. 6.000 Tickets hat Hansa für die eigenen Fans geordert. Das Rieseninteresse zeigt sich zudem darin, dass auch der Rostocker Oberbürgermeister Roland Methling sich die Partie nicht entgehen lassen will. Eine ganze Stadt scheint zum Auswärtsspiel pilgern zu wollen.

Man kann also davon ausgehen, dass die Gästeanhänger das Spiel zu einem besonderen für ihr Team machen wollen und machen werden. Was erst einmal nett klingt, ist für die hiesige Polizei eine echte Herausforderung. Die dezentrale Anreise der Gästefans, die sich noch dazu ultraangeleitet zu einem Fanmarsch in Leipzig treffen und die ersten sieben Minuten der Begegnung aus Protest gegen RB den Fanblock leer lassen wollen, dazu aufgrund verschiedenster Erfahrungen aus der Vergangenheit eine Hochsicherheitspartie. Es gibt sicherlich diverse Redaktionen, die schon auf entsprechende, negative Schlagzeilen lauern. Mögen sie dies umsonst tun..

Mit Hansa Rostock kommt ein Mittelfeldverein der dritten Liga nach Leipzig. Wobei dies bei fünf Punkten Rückstand von Platz 11 auf Relegationsplatz 3 auch eher ein wenig aussagekräftiger Fakt ist. Nüchtern betrachtet startete Hansa mit 10 Punkten aus den ersten vier Spielen sehr gut in die Saison und gewann dabei unter anderem in Osnabrück. Die folgenden fünf Punkte aus den nächsten acht Spielen bei nur einem Sieg (gegen Regensburg) waren dann nah dran an katastrophal. Und justament als dann Coach Andreas Bergmann schon mehr als auf der Kippe stand und zwischenzeitlich schon fast als entlassen galt, berappelte sich das Team noch mal und holte zuletzt aus drei Spielen wieder sieben Punkte. Wobei das jüngste 1:1 gegen den Tabellenletzten Burghausen wieder eher als Enttäuschung durchging.

Enttäuschend vor allem auch, weil sich in diesem Spiel, wie in einigen anderen zuvor, die fehlenden spielerischen Lösungen in der Offensive zeigten. Grob gesagt spielt Hansa eine Art Pacult-System. Aus einem 4-4-2 heraus versucht man hochstehend den Ball zu eroberen und ihn dann schnell über die Flügel zu tragen, von wo aus die beiden Spitzen gesucht werden und das aufrückende Mittelfeld auf abprallende Bälle spekuliert. Das System funktioniert gut, wenn man die Ballgewinne bekommt und den Platz kriegt, die Geschwindigkeit auf den Flügeln auszuspielen. Hat man den Platz nicht, kommt auch mal gern ein wildes Gebolze heraus (wer sich noch an die Pacult-Zeiten und Spiele gegen defensiv gut orgainisierte Gegner erinnert, wird wissen, was gemeint ist).

Neben Flanken aller Art aus dem Spiel heraus liegt eine besondere Stärke der Hanseaten in Standards. Ob Ecken oder Freistöße, viele wichtige Tore erzielte Rostock aus dem ruhenden Ball heraus. Und wenn man durch solche Tore erst einmal in Führung gegangen war, bekam man auch die Möglichkeit, das angesprochene flügellastge 4-4-2 zielführender zu spielen und besser auszusehen.

Wobei ein Problem der Hanseaten darin besteht, dass man im Sturmzentrum nicht die übermäßige Qualität hat, die aus dem Spiel heraus entstehenden Möglichkeiten adäquat zu verwerten (so wie RB unter Pacult mit Daniel Frahn einen hatte). Nikolas Ioannidis, von Olympiakos Piräus ausgeliehener 19jähriger Grieche, ist mit vier Treffern bereits der beste Torschütze, stand aber trotzdem nur achtmal in der Startelf.

Mit Halil Savran folgt ein Stürmer, der in 14 Einsätzen drei Treffer erzielte, sich aber anschließend einen Bruch der Augenhöhle zuzog und die letzten zwei Spiele aussetzte. Gegen RB Leipzig will der 28jährige jedoch mit einer Gesichtsmaske auflaufen. Savran ist durchaus eine interessante Personalie. Zwischen 2006 und 2008 traf er für TeBe in 56 Oberligaspielen 45 mal. Anschließend wechselte er nach Dresden, wo er in zwei Drittligajahren auch jeweils zweistellig traf. Von da aus ging es zu Union Berlin und später nach Aue, wo er jeweils den Beweis der Zweitligatauglichkeit schuldig blieb. Sodass er vor dieser Saison den Schritt zurück in die dritte Liga wagte. Und in Rostock noch nicht zum entscheidenden Faktor wurde, aber sicherlich einer ist, den man unbedingt auf der Rechnung haben muss.

Auch eine interessante Personalie ist mit Mustafa Kucukovic, der unter der Woche mit Magen-Darm-Problemen ausfiel und für das Spiel gegen RB fraglich war, ein weiterer Stürmer. Der galt zu Beginn seiner Karriere als Riesentalent und feierte mit 17 beim HSV sein Bundesligadebüt. Zum ganz großen Durchbruch reichte es für den Stürmer, der als schwierig gilt, sich gegen diese Sicht jedoch unterstützt vom Hansa-Management wehrt, aber nie. Dass Hansa in fünf Jahre nun aber schon sein fünfter Verein ist und er nirgends länger glücklich wurde, verweist trotzdem ein wenig darauf, dass Durchsetzungskraft nicht seine ganz große Stärke ist. Vor seinem Engangement in Rostock war Kucukovic ein Jahr lang vereinslos, auch weil ihn Nierensteine und -entzündungen und entsprechende Operationen komplett aus dem Verkehr zogen. Hansa ist vermutlich seine letzte Chance, im höherklassigen Fußball noch mal Fuß zu fassen. Mit bisher lediglich einem Tor bei zugegenermaßen geringer Einsatzzeit bleibt jedenfalls noch Luft nach oben.

Komplettiert wird das durchaus illustre Sturmquartett von Johan Plat, der aktuell nach Verletzung um den Anschluss kämpft und zuletzt im Landespokal in Torgelow, wo Hansa mit einiger Mühe mit 3:0 gewann, erstmals wieder von Beginn an spielte (und traf). In der vergangenen Saison war Plat für Hansa in 33 Spielen zehn Mal erfolgreich. Eine Quote auf der man hätte aufbauen können. In der aktuellen Spielzeit steht in sieben Spielen allerdings erst ein Treffer für den technisch versierten 26jährigen zu Buche. Trotzdem dürfte er sich einige Chancen ausrechnen, in Leipzig aufzulaufen, denn in körperlichem Topzustand gehört er sicherlich zu den heißen Startelf-Kandidaten.

Der Kader von Hansa bietet im Sturm also eine interessante Mischung, die aber durchweg mit einigen Problemen behaftet ist, die von Jugendlichkeit über Karriereknick bis hin zu Verletzungen reichen. Trotzdem steckt in dem Quartett einiges Potenzial, wenn der Knoten erstmal platzt. Bisher platzte er allerdings noch sehr selten (was dann auch die nur 18 Tore von Hansa in 16 Spielen erklärt) und wenn dann gern auch mal bei Standards und nur selten aus dem Spiel heraus.

Viel Potenzial steckt auch in einem echten Hansa-Eigengewächs, dem Keeper Johannes Brinkies. Der kam im ersten Saisonspiel für Routinier Jörg Hahnel ins Tor, als der des Feldes verwiesen wurde. Anschließend gab Brinkies seinen Platz im Tor nicht mehr her. Der 20jährige ist insbesondere in der Strafraumbeherrschung nicht fehlerfrei und schoß den Ausgleich für Burghausen im letzten Punktspiel quasi selbst, als er einen Rückpass beim Versuch, den Ball wegzuschießen, nicht traf. Auf der Linie und als emotionaler Typ ist Brinkies aber ein sehr guter Keeper, der sich in so ein Spiel wie das bei RB mit einem Extraschuss Motivation sicherlich auch ordentlich hineinbeißen kann, wenn man ihn warm schießt.

Vor Brinkies verteidigten lange Zeit Kapitän Sebastian Pelzer und der in Halle aussortierte Frahn-Intimus Steven Ruprecht. Aufgrund einer Verletzung von Pelzer rückte zuletzt der Mittelfeldspieler Denis Weidlich in die Innenverteidigung und hob dort sicherlich die spielerische Qualität. Gut denkbar allerdings, dass Pelzer in Leipzig zurück ins Team rutscht.

Links in der Viererkette ist der 22jährige Shervin Radjabali-Fardi, der bei Hertha nie über die U23 hinauskam (zwischendurch mal nach Aachen ausgeliehen war) und mit dieser schon zweimal gegen RB verlor, gesetzt. Rechts dagegen verteidigte bisher durchgehend Alexandre Mendy. Der 29jährige Franzose kam vor einem Jahr aus der dritten englischen Liga und ist im Kader weitgehend konkurrenzlos, aber auch nicht fehlerfrei..

Im defensiven Mittelfeld werden sich wohl Tommy Grupe (vor einem Jahr nach Münster-Gastspiel zum Jugend-Verein Rostock zurückgekehrt) und Milorad Pekovic um den Platz neben Leonhard Haas streiten. Beides eher robuste Abräumer. Die Vorteile dürften allerdings beim montenegrinischen Nationalspieler Pekovic liegen, der vor der Saison aus Fürth kam und dort in drei Spielzeiten 52 Zweitliga- und 18 Erstligaspiele absolvierte (und in dieser Zeit 28 gelbe Karten und zwei Platzverweise kassierte). Ein Defensivspieler mit durchaus ordentlicher Qualität, der aber auch bereits 36 Jahre auf dem Buckel hat.

Gesetzt im zentralen Mittelfeld ist derweil Leonhard Haas, ein 31jähriger Routinier, der bei den Bayern ausgebildet wurde und in Augsburg, Fürth und Ingolstadt einige Zweitligaerfahrung sammelte und vor einem Jahr nach Rostock kam. Mit acht Assists ist er gleichzeitig der Toptorvorbereiter bei Hansa. Was darauf verweist, dass Hansa gern nach Standards trifft, denn Leonhard ist der Mann für den ruhenden Ball in Rostock.

Mit vier Assists zweitbester Torvorbereiter bei Hansa ist Julian Jakobs, der zuletzt im rechten Mittelfeld gesetzt war. Der 23jährige kam vor der Saison aus Siegen und dürfte auch in Leipzig auflaufen. Auf der linken Außenbahn könnte David Blacha das Team ergänzen, der vor der Saison aus Sandhausen kam, wo er sich in der zweiten Liga nicht entscheidend durchsetzen konnte. Der 23jährige ist zusammen mit Savran aktuell zweitbester Torschütze bei Hansa und schoss bereits drei Tore. In Frage käme für die linke Außenbahn auch noch Manfred Starke, ein 22jähriger, der aus der Hansa-Jugend kam.

Wenn man sich das Hansa-Team so ansieht, dann sind etwa sieben der in Leipzig vermutlich zu Beginn auflaufenden Spieler erst vor der Saison gekommen. Das Gesicht der Mannschaft ist genauso neu wie der Trainer. Was vielleicht auch den bestenfalls durchwachsen zu nennenden Start in die Saison bis zum 16.Spieltag erklärt.

Interessant am Kader ist die darin abzulesende Taktik vor allem Spieler zu verpflichten und einzubauen, die anderswo (gern auch höherklassig) nicht mehr gebraucht wurden oder den Durchbruch nicht schafften. Spieler, die viel Potenzial oder einige Erfahrung haben, aber auf dem Markt vermutlich auch vergleichsweise billig zu kriegen waren. Eine Taktik der Kaderzusammenstellung, die in Darmstadt sehr gut funktioniert und die den wirtschaftlichen Erfordernissen der dritten Liga im Allgemeinen und den wirtschaftlichen Erfordernissen von Hansa im Besonderen geschuldet sein dürften.

Denn Hansa ist wirtschaftlich nach wie vor nicht auf Rosen gebettet, auch wenn Vorstandschef Dahlmann meint, man habe das gröbste Tal durchschritten. Aktuell dementiert man jedenfalls nicht mal ernsthaft, dass der DFB als Ergebnis der Nachlizensierung einen Punktabzug wegen Verstößen gegen Lizenserungsauflagen verhängen könnte. Was deutlich zeigt, wie stark man auf Kante genäht ist.

Angesichts dessen hat man aber einen schlagkräftigen Kader zusammenstellen können, der noch nicht zu 100% funktioniert, aber immerhin schon ein gutes Fundament darstellt, auf dem man aufbauen kann. Ein Kader vor allem, der an einem guten Tag auch die individuelle Klasse hat, in Leipzig mitzuhalten und Punkte mitzunehmen. Zumal mit 6.000 Fans im Rücken, die auch ein Hansa-Spieler bei einem Auswärtsspiel nicht zweiwöchentlich erlebt.

Man darf zudem vermuten, dass der eine oder andere an der Küste weiterhin heimlich auf die Tabelle schaut und träumt. Angesichts der ausgewachsenen Krise, die Hansa schon durchgemacht hat, sind die fünf Punkte auf den Relegationsplatz 3 enorm wenig und mit einem Sieg in Leipzig könnte man auch bis auf 5 Punkte an RB herankommen und sich wieder ernsthafter für die obere Tabellenhälfte interessieren, nachdem man zwischendurch schon Richtung Abstiegsplätze lunschte. Bei einer Niederlage in Leipzig wären es allerdings schon 11 Punkte. Auch deswegen ist die Partie bei RB nicht unwichtig.

Diese Rechnung gilt natürlich auch für die RasenBallsportler, die ordentlich Distanz zwischen sich und Hansa legen könnten. Bei sicherlich mehr als 20.000 Zuschauern können sie sich dabei auch der Unterstützung des größeren Teils des Publikums sicher sein.

Ein besonderes Spiel ist die Partie nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für RB-Torwarttrainer Perry Bräutigam und Innenverteidiger Tim Sebastian, die beide eine durchaus prägende Hansa-Vergangenheit haben. Beide vereint auch, dass sie sich das Spiel wohl von der Bank ansehen werden. Perry Bräutigam sowieso, aber auch Tim Sebastian dürfte wenig Chancen auf die Startelf haben. Denn größere Wechsel sind nach dem Sieg in Darmstadt nicht zu erwarten und wenn es in der Innenverteidigung doch noch einen Tausch gibt, dann könnte Hoheneder Willers ersetzen. Tim Sebastian dürfte da aktuell nur die Nummer 4 sein und auf der Bank hoffen, dass er irgendwann zur Absicherung eines Vorsprungs im Mittelfeld eingewechselt wird.

Zweite offene Kaderfrage dürfte die Besetzung des Sturms sein. Was vor allem die Frage betrifft, ob Matthias Morys wieder einsatzbereit ist. Was vermutlich nicht der Fall sein wird. Zuletzt hatte Thomalla die Abwesenheit von Morys genutzt, um sich im Sturm als hängende Spitze/ Zehner zu präsentieren. Ein fitter Morys sollte aber weiter die Nase vorn haben. Zumal man Hansa durchaus Schwächen auf der Außenbahn attestieren kann, die ein Morys auf der einen und ein Poulsen auf der anderen Seite gut ausnutzen könnten. [Update aus der Pressekonferenz: Morys fällt wegen Muskelfaserriss bis Saisonende aus.] Was alles in allem so aussehen könnte:

  • RB Leipzig: Coltorti – Müller, Willers (Hoheneder), Franke, Heidinger – Kaiser, Ernst, Kimmich – Poulsen, Frahn, Thomalla
  • Hansa Rostock: Brinkies – Mendy, Ruprecht, Pelzer (Weidlich), Radjabali-Fardi – Jakobs, Leonhard, Pekovic (Grupe), Blacha (Starke) – Savran, Plat (Kucukovic/Ioannidis)

Fazit: Wäre die Partie RB Leipzig gegen Hansa Rostock eine ganz normale Partie, dann wären die RasenBallsportler auch angesichts der eigenen Heimstärke sicherlich relativ klarer Favorit. Angesichts der besonderen Bedingungen mit mehr als 20.000 Zuschauern und bis zu 6.000 Gästefans, angesichts der Negativserie von RB Leipzig in dieser Jahreszeit und unter diesen Bedingungen und angesichts eines Gästeteams, das über mehr individuelle Klasse und Erfahrung verfügt, als es der Tabellenstand vielleicht aussagt, dürfte auf die Beteiligten allerdings ein relativ ausgeglichenes Spiel warten. Eines, in dem eventuell Kleinigkeiten und Fehler entscheiden. Und eines, bei dem es hoffentlich tatsächlich nur um den Fußball geht.

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen Hansa Rostock nicht vor Ort verfolgen kann und am 23.11.2013, ab 14.00 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und das Fanradio. Oder greife auf den Livestream bzw. das TV-Bild vom MDR zurück.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. Hansa Rostock

  • keine

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel RB Leipzig gegen Hansa Rostock mit Ralf Rangnick, Alexander Zorniger, Tim Sebastian und Joshua Kimmich.

14.56

So, das war es von hier. Lang, aber nur in Teilen informativ. Verkündet wird noch, dass bisher mehr als 15.000 Tickets weg seien. Was sich von der Zahl gestern nicht unterscheidet. Ob sie tatsächlich aktuell ist, muss offen bleiben.

Ansonsten ein merkwürdiges Durcheinander von Fragen zum Spiel und nicht zum Spiel. Bis auf Morys können alle spielen. Vermutlich wird sich zum Darmstadt-Spiel aber nicht viel ändern. Neuzugänge zur Winterpause seien denkbar, aber auch völlig unklar und sowieso wird man Spekulationen nicht kommentieren. Alles andere ist mehr oder weniger kommunikatives Beiwerk gewesen.

Macht ja auch nichts. Schließlich ist das Spiel ja schon übermorgen. Und im Kern geht es eben auf die Dinge auf dem Platz und nicht vor irgendwelchen Mikrofonen. In diesem Sinne viel Spaß mit der Vorfreude auf den Samstag und möge sie ungetrübt sein und vom Spiel bestätigt werden. Bis dahin allerseits eine schöne Restwoche.

14.50

Rangnick generell zur Sicherheitsthematik und der Frage, ob der Fußball stärker zur Bühne geworden ist für gewalttätige Jugendliche: Schade sei, dass es Gruppierungen gäbe, die aus der Anonymität (vermummt) heraus Straftaten begehen. Zieht die Analogie zu England und ist der Meinung, dass es Konsequenzen geben muss. Leute, die andere zusammenschlagen und sich abends irgendwo feiern lassen, das dürfe es nicht geben. Verweist auch darauf, wie teuer das Verhalten der Fans Vereinen wie Hansa zu stehen kommt (haben in den letzten 18 Monaten mehr als 150.000 Euro für ihre Fans gezahlt – Pyro und Co).

14.45

Rangnick: Hat von Umbaumaßnahmen an der Red Bull Arena mit Traversen näher am Spielfeld noch nichts gehört, kann damit auch nichts anfangen. Betont insgesamt die gute Zuschauerresonanz.

Rangnick zur Schere zwischen Bundesligaspitze und Rest: Mache sich dazu keine Gedanken aus RB-Sicht, beobachte das aber mit Interesse. Sieht prinzipiell keine Veranlassung etwas an den Verteilerschlüsseln von Fernsehgeldern in der Bundesliga zu ändern.

Rangnick zum Cottaweg: Im Januar soll begonnen werden mit bauen. Im Sommer 2015 soll der Bau abgeschlossen sein. Wann der Stadtrat entscheidet, weiß Rangnick nicht (hier hält sich das Gerücht, dass entgegen der LVZ-Informationen nicht heute über den Bebauungsplan entschieden wird.)

Zorniger zu Verstärkungen: “Wir halten die Augen offen.” Aufgabe der Scouts und von Rangnick sei, sich auf dem Markt umzuschauen. Die besten Chancen hätten aber die, die da sind, weil sie sich jeden Tag zeigen könnten. Wenn Bedarf ist oder Verletzungen kommen, werde man aber vorbereitet sein. “Bin aber mit meinem Kader sehr zufrieden. Nicht nur von 1 bis 11, sondern bis zur 25.”

Rangnick zur dritten Liga und der Frage, ob es Überraschungen gebe: Heidenheim finde er nicht überraschend. “Das besondere an der Liga ist, dass es keinen gibt, von denen man sagen kann, dass sich sicher absteigen oder aufsteigen werden.” RB könne gegen jeden verlieren, aber auch jeden schlagen.

Rangnick: Sei nicht enorm überrascht, dass RB sich so schnell in der dritten Liga akklimatisiert hat. Man habe letztes Jahr gesehen, was in der Mannschaft an Geist steckt. Gewinnermentalität zeichne die Mannschaft aus.

Rangnick zum Nachwuchs: “Sind trainermäßig sehr gut besetzt. Bis wir zu einer richtigen Größe werden im deutschen Fußball wird es noch vier, fünf Jahre dauern.” Im Altersbereich 12 bis 16 stehe man schon sehr gut da. Vergleicht es mit Hoffenheim als man auch lange brauchte, auch weil die erste Mannschaft so schnell aufstieg und es für den Nachwuchs da schwer war hinterherzukommen.

Rangnick und die alte Frage, ob er sich noch mal einen Trainerjob vorstellen könnte. Die selbe Antwort wie immer. Grundsätzlich ja, aber er sei mit seinem aktuellen Job sehr glücklich und es mache Spaß und das dürfe noch lange so bleiben. “Momentan fehlt mir überhaupt nichts.”

14.31

Nun Trainer und Sportdirektor.

Zorniger: “Morys wird bis zur Winterpause ausfallen. Faserriss. Ansonsten sind alle fit.” “Hansa wird ne hochinteressante Partie. Zuletzt mit zwei Siegen und einem Unentschieden. Sehr robuste Mannschaft. In allen Mannschaftsteilen. Über rechts sehr hohe Geschwindigkeit mit Mendy und Jakobs.”

Rangnick zur Transfergerüchteküche der letzten Tage zusammengefasst: Kein Kommentar. Man werde sich dazu äußern, wenn es was zu sagen gibt.

Rangnick will auch noch nicht sagen, ob es im Winter Veränderungen gibt. Sei zufrieden mit dem aktuellen Stand der Dinge. Die Mannschaft arbeite gut und präsentiere sich als Team. “Wir werden nichts tun, was diesen Zusammenhang gefährdet.” Von daher gebe es einen hohen Anspruch an mögliche Kandidaten. Es würden nur Spieler kommen, die der Verein auch im kommenden Sommer verpflichten würde.

Sportlicher Vergleich mit Hoffenheim beim Aufstieg in die zweite Liga spielt für Rangnick keine Rolle.

Rangnick kann nicht sagen, ob er künftig mal in Leipzig wohnen wird. Momentan gibt es keinen Grund, was zu ändern. Entscheidend sei die Kommunikation und die funktioniere gerade. “Leipzig ist zwar schön, aber das ist nicht der Grund, warum wir hier zusammen arbeiten.”

Rangnick hat keine Ambitionen als Sportdirektor neben dem Trainer auf der Bank zu sitzen. Mache keinen Sinn, weil er zwei Vereine betreue und nicht jedes Spiel da sein könne.

Zorniger dazu, dass Hansa-Coach Bergmann zwischendurch auf der Kippe stand. Er habe Respekt vor der Reaktion der Mannschaft mit zwei Siegen. Blöd sei es  immer, wenn der Trainer intern unter Druck gerate.

Zorniger: Poulsen sei sehr müde, werde aber “bis Samstag auf dem Niveau sein, dass wir kennen.” Am Pokalspiel gegen Gelenau habe ihm die Spielfreude gefallen. Die, die gespielt haben, hätten sich nicht hängenlassen und ihre Aufgabe gut erfüllt. Aber der Kader der letzten Wochen hat sich bewährt. Trotzdem schaue man genau hin, wer im Training zurücksteckt oder nicht. “Fehlende Trainingsleistungen können sich sehr schnell als Boomerang herausstellen.”

14.17

Kimmich: “Hab mir beim Herkommen gar nicht darüber nachgedacht, ob ich Stammspieler werden kann. Wollte nur fit werden. Alles was dann aber kam und dass ich so schnell gespielt habe, war sehr gut. Das hat mich sehr gefreut.”

Sebastian zu Bräutigam, dem anderen Hansa-Urgestein bei RB mit einer Geschichte, dass der 2007 mit 45 noch mal auf der Bank als Ersatzkeeper gelandet ist und fast noch mal hätte spielen müssen.

Kimmich lobt Verein und Umfeld. Zur Stadt: “Kommt einem gar nicht wie eine Großstadt vor.” Fühlt sich hier wohl.

Sebastian: “Klar denke ich darüber nach, was in den letzten Jahren in Rostock passiert ist nach 10 Jahren Bundesliga. Würde mir wünschen, dass Hansa mittelfristig den Anschluss an zweite und erste Liga schafft.” “Wir wollen erfolgreichen Fußball spielen, um nach oben zu kommen. Haben positives Denken entwickelt. Macht wahnsinnig Spaß für RB Leipzig zu spielen.”

14.12

Tim Sebastian: “Ganz besonderes Spiel. 10 Jahre in Rostock gespielt. Zuschauerandrang gigantisch.”

Kimmich: “Bin hergekommen und war dann verletzt. Hab der medizinischen Abteilung zu danken, dass ich so schnell fit geworden bin. Froh,dass ich wieder Fußball spielen kann.”

Sebastian: “Tabelle ist eine Momentaufnahme. Anspruch ist, so gut wie es geht am Ende zu stehen. Mal sehen, was das für ein Platz ist. Sind ganz gut in der Liga angekommen.”

Sebastian: Gab unter der Woche gar nicht so viele Medienanfragen an ihn persönlich. Der Verein auch nicht. “Kenne nur noch den Ersatzkeeper. Deswegen habe ich auch keinen weiteren Kontakt zu den Spielern.” Kennt aber noch Bussfahrer und Zeugwart und freut sich auf Wortwechsel mit ihnen.

Kimmich zu seinen Länderspielen: “Sind andere Spiele als die dritte Liga im Kreis von Gleichaltrigen. Hat Spaß gemacht, auch die alten Kollegen wiederzusehen. Spiele sind positiv verlaufen.”

14.06

So erste Planänderung. Tim Sebastian sitzt an der Seite von Joshua Kimmich.

14.04

So viel Presse wie heute gab es selbst vor DFB-Pokal und Relegation nicht. Ob die alle wegen dem Rostock-Spiel oder dem neuen Vereinsheim da sind, ist mir völlig unklar. Beides jetzt nicht Themen für die bundesdeutsche Presselandschaft..

13.59

Bei gleich vier Gesprächspartnern gibt es heute ordentlich was zu sprechen. Mal sehen, ob es mehr zu hören gibt als Floskeln.

13.51

Das ganze findet heute erstmals im neuen Vereinsheim von RB Leipzig über dem Fanshop statt. Dementsprechend ist großer Auflauf hier oben. Auf dem Podium und auch davor.

13.49

Na dann, die Pressekonferenz als Startsignal in die heiße Phase vor dem Spiel gegen Hansa Rostock.

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6 Gedanken zu „Kein ganz normales Spiel“

  1. Wenn kein Wunder geschieht dann werden die Wünsche wohl nicht wahr werden – O-Ton eines Rostock Fan: „Das wird das teuerste Spiel der Hansa Geschichte“ und gemeint ist mit Sicherheit nicht die Kosten von Sicherheitskräften und Polizei…seis wie es sei – ich freu mich auf Samstag – wird wohl das erste mal eine Art Bundesliga Atmosphäre + Rostocker Ultra Atmosphäre (ums mal so zu nennen)

    Stimmungstechnisch müssen wir da mindestens 3 Schippen drauflegen um mithalten zu können aber das Dormund Spiel lässt mich da hoffen – Steigerung ist immer möglich erst recht wenn viele Emotionen in der Luft liegen 🙂

  2. schön geschrieben wieder mal. aber ich sehe HRO nicht so stark ich denke das wird eine recht klare angelegenheit für RB

  3. Erinnert mich irgendwie an die Saison 11/12 in welcher der HFC aufgestiegen ist. 0:1 verloren, Halle damit ins Rennen zurückgeholt…

  4. Mal den Teufel nicht an die Wand – wird aber kaum ein normales Spiel. Hoffen wir, dass es auch normale Hansa-Fan gibt.

    1. Die gibts mit Sicherheit – aber die Erfahrungen der Gruppendynamik haben da ihre eigenen Gesetze – schaun wir mal und freuen uns auf ein Fußballfest 🙂

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