Gegen das Momentum

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig gegen Borussia Dortmund II (02.11.2013, 14.00 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz drei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger und Fabio Coltorti. Ab 13 Uhr.]

Die völlig verdiente Niederlage von RB Leipzig beim Chemnitzer FC ist noch lange nicht vergessen und wohl zumindest im Umfeld auch noch nicht final aufgearbeitet und verdaut und schon gilt es, den Kopf wieder frei zu kriegen und nach vorn zu blicken und die unangenehme Aufgabe gegen die U23 des BVB ins Visier zu nehmen.

Dritter gegen Zehnter, das klingt erst mal nach klar verteilten Favoritenrollen und auch die Wettanbieter machen RB Leipzig zum klaren Favoriten. Andererseits laufen beide Teams seit acht Spielen komplett Kopf an Kopf (RB mit 13 Punkten in dieser Zeit, der BVB mit 14), sodass man eher ein Duell auf Augenhöhe erwarten sollte.


Allerdings spricht die Statistik dann doch noch eine deutliche Sprache, denn RB Leipzig zu Hause mit einer Bilanz von vier Siegen und drei Unentschieden, während der BVB auswärts zwei Siege und fünf Niederlagen verbuchte und zuletzt bei den Stuttgarter Kickers und in Münster bei insgesamt 0:7 Toren ordentliche Klatschen einsteckte (ohne dass man – insbesondere in Münster – so deutlich unterlegen war, wie es klingt).

Auffällig auch beim BVB, dass es zuletzt nur Hopp oder Topp ging. Zu Hause zwei Siege mit mindestens zwei Toren Unterschied. Auswärts zwei Niederlagen mit mindestens drei Toren Unterschied. Was zeigt, dass in der Mannschaft viel Talent steckt, dass es aber auch möglich ist, ihnen den Zahn zu ziehen und wenn man dies schafft, der Nachwuchs auch mal zusammenbrechen kann. Diese These würde auch ein wenig die vergleichsweise schwache Auswärtsbilanz erklären, die dann darauf zurückzuführen wäre, dass sich das junge Team in fremden Stadien noch zu oft den Schneid abkaufen lässt.

An der individuellen Klasse kann es jedenfalls nicht liegen, denn von der reinen Kaderbesetzung her gehört der BVB sicherlich zu den Topteams der Liga. Was man auch daran sieht, dass sie mit ihren durchschnittlichen Marktwerten pro Spieler hinter Chemnitz auf Platz 2 in der dritten Liga liegen. Was zu einem ganz guten Teil an Marvin Ducksch liegt, der in der aktuellen Saison bereits dreimal in der ersten Mannschaft zum Einsatz kam. Zweimal blieb der 19jährige Stürmer dabei torlos, im mühsamen DFB-Pokalspiel in Wilhelmshaven war er dagegen nach seiner Einwechslung an zwei von drei Toren beteiligt.

Durch seine Ausflüge in den Profikader bestritt Ducksch lediglich neun der insgesamt vierzehn bisherigen Drittligaspiele. Angesichts dessen sind gleich sechs Tore mehr als ordentlich. Was sich auch darin widerspiegelt, dass Ducksch hinter dem aktuellen Liga-Überflieger Dominik Stroh-Engel (14 Tore) der effektivste Stürmer ist. Lediglich 127 Minuten verstreichen bei Duksch im Schnitt zwischen den Toren (Stroh-Engel trifft alle 81 Minuten, der Dritte in dieser Wertung Kingsley Onuegbu alle 140 Minuten).

Die Klasse von Marvin Ducksch ist für die U23 von Borussia Dortmund also Fluch und Segen zugleich. Einerseits wünscht man sich natürlich ein solches Toptalent im Team, andererseits muss man desto öfter auf Ducksch verzichten, je besser er wird, weil er dann für den Profi-Kader immer interessanter wird. Ein sicherlich gern genommenes Dilemma für U23-Coach David Wagner (betreut das Team seit 2011, war vorher Nachwuchstrainer in Hoffenheim), da es ja auch bedeutet, dass sich die Spieler gut entwickeln. Andererseits bedeuten bereits 26 eingesetzte Spieler eine recht hohe Flutktuation, die auch zu Lasten der Team-Leistung gehen dürfte.

Was es auch ein bisschen schwer macht zu prognostizieren, wer letztlich in Leipzig zu Spielbeginn auf den Rasen laufen wird. Allerdings dürften größere Überraschungen wie Oliver Kirch, Julian Schieber oder Erik Durm, die in der aktuellen Spielzeit schon für Profis und Nachwuchsteam aufliefen, ausgeschlossen sein.

Ausgeschlossen vom Spiel ist auch der rotgesperrte Stamminnenverteidiger Koray Günter, der in der vergangenen Woche bereits nach 24 Minuten nach einer Notbremse im Spiel gegen Burghausen vom Platz flog. Neben Günter fehlen auch noch einige mehr oder minder lang verletzte Spieler, von denen noch am ehesten der Ausfall des Linksfußes Oguzhan Kefkir weh tun könnte, während das Talent von Julian-Maurice Derstroff (wechselte im Sommer bei „sehr vorteilhaften Transfermodalitäten“ (O-Ton FCK, Marktwert damals circa 500.000 Euro) von Kaiserslautern nach Dortmund) aufgrund von Verletzungen bisher noch gar nicht zum Tragen kam und deshalb auch nicht fehlen kann..

Insgesamt ähnelt die U23 des BVB in vielem der U23 des VfB. Es ist unheimlich viel potenzielles Bundesliga-Talent versammelt, das schwer zu besiegen ist, wenn es denn mal in der Lage ist, die eigene Qualität auf den Rasen zu kriegen. Im Unterschied zum VfB fehlt dem BVB aber die erfahrene Achse. Während der VfB hier Vier, Rathgeb und Grüttner als Stützen in der Hinterhand hat, kommt beim BVB lediglich David Solga, der vor der Saison aus Dresden kam, regelmäßig im zentral-defensiven Mittelfeld zum Einsatz. Solga ist sicherlich gut und erfahren, aber selbst in der dritten Liga kein Überflieger.

Neben Ducksch im Sturm und Solga im Mittelfeld ist auch Torwart Zlatan Alomerovic (22 Jahre) gesetzt, der nach abgesessener Rot-Sperre wieder in den Kasten zurückkehren wird. Vor ihm wird Thomas Meissner (22 Jahre) mit der Empfehlung von 48 Drittligaspielen innenverteidigen. Nach dem Ausfall von Koray Günter könnte in der Innenverteidigung die Stunde des erst 18jährigen Toptalents und U19-Nationalspielers Marian Sarr schlagen. Allerdings könnte Sarr auch in der A-Jugend-Bundesliga auflaufen.

Möglich wäre es auch, dass Marc Hornschuh (22 Jahre), der zu den erfahreneren Spielern im Team gehört und Dortmunder durch und durch ist (in Dortmund geboren), von der Rechstverteidiger- auf die Innenverteidiger-Position rutscht. Wäre das der Fall, würde rechts hinten wohl Marcel Deelen (19 Jahre) verteidigen (wenn nicht noch Durm aus dem Hut gezaubert wird). Möglicherweise ein Missmatch, wenn er dort dann gegen Morys oder Poulsen antreten müsste. Links hinten sollte derweil Jannik Bandowski (19 Jahre) in seinem ersten Jahr in der dritten Liga gesetzt sein.

Neben David Solga ist auf der zweiten Position der Doppelsechs Mustafa Amini die wahrscheinlichste Variante. Der 20jährige kam vor einem reichlichen Jahr aus Australien und scheint aktuell zumindest in der zweiten Mannschaft des BVB den Durchbruch zu schaffen. Schon jetzt war der junge Mann mit afghanischem Vater und nicaraguanischer Mutter an drei Toren mehr beteiligt als in der gesamten vergangenen Drittligasaison. Also hat er insgesamt drei Scorerpunkte auf dem Konto, da es in 2012/2o13 gar keiner war..

Im zentral-offensiven Mittelfeld könnte der erst 19jährige Tammo Harder (letztes Jahr noch Teil des Schalke-Nachwuchses) zum Zuge kommen, der in den letzten zwei Spielen jeweils startete, aber beide Male früh taktischen Umstellungen nach roten Karten geopfert werden musste. Links und rechts neben Harder sind Edisson Jordanov und Tim Treude vermutlich erste Wahl. Jordanov (20 Jahre), aktueller U21-Nationalspieler Bulgariens spielte bereits für Hansa in der zweiten und dritten Liga und versucht nun in Dortmund den nächsten Schritt. Treude spielt dagegen schon immer in Dortmunds U23, dürfte aber mit 23 Jahren langsam ans Ende der Fahnenstange in Dortmund gekommen sein, da er sich in den letzten Jahren nicht recht durchsetzen konnte und dementsprechend auch keine Perspektive Richtung Bundesliga hat.

Ganz vorne spielt dann der bereits erwähnte Marvin Ducksch. Falls nicht Jürgen Klopp noch andere Pläne mit dem jungen Mann hat. Dann würde wohl der Ungar Bálint Bajner (22 Jahre) als Mittelstürmer auflaufen, der im vergangenen Jahr 36 Spiele für den BVB II bestritt und aktuell bester Vorbereiter des Teams ist (4 Vorlagen).

In Variationen der 4-2-3-1-Aufstellung könnte Treude auch ins defensive Mittelfeld (für Amini) oder ganz aus dem Team rutschen. Dann könnte Harder mit auf den Außen und Ducksch die zweite, leicht hängende Spitze neben Bajner spielen.

Auf Seiten von RB Leipzig gibt es derweil nach zwei schlechten Spielen und angesichts der definitiv ausfallenden Niklas Hoheneder (gelbgesperrt) und Christian Müller (rotgesperrt) einige Fragezeichen hinter der Aufstellung. Fabio Coltorti im Tor ist klar. Dass Alexander Zorniger freiwillig auch auf den zweiten Innenverteidiger von letzte Woche verzichtet, scheint unwahrscheinlich. Weswegen Fabian Franke gegen den BVB II wohl startet.

An seiner Seite könnte Tim Sebastian innenverteidigen. Oder Tobias Willers. Wobei Willers nur dann eine Chance haben dürfte, wenn sich Zorniger erneut für Tim Sebastian als Rechtsverteidiger entscheidet. Was er wohl tun würde, wenn er den letzte Woche früh ausgewechselten Anthony Jung auf der Bank lässt und somit Sebastian Heidinger von rechts hinten nach links hinten rückt. Wobei dies wiederum davon ausgeht, dass Juri Judt akutell gar keine Option für die Startelf ist.

Im Mittelfeld bieten sich nach der letztwöchigen, blutleeren Vorstellung auch Umstellungen an. Wobei unklar ist, wie die aussehen könnten. Schulz, Röttger und Fandrich würden wohl einen Startelfplatz sofort nehmen. Joshua Kimmich wäre einer, den man für einen der drei opfern könnte, ohne die ganze Dreierkette umbauen zu müssen. Aber auch Kaiser und Ernst schwächelten in den letzen beiden Spielen, sodass Veränderungen auch hier zumindest möglich, wenn auch nicht unbedingt wahrscheinlich wären.

Im Sturm wird Yussuf Poulsen in die Startelf zurückkehren. Wenn er nicht wieder wie vor Wochenfrist das Abschlusstraining verschläft. Für ihn bleibt entweder Denis Thomalla oder Carsten Kammlott auf der Bank. Größere Fragezeichen stehen noch hinter Matthias Morys, der aktuell eine leichte Verletzung mit sich herumschleppt, von der unklar ist, ob sie bis zum Wochenende in den Griff zu kriegen ist.

Falls Morys einsatzfähig ist, wird er neben Poulsen und Frahn auflaufen. Falls er nicht einsatzfähig ist, nimmt Kammlott oder Thomalla seine Position ein oder es kommt sogar zu einem Formationswechsel hin zu einem 4-4-2. Wodurch im Mittelfeld ein zusätzlicher Platz für die oben genannten Anwärter frei werden würde. Wenn man die bisherige Saison nimmt, wäre ein Morys-Einsatz und ein Dreiersturm aber sicherlich die Optimal-Version.

  • RB Leipzig: Coltorti – Sebastian, Willers, Franke, Heidinger – Kimmich (Schulz, Röttger), Ernst, Kaiser – Poulsen, Frahn, Morys (Kammlott, Thomalla)
  • BVB II: Alomerovic – Deelen (Hornschuh), Meissner, Hornschuh (Sarr), Bandowski – Amini, Solga – Jordanov, Harder, Treude – Ducksch

Rein sportlich ist die Partie RB Leipzig gegen den BVB II eine hochinteressante Auseinandersetzung zweier Teams mit ähnlichen Bilanzen in den letzten Wochen. Die spannende Frage aus RB-Sicht könnte dabei sein, ob die letzten beiden suboptimalen Spiele und vor allem die depremierende Niederlage in Chemnitz Spuren bei den RasenBallsportlern hinterlassen haben. Spuren im Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit. Keine ganz einfache Situation, sich gegen die spielstarken Dortmunder, die Lücken wohl ziemlich rigoros ausnutzen werden, mit neu formierter Abwehr präsentieren und gegen den Trend der letzten zwei, drei Wochen, der natürlich im Hinterkopf stecken wird, anzuspielen. Vielleicht auch mal ein Spiel, bei dem dem Publikum eine besondere Aufbau- und Unterstützungsrolle im Kampf gegen den Trend zukommt.

Neben dem sportlichen dürfte auch die ideologische Komponente nicht völlig irrelevant sein. Schließlich geht es gegen den BVB, der sich mit Watzke als Häuptling quasi als Speerspitze im Kampf gegen den von Mäzenen und Investoren induzierten und finanzierten Fußball versteht. Freilich bei Watzke nur aus Sorge um das Produkt Bundesliga..

Auf Dortmunder Seite haben wegen des ideologischen Unterbaus die Ultras ihr Nichterscheinen via Flugblatt bekanntgegeben. Was nicht zu einem leeren Gästeblock führen wird, dazu gibt es hierzulande einfach zu viele BVB-Anhänger, die sich das Spiel nicht entgehen lassen werden wollen.

Auf Leipziger Seite sind die Popularitätswerte eines Hans-Joachim Watzke sicherlich überschaubar, aber dass dies zu einer besonders hitzigen Stimmung beim Spiel gegen die U23 des BVB führen wird, ist höchst unwahrscheinlich. Das käme wohl erst, falls die beiden ersten Mannschaften irgendwann mal aufeinandertreffen sollten. Trotzdem ist es eines dieser Spiele, in dem man dem Gegner und deren Fans einen Erfolg und die damit verbundene, erwartbare Häme auf keinen Fall gönnen und dem ideologischen Brimborium zumindest sportlich eine passende Antwort geben mag.

Fazit: Das Spiel gegen die U23 von Borussia Dortmund ist angesichts der aktuellen sportlichen Situation beider Vereine eine echte Herausforderung für die RasenBallsportler. Zudem treffen Vereine mit sehr unterschiedlichen Images aufeinander, die im Finanzieren großer Transfers im Sommer aber offenbar durchaus Ähnlichkeiten aufweisen. Das Problem des BVB II in dieser Saison ist vor allem die fehlende Konstanz. Was in diesem einen Spiel, in dem der in die Bundesliga strebende BVB-Nachwuchs die Bühne zur Eigenwerbung wird nutzen wollen, völlig egal ist. Das Problem bei RB Leipzig dürfte neben der leichten Verunsicherung vor allem in einer neu zusammenzustellenden Abwehr bestehen. Gegen die topbesetzte BVB-Offensive sicherlich eine echte Nagelprobe.

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen die U23 von Borussia Dortmund nicht vor Ort verfolgen kann und am 02.11.2013, ab 14.00 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und das Fanradio. Einen Livestream vom Spiel wird es nicht geben.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. Borussia Dortmund

  • keine

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Pressekonferenz drei Tage vor dem Spiel RB Leipzig gegen Borussia Dortmund II mit Alexander Zorniger und Fabio Coltorti. Ab 13 Uhr.

13.40

Wem auf dem Weg ins Wochenende langweilig ist oder wer sich einfach nur gut unterhalten und anregen lassen will, der besuche morgen Abend am Feiertag die Lesung von Trainer Baade (Bar Seventy, 20 Uhr), bekannter bundesdeutscher Blogger.

Ansosnten wünsche ich schöne Tage bis zum Spiel und dann natürlich einen großartigen und erfolgreichen Fußballsamstag.

13.38

Das war es von der Pressekonferenz. Zorniger wirkt nicht wie ein Zweifler, sondern wie einer, der trotz Unfriedens mit dem Chemnitz-Spiel mit Ruhe am eigenen Plan arbeitet. Mal sehen, was man davon schon gegen den BVB zu sehen sein wird. So ein bisschen scheint schon Verunsicherung in der Mannschaft zu stecken, wenn man zwischen den Zeilen hört.

13.35

Nun dann Alexander Zorniger: Überhaupt nicht zufrieden mit der Leistung in Chemnitz. Überhaupt nicht in die Zweikämpfe gefunden. “Haben zu wenig dagegengesetzt. Große Probleme im Defensivverhalten der gesamten Mannschaft und der Viererkette. Ganz wenige Lösungen im Aufbauspiel gefunden. In der zweiten Halbzeit keinen Druck aufbauen können. Der unbedingte Wille war dieses Mal nicht da. Gründe für die Niederlage haben wir der Mannschaft auch gezeigt.”

In der Woche auch am Passspiel gearbeitet.

Zum BVB: “Philosophie lehnt sich an die der ersten Mannschaft an.” Wenn es in der Mitte kompakt wird, dann werden auch die Außenverteidiger mal offensiv. “Auch mal lange Bälle dabei. Mit Ducksch richtige Qualität.” “Gegen den Ball sehr aggressiv und dann mit schnellem Umkehrspiel. Darauf stellen wir uns ein und dann schauen wir.”

Zweifel nagen an der Mannschaft nicht, aber “strotzendes Selbstvertrauen” ist es gerade auch nicht. Bisher laufe die Trainingswoche gut.

Zorniger habe eine Idee, wie er auf den Hoheneder-Ausfall reagieren will, verrät sie aber nicht.

Zorniger erklärt auf Nachfrage noch mal die Spielphilosophie. Hohes Angreifen, Balleroberung, schnell ins vertikale Spiel umschalten. Wenn das nicht klappt, schnell in eine kompakte Formation umschalten. Habe auch schon in vielen Spielen zumindest phasenweise funktioniert. Aber nicht in den letzten zwei Spielen. Zorniger zweifle nicht an der Bereitschaft der Spieler, die Philosophie umzusetzen. Sehe sie jeden Tag. Der Wille, das eigene System in die Liga zu tragen, werde umgesetzt.

Chemnitz habe das Aufbauspiel von RB gut zugestellt. Bemerkt lächelnd, dass es ihn “ankotze”, dass der CFC  ausgerechnet gegen RB wieder auf die Füße gekommen ist.

Kimmich habe zuletzt so gewirkt als würde er ein wenig in ein Loch fallen. Aber im Training sehe das nicht so aus, da sei Kimmich sehr gut.

Der BVB spiele irgendwas unorthodox, Zorniger will aber nicht sagen, was er damit meint.

Auch gegen Chemnitz habe man eine Idee gehabt und die Chance die umzusetzen. Eine Idee heißt aber nicht unbedingt, dass es auf dem Platz auch klappt.

Die kurzfristigen Hebel, von denen Zorniger kürzlich sprach, beziehen sich offenbar auf ein verstärktes Arbeiten im Training am Spiel gegen den Ball. Dabei wolle man gucken, wer das  entsprechende Tempo gehen könne.

Frahn sei erkältet und trainiere individuell. Bei Morys habe “die Wade zugemacht”. Im Fall der Fälle bleibt Morys draußen. Ansonsten sind alle fit.

Zorniger denkt auf Nachfrage lange nach und meint dann, dass Poulsen sich im Training nun durchaus noch mehr zeigen könne. “Nein, alles ok mit Poulsen.” Habe einen Fehler gemacht und das sei nun abgehakt. “Es läuft alles gut bei Yussuf.” Es habe eine Geldstrafe gegeben. Poulsen habe gute Eltern und einen guten Berater, die werden auf ihn einwirken. Es sei vorerst gegessen das Thema, aber “sollte nicht noch mal passieren.”

“Falls Frahn die läuferischen Anforderungen nicht erfüllen kann, dann wird er nicht spielen.” Aber Zorniger hofft, dass er morgen wieder ins Training zurückkommt und dann auch am Samstag spielt. Frahn sei unabhängig vom körperlichen Zustand immer für ein Tor gut. Könne riechen, was wann passiert.

Wintertransfers: Man habe einen guten Kader, man habe aber auch immer die Augen offen.

Potenzielle neue Spieler: möglichst schnell, möglichst deutsch sprechend, teamfähig, gutes Umkehrspiel, Siegermentalität, jung. Man sei nicht in der Position, nur an Spieler zu denken, bei denen alle gewünschten Kriterien anzutreffen sind.

Man arbeite “mit aller Seriosität”, aber man sei kein “Wunderheiler”. Ein Einwurf von Journalistenseite sprach vom Ziel Aufstieg. “Macht uns nicht besser, wenn schon wieder der nächste Aufstieg erwartet wird.”

13.08

Fabio Coltorti zu Chemnitz: “War ein schlechtes Spiel. Haben verdient verloren. Nichtsdestotrotz sind wir auf dem Weg. Haben uns vorgenommen uns zu verbessern und unser Spiel auf den Platz zu bringen. Und da arbeiten wir dran und hoffen, dass wir das schon gegen den BVB auf den Platz bringen.”

Gegen Dortmund soll wieder Spiel gegen den Ball und Aggressivität stimmen. BVB sehr spielstark, aber Fokus auf die eigene Leistung wichtiger.

Das 0:1 in Chemnitz nage nicht mehr an Coltorti. Als Torwart denke er nicht in einzelnen Fehlern, sondern denke über das Gesamtpaket nach. Versuche bei unglücklichen Situationen das zukünftig besser zu lösen.

Wechsel in der Abwehr: Die die spielen werden, trainieren verstärkt miteinander. Aber insgesamt sei das Training über die Saison darauf angelegt, dass jeder zu jeder Zeit spielen kann.

“Gegentore sind meistens blöd.” Offensiv-aggressive Spielweise führe bei nicht perfekter Ausführung fast zwangsläufig zu Chancen. In letzter Zeit sei ein wenig zu viel auf das Coltorti-Tor gekommen. “Eine Spitzenmannschaft sollte weniger als ein Tor pro Spiel kassierren.” Aktuell steht man bei 17 Gegentoren in 14 Spielen.

Coltorti denkt noch nicht wirklich über die erste Mannschaft der Borussia als möglicherweise zukünftigen Gegner nach. “Manchmal in einer ruhigen Minute zu Hause.” Aber das sei noch ganz weit weg.

Kann sich auf Nachfrage nicht erinnern, dass er mal zu einem Training oder Spiel zu spät gekommen sei.

Beschreibt sich privat als ausgeglichen und “schwer aus der Ruhe zu bringen”. Auf dem Platz sei das anders.

12.57

Thema des Tages die BILD-Schlagzeile mit Bobic, der sich darüber aufregt, dass RB Leipzig Kinder vom VfB abwirbt. RB sagt, die beiden 12jährigen wollten im Urlaub ihren Ex-Trainer besuchen und mal bei RB mittrainieren und nicht wechseln. Naja, gibt gute Schlagzeilen. RB, die agressiv Kinder, möglichst mit Geld abwerben, das passt ja auch ein bisschen ins Bild, das sich der eine oder andere machte.

12.55

So, da sind wir wieder. Die Niederlage in Chemnitz hat nicht dazu geführt, dass der Verein wie eine Seifenblase zerplatzt ist. Sondern er spielt erstaunlicherweise immer noch. Nämlich als nächstes gegen den BVB II. Was auch ohne Phrase ein ziemlich schwieriges Spiel wird. Wegen des Gegners, aber auch wegen der letzten schwachen Spiele, die eventuell am Selbstverständnis kratzen.

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Ein Gedanke zu „Gegen das Momentum“

  1. „Die Klasse von Marvin Duksch ist für die U23 von RB Leipzig also Fluch und Segen zugleich“ – wird wohl eher Dortmund gemeint gewesen sein, oder?

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