Testspiel: RB Leipzig vs. FSV Wacker Nordhausen 2:0

Nicht zum ersten Mal in dieser Saison, dass der Tag nach einem Pflichtspiel mit einem Freundschafts-/Trainingsspiel belegt wurde, um den Spielern Einsatzzeit und Spielrhythmus zu geben, die am Tag oder gar in den Wochen zuvor nicht zum Zuge kamen. So war es auch nach dem Sachsenpokalspiel von RB Leipzg gegen Lok Leipzig, als man mit dem FSV Wacker Nordhausen einen Aufsteiger in die Regionalliga Nordost am Cottaweg begrüßte.

Dabei sah man auf Seiten von RB Leipzig in der ersten Halbzeit quasi eine ganze Ansammlung von falschen Neunern, denn in der offensiven Sturmreihe fanden sich gleich drei, wenn Röttger mit nach vorn stieß sogar vier Spieler, die viel miteinander rotierten (auch wenn meist Rockenbach in der Sturmmitte agierte), aber von denen keiner als echter Stürmer durchging. Barcelona extrem sozusagen.

Daran lag es aber nicht, dass Wacker Nordhausen 45 Minuten lang wacher und besser wirkte. Mit sehr guter Gesamtorganisation setzte man RB Leipzig nach Ballverlusten sofort unter Druck und stellte dadurch meistens die direkten Wege gen gegnerischen Kasten gut zu. Auf der anderen Seite beherrschten die Gäste es sehr gut, aggressives Pressing und Balljagd einerseits mit sehr tiefem Fallen des Mannschaftsverbunds andererseits zu verknüpfen, sodass sich RB Leipzig im Fall der Fälle am gegnerischen Strafraum einer zahlenmäßigen Übermacht an Gegenspielern gegenübersah.

Da im Spiel mit dem Ball den RasenBallsportlern der zündende Gedanke nicht kam, sah die erste Hälfte keine oder fast keine direkte Torgefahr für das Gästetor, aber einige gefährlicher Ansätze und erst im letzten Moment abgeblockte Schüsse und zumindest eine Großchance bei den Offensivbemühungen der Nordhausener.

In der zweiten Halbzeit dann RB Leipzig mit Alexander Sorge, der den bisherigen Innenverteidiger-Dauerbrenner Niklas Hoheneder und später auch noch mit Alexander Siebeck und René-Mike Legien, die die im Sachsenpokal zu Kurzeinsätzen gekommenen Timo Röttger und Henrik Ernst ersetzten.

Insgesamt spielte RB Leipzig in den zweiten 45 Minuten mit mehr Druck, sodass die munter durchwechselnden Gäste, die vor der Pause noch alles im Griff hatten und führen hätten müssen, nun praktisch chancenlos waren. Dass Thiago Rockenbach mit zwei Toren auf den Ergebnislisten erschien, kann zu der irrigen Annahme führen, er hätte sich für weitere Startelfeinsätze im Pflichtspielbetrieb aufgedrängt. Mal abgesehen von der Verantwortung, die er beim Handelfmeter übernimmt, war dem aber eher nicht so.

Wobei insgesamt – nachvollziehbar bei einem Testspiel an einem Sonntagmorgen um 11 Uhr nach einem gewonnenen Pokal-Duell gegen den städtischen Nachbarn Lok – die ganze Mannschaft nicht mit überbordender Begeisterung auflief und letztlich niemand so recht herausstach. Aber insgesamt 14 Spieler eine Einheit unter Spielbedingungen absolvierten und sich keiner verletzte. Was wohl letztlich viel wichtiger war.

Fazit: Eine Trainingseinheit in Testspielform für den Teil des Kaders, der gegen Lok nicht mit dabei sein durfte. Ein schmuckloser 2:0-Sieg gegen einen Gegner, der eine Halbzeit lang – Achtung hinkender Quervergleich – ein höheres Niveau als Liga-Rivale Lok am Vortag auf den Rasen zu bringen schien. Insgesamt aber sicherlich ein nicht ganz so aussagekräftiger Test..

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Tore: 1:0 Rockenbach (47.), 2:0 Rockenbach (60./HE.)

Aufstellung: Bellot – Heidinger, Hoheneder (46. Sorge), Sebastian, Judt – Röttger (63. Siebeck) , Ernst (70. Legien), Fandrich – Luge, Rockenbach, Papadimitriou

Zuschauer: 250 am Cottaweg (davon 5 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, Wacker-Bericht [broken Link]

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Ein Gedanke zu „Testspiel: RB Leipzig vs. FSV Wacker Nordhausen 2:0“

  1. Wacker war spielerisch besser und organisierter als Lok am Vortag. Da kann ich Deine vergleichende Aussage nur unterstützen.
    Interessant war zu sehen was aus den beiden RB`lern der ersten Stunde Hauck und Juraschek geworden ist. Jura im rechten Mittelfeld hat in der ersten Halbzeit viel Druck gemacht und war Initiator etlicher gefährlicher Angriffe über diese Seite. Von Hauck ist mir nur ein Schuss im Gedächtnis, der hätte wohl ein Tor sein können/ müssen.
    Rocke als zentraler Stürmer im 433 fand ich zumindest interessant. Ich sah dieses Experiment – Back up für Daniel Frahn – auch nicht als misslungen an. Vielleicht ist das die Position, wo sich seine Stärken ( Passspiel, Schnelligkeit, Torgefahr ) mehr als seine Schwächen ( Rückwärtsgang, Pressing, Zweikampf )
    verwirklichen. Ich wünschte mir eine Wiederholung des Experimentes

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