Problemverein im Aufwind

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Sachsenpokal-Partie von RB Leipzig beim 1.FC Lokomotive Leipzig (12.10.2013, 15.00 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger und Daniel Frahn.]

Gerade mal fünf Monate ist es her, dass RB und Lok Leipzig in einem Pflichtspiel aufeinandertrafen. Mit der Vermutung verbunden, dass dies auf absehbare Zeit das letzte Spiel gegeneinander sein würde. Nicht weil Lok in den Tiefen einen Insolvenz verschwinden, sondern weil RB aufsteigen sollte. Doch nun trifft man trotz des eingetretenen Aufstiegs wieder aufeinander. Diesmal im Sachsenpokal.

Für den klammen blau-gelben Nachbarn war dies fast schon ein Glückslos, eines das man sich vor der Auslosung sogar wünschte, weil es als fast einziges Los im Topf und mit Blick auf die mehr als 20.000 Besucher im Mai einen ordentlichen Geldregen für die klammen, vom Minus geprägten Vereinskassen bedeuten würde. Dachte man.

Inzwischen ist die Sache mit dem Geldregen gar nicht mehr so sicher. Der Vorverkauf läuft vergleichsweise schleppend. Knapp 6.000 Tickets gingen bis gestern (Mittwoch) Abend weg, ziemlich 50:50 auf die beiden Fanlager verteilt.  Auf RB-Seite werden sich aus unterschiedlichen Gründen (Gewalterfahrungen, kein Geld für Lok ausgeben, MDR-Livestream, ’nur‘ der Sachsenpokal) relativ viele Fans die Partie sparen und das Geld lieber in ein anderes Spiel investieren. Und auch auf Lok-Seite wurde die Entscheidung für die Red Bull Arena nicht unbedingt euphorisch aufgenommen.

Sieht man mal vom sicherlich auch nicht übermäßig positiven Einfluss von blutiger Brachialrethorik auf Lok-Fanflyern ab, dann bleiben weniger Zuschauer übrig als Lok anfangs erhofft hatte. 10.000 bis 15.000 schätzt man eher vage aktuell. Was nach Abzug aller Kosten und nach Teilen des Gewinns mit dem Gegner nicht mehr viel Einnahme (vermutlich irgendwas im unteren bis mitlleren fünfstelligen Bereich) übrig lassen dürfte.

Ob das angesichts des Rückenwinds, den man sich von der Verpflichtung Heiko Scholz‘ als Trainer nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich verspricht, noch relevant ist, bleibt vorerst offen. Scholz selbst wird von Franz-Josef Wernze, Chef einer Steuerberatungskanzlei, der unter anderem Viktoria Köln in der Regionalliga West finanziert, bezahlt, wo Scholz bis in den vergangenen Herbst hinein als Trainer tätig war und der seinem Ex-Coach offenbar noch etwas schuldig ist. Zumindest bis zum Saisonende.

Mit Wernze-Unterstützung träumt man bei Lok auch schon von zwei neuen Spielern in der Winterpause. Und mit Scholz ist die Hoffnung verbunden, dass sich neue Sponsorentüren öffnen und sich vielleicht auch die DDR-Lok-Vergangenheit in Form von Manpower reaktivieren und einbinden lässt.

Eigentlich ist vieles wie es in den letzten zwei Jahren zu jeweils unterschiedlichen Zeitpunkten in der Saison immer war. Man verbreitet mit neuem Trainer (Kronhardt, Rose und nun Scholz) Aufbruchstimmung und versucht anzupacken. Aber bisher ging den Trainern am Saisonende immer die Luft und die Perspektive aus. Ob das auch diesmal so sein wird, muss man abwarten. Dass die Finanzierung von Scholz nur bis zum Saisonende gesichert ist, lässt zumindest erst mal nichts gutes ahnen.

Dass man überhaupt Aufbruchstimmung verspürt und verbreiten kann, ist angesichts der mannigfaltigen Probleme, die den Verein auf verschiedensten Ebenen drücken, erstaunlich. Nur knapp sprang man im Verlauf des Jahres der Insolvenz von der Schippe und einigte sich zuletzt mit den Gläubigern auf Schuldenrückzahlungsmodalitäten für die nächsten zwei Jahre. Welche Quote man genau aushandelte, bleibt dabei unklar. Ob die Gläubiger erfreut waren, als Lok nur ein paar Tage später Coach Hänsel beurlaubte, ist unbekannt..

Neben den manifesten wirtschaftlichen Problemen streitet man sich aktuell mit dem Besitzer der Rechte an der Wort-Bild-Marke Lokomotive Leipzig Manfred Jansen um eben diese Rechte. Auf Lok-Seite will man nach all den Jahren kein Geld mehr für die Markenrechte an Jansen abdrücken, weil sich das Geld durch den Fanartikelverkauf nicht refinanzieren würde. Und ein Abkaufen der Rechte kann sich Lok momentan nicht leisten. Deshalb versucht man es nun juristisch und beantragte beim Patentamt die Löschung der Markenrechte, um sie dann selbst übernehmen zu können.

Man begründet diesen Antrag damit, dass Jansen die Rechte nur aus Spekulationsgründen eintragen hat lassen, quasi nicht der wahrhaftige Besitzer der Wort-Bild-Marke, also des Logos und des Schriftzugs sein kann. Ob Lok damit durchkommt, muss man sehen. Auf jeden Fall dürfte diese juristische Auseinandersetzung eine Weile dauern. Und solange sie dauert, darf Lok keine Fanutensilien mit dem Logo mehr verkaufen. Weswegen man künftig auf Leipzig-ist-blau-gelb-Shirts zurückgreifen will..

Juristisch geht es auch an der Streitfront mit dem Berliner AK zu. Die hatten behauptet, auf der Lok-Tribüne und im VIP-Bereich rassistisch beleidigt, körperlich angegriffen und mit Bier überschüttet worden zu sein. Behaupten dürfen sie nach gerichtlicher Prüfung nun nur noch, dass sie möglicherweise auf der Haupttribüne rassistisch beleidigt worden seien. Unter anderem CDU-Bundestagler Thomas Feist hatte für Lok die Hand ins Feuer gelegt.

Nicht vergessen auch der Streit mit Babelsberg 03 nach dem Auswärtsspiel von Lok in Leipzig, als einige der 800 Gästefans mit Naziparolen, aggressivem Verhalten bei An- und Abreise und versuchtem Sturm des Gastgeberfanbereichs auffielen. In der Folge nahm sich Lok die Fangruppierung Scenario Lok als maßgeblich verantwortliche Gruppe vor und erteilte ihr ein „Erscheinungsverbot“ und kündigte die Gründung eines Fanbeirats und die Erarbeitung eines Ehrencodexes für Fanclubs an. Damit soll(te) quasi das Scenario-Monopol als die aktivste Fangruppierung gebrochen und ein Gegenpol geschaffen werden.

Inzwischen rudert man bei Lok allerdings schon wieder zurück. Das Präsidium stehe mit Scenario im ständigen Kontakt, die Gruppierung wolle sich ändern und mit „rechten Vereinigungen“ hätten die handelnden Personen nach eigenen Aussagen nichts mehr zu tun, so heißt es unter Berufung auf Präsident Spauke in der L-IZ [broken Link]. „Sie wollen den Weg gegen Rassismus mitgehen und uns helfen, den Ruf als Naziverein loszuwerden“, so Spauke. Dass der eine oder die andere am Gehalt dieser Aussage aufggrund der Erfahrungen in der Vergangenheit zweifeln wird, liegt wohl in der Natur der Sache (Bock und Gärtner und so).

Wenn es um Probleme geht, ist Lok also nicht nur dabei, sondern mittendrin, um den alten DSF-Werbeslogan zu zitieren. Und als ob die lange, unvollständige Liste noch nicht reicht, kommen die sportlichen Probleme, wegen derer im Schnitt nur noch rund 2.000 Zuschauer zu Lok gehen, noch hinzu. Denn ausgelöst durch die wirtschaftlich desaströse Lage, musste man im Sommer den Kader radikal auf pures Amateurniveau zusammenkürzen.

Bei diesem Schritt verlor man nicht nur 15 Spieler, sondern vor allem auch einige Erfahrung und Klasse und alle drei Torhüter. Aufgefüllt wurde der Kader vor allem mit Spielern aus dem eigenen und dem Hallenser Nachwuchs und einigen anderen Nachwuchskräften. Mit Vadims Logins holte man zudem noch einen 31jährigen linken Verteidiger.

Vorgesetzt wurde dieser Nachwuchsmannschaft mit Carsten Hänsel ein scheinbar passender Trainer, war der doch zuvor zwei Jahre Coach bei der U23 des HFC und davor auch Nachwuchskoordinator bei Budissa Bautzen. Hänsel ging die Aufgabe mit viel Elan an, sah er doch seine Chance gekommen, sich in der Regionalliga zu beweisen.

Dass man bei Lok nur sieben Spiele lang Geduld mit Hänsel hatte, erstaunte durchaus ein wenig. Klar, der Saisonstart war mit einem Punkt aus sieben Spielen schlecht, einige Spiele durchwachsen, manche verlor man unglücklich. Aber letztlich hätte man annehmen können, dass man bei Lok um die Schwere der Aufgabe Klassenerhalt in der Regionalliga Nordost gewusst und dementsprechend auch ein Krisenszenario mit Trainer Hänsel in der Schublade gehabt habe.

Hatte man aber nicht und so übernahm interimsweise Co-Trainer Eiselt, der in seinem zweiten Spiel am vergangenen Wochenende gegen Rathenow, als man fast noch eine 3:0-Führung verspielte, immerhin die ersten drei Regionalligapunkte verbuchen konnte. Nach denen man immer noch Tabellenletzter ist, aber wenigstens wieder Tuchfühlung zu den Nichtabstiegsplätzen hat.

Den Rest, also den Klassenerhalt, soll nun Heiko Scholz, quasi das Gegenkonzept zum jungen Vorgänger Hänsel, für den Lok der logische nächste Schritt war, erledigen. Scholz, der als Cheftrainer in Duisburg nie eine richtige Chance erhielt und so von 2003 bis 2009 als Co-Trainer unter verschiedenen Chefübungsleitern fungierte. Dass er ein guter Trainer sein muss, bewies er dann bei Germania Windeck und Viktoria Köln.

Mit Germania Windeck kämpfte er sich 2010 in den DFB-Pokal, wo man ein Spiel gegen die Bayern zog und stieg er 2011 sportlich aus der NRW-Liga in die Regionalliga West auf. Der Verein verzichtete aber, weil Finanzier Wernze sich entschloss, künftig neben dem 1.FC Köln nur noch auf Viktoria Köln, aber nicht mehr auf Germania Windeck zu setzen. Und so kam es, dass neben Windeck auch Scholz in der NRW-Liga verblieb, aber zu Viktoria Köln wechselte, um dann ein Jahr später erneut den Aufstieg zu erringen, diesmal aber auch tatsächlich zu vollziehen.

Dass die Ehe Viktoria-Scholz anschließend nur noch bis in den November 2012 hielt, gehört zu den großen Mysterien des Fußballs. Man lag in der Regionalliga West auf Platz 1 (von Lotte sprach zu diesem Zeitpunkt noch niemand) und somit zumindest auf Relegationskurs als Scholz von einem Tag auf den anderen beschloss, Differenzen über die zukünftige Ausrichtung der Vikoria zum Anlass zu nehmen und seinen Dienst zu quittieren. 11 Siege, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen hatte Vikoria Köln unter Scholz in der Regionalliga geholt, seitdem sind es saisonübergreifend und unter verschiedenen Trainern  13 Siege, 10 Niederlagen und 11 Unentschieden. Bilanzen, die durchaus für Scholz sprechen.

Falls Scholz deswegen die Viktoria verlassen hat, weil er mit dem dortigen Setzen auf Altstars und bekannte Namen ein Problem hatte, dann ist er bei Lok gut aufgehoben, denn solche Konzepte sind unter den aktuellen wirtschaftlichen Bedinungen dort nicht denkbar. Ob aber trotz allem sportlicher Erfolg denkbar ist, wird man sehen.

Angesichts des sehr frischen Trainerwechsels ist es jedenfalls schwierig, das sportliche Gesicht des 1.FC Lok im Spiel gegen RB Leipzig zu prognostizieren. Da Eiselt aber weiterhin als Co im Verein bleibt, ist es nicht unwahrscheinlich, dass dessen sportliche Vorstellungen vom Chef in großen Teilen auch erst einmal übernommen werden.

Wichtigste Eiselt-Entscheidung war vor den letzten zwei Spielen das Umstellen auf ein System mit zwei Spitzen. Ganz vorn der kopfballstark-robuste Steve Rolleder, der gleich sechs von insgesamt nur 12 Scorerpunkten seines Teams auf dem Konto stehen hat. Der aber gegen RB Leipzig wegen einer Sperre aus der Sachsenpokal-Runde zuvor ausfallen wird. Und vielleicht von Christoph Schulz oder verbunden mit einigen Umstellungen durch Rico Engler ersetzt wird.

Leicht hinter dem Stürmer Rolleder spielte zuletzt Patrick Grandner, die spielerische Ergänzung, der im Sommer eigentlich weg wollte, aber keinen Verein fand und dann reumütig, aber für Lok völlig überraschend, zurückkehrte und wieder mitspielen wollte. Und nach einigem Zögern auch durfte.

Im defensiven Mittelfeld dürften sich der aus Eilenburg gekommene Armin Kilz, der zuletzt kranke Raik Hildebrandt und Andy Wendschuch um zwei Plätze streiten. Rechts sollte der schnelle Rico Engler seinen Platz sicher haben. Sicher vermutlich auch das Innenverteidiger-Duo Kittler und Krug. Letzterer als aus der HFC-Ultra-Ecke kommend gegen RB immer besonders motiviert (lustig die Geschichte, dass er den Ex-Lok-Torhüter Gäng anfangs schnitt, weil der mal bei RB gespielt hatte..).

Rechts hinten heißen die Optionen Gino Böhne (kam aus der eigenen Jugend) oder Sebastian Dräger (kam vom HFC II). Und auf der linken Seite streiten sich wohl Vadim Logins (kam aus der Regionalliga aus Rheden) und Sebastian Seifert um den defensiven Part und Seifert und Franz Bochmann (kam von der U23 des CFC) um den offensiven Part. Je nachdem, ob Scholz eher defensiv oder offensiv agieren will, könnte er sich für das Duo Vadims/Seifert oder Seifert/Bochmann entscheiden.

Als Torwart war bisher durchgehend Steven Braunsdorf gesetzt, der letzte Saison noch für die U23 von Carl Zeiss Jena hielt. Konkurrent Julien Latendresse-Levesque kam von der U23 von Energie Cottbus und dürfte letztlich nicht schlechter sein, saß aber bisher trotzdem nur auf der Bank.

Der Überblick über die Optionen ist sicherlich angesichts des Trainerwechsels vage. Andererseits lässt der eher dünne Kader auch keine größeren Sprünge und radikalen Ideen zu. Die (auch wegen des Rolleder-Ausfalls) offenste Frage ist wohl die, ob Scholz mit einem oder mit zwei Stürmern spielen lässt. Je nachdem würde sich die Aufstellung dann auch noch mal an einigen Stellen ändern können.

Auf RB-Seite sind einige Ausfälle zu beklagen. Vor allem die Abwesenheit der Flügelsturmzange Morys/Poulsen dürfte schmerzen. Morys fehlt aufgrund eines Muskelfaserrisses, Poulsen weilt wieder einmal bei der U21-Nationalmannschaft. Das letzte Mal, dass RB auf die beiden gleichzeitig verzichten musste, war in Elversberg. Und das war ein eher depremierendes Erlebnis für alle Beteiligten. Könnte gut sein, dass die fehlende Geschwindigkeit durch André Luge oder Christos Papadimitriou zurück ins Team geholt werden soll.

Auch definitiv fehlen wird Torhüter Fabio Coltorti, der Sonderurlaub erhielt und seine Familie in Spanien besucht. Für ihn wird mit wenig Substansverlust wohl Erik Domaschke das Tor hüten. Als weitere Option stünde auch Benjamin Bellot zur Verfügung.

Da RB Leipzig für den Sonntag noch ein Testspiel gegen Nordhausen ansetzte, in dem Spieler auflaufen sollen, die gegen Lok nicht zum Einsatz kommen (plus Spieler aus der zweiten Mannschaft), kann man davon ausgehen, dass Zorniger abgesehen von den Ausfällen gegen Lok mit der Bestbesetzung plant. Wobei sicherlich die gute Frage ist, was Zorniger aktuell für die Bestbesetzung hält.

Mit in der Startformation steht sicherlich Niklas Hoheneder in der Innenverteidigung. Neben ihm sollte Fabian Franke erneut seine Chance erhalten, nachdem er in Heidenheim einen guten Auftritt hinlegte. Sicher muss man da aber nicht sein. Die etwas aufbausspielstärkeren Sebastian und Willers wären auch denkbar.

Auf den Außenverteidigerpositionen steht die Frage Müller oder Heidinger und Jung oder Heidinger. Mit nicht prognostizierbarem Ausgang. Im Mittelfeld haben sich Kaiser, Kimmich und Ernst in Heidenheim als perfekt zueinander passendes Trio erwiesen. Falls da keiner geschont werden soll, dürfen die drei sich sicherlich erneut versuchen.

Und im Sturm ist Frahn gesetzt, genau wie Carsten Kammlott nach dem Ausfall von gleich zwei Stürmern. Bliebe die Position drei und die Frage, ob dort wie in Heidenheim Röttger als hängende Spitze oder wie in Elversberg Thomalla oder Luge/ Papadimitriou als linke Sprint-Außenbahnoption auflaufen wird. Angesichts einer defensiv nicht perfekt besetzten Rechtsverteidigerposition bei Lok, könnte man sich letzteres ganz gut vorstellen:

  • Lok Leipzig: Braunsdorf – Böhne (Dräger), Krug, Kittler, Logins (Sebastian) – Engler, Hildebrandt (Wendschuch), Kilz, Seifert (Bochmann) – Grandner – Schulz
  • RB Leipzig: Domaschke – Müller (Heidinger), Hoheneder, Franke, Jung (Heidinger) – Kimmich, Ernst, Kaiser – Luge (Papadimitriou, Thomalla, Röttger), Frahn, Kammlott

Eigentlich hatte man sich für diese dritte Hauptrunde im Sachsenpokal, die für RB die erste und für Lok die zweite ist irgendeinen entspannten Ausflug ins Umland gewünscht. Mit einem lockeren Spiel, in dem RB einen lockeren Sieg mitnimmt und die erste Reihe für die weitere Drittligasaison schont. Und dann wurde es doch das Duell gegen Lok, die ihre spielerischen Nachteile mit robustem Einsatz versuchen werden wettzumachen. Wie schon beim 0:0 im Mai, als man in der zweiten Halbzeit mit nachlassenden Kräften auch immer foullastiger agieren musste. Etwas was für die körperliche Unversehrtheit der RasenBallsportler nachteilig sein könnte.

Es wird ein über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus viel beobachtetes Spiel, bei dem der eine oder andere wohl auf negative Ereignisse warten wird, um Schlagzeilen über Tradition, Retorte und Gewalt schreiben zu können. Aber auch sportlich lauern die Schlagzeilen von Blamage und Leidenschaft schlägt Geld und Co wohl schon in den Schubladen der hiesigen Sportredaktionen.

Dass es gar nicht erst soweit kommt, dafür sind sportlicherseits die eingesetzten RasenBallsportler verantwortlich, die natürlich Favorit sind und diese Favoritenrolle auch ausfüllen werden, wenn sie mit voller Konzentration und Motivation in dieses Spiel hineingehen. Und genau da liegt dann die Frage, ob man es schafft, in ein solches Spiel gegen den unterklassigen Vertreter mit dem gleichen Gefühl von Aggressivität hineinzugehen oder ob auf dem Platz erst mal eine abwartende Haltung zu spüren ist, die letztlich dem Außenseiter in die Karten spielt.

Fazit: Es ist das Duell, das wohl allseits mit den ausgenudelten Begriffspaaren arm/reich, gut/böse, Tradition/Kommerz etc. beschrieben werden wird. Abgesehen von diesen rethorischen Begleitscharmützeln bleibt es ein spannendes Pokalspiel zwischen einem problembeladenen Außenseiter mit Aufwind und einem weitgehend problemlosen Favoriten, der aber mit dem Ausfall größerer Teile seiner Offensivkräfte leben muss. Und trotzdem sollte RB Leipzig im Auswärtsspiel im eigenen Stadion in der Lage sein, dem städtischen Nachbarn zu zeigen, wo der fußballerische Hammer der Stadt hängt.

[Wer das Sachsenpokal-Spiel von RB Leipzig beim 1.FC Lokomotive Leipzig nicht vor Ort verfolgen kann und am 12.10.2013, ab 15.00 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und das Fanradio oder den MDR-Livestream [broken Link].]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. 1.FC Lokomotive Leipzig

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Sachsenpokal-Spiel 1.FC Lokomotive Leipzig gegen RB Leipzig mit Alexander Zorniger und Daniel Frahn.

14.31

So, das war es von der heutigen Pressekonferenz. Viele Medienvertreter da. Ein fokussierter Alexander Zorniger, der gerade im Einzelgespräch wieder den Begriff Derby definieren muss..

D-Wort hin oder her, es wird rein sportlich ein interessantes Duell zweier Mannschaften mit sehr unterschiedlichen Möglichkeiten.

Mal sehen, ob es ein großes Spiel mit positiven Schlagzeilen wird. Zu wünschen wäre es. In diesem Sinne viel Spaß am Samstag, für welchen Weg, das Spiel zu verfolgen, sich jede(r) Einzelne auch immer entscheiden wird. Bis dahin..

14.26

Zorniger: „Trainingswoche war in Ordnung. Jungs wissen nun, wie sie sich solche Spiele wie in Heidenheim erarbeiten. Haben Vertrauen in sich und den Trainer.“ „Kader hat sich verschlankt. Heidinger ist wegen Infekt am Anfang der Woche ausgefallen. Fandrich gestern auch und wird ausfallen.“ Morys und Poulsen fehlen auch. Ansonsten sind alle fit.

Die Bemerkung, die Spieler vertrauen nun wieder in ihren Trainer, sei ein Witz gewesen, so Zorniger. Bezieht sich darauf, dass in der Öffentlichkeit schnell gezweifelt wird und dies intern gar nicht so sehr die große Rolle spiele.

Gegen Heidenheim haben alle verinnerlicht, dass sie als Einzelne einen Auftrag für die Mannschaft haben. Die dritte Liga sei stark und deshalb gebe es Personalentscheidungen, die es so in der Regionalliga noch nicht gab. Jeder Spieler müsse seinen Auftrag auf dem Platz umsetzen. Ausfälle könne man sich dabei nicht leisten.

Äußert sich nicht gern zu Fanthemen. Glaubt aber, dass Lok-Anhänger kommen und gute Stimmung machen werden und hofft, dass Leute, die auf Krawall gebürstet sind, zu Hause bleiben und ihr Geld anderweitig ausgeben.

Kimmich wird spielen, weil er Rhythmus brauche. Frahn wird auch spielen. Kaiser und Franke auch. Ansonsten wird der eine oder andere Spieler eine Chance kriegen, sich zu zeigen. Man werde aber nicht komplett rotieren, weil das Spiel dazu zu wichtig ist und am nächsten Tag noch das Freundschaftsspiel gegen Nordhausen ansteht, das dazu dient, dass alle Kaderspieler Einsatzzeit bekommen.

Man werde wohl gegen Lok wie schon in Heidenheim zwischen 4-3-1-2 und 4-3-3 switchen. Thomalla, Kammlott, Papadimitriou und Luge böten sich für die zwei offensiven Plätze neben Frahn an.

Mit der bisherigen Saison sei Zorniger zufrieden. Mit einigen guten und einigen negativen Erfahrungen. „Die nötige Stabilität haben wir immer noch nicht.“ Es gehe darum, einen Weg zu bestreiten und sich zu entwickeln. Und das mache man und das zeige sich auch schon auf dem Platz. Man werde „keinen Millimeter von der eigenen Philosophie“ abweichen und jeder Spieler könne sich dabei einbringen.

Zorniger lobt den Fanauftritt in Heidenheim als sehr gut und für die Mannschaft unheimlich motivierend. „Die Fans hatten den Laden irgendwann im Griff.“ Irgendwann habe man die über 9.000 Heidenheimer gar nicht mehr gehört.

„Lok wird nicht nach vorn spielen. Sie werden sich an jedem Zweikampf und an jedem Torschuss, geht er auch noch so weit vorbei, aufbauen. Mit Kittler, Krug, Seifert, Engler, Grandner, Hildebrandt sind noch einige Spieler vom letzten Jahr da und in der bisherigen Saison wurden sie noch von keinem Gegner aus dem Stadion geschossen. Sollten sie tunlichst nicht in Eins-gegen-Eins-Situationen kommen lassen.“

Wesentlich sei, dass die Mannschaft jeden Angriff mit Überzeugung angeht und nicht irgendwann den Mut verliert. Die Mannschaft sei in der Beziehung sehr weit und könne in jeder Sekunde ein Tor schießen.

Man wolle unnötige Ballverluste vermeiden.

Alle werden Gas geben, nicht nur weil es das Stadtderby ist, sondern weil auch Spieler auflaufen, die wieder in die Mannschaft zurückdrängen.

14.13

Zuerst Daniel Frahn zu Lok: „Heißes Derby. Freuen uns sehr drauf. Lok mit neuem Trainer. Werden versuchen, die Sensation gegen uns zu schaffen. Haben uns drauf eingestellt. Versuchen ihre Schwächen auszunutzen.”

Erinnerungen ans letzte Spiel: „0:0. Habe mich verletzt und konnte deswegen die Relegation nicht wahrnehmen. Deswegen für mich nicht sehr schöne Erinnerungen.“

Abseits des Platzes sei der Kontakt zwischen den Spielern gut. Auf dem Feld gehe es auch vernünftig zu. Zwar fußballtypisch gegeneinander, aber fair. „Alles ganz normal.“

„Auch ein 1:0 würde reichen, um zu zeigen, wer die Nummer 1 in der Stadt ist.“

Die Vorkommnisse um Frahn von vor einem Jahr seien egal. Selbst wenn die Lok-Fans noch pfeiffen würden. „Ist egal, wir spielen Fußball und das sollte im Vordergrund stehen.“

Mit wem man letztlich vorne auflaufe, sei Frahn egal. Von einem Taktikwechsel muss man offenbar trotz Abwesenheit von Morys und Poulsen nicht ausgehen.

Frahn ist mit seiner Torquote zufrieden, auch wenn er noch den einen oder anderen Treffer mehr hätte machen können. Man könne als Mannschaft noch besser auftreten, aber man habe eine gute Ausgangsposition für die nächsten Spiele.

„Wir wissen genau, dass wir Lok nicht unterschätzen dürfen. Und die Motivation in einem Derby fehlt auf keinen Fall. Es geht darum, wer die Nummer 1 in der Stadt ist.“

Zu den Stärken von Lok: „Sind bei Standardsituation sehr gefährlich. Engler kann von überall aus Tore schießen. Grandner ist sehr zügig unterwegs.“

14.02

Zu Gast heute Alexander Zorniger und Daniel Frahn, letzterer ein besonderer ‘Freund’ beim Lok-Anhang, weil man ihm vorwirft, er habe nach dem Spiel vor einem Jahr gegeneinander bewusst einen Angriff auf eine Rollstuhlfahrerin erfunden.

14.00

Vielleicht wird der Sachsenpokal in diesem Jahr ja zu einem überflüssigen Wettbewerb, weil RB Leipzig in der dritten Liga unter den ersten vier Mannschaften einkommt und sich darüber für den DFB-Pokal qualifiziert. Da man das aber nicht wissen kann, wird man den Sachsenpokal als Möglichkeit, sich für den DFB-Pokal zu qualifizieren, mit allem Ernst angehen müssen. Und dementsprechend auch Lok schlagen müssen.

13.59

So, dann also Sachsenpokal. Wieder mal in der rein städtischen Variante. Im fünften Jahr Vereinsgeschichte von RB Leipzig zum dritten Mal. Und zum dritten Mal ‘auswärts’. Im September 2009 ging es in der Red Bull Arena gegen den FC Sachsen Leipzig. Endergebnis 3:1 für RB. Im Frühjahr 2011 ging es unter Oral im Alfred-Kunze-Sportpark wieder gegen den FC Sachsen Leipzig. Endergebnis 2:0 für RB. Nun also gegen Lok wieder in der Red Bull Arena. Mit hoffentlich ähnlichem Ergebnis..

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