Abnutzungskampf

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig beim VfL Osnabrück (20.09.2013, 19.00 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger und Matthias Morys.]

Beim VfL Osnabrück feiert man dieser Tage zur Selbstvergewisserung mit verschiedenen Aktionen die Woche der Tradition. Deren Abschluss das Spiel gegen RB Leipzig sein soll. In Erfurt verkaufte man rund um das RB-Spiel spezielle T-Shirts und in Osnabrück stärkt man aktuell Identität und Zusammenhalt nach innen. Wird man wohl im Laufe der Saison noch öfters erleben, dass Vereine das Spiel gegen RB Leipzig für ihre Zwecke nutzen. Entweder, um Geld in die Kassen zu kriegen oder um die Widersprüchlichkeit des eigenen Daseins in projektiver Ablehnung des scheinbaren Anti-Prinzips für ein paar Tage zu übertünchen.

Das ist alles legitim, aber auch weniger spektakulär als das, was den geneigten Fußballfan am Freitag Abend unter Flutlicht in Osnabrück an der Bremer Brücke bzw. in der Osnatel-Arena beim Spiel gegen RB Leipzig erwartet. In einem gut gefüllten, aber sicherlich auch nicht ausverkauften Stadion kommt es zum echten Drittliga-Verfolgerduell Sechster gegen Vierter. Wobei die 14 Punkte, die der VfL Osnabrück aktuell verbucht in nur acht Spielen errungen wurden, während RB Leipzig für die 17 Punkte schon neun Spiele Zeit hatte.

Mit einem Sieg hat der VfL Osnabrück also die Chance trotz eines Spieles weniger an RB Leipzig in der Tabelle vorbeizuziehen und sich in direkte Lauerstellung hinter dem Topduo der Liga Heidenheim und Wehen Wiesbaden zu begeben. Wobei der VfL in der aktuellen Saison die Punkte vor allem in fremden Stadien holte und nicht in der heimischen Arena. In drei Spielen vor eigenem Publikum stehen 4:4 Tore und vier Punkte zu Buche. Knapper Sieg gegen Dortmund II, Unentschieden gegen die Stuttgarter Kickers, knappe Niederlage gegen Hansa Rostock. Nicht unbedingt eine furchteinflößende Heimbilanz.

In fünf Auswärtsspielen holte der VfL Osnabrück bei 9:3 Toren allerdings bereits drei Siege und ein Unentschieden, darunter der famose Auftaktsieg in Chemnitz und verlor nur einmal und das auch ziemlich unglücklich mit 0:2 in Halle.

Die Heim- vs. Auswärtsbilanz ist insofern ein Stückweit aussagekräftig, weil sie aus den besonderen Stärken und Schwächen des VfL Osnabrück zu resultieren scheint. Denn der VfL steht in diesem Jahr in besonderem Maße für Pressing, Pressing und noch mal Pressing. Und dem Versuch, den daraus resultierenden Ballgewinn mit schnellem vertikalen Spiel und entsprechend Toren zu veredeln. Das gelang bisher an vielen Stellen schon sehr gut, allerdings kommt diese Taktik offenbar an ihre Grenzen, wenn man selber das Spiel gestalten und zum Ballbesitzfußball greifen muss.

Mit der taktischen Ausrichtung ist ein hierzulande nur allzu gut bekannter Name eng verbunden, nämlich der von Maik Walpurgis, der im Sommer (verbunden mit einer längeren Wechselposse, weil ihn der alte Arbeitgeber nicht gehen lassen wollte) von den Sportfreunden Lotte einmal rüber über die A 1 zum VfL Osnabrück wechselte und jene Aggressivität, die schon sein altes Team auszeichnete und die es RB Leipzig in den letztjährigen Relegationsspielen zur dritten Liga so unheimlich schwer machte, nun in der Kürze der Zeit dem VfL einplanzte. Letztlich sind Walpurgis und Zorniger in Sachen Spielidee in vielen Punkte Brüder im Geiste, die sich – so merkte man am Rande der Relegationsspiele – sehr schätzen.

Mit Walpurgis und den finanziellen Sorgen, die den VfL Osnabrück plagen (in diesem Jahr fährt der Verein ein geplantes Minus von 800.000 Euro ein), blieb bei den Niedersachsen in der Sommerpause kein Stein auf dem anderen. 22(!) Spieler verließen den Verein. Darunter acht der 11 meisteingesetzten Spieler der letzten Saison, sprich fast die komplette Kermannschaft. Mit Keeper Riemann und Stürmer Zoller verschlug es zwei in die zweite Liga (Sandhausen und Kaiserslautern). Manno, Piossek, Beermann und Fischer wechselten wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Vereins innerhalb der dritten Liga und Timo Staffeldt soll nun Viktoria Köln in die dritte Liga führen.

Auf der Neuzugangsseite stehen auf der einen Seite Regionalliga- und Oberligaspieler. Dabei bediente sich Walpurgis auch gleich dreimal bei seinem alten Verein, den Sportfreunden Lotte, die er scoutingtechnisch wohl am besten kannte, sodass Timo Kunert, Michael Hohnstedt und Roman Prokoph es ihrem alten Kapitän Tobias Willers gleichtaten und den Aufstieg über den Umweg eines Vereinswechsels doch noch schafften. Aber auch ein Dennis Wegner, früherer Hallenser, der sein Glück in Bremen und zunächst bei deren U23 versuchte, sollte man hier nennen.

Eine höherklassige bzw. drittklassige, jüngere Vergangenheit haben insgesamt sechs Neuzugänge vorzuweisen. Mit Pascal Testroet kam leihweise ein Offensivspieler aus Bielelfeld, der dort letztes Jahr noch in 32 Einsätzen mit zum Aufstieg beitrug. Aus Paderborn kam Offensivmann Massimo Ornatelli, der dort allerdings nur Ergänzungsspieler war und selbiges bisher auch in Osnabrück blieb. Aus Rostock kam Michael Blum, der dort auf der linken Seite Stanmspieler war, aber akutell in Osnabrück noch nicht recht zum Zuge kam. Von den  zwangsabgestiegenen Kickers Offenbach kamen die Stammspieler Marcel Stadel und Nicolas Feldhahn, die beim VfL sofort tragende Rollen übernahmen. Die vielleicht gewagteste Verpflichtung betrifft Stürmer Andreas Spann, der die vergangenen Saison in Heidenheim wegen eines Kreuzbandrisses komplett verpasste und nun auf Anhieb Kapitän in Osnabrück wurde und weitgehend gesetzt ist.

Nicht zu vergessen auf der Liste der Neuzugänge ist natürlich auch der hier in Leipzig gute alte Bekannte Jeremy Karikari. Der schied von RB Leipzig, nachdem ihm hier nach weiterhin im Detail nicht bekannten nächtlichen Vorkommnissen gekündigt wurde. In Osnabrück fand er nun, nachdem er im Probetraining überzeugen konnte, eine neue sportliche Heimat und kam auch schon zu zwei jeweils 45 Minuten dauernden Einsätzen. Erstaunlicherweise als Innenverteidiger. Da die etatmäßigen Spieler aber an Bord sind, ist ein direktes Wiedersehen mit Jeremy Karikari auf dem Platz zumindest zu Beginn des Spiels eher unwahrscheinlich.

Insgesamt haben Maik Walpurgis und die sportliche Leitung in Osnabrück im Sommer schier unmenschliches vollbracht. Unter nicht einfachen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein bis auf sieben Spieler komplett neues Team zusammengestellt. Da man den Kader erst relativ spät fertig zusammengestellt hatte, bleibt aber auch zu konstatieren, dass die volle Leistungsfähigkeit der Mannschaft, auch angesichts einer anspruchsvollen Spielphilosophie, wohl noch lange nicht erreicht ist und für die nähere Zukunft auch noch einige Rückschläge zu erwarten sind. Zumal ein solch neu zusammengestellter Kader nach dem ersten Jahr auch sicherlich noch mal ein paar Schönheitskorrekturen hinter sich bringen muss.

Umso erstaunlicher, was der VfL Osnabrück bisher in der Saison sportlich leistet. Sicherlich gab da der deutliche Sieg zum Auftakt in Chemnitz auch Auftrieb, aber dem neuen Trainer Maik Walpurgis ist es – abgesehen vom Aus im Landespokal – gelungen, aus einem völlig neuen Team eine Mannschaft zu zaubern, bei der man erstens seinen Stil erkennt und die zweitens bereits in der Lage ist, relativ erfolgreich Fußball zu spielen. Und alles in der Nähe des Relegationsplatzes ist für den VfL Osnabrück in dieser Saison als Erfolg zu werten.

Errungen wurden die Erfolge mit einem robusten 4-4-2-System mit Doppelsechs. Dessen tragende Säulen offensiv die jeweiligen Außenbahnen mit Hohnstedt/ Dercho links und Nagy/ Pisot (40 Zweitligaspiele in Ingolstadt) rechts sind. In der defensiven Mittelfeldzentrale ist Nicolas Feldhahn gesetzt, während neben ihm die Position wechselnd besetzt wurde. Zuletzt agierte dort der erst 20jährige Erik Zenga, der von Bayer Leverkusen ausgeliehen wurde. In der Innenverteidigung ist bei Verletzungsfreiheit das Duo Neumann (ein paar  Erst- und Zweitligaeinsätze mit Hertha)/ Stadel genauso gesetzt wie Torwart Daniel Heuer Fernandes, der vom VfL Bochum II kam und nebenbei für Portugals U21 aufläuft.

Bliebe noch der Sturm. In dem der schon genannte Andreas Spann die Kapitänsbinde mit der ihm eigenen hohen Geschwindigkeit durch die Gegend tragen wird. Und an seiner Seite läuft mit Adriano Grimaldi ein in Leipzig nicht unbekannter auf. In der Insolvenzsaison 2008/2009 wechselte er in der Winterpause von Göttingen zum FC Sachsen Leipzig, nur um kurze Zeit später die Insolvenz mitzuerleben und trotzdem als damals 17- bzw. später 18jähriger in 12 Spielen unter Dirk Heyne an fünf Toren beteiligt und Lichtblick in einer Mannschaft, die sich angesichts der Umstände bald aufgegeben hatte, zu sein. Was ihm einen anschließenden Wechsel zu Mainz 05 einbrachte. Über Düsseldorf und Sandhausen ist er nun in Osnabrück gelandet und dürfte die RB-Abwehr mit seiner physischen Spielweise und Robustheit vor einige Probleme stellen.

In dieser RB-Abwehr sollte sich auf drei Positionen ziemlich sicher nichts verändern, denn Niklas Hoheneder, Tim Sebastian und Anthony Jung scheinen nach dem Spiel gegen den VfB II gesetzt. Ob Sebastian Heidinger erneut als Rechtsverteidiger aufläuft, wird man sehen müssen. Christian Müller stünde im Fall der Fälle als Alternative parat. Im Mittelfeld haben sich auf jeden Fall Ernst und Kaiser gegen den VfB für weitere Einsätzte empfohlen. Bastian Schulz sägte nach seiner Einwechslung kräftig am startenden Timo Röttger, der allerdings ein gutes Bindeglied zwischen Sechs und Stürmern spielte (was Schulz in der Form sicher nicht könnte). Der Sturm dürfte dagegen gesetzt sein. Morys zuletzt mit sehr guten Leistungen. Und Frahn und Poulsen sind im Normalfall sowieso gesetzt.

  • VfL Osnabrück: Heuer Fernandes – Pisot, Stadel, Neumann, Dercho – Nagy, Zenga, Feldhahn, Hohnstedt – Grimaldi, Spann
  • RB Leipzig: Coltorti – Müller (Heidinger), Hoheneder, Sebastian, Jung – Kaiser, Ernst, Schulz (Röttger) – Poulsen, Frahn, Morys

Wenn es beim VfL Osnabrück eine Schwäche gibt, dann ist diese ähnlich wie bei RB Leipzig in der Defensive zu finden. Bzw. ist die sehr hohe Verteidigung des VfL durchaus anfällig für Bälle in die Schnittstelle der Abwehr und dadurch entstehende Spielgeschwindigkeit. Wo man aber auch erstmal hinkommen muss, denn durch das beidseitig hohe Pressing ist letztlich vor allem ein Abnutzungskampf im Mittelfeld zu erwarten mit einer enormen Ballung an Spielern. Ein Abnutzungskampf, bei dem letztlich wohl die Mannschaft mit der geringeren Fehleranfälligkeit im Passspiel bzw. jene Mannschaft, die sich dem Pressing am effektivsten entziehen kann, gewinnen wird. Wenn RB seine schnellen Außen Poulsen und Morys ins Spiel kriegt, dann haben sie gar keine schlechten Karten, aus der Begegnung etwas mitzunehmen und im Abnutzungskampf die spitzeren Waffen zu haben.

Was auch für RB Leipzig sprechen könnte, sind die wartenden englischen Wochen beim VfL Osnabrück. Denn bereits Mitte nächster Woche spielt der VfL in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen Union Berlin, ein Duell auf das der Verein bereits jetzt hinfiebert. Anschließend muss man nach Erfurt, bevor wiederum unter der Woche das heiße Duell mit dem Erzrivalen Preußen Münster wartet. Und obendrauf gibt es zum Abschluss der englischen Wochen noch das Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden. Vier Heimspiele in zwei Wochen mit einigem Spannungspotenzial und der interessanten Frage, ob da noch genug Spannung für RB Leipzig übrig bleibt.

Fazit: Der VfL Osnabrück hat nach dem Komplettumbruch im Sommer sicherlich unglaubliches geleistet und steht angesichts der Ausgangslage vor der Saison sportlich sehr gut da. Weswegen sie auch mit entsprechendem Selbstvertrauen in die Partie gegen RB Leipzig gehen werden. Die Begegnung wird ein interessantes Aufeinandertreffen zweier aggressiv spielender Mannschaften, das angesichts dessen, dass der VfL bisher nicht sonderlich heimstark ist, relativ offen erscheint. Flutlicht, ein gut gefülltes, lautstarkes Stadion, zwei Mannschaften mit hoher Verteidigung. Sehr gute Voraussetzungen für einen spannenden Fußballabend. Und wenn Maik Walpurgis in den letzten Wochen seit den Relegationsspielen vergessen hat, dass RB Leipzig bei Standards anfällig ist, werden die Voraussetzungen zumindest für RB Leipzig noch besser. Hat er aber leider vermutlich nicht..

[Wer das Spiel von RB Leipzig beim VfL Osnabrück nicht vor Ort verfolgen kann und am 20.09., ab 19.00 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und das Fanradio. Einen Livestream wird es nach aktuellem Stand nicht geben.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. VfL Osnabrück

  • noch keine

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel VfL Osnabrück gegen RB Leipzig mit Alexander Zorniger und Matthias Morys.

14.39

Das war es schon wieder von der Pressekonferenz. Alexander Zorniger entspannt plaudernd und mit viel Vorfreude auf das Osnabrück-Spiel, obwohl er als Fan mehr Spaß empfinden würde, dahin zu fahren. Wünschte sich noch, dass viele Fans die Strecke auf sich nehmen, weil dies in den letzten Wochen auch immer wichtig gewesen sei, die Unterstützung zu spüren.

In diesem Sinne viel Spaß allen, die nach Osnabrück reisen. Den anderen viel Spaß vor dem Ticker, Fanradio oder wo auch immer. Wünsche eine schöne Restwoche und dann einen bestmöglichen Start ins Wochenende.

14.36

Lobt noch mal Ernst Spieleröffnung im Spiel gegen den VfB. Die Frage sei insgesamt auch, wie man den hohen läuferischen Einsatz verkraften könne, wenn man den Aufwand einige Spiele am Stück betreibe.

“Sind in der U23-Gruppe in der Breite nicht so aufgestellt, wie ich mir das vorstelle.”

VfB habe am Samstag nicht schlecht gespielt, sondern einfach nur gut zu RB gepasst, weil sie versucht haben weiterzuspielen.

Kein Spieler sei aktuell meilenweit von den anderen entfernt, aber es gehe in der Liga um Nuancen und das muss sich auch auf dem Trainingsplatz widerspiegeln.

“Wird in Osnabrück wichtig sein, weitgehend Ruhe ins Stadion zu bringen. Werden aber nicht ständig mit sechs, sieben Leuten vorn sein. Meine Aufgabe ist es, einen Spielplan zu entwickeln, der dem extrem starken Umschaltverhalten der Gastgeber und den eigenen Qualitäten in der Offensive Rechnung trägt.”

“Das Wort Tempowechsel gibt es bei mir nicht.” Bedeute letztlich nur, dass man nicht in der Lage sei, permanent hohes Tempo zu gehen. “Ist eine Frage der Spielphilosophie.” Umschaltspiel und Ballbesitzfußball gleichzeitig gehe nicht als Spielphilosophie. Beide Varianten erfordern von den Spielern völlig unterschiedliche Blicke auf das Spiel.

Lotte interessiert den Trainer trotz der geographischen Nähe zu Osnabrück nicht.

Wenn Bedarf sei, hole man sich Nachwuchsspieler für Trainingseinheiten hoch, aber es gebe darüber hinaus keine Pläne, konkrete Spieler dauerhaft in das Training zu integrieren. Angesichts von 22 fitten Profi-Spielern sei das auch schwierig.

Bei Joshua Kimmich werde man die nächsten Spiele noch gucken, ob man ihn in der U19 oder in  der U23 einsetze (je nach Bedarf) und dann wird man schauen, inwiefern er bald eine Option für die Profis sei. Kimmich mache aber von seiner Art her und wie er sich präsentiert viel Spaß.

14.20

Zorniger zu Stuttgart: “War erfreulich, weil wir das erste Mal über 90 Minuten im Spiel waren. Wichtig, dass wir die Konstanz reinkriegen. Man hat gesehen, wie gut uns die Power von Morys und Poulsen tut. Sollte auch Signal an die anderen Spieler sein, unsere Grundrichtung zu verinnerlichen.”

Zu Osnabrück: “Den Trainer kennen wir ja, da wissen wir was auf uns zu kommt. Super Stadion, Flutlichtspiel, enthusiastisches Publikum. Das wird noch mal was ganz anderes. Trainieren morgen noch mal hier und fahren dann nach Osnabrück. Freitag dann eine Lockerungseinheit und dann das Spiel.”

“Grundsätzlich geht es um die Einstellung zur Spielweise. Die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen steigt, wenn du so spielst wie am letzten Wochenende.” Wenn man so spiele, wie gegen denVfB und nicht plötzlich denkt, es geht auch anders, dann habe man auch in Osnabrück gute Chancen.

“Wollen in erster Linie unsere Philosophie auf den Platz bringen.” Andererseits soll es künftig noch mehr darum gehen, durch auch personelle Anpassungen von Spiel zu Spiel auf potenzielle Schwachpunkte des Gegners zu reagieren. Im Moment bedeute das aber wahrscheinlich nicht, dass sich die Aufstellung ändern werde.

“Fakt ist, die Kompaktheit von Osnabrück aufzubrechen, ist eine harte Aufgabe. Schalten zudem extrem schnell um. Versuchen wir zu sehr das Spiel zu machen, könnte das ganz fatal werden. Walpurgis macht da einen sehr guten Job. Offensiv haben sie eine Menge  Qualität, auch auf der Bank. Körperlich eine sehr gute Truppe. Kopfballstarke Spieler. Wären schlecht beraten, es dauernd mit langen Bällen zu versuchen.”

“Wir arbeiten sehr kontinuierlich an unserer Spielphilosophie und machen das nicht davon abhängig, ob wir zwei Spiele in Folge gewinnen oder nicht. Haben kurz-, mittel- und langfristige Ziele und die integrieren wir in unsere Trainingsarbeit.” Sieg in Osnabrück wäre gut für den Punktestand und für die Ruhe zum Arbeiten.

Zum Stuttgart-Anstoß-Tor: Wäre unsinnig jetzt auf die Variante zu verzichten. Die Trainer hätten auch vorher schon gewusst, dass RB die Variante kann und es habe gegen den VfB trotzdem funktioniert. Aber man werde über Anpassungen nachdenken und die Variante nur einsetzen, wenn sie Sinn macht.

Zu Rockenbach: Zorniger weicht erstmal aus und meint, dass alle gut trainiert haben. “Jeder Spieler muss sich hinten anstellen.” Vor allem, weil das Team gerade homogen sei und gut funktioniere.

14.04

Matthias Morys, so wie auf  dem Platz, in überragender Geschwindigkeit. Nun Alexander Zorniger.

14.04

Matthias Morys zu Stuttgart: “Können mit der Leistung sehr zufrieden sein. Gut mit und gegen den Ball gespielt. Kleines Manko in der Chancenauswertung.” Zu Osnabrück: “Heißes Spiel. Schönes Stadion. Da muss man an die Leistung vom VfB-Spiel anknüpfen und die Chancen besser verwerten.”

Warum man noch nie zweimal hintereinander gewonnen hat in der zweiten Liga: “Hat nicht immer geklappt, unsere beste Leistung zu bringen. Hatten auch starke Gegner.”

Ob Lotte noch eine Rolle spielt bei der Anfahrt: “Hab ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Vielleicht kommen noch mal Emotionen hoch, wenn wir da vorbeifahren. Aber eigentlich zählt nur Osnabrück.”

“Osnabrück ist vorne richtig stark mit Grimaldi und Spann. Aber auch hinten stark.”

“Hab die ganze Woche ganz normal trainiert. Hoffe, dass ich fit bleibe und so viel Spiele wie möglich machen kann.”

13.56

Ein paar Minütchen noch und dann geht es hier auch mit Stimmen der sportlichen Protagonisten los.

13.55

Für das Auswärtsspiel in Osnabrück ist eine sehr intensive und ausgeglichene Partie zu erwarten. Der Gastgeber rechnet mit knapp 10.000 Besuchern. Von RB-Seite werden wohl maximal 200 Leute zu diesem freitagabendlichen Match mitreisen.

13.52

Zu Besuch heute mit Matthias Morys ein Beteiligter am Rekordtor vom Samstag und Alexander Zorniger. Mal sehen, ob die Anstoßvariante, um die es gerade so einen Hype gibt, heute noch mal Thema ist.

13.49

Da sind wir schon. Während das Blitztor von Daniel Frahn gegen den VfB gestern und heute via Youtube rund um die Welt wandert, steht schon das Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück vor der Tür. Mit der besonderen Geschichte, dass Coach Maik Walpurgis nach den Relegationsspielen mit den Sportfreunden Lotte schon wieder auf RB Leipzig trifft.

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6 Gedanken zu „Abnutzungskampf“

  1. „der allerdings ein gutes Bindeglied zwischen Sechs und Stürmern spielte (was Schulz in der Form sicher nicht könnte)“

    Das hat Schulle gegen Stuttgart aber deutlich effizienter erledigt als Röttger, siehe eine der schönsten Vorlagen (für Morys, und das war nicht seine einzige Torschussvorlage) und das wunderbar im Verbund mit Frahn herausgespielte Tor. Ich glaube ja eher die frühere Dreierreihe (ohne einen DM wie Ernst oder Sebastian) hat Schulz mehr in die Defensivarbeit gedrängt. Über Übersicht und einen guten Abschluss verfügt er jedenfalls auch. Röttger habe ich jedenfalls nicht wirklich auffälliger gesehen (abseits der schönen Doppelpass mit Kaiser vor der Frahnchance in Halbzeit 2), dazu hat er bereits zur Pause hin abgebaut.

  2. @Rumpel: Wobei es auch einen Unterschied macht, ob du dich in der ersten Halbzeit gegen einen noch taktisch zurückhaltenden Gegner agierst oder in den letzten 20 Minuten frisch kommend die Chance kriegst, einen offenen Gegner zu bespielen. Abgesehen davon hast du aber wohl recht, dass es eine Frage der Besetzung der Dreierreihe ist, wie ein Schulz darin aussieht. Trotzdem ist Röttger eher der nach vorne denkende Spielertyp, während Schulz zuletzt (sieht man vom VfB-Spiel ab) wieder ein wenig in seine frühere Rolle als Sicherheitsquer- oder Rückpass-Schulz zurückfiel (ganz besonders in Elversberg). Aber egal, was wir zwei tüfteln (und ich fand Schulz gegen den VfB auch sehr gut und hab ihn deswegen oben in mit in die Startformation geschoben), Zorniger plant aktuell offenbar eher keine Änderungen in der Startelf. Vielleicht ist das aber auch nur ein Bluff.

  3. Zur PK, also wer ist denn der ältere Herr, der eigentlich lieber seine eigene Ansicht ausbreitet anstatt Fragen zu stellen? (Die Kanone mit dem „doppelten Rockenbach“

  4. „Warum man noch nie zweimal hintereinander gewonnen hat in der zweiten Liga: ‚Hat nicht immer geklappt, unsere beste Leistung zu bringen. Hatten auch starke Gegner.'“ – Bin begeistert! Du hast auch die Zeitmaschine und lauschst den Pressekonferenzen ein Jahr im Voraus … 😉 Zweite Liga und so.

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