Spendenbereitschaft

Die Freie Presse heute mit einem kleinen Polit-Krimi um den BUND und verschiedene Vorstellungen von dessen Weiterentwicklung und personeller Besetzung in der Spitze und Einflussnahme seitens der Grünen. Das wäre an dieser Stelle wohl kaum eine Bemerkung wert (auch wenn der Artikel recht interessant ist), gäbe es nicht auch einen ganz kleinen Abstecher zu RB Leipzig:

Als der von Red Bull finanzierte Fußballclub RB Leipzig vor drei Jahren den Bau eines Trainingszentrums im geschützten Auwaldgebiet ankündigt, stellt sich der BUND in Leipzig zunächst quer. Im Dezember 2012 gehen auf dem Konto des BUND-Landesverbandes dann 5000 Euro von RB Leipzig ein – deklariert als Spende für die Regionalgruppe Leipzig. Danach verstummt die Kritik an dem Red-Bull-Bau.

Wer die Hintergründe verstehen will, wer hier aus welchem Interesse diese Information lanciert hat, lese den Artikel. Fakt ist, dass dem Leipziger Teil des BUND, für den Jürgen Kasek als präsentestes Gesicht stellvertretend steht, hier quasi Bestechlichkeit vorgeworfen wird.

Was schon deswegen recht schwierig ist, weil die großen Auseinandersetzungen zwischen den Umweltschutzverbänden (BUND, NABU, Ökolöwen) bereits Anfang 2011 stattfanden und Ende Februar 2011 in einer gemeinsamen Pressekonferenz von RB Leipzig (mit Dieter Gudel), allen 3 Verbänden und dem Leipziger Umweltbürgermeister Rosenthal (der auch für Sport und Ordnung verantwortlich ist) öffentlich beigelegt wurden. Seitdem gibt es zwischen den Verbänden und dem Verein keinen wirklichen Streit mehr. Was auch durch den BUND selbst belegt werden kann, die im Mai vergangenen Jahres, als es um die Bebauungspläne am Cottaweg (also die Gestaltung des Gesamtgeländes am Cottaweg rund um das Trainingszentrum von RB Leipzig) ging, formulierten:

Auch im Hinblick auf die bereits seit mehr als einem Jahr bestehende positive informelle Zusammenarbeit mit dem Hauptnutzer der in Rede stehenden B-Plan-Fläche, dem RasenballSport Leipzig e.V., wurden vereinsex- und -intern zum jetzigen Zeitpunkt des Verfahrens zahlreiche Punkte diskutiert und Ergänzungen/Forderungen formuliert, die wir Ihnen hiermit übermitteln wollen. Unserer Ansicht nach lassen sich mit kooperativen Gesprächen und einem umfassenden Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten (Stadtverwaltung, RB Leipzig, breite Teile der Umweltverbände) Lösungen erzielen, die allen Ansprüchen gerecht werden und auch solcherart kommuniziert werden können.

Das klingt jetzt alles nicht danach, als müsste sich RB Leipzig Ende 2012 das Schweigen eines renitenten Umweltverbandes erkaufen, wie es die Freie Presse in ihrem Artikel nahelegt. Den Weg der konstruktiven Zusammenarbeit begann man Anfang 2011 gemeinsam zu beschreiten. Schien den Umweltverbänden offenbar der Weg, auf dem sie am ehesten ihnen wichtige Geschichten einbringen konnten. Dass man sich von Seiten von RB Leipzig dann Ende 2012 auf anderen Wegen in Form einer Spende für den lokal-kooperativen Umweltschutz auch mal erkenntlich zeigt, ist dann nicht gar nicht mehr ganz so erstaunlich..

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7 Gedanken zu „Spendenbereitschaft“

  1. Faszinierend was alles versucht wird um „Skandale“ zu finden. Danke für die Info – das hatte ich gar nicht auf dem Schirm.

  2. Das Schlimme an solchen Aktionen ist, dass immer was davon hängen bleibt und dann solche nur Schlagzeilen lesende, nicht nachdenkende Trolls dies dann weiter und weiter tragen. Am Ende bleibt immer ein Imageschaden zurück.

  3. Wenn man nur nicht durch so viel Gülle tauchen müsste, um so eine Perle zu finden. Das war einer der besten FP-Artikel seit langer Zeit.

    Ausgesprochen realistisch beleuchtet: Die Rolle des Tobias Mehnert.

    Was an der RedBull-Geschichte dran ist, kann ich schlecht beurteilen.
    Ich kenne aber Fälle, bei denen Umweltverbände ihre Kritik gegen Geld zurückzogen, z.B. Bau des Pumspeicherkraftwerkes Goldistal. Da hat Vattenfall (muss man nicht mögen) richtig Geld in die Hand nehmen müssen.

  4. naja – also für mich ist dieser „gemachte Skandal“ nicht unbedingt neu – vor ein paar Montaten hat doch die Dredner Morgenpost schonmal in genau die gleiche Kerbe reingeschlagen – einfach nur traurig das so schlecht recharchiert wird in Bezug auf RBL und dieses Thema – auch wenn der Rest des Artikels lesenswert ist – aber furchtbar wenn man erst RBL mit ins Spielbringen muß um eine „Sensation“ zu schaffen…. 🙁

  5. Was wird hier jetzt eigentlich richtig gestellt ??
    Der Vorwurf bleibt !
    Vieles was ausgehandelt wurde , wurde garnicht verwirklicht !
    Was ist mit den Ausgleichspflanzungen??
    Es wird der Mantel des Schweigens darüber gelegt .
    5000 € , so leicht lässt sich Gewissen kaufen !
    Und Ja , RB ist eine Art Mafia.

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