Finale Prognosen

Letztlich ist der geliebte Fußball eine Sache von Wahrscheinlichkeiten. Man kann die Wahrscheinlichkeit, in einer Saison gut abzuschneiden, durch eine kluge Kaderzusammenstellung (mit oder ohne Geld) oder durch fachlich sehr gut ausgebildetes Personal zu seinen Gunsten beeinflussen. Und man kann die Wahrscheinlichkeit, dass die einzelnen Spiele gewonnen werden, durch Scouting, Aufstellung und Taktik erhöhen oder bei falschen Entscheidungen verringern. Und nicht zuletzt spielt in einer so engen und ausgeglichenen Liga wie der dritthöchsten deutschen Spielklasse auch das Momentum keine zu unterschätzende Rolle. Man kann sich in den 38 Saisonspielen in einen Flow spielen, der zum Schluss den Aufstieg sichert. Aber genausogut kann man in einen negativen Strudel geraten, der wiederum die Wahrscheinlichkeit, Spiele zu gewinnen, deutlich verringert.

Was man bei all dem nicht kriegt, ist Sicherheit. Ich kann so ziemlich alles richtig machen und am Ende trotzdem nicht ganz oben stehen, weil man eben doch nur Wahrscheinlichkeiten erhöhte, ohne Sicherheit zu kriegen. Weswegen es eigentlich eine ziemlich brotlose Sache ist, vor der Saison Prognosen über deren Verlauf abzugeben. Denn letztlich wird das endgültige Saisonergebnis auch durch Zufälle, Schiedsrichterentscheidungen oder abgefälschte Bälle entschieden. Sodass man meist oberhalb oder unterhalb des ‚theoretisch‘ wahrscheinlichen landet. Es wird zwar nie der Fall eintreten, dass der FC Bayern absteigt, das wäre schlicht eine zu große Abweichung von der Wahrscheinlichkeit, aber der FC Bayern kann auch mal Dritter oder Vierter werden, ohne dass dies – im Sinne der Wahrscheinlichkeit – ein extremes Ergebnis wäre.

Was auch heißt, dass das Reden darüber, wer wohl am Ende der Drittligasaison 2013/2014 aufsteigen wird, letztlich außer Acht lässt, dass man eigentlich mit gutem Gewissen immer nur einen Ereigniskorridor vorgeben kann und das Küren von Favoriten noch nicht sonderlich viel heißt. Trotzdem herrscht in Expertenkreisen und das sind die 20 Drittligatrainer nun mal, weitgehend Einigkeit, dass das Quartett 1.FC Heidenheim, Preußen Münster, Chemnitzer FC und RB Leipzig die heißesten Anwärter auf einen der drei Topplätze am Ende der Saison stellt.

Einer Aussage, der man kurz vor Saisonbeginn und somit auch weitestgehend am Ende der Bemühungen um einen leistungsstarken Kader, ziemlich uneingeschränkt zustimmen kann. In Heidenheim, Münster und Chemnitz formuliert man den Wunsch auf einen dieser Plätze auch relativ offensiv. In Leipzig formuliert man nicht ganz so offensiv, ohne sich gegen die Möglichkeit des Aufstiegs zu wehren. Das und wie es dem ganzen Rest der Liga geht in einer Übersicht.

1.FC Heidenheim (50.000 Einwohner): Vier Jahre lang in der oberen Hälfte der dritten Liga gespielt. Letztes Jahr knapp am Relegationsplatz vorbeigeschrammt. Ein gewachsenes, erfahrenes Drittligateam, das im Kern (bis auf den ausgeliehenen Kevin Kraus) komplett zusammengeblieben ist und noch einmal (mit Sökler und Reinhardt vor allem in der Mittelfeldzentrale) verstärkt wurde. Im Sturm ist man mit Thurk und Niederlechner etwas dünn aufgestellt, dafür bleibt der höherklassig umworbene Topscorer Schnatterer offenbar im Team. Dazu hat man in Heidenheim ein absolut gesundes, wirtschaftliches Umfeld und auch Euphorie (5.000 verkaufte Dauerkarten). In Heidenheim passt aktuell alles zusammen. Weswegen sie auch in der Prognose ein kleines Stück vor allen anderen stehen.

Preußen Münster (300.000 Einwohner): Wie Heidenheim scheiterte auch Münster letztes Jahr nur knapp am Relegationsplatz. Dass man so weit oben landete, war eigentlich eine positive Überraschung, das Verpassen des Platzes wurde aber im träumenden Umfeld trotzdem als Niederlage empfunden. In diesem Jahr hat sich Preußen Münster in der Breite (mit einigen Talenten) und der Spitze (u.a. Piossek und Manno aus Osnabrück) noch mal ordentlich verstärkt und muss schon deswegen zu den Aufstiegsfavoriten gezählt werden. Allerdings muss man abwarten, ob das, was letztes Jahr noch überraschend gut funktionierte, dieses Jahr wieder funktionieren wird und ob Coach Dotchev in Ruhe arbeiten kann. Von den Ausgangsbedingungen her steht Münster ganz vorn in der Prognose, allerdings ist die Chance, dass es nicht funktioniert und die Träume in Unruhe ersticken, auch vergleichsweise groß.

Chemnitzer FC (240.000 Einwohner): Auch in Chemnitz ist der Kader in seinen wichtigen Teilen zusammengeblieben und wurde in der Spitze mehr als ordentlich verstärkt (Garbuschewski, Hensel, Cinar, Riederer). Dazu zwei, drei Talente und fertig ist ein aufstiegsreifer Kader. Problem ist die insgesamt sehr dünne Spielerdecke. Nur 19 Feldspieler und zwei Keeper umfasst der Kader aktuell. Mit Verletzungen, wie es in der Vorbereitung bei den Topneuzugängen schon der Fall war (Hensel fällt auch zum Saisonstart aus), wird es ganz schwer, die drei ersten Plätze zu erreichen. Letztlich das selbe Konzept wie vor drei Jahren in der Regionalliga. Kleiner, dafür in der Spitze hochklassiger Kader. Damals ging es gut und man stieg auf. Ob dies in einer Saison mit 38 Liga- plus x Sachsenpokalspielen auch klappt, muss man sehen. Leichte Skepsis ist angebracht. Wenn man aber nur die erste Elf aller Vereine vergleichen würde, dann wäre Chemnitz ganz vorne mit dabei.

RB Leipzig (520.000 Einwohner): Von den wirtschaftlichen und infrastrukturellen Bedingungen und Möglichkeiten her die Nummer 1 der dritten Liga. Kadertechnisch sicherlich auf Augenhöhe mit der Konkurrenz im Aufstiegskampf. Dazu ein Toptrainer. Vieles spricht für RB Leipzig (auch dass man in der Winterpause sicherlich noch mal an ein, zwei Kaderschrauben drehen kann). Die Frage wird sein, wie die Talente, die in der Sommerpause verpflichtet wurden (es kam kein höherklassiger, erfahrener Spieler) die im Kern zusammengebliebene Mannschaft unter Druck setzen und so verbessern kann. Aufgrund ihrers Alters kann man von den Neuverpflichtungen nicht verlangen, dass sie sofort einschlagen. Zudem muss sich RB Leipzig erst einmal an Tempo und individuell größerer Klasse in der dritten Liga gewöhnen. Geht der Anpassungsprozess schnell, dann liegt der Aufstieg drin. Wenn nicht, dann wird es schwer. Insgesamt ein Mitfavorit, aber nicht der Topfavorit.

SV Wehen-Wiesbaden (270.000 Einwohner): Ein Club, der mir in der öffentlichen Bewertung etwas zu billig weggeht. Zwar hat man mit Zlatko Janjic einen Topspieler nach Aue verloren. Da dieser allerdings sowieso menschlich nicht unumstritten war, ist es vielleicht fürs Team auch zu verkraften. Zumal Wehen-Wiesbaden viel für den Kader getan hat (u.a. Toptalent Wießmeier ausgeliehen, Jänicke aus Dresden geholt). Mit Peter Vollmann hat man zwar einen erfahrenen Trainer, aber auch einen, der nirgends sehr lange war. Vom Kader her gehören sie zu den Topmannschaften der Liga. Ob sie das auch auf den Rasen bringen, muss man abwarten. Letztes Jahr hatte man einfach zu viele Unentschieden (18!) in Ligaspielen. Verliert man dies Jahr wieder so wenig Spiele wie letztes (9), dann können sie die Aufstiegsränge attakieren. Ob mit oder ohne Vollmann wird man dann sehen.

1.FC Saarbrücken (180.000 Einwohner): Saarbrücken gehört in die Kategorie erweiterter Favoritenkreis. Im letzten Jahr eher enttäuschend nur 11. hat man in diesem Sommer einige erfahrene Dritt- (und einen Zweit-)ligaspieler unter Vertrag genommen. Insbesondere der Abgang von Sven Sökler nach Heidenheim dürfte aber auch weh tun, genauso wie der verletzungsbedingt lange Ausfall von Neuzugang Andreas Glockner. Falls Saarbrücken die im Kader versammelte Drittligaerfahrung schnell zu einer Einheit formt und ins Rollen kriegt, können sie eventuell für eine Überraschung sorgen. Ein Platz knapp hinter der Spitzengruppe ist aber wahrscheinlicher.

VfL Osnabrück (150.000 Einwohner): Nach verpasstem Zweitligaaufstieg und finanziellen Problemen ist der Kader etwas ausgeblutet. Viele Leistungsträger verließen den Verein. Verpflichtet wurden dagegen vor allem Spieler aus unteren Ligen, die man nun auf Drittligaspitzenniveau bringen will. Topneuzugang sicherlich Trainer Maik Walpurgis, der nach langem Ringen von RB-Relegationsgegner Lotte kam. In seinem ersten Jahr in Osnabrück wartet ein Übergangsjahr, das man auch mit den taktischen Fähigkeiten von Walpurgis wohl locker in der oberen Tabellenhälfte verbringen wird. Ein erneuter Angriff auf die Aufstiegsplätze liegt aber frühestens in der kommenden Spielzeit drin.

Hansa Rostock (200.000 Einwohner): Der unumstrittene Herrscher über den Fußball Mecklenburg-Vorpommern. Eigentlich immer mit Blick nach oben geht man nun auch schon wieder in die dritte Drittligasaison. Und zählt sicherlich nicht zu den ganz großen Favoriten. Zumal man Spieler im Dutzend verlor und neu dazu holte und mit einem neuen Trainer in die Saison geht (Andreas Bergmann). Das muss in jedem Fall wachsen und der eine oder andere neu verpflichtete Spieler gehört auch nicht unbedingt zur Kategorie potenzielle Zweitligaspieler. Ich glaube, in Rostock erlebt man eine Übergangssaison, bei der nach oben nicht viel geht und bei der die Gefahr nach unten zu rutschen eher gering ist. Tut man letzteres aber, dann könnte es ganz schwer werden, denn ob man in Rostock Abstiegskampf kann, ist ziemlich fraglich.

VfB Stuttgart II (600.000 Einwohner): Der VfB sieht sich ja gern als bester Nachwuchsausbilder Deutschlands. Und die U23, die als einzigstes Zweitteam eines Proficlubs sechs Jahre lang durchgängig die dritte Liga halten konnte, bestätigt dies durchaus. Weswegen sie auch in diesem Jahr mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden. Den Anforderungen eines Nachwuchsteams entsprechend sind wieder einige Spieler aus der A-Jugend dazugekommen. Und mit Marco Grüttner hat man sich als ältere Korsettstange den Toptorschützen der Stuttgarter Kickers gesichert. Zudem hat man in der Mittelfeldzentrale mit Rathgeb, Yalcin und Khedira einiges an Qualtität. Jürgen Kramny sollte mit diesem Team letztlich in der oberen Tabellenhälfte landen.

Jahn Regensburg (140.000 Einwohner): Der Zweitligaabsteiger über den eigentlich niemand spricht. Vor einem Jahr sensationell mit einem Kader aufgestiegen, dem man maximal einen Mittelfeldplatz prognostiziert hätte, ein Jahr später wenig sensationell wieder sang- und klanglos abgestiegen. Regensburg dürfte sich ohne Abstiegssorgen in der oberen Tabellenhälfte festsetzen. Zu mehr reicht es aber wohl nicht. Wie der neue Trainer Thomas Stratos zusammen mit dem veränderten Team, in dem einige Spieler teils höherklassig wechselten und nur unterklassige Verstärkungen dazu kamen, funktionieren wird, muss man auch erst mal sehen. Man darf da durchaus auch ein bisschen skeptisch sein.

MSV Duisburg (490.000 Einwohner): Erst seit knapp zwei Wochen mit der Sicherheit überhaupt in der dritten Liga antreten zu dürfen, hat man nach dem Zwangsabstieg aus der zweiten Liga bis auf sieben Spieler den kompletten Kader verloren plus den Trainer und musste in den letzten Tagen demnach einen neuen aus dem Boden stampfen. Das ist insgesamt ganz gut gelungen  (auch wenn es erst 15 Feldspieler sind) und man hat ein gesundes Gerüst an drittligatauglichen Spielern zusammen. Allerdings wird nun Neu-Coach Karsten Baumann die undankbare Aufgabe haben, diesen Haufen zu einer Mannschaft zu machen. Es wird wohl dafür reichen, sich von den Abstiegsrängen fernzuhalten, mehr ist aber aktuell nicht wirklich drin. Konsolidierung muss das Ziel sein.

Hallescher FC (230.000 Einwohner): Gehörten für mich vor ein paar Wochen noch zu den klaren Abstiegskandidaten. Durch ein paar kluge Neuverpflichtungen haben sie aber absolut das Potenzial nicht abzusteigen. Die Frage wird sein, wie schnell das Dutzend an Neuzugängen integriert werden kann, zumal auch die Stammelf zu mehr als 50% aus Neuzugängen bestehen wird. Das wird sicherlich noch ein paar Wochen dauern, in denen das Umfeld auch bei einem eher schlechten Tabellenplatz die Nerven behalten muss. Sven Köhler ist ein sehr guter Coach, aber man muss ihm den Rücken freihalten, damit der Verein sicher in die avisierten frühen Klassenerhaltsgewässer segeln kann.

Rot-Weiß Erfurt (200.000 Einwohner): In Erfurt träumt man seit Jahren von der zweiten Liga. Nun hat man das ganze in eine Vision 2016 gegossen. Bis dahin soll aus Träumen Wirklichkeit werden. Aktuell täte man allerdings gut daran, mit Nüchternheit auf die kommende Saison zu blicken, denn wenn es schlecht läuft, wartet ein ähnlich harter Kampf um den Klassenerhalt (eine Situation, die man in Erfurt eigentlich als Ausnahme annahm) wie im letzten Jahr. Mit Drexler, Oumari und Morabit hat man drei Spieler an die zweite Liga verloren. Als Neuzugänge holte man Nachwuchsspieler und Profis, die funktionieren können, aber nicht müssen. Wie zum Beispiel André Laurito, der zwar bei Jahn Regensburg Kapitän war, aber dort große Teile der letzten Saison verletzungsbedingt verpasste. Dazu kommt mit Walter Kogler ein interessanter Trainer, der in Österreich bisher sehr erfolgreich und auch modern arbeitete. Die Vorbereitung lief eher schlecht und das anspruchsvolle System des Trainers wird wohl noch eine Weile dauern, bis es von der Mannschaft beherrscht wird. Wenn man dann schon im Keller steht und die Stimmung in eben diesem ist, kann es ne olle Saison werden. Wenn aber die Neuzugänge schnell passen und der Trainer schnell sein Konzept durchbringt, dann kann es auch ganz entspannt zugehen. Ohne Träume nach oben versteht sich.

Borussia Dortmund II (570.000 Einwohner): Die akutell neben dem VfB zweite U23 der Liga, die nun in ihr zweites Jahr geht. Letzte Saison konnte man sich im Schlussspurt noch vor dem Abstieg retten. In dieser Saison wünscht man sich den Klassenerhalt sicherlich etwas früher. Mit David Solga hat man dafür von Dynamo Dresden eine Mittelfeldkorsettstange geholt, die ein gutes Dutzend junger, interner oder externer Neuzugänge führen soll. Das wird eine anspruchsvolle Aufgabe, deren Ausgang sich schwerlich prognostizieren lässt. Insgesamt sollte es wieder für den Klassenerhalt reichen, sicher ist das aber nicht.

Holstein Kiel (240.000 Einwohner): Mit Ex-Coach Thorsten Gutzeit hätte ich sie eher in der oberen als in der unteren Tabellenhälfte gesehen. Mit Neu-Coach Karsten Neitzel muss man erst mal abwarten, wie dieser mit dem Kader, der fast komplett ein Gutzeit-Kader ist (wenige Neuzugänge, nur zwei bis drei mit aktuellen Stammplatzambitionen), arbeiten kann. Das Leistungsniveau der letzten zwei Jahre in Kiel war ein sehr gutes. Nun wird sich herausstellen, wie hoch der Anteil von Thorsten Gutzeit war. Dass Gutzeit für die Fußballlehrer-Ausbildung beim DFB seinen Job sausen ließ, ist sicherlich der bitterste Abgang in Kiel. Insgesamt sollte Kiel kein Abstiegskandidat sein, dazu sind sie individuell zu gut besetzt. Ganz sicher sollte man sich aber nicht fühlen.

SV Darmstadt 98 (150.000 Einwohner): Sportlich schon abgestiegen, profitierte Darmstadt letztes Jahr davon, dass Offenbach zwangsabsteigen musste. Allerdings konnte man dementsprechend erst spät den neuen Drittligakader planen, was sicherlich ein kleiner Nachteil für den Verein ist. Insgesamt konnte Darmstadt den wichtigen Kaderteil halten, kann aber bis auf Marcel Heller und drei Stürmer, die anderswo nicht zu den Stammkräften gehörten, auch nicht unbedingt auf namhafte Neuzugänge verweisen. Weswegen man in Darmstadt wohl eine erneute Saison Abstiegskampf erleben wird. Aber durchaus mit guten Chancen, ihn erfolgreich zu bestehen.

Stuttgarter Kickers (600.000 Einwohner): Im vergangenen Jahr nur knapp dem Abstieg von der Schippe gesprungen, geht es auch bei den Kickers um eine weitere Konsolidierung in Liga 3. Dabei dürfte der Abgang von Torjäger Marco Grüttner zum VfB Stuttgart II sehr weh tun und von KSC-Neuzugang Elia Soriano nicht wirklich aufzufangen sein. Schwierig zu beurteilen, wie die Neuzugänge zum Verein passen werden. Realistisch wird man die Stuttgarter Kickers erst nach zwei, drei Spielen beurteilen können. Mehr als Klassenerhalt ist aber als Saisonziel nicht drin.

Wacker Burghausen (20.000 Einwohner): Letztes Jahr eine der Überraschungen der dritten Liga, als man als Achter einkam. Finanziell nicht auf Rosen gebettet verlor man einige Leistungsträger an höherklassige Teams oder an Drittligisten mit größerer Perspektive. Andererseits holte man vornehmlich Nachwuchsspieler und Profis, die andersow auf dem Abstellgleis standen (wie den Hallenser Angelo Hauk). Georgi Donkov muss aus dem qualitativ überschaubaren Kader nun eine Mannschaft formen, die den Klassenerhalt schaffen kann. Das wird sicherlich nicht einfach.

SpVgg. Unterhaching (25.000 Einwohner): Unterhaching spielte letzte Saison eine famose Hinrunde und war zur Hälfte der Saison Vierter. In der Rückrunde brach man aber ein und spielte punktemäßig auf Absteigerniveau. Finanziell ist man in dieser Saison wieder mal sehr eng gestrickt und musste einige Leistungsträger ziehen lassen und konnte sich andererseits nur mit jungen oder unterklassigen Spielern verstärken. Ziel des Vereins kann nur der Klassenerhalt sein und schon der dürfte erheblich schwer werden.

SV Elversberg (15.000 Einwohner): Wenn man an Abstiegskandidaten in der dritten Liga denkt, wird wohl von vielen zuerst die SV Elversberg genannt werden, die als Zweiter der Regionalliga Südwest sich in der Relegation knapp gegen 1860 München II durchsetzen konnte. Nun will man unter Coach Jens Kiefer dauerhaft in der dritten Liga ankommen. Vor allem mit Stürmer Felix Luz und Keeper Morten Jensen hat man für dieses Ziel Drittligaklasse verpflichtet. Allerdings hat man insgesamt das Gefühl, dass ein Kader, der schon letztes Jahr nicht überragend besetzt war, nicht besser geworden ist. Dazu muss Elversberg die Heimspiele im benachbarten Saarbrücken spielen, da das heimische Stadion nicht den Anforderungen entspricht (und perspektivisch umgebaut werden soll). Sicherlich auch nicht unbedingt ein Vorteil. Ganz nüchtern gesehen ist Elversberg erster Abstiegskandidat.

Fazit

Gerade wenn man auf die Aufstiegskandidaten guckt, hat man das Gefühl, dass der eine oder andere da finanziell arg auf Kante genäht ist. Hoffen wir mal, dass dies gut geht und in dieser Liga letztlich die sportliche Abschlusstabelle auch die entscheidende sein wird. Aus meiner und jetziger Sicht, die ein wenig vom Blick auf die dritte Liga von vor ein paar Wochen abweicht und bei der man natürlich die einleitenden Worte oben beachten muss, sähe die Abschlusstabelle jedenfalls so aus (in Klammern die Spannweite möglicher Platzierungen):

  1. 1.FC Heidenheim (1-3)
  2. Preußen Münster (1-7)
  3. Chemnitzer FC (1-6)
  4. RB Leipzig (1-6)
  5. SV Wehen-Wiesbaden (2-8)
  6. 1.FC Saarbrücken (3-10)
  7. VfL Osnabrück (5-10)
  8. Hansa Rostock (6-14)
  9. VfB Stuttgart II (6-12)
  10. Jahn Regensburg (6-12)
  11. MSV Duisburg (7-13)
  12. Hallescher FC (10-18)
  13. Rot-Weiß Erfurt (10-18)
  14. Borussia Dortmund II (12-19)
  15. Holstein Kiel (12-18)
  16. SV Darmstadt 98 (13-20)
  17. Stuttgarter Kickers (14-20)
  18. Wacker Burghausen (14-20)
  19. SpVgg. Unterhaching (14-20)
  20. SV Elversberg (16-20)

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Ein Gedanke zu „Finale Prognosen“

  1. Zu Rot-Weiß Erfurt: Ich denke, dass Kogler zunächst ein System mit einem defensiven Sechser spielen lassen wollte, sich aber dann für das taktisch simplere 4-4-2 mit Doppel-Sechs entschieden hat. Insofern hat er auf den Problemcluster: Neuer Trainer, neue Spieler, relativ kurze Vorbereitungszeit reagiert. Ob’s was genutzt hat, werden wir sehen. Bald.

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