Transfer(gerüchte): Poulsen, Kimmich, Quaschner

Mit der offiziellen Bekanntgabe der Verpflichtungen von Christos Papadimitriou (der hier kürzlich schon mal kurz vorgestellt wurde), Yussuf Poulsen und Joshua Kimmich, die RB Leipzig alles zusammen – wenn man der medialen Berichterstattung Vertrauen schenken möchte – reichlich 1.000.000 Euro gekostet haben, schien die Kaderplanung beim Verein erst einmal abgeschlossen. Insgesamt sieben Neuzugänge füllen den Kader auf die gewünschte Zahl von 22 Feldspielern auf. Nicht eingeplant war das gestern aufgetauchte Gerücht um Nils Quaschner von Hansa Rostock, den die BILD zuerst schon fix zu RB Leipzig schrieb, während die LVZ ihn später (wie heute auch die BILD) beim FC Liefering sah. Aber der Reihe nach.

Yussuf Poulsen: Der gerade erst 19 Jahre alt gewordenen Däne gilt gemeinhin als Königstransfer. Wenn man die im Raum stehende Ablösesumme von 600.000 Euro nimmt, dann kann man das wohl so stehen lassen (auch wenn für Carsten Kammlott vor drei Jahren ähnliche Summen gezahlt worden sein sollen). Eine Ablösesumme, die natürlich auch ein gewisses Maß an besonderer Beobachtung und Erwartung mit sich bringt. Zumal sich Poulsen gegen kolportierte Angebote dänischer Erstligisten und das Interesse vom VfB Stuttgart (die ihn wohl aber maximal für die zweite Mannschaft verpflichtet hätten) entschieden hat.

Yussuf Poulsen kommt vom dänischen Zweitliga-Vierten Lyngby BK und schoss dort in seinem ersten Jahr, in dem er praktisch durchgehend eingesetzt wurde in 29 Ligaspielen 11 Tore und bereitete vier vor. Zudem ist Poulsen Stammkraft in Dänemarks U19 und durfte Ende Januar sogar sein Debüt in der dänischen A-Nationalmannschaft feiern. Sieben Minuten in einem Freundschaftsspiel in Mexiko stehen deswegen auf seiner Haben-Seite. Keine monströse Bilanz, aber immerhin ein Fingerzeig, dass er in seiner Heimat einiges sportliches Ansehen genießt.

Bei 1,93 m Körpergröße könnte man annehmen, dass Poulsen als direkter Ersatz für den Sturmturm Stefan Kutschke ins Team kommt. Wenn man genauer hinsieht, dann handelt es sich aber um sehr unterschiedliche Spielertypen, denn im Gegensatz zu Kutschke ist Poulsen eher ein spielender Stürmer, der auch gut und gern den schnellen Flügelstürmer geben kann, also in diesem Sinne auch eine sehr gute Ergänzung zum Goalgetter Daniel Frahn wäre. Der Spieler, den man mit langen, hohen Bällen einsetzt, die er dann per Kopf verteilen und sichern soll, ist Poulsen nach erster Inansichtnahme jedenfalls nicht.

Mit Yussuf Poulsen hat sich RB Leipzig wieder ein Stück Zukunft gesichert. Einer, der bei entsprechender Entwicklung, die er als junger Spieler definitiv noch vor sich hat, den avisierten Weg von RB Leipzig ein ganzes Stück mitgehen könnte. Wobei der Konjunktiv hier bewusst gewählt ist, denn wie sich ein solcher Spieler entwickelt ist, Ablösesumme hin oder her, nicht ausgemacht. Und als Vorzeigetransfer wird er in den Drittligastadien der Republik sicherlich von den Abwehrspielern schon mit besonderer Vorfreude erwartet. In so einer Situation muss man sich auch erst mal durchsetzen wollen. Von der Akklimatisierung in einem fremden Land mit fremder Sprache mal ganz abgesehen (und vor allem sprachlich geht es bei RB Leipzig ja nicht sonderlich international zu).

Man darf sich als Fan oder interessierter Zuschauer auf einen durchaus spektakulären Offensivspieler freuen, von dem man nicht erwarten sollte, dass er von heut auf morgen die dritte Liga in Grund und Boden spielt. Erstens wird es eine Zeit dauern, bis er sich in das taktische System bei RB Leipzig einfügt, wie man in den Testspiel gegen Havelse und HB Køge in Ansätzen beobachten konnte. Und zweitens muss auch er sich – wie der Rest der Mannschaft – in der neuen Liga zurechtfinden. Gelingt dieser Anpassungsprozess, könnte RB Leipzig viel, viel Freude am ersten zweiten A-Nationalspieler (nach Fabio Coltorti, der wenige Einsätze für die Schweiz vorweisen kann), in der Vereinsgeschichte haben. Dass Poulsen einen Vierjahresvertrag unterschrieben hat, zeigt jedenfalls dass man gemeinsam viel vor hat (oder auch, dass RB im Fall der Fälle noch ein paar Transfereuros einstreichen will).

Durch die Verpflichtung von Yussuf Poulsen verfügt RB Leipzig jetzt über ein Sturmquintett (Frahn, Kammlott, Morys, Thomalla). Was auch heißt, dass es im Saisonverlauf Härtefälle geben wird. Andererseits sind die fünf in ihren Spielweisen auch teilweise erheblich unterschiedlich, sodass man auf unterschiedliche Herausforderungen auch mit unterschiedlichen taktischen Ideen reagieren kann. Und Morys und Kammlott können im Fall der Fälle auch im rechten bzw. linken Mittelfeld eingesetzt werden. Für Thomalla, der noch am ehesten an Stefan Kutschke erinnert, wird es dabei ein wenig eng hinter Frahn und Poulsen, auch wenn er in der Vorbereitung einen sehr guten Eindruck hinterließ.

Fazit: Yussuf Poulsen macht aus einem sehr gute besetzten Sturm einen extrem gut besetzten Sturm. Man darf sich auf einen spektakulären, torgefährlichen Spieler freuen, der die perfekte Besetzung neben Daniel Frahn sein könnte. Man sollte aber trotzdem abwarten, was sich von der Versprechung Poulsen auch einlöst und dem jungen Mann nicht die 600.000 Euro als Last auf die Schultern laden.

Joshua Kimmich: Mediengeschätzt nur 100.000 Euro weniger als Poulsen kostete der deutsche U18-Nationalspieler Joshua Kimmich den Verein, um ihn aus Stuttgart loszueisen. Und trotzdem entstand um Kimmich nicht ansatzweise der Wirbel, den es um Poulsen gab. Was nur bedingt damit zu tun haben kann, dass Kimmich nicht in der Offensive, sondern im defensiven Mittelfeld zu Hause ist. Und auch das eine Jahr weniger, das Kimmich mit seinen 18 Jahren vorzuweisen hat, erklärt die Unterschiede in der öffentlichen Aufregung nur unzureichend.

Vielleicht liegt es daran, dass Kimmich vorerst quasi nur zwei Lehrjahre in Leipzig verbringen wird, denn wenn die Berichte stimmen, dann hat der abgebende VfB Stuttgart nach zwei Jahren die Möglichkeit Kimmich für dann 750.000 (also quasi 250.000 Euro Ausbildungsgebühr als Differenz zu dem, was RB gezahlt hat) zurückzuholen. Tun sie das nicht, dann hat RB die Möglichkeit Kimmich per Option für zwei weitere Jahre zu behalten. Eine eher seltsame Konstruktion, denn wenn Kimmich einschlägt, dann wird ihn der VfB zurückholen und RB hätte ihn für einen geringen finanziellen Gegenwert ausgebildet. Und wenn Kimmich nicht einschlägt, dann hätte RB gute Karten für eine Weiterbeschäftigung, aber eventuell wenig Interesse.

Das ist natürlich hoch spekulativ und das was in zwei Jahren ist, weiß man eben auch immer erst wirklich, wenn es so weit ist. Seltsam mutet der Wechsel aber trotzdem an, denn so richtig klar ist vor allem die Position des VfB Stuttgart in dem Spielchen nicht. Klar ist aus Sicht von RB Leipzig offenbar, dass man von Kimmichs Talent und davon dass er sich hier in den nächsten zwei Jahren durchsetzen kann, überzeugt ist. Klar ist aus Spielersicht, dass er jetzt den Sprung in den Männerfußball schaffen will. Klar ist aus VfB-Sicht, dass man ihm diesen Sprung in der aktuellen Saison aber im eigenen Verein noch nicht anbieten kann oder will, weil man in der U23 auf seiner Position mit Khedira, Yalcin und dem Kapitän Rathgeb einiges an Konkurrenz hat, die aktuell Vorrang genießt. Andererseits ist die daraus folgende Logik, Kimmich an RB Leipzig auszuleihen, damit er dort Spielpraxis sammeln kann, einigermaßen schräg. Denn schwächer als in Stuttgart dürfte die Konkurrenz hier in Leipzig auch nicht sein. Und auf gar keinen Fall so schwach, dass Kimmich hier automatisch ins Team rutschen wird.

Und tut er das nicht, fällt er im Gegensatz zum VfB Stuttgart sehr tief. Dort hätte er mit der U19 immerhin noch Bundesliga spielen können. In Leipzig blieben ihm nur noch die Landesliga mit der U23 und die Regionalliga mit der U19. Beides Wettbewerbe, die für seine Entwicklung sicherlich nicht extrem optimal wären. Sieht man es von dieser Seite, ist die VfB-Sicht nicht unbedingt zu verstehen. Außer man glaubt nicht zu 100% an Kimmich. Denn täte man dies, dann hätte man ihm für seine Entwicklung einen Platz in der U23 gegeben und ihm bei dortigen Nichteinsatz in der U19-Bundesliga Spielpraxis verschafft.

Dass sie das seltsamerweise nicht tun, ist dementsprechend für RB Leipzig ein Glücksfall, denn so erhalten sie eines der größeren Talente hierzulande. Ein Talent, das ein relativ klares Ziel, nämlich die Bundesliga und trotzdem keine Flausen im Kopf hat, wie er im Interview mit Kick-S [broken Link] vom Januar diesen Jahres beweist. Und ein Talent, das bereit ist für den Schritt in den Männerbereich auch den schwierigeren Weg über RB Leipzig als den wohlbehüteten über ein weiteres Jahr U19 in Stuttgart zu gehen. Von der Seite her ist Kimmichs klares Auftreten und die Fokussierung auf das Ziel schon mal beeindruckend. Zumindest in einer Art und Weise, dass man sich auch gut vorstellen kann, dass er sich in Leipzig eher früher, denn später durchsetzt.

Joshua Kimmichs Stärken werden allgemein in seinem Zweikampfverhalten verortet. Mit 1,76 m ist er etwas größer als Dominik Kaiser und sollte bei weiterer Arbeit an seinen körperlichen Voraussetzungen dementsprechend auch die etwas robustere Variante des direkten Konkurrenten werden können. Denn letztlich erscheint Kimmich ansonsten auf den ersten Blick als Spielertyp wie eine Kopie des bisher im RB-Dress so überragend auftretenden Dominik Kaiser (wobei man da noch zwei, drei direkte Livebeobachtungen abwarten sollte, bevor man dies endgültig beurteilt).

Womit die Fragen, wo Joshua Kimmich seine Position finden könnte, auch schon anfangen. Denn dass Kimmich kurz- bis mittelfristig und auf Dauer anstelle von Dominik Kaiser auflaufen könnte, erscheint mit aktuellem Wissen ziemlich unvorstellbar. Falls dem tatsächlich so ist, dann bliebe im 4-3-1-2 oder im 4-3-3 (in der 4-1-2-2-1- bzw. 4-3-2-1-Form) nur noch die Möglichkeit, Kaiser auf eine der beiden Achter-Positionen rechts oder links zu schieben, damit Kimmich dann auf der Sechs spielen kann. Wo Kaiser aber in der vergangenen Saison bei den entsprechenden Versuchen bei weitem nicht so auftrumpfen konnte, wie auf der Sechs.

In einem 4-4-2 mit flacher Doppelsechs oder im 4-3-3 (in der 4-2-3-1- bzw. 4-2-1-3-Form) wiederum wäre Platz für Kaiser und Kimmich gemeinsam auf den zwei Sechserpositionen. In diesem Fall müsste Kimmich aber die Konkurrenten Schulz und Ernst ausstechen. Was insbesondere bei ersterem und seiner Wichtigkeit für das Team in der vergangenen Saison nicht ganz einfach scheint. Zudem wären Kimmich und Kaiser zusammen im defensiven Mittelfeld eine sehr kleine Aufstellung. Schon im letzten Jahr fehlte im defensiven Mittelfeld von Zeit zu Zeit Kopfballstärke und Robustheit. Mit einem Doppel Kimmich/ Kaiser würde man in Bezug auf diese Kriterien nicht gerade zulegen. Was in einigen Drittligaspielen nachteilig sein könnte.

Alles nur Spekulationen, das ist klar. Andererseits ist es eine hochspannende Frage, wo der ambitionierte, aber eben auch noch sehr junge Joshua Kimmich überhaupt eine Chance hat, seine Rolle zu finden. Gerade bei dem hohen Konkurrenzdruck bei RB Leipzig. Aber wenn man von etwas überzeugt sein kann, dann dass Zorniger und Rangnick diese Frage vor der Verpflichtung auch behandelt und für sich und für Kimmich befriedigend beantwortet haben.

Fazit: Die Verpflichtung von Joshua Kimmich ist ähnlich wie die von Yussuf Poulsen eine Versprechung auf die Zukunft. Allerdings mit dem Wermutstropfen, dass RB es offenbar vertraglich nicht in der Hand hat, ob Kimmich zwei oder vier Jahre bleibt. Trotzdem darf man sich auf ein junges Talent mit klarem Kopf und Ziel freuen. Ein Talent, das die Sechser-Position modern und somit absolut im Sinne des Trainers ausfüllen kann. Mal gucken, ob sich sein Mut zum Wechsel in den nächsten zwei Jahren für ihn auch auszahlt.

Nils Quaschner: Und noch mehr (potenzielle) Zukunft. Potenziell weil es bisher nur ein Gerücht ist. Nils Quaschner ist ein 19jähriger Mittelstürmer, der in seiner Karriere im Nachwuchsbereich schon einiges gesehen hat. Höhepunkt dabei sicherlich die Teilnahmen an U17-Europa- und Weltmeisterschaften im Jahr 2011. Vor einem Jahr wurde er dann bei Hansa Rostock in den Profikader aufgenommen. Und schon Anfang August 2012, damals noch 18 Jahre alt, feierte Quaschner sein Debüt in der dritten Liga und schoss nur drei Wochen später sein erstes Tor. Insgesamt stand er bis zur Winterpause 13mal (sieben Spiele von Beginn an, eins über 90 Minuten) auf dem Platz und in 18 von 21 Fällen im Spieltagskader. Talent auf dem Sprung in den Profikader würde man sagen.

In der Rückrunde war dann von Quaschner lange nichts mehr zu sehen, weil er verletzungsbedingt ausfiel. Im April meldete er sich zurück und spielte für den Rest der Saison noch ein paar Partien in U23 und U19. In letzterer wurde er im Rahmen der Spiele um die deutsche Meisterschaft der A-Junioren bundesweit auffällig. Denn im Halbfinale gegen die vom Namen her großen Bayern schoss er alle drei Tore und seine Mannschaft damit ins Endspiel gegen Wolfsburg (wo man aber letztlich unterlag).

Quaschners vordergründiges Problem ist tatsächlich, dass er ein Stürmer ist, denn wenn bei RB Leipzig ein Kaderbestandteil schon mehr als gut besetzt ist, dann ist das der Sturm. Dort tummeln sich aktuell bereits fünf Spieler mit ordentlicher bis herausragender Klasse. Daniel Frahn wird in dieser Saison wenn alles normal läuft wieder permanent gesetzt sein. Und dahinter kämpfen Poulsen, Kammlott, Morys und Thomalla um (je nach System) ein bis zwei Plätze in der Startelf. Ein weiteres 19jähriges Talent passt da eigentlich nicht so recht rein. Spielzeiten gäbe es jedenfalls wohl nur in einem sehr überschaubaren Rahmen. Es sei denn Quaschner würde wie eine Bombe einschlagen. Dass Quaschner größere Lust auf die Landesliga mit der U23 von RB Leipzig hätte, während er in Rostock mit der zweiten Mannschaft immerhin Oberliga spielen könnte, ist jedenfalls nicht anzunehmen.

Das Problem rund um Quaschner ist, dass sein Vertrag 2014 ausläuft und sich Quaschners Berater und Hansa Rostock bisher auf keine Vertragsverlängerung einigen konnten bzw. wollten. Weswegen es aktuell so aussieht, als wäre Quaschner in jedem Fall 2014 weg. Was auch bedeutet, dass einem klammen Verein wie Hansa Rostock eigentlich jedes Angebot, das noch mal Geld abwirft, recht sein dürfte. Und die im Raum stehenden 300.000 Euro, die Ralf Rangnick in die Hand nehmen würde, würde man wohl mit Kusshand nehmen.

Dazu kommt, dass Quaschner aktuell in Rostock etwas verbrannt ist, denn erst vor wenigen Tagen hatte man ihn so zitiert, dass er „Bock“ auf Hansa habe und diese Aussage wird ihm angesichts der Wechselgerüchte (ausgerechnet zu RB) nun fanseitig um die Ohren gehauen. Dabei hatte er ja vielleicht wirklich noch Bock auf ein Jahr Hansa und die Wechselgerüchte und der Sinneswandel haben eventuell auch etwas mit der erwähnten wirtschaftlichen Lage von Hansa und deren Wunsch, angesichts der fehlenden Vertragsverlängerung noch ein paar Euro mitzunehmen zu tun.

Doch wie gesagt, bei RB ist kein Platz für Quaschner, was Alexander Zorniger auch schon deutlich gesagt hat (nannte das Wechselgerücht „Unsinn“). Weswegen die neueste Version des Gerüchts nicht unplausibel erscheint, denn diese Version besagt, dass Ralf Rangnick Nils Quaschner tatsächlich für eine mögliche Zukunft von RB Leipzig verpflichten, aber in der österreichischen zweiten Liga beim FC Liefering parken würde. Was dann die faktische Nachwuchsmannschaft von Red Bull Salzburg wäre.

Sinn macht diese Variante in vielerlei Richtung. Hansa würde noch mal Geld kriegen für einen Spieler, der ansonsten in einem Jahr für umsonst gehen würde und von dem gar nicht klar ist, ob er Hansa in der kommenden Saison sportlich hilft. Ralf Rangnick würde in der Perspektive für RB Leipzig ein Sturmtalent verpflichten und in Ruhe gucken können, ob Quaschners Entwicklung für RB Leipzig reicht. Und Nils Quaschner bekäme in der österreichischen zweiten Liga (also vermutlich ungefähr auf deutschem Drittliganiveau) Einsatzzeiten in ausreichendem Maße, die er bei Hansa vielleicht nicht kriegen würde und bei RB Leipzig erst recht nicht. Zudem würde er sicherlich einen guten Euro verdienen.

Die einzige unsichere Frage ist, ob die österreichische zweite Liga (bei allem Respekt) mit ihrer nicht gerade übermäßigen Öffentlichkeitswirksamkeit tatsächlich einen Spieler wie Nils Quaschner, der ja mit seinen jungen Jahren auch schon an gut besuchten Fußballhighlights schnuppern durfte, jenseits des sportlichen reizt. Was ich mir zugegebenermaßen bei jemanden, der u.a. eine Anfrage vom HSV ablehnte, schwerlich vorstellen kann.

Letztlich ist es eine vertrackte Gemengelage für den 19jährigen Mittelstürmer, der – bei weiterer Arbeit an der körperlichen Robustheit – ein recht kompletter Goalgetter werden kann. In Rostock ein rotes Tuch mit dem der Verein vielleicht noch mal Geld verdienen will. RB Leipzig keine Option. Der FC Liefering vielleicht von der sportlichen Qualität her eine gute, vom emotionalen Reiz her aber eine überschaubare Option. In Rostock bleiben also schwer, mit den zur Verfügung stehenden Optionen weggehen aber unter Umständen auch. Vielleicht kommt ja noch ein anderer Club um die Ecke, aber ein Verein, der ihm dauerhaft Einsatzzeiten auf mindestens Drittliganiveau und einen finanziellen Sprung verschafft, dürfte aktuell nicht dabei sein (auch beim HSV II wäre es ja erst mal Regionalliga mit der U23 gewesen).

Fazit: Das blöde an dem Gerücht ist dessen pure Existenz, denn dadurch wird Nils Quaschner ziemlich in die Enge getrieben. Wäre unter Umständen besser gewesen, BILD und LVZ hätten auf das Gerücht im Sinne des jungen Spielers gestern verzichtet, aber das ist natürlich Wunschdenken. So steht für Quaschner und seine Berater nun eine schwierige Entscheidung an, in der aktuell – auch wenn es absurd klingt – vieles für die Variante FC Liefering spricht. Für Nils Quaschner kann man nur hoffen, dass er sich da nicht vergalloppiert. Für RB Leipzig wäre es hingegen eine relativ ideale Situation, näher an Quaschner heranzukommen, ohne ihn in der aktuellen Saison im Kader zu haben. Denn er ist zwar ein Talent, aber in welche Richtung er sich entwickelt, ist gerade bei einem zentralen Stürmer recht schwierig vorherzusagen.

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7 Gedanken zu „Transfer(gerüchte): Poulsen, Kimmich, Quaschner“

  1. Interessante Betrachtung der neuen Leipziger Verpflichtungen.
    Bei Joshua Kimmich würde ich gedanklich anders herangehen. Gesetzt dem Fall, er schlägt ein und Stuttgart möchte ihn zurück, dann war das Ganze eine Leihe, an der ihr, statt eine Leihgebühr zu zahlen, noch verdient habt! Vielleicht hilft er euch in diesen 2 Jahren durch die 3.Liga, dann stellt ihr euch in der 2.Bundesliga doch eh neu auf?!
    Bleibt er unter den Erwartungen von Zorniger und Rangnick, ist´s Brühe und ziemlich herausgeworfenes Geld gewesen. Aber wer 250 000 Euro als eine geringe Ausbildungsgebühr ansieht, der kann doch mit 500 000 Euro, die in den Sand gesetzt wurden, umgehen?! 😉

  2. Das Problem ist, dass man einen 18jährigen, der einschlägt, natürlich nicht so gerne wieder hergeben will. Und falls er wirklich so einschlägt, wie er sich das in seinem Karrierezielsinne (Bundesliga) vorstellt, hilft er zwar sportlich, aber er muss dann ziemlich sicher wieder gehen. Und wenn man dann einen Spieler zwei Jahre lang so geformt hätte, dass er auf Bundesliganiveau gelangt (bzw. es in einen Bundesligakader reicht), dann würde ich 250.000 Euro Ausbildungsgebühr als gering erachten.

    1. Zumal es dann auch, wenn er sich wirklich stark entwickelt, schwierig sein wird für diesen Geldbetrag einen gleichwertigen Ersatz zu finden der dessen entstandene Lücke dann füllen kann.

  3. Vielleicht ist das Kimmich-„Problem“ ja auch ganz einfach:
    Wenn Kimmich will, kann ihn der VfB nach 2 Jahren zurückkaufen. Wenn Kimmich nicht zurück will, wird die VfB-Option nicht wirksam. Ergibt doch Sinn, oder?

    1. Warum dann so verklausuliert. Dann hätte man an Kimmichs Stelle auch einfach ein 2 Jahresvertrag gemacht und am Ende hätte er sich sogar aussuchen können wo er hin will.

      2 Jahre + 2 Jahre Option mit der unbedingten Option Stuttgarts ihn wieder zu bekommen ist das einzige, was bei dieser Laufzeit sinn macht. Alles andere hätte man anders regeln können.

  4. Bei Kimmich sieht man doch ganz deutlich was hinter den Kulissen gelaufen ist. Ohne die Rückkaufoption hätte ihn RB nicht bekommen können. Damit ist der Transfer natürlich ziemlich unfair ausgefallen. Wie RBB richtig schreibt, wird man ihn sicher in 2 Jahren los sein, wenn er richtig einschlägt.

    Trotzdem ist es absolut richtig, so ein Talent zu verpflichten, wenn man kann. In Liga 3 kann er uns bestimmt weiterhelfen. Und selbst wenn er wieder geht, weil er viel besser geworden ist, dann ist das doch eine prima Werbung für weitere Spieler herzukommen.

  5. @Crank:
    Verklausuliert?
    Wo genau hast du denn den KORREKTEN Vertragstext gefunden?
    Vom Kimmich-Vertrag waren doch dur Andeutungen in der Presse zu lesen!
    Ich glaube schon, dass Rangnik und Co Vollprofis sind, dass Kimmich von Stuttgart OHNE dessen Einverständnis zurückgeholt werden kann glaube ich nicht. K. hat ja wohl auch den gleichen Berater wie Gomez- also auch hier Vollprofi.

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