Regionalliga: RB Leipzig vs. Sportfreunde Lotte 2:0

Selten hat man wohl ein Spiel erlebt, bei dem die Erwartungen an seinen Verlauf sich so erfüllten, wie beim Relegationshinspiel zur dritten Liga zwischen RB Leipzig und den Sportfreunden Lotte. Man konnte ein robust-nüchternes Spiel zweier hoch angreifenden und verteidigenden Mannschaften mit wenigen Torchancen erwarten und hat genau das gekriegt. Dass RB Leipzig mit einem 2:0 zum Rückspiel fährt, war letztlich das Optimum, was aus RB-Sicht aus dem Spiel herauszuholen war.

Alexander Zorniger sprach nach dem Spiel von einem „Abnutzungskampf“. Und genau der war es vor allem in der ersten Halbzeit, als sich die Teams keinen Zentimeter des grünen Rasens schenkten und zwischen den Strafräumen nach Herzenslust um den Ball gekämpft wurde. Das war insgesamt nicht die ganz große Fußballkunst, aber zumindest hochgradig intensiv und aufgrund der Relegationssituation sowieso spannend. Das besondere dieses Relegationshinspiels, in dem niemand den ersten Fehler machen wollte, war jederzeit zu spüren und äußerte sich auch in zumindest so zu interpretierender Nervosität. Denn gerade die leichten Ballverluste und Stockfehler bei RB gab es in dieser Häufigkeit schon lange nicht mehr zu sehen. Geordnete Bälle in die Spitze waren dagegen wenige zu vermelden.

Zu sehen waren vor allem Standards der Sportfreunde Lotte, die in der ersten Halbzeit insgesamt den leicht geordnetern Eindruck machten und im Mittelfeld ein optisches Übergewicht erzielten. Gefährlich wurde es aber trotzdem nur nach Ecken und Freistößen. Von letzteren verhängte die kleinlich, aber auch nicht konsequent und auch nicht immer richtig pfeifende Schiedsrichtern so einige rund um den RB-Strafraum. Vor dem Spiel war klar, dass man ruhende Bälle in Tornähe vermeiden sollte. Im Spiel wurde dann auch klar, warum, denn nach Ecken und Freistößen musste die RB-Defensive einige Male zittern. Es war zwar letztlich kein extrem gefährlicher Ball dabei, aber man hatte auch nicht das Gefühl, dass das Vermeiden eines Gegentors gegen die kopfballstarken Gäste ewig gut gehen könne, wenn denn die Bälle weiter so durch den Strafraum segeln.

Leidtragender des spielerisch etwas kargen ersten Durchgangs war insbesondere Carsten Kammlott, der mit den hoch heranfliegenden Bällen wenig anfangen konnte. Die wenigen flachen Bälle waren dazu entweder zu unpräzise oder konnten von Kammlott nicht entscheidend kontrolliert werden. Interessant dabei aber, dass Kammlott daran nicht – wie in manch einem anderen Spiel in seinen letzten drei Jahren bei RB – zerbrach und untertauchte, sondern diese Situation annahm und sich in jeden der hohen Bälle fast schon in Kutschke-Manier hineinwarf und jederzeit mit seiner Körpersprache signalisierte, dass er da und hellwach ist. Es war spielerisch sicherlich nicht Kammlotts Sahnetag, aber was er in Sachen Kampf und Einsatz gegen körperlich überlegene Gegenspieler fürs Team in die Waagschale warf, war ziemlich beeindruckend.

Vielleicht deswegen auch kein Zufall, dass es Kammlott war, der dem Spiel die entscheidende Wende gab. Denn nachdem RB mit viel Schwung und ihrer besonderen Anstoßvariante, bei der alle kopfballstarken Spieler mit dem Anpfiff Richtung gegnerische Hälfte rennen, wo der Ball dann lang hingeschlagen wird, aus der Kabine kam, war es Kammlott, der am Fünfmeterraum in einen eigentlich schon verloren geglaubten Ball spritzte und von Innenverteidiger Nauber beim Rettungsversuch getroffen und gefällt wurde. Ein Elfmeter, zu dem es keine zwei Meinungen geben kann und der verdiente Lohn für den Dauerkämpfer Kammlott.

0:0 in einem Relegationsspiel. Elfmeter. Eine Situation, in der wohl auch nicht jeder freiwillig den Ball und die Verantwortung annimmt. Wenn man nach diesen Kriterien blind auf jemanden tippen müsste, der sich das traut, würde man wohl zuerst bei Kutschke landen. Wenig überraschend, dass er dann in seinem letzten Heimspiel im RB-Trikot die Verantwortung übernahm. Wenngleich ihn wohl auch nicht jeder als sicheren Elfmeterschützen auf der Rechnung hat. Wie er den Ball dann aber mit großer Selbstverständlichkeit flach links versenkt, ist großes Kino. Auch weil der Torwart in die richtige Ecke fliegt, aber in diesem Leben keine Chance hätte, diesen Ball zu halten. Trocken, scharf, platziert. Alles richtig gemacht. Und wohl der entscheidende Moment in diesem Relegationshinspiel.

Denn fortan waren die RasenBallsportler nicht mehr im Zugzwang, sondern konnten das Spiel auch ein bisschen auf sich zukommen lassen. Die spätere Umstellung auf ein kompakteres und stärker konterorientiertes 4-4-2 mit flacher Doppelsechs und die Einwechslung von Matthias Morys als Konterstürmer waren die Folge davon. Vorher hatte man sich in einem 4-3-1-2 mit Rockenbach als Zehner und offensiver Anspielstation versucht. Nicht immer resultierte daraus auch ein zielführendes Spiel mit dem Ball.

So sehen Sieger aus - RB Leipzig vor dem 2:0-Sieg gegen die Sportfreunde Lotte | GEPA Pictures - Roger Petzsche

Das Spiel der RasenBallsportler sah mit der Führung im Rücken besser aus, auch wenn Richtung Gästetor weiterhin nur wenig ging. Aber man hatte seinen Gegner nun besser im Griff und insbesondere in der Mittelfeldzentrale weitestgehend die Kontrolle. Ohne wirklich dominant zu sein, hielt man sich die Sportfreunde Lotte weitestgehend vom Strafraum fern. Trotzdem hatte man eher das Gefühl, dass RB eher das 1:0 über die Zeit bringen, als noch ein Tor nachlegen könne.

Ironischerweise hatten die Sportfreunde Lotte ihre beste Chance spät in der eigentlich an RB gehenden zweiten Halbzeit. Einen Moment lang standen die Gäste auf der linken Seite mit zwei Spielern gegen Christian Müller. Bastian Schulz rückt zu spät raus, um in der Situation auszuhelfen, sodass die Flanke präzise in den Strafraum kommt. Dass Kotuljac den Ball unbedrängt aus handgeschätzten sieben, acht Metern recht deutlich über das Tor köpft, geht wohl als das Glück durch, das man in so einem Spiel braucht.

Und es war die direkte Vorgeschichte für das für die Gesamtabrechnung so wichtige zweite Tor, das Morys mehr oder weniger im direkten Gegenzug erzielt, als er erst einen langen Ball in die Spitze sichert, indem er ihn auf Kutschke ablegt, von wo aus der Ball via Fandrich und mit ein bisschen Glück beim eingelaufenen Morys landet und er die wohl einzige klare Chance aus dem Spiel heraus abgeklärt und wunderschön verwandelt. In der Erinnerung war dies der einzige gelungene und von der Gästeabwehr nicht zu verteidigende Angriff über mehrere Stationen in Strafraumnähe in 90 Minuten. Wenn die RasenBallsportler an diesem Abend etwas waren, dann effektiv.

Den Rest des Spiels passiert bis auf ein paar Fouls und Karten (siehe auch die Randbemerkung zur roten Karte gegen Shapourzadeh) nicht mehr viel. Hätte RB neben einem großartigen Kampftag auch noch einen spielerischen Sahnetag erwischt, hätten sie die eine oder andere nun entstehende Lücke und den einen oder anderen hohen Ballgewinn noch veredeln können, aber das wäre angesichts des Spielverlaufs auch nicht so richtig angemessen gewesen.

Fazit: Es war der erwartet nüchterne Fußball mit wenigen Chancen, den RB Leipzig und die Sportfreunde Lotte in einem Kampf mit viel Intensität boten. Wobei nüchtern nicht unmodern meint, denn mit ihrem jeweils aggressiven Spiel gegen den Ball agierten beide Teams eher modern, neutralisierten sich darin aber auch ein wenig. Die erste Halbzeit ging gefühlt hauchdünn an die Gäste, weil sie etwas dominanter und durch ihre Standards gefährlicher wirkten. Die zweite Halbzeit riss RB Leipzig durch sehr gute fünf Minuten nach der Pause ein wenig stärker an sich. Weswegen der Sieg an sich in Ordnung geht. Dass es letztlich ein Sieg mit zwei Toren wurde und nicht, wie es wohl besser zum Spiel gepasst hätte, mit einem Tor, kann man getrost der fast schon gnadenlosen Effektivität von RB Leipzig in diesem Spiel zuschreiben. Eine ergebnistechnisch perfekte erste Halbzeit in der Relegation, deren zweite Hälfte nun in Lotte gespielt wird. RB Leipzig hat am Sonntag vor 2.000 mitgereisten RB-Anhängern einen Aufstiegselfmeter. Reinmachen muss man ihn aber trotzdem noch. Und manchmal wird das Tor beim Elfmeter verdammt klein..

Randbemerkung 1: Große Aufregung gab es nach 92 Minuten als Amir Shapourzadeh einem langen Ball hinterhersprintete und in Coltorti, der die Kugel wegfing, mit leicht gestrecktem Bein hineinsprang. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus hatte schon die gelbe Karte in der Hand, als auf dem Platz eine heftige Rudelbildung einsetzte. Als sich diese langsam auflöste, zeigte Steinhaus zur Überraschung fast aller dem Lotter Spieler plötzlich glatt rot. Wofür er die Karte denn nun bekam, war nicht genau auszumachen. Auch der Täter selbst wunderte sich darüber und Gästecoach Walpurgis konnte den Platzverweis „nicht nachvollziehen“. Schaut man sich die TV-Bilder aber sehr genau an, dann sieht man, dass Coltorti nach dem Foul schon wieder auf den Beinen ist, sich an der Rudelbildung beteiligt und plötzlich wieder zu Boden geht, als Shapourzadeh an ihm vorbei läuft. Schaut man sich die TV-Bilder dann noch genauer an, dann sieht man wie Shapourzadeh scheinbar mit voller Absicht bei Coltorti auf den Fuß steigt. Wenn Steinhaus das gesehen hat (was angesichts des Rudels eher ungewöhnlich wäre) und dafür die rote Karte gezeigt hat (oder eventuell für eine nicht sichtbare schwere Beleidigung), dann Respekt, denn dann wäre die Karte (weil Tätlichkeit oder eben Beleidigung) völlig gerechtfertigt. Wenn sie die Karte allerdings für das Foul gegen Coltorti gezeigt hat, dann wäre die Karte überzogen. Shapourzadeh jedenfalls hat sich mit der Aktion (sowohl das Foul, als auch das Treten auf den Fuß) nicht nur selbst geschadet, sondern auch der ganzen Mannschaft, denn im Rückspiel muss Lotte nun ohne seinen besten Vorlagengeber (18 Vorlagen) und Scorer (25 Scorerpunkte) den 0:2-Rückstand aufholen. Was die Aufgabe nicht einfacher macht.

Randbemerkung 2: Man will eigentlich gar nicht immer drauf rumreiten, weil Quantität ja auch noch kein richtiges Argument ist, aber 30.000 Zuschauer bei einem Relegationsspiel zweier Viertligamannschaften, das zeigt wieder mal deutlich das Potenzial, welches Fußball in dieser Stadt hat. Es zeigte sich aber auch während des Spiels, dass diese Größenordnung an Zuschauern noch keine gemeinsame Geschichte hat und dass in einer eventuellen höheren Liga wieder einmal die Aufgabe wartet, als Publikum in dann größerer Zahl neu zusammenzuwachsen. Dass RB letztlich die 30.000 Zuschauermarke überschreiten konnte, lag auch daran, dass sich im Gästeblock neben einer Handvoll Anhänger aus Lotte auch verschiedene, insgesamt vielleicht 1.000 RB-Gegner unterschiedlicher Fußballherkunft eingefunden hatten. Die hatten sich unter dem Motto „Getrennt in den Farben, vereint in der Sache“ dem Support der Sportfreunde gegen Red Bull verschrieben. Muss man nicht verstehen, kann man aber sicher machen. Ist ja schließlich auch ein freies Land. Zu erwähnen ist, dass man sich neben den gewohnten Red-Bull-Schmähgesängen (von Schweine bis Tod und Hass) tatsächlich auch häufig dem Support der Sportfreunde Lotte widmete, aber um homophoben Quatsch („Für ’n paar Schwule seid ihr ganz schön laut.“) trotzdem nicht herumkam. Dass man letztlich noch versuchte, in den Sektor A zu gelangen und zwei Böller zündete (Böller sind nun wirklich das assozialste, was man im Fußballrahmen zünden kann) und damit nach Aussagen von Geschäftsführer Wolter zwei Balljungen mit Knalltraumata ins Krankenhaus brachte (Walpurgis: „Solche Chaoten braucht keiner.“ Kutschke: „Es ist schon die Frage, wer hier den Sport kaputt macht.“), entschuldigt sich letztlich durch nichts mehr. Ich frage mich ja an solchen Abenden immer, ob den Beteiligten bewusst ist, dass sie keinen einzigen der 29.000 restlichen Zuschauer mit solchen Aktionen zu ihren Vereinen zurückholen werden. Ganz das Gegenteil ist der Fall. Denn es sind 29.000 Leute, die nach Hause gehen und eine Geschichte über den ‚Gäste’block erzählen, in der dieser nicht gut wegkommt..

Randbemerkung 3: Klatschpappen gesichtet! Nicht viele, aber sie waren da. Ich weiß, dass das ein Kampf gegen Windmühlen werden könnte, aber ich möchte das nicht als Massenphänomen. Dann schon lieber Attacke mit Trompete (sorry, kleiner (Insider-)Witz am Rande).

Lichtblicke: Kann man jemanden aus dem Team herausheben? Vielleicht die beiden Innenverteidiger Hoheneder und Franke, die in allen Situationen halbwegs brenzliger Natur fehlerlos agierten und damit wesentlich zum fehlenden Gegentor beitrugen. Starkes, verlässliches Spiel der beiden. Ansonsten allseits viel Kampfes-Licht, aber auch einiger Schatten. Insgesamt eine ausgeglichene Team-Leistung, wie schon desöfteren in dieser Saison.

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Tore: 1:0 Kutschke (47./ FE), 2:0 Morys (84.)

Rot: Shapourzadeh (90./ Tätlichkeit oder ev. grobes Foulspiel)

Aufstellung: Coltorti – Müller, Hoheneder, Franke, Heidinger – Röttger (61. Fandrich), Kaiser, Schulz – Rockenbach (74. Morys) – Kammlott (83. Ernst), Kutschke

Zuschauer: 30.104 (davon 60 Gästefans plus 1.000 RB-Gegner und deswegen Teilzeitlottefans)

Links: RBL-Bericht [broken Link], RBL-Liveticker [broken Link], RB-Fans-Bericht, MDR-Bericht [broken Link], Lotte-Bericht

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Bild: © GEPA pictures/ Roger Petzsche

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23 Gedanken zu „Regionalliga: RB Leipzig vs. Sportfreunde Lotte 2:0“

  1. „Klatschpappen gesichtet! Nicht viele, aber sie waren da. Ich weiß, dass das ein Kampf gegen Windmühlen werden könnte, aber ich möchte das nicht als Massenphänomen.“

    Goooooott und ich hatte so gehofft, dass wir davon verschont bleiben.

  2. Die Klatschpappen wurden wohl vor dem Stadion verteilt. Allerdings nicht vereinsseitig, sondern waren, wenn ich das richtig gesehen habe, eine Werbung /Aufruf zum Blut spenden.

    1. Exakt. Das war Werbung für’s Blutspenden beim DRK. An sich ’ne gute Sache. Vielleicht können sie beim nächsten Mal einfach rot-weisse Fähnchen verteilen, oder so.

  3. Vielen Dank für deinen wie immer sehr lesenswerten Spielbericht. Konnte diesmal ebenfalls anreisen und mir den Spaß anschauen.
    Was mir neben dem überstrapazierten Mittel ‚langer Ball‘ nach vorn – Hauptsache, Kaiser kommt ins Kopfballduell – wahnsinnig auf die Nerven ging, war das ständige Rumsielen auf dem Grün. Beiderseits. Musterbeispiel war für mich Schulz auf der linken Seite glaube um die 70. Minute. Er ist praktisch schon durch, nimmt aber lieber nen Standard mit statt weiter zu dribbeln und lässt sich fallen. Die TV Bilder haben mir das gestern noch mal bestätigt, – ohne Berührung des Gegenspielers. Das und einige andere Szenen un nicht erlaufene Bälle hinterließen bei mir den faden Geschmack, dass sich Situationen mit kämpferischem Einsatz und dem Missen desselbigen dir Waage hielten.
    Grandios fand ich ich Fabian Franke, der selten schön anzusehen ist, aber mich bei jeder Aktion am einen gewissen Herrn Carsten ‚the Clown‘ Ramelow erinnert, den ich in ähnlicher Manier aus Leverkusen kenne. Und der war ja bekanntlich mal Nationalspieler :-).

  4. toller spielbericht, sehr gute einschätzung. zum leidigen thema: bin regelmäßig bei lok zu gast und war auch gestern bei rb im stadion, denn ich möchte gerne guten fußball sehen, egal welcher verein spielt. gestern konnte ich viele der pöbelnden masse den ultras von lok zuordnen. die gesichter waren mir alle bekannt. traurig, dass die sportfreunde von lotte erst für den quark verdächtigt wurden. traurig, dass die lok-fans so einen mist veranstalten müssen. mal davon abgesehen, war das gestern wahrlich drittliga verdächtig. die stimmung im rb-block war der hammer!

    1. @Tom ich glaube dem Mob in Block D gestern ist der Verein Lok Leipzig mindestens genauso unwichtig, wie unser Verein.
      Sie haben mit dem versuchten Sturm auf die Haupttribüne dem Verein Lok Leipzig schweren Schaden zugefügt, denn wie rotebrauseblogger in seinem Artikel schon anmerkt, werden sich sehr viele neutrale Zuschauer gestern an dieses asoziale Verhalten von nachweislich Lok/Erfurt/Halle erinnern!
      Für mich persönlich ist der Verein Lok Leipzig aber nicht erst seit gestern tot.
      Sollte RB Leipzig aufsteigen, dann wird Lok nur noch eine Fußnote im Leipziger Fussball sein und Niemand wird es überhaupt bemerken!

  5. also im großen und ganzen das harte umkämpfte Spiel was erwartet wurde – das gestern kaum spielerischer glanz zu sehen war lag auch an der Wichtigkeit des Spiels für beide Mannschaften – zum Glück ist es für uns gut ausgegangen und wir haben nun alle Trümpfe in der Hand in Lotte den Aufstieg klar zu machen 🙂 das zweite Tor als zu hoch zu empfinden kann ich nicht mitgehen – wir haben auch nicht viel mehr Chancen gehabt aber in der Anzahl die deutlicheren und von denen sind nun mal 2 im Tor gelandet – das ist gut so und basta 😉

    die Rote Karte ist ebenfalls berechtigt gewesen – wenn man sich die TV Bilder anschaut, sieht man das da nix zurückgezogen wurde vom Lotter Stürmer, sondern das er volles Risiko geht mit gestrecktem Bein und aufgerichtetem Stollen in Coltortis Bein springt – das ist wenn es vom Schiedrichterteam erkannt wird, eine ganz klare Rote Karte. Er hat halt spekuliert das Coltorti zurücksteckt und sich daraus eine Torchance ergibt – nur das macht eben unser Coltorti eben nicht. lässt sich Coltorti davon beeindrucken dann kann es zu einem Tor führen, wenn nicht kann es zu einer gelben oder in diesem Falle berechtigten roten Karte führen – das dies Lotte nicht so sieht ist auch klar.

    Jetzt an die zweite HZ in Lotte anknüpfen und noch ne schippe drauflegen dann sollten – nein! dann werden wir am Sonntag aufsteigen 🙂
    davon bin ich fest überzeugt!

  6. Bin auch etwas überrascht von deinem gedämpften Enthusiasmus…;)
    Vielleicht sind wir alle etwas verwöhnt von den grandiosen Tor-Festivals gegen Chemnitz und Jena. Ob wir dieses Spiel letztes Jahr unter Pacult so gewonnen hätten, ist für ziemlich fragwürdig und dass Lotte alles reinschmeißt, war ja klar. Aus der Perspektive reicht es mir, zu sehen, dass die Mannschaft – auch wenn es mit dem gepflegten Offensivspiel mal nicht so läfut- wenigsten in spieltaktischer und vor allem kämpferischer Hinsicht dazu in der Lage ist, ein solches Spiel so grandios zu beenden. Klar ist da ein bisschen Glück im Spiel, aber im Großen und Ganzen haben wir den Sieg gestern einfach auch erzwungen. Und das ist eine Qualität, die nicht jede Mannschaft besitzt! Ich bin jedenfalls mächtig stolz auf die Jungs und ich würde auch meinen, dass das mehr als nur die halbe Miete ist, eher so zwei Drittel 😉
    Und zur Stimmung: saß gestern erstmalig bei einem „großen“ Spiel im C-Block und da hat man natürlich immer noch mit dem wenig begeisterungsfähigen „Neutral-Publikum“ zu tun, aber das wird sich in der 3. Liga schnell legen, da bin ich mir ziemlich sicher. Klatschpappen hatten wir uns auch geholt, aber nicht eingesetzt, nachdem klar wurde, dass wir die einzigen im gesamten Block waren 😀

  7. Hab mir das Spiel leider nur in der Zusammenfassung ansehen können, daher erneut danke für den Spielbericht. Dem WDR war das Spiel exakt zwei Sätze in den Regionalnachrichten wert (!), ohne twitter ist man im Westen unterhalb der 3. Liga echt aufgeschmissen. Wird nächstes Jahr dann besser. 😉
    Bereue zunehmend, das Rückspiel in Lotte nicht sehen zu können, aber das schafft RB auch ohne mich. Und dann kann ich 2013/14 die Auswärtsspiele in Osnabrück, Münster und evtl. Duisburg genießen.
    P.S. Geiles Zitat übrigens von Zorniger nach dem Spiel: „Lotte ist ein tolles Team, schade drum und danke nochmal an den DFB für den Aufstiegsmodus.“

  8. @Neb: Kommt es als „gedämpfter Enthusiasmus“ herüber? Klar, ich würde das Fell ungern verteilen, bevor der Bär und so. Du weißt. Aber in Bezug auf das gestrige Spiel bin ich extrem zufrieden, weil ich genauso ein Spiel erwartet habe (nur mit engerem Ergebnis) und ich finde, dass das 2:0 das Optimum ist, was man sich in diesem Spiel hätte erkämpfen können. Es ist halt ein Playoff-Spiel und es flashed vielleicht nicht so wie der Pokalfight mit offenem Visier wie gegen Chemnitz, aber mit Ergebnis und der Art und Weise wie man dahingekommen ist, kann ich mehr als gut leben. Und selbst mit der zwei Drittel Miete bin ich völlig bei dir. Aber als Statistiker weiß ich eben auch, dass eine Wahrscheinlichkeit eben nur eine Wahrscheinlichkeit ist und keine Sicherheit. Sonst würde ich wohl auch nicht Lotto spielen. Und die Chancen von Lotte sind definitiv besser als meine auf einen Hauptgewinn. 😉

  9. Viele Fußballfachleute wurden im Laufe des Jahres zitiert mit dem Hinweis, dass im Westen und im Südwesten die stärksten Regionalligen sind. Wie es jetzt aussieht, gehen diese beiden Ligen beim Aufstieg leer aus. Ein weiteres Argument für Befürworter des neuen Modus: Steigen Kiel+ RB auf, wäre das vorher nicht möglich gewesen. Ergo: Trotz aller Kritik der Trainer wird sich wohl nichts ändern.

  10. Nach etwa 75 Minuten habe ich angefangen zu überlegen ob ich gehe: und das beim wichtigsten Heimspiel des Jahres. Zu diesem Zeitpunkt sah ich mehr und mehr Zuschauer gähnen. Und eben auch Einige auf dem Weg zum Ausgang. Auch ich bin nicht bis zum Ende geblieben, habe den Schlußpfiff nicht im Stadion gehört. Mein Fazit zum Spiel: PEINLICH. Das was ich so von anderen Zuschauern hörte ist dies auch wieder keinesfalls nur eine -meine- Einzel-Meinung. Neben „peinlich“ hörte ich auch „beschämend“ und „zum kotzen“. Ich persönlich gehe eigentlich nicht ins Stadion um mich 90 Minuten lang rum-zu-ärgern oder gar aufzuregen. Das ist bei Spielen von RBL aber die Lage. Wenn hier geschrieben wird: „Es war der erwartet nüchterne Fußball mit wenigen Chancen“ muß ich darauf hinweisen dürfen können dass das nicht der Fussball ist den die Zuschauer sehen wollen. Und natürlich auch keinesfalls der Fussball der mit dem vorhandenen Personal möglich ist. Ich hätte gewarnt sein müssen als A.Z. vor dem Spiel sagte dass man nicht zu viel anders machen will wie bei normalen Liga-Spielen. Ich habe in dieser Saison kein Spiel von RBL gesehen dass von mir die Gesamt-Bewertung GUT bekommen kann. Und ich war bei fast jedem Heimspiel. Trotzdem wird es wohl für den Aufstieg reichen. Naja, in der kommenden Saison wird man sich dann in der 3.Liga im eigenen Stadion von z.B. Halle und Chemnitz zeigen lassen können wie intelligenter, Ziel-orientierter Fussball auf das Tor des Gegners aussieht.

    1. also ich bezweifle das du jemals ein RB Spiel gesehen hast und wenn dann warst du gestern vielleicht einer derer vom Gästeblock 😉 soviel gequirlter Käse – auf den Zuschauerrängen ist niemand vorher gegangen außer im Gästeblock – und das kann ich schon verstehen wenn die Mannschaft in deren Gästeblock man steht einen nicht interessiert und dazu auch noch 2:0 hinten liegt dann hat man halt auch keinen Bock mehr den anderen beim Feiern zuzuschauen….netter Versuch… 😉

    2. @Janko… du beschwerst dich bestimmt auch beim Fernsehen übers sch..Programm, anstatt einfach umzuschalten oder ein Buch zu lesen… ;-(

      „… muß ich darauf hinweisen dürfen können dass das nicht der Fussball ist den die Zuschauer sehen wollen… “ musst du nicht – ich fands nämlich gut und ausreichend clever gespielt – und alle „Idioten“ und „Ahnungslose“ um mich rum auch….

      am besten, bleib demnächst zu Hause oder fahr nach Halle – zu einer Truppe, die bekanntlich Woche für Woche ein Offensivfeuerwerk auf Weltniveau abbrennt….

      P.S. ..im Januar startet der nächste Lizenzlehrgang für Trainer beim SFV – über dein ehrenamtlich weitergegebenes, unendliches und superfundiertes Fachwissen freuen sich hunderte Nachwuchskicker in dieser Stadt…. NICHT LABERN – MACHEN!!!

  11. Falls Du – Janko – wirklich RB-Spiele besuchst, was ich gerade nicht so recht glaube, empfehle ich dir, zukünftig den Besuch einfach zu lassen. Die Freiheit hast du und niemand möchte sicherlich, dass du dich noch mal unnötig ärgern musst..

  12. @rotebrauseblogger
    Du bist besorgt um mich. Das ist nett von Dir.
    Aber ich werde vermutlich auch in Zukunft ins Stadion gehen. Erstens kann man als Optimist immer auf die positive Überraschung hoffen. Und Zweitens könnte ich in der 3.Liga ja auch als Fan der bzw. des Gegners im Stadion auftauchen.
    Ich verrate Dir mal was: Das beste Spiel dass ich jemals von RBL gesehen habe war das Liga-Spiel nach dem Pokal-Spiel gegen Wolfsburg in der vergangenen Saison unter Trainer Peter Pacult. Dieses Spiel bekommt/bekam von mir das Gesammturteil: GUT. Und dieses Spiel ist möglicherweise der Grund warum ich immer wieder auf eine positive Überraschung hoffe. Außerdem habe ich ja immer die Möglichkeit das Stadion vorzeitig zu verlassen. Also mach Dir bitte um mich keine Sorgen. 😉

    @CyTack
    Es gibt immer eine Mainstream-Realität und die Wahrheit.
    Man könnte aber auch die Ordner fragen.

    1. Gut, dann warst du wohl im Stadion, aber deine Realität war wohl etwas verzerrt – was hast du bitteschön erwartet? Ein auf Champions-League stattfindenden Schlagabtausch? Dann würde RBL nicht in der Relegation zur 3. Liga spielen. Das das Spiel nicht das ansehenswerteste war, haben wir ja nun schon ausgewertet – war aber auch nicht zu erwarten – ich hab sogar schon Zweitligaspiele gesehen die mindestens auf diesem und manchmal unter diesem Niveau waren 😉

      Und das vereinzelte Leute immer früher gehen, ist glaub ich auch nicht neu – das gibt’s sogar bei Erstliga Fußball oder im Kino oder beim Handball oder auf nem Konzert oder, oder, oder…ändert aber nix an der Tatsache das das Groh der Leute (zumindest in A,B und C) nicht schon vorzeitig das Stadion verlassen haben 😉

    2. Also ich persönlich habe das Spiel gestern so erwartet. Das 2:0 ist auf jeden Fall mein Wunschergebnis und hätte ich so nicht erwartet.
      Beim Pokalspiel gebe ich dir recht. Das war sicherlich gut. Noch besser fand ich allerdings das diesjährige Pokalspiel gegen Chemnitz. Zumindest emotional war ich da aufgewühlter. Kann aber auch daran liegen, dass ich es aus dem B-Block verfolgt habe.
      Abschließend muss ich noch sagen, dass ich in dieser Saison total begeistert bin von der Art wie der Fußball gespielt wird. Das sieht aktuell ziemlich modern aus und ist um Längen besser als die letzte Saison unter Pacult. Dieses taktisch „verlorene“ Jahr aufzuholen hat A.Zorniger auf jeden Fall hinbekommen. Und nächstes Jahr wird es sicherlich noch besser (Stichwort: positive Überraschung).

    3. Mehr „flash“ als gestern ging gar nicht, das Pokalspiel gegen den CFC wurde schon allein wegen seiner relativen Belanglosigkeit für Red Bull getoppt, wir haben noch ewig das Team gefeiert, 30 104 Zuschauer sind eine Abstimmung mit den Füßen, die vielen natürlich nicht gefällt.

    4. Danke CaTack, ich wollte auch eben einen Beitrag zur Ernüchterung geben: Ja, noch spielen hier Viertligisten, keine Bayern oder sonstige diverse CL-Pokalabräumer.

    5. So ein Käse. Jeder Sportler wusste von der Besonderheit der Relegation. KEIN Auswärtstor zulassen!
      Gegen Chemnitz ging das ja anfangs schief und das hat der Trainer abgestellt. Dazu ein ordentlicher Sieg, von dem A. Z. Sagt, er ist etwas zu hoch.
      Anscheinend war RBs Saison zu „gut“ für die 4. Liga.

      Wenn das Spiel besser wird, wenn du im Gästeblock sitzt, dann hast du doch deine Bestimmung gefunden. 😉

      Nur der Aufstieg zählt.

    6. Jetzt driftet doch mal nicht ins Persönliche ab. Klar gab es genug Situationen, wo das Publikum geflucht hat – versprungene Bälle, das x-te hohe Bein eines unserer Spieler und viel Zeit in der Horizontalen – aber die geäußerte Kritik kann man doch in Ruhe als unwichtig abtun, wenn ein Zuschauer in der 4. (oder auch in der 3., oder auch in der 2. Liga) ein immer ansehnliches Tikki-Takka-Spiel auf höchstem technischen Niveau erwartet ;).

  13. Janko Weber, aus welchem Lager er auch immer kommen möge, hat als einer der wenigen „Einschätzer“ den Nagel auf den Kopf getroffen. Man sollte doch auch ehrlich eingestehen, dass das Ergebnis , dem Spielverlauf nach, hätte besser nicht sein können!

    Als in der ersten Halbzeit die erhofften stürmischen Angriffe der Rasenballsportler ausblieben und sich die Sportfreunde vom Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück im Klein/Klein-Spielen, um Zeit zu gewinnen, verzettelten, kamen auch die Freunde der Ornithologie auf ihre Kosten, weil sie zwischenzeitig unter dem munteren Gurren der vielseitigen Taubenpaare deren Verhalten unter „erschwerten Bedingungen“ gleichzeitig verfolgen konnten. Davon waren auch der das Spiel übertragende MDR angetan, indem der Regisseur sowie Reporter das Starten und Landen dieser im Stadion eher selten zu sehenden Tierchen mehrfach in`s rechte Bild rückten und auch entsprechend kommentierten. Ich wunder mich eigentlich, dass in der aufgeheizten Stimmung auf den Rängen, wo sich Menschen der unterschiedlichsten Herkunft und Lager aufteilen, nicht Behauptungen laut wurden, dass die Tauben im Vorfeld extra angefüttert wurden, um vornehmlich die Gästeakteure einzuschüchtern. Das gelang allerdings den Gastgebern mit ihrem Outfit vollends! Der Haarschneider, sicherlich ein eingefleischter „Rasenball-Fan“ hat in der Vorbereitung ganze Arbeit geleistet und alle möglichen Techniken und Varianten bei den meisten Spielern anwenden können. Die halbseitig kurz geschorenen und pechschwarz gefärbten sowie mit Pomade einmassierten Köpfe der Rasenballsportler verunsicherten nicht nur ihren Gegner, sondern haben diesen gleichzeitig so verwirrt, dass er von einer Manndenkung wegen der Gleichheit absehen musste. Die Leipziger Jungs traten personell überwiegend auf, als gehörten sie zur früheren Fremden-Legion. Dass Konzept ist aufgegangen! Falls das aber einem Sportfreund aus Lotte absolut immer noch nicht störte, war ja auch noch der Kapitän Röttger da…….

    Da bekanntlich trotzdem auch Fußball gespielt wurde, war das Wollen von Kammlott, zumindest bei der bekannten Szene einen Elfmeter zu bekommen, einer der wenigen echten Höhepunkte. Die Ausführung von Kutschke, der sich vermutlich in Wolfsburg leider eher in der „Zweiten“ oder auf der Bank wieder finden wird, hätte allerdings besser nicht sein können. Gratulation! Wie auch die schreibende Zunft überall berichtete, kam der zu diesem Zeitpunkt kaum noch erwartete zweite Treffer eigentlich aus dem Nichts! Die Rudelbildung, die eigentlich erst nach der Blitzentscheidung des vermutlich stark getroffenen und schier leblos zu Boden gestürzten Torhüters Coltorti und seiner nicht ganz nachvollziehbaren Handlung entstand, plötzlich schnell wieder „mitzumischen“ und mit der sehr harten „roten“ Karte für einen sehr wichtigen Gästespieler endete, war eigentlich ein unrühmlicher Schlusspunkt dieser holprigen Partie. Doch danach fragt später niemand, falls das kurz davor erzielte zweite Tor bei dem vielleicht am kommenden Sonntag gelungenen Aufstieg entscheidend war…..

    Dann wird wohl auch der oben zitierte Spfrd. Weber endlich wieder mit größeren Erwartungen in das Leipziger Stadion kommen!

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