Kein Bock auf Torgelow

Mit diesem Titel könnte man zumindest salopp Fabian Frankes mit Gelb geahndetes Foulspiel  aus der Partie bei Hertha BSC II beschreiben. Denn mit dieser Karte ist er der erste Profi bei RB Leipzig, der mit einer Gelbsperre aussetzen ‚darf‘. Eben gegen Torgelow. Vielleicht jenes der noch wartenden mindestens acht, maximal 11 Spiele, das den am wenigsten motivierenden Spannungsgehalt hat. Weswegen die ‚Wahl‘, die Franke traf, nicht die schlechteste sein dürfte.

Akut gefährdet sind auch noch Daniel Frahn und Dominik Kaiser, die mit jeweils vier gelben Karten dicht vor einer Sperre stehen. Dahinter lauern Hernik Ernst, Sebastian Heidinger, Timo Röttger und Jeremy Karikari (der für seine drei gelben Karten allerdings nur 10 Einsätze brauchte). Stefan Kutschke dagegen sammelte jenseits seiner zwei Platzverweise nur noch zwei gelbe Karten. Frei nach dem Motto: „‚Wenn schon, denn schon.“

Die Liste der von Gelbsperren bedrohten Spieler ist durchaus nicht uneindrücklich und normalerweise könnte dies zum Ende der Saison hin und mit Hinblick auf die Relegationsspiele um den Drittligaaufstieg zwischen den Regionalligen zu einem nicht unwesentlichen Faktor werden. Allerdings hat RB Leipzig in der Liga aktuell das Glück, so unumstritten zu sein, dass man sich selbst einen kurzzeitigen und gleichzeitigen Ausfall von Daniel Frahn und Dominik Kaiser leisten könnte, ohne dass die Meisterschaft noch ernsthaft zu gefährden wäre.

Noch viel wichtiger aber und dieser Punkt ist dann doch nicht trivial: Da die gelben Karten aus der Regionalliga nicht in eine eventuelle Relegation übernommen werden, wie der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) heute auf Nachfrage erklärte, weil es sich bei Regionalliga und Relegation um zwei verschiedene Wettbewerbe handele, kann man demnach auch nicht wegen der fünften gelben Karte ein Relegationsspiel verpassen und es fällt die Richtung Saisonende drohende Spielerei um eine rechtzeitig abgesessene Gelbsperre weg. Allerdings werden Sperren nach Sportgerichtsurteilen und roten Karten auch in Relegationsspielen ihre Gültigkeit behalten.

Das Vorgehen ist nicht unähnlich dem, wie man es ja auch schon von der WM kennt, wo nach dem Viertelfinale die gelben Karten gelöscht werden, um zu vermeiden, dass der sportliche Wettbewerb letztlich von fehlenden Spielern entschieden wird. Und in der Regionalliga macht das Vorgehen noch viel mehr Sinn, denn wer will schon ernsthaft dafür verantwortlich sein, wenn RB Leipzig nach 30 entspannten Spielen (16er-Liga) und sperrenfrei in der Relegation auf die Sportfreunde Lotte trifft, die acht Regionalligaspiele mehr bestreiten mussten (20er-Liga) und entsprechend der Wahrscheinlichkeit nach in der Breite des Kaders viel stärker von Gelbsperren bedroht sein müssten.

Aktuell stehen im Kader der Sportfreunde je ein Spieler mit neun und acht gelben Karten, vier Spieler mit fünf gelben Karten und je ein Spieler mit vier und drei gelben Karten, was bei sieben noch austehenden Spielen (genauso viele wie bei RB) eher gegen diese Theorie spricht und eher ein ähnliches Sperrenbedrohungspotenzial aufweist, aber insgesamt ist es doch zu begrüßen, dass auf dieser Ebene keine Eingriffsnahme erfolgt. Außer jemand langt wirklich so übertrieben zu, dass er via Rot komplett aus dem Verkehr gezogen wird. Aber dann ist er eben auch ganz alleine Schuld, wenn er in sechs Wochen am ersten Relegationsspiel nicht teilnehmen darf.

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4 Gedanken zu „Kein Bock auf Torgelow“

  1. Was ist, wenn einer im letzten Spiel der Saison (BAK) seine 5. Gelbe holt? Dann ist er doch in der Relegation gesperrt, oder etwa nicht? Was passiert sonst mit der Sperre? Gilt die in der neuen Saison?

  2. Nach der obigen Logik ist es so als würde ein Spieler im letzten Saisonspiel eine Gelbsperre kassieren. Die geht einfach unter, weil die Saison zu Ende ist (während ein Rot auch in die nächste Saison wirken könnte). Für die Relegation wäre er nach Auskunft des NOFV jedenfalls nicht gesperrt.

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