Widersprüchliches

Wir sind mit allen Mannschaftsteilen nach hinten gerutscht. Die Innenverteidiger haben sich sogar noch die Sechser dazugeholt, damit im Zentrum auch ganz bestimmt nichts passiert. Das ist genau das falsche Denken. Wir müssen rausschieben, wir müssen die Innenverteidiger und die ganze Kette weiter raus schieben. (…) Und dann hatten wir viel zu viele einfache Ballverluste. Die Passquote der Innenverteidigung war unter aller Sau. (Alexander Zorniger in der Pressekonferenz nach dem Spiel RB Leipzig gegen den Berliner AK)

Das Ergebnis ist gut für die Abwehr, aber die Leistung der offensiven und defensiven Spieler war heute nicht so wie in den letzten Wochen. Es spricht für uns, dass wir die Null gehalten haben, aber es ist nicht schön, wenn wir so viele Chancen zulassen wie heute. (…) In der Hinrunde haben sie uns vorne den Arsch gerettet, momentan müssen wir als Verteidigung herhalten. Aber das ist total ok, wenn wir die drei Punkte holen. (Niklas Hoheneder im Red Bull Audioplayer [broken Link] nach dem Spiel RB Leipzig gegen den Berliner AK)

Lassen wir diesen Widerspruch zwischen ‚waren nicht passsicher und standen zu tief‘ einerseits und ‚haben der Offensive den Arsch gerettet‘ andererseits mal einfach so stehen. Manches in den zwei Aussagen ist durchaus vereinbar, manches aber auch nicht. Vielleicht kann man aber festhalten, dass gutes Innenverteidigen sich nicht nur auf die Zweikampfstärke am und im eigenen Strafraum bezieht, sondern andere Qualitäten als Beitrag zum Spiel auch noch gefragt sind. Qualitäten, von denen man gegen den BAK tatsächlich eher weniger sah. (Wobei das eine Tackling von Niklas Hoheneder in höchster Not im eigenen Strafraum gegen einen durchbrechenden Gegner gleichwohl großartig war.)

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3 Gedanken zu „Widersprüchliches“

  1. „..Wobei das eine Tackling von Niklas Hoheneder in höchster Not im eigenen Strafraum gegen einen durchbrechenden Gegner gleichwohl großartig war. …“ Mit dieser Art Tackling habe ich so meine Probleme oder eher mein Blutdruck. Am bzw. vor dem Strafraum ok, aber im Strafraum ist so eine Sache. In der genannten Situation schön zu sehen, Gefahr gebannt. Aber wenn er dann doch mal Bruchteile einer Sekunde zu spät kommt, ist der Elfer fällig und somit zu X% auch das Gegentor.
    Trotzdessen bin ich derzeit vollends von Hoheneder begeistert. Stabil im Zweikampf, selbstbewußt und saustark bei dem Kopfbällen.

  2. @Smood Mit der Tackling sehe ich genauso. Allerdings kann ich die Begeisterung von Hoheneder überhaupt nicht nachvollziehen.

  3. Stimmt schon, bei Tacklings dieser Art ist die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn eine schmale. Andererseits hätte der Berliner in dieser Situation ansonsten allein vor dem Tor gestanden. Klar, wenn man so unter Bedrängnis tackeln muss, ist vorher irgendwas schief gelaufen. Trotzdem, wie Hoheneder in dieser Situation im letzten möglichen Augenblick bevor ein Tackling in einem Strafstoß geendet hätte, den Ball noch wegspitzelt, fand ich sehr großes Kino (und letztlich hat er in der Situation der Mannschaft tatsächlich den Arsch gerettet). Ansonsten bin ich bei @Smood und finde, dass Hoheneder im Laufe der Saison zu einem sehr guten Innenverteidiger und einem wichtigen Mannschaftsbestandteil geworden ist. Allerdings bin ich auch bei @WladimiRB und finde, dass das Spiel gegen den BAK bei Hoheneder ein sehr unterdurchschnittliches war (auch wenn er mir immer noch der bessere Innenverteidiger zu sein schien).

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