Regionalliga: RB Leipzig vs. TSG Neustrelitz 1:0

Alexander Zorniger sprach am Ende seiner Analyse in der Pressekonferenz nach dem Spiel von RB Leipzig gegen die TSG Neustrelitz sinngemäß davon, dass die unzufriedenen Zuschauer mit ein bisschen Abstand zum Spiel angesichts der drei Punkte und angesichts von nun neun Punkten Vorsprung auf Jena auf Platz 2 (und nur noch 15 offenen Spielen) sicherlich ein bisschen besänftigt sein werden. Und war damit die Speerspitze aller O-Töne aus der Mannschaft nach dem Spiel, die unisono die wichtigen und dreckigen drei Arbeitssiegpunkte hervorhoben und gleichzeitig betonten, dass man mit dem Spiel nicht zufrieden gewesen sei. Und letztlich kann man es darauf sicherlich runterbrechen. Dass das Spiel von RB Leipzig gegen die TSG Neustrelitz kein gutes gewesen ist, aber man die drei Punkte zufriedenerweise mitnehmen und nach vorne gucken kann. Mit dem Ziel, das nächste Mal wieder ein besseres Spiel abzuliefern.

Es ist schon eine Crux, dass Vorbereitungsspiele so gar nichts über den Pflichtspielstart aussagen. Da putzt man in den Testspielen alles weg, was mal weniger, aber vor allem auch mehr Namen hat und sorgt dafür, dass vor dem Spiel gegen Neustrelitz bei allem Respekt vor deren durchaus vorhandener Regionlliga-Klasse eigentlich nur noch die Höhe des Sieges zur Debatte steht. Und dann geht man in das Spiel und es gelingt gerade in der Abteilung Kreativität wenig und im Laufe des Spiels immer weniger. Das kann man letztlich gar nicht anders erklären, als dass die Sache mit der Psychologie im Fußball ein wundersames Ding ist.

Mit viel Dampf war RB Leipzig ins Spiel gestartet. Dummerweise war der meiste davon bereits vor dem Anpfiff verraucht, als die Mannschaften durch den neuen Spielertunnel im Corporate Bullen-Design den Rasen betraten und dabei von einer  künstlichen Nebelwolke frei nach dem Motto ‚Wo Rauch ist, muss nicht unbedingt pyrotechnisches Feuer sein‘ umhüllt wurden.

Es ist nicht so, dass RB Leipzig schlecht in die Partie gestartet wäre, aber man hatte auch nie das Gefühl, wie es teilweise in den Testspielen aufkam, dass man sich den Gegner erst einmal ausspähe und sich zurecht läge, um dann zuzuschlagen. Genaugenommen war das Spiel 20 Minuten eines zwischen den Strafräumen. Und es war deswegen ein eben solches, weil im Spiel mit dem Ball an diesem Tag mal einfach fast gar nichts ging. Alexander Zorniger erklärte dies nach dem Spiel damit, dass die Laufbereitschaft ohne Ball, die Wege in die Spitze zu gehen, gefehlt habe und dadurch auch nicht die passenden Anspielstationen zur Verfügung standen. Fakt ist zumindest, dass das Kleinklein im Mittelfeld schlicht zu ungenau war, um zielführend zu werden. Pässchen hier, Pässchen da und der Ball war wieder weg. Druck auf den Gegner entstand so eigentlich zu fast keinem Zeitpunkt. Insgesamt drei mehr oder minder ernsthafte Torschüsse in 90 Minuten waren die Folge dessen.

Das 1:0 fiel dementsprechend auch praktisch aus dem Nichts und war der erste RB-Torschuss im Spiel. Und so ziemlich jeder im Stadion dürfte sich umso mehr gefreut haben, dass Carsten Kammlott einmal wieder in einem Pflichtspiel traf und seine Form aus den Testspielen bestätigte. Wie er den Pass von Thiago Rockenbach mal eben eiskalt versenkte als täte er tagein tagaus nichts anderes, hatte Frahn-Style. Mit dem Tor beendete Kammlott eine fast zwei Jahre(!) andauernde Leidenszeit, denn letztmalig hatte er am 02.03.2011 in einem Pflichtspiel gegen Braunschweigs U23 getroffen. Zwei Jahre, man muss sich das immer mal auf der Zunge zergehen lassen. Damals hießen die verantwortlichen Herren rund um RB Leipzig noch Oral, Beiersdorfer, Gudel und Felder.. Gut, dass Kammlotts schwarze Serie gestern endlich zu Ende ging. Und umso schöner, dass es so ein wichtiges Tor war.

Endlich wieder was zu lachen - Carsten Kammlott freut sich über seinen Treffer mit Vorbereiter Thiago Rockenbach | GEPA-Pictures – Roger Petzsche

Die erste Halbzeit war insgesamt nicht gut, aber trotzdem ok. Weil RB Leipzig selbst in der Defensive nichts zuließ und vorne hocheffektiv das 1:0 erzielte, auch wenn das Spiel mit Ball weit entfernt von sehr gut war. Das Spiel gegen den Ball war hingegen gar nicht so richtig zu beurteilen. In einigen Situationen machte es RB Leipzig – vor allem bei eigenen Ballverlusten im Mittelfeld – ganz gut, sodass Neustrelitz keine einfachen Wege bekam. In anderen war es ok. Zumeist bekam man aber keinen Zugriff, weil das passierte, was in der Regionalliga ziemlich häufig passiert, nämlich Neustrelitz die Bälle aus der eigenen Verteidigung einfach straight nach vorne schlug. Da kannst du Pressingkonzepte haben wie du willst, wenn der Gegner nicht spielt, sondern nur schlägt, kommst du gar nicht in entsprechende Situationen, wie auch Daniel Frahn nach dem Spiel richtigerweise bemerkte. Dann segeln die Bälle über deinen Kopf und du musst den Ball wieder selbst von ganz hinten anschleppen. Wo wir dann wieder bei der fehlenden Genauigkeit und Kreativität im Spiel mit dem Ball wären.

Auffällig auch, dass die Außenverteidiger Müller und Judt ziemlich wenig Einfluss auf das Offensivspiel zu haben schienen. Kamen hier in der Vorbereitung noch unheimlich viele Impulse, weil beide in der Offensive immer als Anspielstationen präsent waren und so das Spiel breit machten, schienen sie gestern sehr viel zurückhaltender, was auch an der Angst vor den gefährlichen Neustrelitzer Außen Weidlich und Fuchs gelegen haben mag. Der Effekt war jedenfalls, dass die meisten Versuche durch die Mitte und über Karikari, Schulz, Rockenbach und Röttger liefen und dort wegen der geballten Gegenwehr der Gäste oft versandeten. Insbesondere Röttger schien hoch bemüht, seine Aufstellung mit besonderen Leistungen rechtfertigen zu wollen, scheiterte aber mit seinen Versuchen ein ums andere mal bzw. schien sich ziemlich unglücklich oft für die falsche Spielidee zu entscheiden.

Als Zuschauer hatte man in der Halbzeit die Hoffnung, dass RB Leipzig mit dem 1:0 im Rücken nach der Pause mit Selbstvertrauen und vielleicht noch einmal neu justiert ins Spiel gehen würde. Doch das Gegenteil war der Fall. Mit jeder Minute wurden die eigenen Versuche ungenauer und die Gäste mutiger (freilich fast durchgängig ohne letzte Durchschlagskraft). Es entwickelte sich eines dieser schrägen Spiele, in denen der Favorit immer unsicherer wird und zum Schluß reineweg gar nichts mehr gelingen will. Negativer Höhepunkt in dieser Hinsicht war das ziemlich hilflose Verstolpern einer 3-gegen-1-Kontersituation kurz vor dem Schlusspfiff, als der eingewechselte Henrik Ernst mit seinem Pass auf Daniel Frahn am einzigen noch vorhandenen Verteidiger hängen bleibt. Auf ähnlichem Niveau die folgende Eckenausführung als man die Ecke zum Zeitschinden kurz ausführte und Daniel Frahn eine weitere Ecke herausholen wollte, den Ball aber aus einem halben Meter Entfernung am Neustrelitzer vorbei ins Toraus schoß. Da schienen doch einigen die Nerven wegen eines durchaus im Bereich des Möglichen liegenden Punktverlusts blank zu liegen.

Dass Neustrelitz letztlich mit leeren Händen nach Hause fuhr, war sicher nicht unverdient. Man hätte sich aber über eine Punkteteilung auch nicht beschwerden dürfen, wenn der einzige richtig gefährliche Neustrelitzer Ball des Spiels kurz vor dem Ende nicht an den Außenpfosten geklatscht, sondern ins Tor gerutscht wäre. Aber insgesamt hatte Gästecoach Hodul wohl recht, dass man offensiv zu wenig gemacht hatte, um tatsächlich zählbares mitzunehmen. Insgesamt spielte Neustrelitz ein solides Match und machte die Räume ziemlich eng, sodass es kein großer Spaß war, sie zu bespielen. Aber mehr als solider, oberer Regionalligaschnitt war es eben auch nicht. Und das Spiel dementsprechend auch der Beweis, dass man in dieser Liga trotz aller Leistungsunterschiede eben doch in jedem Spiel hellwach sein muss und Einbußen im eigenen Spiel relativ schnell bestraft werden können.

Nicht wenig zu einer enttäuschenden zweiten Hälfte trug aus meiner Sicht auch der erste Wechsel der Partie bei. Man kann da hinterher natürlich immer gut klugscheißen, aber Kutschke für Röttger zu bringen, erwies sich taktisch als nicht wirklich gut. Denn durch den Wechsel musste Carsten Kammlott, der als Stürmer nicht überragend, aber ok agierte, ins rechte Mittelfeld, quasi auf die Röttger-Position und ging in der Folge komplett unter. Und Stefan Kutschke warf sich zwar in seiner typischen Weise vorne in die Bälle, schien aber in einem Spiel, in dem man sich vorn mehr Geschwindigkeit und Ballsicherheit gewünscht hätte, rein taktisch gesehen auch nicht gerade perfekt besetzt. Letztlich kann man natürlich Kutschke bringen, um ein bisschen Körper und Robustheit ins Spiel zu bringen. Vielleicht hätte man dann aber an der Stelle auch so mutig sein dürfen und Kapitän Frahn vom Spielfeld nehmen sollen, um einen Turm Kutschke und einen Stürmer mit Geschwindigkeit Kammlott im Spiel gegen immer offenere Gäste zu haben. Keine Ahnung, ob Zorniger das meinte, als er nach dem Spiel davon sprach, dass die Wechsel nicht optimal gewesen seien, aber ich glaube schon, dass der Wechsel Kutschke für Röttger den Bruch in der zweiten Hälfte nicht nur nicht kitten konnte, sondern ihn auch noch verstärkte.

Die folgenden Wechsel versuchten die Situation dann jedenfalls wieder ein wenig zu bereinigen. Fandrichs (durchwachsenes) Debüt als Ersatz für Kammlott war folgerichtig, weil Kammlott wie gesagt im rechten Mittelfeld unterging. So war jedenfalls wieder ein wenig Ordnung hergestellt. Und die Einwechslung von Henrik Ernst (für Schulz Kammlott) und das Umstellen auf ein 4-4-2 mit flacher Doppelsechs (Rockenbach ging dann nach rechts) war der Versuch für die Schlussviertelstunde Kompaktheit ins Spiel und das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Denn mehr, das hatten wohl auch die Letzten im Stadion zu diesem Zeitpunkt schon begriffen, war an diesem Tag mit wachsender Unsicherheit einfach nicht drin.

Fazit: Man kann nach diesem Spiel die guten Dinge festhalten. Erstens hat man gewonnen. Was wichtig für die Tabellenpsychologie war. In Jena wird man bei neun Punkten Vorsprung jedenfalls auf absehbare Zeit keinen Blick auf die Tabelle werfen. Zweitens hat Carsten Kammlott endlich seinen Torbann mit einem ganz wichtigen Treffer in ziemlich abgezockter Manier gebrochen. Und drittens hat man ein Spiel, in dem man zum Schluss von Minute zu Minute schlechter und unsicherer wurde (aus welchen Gründen auch immer) noch siegreich über die Bühne gebracht (was mehr ist, als man aus den letzten Jahren kennt). Man muss die Kirche auch nach einem schlechten Spiel man im Dorf lassen und die Sorgen auf einen Zeitpunkt verschieben, wenn man denn zwei-, dreimal am Stück nicht gut gespielt hat. Trotzdem ist dieses 1:0 ein kleiner Dämpfer der Testspiel-Euphorie, weil gerade das Spiel mit dem Ball eine ziemlich ernüchternde Geschichte war. Vielleicht ist es im Hinblick auf die Restsaison und eine mögliche Relegation gut, einen Dämpfer zu kriegen (während man im letzten Jahr nach dem 8:2 gegen Wilhelmshaven ein bisschen zu viel Selbstbestätigung kriegte) und nun (wieder) zu wissen, dass man noch viel Arbeit vor sich hat. Für den Moment bleibt die kleine Enttäuschung darüber, dass es RB Leipzig nicht geschafft hat, ein engagiertes, aber durchschnittliches Regionalligateam wirkungsvoll zu bespielen. Womit wir wieder beim Anfang dieses Beitrags wären, denn mit ein wenig Abstand überwiegt dann trotzdem das Wissen und die Freude um die drei wichtigen Punkte für die Tabelle.

Randbemerkung 1: In der Rückrunde dürfte auch verstärkt ein Blick Richtung Tribüne spannend sein. Denn dort beantwortet sich die Frage, wer es aktuell nicht mal in den Kader schafft. Neben den verletzten Dominik Kaiser und Sebastian Heidinger und dem dritten Keeper Erik Domaschke waren das gestern Marcus Hoffmann, der ins Hintertreffen geratene Paul Schinke, der sowieso vermutlich meistens in der zweiten Mannschaft eingeplante Tom Nattermann und dazukommend auch Umut Kocin, der zuletzt relativ nah an der Mannschaft gewesen zu sein schien. Auf der Bank nahmen demnach gegen Neustrelitz zunächst Kutschke, Ernst, Koronkiewicz, der bisherige Abwehrchef Franke und die beiden Neuzugänge Fandrich und Morys Platz. Der Kader ist sicherlich nicht dünn besetzt und man fände für viele Ausfallszenarien Lösungen. Trotzdem kann man auch bereits erkennen, dass ein, zwei weitere Ausfälle durchaus auch qualitative Lücken ins Team reißen würden. Jaja, jammern auf hohem Niveau.

Randbemerkung 2: Ja, ich weiß, dass die gellenden Pfiffe kurz vor Schluß, als die 3-gegen-1-Kontersituation verstolpert wurde, als Emotion und Ausdruck der angesammelten Enttäuschung durchgehen. Und möchte es deshalb als ganz subjektive Meinung verstanden wissen, wenn ich die Pfiffe trotzdem nicht cool finde. Denn einer Mannschaft, die zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich verunsichert und durch den Wind wirkt und sich eigentlich nur noch ins Ziel zu schleppen versucht, auch noch auszupfeifen, scheint mir einfach die falsche Stelle zu sein. Das war in der Spielsituation ein typischer Konter mit viel, viel Anlauf, bei dem man quasi spürt, wie die Beteiligten mit der Angst gen Tor rennen, diese Situation könne schief gehen. Und mit jedem Schritt näher am Tor scheinen die Beine der Beteiligten bleiernder und bis unters Dach wird die Angst vor dem Scheitern spürbar. Und dann geht es natürlich schief. Klar sieht das doof aus und klar müsste die Situation besser ausgespielt werden, aber in der Situation, die psychologisch eben manchmal so verquer ist, passieren solche Geschichten. Und ein gellendes Pfeifkonzert trägt zur positiven Auflösung der Geschichte sicher nichts bei. Auch wenn ich sie nachvollziehen kann, mag ich sie ganz persönlich nicht, weil sie die eh schon schlechte Situation nur weiter verschlechtern.

Randbemerkung 3: Bei einem Heimzuschauerschnitt von etwa 8.000 vor dem Spiel gegen Neustrelitz könnte man mit den ca. 5.300 Anwesenden leicht unzufrieden sein. Zumal die Hoffnungen sich auf 7.000 beliefen. Andererseits muss man die Zahl im Vergleich sehen. Denn vor einem Jahr kamen gegen den vergleichbaren Gegner Wilhelmshaven zum Rückrundenstart 4.900 Zuschauer. Bei engerer (ergo spannender) Tabellensituation, etwas wärmeren Wetter und familienfreundlicherer Anstoßzeit am Sonntagnachmittag. Von dieser Seite her ist dann die Zuschauerzahl bei Temperaturen leicht unter Null am Freitagabend doch ganz ok gewesen und auch noch einmal ein ordentlicher Schritt nach vorn im Vergleich zum Vorjahr.

Randbemerkung 4: Eine ganz skurrile Situation brachte die Einwechslung von Kingsley Schindler bei den Gästen mit sich. Der war schon auf dem Weg aufs Spielfeld, als er vom Linienrichter noch einmal zurückbeordert wurde. Nach eingehender Begutachtung eines Kleidungsstücks, das Schindler unter seiner Sporthose trug, entschied er dann, dass dieses Kleidungsstück aus irgendeinem Grund nicht regelkonform sei. Ganz ehrlich kann ich mir keinen Grund vorstellen, der eine Unterhose unter der Turnhose regelwidrig sein lassen kann. Trotzdem wurde Sportsfreund Schindler zum nackig machen auf die Bank geschickt, wo er sich dann auch hinter dem Blickfang einer Jacke aus- und wieder ankleidete. Zuvor allerdings bekam er vom Schiedsrichter auch noch zu seiner Fassungslosigkeit gelb gezeigt. Ob die der nicht regelkonformen Unterhose oder dem quasi unerlaubten Betreten des Spielfelds (der Linienrichter hatte ihn ja noch nicht freigegeben) galt, lässt sich nicht mehr eruieren (wobei letzteres wahrscheinlicher ist). Skurril jedenfalls, dass ein Spieler eine gelbe Karte erhält, ohne dass er auch nur eine Sekunde am Spiel teilgenommen hatte und ohne dass er der Allgemeinheit sonderlich negativ aufgefallen wäre (da hätte sich Karikari spätestens beim vierten oder fünften taktischen Foul viel eher mal ne gelbe Karte verdient gehabt).

Randbemerkung 5: Bemerkenswert die Neustrelitzer Gästefans, die in durchaus erstaunlicher Anzahl (ca. 50) den für einen Freitag Abend weiten Weg gen Leipzig auf sich nahmen. Und mit großem Staunen in die Welt der ehemaligen Red Bull Arena eintraten. Ohne arrogant zu sein, aber wenn du aus der Werbebanner-Arena mit nur einer Tribüne in Neustrelitz nach Leipzig in diese riesige Schüssel kommst, dann ist Staunen durchaus erlaubt. Und auch die Ungläubigkeit darüber, dass in einem solchen Stadion Regionalligafußball gespielt wird. Inklusive der Frage, wer denn das eigentlich bezahlt. Ach naja, über Geld redet man nicht, Geld hat man. Zumindest wenn Red Bull sich eine Fußballidee in den Kopf gesetzt hat..

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Tor: 1:0 Kammlott (22.)

Aufstellung: Coltorti – Müller, Hoheneder, Sebastian, Judt – Röttger (57. Kutschke), Karikari, Schulz (70. Fandrich) – Rockenbach – Kammlott (77. Ernst), Frahn

Zuschauer: 5.349 (davon 50 Neustrelitzer)

Links: RBL-Bericht [broken Link], RBL-Liveticker [broken Link], RB-Fans-Bericht, MDR-Bericht [broken Link], TSG-Bericht [broken Link]

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12 Gedanken zu „Regionalliga: RB Leipzig vs. TSG Neustrelitz 1:0“

  1. Die Pfiffe sind wirklich s…… gewesen. sowas gehört sich nicht, die Mannschaft hat die Saison oft genug gute spiele gezeigt, da sollte man auch über schlechtere Auftritte hinweg sehen können! Als Fan sollte man da schon ein wenig Feingefühl für Mannschaft und deren Situation entwickeln….

  2. Wie immer sehr guter Beitrag, sehe ich genau so. Zu den Pfiffen, würde mir nicht im Traum einfallen die eigene Mannschaft auszupfeifen.

  3. Ja, die Pfiffe fand ich voll daneben, aber die Enttäuschung der Zuschauer war schon deutlich zu spüren. Die vielen Fehlpässe und die versiebte klare Möglichkeit ließen die Emotionen halt ins negative abrutschen. Auch ich war sehr enttäuscht, aber so ist das nun mal im Fußball… sind ja keine Roboter…
    Der Linienrichter hatte den Neustrelitzer Einwechsler schon sehr genau unter die Lupe genommen. Es gibt ja die Regel, dass die Unterziehhosen die gleiche Farbe wie die Spielhosen haben müssen, aber meiner Meinung nach nur wenn sie zu sehen sind. Die Unterziehhose war aber kürzer als die darüber, so dass diese Entscheidung tatsächlich sehr fragwürdig scheint.

    1. „…spielst du 4.Liga, kriegst du auch Schiedsrichter auf diesem Niveau… “
      (ich glaube von Kutschke?)

  4. Endlich wieder Heimspiele.
    Sind wir nicht alle etwas aufgeregt und hoch motiviert schon im Vorfeld?
    Alle Testspiele gewonnen, alle reden schon von Relegation, Pläne für den Aufstieg werden öffentlich, ein perfektes Umfeld…Ich wundere mich nicht über das gestrige Spiel unser Fußballer. Der Ball muss ins Tor, auch bei RB.
    Also laßt uns über die Gegenwart diskutieren, von Spiel zu Spiel.
    Der Drops ist noch nicht gelutscht.
    Ich bin Optimist, wir müssen Geduld haben. Der Goldene Käfig kann auch eine Belastung sein. Gebt den Jungs Zeit! Die packen es!

  5. Jaja Karikari und die vielen kleinen versteckten Fouls, er hatte gestern Abend eine riesen Tüte Glück, Symphatie, dass er nicht eine einzige gelbe Karte gestern gesehen hatte.

    Zur Auswechselung von T.R. bin ich der Meinung, das AZ sein Zweikampfverhalten, Kondition und spielerischen Anteil gesehen hat und daraus eine (falsche) Entscheidung traff. Röttger war gestern komplett fehl am Platz und das sage ich obwohl ich Röttger als Spieler sehr, sehr Mag. Er war unsicher, falsche Körperhaltung bei Zuspielen, unsicher im Kurzpassverhalten, keine Übersicht und dann noch die Grätsche von hinten mit gestreckten Bein, kurz vor seiner Auswechselung, führte zu der Schnellentscheidung einen dritten Stürmer auf den Platz zu bringen, der nicht positionsgerechte Wechsel war zum Nachteil von C. K. deshalb wurde ja C.F. gebracht, was wiederrum dort „kitten“ sollte.

    Juri Judt und ein paar Andere waren gestern aber einige Male verunsichert, ich würde die Jungs immer im Stadion spielen lassen um da eine Konstanz reinzubringen. Das Aufbausspiel war gestern auch mies bis auf Karikaris Querpässe tief in den Raum. Die Spieleröffnung einem eigentlich defensiven Mann zu überlassen war ungewohnt wie beim H96II Spiel aber hat meiner Meinung nach gut funktioniert.

    Und zur 3:1 Situation sage ich nichts du weißt ja wie sehr ich gelitten habe. Als ich noch gespielt hatte konnte jeder einen Konter mit Ausspielen, da ja nicht nur Taktik, Spielvermögen usw. über ein Tor entscheidend sondern der Drang danach eins zu schießen. Und das muss bei jedem Ausgeprägt sein sogar bei F.C. der schon ein, zwei Assists hat.

    Grüße

  6. ..wie immer treffend analysiert….
    aber bei Randbemerkung 2 kann ich dir nicht zustimmen – selbe Situation in der Religation – und dann? wer unbedingt in die 3. will MUSS den machen…

  7. Wegen der gelben Karte bei der Einwechslung. Ich glaube das ist Regelkonform. Aber ob man das so auslegen muss.
    Das Problem war, er hatte nicht nur eine Unterziehhose an, sondern auch eine schwarze Strumpfhose. Und wie schon gesagt wurde muss soetwas die gleiche Farbe haben wie die Hosen. Ist wo so eine Art unkorrekte Ausrüstung dann. Aber dann muss der Linienrichter ebengleich richtig hin schauen…
    Glaube Robben hatte bei Bayern vor 2 oder 3 Jahren mal ein ähnliches Problem.

    http://www.bild.de/sport/fussball/muss-arjen-robben-die-lange-unterhose-ausziehen-11345274.bild.html

    http://www.focus.de/sport/fussball/bundesliga1/bundesliga-dfb-will-robben-unterhose-ausziehen_aid_476845.html

    Aber wie gesagt, schaut der Linienrichter anfangs genauer hin dann kommt es erst garnicht dazu…

  8. Fandrich kam für Schulle und Ernst für Kammlott. Auch taktisch habe ich in den letztlich recht kofusen Schlussminuten keinen Wechsel auf 442 (flach) erkannt, dafür agierte auch Ernst zu weit vorne (siehe 3:1 Konter).

    Auch den Bruch im Spiel ursächlich in Kutschkes Einwechslung zu sehen, halte ich für überhöht. Das Spiel war doch auch bis dahin nicht besonders gut und ein Kammlott hat bis auf das Tor auch weitestgehen nicht stattgefunden (oder kannst du dich an irgendeine weitere gelungene Situation erinnern? – es war sein einziger Torschuss). Auch ich fand Kutschke recht schwach, für das, was man an Einsatz von ihm gewohnt ist, aber solche Balleroberungen wie vor der letzten Großchance hat man von CK eben nicht gesehen (Zweikampfbilanz von ~ 20 %). Letztlich hätte ich aber auch eher Frahn runtergenommen, der läuferisch noch schwächer war als Kammlott und unglaublich unsichtbar.

    ps: Ich glaube Karikari hatte drei Foulspiele und wirklich gelbverdächtig war davon maximal eines. Röttger und Judt kamen m.E. auf 4, wobei ich ein Foulspiel (wer wars) nicht richtig gesehen habe.

  9. @Rumpel: vielleicht war es zum Schluss konfus, aber ein 4-4-2 war es definitiv, auch wenn Ernst in manchen Situationen etwas offensiver auftrat. Mit den Auswechslungen hast du natürlich recht.

    Es geht mir letztlich gar nicht darum, dass Kutschke schlecht und Kammlott gut war, sondern darum, dass der nicht positionstreue Wechsel Kutschke-Röttger den Bruch im auch vor der Pause schon nicht guten, aber etwas besseren Spiel nicht kitten konnte (und sicher hat er ihn nicht verursacht). Der Wechsel hat den Sturm größer gemacht, was meiner Meinung nach nicht zwingend notwendig war und hat Kammlott auf eine doofe Position gebracht. Von daher war es nach dem Wechsel spieltaktisch schlechter als vorher. Und daran ist Kutschke eigentlich nur sehr peripher Schuld.

    @Spitfire: Danke für die Links.

    @Lakrue: Ich stimme dir ja zu, dass man diese Situation besser spielen muss, aber gebe zu bedenken, dass man im Fußball schon so viel hat schief gehen sehen, was eigentlich hätte nicht schief gehen dürfen. Frag mal bei Gomez nach. 😉 Von daher bin ich in der Szene auch unter meinen Sitz gerutscht, aber mir taten die Beteiligten eher leid..

    1. …hast natürlich recht – es gab schon Stürmer die das LEERE Tore nicht getroffen haben…. ich denke bei einem 5:0 hätten wir auch gelacht, aber bei dem Stand und dem Pfostentreffer in der 90. – da sage ich im Hinblick auf die Reli – uiuiui….

      Die Jungs tun mir aber auch leid – vor allem bei der Videoanalyse von A.Z. – da würde ich gern Mäuschen spielen… 😉

  10. Also Karikari habe ich neben Röttger beobachtet und er hatte 6-8 gegen sich gepfiffene Fouls darunter gefährliches Spiel mit zu hohem Fuß und ein anderes Mal als Er mit gehobenen Knie in den Rücken eines Gegenspieler fuhr.

    Vor allem in den Schlussminuten als Er den gegnerischen Zehner auflaufen lies und über sein ausgesteckes Bein „schubste“ hätte er zwingend gelb sehen müssen.

    Idrissou zum Beispiel bekommt schnell eine gelbe und eine zweite gelbe Karte, folglich gelb-rot, war schon bei Freiburg so, bei Mönchengladbach und bei Kaiserslautern, erst heute hat er zwei bekommen für nichts im Vergleich zum dem was Karikari am Freitag „versteckt“ gefoult hatte.

    Ich hab die ganze Zeit gesagt, na wann bekommt er sie denn, weil er sich sofort ab der 6 Minute dafür beworben hatte. Er wird sie nicht bekommen haben weil er nicht so ein körperbetonter Spieler wie Kutschke-Ernst ist, aber Beine stellen, Auflaufen lassen, Hüfte rausstellen, ziehen, schieben und runterdrücken kann er auch gut nur macht Er es nicht so naiv, halt viel dezenter. Ist ja auch nicht verkehrt als deffensiver Mittelfeldspieler und gehört zum Geschäft dazu.

    Problem an der Sache, wir sehen die komplette 90 Minuten nicht zum Analysieren, wir haben keine 10 Kameras im Stadion um sochle Situationen aus den entsprechenden Perspektiven zu sehen und der Schiri hat auch nur drei zur Einschätzung.

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