Neues Jahr, neues Glück

Nun denn, herzlich willkommen zurück hier im Blog und auf ins Vergnügen der Rückrunde der Regionalliga 2012/2013. Bzw. hoffen wir der Einfachheit mal, dass es ein Vergnügen wird. All denen unter der geneigten LeserInnenschaft, die mir und denen ich auf den anderen Kanälen, also via Facebook, Twitter und Google+ (dort auch ein Update, was in den letzten zwei Wochen rund um RB Leipzig so passiert ist) noch nicht begegnet bin, wünsche ich genau wie Verein mitsamt Spielern auf diesem Wege noch ein gesundes und höchst erquickliches neues Jahr und dass sich die auf RB Leipzig bezogenen Wünsche alle erfüllen mögen.

Nicht ganz so erquicklich dürfte der Start ins neue Jahr für die RasenBallsportler sein, denn vor den Spielspaß hat der Fußballgott traditionell die Vorbereitungszeit gelegt und die begann bereits gestern mit ersten medizinischen Test und geht heute mit Laktattest und morgen mit der ersten Trainingseinheit weiter. Kraftzehrender Höhepunkt der Vorbereitung dürfte das Trainingslager in der Türkei vom 22. bis 29. Januar werden.

Zur Erfrischung gibt es zwischendurch auch sechs Testspiele, zwei in der Türkei (gegen Winterthur und St. Gallen) und erfreuliche vier am heimischen Cottaweg. Am 13.01., 19.01., 20.01. und 02.02. gegen die SG LVB, Nürnberg II, Verl und Buchbach. Gute Mischung mit einigen ordentlichen Regionalligisten, gegen die zu spielen sicherlich im Hinblick auf die Saison sehr sinnig ist.

In Augenschein kann man dann auch die beiden Neuzugänge nehmen. Mit Matthias Morys wurde der erste ja bereits vor Weihnachten bekanntgegeben. Je nach taktischer Formation dürfte er einen klassischen Stürmer oder auch einen Links- vielleicht sogar einen Rechtsaußen spielen können.

Gestern dann kam Neuzugang Nummer zwei dazu. Mit Clemens Fandrich wurde es ein Spieler, der im Sommer schon einmal gerüchteweise Thema gewesen war und nun bis 2016 gebunden wurde. Was auch bedeutet, dass die sportliche Leitung bis in die zweite Liga mit Fandrich plant. Denn dass man intern bis 2016 sicher in der zweithöchsten Spielklasse angekommen sein will, davon kann man fest ausgehen (Zielmarke dürfte 2015 sein). Ich bleibe in Bezug auf Fandrich bei meiner sommerlichen Einschätzung, dass ich mich sehr auf Clemens Fandrich freue, weil er ein Top-Fußballer ist und falls er seine Chance nutzt und den nächsten Schritt geht, auch eine Riesen-Bereicherung für den RB-Kader sein wird.

Die interessante Frage wird sein, wo im Kader er sich einordnet. Er kann im Mittelfeld so ziemlich alles spielen, seine Hauptqualitäten liegen aber sicher im kreativ-offensiven Bereich. Inwieweit er dabei mit Zornigers aggressiver Balleroberungsphilosophie vertraut ist, bleibt unklar, genauso wie die Antwort auf die Frage, ob Fandrich auch den Platz rechts in der Mittelfeld-Dreierkette einnehmen könnte. Vielleicht liefern da die Testspiele Aufschluss. Alexander Zorniger jedenfalls hat Fandrich öffentlich erstmal auf die Rockenbach-Backup-Position, also auf die Zehn festgelegt. Was aber auch eine Nebelkerze für die Konkurrenz gewesen sein könnte. Möglich wäre auch, dass eine denkbare Systemumstellung auf ein 4-4-2 (in dem es gar keine Zehn gibt) Fandrich auf die Rechtsaußenposition spült.

Auch sehr interessant dürften die Auswirkungen der Neuverpflichtungen auf die Besetzung des jeweiligen Spieltagskaders sein. Interessanterweise könnte vor allem für Carsten Kammlott die Luft nun sehr eng werden, denn mit Morys hat er einen weiteren Sturmkonkurrenten und mit Fandrich einen weiteren Konkurrenten auf der Alternativposition rechts in der Mittelfelddreierkette. Erschwerend kommt noch hinzu, dass es durch die Verplichtung des in drei Tagen 21 werdenden Fandrich keine zwingende Notwendigkeit mehr gibt, Kammlott zur Erfüllung der U23-Quote zumindest auf die Bank zu setzen.

Es bleibt weiter spannend, wie es mit Kammlott weitergeht. Riskiert er in der Rückrunde gelegentliche Landesligaeinsätze mit der zweiten Mannschaft oder sucht er sich noch einen neuen Verein. Wobei es schwer vorstellbar ist, dass Zorniger ihn gehen lässt, da die U23-Personaldecke bei RB Leipzig trotz allem dünn ist. Es sei denn es passiert noch was in Sachen Neuverpflichtung, wenn man an den gelegentlich mal auftauchenden Namen Justin Gerlach vom Berliner AK denkt, der mit 22 auch noch die U23-Regel erfüllen würde. Zumindest wäre ein verteidigender Linksfuss, und im besten Fall einer, der auch notfalls als Judt-Backup agieren könnte, die einzige Position, auf der man sich in der Winterpause noch einen Zugang vorstellen könnte.

Man wird abwarten müssen, inwieweit die Neuzugänge tatsächlich die Qualität der Mannschaft nicht nur theoretisch, sondern auch auf dem Platz erhöhen. Im letzten Winter klaffte da eine deutliche Lücke zwischen Transferversprechungen und letztlicher Leistung. Damals hatte man nach den Transfers von Wallner, Wisio und Hoheneder eher den Eindruck, als wäre dadurch unnötige Unruhe in die Mannschaft gekommen. Ein Faktor dafür, dass die avisierte Aufstiegsparty nicht zustande kam.

Ein anderer Faktor bestand darin, dass man vor einem Jahr der Konkurrenz durch einen eher durchschnittlichen Rückrundenstart noch einmal den Finger reichte. Ein Unentschieden in Havelse und die Niederlagen in Hamburg II und im Pokal in Zwickau signalisierten damals Schwäche, die in Halle bspw. noch einmal eine Portion Extramotivation herauskitzelte.

Bei sechs Punkten Vorsprung auf Jena und einem Spiel Rückstand sollte auf dem Weg zur Qualifikation zur Relegation via Meisterschaft in der Regionalliga Nordost für RB Leipzig eigentlich nicht mehr allzu viel passieren. Wenn man denn nicht mit dem Bewusstsein in die Saison geht, dass nicht mehr allzu viel passieren kann. Egal wie, ein Selbstläufer wird die anstehende Rückrunde bei gegen RB Leipzig immer hochmotivierter Gegnerschaft auf gar keinen Fall.

Es wird deshalb darauf ankommen, direkt nach der Winterpause der leise hoffenden Konkurrenz das harte Signal zu senden, dass es in diesem Jahr nichts zu holen gibt und man sich in Ruhe auf die kommende Spielzeit vorbereiten kann. Genau dafür, mit ziemlich nah bei 100% aus der Winterpause zu kommen und ins Spiel gegen Union Berlin II zu gehen, ist die Vorbereitung da und man darf doch sehr hoffen, dass RB Leipzig im Gegensatz zur vergangenen Spielzeit in der Rückrunde nicht schlechter, sondern besser agiert. Wofür die schnelle spielerische und menschliche Integration der Neuzugänge eine wichtige Rolle spielt. In diesem Zusammenhang ist es positiv hervorzuheben, dass die wichtigsten Neuzugänge schon vor Beginn der Vorbereitung feststehen und die gesamten fünf Wochen mittrainieren können. Im letzten Jahr kamen ja alle drei Neuzugänge erst Ende Januar nach Leipzig.

Hoffnungsfroh in Bezug auf einen weiteren Schritt in die richtige Richtung stimmt rund um RB Leipzig auch die Tatsache, dass die Mannschaft taktisch noch am Anfang ihrer Entwicklung steht, sprich in Sachen Flexibilität noch ganz viel Luft nach oben ist. Was ebenso für die Verinnerlichung des Prinzips der aggressiven Balleroberung gilt. Und das Zusammenspiel als Mannschaft auch. Sprich, jenseits der individuellen Klasse gibt es noch unheimlich viele Potenziale, die es ab- und vielleicht auch auszuschöpfen gilt. Und dem aktuell verantwortlichen Trainerstab unter der Leitung von Alexander Zorniger traut man durchaus zu, diese Potenziale positiv zu bearbeiten.

Fazit: Das Weihnachtsbreak war rund um den RB-Fußball naturgemäß eine ruhige Zeit. Die Ruhe vor dem Sturm sozusagen. Der Sturm, der das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte an die Oberfläche spülen soll. Kadertechnisch hat man durch Morys und Fandrich viele Möglichkeiten gewonnen und taktisch erarbeitet man sich in den nächsten Wochen eventuell noch ein paar Zusatzoptionen. Es gibt im Fußball keine Sicherheiten, nur die Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeiten durch eigene Arbeit positiv zu beeinflussen. In diesem Sinne, auf in die Vorbereitung, die die Grundlagen legen wird und auf in eine Regionalliga-Rückrunde, die im Aufstieg in die überregionale dritte Liga münden möge.

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