Regionalliga: RB Leipzig vs. FC Carl Zeiss Jena 1:1

Irgendwie konnte man es vor dem Spiel schon ahnen, dass der Auftritt von RB Leipzig gegen Carl Zeiss Jena auch schief gehen kann. Im Gegensatz zu den bisherigen großen Spielen in Magdeburg und Zwickau, die man mit Können, aber jeweils auch mit einer Portion Glück gewonnen hatte, schien vor der Partie gegen Jena das ganz große Topspielkribbeln und die damit verbundenen ein, zwei Prozent Zusatzmotivation auszubleiben, was sich sicherlich auch mit der speziellen Tabellensituation und neun Punkten Vorsprung erklärte.

Zudem sollte mit Carl Zeiss Jena eine Mannschaft kommen, die in Sachen taktische Disziplin und Fähigkeiten dank ihres Trainers Petrick Sander sicher mindestens zu den Top 2 der Regionalliga Nordost zählt. Und wenn eine Mannschaft, die taktisch alles drauf hat, in ein Spiel startet, bei dem auch ihr Wille und ihre Leidenschaft über Normalmaß ausgeprägt sind, dann kann es auch schon mal zu Großem reichen. Weswegen man sich (wenn auch auf niedrigerem Niveau) an das Spiel vor einem Jahr gegen den Halleschen FC erinnert fühlte, als die Gäste RB mit hohem Pressing und viel Laufaufwand praktisch an die Wand spielten.

Ganz so deutlich war das gestern bei um die null Grad in der mit über 12.000 Zuschauern gut gefüllten Red Bull Arena nicht. Einerseits, weil der FC Carl Zeiss Jena nicht ganz so viele Torchancen hatte wie der HFC seinerzeit. Andererseits, weil es auf RB-Seite im Spielverlauf durchaus Ansätze von Offensivaktionen gab. Auch wenn diese meist spätestens an der Strafraumkante versandeten. Die Parallele bestand in einem extrem guten (Gegen-)Pressing der Gäste, die den RasenBallsportlern dadurch keinerlei Luft und Raum zur Entfaltung gaben und sämtliche RB-Versuche, dem Spiel Struktur und Zug zum Tor zu geben, schon im Ansatz zerstörten. Völlig zurecht zeigte sich FCC-Coach Sander nach dem Spiel begeistert davon, mit wie viel Leidenschaft sein Team den Matchplan umgesetzt habe. Großartig eingestellt würde ich sagen.

Auf der anderen Seite versuchte es Zorniger mit einer Umstellung in der Startelf und brachte Sebastian Heidinger für Paul Schinke. Vielleicht ja mit der Überlegung, dem Jenaer Flügelspiel einen etwas schnelleren Gegenpol gegenüber zu stellen. Was ein wenig nach hinten los ging, denn Heidinger erwischte einen eher gebrauchten Tag und wurde leider kein Faktor im RB-Spiel.

Die erste Halbzeit war insgesamt ein eher zerfahrenes Vergnügen mit zwei Mannschaften, die sich weitgehend zwischen den Strafräumen neutralisierten. Jena dabei jederzeit etwas gefährlicher und nach nicht einmal einer Minute mit der großen Chance in Führung zu gehen, als die RB-Verteidigung noch nicht sortiert und Juri Judt aufgrund der Spielsituation weit eingerückt war und sich so in dessen Rücken René Eckhardt nach langer Flanke in einem Torschuss versuchen konnte, den Fabio Coltorti, dessen Verletzung an der Schulter zwei Tage vorher doch nicht ernsthaft gewesen war, noch um den Pfosten lenken konnte.

Ein verbissener Kampf um jeden Ball, meist gewonnen von den Gästen - hier in Mimik und Körpersprache interpretiert von Stefan Kutschke und Tom Geißler | GEPA-Pictures – Sven Sonntag

Der Rest der ersten Hälfte war eine halbe Chance von Daniel Frahn und eine Eckenserie von Carl Zeiss Richtung Ende der Halbzeit. Und hinterließ beim geneigten Zuseher die Hoffnung, dass RB Leipzig nach der Pause anders aus der Kabine kommen und in die Zweikämpfe und ins Spiel finden würde. Bis zu diesem Zeitpunkt gelang es RB weder über hohe Bälle auf Frahn und Kutschke, die allesamt vom Gegner abgefangen wurden, noch über Passspiel Druck aufzubauen. Nicht nur, weil Jena alles zustellte, sondern weil das eigene Spiel zu ungenau war. Man konnte durchaus auch sehen, dass Jena verwundbar ist, wenn RB den Ball mal schnell über zwei, drei Stationen laufen ließ, was aber zu selten passierte.

Doch die zweite Halbzeit war mindestens 15 Minuten lang ein Spiegelbild der ersten Hälfte, nur noch ein kleines Stück schlechter. Aus RB-Sicht zumindest. Aus Jenaer Sicht wurden die Versuche gen Leipziger Tor zielstrebiger. Und kurz nachdem Zorniger mit Röttger und Kammlott neuen Schwung eingewechselt hatte, fiel das verdiente 1:0 für die Gäste. Verdient, aber auch völlig unnötig, denn nach einem Abschlag des gegnerischen Torwarts aus der Mitte der gegnerischen Hälfte im zentralen Abwehrbereich relativ unorganisiert zu stehen, sollte nicht passieren. Wobei die Kopfballverlängerung von Dominik Kaiser ausgerechnet auf den Jenaer Topscorer Schlosser auch unglücklich war. Franke kann jedenfalls an der Srafraumkante nicht mehr richtig in den Zweikampf gehen, sodass Schlosser durchsteckt und der erst 19jährige Tion Schmidt überlegt und gekonnt abschließt.

Womit etwas eingetreten war, was man eigentlich tunlichst hätte vermeiden sollen, nämlich in Rückstand zu geraten. Bis dato hatte der FC Carl Zeiss in den Spielen gegen die Plätze 3 bis 5 exakt 0 Gegentore kassiert. Und gegen RB hatten sie bis zu diesem Zeitpunkt rund um Minute 60 wenig Anlass geboten, dass man daran hätte glauben können, dass sie gegen die Nummer 1 von dieser Serie abweichen.

Doch mit Röttger, der einige 1-gegen-1-Situationen löste und dadurch gelegentlich Räume schuf und mit Abstrichen auch Kammlott kam noch einmal ein wenig Wind in die Partie und RB Leipzig versuchte noch einmal das Zepter in die Hand zu kriegen. Dass das trotzdem wenig zielstrebig wurde, lag weiterhin an der Ungenauigkeit im Spiel. Gerade im Bedienen der Außenbahnen gab es einige eklatante Fehlabspiele, die aussichtsreiche Situationen zunichte machten. Thiago Rockenbach hatte als freies Offensivradikal auch nicht seinen allerbesten Tag erwischt und erstaunlich viele Stockfehler im Programm, was dem RB-Spiel nicht gut tat. Dazu rannte Jena angestachelt durch die Führung natürlich noch mal besonders motiviert durch die Gegend und schloss mit viel Aufwand entstehende Lücken und suchte nach vorn zwei-, dreimal die Entscheidung. Wenn auch nicht mit letzter Konsequenz.

RB Leipzig lief inzwischen die Zeit weg und ab der 80. Minute verschärfte man taktisch gesehen noch mal den Druck und stellte mit der Hereinnahme von Henrik Ernst auf Dreierkette um (wenn ich es richtig gesehen habe auf ein 3-2-3-2 interpretiert bis hin zum 3-1-4-2), wodurch Röttger und Kammlott mehr Möglichkeiten bekamen, das Spiel Richtung Seitenlinie breit zu machen. Letztlich erwies sich dies als durchaus gelungener, taktischer Kniff, mit dem man tatsächlich mehr Druck auf den Gegner, auch bei Jenaer Ballgewinnen bekam. Man muss nicht behaupten, dass der Ausgleich folgerichtig fiel (denn er kündigte sich rein von den Chancen her nicht an), aber er fiel zumindest in dieser Phase. Und er fiel nach wunderbarem Zusammenspiel von Röttger, Frahn und Kaiser. Es war die einzige Kombination des Spiels mit einem zielgerichteten Torabschluss. Und der landete direkt im Netz. Man kann es positiv gewendet als hocheffektiv bezeichnen.

Nach dem Ausgleich war noch einmal Stimmung im Spiel und die RasenBallsportler noch mal heiß auf den Sieg. Aber eine relevante Chance bekamen sie nicht mehr und es wäre in diesem Spiel auch nicht verdient gewesen. Schon das 1:1 war in Sachen Verdientheit oberhalb des Endes der Fahnenstange. Letztlich war es der Lohn dafür, dass RB Leipzig bis zur letzten Minute trotz schlechtem Tag versuchte, mit allem was ihnen blieb, ein Tor zu erzielen. Wer das Spiel letztes Jahr gegen Halle im Kopf hat, der erinnert sich bestimmt, dass es in diesem schon am Versuch mangelte.

Nach dem Spiel waren die Gäste stolz auf die eigene Leistung. Können sie sicherlich auch, aber vielleicht dämmert ihnen mit einem Tag Abstand noch mal viel stärker, dass sie zwei Punkte liegengelassen und nicht einen Punkt gewonnen haben. Für Jena endeten gleich zwei Serien. Die, in Spielen gegen Topclubs ohne Gegentor zu sein, aber auch die, in solchen Spielen bisher noch kein Tor geschossen zu haben. Für RB Leipzig gingen dagegen zwei Serien weiter. Einerseits konnte man im letzten Heimspiel der Hinserie in der Regionalliga gegen einen ostdeutschen, sogenannten Traditionsclub wieder und nach Chemnitz vor zwei Jahren und Halle letztes Jahr auch gegen Jena nicht gewinnen und lieferte eine eher schwache Leistung ab. Andererseits konnte man im 14. Spiel am Stück einen eigenen Torerfolg und einen eigenen Punkt bejubeln.

Fazit: Es war ein glückliches Unentschieden in einem Spiel, in dem der FC Carl Zeiss bis etwa zur 80. Minute die bessere Umsetzung des Matchplans hatte. Vermutlich hätte RB dieses Spiel im vergangenen Jahr verloren, aber in diesem Jahr gesellt sich das Glück bisher ganz gern zum gewachsenen Können. Dieses Spiel war für RB Leipzig sehr wichtig, um zu sehen, was Richtung möglicher Relegation am Ende der Saison noch fehlt (und es fehlt noch einiges). Der eine gewonnene Punkte war wichtig, um dem Ziel Relegation wieder einen guten Schritt entgegen zu gehen. In diesem Sinne kann man mit diesem Punkt nach diesem Spiel sehr gut leben und zufrieden sein. Und in diesem Sinne sind wohl viele Zuschauer dann doch ganz zufrieden nach Hause gegangen. RB Leipzig hatte der Nummer 2 schon den Finger als Appetithappen im Kampf um Platz 1 gereicht, aber glücklicherweise durch einen perfekt getroffenen Ball von Dominik Kaiser noch einmal zurückgezogen. Und das war die beste Nachricht, die dieses Spiel nach diesem Verlauf noch kriegn konnte.

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Randbemerkung 1: Klar, die Aktion 12:12 unter dem Motto „Keine Stimmung ohne Stimme“, die schon im Vorfeld der Partie die Gemüter rund um RB Leipzig erhitzte, weil es unterschiedliche Ansichten gab, ob man diese zwölfminütige Stimmungsboykottinitiative unterstützen solle, mit der der DFL und dem DFB signalisiert werden sollte, dass man Entscheidungen nicht über den Kopf der Fans hinweg treffen kann, wenn es direkt um deren Belange gehe. Zwei Argumentationslinien gab es bei den Contras.

Die eine besagte, dass man sich nicht beteiligen brauche, weil man als friedliche Fankultur von den möglichen Verschärfungen, die die DFL durch das Papier „Sicheres Stadionerlebnis“ ins Spiel gebracht hatte, nicht betroffen sein werde. Finde ich persönlich schwierig, weil ich mich nicht immer aus persönlicher Betroffenheit für Sachen einsetze, sondern deswegen, weil ich sie sinnig finde oder nicht. Und selbst wenn man es als mögliches Argument akzeptiert, sei an dieser Stelle daran erinnert, dass RB Leipzig diese dusslige Relegation vor der Nase hat, weil der DFB in einer einzigartigen Lobbyentscheidung über die Köpfe der ursprünglichen Faninitiative und auch vieler Vereine hinweg vor zwei Jahren die Regionalligareform durchgesetzt hat..

Die zweite Argumentationslinie besagte, dass man sich doch nicht einer Initiative anschließen darf, in der hauptsächlich Fangruppen agieren, die den RB-Anhängern vorsichtig gesagt unfreundlich gegenüberstehen und von denen nie ein solidarisches Wort zu hören sein würde, wenn es Vorfälle gegen RB-Fans gibt. Ich verstehe diesen subjektiven Punkt, glaube aber nicht, dass man aus dem wichtigen, selbstbewusst-abgrenzenden „Eure Meinung ist uns scheißegal“ gegenüber anderen Fangruppen ein ‚Eigentlich ist uns alles scheißegal‘ machen sollte. Es geht hier um die eigene Identität rund um den Verein und dabei sollte man nicht gucken, was andere sind oder über einen denken, sondern was man selbst sein will. Selbstbewusst in der Sache und erstmal ohne Rücksicht, ob man dabei auf falsche Freunde treffen kann. Letztlich hätte die Entscheidung pro oder contra 12:12 eine inhaltliche sein sollen.

Von daher war ich eigentlich wenig optimistisch, was eine halbwegs geschlossene Beteiligung an 12:12 seitens der RB-Fans angeht. Ich vermutete, dass ein kleiner Teil im Fanblock schweigen, aber das eigentlich auch nicht auffallen werde. Schon auf dem Weg ins Stadion war ich aber überrascht, dass selbst auf der Haupttribüne das Thema Stimmungsboykott in vielen Mündern präsent war. Und mit dem Anpfiff schien es tatsächlich so als gäbe es so etwas wie Einigkeit im RB-Fanblock, dass man auch 12 Minuten schweigen werde. Bis nach kurzer Zeit dann doch ein ‚Leipziger Jungs‘-Gesang angestimmt und mehr oder doch eher minder mitgesungen wurde, der besonders stark aus dem schweigenden Gästeblock, aber auch von der Haupttribüne und wie man im Nachhinein erfahren durfte (ich sitze da zu weit weg von) auch aus dem RB-Block gut Pfiffe erntete.

Es gab in der Folge noch zwei Versuche der Fraktion, die sich einem Stimmungsboykott aus verschiedenen Gründen nicht anschließen wollte (es gab schließlich auch noch den schlichten Grund, die Mannschaft zu unterstützen), auch mit Trommelunterstützung den Stimmungsbogen aufzunehmen, die in Pfiffen und spannenden Spielsituationen untergingen. Danach war Ruhe. Was mich erheblich überraschte, aber in seiner Entwicklung auch freute. (Mal abgesehen vom inhaltlichen der Aktion fühlte es sich auch einfach komisch an, als am Anfang der schweigende Gästeblock ‚übertönt‘ wurde) Schade, dass man nach 12:12 Minuten bzw. Sekunden nicht ähnlich geschlossen in den Support einstieg wie der Gästeanhang.

Ich mag aus der Entfernung nicht beurteilen, warum da wer was supporttechnisch machte oder nicht machte oder ob Becher auf die ‚Boykottbrecher‘ geworfen wurden oder nicht. Fakt ist, es gab offenbar einen Dissenz innerhalb der Fanszene, der sich vor dem Spiel nicht lösen ließ und der sich während der ersten fünf Minuten quasi als Abstimmung mit den Kehlen mehrheitlich klärte. Vielleicht auch ausgelöst durch verteilte Flyer, die den einen oder anderen noch vom Mitmachen überzeugten. In meiner persönlichen Außenwahrnehmung war dies eine höchste angenehme Geschichte, weil man einem Fanblock mal bei einem Entscheidungsprozess zugucken konnte und die Versuch-und-Irrtum-Support-Variante letztlich auf mich sehr sympathisch, eben menschlich und nicht einstudiert wirkte. Vielleicht kann man sich das ja als Alleinstellungsmerkmal einer heterogenen Fanszene positiv an die Brust heften, anstatt in Befindlichkeiten zu schwelgen oder Sündenböcke für misslungenen Support und/ oder Boykottbruch zu suchen.

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Randbemerkung 2: Dass die beiden großen, lokalen Medienplayer in ihren Papier-Berichten nicht mal mit einer Silbe die zwöfminütige Stille erwähnen, während es die Leipziger Internetzeitung [broken Link] (genau wie auch die Homepage des FC Carl Zeiss – siehe Link ganz unten) sogar schafft zu behaupten, dass die RB-Fans nicht an 12:12 teilgenommen hätten, sagt relativ viel über die Mediensituation in der Stadt und ihr Interesse am und ihre Kenntnis vom Detail aus. Lediglich LVZ-Online mit dem eigentlich immer fachlich-sachlich-korrekten Matthias Roth schaffte es tatsächlich drei korrekte Sätze zum Thema zu formulieren.

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Randbemerkung 3: Die Wiederkehr des Tom Geißler. Der zeigte über weite Strecken eine gute Partie und spielte an vielen Stellen mit viel Übersicht. Es wird ja gerne behauptet, dass Zorniger und Rangnick ihn gern behalten hätten, wenn er nach ausgelaufenem RB-Vertrag und fehlendem Pacult-Interesse in diesem Sommer nicht bereits in Jena unterschrieben hätte. Bei aller Wertschätzung für Tom Geißler bin ich mir auch nach dem gestrigen guten Spiel nicht sicher, inwiefern er bei Zorniger ins Konzept gepasst hätte. Ein aggressiver Balleroberer scheint er mir nicht zu sein und seine Offensivstärke besteht aus einem guten Schuss und viel Übersicht beim Schlagen von Flanken auf die Fügel. Auch nicht unbedingt das aktuelle A und O im RB-Spiel. Ich fand ihn bei RB gut aufgehoben und mochte es, dass er gestern wieder mal da war, aber zu glauben, er wäre aktuell bspw. links neben Dominik Kaiser perfekt aufgehoben, halte ich dann doch für übertrieben.

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Randbemerkung 4: Dass es im zweiten Durchgang hektisch wurde, lag auch daran, dass der Schiedsrichter anfing, völlig die Übersicht zu verlieren. Einem Jenaer, der den Ball spielte, zeigte er Gelb, was selbst auf der Haupttribüne allerseits mit ungläubigem Lachen quittiert wurde. Auf der anderen Seite wurde ein Vorteil abgepfiffen. Die Reaktion darauf wäre mit Lachen nicht ganz zutreffend beschrieben. Es war beidseitig ziemlich gruselig, was der Schiedsrichter pfiff und es tat vor allem dem Spiel nicht gut. Man hatte zwischendurch das Gefühl, er sei der Einfachheit halber dazu übergegangen, Hinfallen und nicht Foul zu pfeifen. Und die Jenaer nahmen die Gelegenheit an und fielen nicht nur, sondern blieben nach dem Führungstreffer auch mal gerne liegen. Zwei, Tore, sechs Wechsel, diverse Verletzungspausen und etliche Spielverzögerungen. Und am Ende wurden zwei Minuten nachgespielt. Ein Witz. Aber kein spielentscheidender Witz.

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Lichtblicke:

  • Timo Röttger: Wenn jemand von RB-Seite ein bisschen Leben in die Fußballbude brachte, dann war es Timo Röttger, der viel versuchte, viele Dribblings (erfolgreich) nahm und auch immer wieder den Pass in die Tiefe suchte. Nicht zufällig, dass er die Torvorvorbereitung zum 1:1 lieferte. Zorniger sieht weiterhin Athletik-Probleme. Und ich hoffe, dass das über den Winter zu beheben ist und man Röttger in dieser Form im nächsten Jahr auch mal von Anfang an wiedersieht.

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Tore: 0:1 Schmidt (58.), 1:1 Kaiser (84.)

Aufstellung: Coltorti – Müller, Hoheneder (79. Ernst), Franke, Judt – Schulz (57. Röttger), Kaiser, Heidinger (57. Kammlott) – Rockenbach – Kutschke, Frahn

Zuschauer: 12.194 (davon 2.300 Jenaer)

Links: RBL-Bericht [broken Link], RBL-Liveticker [broken Link], RB-Fans-Bericht, MDR-Bericht [broken Link], FCC-Bericht [broken Link]

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Bild: © GEPA pictures/ Sven Sonntag

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11 Gedanken zu „Regionalliga: RB Leipzig vs. FC Carl Zeiss Jena 1:1“

  1. Danke für die (wie immer) sehr treffende Analyse.
    Zur 1. Randbemerkung: Ich war direkt im Block 28, leider wollten die Jungs von den Le Bulls mal wieder ihren Egotrip vor die Interessen der anderen Fans stellen und haben trotz überwiegender Ruhe im Block angefangen zu trommeln und singen (sonst kommt von denen immer nichts). Nachdem dann der Großteil der Leute zurecht gepfiffen hat war kurz Ruhe um eine Minute später weiter zu machen. Nach Ablauf der 12:12 dann die Krönung, die trommler stellten für weitere 12 Minuten ihre Arbeit ein, wieder einmal zeigten sie was sie für einen egotrip schieben… Der Capo der le bulls ist sogar nach der Aktion garnicht mehr aufgetaucht. Die Jungs denken echt sie wären der Nabel der Welt…. Lächerlich!!!

  2. Sorry, die Jungs und Mädels haben die Choreo (böse Zungen behaupten: mittlerweile alter Hut) organisiert und sind sonst auch die Stimmungsmacher. Ohne die geht zur Zeit auch nichts weiter, habe ich so das Gefühl. Also wie wäre es denn, wenn man einfach mal Dankbarkeit zeigt und die Leute machen lässt. Oder das Zepter selbst in die Hand nimmt und etwas auf die Beine stellt.

    Rummeckern scheint da aber immer die beste Alternative.

    Ich bin auch nicht damit Einverstanden, wie die Zwischenmenschlichen Defizite geregelt wurden (kann beide Seiten verstehen). Aber man muss immer die Ursache suchen, bevor man mit Wörter wie „Lächerlich“ oder „Peinlich“ argumentiert. Es gab Alternativen, zum Beispiel laute Gesänge mit einem lauten Zischlaut quitieren, was vielleicht auch die Gegner der 12:12-Aktion bewogen hätte das im übertriebenen Maße mit zumachen oder drausen zu bleiben oder oder oder…

    Jetzt sollte es heißen: aus Fehlern lernen und gegen BAK Gas geben. Man hat (und das nicht nur die LE Bulls) die Mannschaft komplett im Stich gelassen. Und ich behaupte einfach mal, dass diese fehlende Stimmung einfach mal auch ein Grund für das schlecht Spiel unserer Mannschaft war.

    Ansonsten: sehr schöner Artikel!

    1. Und wie stellst du dir das vor Sebastian soll sich in Zukunft jeder 2. Fußballfan ne Trommel auf den Rücken schnallen und damit ins Stadion gehen falls die gnädigen Herren de LE Bulls mal wieder schmollen oder schlicht weg kein Bock haben die ihregen zu benutzen? Die LE Bulls spielen sich doch schon ne ganze Weile als Supporter Nummer 1 auf und selbstverständlich fehlt was wenn das Zentrum (und ich meine das rein räumlich gesehen) des RB Fanblocks vollständig die Arbeit einstellt. Weil dann nämlich irgendwo das Bindeglied zwischen rechter und linker Seite des FB fehlt aber das ohne sie nix geht? Beizweifle ich ernsthaft ich würde mal wetten wenn alle LE Bulls beschließen würden nie wieder ins Stadion zu kommen hätten wir die Lücke nächstes Jahr zu selben Zeit mit Sicherheit wieder ausgefüllt. Das ist natürlich alles rein thoretisch und lässt sich natürlich nicht beweisen. Ich will nicht in Undankbarkeit verfallen, das sie sich an der Choreo beteiligt haben und dies auch sicherlich mit viel Arbeit vorbereitet haben will ich gar nicht bestreiten. Von mir aus geht es sogar in Ordnung das sie während 12:12 angefangen haben zu supporten und aufgehört haben als sie gemerkt haben das der Rest es nicht will (auch wenn sie 3 anläufe für das aufhören brauchten und außerdem alle Pro 12:12er mit „Steht auf“ gesängen provoziert haben) aber dann das Trommeln und mitsingen bis 24:24 zu verweigern das war genau das was du hier kritisierst nämlich „lächerlich“ und „peinlich“ und genau dafür sollten sie sich schämen und nichts anderes!!!

  3. Noch 10 Minuten länger und wir hätten gewonnen.
    Der Aufwand der Jenaer war immens, führte aber letztlich auch bloß zu einem Tor, zum Unentschieden und dazu, dass einige vor Schwäche umfielen, das aber als Foul kaschierten.
    Deswegen waren wir trotz der verlorenen zwei Punkte auch nicht unzufrieden .
    Bei aller Sympathie, die ich für unseren Ex-Leipziger empfinde, aber Deine Meinung teile ich zu 100 Prozent. Es reicht nicht, um ein Spiel zu gewinnen, selbst an so einem gebrauchten Tag unserer Mannschaft.
    Hauptsache, der Trainer lässt es gar nicht erst in die Köpfe einziehen, dass diese Spiele auch mit weniger als 100 Prozent Leistung und Konzentration nicht verloren werden.

  4. Mal was völlig anderes:
    Kommt es oft vor, dass Platzkarten doppelt vergeben werden? Bei mir im Block ist das mehrmals vorgekommen. Kennt einer die Gründe?

    Danke für deine Arbeit, schöner Artikel – wie immer 🙂

  5. „Kommt es oft vor, dass Platzkarten doppelt vergeben werden? Bei mir im Block ist das mehrmals vorgekommen. Kennt einer die Gründe?“

    Noch nie gehört. Sollte eigentlich nicht passieren. Keine Ahnung, warum es so ist.

    Zu den LE Bulls: Ich finde, man sollte da mal den Fuß vom Gas nehmen. Ganz gleich, dass ich nicht dabei war, bei dem was da im Sektor B vorgefallen ist, aber die Schärfe der Debatte um die LE Bulls gefällt mir gar nicht. Lasst doch den Sonntag einfach mal sacken und dann nehmt die nächsten Spiele mit und guckt, wie es weitergeht. Am Sonntag gegen Jena gab es vermutlich eine Situation, in der sich manch einer nicht super schlau verhalten hat. Gut, passiert wenn verschiedene Meinungen aufeinander prallen. Kein Grund für endgültige, öffentliche Prangerverurteilungen.

  6. Ich glaube nicht, dass diesselbe Karte doppelt gedruckt wurde. Nur begreifen manche nicht, dass Platzkarten vergeben werden und dass sie im falschen Sektor sitzen. So bei uns geschehen.

    1. wir hatten die karten verglichen – gleicher block – gleiche reihe – gleicher platz
      dazu der kommentar: „ach deswegen haben unsere karten am eingang nicht so richtig funktioniert“
      das ist bei uns geschehen .. hinter uns und vor uns hab ich ähnliches gehört

  7. Zum Thema LE BULLS
    Man darf bei dieser Diskussion nicht den Fehler machen aktuelle Aktionen mit vorrangegangenen aufzuwerten.
    Mal Krass formuliert: Wenn ich gestern keinen Apfel gestohlen habe, es aber heute getan habe, dann bin ich trotzdem ein dieb! Ganz gleich ob ich gestern keinen Apfel gestohlen habe!
    Und wenn sich auch, und das darf man mit fug und recht behaupten, die LE Bulls sonst als sehr fan-orientierter und supportender fanclub gezeigt hat, hat er gegen jena den apfel geklaut! Das war ne scheiss egoistische aktion und diese gehört angeprangert…und nicht wie im forum oder jeder anderen anlaufstelle beschönigt. Teilweise wurden sogar diskussion darüber unterbunden! siehe ende thread 12:12 Jena bei RB-fans! Die sollten sich ruhig anhören, wie negativ ihre aktionen bei den fans aufgefasst wurden.

  8. Ich kann dir im Bezug zu Geißler nicht zustimmen, er war auch defensiv sehr aktiv und hat dort viele Zweikämpfe für sich entschieden, sehr abgezockt, passicher und laufstark. Dazu mit Übersicht, wenngleich wie auch schon bei uns mit teilweise zu langsamer Ballverarbeitung. Trotzdem würde er m.E. deutlich besser passen als die aktuellen Besetzungen des LZM. Deutlich stärker habe ich Kaiser (sein Tor mal ausgeklammert) auch nicht gesehen, auch er hatte am Sonntag bei vielen Dingen den Wurm drin.

  9. Darüber (ob er eine besser Besetzung fürs LZM wäre), könnten wir jetzt trefflich streiten, weil wir nie erfahren würden, wer Recht hätte. Ich habe aufgrund seiner Spielweise als eher strategischer Ballverteiler leichte Zweifel daran. Als solcher ist er auch mit Jena aufgetreten (und das soll seine Leistung in dem Spiel überhaupt nicht schmälern) und als solcher denke ich, wäre er im zentralen Mittelfeld von RB nicht unbedingt gefragt.

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