Regionalliga: Lok Leipzig vs. RB Leipzig 1:3

Das erste Spiel zwischen Lok und RB Leipzig seit mehr als zwei Jahren, insgesamt das dritte und wiederum das erste, das sich aufgrund des großen Interesses und der aufgeladenen Stimmung tatsächlich wie ein Derby anfühlte. Fast 25.000 Zuschauer sind nicht nur neuer Viertligarekord, sondern auch das bestbesuchte Ligaspiel in Leipzig seit März 2004 als der FC Sachsen Leipzig zur Pflichtspiel-Eröffnung des neuen Zentralstadions vor 28.000 Zusehern der U23 von Dortmund mit 0:1 unterlag.

Wenn man nur die Zeit im Stadion nimmt, dann war das Spiel ein großes Fest, auf dem Rasen und auf den Rängen. Schon eine Stunde vor dem Anpfiff wärmten sich die beiden Fankurven in aufeinander Bezug nehmenden, abwechselnden Gesängen auf und sorgten mit dafür, dass die Aufregung minütlich stieg. Es ist schon ziemlich beeindruckend, wenn die Red Bull Arena (oder wie das Lok-Heft mit einem neuen, mir noch unbekannten Red-Bull-Vermeidungssynonym schrieb ‚größtes Leipziger Fußballstadion‘) mal auch nur halbwegs gut gefüllt ist (und knapp 25.000 Zuschauer sind eben letztlich trotzdem nur ein halb gefülltes Stadion..). Man spürt die Lust in Leipzig auf Fußball und glaubt auch ein bisschen die Wehmut zu spüren, dass diese Fußballfeste ’nur‘ in der vierten Liga stattfinden.

Feiertag in der Red Bull Arena | © GEPA pictures/ Kerstin Kummer

Während auf den Rängen insgesamt eine Patt-Situation mit Lautstärke- und Choreographievorteilen für Lok entstand, waren die Verhältnisse auf dem Platz an diesem Tag eigentlich von Beginn an eindeutig. Da RB Leipzig mit viel Kampfbereitschaft und Leidenschaft in das Spiel ging, hatte Lok auf dem wahrscheinlich wichtigsten Feld, auf dem sie sich hätten einen Vorteil verschaffen können, eben diesen nicht. Womit sie ihr aktuelles Potenzial angesichts des frühen Zeitpunkts der Arbeit unter einem neuen Trainer bereits aufgebraucht hatten.

Bei RB Leipzig konnte man gut beobachten, wie hübsch Sachen funktionieren können, wenn man das System halbwegs beherrscht. Wieder im 4-1-3-2 angetreten, konnte man nämlich in diesem Spiel im Gegensatz zum Auftritt in Neustrelitz tatsächlich sehr viele Bälle sehr früh (wieder-)gewinnen oder zumindest die Passwege zustellen oder den Ball ins Aus klären, sodass Lok kaum einmal ein schneller Weg Richtung RB-Tor offen stand. Was auch dadurch begünstigt wurde, dass es nur sehr wenige RB-Ballverluste in der Vorwärtsbewegung gab. Ich kann mich genaugenommen an keine einzige Situation erinnern, in der Rico Engler seine Schnelligkeit für Lok in Szene setzen konnte. Die eigentliche Lok-Taktik über Balleroberung und schnelle Konter gefährlich sein zu wollen, ging genaugenommen gar nicht auf. Was nicht nur an der dürftigen Umsetzung des Umkehrspiels lag, sondern eben auch daran, dass die RasenBallsportler die Umkehrung oft nicht zuließen.

Nur nach dem 1:0 (und abgeschwächt nach dem 2:0 und sowieso nach dem 3:0) verlor RB Leipzig für eine kurze Phase die Ordnung, wodurch gleich wieder deutlich wurde, worin das mögliche Problem des aktuell sehr offensiven 4-1-3-2 liegt. Denn wenn die sehr mittig agierende Dreierreihe Röttger – Rockenbach – Heidinger zusammen mit dem quasi als Libero hinter der offensiven Mittelfeldkette die Löcher schließenden Dominik Kaiser keinen Zugriff auf den Gegner findet, können RB die Bälle ganz schön um die Ohren fliegen, denn dann kann nicht mehr verhindert werden, dass der Ball auf die relativ offenen Außenpositionen gelangt und dort Eins-gegen-Eins-Situationen entstehen, die immer mal zuungunsten des Verteidigers ausgehen können und dann eben auch gleich gefährlich werden. Wie eben in jener Situation als Kevin Walthier, der auffälligste Lok-Spieler, irgendwann um die 35. Minute herum über links für Rico Engler in der Mitte auflegte.

Positiv gesehen kann man aber festhalten, dass das Mittelfeld in Zusammenarbeit mit den viel laufenden (manchmal zu viel) und gut gegen die Außenverteidiger arbeitenden Stürmern fast jederzeit Zugriff auf den Gegner hatte und man im dritten Pflichtspiel das Gefühl gewann, dass das Verständnis für das System tatsächlich langsam wächst. Und trotzdem bleibt dieses 4-1-3-2 anfällig für Mannschaften, die in der Lage sind, im Mittelfeld ballsicher gegen Pressing zu agieren und den Ball anschließend auf die Flügel zu spielen. Das sind schon extreme Laufwege, die insbesondere die beiden ‚Außen’spieler in der offensiven Dreierkette Röttger und Heidinger zu absolvieren haben.

Bei allem Guten (wenn auch lang noch nicht sehr guten), was man aus Systemperspektive gestern von RB Leipzig gesehen hat, bleibt aber trotzdem festzuhalten, dass das 1:0 letztlich ein Tor fernab des Spielsystems ist. Ein Tor, das wenn es in der Art gegen RB Leipzig gefallen wäre, hier sicherlich erheblich kritisch besprochen worden wäre. Denn nach dem ersten eigenen Eckball einen Konter zum Gegentor zu kassieren, ist sicherlich so ziemlich das letzte gewesen, was im Masterplan von Lok vorkam. Andererseits war es ziemlich großartig von Coltorti (und diese Versuche sind definitiv trainiert), den Ball gedankenschnell und punktgenau auf (den diese Situation ahnenden und kreierenden) Judt abzuschlagen, der sich kurz vor dem Lok-Strafraum gegen die indisponierten Seifert und Wendschuch durchsetzt und überlegt und hochwertig über Lok-Keeper Gäng hinweglupft. Aus RB-, also auch aus meiner Perspektive ein geiles Tor, als Lok-Coach kommt man sich da wahrscheinlich wie im falschen Film vor.

Da auch das 2:0 und das 3:0 aus Lok-Perspektive durchaus zu verteidigen gewesen wären und man zwischendurch beim Stand von 2:0 sogar noch einen Pfostentreffer zu verzeichnen hatte, könnte man das Ergebnis aus Lok-Sicht sogar noch als unglücklich bezeichnen. Ich würde zumindest behaupten, dass RB in einigen Situationen zu wenig aus der Möglichkeit Torgefahr zu produzieren gemacht hat.

Was mir in diesem Zusammenhang gerade in den ersten 20 Minuten nicht wirklich gefiel, waren viele und vor allem ungenaue, lange (meist hohe) Bälle auf Kutschke. Ich weiß, dass dies durchaus zu den Plänen des RB-Spiels gehört, über Kutschke und zweite Bälle zum Torabschluss zu kommen. Und grundsätzlich ist das sicherlich auch eine zielführende Alternative. Manchmal habe ich aber das Gefühl, dass seine Anwesenheit irgendwo in der gegnerischen Hälfte dazu führt, dass gerade die Verteidiger den für sie einfachsten, weil in Bezug auf Ballverluste ungefährlichsten Weg, nämlich lang und hoch wählen und so einfach ein bisschen zu oft der geordnete Spielaufbau vernachlässigt wird. Mein Eindruck zumindest, der vielleicht dezenter ausgefallen wäre, wenn denn die Bälle der Marke lang und hoch zu höheren Prozentzahlen angekommen wären.

Während man offensiv eigentlich noch zu wenig aus der Überlegenheit machte, ließ man defensiv ähnlicherweise eigentlich zu viel zu, dafür dass man eigentlich alles im Griff hatte. Interessanterweise war eigentlich an so ziemlich allen gefährlichen Situationen der zweiten Hälfte Niklas Hoheneder beteiligt. Beim Pfostentreffer durch Engler lässt er seinem Gegenspieler im Rücken zu viel Platz und unterläuft die Flanke, später macht er bei einem Ansatz eines Lok-Konters an einer Stelle zwei Schritte aus der Viererabwehrkette, wo er keine Chance auf Ballgewinn oder zumindest Stellen des Gegners hat, sodass er einfach überlaufen wird und so erst Gefahr entsteht und beim Gegentor kurz vor Schluss geht er in der Entstehung auf dem rechten Abwehrflügel zu Boden (wurde da aber aus meiner Sicht gefoult), sodass der Weg zum Tor völlig frei wird. Letztlich individuelle Fehler, die man nicht in jedem Spiel dabei haben sollte und die den Lohn der Arbeit genauso gefährden wie schlecht ausgespielte Konter (Röttger, Ernst).

Insgesamt ist es aber Kritik auf sehr hohem Niveau, denn alles in allem stimmte es von der Einsatzbereitschaft bis hin zum Spielsystem auf allen Ebenen mindestens halbwegs. Die Luft, die weiterhin nach oben bleibt, wird jedenfalls dünner. Und angesichts der Tatsache, dass selbst zwei, drei Standards gefährlich wurden und eigentlich mindestens ein Treffer hätte daraus resultieren müssen, könnte man fast schon euphorisch werden.

Fazit: Ein letztlich mehr als verdienter Erfolg in einem Duell zweier Mannschaften, die wie schon 2009/2010 in den damaligen Oberliga-Duellen in (dem finanziellen angepasst) sportlich völlig unterschiedlichen Sphären agieren. Es war im Stadion ein großartiger Fußballtag mit hüpfendem Herz, viel Atmosphäre und gutem Ende. Lok war chancenlos und darf jetzt ein halbes Jahr lang versuchen, sich einen neuen Plan auszudenken. Und die RasenBallsportler haben nun ein paar Tage Zeit, zumindest den Geist baumeln zu lassen und sich zu feiern und danach weiterzuarbeiten am System und sich wieder auf den Regionalligaalltag runterzufahren. Und der geht am 15.09.2012 mit Optik Rathenow weiter. Wieder auswärts.

Randbemerkung 1: Klar, die Begleitumstände danach. Man sollte zwei Fehler nicht machen. Einerseits den, die Umstände nach dem gestrigen Spiel so aufzuladen, dass fast ein Bürgerkrieg daraus wird. Man sollte aber im Polizeisprech auch nicht so tun als wäre alles ruhig geblieben. Im Fall Kevin Pezzoni regt sich die bundesweite Öffentlichkeit zurecht über den Eingriff in sein Leben und die Drohungen gegen ihn auf. Wenn Menschen mit RB-Utensilien von marodierenden Lok-Gruppen geschlagen oder bedroht oder beraubt werden, dann ist das eben nicht ein normaler Begleitrahmen eines Derbys, sondern auch ein Skandal. Jeder einzelne geklaute Schal ist einer zu viel, jede auf der Suche nach Provokation durch die Gegend streunende blau-gelbe Bande völlig überflüssig. So weit sollte man das zumindest auf Tasche habe. Und so weit sollte man das zumindest als Skandal (Einer, gegen den weiterhin nur die mühseligen Mühlen der Justiz in Frage kommen.) und nicht als ruhigen Nachmittag empfinden.

Man kann natürlich finden, dass die Polizei das nicht gut gelöst hat und zumindest die Tatsache, dass man nicht in der Lage war zu verhindern, dass RB-Anhänger direkt auf dem Parkplatz vor dem Stadion angegriffen werden, ist ziemlich absurd. Aber gegen das Prinzip gemeinschaftlicher Raub in der Nebenstraße, gegen das Spucken in der Straßenbahn, gegen individuelle Gewalt ist die Polizei weitestgehend machtlos, weil sie letztlich nur die großen Ströme steuern kann. Letztlich ist es ein gesellschaftliches Problem (und somit auch eines von sozialen Umfeldern) und eines des Vereins, in dem Fall Loks. Ich werde mich nicht aus dem Fenster lehnen und behaupten, wie die Fanszene von Lok (die mich im Normalfall ziemlich wenig interessiert) tickt. Aber dass im Herzen des Blocks 200-300 Leute stehen, die unter dem Titel „Wir sind die Krieger, wir sind die Fans – Lokomotive – Hooligans“ diverse Hass- und Gewaltparolen ablassen, sollte allen anderen im Block (die jene Parolen nicht mitrufen(!), aber sich ansonsten an diesem Supporterkern orientieren) zu denken geben. Und die Tatsache, dass Leute mit Lok-Schals im RB-Hauptgeradensektor bis auf flappsige Bemerkungen und das Ergebnis einen angenehmen Nachmittag verbrachten, während das Fahren in der Straßenbahn mit RB-Trikot nicht zu den Sternstunden der Sonntagnachmittaggestaltung gehörte, sollte auch zu denken geben.

Mir ist so etwas ja generell völlig unklar, aber dass Leute im D-Lok-Sektor zu RB „Und ihr macht unseren Sport kaputt“ rufen und hinterher ihren Fansonntag mit einem kriminellen Betätigungsfeld verbringen, ist so offensichtlich absurd, dass sich die Balken biegen. Mal ganz davon abgesehen, dass vielleicht ein paar Leute überlegen werden, ob sie zukünftig noch Derbys besuchen, werden diese Aktionen doch auf keinen Fall dazu führen, dass Lok nun plötzlich für frisches, breites Publikum interessant wird oder eine angenehme Imageauffrischung erfährt. Ganz im Gegenteil dürfte das Gepöbel, Geschlage, Geklaue und Gespucke von gestern einige viele darin bestätigen, warum sie bei RB Leipzig Fußball gucken wollen und nicht bei Lok. Und auch das noch hinterher: Ich glaube auch, dass der sehr unangenehme Teil der Lok-Fans in der absoluten Minderheit ist. Und doch ist er für die Außenwirkung des Vereins eine Katastrophe, genauso wie für die Anschlussgestaltung eines ansonsten großartigen Fußballtags.

Randbemerkung 2: In dem Zusammenhang möchte man sich fast schon wieder darüber ärgern, dass RB das Heimrecht für die Partie mit Lok getauscht hat, damit der klamme Club mal ein paar ordentliche Euros abstauben kann. Sportlicherseits kann der durchaus sehr sympathische Chefcoach Marco Rose und mit ihm der Verein die Netto-Einnahme von handgeschätzten knapp 300.000 Euro sicherlich gut gebrauchen. Es macht die Situation aber ein bisschen eigenwillig, dass aus dem Umfeld des Clubs, der dank dieses Spiels (und damit auch der RB-Anhänger) eine Einnahme in der Höhe eines Hauptsponsorvertrages verbuchen kann, körperliche und verbale Attacken auf RB-Anhänger gefahren werden. Ich verstehe vor diesem Hintergrund ein wenig jene Leute, die dem Spiel fernbleiben wollten (oder darüber nachdachten), weil Lok von ihnen kein Geld kriegen sollte und jene Leute, die die Zustimmung von RB zum Tausch des Heimrechts (also die Lizenz zum Gelddrucken) kritisierten. Einerseits verstehe ich also, dass die freundschaftliche Unterstützung von Lok (und nichts anderes war der Heimrechttausch) nicht überall gut ankommt. Andererseits finde ich, dass auch kein Weg daran vorbei führt, mit der Lok-Führung normale, nachbarschaftliche Kontakte zu pflegen. Die Zeiten, dass sich die Häuptlinge der zwei ranghöchsten Leipziger Clubs nicht mit dem Arsch angucken, sollten definitiv vorbei sei. Die aktuelle Entspanntheit auf Führungsebene ist jedenfalls eher angenehm. Vielleicht gewinnen ja (und bei den sportlich Verantwortlichen und den Spielern ist es ja größtenteils schon so) im Windschatten dessen auch im Lok-Umfeld im Laufe der Zeit entspanntere Umgangsformen die durchgängig wahrnehmbare Oberhand.

Randbemerkung 3: Im Kontext des vorher geschriebenen möchte ich eigentlich auch fast nicht mehr über die Gesten von Kutschke und Rockenbach nach ihren Toren (Sie hielten jeweils die Hände an ihre Ohren, um dem Lok-Block höhnisch zu signalisieren, dass er jetzt wohl leise ist.) sprechen. Denn im Vergleich zu den nichtsportlichen Aktionen nach dem Spiel und auch im Vergleich zu den während des Spiels in Richtung RB-Spieler geworfenen, selbst im Vergleich zu Pyro hundsdämlichen Kanonenschlägen (Stadionsprecher: „Da hat wohl jemand sein Gehirn am Eingang abgegeben.“ Könnte sein, dass es auch ganz zu Hause geblieben ist..) waren die Gesten extrem harmlos und letztlich im Rahmen eines aufgeladenen Derbys mit einigem an unfreundlichem aus dem Lok-Block auch nur eine emotionale Reaktion, die man nicht überbewerten muss (wofür im Übrigen auch Lok-Coach Rose ganz rigoros in der Pressekonferenz plädierte). Zumal ein Lokspieler mit genau denselben Gesten gen RB-Kurve als Erster zum Warmmachen auf das Feld lief, um sich so den eigenen Fans anzubiedern. Man sollte da also mal die Kirche im Dorf lassen und nicht so tun als wären Kutschke und Rockenbach das Böse schlechthin (zumal das provokante Jubeln vor dem gegnerischen Block – gerade bei Auswärtsspielen – in diesem Jahr auch in anderen Ligen zum Spieler-Repertoire zu gehören scheint). Trotzdem finde ich persönlich, dass man das, Derby hin oder her, nicht wirklich braucht. Es ist völlig überflüssig provokant und ist eine unangemessene Übersteigerung der eigenen Freude hin zu einer Demütigung des Gegners. Warum man nicht einfach die 10, 20 Schritte weitermacht, um mit den eigenen Fans zu feiern, erschließt sich mir nicht. Ich finde, darüber darf man gern noch mal reden.

Thiago Rockenbach beim Feiern seines Tores und seines zukünftigen Kindes, kurz bevor er sich an die Lok-Kurve 'wendet' | © GEPA pictures/ Kerstin Kummer

Randbemerkung 4: Bleibt noch eine abgefahrene Aktionen des Marketingleiters von Goldgas, der in einem gefühlt fünfminütigen, faktisch wohl zweiminütigen völlig emotionslosen Monolog die Lok-Anhänger aufforderte, Goldgas-Kunde zu werden, weil für jeden September-Neukunden 20 Euro in die Vereinskasse wandern würden. Es war eine absurde, dermaßen deplatzierte, nirgendwo an das Spiel anschließende Rede des Marketers gleich zu Beginn der Halbzeitpause, dass ich die ganze Zeit vor mich hin kichern musste und dachte, dass es ziemliche Vorteile hat, einem Verein anzuhängen, der zumindest rund um die Spiele auf bestimmte Formen der Werbung und des Marketings (finanziell) verzichten kann..

Lichtblicke:

  • Da war ich wieder mal individuell nicht aufmerksam genug, als dass ich da treffsichere Bemerkungen abgeben könnte. Fabian Franke hat mir im direkten Zweikampf mal wieder extrem gut gefallen. Gerade im Vergleich mit seinem jeweiligen Nachbarn immer wieder eine Augenweide (nur die Spieleröffnung ist weiterhin nicht immer optimal). Dominik Kaiser schien mir als Staubsauger vor der Abwehr extrem effektiv. Und über Juri Judts defensive Seite kam kein gefährlicher Angriff, an den ich mich erinnern könne, dafür schoss er das Tor und wirkte auch sonst sehr ballsicher.
  • Die Mannschaft: Sicher ist, dass RB als Team sehr gut funktioniert hat. Was nicht mal so sehr charakterlich, sondern tatsächlich spielerisch gemeint ist. Die Mannschaft hat gerade klare Strukturen auf und abseits des Platzes und das scheint ihr gut zu tun (war aber vor einem Jahr nicht unähnlich).

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Tore: 0:1 Judt (29.), 0:2 Kutschke (55.), 0:3 Rockenbach (85.), 1:3 Alemdar (90.)

Aufstellung: Coltorti – Müller, Hoheneder, Franke, Judt – Kaiser – Röttger (86. Ernst), Rockenbach, Heidinger (73. Schulz) – Kutschke (81. Kammlott), Frahn

Zuschauer: 24.795 (jeweils etwa die Hälfte Lok und RB)

Links: RBL-Bericht [broken Link], RBL-Liveticker [broken Link], RB-Fans-Bericht, MDR-Bericht [broken Link], Lok-Bericht [broken Link]

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Bilder: © GEPA pictures/ Kerstin Kummer

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30 Gedanken zu „Regionalliga: Lok Leipzig vs. RB Leipzig 1:3“

    1. Doch, nachdem er sich seinem (ungeborenen) Kind gewidmet hat, macht er den Schlenker zur Lok-Kurve und hält sich da die Hand hinter das Ohr.. Ungefähr ein oder zwei Sekunden nachdem das Bild oben entstanden ist.

  1. Zur Randbemerkung 2: Ich habe extra bis jetzt gewartet, weil die vierzehnte Stunde eines Tages dann schon ausreichend sein sollte, damit die Vereinsführung von Lok Leipzig zumindest einige wenige offizielle Worte zu den gestrigen Vorkommnissen auf der Lok-Homepage oder an anderer wahrnehmbarer Stelle formulieren und veröffentlichen kann. Bisher konnte ich weder von Herrn Kubald noch von irgendetwas lesen, was auch nur in diese Richtung geht. Und damit glaube ich auch nicht mehr, dass man sich wirklich von diesem Teil der „Fan“szene distanziert. Die Worte, mit denen Kubald gestern zitiert wurden, sind nichts wert, wen dem nicht deutliche Worte und Taten folgen. Aber darauf wird man (wieder einmal) vergebens warten. Und damit sollte es auch Schluß sein, Wohltaten an diesen Verein zu verteilen und damit den eigenen Fans in den Rücken zu fallen.

    1. Ich denke schon, dass man das trennen sollte. Kleine Geschenke erhalten (oder hier: stiften) die Freundschaft, und dies sollte zumindest auf der Offiziellen-Ebene auch beibehalten werden. Was eine offizielle Verlautbarung seitens Lok angeht hast du Recht: Ob man nämlich für den „sehr unangenehmen Teil der Lok-Fans“ tatsächlich von einer „absoluten Minderheit“ reden darf, kann sicherlich noch diskutiert werden. Lt. LVZ wurde die Anzahl dieser Randalierer nach dem Spiel auf 500 Lokfans beziffert. Wenn man mal von (abgerundet) 10.000 LOKisten im Stadion ausgeht sind wir immerhin bei 5%. Wenn man dazu noch in Erwägung zieht, dass gemäß gleicher Quelle 2.000 „Fans“ bei dem durch „Scenario“ angemeldeten Wandertag schmähsingend durch die Innenstadt marschierten, sind das potenziell immerhin schon 20% „unangenehme“ Fans. Ich finde das schon erschreckend! Sicher, man sollte nicht so absolut bewerten, was die Bindung und/oder Sympathie für die genannte Gruppierung anbelangt. Aber man sollte es auch nicht verharmlosen – definitiv nicht von offizieller LOK-Seite.

  2. Hi! 🙂

    Danke für den wie immer super geschriebenen Bericht.

    Zur Randbemerkung 1: Allgemein fand ich, dass von seitens LOK sehr wenig „Dank“ in Bezug auf den Heimrechttausch kam. Es fehlte mir auch einfach dieser Grundrespekt dafür. Ein einfaches Danke vom Stadionsprecher etc. hätte ja gereicht. Erinnern kann ich mich daran jedoch nicht. Man distanzierte sich auch nicht von den idiotischen LOK-Anhängern.
    Auch den Schriftzug in dem man sich über Rangnick und das Burn-Out-Syndrom lustig machte fand ich unpassend.

    Das man die Fangruppen nach dem Spiel nicht richtig trennen konnte lag zum Teil aber auch an der Planung. Es macht zum Beispiel wenig Sinn, wenn man den LOK-Fans sagt „Ihr dürft nur nach Norden gehen“ und viele ihr Auto neben dennen der RB-Fans auf den Parkplätzen an der Arena parkten.

    1. …wenn die LOK-Oberen Ei…. hätten, würden Sie das Eintrittsgeld der 500 Straftäter der DANIEL NIVEL Stiftung spenden… Das wäre mal ein Zeichen… Ok, ich höre wieder auf zu träumen….

  3. Sehr schöner und definitiv zutreffender text….zu der situation nach den spielen: das war schon immer so, dass die gegnerischen fans quer über den parkplatz vor der arena “mussten “….das führte automatisch dazu das es ein zusammentreffen der beiden fanlager gab! Das war beim hfc so, beim cfc und nun auch bei lok!! Und jedes mal gab es ärger….da muss man sich dringend was einfallen lassen!!
    ich habe mich im stadion extrem darüber geärgert dass ich meine fanutensilien zuhause gelassen habe aber nach dem spiel war ich heilfroh!!! Denen wäre doch egal gewesen das ich meine freundin mit hatte….bloß gut das es den rbl gibt!!!

    RBL RBL RBL

  4. Ja die Goldgasgeschichte war leider hochnotpeinlich. Wahrscheinlich nicht abgesprochen konnte der Goldgasheini seinen Müll per Mikro absondern.
    @Matthias: „Und ich dachte bisher immer Tradition braucht keine Sponsoren ….“
    Gähn. Bei jedem Verein gibt’s Werbung in Form von Banden, Kartenaufdrucken etc. Sponsoring an sich war noch nie ein Kritikpunkt bzgl. Rasenballsport.
    Ansonsten das erwartete Ergebnis, leider zu hoch ausgefallen. Geht Engler sein Pfostenschuß rein, wäre es nochmal spannend geworden.

  5. …da ich mal nicht davon ausgehe, das auch nur einer der 500 Straftäter vom Sonntag hier reinschaut – meine Bitte an alle RB – Spieler, Verantwortlichen usw… Sorgt dafür, das ich nächstes Jahr mit meinem 7 Jährigen Sohn in aller Ruhe ins Stadion gehen kann – am besten in Liga 3….
    Vorher würde ich gern noch Teil eines neuen 4. Liga Rekordes werden – ein Relegations-Heimspiel bietet sich da an…
    P.S. …wie immer eine treffende Analyse, die ersten Schritte auf einem langem Weg sind gemacht… Aber auch hier wieder das „RB-Syndrom“ – Gegentor in der 90. – nix Spitzenreiter – hoffen wir, das diese Lappalie nicht symptomatisch wird… 🙂

  6. also das der Sieg zu hoch ausfiel kann ich ganz und gar nicht sagen – wer das behauptet sollte sich das Spiel im MDR Stream nochmal anschauen – ganz im Gegenteil es hätte sogar noch klarer ausfallen müssen…aber da sind wir wieder bei der Chancennutzung…von Lok hab ich genau 2,5 Chancen gesehen von denen eine rein ging – und die hätte abgepfiffen werden müssen, da Hoheneder ganz klar beim Verteidigen gefoult wird – naja seis drum der Schiri war ja in der zweiten Halbzeit scheinbar eh mit ner Blau/Gelben Brille unterwegs…
    wer sich immer noch hinstellt das und behauptet das bei Lok nochmal die Vernunft siegt und wir uns mit solchen Geschenken wie dem Heimrechttausch bei denen beliebter machen, der sollte nochmal drüber nachdenken – das wird im Leben nicht passieren. Deswegen plädiere ich dafür die einfach komplett link liegen zulassen – wenn man solche geschichten von Augenzeugen hört und leist das Rollstuhlfahrer, Rentner, Kinder bespuckt, geschlagen, geschubst werden und dann nicht ein einziges Wort von der offiziellen Vereinsseite zur Distanzierung oder Ausschließung solcher Grupierungen kommt – na dann gute Nacht. Dazu kommt auch noch das hier ganz klare rechte Tendenzen zu sehen sind die sich dann auch noch als Sprachrohr eines Fußball Vereins herausstellen – also da muß jeder klar denkende sich von diesem Verein Distanzieren!

    Vom spiel selber her hat mir diesmal sehr gut gefallen das man gesehen hat wie sich doch so langsam aber Sicher das neue System verinnerlicht. Auf diesem Wege weitermachen und an der Chancenverwertung arbeiten dann kann es dieses Jahr endlich ein erfolgreiches werden. Ich freue mich schon auf das nächste Spiel 🙂

  7. @CyTack: das 1:0 und 3:0 waren stümperhafte Geschenke von Lok an Rasenballsport, beim 2:0 rasseln 2 Spieler aneinander, der von Lok bleibt im 5 Meter Raum liegen, sowas wurde schon abgepfiffen. Soviel zur Blau/Gelben Brille des Schiris. Und wenn Walthier es ab und zu nur mit 3 statt 5 Gegnern aufnimmt und an seiner Abschlußschwäche arbeitet, dann wirds evtl. was im Rückspiel mit einem Punkt. Ich denke ohne die starke kämpferische Leistung hätte Rasenballsport das Spiel nicht gewonnen. Vom spielerischen her fand ich es nicht so dolle.

    1. hm sorry aber also ich habe trotzallem mindestens noch 5 gute direkte Tor Chancen von RB gesehen die mit einem etwas ruhigeren Abschluß zu Toren werden können von den Dribblings und Flanken rede ich gar nicht – bei Lok komme ich trotzallem zu maximal 2,5 Chancen – fälscht Franke die letzte nicht ab -> hat den Coltorti und es steht weiterhin 3:0

    2. So siehts mal aus CyTack.
      Vorweg, auch aus stümperhaften Geschenken entstehen an jedem Spieltag eine Vielzahl von Toren, zumalman seitens der Spieler eben auch erstmal den Druck erzeugen muss und diesen Druck hat man bei den Lokis in der Abwehr die ganze Zeit gespürt. Schön zu sehen beim 3:0, als der heraneilende Kammlott den Fehler quasi erzwingt.
      Beim 2:0 rasseln nicht zwei aneinander, Kutschke wird weggeschubst und der Loki fällt in Folge etwas unglücklich (oder auch nicht), andere pfeiffen da auch mal Strafstoß.
      Daneben gibts dann noch lässig ausgelassene Chancen on Frahn (Kopfball in die Arme von Gäng) oder Röttger (nach Vorlage Kutschke). Fazit: Lok war gut bedient.

  8. Davon mal abgesehen, hätte ich mir echt mehr gewünscht was Choreo auf unserer Seite angeht.
    Die rot-weißen Flyer waren ja schon fast peinlich, gegen das was lok da gezeigt hat.

    Zum Parkplatz bin ich gut gekommen, auch ins Auto, aber als dann der blau-gelbe Mob mit seinen Sprüchen kam und irgendwelche Pseudos von RB darauf eingestiegen sind, war mir klar, dass es eskaliert.
    Damit will ich nicht sagen, dass man zurückstecken soll, aber wenn man mehrheitlich unter Kindern so agiert, dann ist das schon ein Fall von grenzenloser Dummheit!
    Das der Mob dann zuschlägt, war abzusehen.

    Es gab Zeiten, da sind wir nicht auf Provokationen eingegangen…

    Es bahnt sich ein Kinderhooliganproblem bei RB an!

    1. Falls du der system aus dem Lok-Forum bist: Ändere doch bitte deinen Avatar, anders macht dein Post nämlich auch keinen Sinn und wird dann noch als relativierendes Geschreibsel eines Lok Anhängers missdeutet.

    2. da es kein Heimspiel war sondern ein Auswärtsspiel gab es diesmal auch keine großartige Choreo – die von Lok war richtig gut aber leider auch das beste was von Lok hängenbleibt – schon der „Fanmarsch“ angeführt von einem Stadtbekannten Nazi ist ja schon mehr als Skandalös – das so etwas dann auch noch Geduldet und nicht von offizieller seite geahndet wird bei den Lokis ist umso trauriger – das sich RB Fans provozieren lassen und darauf auch irgendwann mal reagieren ist für mich mehr als verständlich – nachdem was die Lok-Kollegen alles so abgelassen haben – Bier und Spucke von den Oberrängen, verprügeln von RBlern schon vor dem Spiel und auch nachdem Spiel…sorry das ist einfach so nicht hinnehmbar und gehört vielleicht in eine Strafanstalt aber keinesfalls in die RBA – und wer so dumm ist und das ganze verunglimpft in dem er sagt/denkt das ist doch überall so – der hat nichts gelernt und macht diesen Sport wirklich kaputt…aber egal mußte mal raus…wird sich ja trotz allem nichts ändern

  9. @Volker: Trainer Marco Rose hat dann heute noch so etwas ähnliches wie eine Distanzierung von sich gegeben und zeigte sich schockiert (‚Ich glaube nicht, dass die die das gemacht haben, für den 1.FC Lok stehen’). Viel mehr wird wohl nicht kommen, das gehört zum traurigen Teil Leipziger Derbytraditionen..

    @Vorstand: d’accord mit allem. Über die Prozentzahlen kann man sicher streiten. Die oft genannten 500, die sich da mit der Polizei auseinandergesetzt haben sollen, sind jedenfalls nach allem was ich nachvollziehen kann an Augenzeugenberichten ziemlich übertrieben. Und letztlich ist es jau auch die Frage, was man als unangenehm empfindet. Ich meinte mit „sehr unangenehm“ Menschen mit spürbarem Gewalt- und Aggressionspotenzial, hab da also den Opa, der in der Straßenbahn „Bullenpisse“ brubbelt, nicht mit im Boot..

    @Oliver und @Riesenfan Fantrennung ist immer schwierig, aber sicher ein Stück besser organisierbar als gestern. Beim 1. Lok-RB-Spiel ist man vom A-Sektor gar nicht gen Parkplatz gekommen, sondern konnte ausschließlich über die Festwiese abwandern. Ich musste damals einen größeren Umweg zu meinem Fahrrad laufen, weil ich es in Unwissenheit auf dem Parkplatz vor der Hauptkasse abgestellt hatte. An diesem Ort funktionierte damals die Trennung, aber spätestens vorne am Waldplatz an der Straßenbahn treffen die Gruppen natürlich aufeinander. Das ist nun mal das Nadelöhr durch das der Großteil der Zuschauer entschwindet. Vielleicht wird man irgendwann einmal die Gästeanhänger direkt wegshutteln, aber in einem Stadtderby ist das natürlich auch nicht möglich. 25.000 Zuschauer, die in der selben Stadt oder im Umland wohnen und es ist nicht möglich, zusammen zur Bahn zu gehen und dann damit zu fahren. Unglaublich eigentlich..

    @interpreter Nun ja, ich denke auch eher, dass dieses Spiel im schlimmen Fall für Lok auch in einem Debakel enden kann. Und das, obwohl Du damit Recht hast, dass spielerisch bei RB noch lange nicht alles rund läuft. Aber in Sachen Spielsystem und Pressing sah das schon gut aus und deswegen war Lok auch chancenlos und mit dem 3:1 ok bedient. Selbst das 3:0 wäre völlig im Rahmen gewesen.

    @System Ist nicht so, dass mich das Lok-Logo grundsätzlich irritiert, aber zun Inhalt, den Du schreibst, passt es nicht wirklich, da hat @interpreter schon recht..

    @all: Sowieso danke für die Wortmeldungen..

  10. Gestern ist im LF-Fernsehen eine neue Sendereihe auf Sendung gegangen, mit dem Titel „FanTalk “ von Lok.Darin können alle Fangruppierungen ihre Meinung darstellen.
    Einen Tag nach dem sich dieser Mob so in unserer Stadt darstellte !
    Auch der Inhalt und die Wortwahl in dieser 1. Sendung ist sehr aufschlusreich.
    Anschauen.( ich kann es leider nicht verlinken ).
    Von wem wird eigentlich das LF-Fernsehen gesponsert.

  11. @diddi „Lok Leipzig Fantalk“ ist eine peinliche Sendung. Vor allem diese Unfairniss – Unterstellungen sind total wie im Kindergarten. Auch Sachen wie „Zentralstadion“ sind auffällig. Kein Dank an RB. Nach dem jetzt RBL durch die Heimrechtetausch soooo viel Geld an LOK faktisch geschenkt hat.
    Wenn LF von den Steuergelder finanziert wird, dann ist diese LOK Werbe-Sendung total falsch am Platz. Protestieren!
    @rotebrauseblogger Dominik Kaiser erscheint mir ehe schwach im Kopfballspiel und durch seine Körpergosse war er einige male vom Ball leicht abgedrängt.

  12. @WladimiRB: Lok hat doch von offizieller Seite aus oft genug danke zum Tausch gesagt. Selbst wenn wir das Dankeschön als Präambel in der Vereinssatzung verankern würden, fände irgendwer immer noch ein Haar in der Suppe. Zumal der Tausch nur durch die merkbefreite Ansetzung notwendig wurde. Ansonsten könnte ich auch rumjammern das RB nicht danke gesagt hatte für den Ausdruck „Die Roten Bullen“ auf den Karten…

  13. Die Sendung von Leipzig Fernsehen ignoriere ich mal lieber. Die Stimmung vermiesen war in den letzten zwei Tagen schon genug.. (LF ist auf jeden Fall privat und nicht steuerfinanziert! Die müssen mit ihren Sendungen Geld verdienen..)

    @WladimirRB: Ich verstehe, dass man im Nachgang der Partie gegen Lok und im Angesicht der Ereignisse gerade auch ob des Heimrechttauschs säuerlich sein kann. Aber man muss da auch mal trennen. Die Verantwortlichen (wie Rose und Kubald) haben sich immer (und vor allem auch direkt nach der Entscheidung) höchst dankbar gezeigt. Ich denke, dass es auf dieser Ebene der Vereinskommunikation keine Probleme und auch keinen öffentlichen Undank gibt. Auf der anderen Seite gibt es diverse Fangruppen, denen Dank bei RB Leipzig nicht über die Lippen kommen würde. Ich persönlich finde das an manchen Stellen weiter aus deren subjektiver Situation heraus nachvollziehbar (in einem Moment, in dem sie zur Nummer 1 der Stadt werden wollten bzw. wurden, kam RB), es hat für mich nur da Grenzen, wo aus Ablehnung Hass und Gewalt werden, also bei dem was am Sonntag nach dem Spiel passiert ist. Ich finde nur, dass man das gute Verhältnis auf offiziellen und halboffiziellen Kanälen und den dort geäußerten Dank (Kanäle, die vll. die Kommunikation der Zukunft kennzeichnen) nicht vergessen oder gar aufgeben sollte, weil man (zurecht) wütend über das Nachspiel vom Sonntag ist.

    @interpreter Warum war die Ansetzung gleich noch mal „merkbefreit“? (Ernste Frage) (Ich übergehe mal die Polemik des schlechten Vergleichs mit dem nicht danke Sagens für den Marketingaufdruck.)

    @WladimirRB: Mir hat trotzdem gefallen, wie viele Löcher er gestopft hat. Er hat einigen Situationen den Wind aus den Segeln genommen und im Aufbauspiel kann ich mich an keinen Patzer in 90 Minuten erinnern. Er spielt auf einer eher unauffälligen Position und sein Kopfballspiel kann mit seiner Körpergröße nicht gut sein, aber ich finde er wächst gerade in seine Rolle hinein.

    1. Bei den Ansetzungen der ersten Saison in der beide Mannschaften aufeinandertrafen hatten schon das erste Spiel zugunsten von Rasenballsport terminiert. Demzufolge wäre es nur logisch gewesen das in dieser Saison gedreht wird. War ja auch gegen den FCS damals so, leider machte dann die kurzfristige Spielverlegung wegen Hochwasser sprichwörtlich einen Strich durch die Rechnung. Hier hätte der Verband sensibel reagieren können, wenngleich ich weiss das es keinen Rechtsanspruch darauf gibt (zumal von Lok Seite vorher an den Verband herangetreten wurde).

  14. Stimmt, Rotebrauseblogger, die durch die Stadt marodierenden Kleingruppen in der üblichen Kriegsbekleidung fand ich auch noch schlimmer. Da die Jahnalle in Richtung Innenstadt gesperrt war, durfte ich eine großen Umweg fahren und habe mindestens ein Dutzend solcher Grüppchen gesehen, teilweise mit geraubten Fanutensilien prahlend und in aggressiv-aufreizender Form auf der Ausschau nach neuen Opfern. Da kam so ein gewisses Serbien- oder Kosovofeeling auf (obwohl ich da gottlob während des Bürgerkrieges nicht war). Aber verdammt nochmal, das ist Leipzig, eine Kultur- und kulturvolle Stadt, das ist Mitteleuropa, das ist Zivilisation und nicht Barbarei!

    1. Ich finde es nicht zielführend, hier Bürgerkriegsvergleiche zu ziehen. Denn solche Übertreibungen führen wiederum dazu das sich urbane Legenden bilden (siehe Herr Frahn, der seine Facebook Äusserungen relativiert hat). Aber um kein Mißverständnis entstehen zu lassen: Jede Tätlichkeit, jeder Diebstahl ist einer zuviel, da bin ich ganz beim rotebrauseblogger. Für meinen Club ist das ein herber Rückschlag, inwieweit eine Aufarbeitung möglich ist und dann auch tatsächlich stattfinden wird bleibt abzuwarten. Denn wir leben immer noch in einem Rechtstaat und wenn sich die neuerlichen Erkenntnisse bewahrheiten, waren es weniger die üblichen Verdächtigen sondern besoffenes Pack das ausgetickt ist (nicht das diese Baustelle bei Lok neu wäre, leider). Da du weiter oben Taten statt Worte gefordert hast, sei exemplarisch darauf verwiesen das diverse Personen beim LOK Hausverbot haben. Nur leider nützt das nichts wenn das bundesweite Stadionverbot nach 3 Jahren abläuft und die Gestalten dann beim Auswärtsspiel grinsend auflaufen. Hier müssen z.B. auch Verbände mithelfen.

  15. Das das Derby so einen Ausklang genommen hat…
    Weiß denn jemand wieviele Verletzte es gegeben hat und wie groß die Chancen sind, dass die Polizei nachträglich z.B. durch Bildmaterial (ist der Vip-Parkplatz videoüberwacht gewesen?) noch Täter ermitteln kann?

  16. @Interpreter: Danke für die Erklärung. Gibt es denn eine Vermutung, warum der Verband den Spielplan ursprünglich trotzdem mit RB-Heimspiel erstellte?

    @Interpreter u @Volker: Ich mag die Bürgerkriegsvokabel auch nicht. Wegelagerei träfe es eher. Ich finde man braucht Kriegsvokabular nicht, um klar zu machen, dass etwas völlig inakzeptabel ist. Wobei ich fürchte, dass es ab jetzt – wenn überhaupt – nur noch um die Parkplatzvorfälle und Sicherheitsstufendebatten gehen wird und dieser Teil der Vorfälle (also die Wegelagerei und die Überfälle abseits des Stadions) weiter unbehandelt bleibt..

    @Schalker: Nach den Vorfällen auf dem Stadionvorplatz gab es ein paar Festnahmen. Inwieweit da die richtigen eingesackt wurden und inwieweit man ihnen etwas nachweisen kann, weiß ich nicht. Die Vorfälle in Seitenstraßen und Straßenbahnen werden wohl sehr viel schwieriger zu ahnden sein, schon weil in den seltensten Fällen die Täter gefasst worden sein dürften. (Ich glaube nicht, dass der Parkplatz videoüberwacht wird. Das müsste man laut Gesetz ausweisen und ich hab da noch nie entsprechende Schilder gesehen.)

    1. Ich vermute bzgl der Ansetzung reine Schusseligkeit, deshalb schrieb ich weiter oben merkbefreit.

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