Regionalliga: RB Leipzig vs. Union Berlin II 1:1

Das war wohl ein klarer Fall von enttäuschten Erwartungen, das gestrige Spiel von RB Leipzig gegen Union Berlin II. Vom Gefühl her war es, als würde man in einem Feinkostladen einkaufen gehen wollen und kommt mit Penny-Produkten zurück. Ich persönlich habe nichts gegen Penny-Produkte und ein bisschen hatte ich auch schon geahnt, dass es diese geben würde, aber satt wollte ich dann doch werden. Der eine Punkt, der es letztlich geworden ist, konnte meinen Hunger aber nicht befriedigend stillen.

Dabei war eigentlich alles bereitet für einen guten Saisonauftakt. Bestes Fußballwetter war es sowieso und auch das Zuschauerumfeld war bereit. Mehr als 7.000 Zuschauer waren Rekord bei einem Heimauftakt von RB Leipzig und allesamt waren sie erwartungsfroh und freudig erregt, ob des kommenden. Das RB-Publikum ist weiterhin eher ein gemütliches als ein brachiales, aber die Stimmung vor allem im B-Sektor alias Fanblock war durchgehend eine angenehme, auch laute. Inklusive kleiner, aber feiner Choreo am Anfang unter dem Titel „Neuformiert und Aufpoliert – Liga 3 wird attackiert“ untermalt von rot-weißen Papierschlange, die ihren Weg durch die Luft gen Spielfeld fanden.  Positiv auch, dass es auch nach dem Schlusspfiff keine Pfiffe gab, dass das Publikum offenbar bei allen Mängeln honorierte, dass die RasenBallsportler bis 90.+x Minute den Sieg wollten, ohne freilich die adäquaten Mittel zu finden.

Schräg fand ich allerdings, dass man die Mannschaft nach dem Schlusspfiff gleich zweimal in den Fanblock zur Verabschiedung bitten wollte. Ich weiß, Fan und so und volle Unterstützung auch an schlechten Tagen, aber ich wäre nach solchen Spielen erst einmal ein ganzes Stück zu niedergeschlagen und geerdet, um mit der Mannschaft ein kleines Freudenspiel zu spielen. Ist gar nicht kritisch gemeint, ich bin nur erstaunt, wo diese Form der Emotionen direkt nach Spielschluss herkommen. Aber ich steh ja auch nicht im Fanblock.

Trotz stimmiger Bedingungen rund um das Grün wurde es also nichts mit dem erhofften Drei-Punkte-Saisonauftakt und RB Leipzig blieb sich treu und konnte auch im dritten Jahr Regionalliga den Heimauftakt nicht gewinnen (wobei ausgerechnet diese Tradition nun wirklich komplett verzichtbar ist). Trainer Alexander Zorniger gab direkt nach dem Spiel via Pressekonferenz sinngemäß zu Protokoll, dass alle, die an einen Systemumbruch ohne Probleme geglaubt hätten, es nun besser wüssten. Ob er damit auch sich selbst meinte, weiß man nicht, es ist zumindest vorstellbar, dass er selbst auch davon überrascht war, dass gerade in Sachen System, sprich in Sachen Laufwege, Kompaktheit und Verschieben nur weniges gut klappte.

Schon in den ersten Minuten des Spiels wurde klar, dass der Auftakt für RB Leipzig kein Selbstläufer werden würde. Zu der Zeit stand man mit seinem 4-4-2 zumindest in defensiver Normalformation noch recht sicher und kompakt. Bei eigenem Ballbesitz passierte allerdings wenig überraschendes. Viel zu langsam und ungenau lief der Ball, um die insgesamt auch nur soliden eisernen Gäste in Verlegenheit zu bringen. Sodass in der Anfangsphase auf dem Feld nicht viel passierte.

Was dann dazu führte, dass die RasenBallsportler sehr schnell zum Mittel der hohen, langen Bälle auf Stefan Kutschke griffen. Was einerseits vergleichsweise gut funktionierte, weil Stefan Kutschke in dieser Rolle an diesem Tag sehr viele Bälle per Kopf sehr präzise auf seine Nebenleute verteilte. Ein kompletter Unterschied zur vergangenen Saison jedenfalls, als bei dieser Art des Spiels meist nur die Bälle verloren gingen und nicht gesichert wurden. Was andererseits aber für das Spielsystem gar nicht funktionierte, weil durch die langen Bälle die Kompaktheit in Ballnähe fehlte (weil die Mitspieler nicht so schnell aufrücken können) und so bei Ballverlust auch kein Druck auf den Ball ausgeübt werden konnte. Sodass die Idee Gegenpressing, die eben viel Aufmerksamkeit, Laufbereitschaft und Nachschieben im Offensivspiel verlangt, eigentlich 90 Minuten lang, abgesehen von kleineren Ausnahmen, ins Leere lief bzw. nicht stattfand.

Und sowieso: Bereits nach 10 Minuten die eigene Spielidee, sprich Zornigers Plan A zugunsten von Plan C (zweite Bälle über Kutschke) aufzugeben, war für mich als gemeinen Tribünenbesucher etwas enttäuschend. RB Leipzig hatte es im letzten Testspiel vor dem Start gegen Česká Lípa bspw. geschafft, sich ganz in Ruhe seinen Gegner zurechtzulegen und wenn sich die Chance ergab, die Lücke zu suchen und im besten Fall auszunutzen. Davon konnte man gegen Union II gar nichts mehr sehen und so wurde das Spiel von RB Leipzig zu schnell unruhig, was Alexander Zorniger nach dem Spiel wohl zu Recht als Sache des Kopfes ausmachte.

Ein entscheidender Faktor dafür, dass über Plan A vor allem in der ersten Hälfte nur wenige Offensivmomente kreiert werden konnte, war Dominik Kaiser, der seinen ersten persönlichen Regionalliga-Nordost-Willkommensgruß bekam und gelernt haben dürfte, dass das, was er noch zwei Tage vor dem Spiel sinngemäß zu Protokoll gab (und in den letzten Jahren die Neuzugangsstandardfloskel war), dass man nur seine Leistung abrufen müsse und dann auch entsprechend gewinnen wird, nur die halbe Viertliga-Wahrheit ist. Kaiser jedenfalls war in diesem ersten Spiel nicht der erhoffte Ballverteiler aus dem defensiven Mittelfeld heraus, spielte viele Fehlpässe und erwischte im Gegensatz zu den Testspielen kaum einmal die Gasse, geschweige denn dass aus der Mitte des Spielfeldes heraus effektiv die Außen eingesetzt worden wären. Dazu kamen noch zwei, drei unglückliche Schussversuche aus guter Position heraus und fertig war ein durchwachsener Start für die große Hoffnung in der Mittelfeldzentrale Dominik Kaiser.

Noch Verbesserungsmöglichkeiten in der Kompaktheit - Alexander Zorniger als Anführer der Coaching-Viererkette | © GEPA pictures/ Roger Petzsche

Ein großartiger Start hingegen hätte das Spiel gegen Union Berlin II für Stefan Kutschke werden können, der sich von Anfang an in gewohnter Manier in das Spiel warf, vorne wie schon beschrieben oft sehr präzise die Bälle per Kopf verteilte und auch mit anderen Körperteilen sicherte. Zudem springt er vor dem Ausgleichtreffer höher als der Berliner Keeper (da das Duell – Franke war als Dritter auch noch beteiligt – außerhalb des Fünfmeterraums und fair stattfand eine völlig reguläre Situation) und legt so Daniel Frahn den Ball vor die Füße, der ihn dann über die Linie stochert. Nach der Pause erkämpft Kutschke sich dann im Berliner Strafraum die große Führungschance allein vor dem Tor und vergibt sie leider. Bis zur 75. Minute hätte Stefan Kutschke absolut das Potenzial gehabt, zum Spieler des Tages zu werden und ragte aus einer Mannschaft ohne größere Höhen heraus.

Doch dann kam diese gelb-rote Karte, die man alles in allem als Dämlichkeit bzw. Rückfall in eine längst vergangen geglaubte Zeit der Übermotiviertheit bezeichnen kann. Schon die erste gelbe Karte war eher überflüssig. Bei seinem 30 Meter langen Anlauf in Richtung Unioner Rechtsverteidiger dachte ich nur „Hoffentlich spielt der Unioner gleich ab, sonst knallt es. Hoffentlich spielt der Unioner gleich ab, sonst knallt es. Hoffentlich spielt der Unioner gleich ab, sonst knallt es. Hoffentlich…“ Und peng. Und Gelb. Gut, man könnte es als Versuch interpretieren für die Schlussoffensive noch mal ein Signal zu setzen und das völlig unnötige Foul ohne Chance an den Ball zu kommen als solchen Versuch einfach hinnehmen und abhaken. Aber dann stellt man sich nicht beim anschließenden Freistoß – eh schon auf dem Kicker des Schiedsrichters – drei Meter vor den Ball und springt bei Freistoßausführung diesem auch noch entgegen..

Man kann dem Schiedsrichter in dieser Situation gar keinen Vorwurf machen, erst ein paar Minuten später führte er sich und seine Konsequenz selbst ad absurdum, indem er einen Berliner Stürmer nach Ballwegschlagen zwar ermahnte (also das Vergehen wahrnahm), aber nicht die bei konsequenter Regelauslegung (wenn man schon damit anfängt) zwingend notwendige gelbe Karte hinterherreicht. An der Stelle habe ich es dann auch nicht mehr verstanden, worauf der gute Mann bei Kutschke herauswollte. Genauso wie ich das permanente Abpfeifen von Vorteilssituationen nicht nachvollziehen konnte. Dass ein Schiedsrichter nicht genug Kapazitäten hat, sich zu merken, wem er Gelb geben will, bis der vielversprechende Angriff ausgespielt ist, kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen. Aber insgesamt war der Unparteiische nicht spielentscheidend, sondern mit seiner Leistung dem allgemeinen, irgendwo bei solide anzusiedelnden Spielniveau angepasst.

Alexander Zorniger machte den Platzverweis von Kutschke jedenfalls als Wendepunkt im Spiel aus. Das kann man so sehen, muss aber trotzdem konstatieren, dass man auch zu zehnt cleverer spielen kann. Mit langen Bällen weiter zu machen, als stünde Kutschke immer noch auf dem Feld, nur jetzt den gefühlt halb so großen Kammlott zu suchen, erschien kein gutes Erfolgsrezept. Auch zu zehnt hat man es versäumt, ruhig und überlegt Fußball zu spielen und sich stattdessen defensiv sogar noch in Gefahr gebracht (was an den letztjährigen Heimauftakt gegen den HSV II erinnerte). Hätte nicht Fabio Coltorti kurz vor Schluss klug den Winkel verkürzt, wäre auch noch der eine Punkt im Leipziger Sommerhimmel (bzw. auf der Autobahn nach Berlin) verschwunden.

Insgesamt muss man konstatieren, dass das Unentschieden ein völlig gerechtes Endresultat war. Union hatte in 90 Minuten zwei klare Torchancen und das Tor, auf Seiten von RB gab es eine klare Tormöglichkeit und ein Tor und einige Versuche, denen der letzte Pass oder die Schussgenauigkeit oder die letzte Konsequenz fehlte. Dass man gegen einen soliden Aufsteiger verdienterweise Punkte liegen lässt, ist die schlechte Nachricht aus dem Spiel von RB Leipzig gegen Union Berlin II. Alexander Zorniger meinte anschließend, dass Mannschaft und Umfeld die Regionalliga annehmen müssten und man in dieser Regionalliga spiele und deswegen genau wie die Gegner auch ein Regionalligist sei. Was impliziert, dass man eben auch mal Punkte abgeben könne. Das ist sicherlich richtig, trotzdem war es etwas ernüchternd, dass neben dem nicht funktionierenden Plan A (System) auch Plan B (Standards) völlig scheiterte und Plan C nur partiell und ohne zählbaren Erfolg aufging.

Wobei das alles nach fünf Wochen Vorbereitung auch nicht sonderlich verwunderlich ist. Wenn man die Vorbereitungsspiele gesehen hat und bemerkte, wie oft Zorniger individuelle Anweisungen für Laufwege und Positionsspiel gab, dann wusste man, dass Plan A noch lange nicht im gewünschten Sinne implementiert ist. Und ein nicht funktionierender Plan A hat ziemlich heftige Folgen für die Stabilität des gesamten Spielkonstrukts.

Man sah das sehr gut beim Gegentor, als im Mittelfeld in Ballnähe zu viel Raum ist, sprich zwischen Stürmern und Mittelfeldspielern keine Kompaktheit, keine Enge hergestellt wird. Woraufhin, und auch weil Sebastian Heidinger sehr offensiv steht, Rechtsverteidiger Patrick Koronkiewicz ein, zwei (unnötige) Schritte nach vorn macht und der Ball danach wie bestellt hinter ihm in den freien Raum fliegt, wo sich nun Daniel Ujazdowski sofort in eine 1:1-Situation gegen Innenverteidiger Tim Sebastian begeben kann. An der Stelle ist das Kind bereits ziemlich weit nach unten in den Brunnen gefallen, weil die fehlende Kompaktheit Fehler im Stellungsspiel heraufbeschwört und bei einer hoch verteidigenden Mannschaft zu größeren Räumen im tornahen, also potenziell gefährlichen Bereich führt.

Tim Sebastian ist dann derjenige, der nur noch doof aussehen kann. Macht er einen Schritt auf den Stürmer zu, ist der vielleicht vorbei und geht allein aufs Tor zu, macht er keinen auf ihn zu, wirkt er als würde er den Stürmer nur begleiten. Dabei macht er eigentlich alles richtig. Er stellt den Berliner Stürmer und dessen Laufweg gen Tor erst mal zu (versucht also Zeit zu gewinnen), sodass dieser beginnt, am Strafraum zu kreuzen, also eigentlich wieder Zeit entsteht, dass sich der Abwehverbund formieren und auf die Situation einstellen kann.

So weit, so verteidigungstechnisch richtig, doch dann stimmt es in der Abstimmung mit dem zurückeilenden Koronkiewicz nicht mehr, der auf der vom Stürmer aus gesehen linken Seite angesprintet kommt, diese (und damit seine) Seite also zumacht, aber Sebastian in dem Moment nicht heraustritt und den Stürmer attackiert, sondern weiter nur den Laufweg zum Tor zustellt. Mit bekannten Folgen. Vielleicht trifft Ujazdowski diesen Ball auch nie wieder so, dass er im oberen Eck einschlägt, aber er hätte ihn auch nicht so schießen können, wenn die Abstimmung der beiden Verteidiger besser läuft, denn wenn Koronkiewicz wieder in Position ist, muss Sebastian zwingend den Stürmer angreifen (aber eben nicht vorher).

Sprich, das Gegentor fällt in der Folge eines Fehlers in der Spielsystematik (Kompaktheit) wegen individueller Stellungsfehler (Heidinger, Koronkiewicz) und schlechter Abstimmung in der Viererkette (Koronkiewicz, Sebastian). Die gute Nachricht dabei: Man kann alle diese Fehler durch Training abstellen. Dass aber Koronkiewicz zur Halbzeit ausgewechselt wurde, weil er ein, zwei Stellungsfehler zu viel drin hatte und offensiv nicht mit sehr viel Selbstvertrauen ausgestattet schien, war – System hin oder her – trotzdem eine in Bezug auf die Stabilität des Defensivverbunds richtige Individualmaßnahme.

Dass es dann am Ende nicht mehr zum Sieg reichte war neben dem Platzverweis und neben Problemen mit Plan A auch den wenig einschlagenden Einwechslungen geschuldet. Auch wenn diese oft aufgrund der langen, hohen Bälle nur in die Luft gucken konnten. Röttger war – von der Haupttribüne frenetisch gefeiert bei seiner Einwechslung – zwar viel unterwegs und bemüht, wurde aber selten in Situationen angespielt, in dener er seine Wühler- und Kämpferqualitäten hätte einbringen können. Außerdem hatte ich diesmal das Gefühl, dass er das Ziehen nach innen in diesem Spiel ein wenig übertrieb, weil rechts dann gar nichts mehr lief. Und das sage ich, obwohl ich ein großer Freund der neuen Flexibilität der Außenspieler bin. Und auch Kammlott blieb trotz Bemühungen letztlich wirkungslos in seiner kurzen Einsatzzeit, weil er selten in Spielsituationen kam, die seine Stärken betonen würden. Ab Minute 80 hatte man jedenfalls alles in allem kaum noch das Gefühl, dass die Partie noch ein gutes Ende nehmen könnte.

Fazit: Angesichts der Zuschauermengen, der Erwartungen und des nicht gerade übermächtigen Gegners ist das 1:1 natürlich enttäuschend. Gerade die Behäbigkeit im Passspiel und die nur in wenigen Situationen aufblitzende Klasse im Direktspiel haben mich doch ein wenig überrascht. Trotzdem bleibe ich dabei, dass viele aktuelle Probleme daraus resultieren, dass das System noch nicht richtig sitzt (und noch nicht richtig sitzen kann) und man offenbar offensiv auch nicht das Vertrauen hat, das System tatsächlich auch nach einigen missglückten Anläufen und bei wenig Raum konsequent weiterzuspielen. Die hohen Bälle können ein Stilmittel, dürfen aber nicht fast alleinige Spielidee sein. Mal ganz davon abgesehen, dass es schwierig wird, wenn man bei nur halbwegs funktionierendem Spielsystem keine produktive Hilfe durch Standards bekommt, die gegen Union Berlin II so ineffektiv wie eh und je waren. Aber auch das ist wohl angesichts der kurzen Trainingszeit nicht extrem verwunderlich.

Randbemerkung 1: Irgendjemanden muss es ab jetzt Woche für Woche treffen, der Tribünenplatz. Angesichts dessen, dass mit Hoffmann, Karikari, Nattermann und Kocin sowieso schon vier Spieler aus unterschiedlichen Gründen ausfielen, blieb diesmal nur noch einer aus der Mannschaft, für den kein Platz im Kader war. Dadurch, dass Franke, Kammlott, Schinke und Bellot als U23-Spieler im Kader gesetzt sind (wegen entsprechender Spielregularien) blieben nur noch Röttger, Müller, Schulz, Hoheneder und Wallner als Streichkandidaten. Da Wallner der einzige war, für dessen Position mit Kammlott schon einer auf der Bank saß, war dann wohl recht schnell klar, wen es treffen würde. Wohl dem, der noch einen Wallner als Reserve auf der Tribüne zu sitzen hat. Das sieht Wallner vermutlich anders. Da Kammlott als U23-Spieler gesetzt ist, wird es für Wallner – wenn denn alle vier Stürmer einsatzfähig sind – schwierig, überhaupt in den Kader zu kommen. Letztlich muss er besser sein als Stefan Kutschke, um dauerhaft eine Kader-Chance zu haben. Besser zu sein als Kammlott hilft ihm jedenfalls wegen des Alters und der Altersregel nicht.

Randbemerkung 2: Eigentlich hatte man die Akustik in der Red Bull Arena doch im Laufe der letzten Saison in den Griff bekommen. Dass man im oberen Bereich von Sektor A nun zum Saisonauftakt wieder im Leisen sitzen gelassen wurde und von der Halbzeitgestaltung bspw. gar nichts mitbekommen hat, ließ mich etwas irritiert zurück.

Lichtblicke:

  • Fabio Coltorti: Ob bei dem Gegentor für den Keeper eine Chance des Eingreifens bestand, wage ich bei dem platzierten Schuss nicht zu beurteilen. In zwei Situationen verkürzt Coltorti sehr gut den Winkel und verhindert die Niederlage. In allen anderen Situationen wirkt er (bis auf seine fußballerischen Qualitäten) sehr sicher (rauslaufen, Flanken). Coltorti trumpfte sicherlich nicht mit einer Überleistung auf, aber fiel als sicherer Rückhalt auf. Wenn ich den Vergleich wagen darf, erinnerte er mich sehr an den Pascal Borel, den man am Anfang der vergangenen Saison gesehen hat..
  • Stefan Kutschke: Hätte ganz sicher ein Lichtblick, wenn nicht Spieler des Tages werden können, wenn nicht der Platzverweis gewesen wäre. Schade, er war auch in den Testspielen sehr gut drauf und guckt nun erst mal zu (mindestens ein Spiel).

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Tore: 0:1 Ujazdowski (35.), 1:1 Frahn (45.)

Gelb-Rot: Kutschke (75./ Unsportlichkeit)

Aufstellung: Coltorti – Koronkiewicz (46. Müller), Sebastian, Franke, Judt – Heidinger (63. Röttger), Kaiser, Ernst (78. Kammlott), Rockenbach – Kutschke, Frahn

Zuschauer: 7.194 (darunter 50 Gästefans)

Links: RBL-Bericht [broken Link], RBL-Liveticker [broken Link], RB-Fans-Bericht [broken Link], MDR-Bericht [broken Link], Union-Bericht

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Bilder: © GEPA pictures/ Roger Petzsche

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9 Gedanken zu „Regionalliga: RB Leipzig vs. Union Berlin II 1:1“

  1. @rotebrauseblogger: “ Eigentlich hatte man die Akustik in der Red Bull Arena doch im Laufe der letzten Saison in den Griff bekommen. Dass man im oberen Bereich von Sektor A nun zum Saisonauftakt wieder im Leisen sitzen gelassen wurde und von der Halbzeitgestaltung bspw. gar nichts mitbekommen hat, ließ mich etwas irritiert zurück.“

    Imho gibt es Lärmschutzauflagen für das ZS/RBA. Ich glaube seinerzeit mal gehört zu haben, das es eine Begrenzung der Lautstärke gibt die nur zu bestimmten Veranstaltungen (Konzerte) überschritten werden darf. Evtl. ist auch Sonntags eine Überschreitung des Lärmpegels generell untersagt.

  2. Erstmal Danke für den mal wieder tollen Block.

    Es freut es mich das du das Gegentor wirklich 1 zu 1 wie ich gesehen habe. Es gab da gestern Abend doch extrem viele Meinungen das das Tor völlig anderst passiert sein sollen. Kein Mittelfeldfehler (Abstand Abwehr-Mittelfeld falsch), angeblich Judt schuld (der auf der anderen Seite spielte) bis hin zum Torwartfehler.

    Wo ich aber nicht ganz deine Meinung teile ist Kutschke. Ich fand ihn nicht wirklich stark (über die Karte müssen wir erst gar nicht zu diskutieren), eigentlich fand ich ihn sogar recht schwach. Aber was will man bei den schlechten und ungenauen Anspielen auch erwarten.

    1. Du schlägst Dich aber Tapfer- RESPEKT!
      Was ich mir natürlich überlegt habe, viell färbt die Beck und Gesamte Konkurrenzsituation auf Ihn ab. Wenn er denn später noch gute Angebote (wie aus der BL) bekommen will, muss er dran bleiben und darf nicht auf der Tribüne landen. Wer weiss, das bringt noch ein Stk Übermotivation. Ganz ehrlich ein Tor von Ihm + Frahn, hätte die allgemeine Disskusion wohl mit einem Schlag beendet.
      Das ist halt Fussball.

  3. @interpreter: Wenn ich das drüben bei den rb-fans richtig verstanden habe, dann war es einfach ein Defekt. Für mich hörte es sich auch einfach an wie Anfang der vergangenen Saison, als man die Lautsprecher direkt oberhalb der letzten Reihen des Unterrangs nicht mit in Betrieb hatte.

    @JackdR und @Rumpel: Ich finde ja, dass man sich nach der Vorbereitung und dem ersten Spiel nun nicht ausgerechnet Kutschke raussuchen muss, um fußballerische Schwächen auszumachen. Ich hab ihn bis zu seinem Gelb-Rot-Ausflug in die Vergangenheit mindestens gut gesehen, gerade im Vergleich mit dem Rest der Mannschaft. Nicht so gut wie im letzten Testspiel, aber trotzdem gut. Und meine Verteidigung seiner ist völlig prägungsfrei, weil Stefan Kutschke bisher als Spieltertyp gar nicht meinen Präferenzen entsprach, er mich aber in der Vorbereitung ein ganzes Stück überzeugt hat. Aber dieses Drüberhalten oder mit Anlauf noch mal in den Gegner reinsensen, hatte ich echt überwunden geglaubt. Mal gucken, wie und ob er nach der Sperre gestärkt oder geläutert zurück kommt.

  4. @rotebrauseblogger: Ich bin zu selten im ZS/RBA, aber mir kam es über die Jahre so vor als ob der Pegel immer weiter runtergschraubt wurde. Dagegen kam es mir beim letzten Länderspiel wieder laut vor. Allerdings hatte ich da auch die preiswerten Karten, anstatt wie sonst Höhe Mittelinie.

    1. Der Arena selbst hätte wohl ein Testspiel zum Entmotten gut getan 🙂

  5. es gab soweit ich das mitbekommen habe technische schwierigkeiten (ton). in b hat man fast nix gehört.
    die leinwand ist ja auch ab dem 1:1 ausgefallen

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