Konzepttrainer Alexander Zorniger statt Prinzip Pacult

So nun, da wollte ich heute noch einen Beitrag schreiben, in dem ich anhand der gestrigen Pressekonferenz [broken Link] mit Ralf Rangnick zu Ehren der Vorstellung von Gérard Houllier als Gesamtchef Fußball bei Red Bull noch einmal darlege, warum in meinen Augen Peter Pacult und Ralf Rangnick nicht zusammenarbeiten können und zack überholen mich Verein und rückenstärkender Konzern rechts oder links oder oben drüber und machen den bereits vermuteten Trainerwechsel offiziell. Sodass Peter Pacult bei RB Leipzig nach einem weitestgehend erfolglosen Jahr schon wieder gehen muss.

Wobei Pacults Abgang sehr wenig mit dem Nichtaufstieg des letzten Jahres zu tun haben dürfte, sondern viel mehr damit, dass er mit seiner Methodik und seinem Weg zum Ziel auf völlig unterschiedlichen Wellenlängen mit seinem neuen Vorgesetzten Ralf Rangnick liegen dürfte. Und Rangnick hatte in den letzten Tagen keine Chance ausgelassen zu erklären, für wie wichtig er die Besetzung des Trainerpostens hält, weil sich dort entscheide, wie die von oben kommende Philosophie konkret umgesetzt werde. Pacult als Philosophie-Empfänger und -Umsetzer. Beim besten Willen und bei allem Respekt vor dem Ex-Trainer, aber diese Variante erschien von Anfang an völlig utopisch.

Weswegen der Abgang Pacults auch völlig in Ordnung geht, zumindest wenn man wie ich die Struktur mit Ralf Rangnick als Sportdirektor Salzburg und Leipzig und mit Gérard Houllier als Fußballchef für Red Bull gut und zielführend findet. Für mich ist dieser Schritt eine absolut folgerichtige Korrektur des Fehlers von Dietrich Mateschitz himself aus dem vergangenen Jahr, als er die anderthalbjährige Gesamtleitung durch Dietmar Beiersdorfer einfach wegschmiss, um Peter Pacult in Leipzig durchzusetzen. Schon damals hieß es Pacult oder Beiersdorfer und leider zog Beiersdorfer den kürzeren. Diesmal hieß es Pacult oder Rangnick und Rangnick saß am längeren Hebel.

Aus meiner Sicht verspricht eine zentrale Struktur mit Rangnick und Houllier (wenn man von ihnen keine Wunderdinge im ersten Jahr erwartet) tatsächlich Kontinuität in der Philosophie und Ausrichtung. Und nach dieser wird dann der Trainer bestimmt. Das Prinzip, einen Trainer zu holen und diesen dann die Philosophie und alles andere selbst bestimmen zu lassen, kann nicht funktionieren. Zumindest nicht, wenn man globale Fußballstrukturen im Sinn hat, wie das Red Bull tut. Von daher war die Trennung von Pacult letztlich ein Ende mit Schrecken und immer noch besser als ein Schrecken ohne Ende (Kompetenzgerangel zwischen Pacult und Rangnick).

Man kann gar nicht wirklich beurteilen, ob Pacult und Rangnick sportlich extrem weit auseinanderliegen. Das Rangnicksche Konzept des schnellen Offensivspiels nach Balleroberung war ja letztlich auch eins, das Peter Pacult zumindest verbal bevorzugte. Aber in der Praxis lief es dann auf eine recht unflexible Flügelsturmtaktik hinaus. Mit Spieleröffnung über die Außenverteidiger, gerne die Linie lang. Auf der sich dann die Spieler stapelten. Keine Ahnung, ob das nicht nur aus der Not geboren war, weil im zentralen Mittelfeld niemand den Ansprüchen Pacults genügte, aber wenn es Absicht war, dann war es taktisch ziemlich gewöhnungsbedürftig. Vorsichtig gesagt. @FedorFreytag hatte drüben bei Twitter nach dem 0:0 in Halle sinngemäß gemeint, dass er erstaunt gewesen sei, dass RB Leipzig völlig uneingespielt gewirkt habe. Das war sicher nicht falsch beobachtet und kann man nach einem Jahr gemeinsamen Trainings durchaus mal so stehen lassen.

Problematischer für die Zukunftschancen Pacult/ Rangnick dürften aber völlig unterschiedliche Vorstellungen über das Arbeitsklima gewesen sein. Auf der einen Seite stand das Prinzip Pacult, das für eigenverantwortliches Entscheiden stand. Pacult war in Leipzig nur sich selbst Rechenschaft schuldig und außerhalb Leipzigs mit sportlichem Erfolg natürlich demjenigen, der ihn in den Job brachte, dem Red-Bull-Chef Mateschitz. Rangnick dagegen postulierte mit dem Amtsantritt ein Lernsystem, in dem jeder daran arbeiten müsse, immer besser zu werden und in dem gemeinsam Entscheidungen getroffen werden. Wobei man aus Salzburg, wo man bemerkenswerterweise den Namen Pacult in der letzten Woche nicht in den Mund nehmen wollte, es immerhin schaffte, zwei Giftpfeile nach Leipzig zu schicken und bei zwei Pressekonferenzen zu betonen, dass Rangnick in Leipzig trotz kommunikativen Arbeitsklimas die letzte Entscheidungsgewalt habe. Pacult hätte also statt Alleinentscheider kommunikativer Erfüllungsgehilfe werden sollen. Also eine andere Person. Also die Quadratur des Kreises.

Was jemanden ins Spiel brachte, der auf dem deutschen Trainermarkt noch nicht die ganz große Nummer ist, also auch bereits ist, sich unter Rangnick einzuordnen bzw. Entscheidungen kommunikativ zu treffen und der vor allem in Sachen Spiel- und Kaderphilosophie mit seinem neuen Vorgesetzten übereinstimmt. Genau diesen Mann hat Ralf Rangnick mit Alexander Zorniger, der bereits gestern als Gerücht von Medienseite eingebracht wurde, gefunden. Und damit strukturell erst einmal eine gute Wahl getroffen.

Zorniger steht als diesjähriger Lehrgangsbester bei der Ausbildung zum Fußballlehrer (Zweitbester wurde der bisherige U17-Co-Trainer von RB leipzig und zukünftige Co-Trainer bei Bayerns U23 Sören Osterland) für einen fachlich-taktisch hervorragend geschulten Trainer, der nebenbei in der abgelaufenen Saison noch sein Regionalligateam Sonnenhof Großaspach auf einen – gemessen am finanziellen Aufwand – überragenden 2.Platz der letztjährigen Regionalliga Süd geführt hat. Zorniger steht auch für die Präferenzen eines Ralf Rangnick, die da schnelle Balleroberung und schnelles Umschalten heißen. Sprich Offensivpressing und dann in wenigen Zügen zum Tor.

Das klingt natürlich erst mal gut, ist aber auch etwas, was sich an die Gegebenheiten der Regionalliga Nordost anpassen muss, wo die Gegner gegen RB Leipzig derart tief stehen und sich oft dem Ballbesitz verweigern, dass Offensivpressing manchmal einfach ins Leere läuft und man auch aus (reichlich) Ballbesitz heraus Spielideen und Torgefahr generieren muss. Weswegen mich das in einem Interview geäußerte Problem der letzten Saison, dass „die Fähigkeit, unser System, egal gegen welchen Gegner, durchzudrücken“, gefehlt habe und man insbesondere gegen Teams der unteren Tabellenhälfte Punkte verloren habe, etwas misstrauisch macht.

Besonders problematisch könnte werden, dass Zorniger offenbar einen komplett anderen Spielertypus als Peter Pacult präferiert. Was angesichts der eigentlich schon fast abgeschlossenen Kaderplanungen bei RB Leipzig zum Problem werden könnte. Zorniger sucht offenbar nach schnellen, athletischen Spielern, die vor allem nicht zufrieden sein dürfen. Vielleicht es es ungerecht, aber mir scheint, dass der Kader von RB Leipzig mit seinen vielen ehemals höherklassigen Anteilen durchaus zur Zufriedenheit neigt und Schnelligkeit und Athletik sind Attribute, die ich beileibe nicht allen Spielern zuschreiben würde.

Weswegen wohl damit zu rechnen ist, dass Zorniger noch ein paar Wunschspieler verpflichten darf. Wodurch sich dann wiederum der Kader stark aufblähen würde. Schon bisher sind die 24 Feldspieler mehr als Obergrenze, denn Rangnick hat gestern noch einmal deutlich gemacht, dass er eigentlich nicht mehr als 20-22 Feldspieler im Kader haben möchte, aber wie man aus der aktuellen Besetzung vier, fünf oder gar mehr Spieler abgeben will, um Platz für Neuzugänge zu haben, ist mir ein Rätsel, denn die gut dotierten Verträge wird kaum jemand freiwillig aufgeben. Zurecht nicht, denn Vertrag ist schließlich Vertrag. Ich würde vermuten, dass man letztlich mit einem größeren Kader als gewünscht in die neue Saison geht, dafür Alexander Zorniger aber noch ein bisschen nach Wunsch verpflichten darf.

In Zornigers Karriere erscheint RB Leipzig als logischer Schritt. Bis 2009 bei Normannia Gmünd tätig, tauchte er anschließend als Co-Trainer von Markus Babbel beim VfB Stuttgart erstmals auf der großen Fußballbühne auf. Da für Babbel im Dezember 2009 Schluss war, unterschrieb Zorniger im Sommer 2010 in Großaspach in der Regionalliga. Nach einem sportlich durchwachsenen, ersten Jahr mit einem nicht von ihm zu verantwortenden Kader (man beachte die Wiederkehr der Ereignisse), wurde das zweite Jahr umso erfolgreicher. Und das trotz des zeitgleich absolvierten Lehrgangs zum Fußballlehrer. Nun macht er mit dem Schritt zu RB Leipzig den nächsten Schritt Richtung großer Fußballbühne. Zumindest wird das seine Hoffnung sein, mit RB Leipzig als verantwortlicher Chefcoach in den Profifußball zu gelangen.

Wie gut die Chancen stehen, wird sich zeigen. Ich bleibe bei meiner Ansicht, dass RB Leipzig an der Meisterschaft in der Regionalliga Nordost in diesem Jahr nicht vorbeikommen kann. Das wird aber nicht heißen, dass man die Relegationsspiele mal so eben bewältigt, ganz im Gegenteil. Alexander Zorniger hätte nach dieser Theorie aber praktisch eine ganz Saison lang Zeit, sein optimales Team zu formen und einzuspielen, um dann den Erfolg einzusacken. Dass ihm vereinsseitig und auch von Rangnick schon die Bürde auferlegt wurde, erfolgreich UND schön zu spielen, halte ich dabei für unklug, denn dass sich das System Zornigers mit seiner spielerischen Neuausrichtung binnen einem halben Jahr ohne Rückschläge durchsetzt, sollten auch Optimisten nicht erwarten. Da dürften gerade am Anfang auch dürftigere Auftritte dabei sein. Vielleicht fängt man schon mal an, das auch zu kommunizieren..

Fazit: Nach allen zur Verfügung stehenden Informationen kommt man nicht umhin, den Abgang Pacults unter strukturellen Gesichtspunkten und aus Gründen der Arbeitsabläufe in Richtung Ralf Rangnick als nachvollziehbar und sinnig zu empfinden. Vielleicht kommt der Wechsel drei, vier Wochen zu spät, aber es ist vor dem morgigen Testspielstart und reichlich fünf Wochen vor Saisonbeginn auch noch nicht zu spät. Blöd ist nur, dass kadertechnisch nicht mehr allzuviel Spielraum bleibt.

Wie Alexander Zorniger letztlich zu RB Leipzig passt, wird man erst noch sehen. Da geht es um viel mehr als nur darum, ein guter und regionalligaerfahrener Trainer zu sein. Da geht es auch um den Umgang mit einem traditionell recht extremen (im Loben und im Kritisieren) Leipziger Medienensemble. Es geht um den Umgang mit einer Liga, in der man (auch traditionell) RB Leipzig nicht überall sehr gewogen ist. Und es geht auch um den Umgang mit Erwartungshaltungen und der immer im Hintergrund schwebenden (bundesdeutschen) Schadenfreude bei Misserfolg.

Für Zorniger geht es also neben dem sportlichen auch um psychologische Aufgaben. Und in dieser komplexen Situation wird es sehr entscheidend sein, ob er in Leipzig ein Funktionsteam vorfindet bzw. aufbaut, das ihm den Rücken freihält und ob er den Kader, der aus einigen Pacult-Anhängern besteht (vorneweg Kapitän Frahn, aber auch die Neuzugänge), von sich, seinen Ideen und seiner Arbeit überzeugen kann.

Ich jedenfalls freue mich sehr auf Alexander Zorniger und bin gespannt auf seine sportliche Handschrift. Nicht kurzfristig, aber mittelfristig erwarte ich einen deutlichen Qualitätssprung des Teams in Sachen Spieltaktik und Flexibilität. Was die Grundvoraussetzung für den Aufstieg und auch für das Bestehen in der nächsthöheren Liga wäre. Herzlich Willkommen in Leipzig Alexander Zorniger! Viel Glück und machen Sie etwas draus!

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19 Gedanken zu „Konzepttrainer Alexander Zorniger statt Prinzip Pacult“

  1. Im zentralen Mittelfeld entsprach niemand Pacults Anforderungen? Aber er hat auch keinen Spieler für das zentrale Mittelfeld verpflichtet. Das ist also ein Fehler, der ihm absolut selbst anzulasten ist.

  2. Wieder mal sehr treffend formuliert.

    Auch von mir ein Herzliches Willkommen Alex und ein Tschau an PP dem ich aber alles gute Wünsche und vor allem das die Gesundheit erhalten bleibt.

  3. Und ich dachte noch, der Rangnick weiß ja nicht mal, wann hier Trainingsstart ist (er sagte ja 4.7). Offenbar wusste er es doch. Bin gespannt, was er aus unserer Truppe macht.

  4. naja – ich bin vorsichtig optimistisch – obwohl ich eher nicht dafür gewesen wäre Pacult abzuschieben – denn das bringt wieder nur tumult da ja auch der komplette Führungstab CO trainer etc ja wieder gehen muß/wird…also ich weiß nicht ob das so gut ist dann das team welches eigentlich schon fertig – jetzt nochmal umgekrempelt wird…ich denke auch Frahn wird seine Binde wieder abgeben müssen – macht einfach mehr Sinn wenn der Kapitän aus der Mitte kommt…ach ja – Fragen über Fragen…bin ja schonmal gespannt wie es morgen wird…

  5. Jetzt also werden Nägel mit Köpfen gemacht. Und das meine ich in keiner Weise ironisch. Mateschitz scheint sich endlich auf eine systematische Vorgehensweise zu besinnen. Die brachte schon in der Formel 1 diesen sensationellen Erfolg. Mit Rangnick als Adrian Newey, sozusagen. Die Transferfenster ist noch lange geöffnet. Wie der Hausherr, gehe ich fest davon aus, dass Zorniger noch ’ne Reihe von – vor allem jungen Spielern – wird holen dürfen. Also, ihr werdet auch ’ne sehr wettbewerbsfähige zweite Mannschaft haben 😉

  6. @Paulchen Klar, das ist er.

    @cytack: Ja, die Verpflichtung Zornigers ist eigentlich erst der Anfang des Umkrempelns und Vereinsbaus. Von daher auch meine persönliche Meinung, dass der Ertrag erst mittelfristig zu sehen sein wird. Wobei mittelfristig hoffentlich die nächstjährige Relegation einschließt..

    @Fedor Freytag: Naja, Mateschitz hatte ja mit Beiersdorfer schon mal die Systematik-Idee und gab sie viel zu schnell wieder auf. Macht er es diesmal wieder so, scheitert auch Rangnick (und mit ihm Houllier). Hat er ein bisschen mehr Geduld, kann es was gutes werden.

  7. Viele fordern Kontinuität – die bisherige hieß: Nicht-Aufstieg.

    Gutdotierte Verträge bei Spielern? Weiß jemand Konkretes?

    Ich nehme doch mal an, der jetzige Kader wird aus der Portokasse von RedBull finanziert – für die, die der neue Trainer nicht braucht, wird man gute Lösungen finden: Abfindung, Arbeitsgerichte oder oder.

    Wie viel kostet 1 Top-Formel 1-Auto, mit dem man Weltmeister wird? Wie viel das Team drumherum und im Vergleich dazu wie viel die Stadionpacht, das Trainingsgelände, der Kader und das Führungsumfeld?
    Spieler loszuwerden, die im neuen System nicht gebraucht werden, dürfte für DM ein Fall für die sein; und eingesetzte Nachwuchsspieler kosten ja quasi nichts. – Sind meine Gedanken falsch?

    Wie heißen die Ziele neben Aufstieg, DFB-Pokal?

    PP hat sich doch letztlich 2011 (kein Tipfehler) selbst entlassen – er selbst sagte zu Beginn, als alles nach seiner Pfeife tanzte: Der Erste, der bei Mißerfolg gehen muß, sei der Trainer. Er hatte Mißerfolg, ergo hat er, PP, die Verantwortung zu tragen.

    Beiersdorfer – hat er den Aufstieg geschafft? Nein?
    Wie schrieb GuidoS vor inzwischen ich glaube 2 Jahren: Unter diesen Bedingungen muß man aufsteigen, selbst wenn der Busfahrer das Training leitet.

  8. Hoffentlich endlich der richtige Schritt hier. Was RBL braucht, ist ein richtiger Fussballlehrer, der alle Spieler und die Mannschaft insgesamt bei jedem Trainig voranbringt. Unter PP ging es seit Mitte der Hinrunde nur noch bergab. Großteils selbstverschuldet z.B. durch unverständliche Rotation und stures Festhalten am offenbar unzureichenden taktischen Konzept.

    Wichtig wäre nun dem neuen System Zeit zu geben. Eine klare Kommunikation eines Systemwechsels weg von unbedingtem Erfolg sofort mit der Brechstange hin zu Entwicklung der Mannschaft wäre wünschenswert. In dieser Liga ist der Aufstieg durch die Relegation ohnehin nicht wirklich planbar. Aber das bleicht wohl Wunschdenken von mir…

    1. „In dieser Liga ist der Aufstieg durch die Relegation ohnehin nicht wirklich planbar.“ – Why not?

      Mit einer Mannschaft plus Trainingsplätzen plus Stadion plus Führungsteam auf, wie man sagt, Zweitliganiveau, damit sollte Platz 1 plus 2 erfolgreiche Spiele gegen eine schlechte Drittliga-Truppe doch machbar sein, oder irre ich mich?

      Es geht letztlich, wenn auch noch Amateurliga, um Profifußball mit Ziel BuLi – wenn unfähige Köpfe rollen dürfte das logisch sein und die Jungs dürften gutbezahlt sein, bei vielen abseits von RBL geht es um H4 und Niedriglohn.

    2. Eine schlechte Halbzeit oder auch schlicht etwas Pech reichen in der Relegation völlig aus um die Arbeit einer ganzen Saison zunichte zu machen. Jedes Team das sich qualifiziert wird sich über eine ganze Saison behauptet haben und somit auch von guter Qualität sein. Da kann man auch mit einer in Topform befindlichen Mannschaft ohne weiteres scheitern. Davon ganz abgesehen ist RBL nunmal nicht irgendein Verein. Das Auswärtsspiel wäre in praktisch jedem Fall ein Hexenkessel.

  9. Ich habe Verständnis dafür, dass man nur durch Fehler lernen kann; und mir ist auch klar, dass, wenn man etwas Neues anfängt (ich meine RB Leipzig im Allgemeinen), zunächst viele Fehler machen kann.
    Aber wieso man es nicht auf die Reihe bekommt, dass Pacult noch ein paar Tage bleiben kann, um seinem Nachfolger die Manschaft vorzustellen und ggf. noch ein paar nützliche Ratschläge für die aktuelle Regionallige geben kann, das geht mir ab! Da ist heute das erste Testspiel und der neue Trainer fängt dort mit einer ihm unbekannten Manschft an?!?!… ist mir zu viel.

    1. Glaubst du wirklich, dass Peter Pacult, nachdem er gefeuert wird, Bock drauf hat, seinem Nachfolger zu sagen, worauf er achten soll, wer manchmal einen Tritt braucht und wer mit ein paar Streicheleinheiten besser drauf ist? Das kann man wohl nicht erwarten!

    2. Hat Vor- wie Nachteile — vielleicht ist es besser sich unvoreingenommen sein eigenes Bild zu machen vom Team, Umfeld, Liga!?

      Was soll er, PP, denn für Tips geben als Gescheiterter?

  10. @rotebrauseblogger Beiersdorfer fehlte aber die Reputation, die Rangnick – als Gottvater des deutschen Konzeptfußballs – a priori hat. Er hat in Hoffenheim bewiesen, dass er es kann und wird wohl (ähnlich wie Sammer) ein Machtfülle erhalten haben, die sein Vorgänger so vermutlich nicht hatte.

    Gerald Müller, Sportchef der Thüringer Allgemeinen, hat heute in einer Kolumne (leider noch nicht online) die Meinung vertreten, dass RBL wieder mal eine Chance vertan hat, sich Sympathien in der Region zu erwerben. Begründung: Zorniger sei womöglich ein guter, aber eben kein ostdeutscher Trainer. Quasi: Imagegewinn via landsmännischem Zuneigungstransfer. Tja, wirklich echt blöd, dass Rangnick die Bataillone herausragender ostdeutscher Fußballlehrer einfach nicht zu Kenntnis nehmen will.

    1. Und welcher der ostdeutschen Trainer hat Rangnick überzeugt sein System spielen zu lassen?

      Hm, und die Bayern haben jüngst Sammer verpflichtet, ein typischer Bayer, gelle?

      Sollte RBL aufsteigen und dies ggf. vorzeitig bzw. vorzeitig klar sein, daß man in die Releg. kommt, welchen Fan interessiert dann noch ob der Geburtsort des Trainers in Sachsen, in Ostdeutschland, im Westen liegt oder einer aus dem Ausland ist?

  11. Eduard Geyer, Hans-Jörg Leitzke, Dixie Dörner und und und. Gibt schon einige. Ralf Rangnick, bitte handeln sie. Im Interesse Ostdeutschlands. Oder so. 😉

    Weiß nicht, ob Beiersdorfer die Reputation fehlt. Bei mir genießt er jedenfalls einen recht guten Ruf. Seine Kompetenzen liegen aber sicher woanders als die Kompetenzen Rangnicks. Ist ja auch eher der Business-Typ als der Fußball-Philosoph. Ich finde es immer noch schade, dass er seinen Global Head Job so schnell los wurde. Er durfte letztlich nur für einen Trainer verantwortlich sein: Oral. Stevens war vor ihm da und Pacult wurde trotz ihm und schließlich nach ihm verpflichtet. Da kann man nicht sagen, dass Beiersdorfer die Chance hatte, bei Red Bull langfristig strategisch zu arbeiten und den Kurs zu verändern.

    1. Meinen vollsten Respekt was Ihr alles wißt was intern gesprochen und geregelt wird, was zwischen Beiersdorfer&Co und DM so „abging“.

      Was mich irritiert: Laut eines Users im Forum schreibt RR in HZ 1 eine Menge, war ziemlich unzufrieden, in HZ 2 die fast 180°-Wende – irgendwie komisch, oder?

      Der bisherige Konditionstrainer hat hauptberuflich was gemacht? Und die Spieler, die nicht kurz vor Wadenkrämpfen waren, haben was zu erwarten?
      Holla, von außen betrachtet – was geht vor im Kopf von RR, wie viele Gespräche wird er die Tage führen, länger als geplant in Leipzig bleiben?

      Ich rechne damit, daß in den kommenden Tagen weit mehr umgekrempelt wird als bislang geschehen und C. Kammlot&Kollegen die Wahl haben: Vollgas oder Tschau!? (Ich kenne einige hübsche Joggingstrecken in Leipzig, ob man Carsten überreden kann? 😉 )

  12. @ roger

    „Eine schlechte Halbzeit oder auch schlicht etwas Pech reichen in der Relegation völlig aus um die Arbeit einer ganzen Saison zunichte zu machen. “

    Nee, das ist für mich sofort wieder ein Alibi.
    RBL hat ein, für die REGIO, irre Stadion, ein nicht übles Trainingszentrum und den ein oder anderen bekannten Spieler plus Trainingsstab, den sich andere wünschen, mit anderen Worten: Gute Voraussetzungen und damit dürfte es eher eine [formelle] Pflichtübung sein aufzusteigen; wir reden hier von 4. (!) in die 3. Liga, nicht von 2. in die BuLi.
    In der Relegation wird kein Bundesligist sein, es ist der Schlechteste der 3. Liga – mit den Ambitionen von RBL sollte es egal sein gegen wen es dann gehen wird.
    RBL will in die BuLi – und kriegt den Schritt nicht hin zur 3. Liga? (Nun gut, es gibt ja auch Profis, die allein vor dem leeren Tor stehen und trotzdem verschießen. 😀 )

    Was wird Pacult beim nächsten Vorstellungstermin sagen auf die Frage: Sie hatten ziemlich gute Voraussetzungen, 4. (!) Liga – und haben es dennoch nicht geschafft, warum nicht und warum meinen Sie es hier im Verein X besser zu machen?

  13. @Beobachter In der Relegation wartet ein anderer Viertliga-Meister, kein Drittligist. Das nur nebenbei zur eigentlichen Aussage, dass Fußball kein Wunschkonzert ist, Aufstiege nirgendwo Pflichtübungen darstellen und eine mögliche Aufstiegsrelegation gegen Kiel stand heute bestenfalls eine 50:50-Aufstiegschance bieten würde. Alles andere ist albernes, leipzigtypisches und realitätsfernes Mit-dem-Etat-und-mit-den-Möglichkeiten-muss-man-doch-Gepose (wahlweise Gemaule). Geld, Infrastruktur und was auch immer erhöht Wahrscheinlichkeiten auf Erfolg, Garantien gibt es aber nirgends, nicht mal bei den Bayern..

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