Gewinnertyp

Das Comeback von Timo Röttger in der Startelf war wohl eines der wichtigsten und meistbejubelten RB-Ereignisse am vergangenen Wochenende. Mit seiner Wiederkehr ging auch die Zeit des Experimentierens auf Röttgers Position rechts außen endgültig zu Ende. In seiner Abwesenheit versuchten sich gleich fünf Spieler mehr oder weniger lange und und vor allem eher weniger erfolgreich an der Röttger-Rolle. An fing alles mit Maximilian Watzka, der beim 1:0 gegen Hertha BSC II eine knappe Stunde auf dem Platz stand, anschließend ausgewechselt und schließlich auch aus dem Kader gestrichen wurde.

In der Folgezeit ging es fast schon konstant zu auf rechts außen. Sebastian Heidinger spielte fast sechs der insgesamt neun röttgerlosen Stunden und stand viermal in der Startelf. Lediglich im Spiel beim FC St. Pauli II wählte Pacult eine andere Formation zum Start, als er Thiago Rockenbach nach rechts beorderte und Paul Schinke dafür eine Chance links ermöglichte. Die restlichen Minuten durften Roman Wallner und Carsten Kammlott nach Einwechslungen bestreiten.

  • Heidinger: 352 Minuten
  • Watzka: 54 Minuten
  • Rockenbach: 61 Minuten
  • Kammlott: 44 Minuten
  • Wallner: 29 Minuten

Interessant die Statistik, wie erfolgreich die Röttger-Vertreter agierten. Während Timo Röttger in 1727 Spielminuten bisher auf 5 Tore und 8 Assists kommt, reichte es für seine Vertreter in sechs Partien, ergo 540 Minuten lediglich zu einem Tor (Heidinger) und einem Assist (Wallner). Während Röttger also alle 133 Minuten einen Assist verbuchen kann, waren seine Vertreter während seiner Verletzungzeit lediglich alle 270 Minuten erfolgreich:

  • Röttger: 1727 Minuten, 5 Tore, 8 Assists, 133 Min./ Assist
  • Röttger-Vertreter: 540 Minuten 1 Tor, 1 Vorlage, 270 Min./ Assist

Die Sportbekleidung gezeichnet, der Blick zielgerichtet auf dem Ball - Timo Röttger, Kampf und Spiel zu Großartigkeit vereinend | © GEPA pictures/ Roger Petzsche

Auch als unheimlich aufschlussreich empfinde ich den statistischen Vergleich von Spielen mit und ohne Röttger in der Startelf. Neben der sechs Spiele dauernden Verletzung stand Röttger auch in der Hinrunde in zwei Spielen nicht in der Startformation. Fast man die Bilanz zusammen, dann gewinnt RB Leipzig mit Röttger in der Startelf drei von vier Spielen. Fällt er aus, gewinnt RB nur noch jedes zweite Spiel!:

  • Röttger in der Startelf: 21 Spiele, 52 Punkte (16 S, 4 U, 1 N), 2,48 Pkt./ Spiel
  • Röttger nicht in der Startelf: 8 Spiele, 13 Punkte (4 S, 1 U, 3 N), 1,63 Pkt./ Spiel
  • Während der Verletzungszeit: 6 Spiele, 10 Punkte (3 S, 1U, 2N), 1,67 Pkt./ pro Spiel)

Man braucht ja nicht lange um den heißen Brei herumzureden. Von seiner Spielweise und Mentalität her ist Timo Röttger bei RB Leipzig nur extrem schwer zu ersetzen. Die Zahlen belegen dies deutlich. Möge sein Comeback nicht zu spät gekommen sein..

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Ein Gedanke zu „Gewinnertyp“

  1. „…Möge sein Comeback nicht zu spät gekommen sein… “
    Tja, das Spiel gegen Meuselwitz war ja (hoffentlich nicht!) der Genickbruch. Laut Guido Schäfer war T.Röttger schon fit. So hätte er sicher, in den letzten 20 min eingewechselt, vielleicht doch das Spiel kippen können?
    Aber hinterher ist man immer schlauer.

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