Regionalliga: RB Leipzig vs. ZFC Meuselwitz 0:1

Nach so einem Spiel wie dem gestrigen fällt es ein wenig schwer die Fassung wiederzugewinnen. Es gab ja bei RB Leipzig in dieser Saison im Allgemeinen und in der Rückserie im Speziellen schon einiges auf und ab. Doch die gestrige Niederlage gegen Meuselwitz ist vom Gefühl her ein ähnlich heftiger Tiefschlag, wie die Niederlage gegen den HFC letzten Dezember.

Klar, man könnte Floskeln bemühen. Dass es solche Tage im Fußball eben gibt. Wo wenig gelingt und dazu auch noch Pech kommt. Dass alles ganz anders läuft, wenn Tim Sebastian postwendend nach dem Rückstand eine Ecke ins Tor köpft statt daneben. Dass man vor der Pause den Ausgleich verdient gehabt und ihn auch erzielt hätte, wenn Henrik Ernst nicht Roman Wallner den Ball vom Fuß klaut oder Sebastian Heidingers Schuss zwei Zentimeter weiter unten die Lattenunterkante trifft. Dass man auch nach der Pause mit einigen Chancen am Gästekeeper scheiterte und zudem in der 80. Minute einen (aus meiner Perspektive) klaren Elfer nicht bekommt. Stimmt ja auch alles irgendwie.

Aber irgendwie auch wieder nicht, denn dieses Spiel hat ähnlich schonungslos wie das HFC-Spiel die grundsätzlichen Defizite bei RB Leipzig aufgedeckt, die aus meiner Sicht im spieltaktischen Bereich zu suchen sind. Vielleicht stehe ich auch nur immer noch unter dem Eindruck der taktischen Vorstellung von Holstein Kiel bei Energie Cottbus II am Osterwochenende. Etwas, was mich – wie ich ja bereits beschrieb – wirklich beeindruckt hat. Ein modernes, flexibles System gegen das RB Leipzigs 4-4-2 wie Bezirksligarumpelfußball aussieht.

Klar, Holstein Kiel arbeitet jetzt im zweiten Jahr in Folge an dieser Performance unter Trainer Thorsten Gutzeit, der vorher schon drei Jahre lang U19 und U23 des Vereins gecoacht hatte. Dadurch hat der Verein natürlich einen erheblichen Vorsprung in der Entwicklung. Trotzdem die taktische Armut des RB-Spiels ist eine Auffälligkeit schon der ganzen Saison, die gestern nur besonders deutlich hervorstach, weswegen sich natürlich die Frage stellen muss, warum man diese Baustelle bei RB Leipzig in den letzten Monaten nicht angegangen ist.

Stattdessen beharrt man auf einem unflexiblen 4-4-2, dessen einzige Fähigkeit darin besteht, die Bälle sehr früh in der gegnerischen Hälfte auf die Außenpositionen zu passen und dann zu gucken wie ein Rockenbach oder ein Heidinger und vielleicht bald wieder ein Röttger die Außenbahn runterdribbeln und den Ball hoffentlich in den Strafraum schlagen. Das funktioniert sogar manchmal, weil Rockenbach und vor allem Röttger eine unheimlich hohe, individuelle Qualität haben, aber es klappt eben nicht immer, weil die Gegner durchaus in der Lage sind, den Verbund auf jene Seite zu verschieben, auf der der Ball ist und den Ballführenden zu doppeln und so alle Wege zu sind. Was folgt, ist dann meist ein Ball zum Außenverteidiger, der die gepflegte und ungefährliche Flanke aus dem Halbfeld spielt oder über die Innenverteidiger den Seitenwechsel einleitet, den der Gegner mit seinem Verbund in leichtem Trab locker begleitet.

Das Problem besteht letztlich darin, dass das 4-4-2 von RB Leipzig auf Aufbauhilfe durch die zentralen Mittelfeldspieler verzichten muss. Was einerseits daran liegt, dass die gestern aktiven Timo Rost und Henrik Ernst nicht unbedingt Spieler mit Taktgeber- und Spielgestalterqualitäten sind, andererseits aber offenbar auch taktischen Vorgaben geschuldet ist, denn im Normalfall erfolgt bei Ballbesitz der Innenverteidiger immer eine Vorwärtsbewegung der beiden Sechser, die damit meist als Anspielstation ausfallen. Die erste Option für die Spieleröffnung bei RB sind die Innenverteidiger und kein zwischen sie abklappender Sechser oder was auch immer.

Ratlosigkeit, mimisch ausgedrückt von Peter Pacult - © GEPA pictures/ Kerstin Kummer

Was gut sein kann, wenn sie es können. Und Tim Sebastian und Fabian Franke sind dafür nicht die allerschlechteste Wahl. Was aber auch dazu führt, dass der erste Ball eigentlich immer auf die Außenpositionen geht oder im Fall der Fälle einfach lang nach vorn geschlagen wird. Das Spiel von RB Leipzig ist von seiner ganzen Marschroute und Anlage eindimensional flankenorientiert. Man könnte zwar denken, dass das Spiel dadurch breit wird und Räume entstehen, das tut es aber letztlich nicht, weil es dem Abwehrverbund – wie oben beschrieben – natürlich ein leichtes ist, sich auf eine bestimmte Seite zu verschieben.

Lösen ließe sich das Problem nur, wenn RB Leipzig seine Mittelfeldzentrale stärken würde. Durch entsprechende Spielertypen (wie es ein Kazior in Kiel ist), aber auch durch taktische Vorgaben. Erst wenn zumindest permanent die Option besteht, dass RB über die Mitte kommt, wird aus dem Pass auf den Flügel eine Aktion, die das Spiel öffnet, weil bei Ballbesitz in der Mitte der Gegner tatsächlich die ganze Breite des Spielfelds verteidigen muss und dadurch automatisch Räume entstehen. Erst wenn man die Mitte als offensives Betätigungsfeld ausfüllt, hätte man paradoxerweise die Chance, das Spiel breit zu machen.

Es ist in diesem Zusammenhang interessant, dass die taktische Vorgabe, die zur Verwaisung des Mittelfeldzentrums führt, auch noch dadurch potenziert wird, dass man die Sechser-Positionen selten mit spielgestaltender Qualität besetzt. Timo Rost war nie Spielgestalter, wird keiner mehr und sollte auch keinen geben müssen. Timo Rost ist ein sehr guter Spieler, wenn er eine gestaltende Kraft im Mittelfeld abräumend unterstützen kann. Muss er selber den Ballverteiler spielen, wird es schnell schwierig. Ungefähr fünf, sechs Situationen gab es gestern allein in der ersten Hälfte, in denen Rost den Ball im Mittelfeld führt und den völlig freien Heidinger rechts außen anspielen könnte, der schon einige Sekunden lang winkt. Doch jedes Mal schreckt er vor dem 30-Meter-Pass zurück und läuft weiter mit Ball, um dann den 5-Meter-Pass zu spielen. Geißler, Lagerbloom und auch der aussortierte Laas, all das sind Spieler, die im zentralen Mittelfeld auch mal einen Ball verteilen können. Rost ist es nicht und Ernst nur mit Abstrichen.

Wenn man es kurz machen will, dann ist z.B. Holstein Kiel in der Lage, Gefahr für das gegnerische Tor aus verschiedensten Situationen in der Mitte und auf dem Flügel aufgrund des Spielsystems zu generieren. Bei RB Leipzig wird es hingegen eigentlich nur bei Standards und nach gelungenen Einzelaktionen gefährlich. Holstein Kiel gewinnt in Cottbus, nicht weil sie ein überragendes und hochmotiviertes Team sind, sondern weil sie sich auf ihr Spielsystem verlassen können. Bei RB Leipzig kann man manchmal dank individueller Klasse, Einsatz und Willen das Fehlen einer durchschlagenden Spielidee übertünchen, doch immer wieder bricht es sich in den letzten Spielen negativ Bahn. Oder überspitzt ausgedrückt: Bei Holstein Kiel gewinnt das Spielsystem Punkte, bei RB Leipzig gewinnt man die Punkte trotz Spielsystem. So wie RB Leipzig derzeit das 4-4-2 mit Leben erfüllt, wirkt es antiquiert und uninspiriert.

Wobei gestern erschwerend hinzukam, dass mit Stefan Kutschke ein Spieler fehlte, der noch am ehesten das wilde, unorganisierte Spiel kann, das gegen Meuselwitz gespielt wurde. Also einer ist, der sich jedem der hohen Bälle aus dem Halbfeld oder aus der Innenverteidigung entgegenschmeißt. Roman Wallner war mit dieser Aufgabe naturgemäß etwas überfordert.

Auch erschwerend kam gestern hinzu, dass jenseits aller taktischen Überlegungen die individuelle Abstimmung auf den Flügeln nicht stimmte. Das galt sowohl für das Duo Wisio/ Rockenbach, die selten gewinnbringend miteinander agierten und sich in manchem Laufweg ignorierten (trotz einiger Ansätze), als auch für das Duo Heidinger/ Sebastian. Bei letzteren muss man zugestehen, dass sie in der Form noch nicht miteinander gespielt haben und vermutlich auch nicht mehr werden. Von daher ist es vielleicht nachvollziehbar, dass Heidinger oft lang lief, während Sebastian meist lamentierte, warum sich Heidinger denn nicht kurz anbiete.

Viel positives gibt es all dem negativen nicht entgegenzusetzen. Man kann den Spielern sicherlich nicht fehlenden Willen vorwerfen. Bis zum Schluss hat man versucht, aus dem spielerisch wenigen irgendetwas Zählbares zu zaubern. Abgesehen von der Schlafeinlage vor dem 0:1, als sich Heidinger und Rost synchron von einer Finte des Meuselwitzers Weis vernaschen lassen (und ewig grüßt das 0:1-Murmeltier) und abgesehen von einigen Wacklern von links hinten Wisio hat mich auch die Defensivarbeit insbesondere der Innenverteidiger durchaus überzeugt.

Es ist nach dieser Niederlage natürlich noch lange nicht die Zeit dafür, den Kopf in den Sand zu stecken. Nur erstens wird es jetzt ganz eng angesichts der kommenden schweren Aufgaben (Hannover und Kiel auswärts) und man kann aus eigener Kraft nicht mehr aufsteigen. Nur, wenn der HFC noch patzt, kann es noch was werden. Eine suboptimale Situation.

Zumal sich in den letzten sechs Saisonspielen auch nichts grundsätzliches mehr an den spieltaktischen Unzulänglichkeiten ändern lässt und es weiterhin – wie schon fast in der gesamten Rückrunde – in den nächsten sechs Wochen darum gehen wird, Gegner für Gegner mit Robustheit und individueller Klasse zu bekämpfen. So traurig das ist, RB Leipzig mag den besseren Kader haben, wenn der Aufstieg aber nur an der Taktik hinge, dann wären die RasenBallsportler chancenlos.

Aber es ist immer noch Fußball und chancenlos ist man erst, wenn man mit mehr Punkten zurückliegt, als noch zu vergeben sind. Von daher kann man sich weiteres Gejammer schenken und feststellen, dass an einem Sieg bei Hannover 96 II eigentlich kein Weg vorbei führt. Und da es scheinbar nicht anders geht eben mit Kraft statt mit Finesse.

Fazit: Ein ziemlich deprimierender Fußballabend, der gut hätte ausgehen können und angesichts der vergebenen Chancen auch müssen, der aber trotzdem taktisch und individuell alles an Schwächen aufgedeckt hat, was es derzeit bei RB Leipzig aufzudecken gibt. Ein Lehrvideo quasi. Wäre verzichtbar gewesen. Auch wenn es auch heut noch sehr schwer fällt, den Schockzustand ob des gestrigen Spiels abzuschütteln, bleibt eigentlich nur ein Motto: Kopf hoch.

Randbemerkung: Nach nicht mal einer Spielminute dem Gästekeeper bereits ein „Du kriegst heut die Bude voll“ zuzurufen, nur weil der Ball mal in dessen Nähe kam, ist ziemlich peinlich, lieber Sektor B. Erstaunlich, dass man selbst im zweiten Regionalligajahr nichts über die Bedeutung des Wortes Respekt gelernt hat. Respekt vor der Liga und vor den Teams, die allesamt an guten bis mittelmäßigen Tagen keine Gurkentruppen sind und mindestens defensiv gut organisiert kicken können. Auch komisch finde ich das fast schon zum Dauerbrenner gewordene, an die Mannschaft gerichtete „Wir wollen euch kämpfen sehen.“ Vielleicht meint es ja was anderes, nämlich so etwas wie „Wir wollen erfolgsversprechende Kombinationen und ein Tor sehen“ oder so, aber so wie es gerufen wird, geht es eben doch um Kämpfen und ist damit ein permanentes Misstrauensvotum an das Engagement der Mannschaft. Also wenn ich bspw. Sebastian Heidinger wäre und schon 30 Minuten lang die Linie hoch- und runterhirsche, wäre ich vermutlich ziemlich bockig, wenn mir jemand vorwirft, mich interessiere das Spiel emotional nicht wirklich, nur weil mir gerade nicht jede Aktion gelingt. Und eins noch generell (bzw. eher an Teile von Sektor A): Wenn es tatsächlich so ist, dass man bei den Buh-Rufen lauter ist als bei der erkämpften Ecke eine Minute später, dann weiß ich aber auch nicht recht, warum man sich RB-Spiele überhaupt anguckt..

Lichtblicke:

  • Fabian Franke: Wie schon bei der Partie gegen Cottbus II absolut stabil, mit (gefühlt) nahezu perfekter Zweikampfquote. Eine Freude, ihm dabei zuzusehen, wie er gegnerischen Stürmern den Ball abluchst. Hat aus meiner Sicht in der Rückrunde als einziger im Team noch mal einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht.

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Tore: 0:1 Weis (3.)

Aufstellung: Borel – Sebastian (71. Kammlott), Hoffmann (83. Hoheneder), Franke, Wisio – Heidinger, Rost (58. Geißler), Ernst,  Rockenbach – Wallner, Frahn

Zuschauer: 5.524 (davon 100 Meuselwitzer)

Links: RBL-Bericht [broken Link], RBL-Liveticker [broken Link], RB-Fans-Bericht, MDR-Bericht [broken Link], ZFC-Bericht

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Bild: © GEPA pictures/ Kerstin Kummer

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19 Gedanken zu „Regionalliga: RB Leipzig vs. ZFC Meuselwitz 0:1“

  1. Danke für diese treffende Analyse, vor allem die Ausführungen zur „Fankultur“ im block b und a. Eine Minute nach Spielbeginn „du kriegst heut die Bude.. .“ abzustimmen ist echt so erbärmlich… und arrogant. Für mich als neutralen Beobachter der fanszene hat nur der kleine „ultrablock“ die passenden Gesänge parat. Diese werden leider allzuoft speziell von den teilweise sehr arroganten le bulls belächelt und nicht unterstützt. im allgemeinen lässt der Support speziell zu heimspielen sehr zu wünschen übrig, sodass eigentlich nur auswärts Stimmung herrscht. Bleibt zu hoffen, dass sich sowohl Fans als auch Spieler für den Rest der Saison zusammenreissen und es vielleicht doch noch hoch gehen…. bitte liebe le bulls stimmt doch mal im richtigen moment die richtigen Gesänge an.

  2. Wie immer sehr intelligente Analyse. Vielleicht kommt die Mannschaft jetzt an den Punkt, wo sie den Eindruck hat, nichts mehr verlieren zu können. Dann wird hoffentlich der Kopf wieder frei sein, um eben doch den riskanteren 30-Meter-Pass zu spielen und sich nicht mit dem 5-Meter-Herumgeschiebe in Sicherheit zu wiegen.

  3. Es steht fest: Wir fahren nach Hannover. Auch die Karten für Kiel sind gestern Abend noch bestellt.

    Danke Dir für die gute Analyse und die richtigen Worte für die Fankurve.

    Der Capo hatte nicht seinen glücklichsten Tag. Nach „… Bude voll“ schloss sich nahtlos “… das war super, das war elegant…“ an und dann folgte auch schon das Tor.

    Respekt und ernsthafte Begegnung gilt für die Fans genauso wie für die Mannschaft. (Immerhin haben beide anschließend ihr Bestes gegeben, die kippende Stimmung nicht vollends umschlagen zulassen. Danke dafür …

    Vielleicht hilft das gestrige Erlebnis ja beim „aufrütteln“ …
    Ich wünsche mir jedenfalls Durchhaltevermögen und ausdauernd motivierendes anfeuern in der Fankurve.

  4. Ich weiß nicht, ob das PPs Vorgaben sind. Also das strikte Flügelspiel. Ich mein er hat doch auch Fussballsachverstand, sieht dasselbe wie wir. Er muss doch sehen, dass es einfach nicht (mehr) so klappt. Die Duos auf Außen wissen kaum was mit sich anzufangen und man kann schon froh sein, wenn es mal 5 Meter Raumgewinn gibt. Wenn die Gegner die Außen doppeln heißt es doch, dass es woanders Platz geben müsste. Aber es wird kein schneller Seitenwechsel gewagt. Lieber irgendwie auf Teufel komm raus auf einer Seite geblieben. Kann mich an 2 Szenen erinnern, in welcher Ernst (oder Wisio) einmal Heidinger und einmal Kammlott hoch und weit bedienten. Und schon entstand Gefahr. Mit dem Sebastian/Kammlott wechsel entstanden auch mal kurze Überzahl- (mindestens aber gleiche Anzahl) situationen, die zwar nicht immer ausgespielt wurden, aber mehr Druck auf den Außen erzeugten. Heidinger bzw später Kammlott haben vorallem ihre Schnelligkeit. Da bringt ein kurzer Pass nicht viel. Aber all das dürfte doch auch PP sehen.

    Was zumindest die Buh-Rufer in meiner unmittelbaren Umgebung angeht: Die 2 Grüppchen wussten weder Spielernamen (außer Wallner und Frahn) noch nahmen sie wirklich am Spielgeschehen teil. Von daher wusste ich zumindest, dass diese keine Regelbesucher waren…

    Naja am Ende gehört auch das zum Fandasein. Ich geh auch gegen Auerbach und Meuselwitz wieder ins Stadion. Aber so ein bisschen Hoffnung hab ich noch.

  5. Eine sehr schöne theoretische Fundierung Deiner These, dass das schnelle Verlagern des Spiels auf die Außenbahnen des Teufels ist, findet sich auf Johann Petersens großartigem Taktik- und Werderblog:

    [broken Link]

  6. Habt Ihr schon gemerkt das RBL mit riesen Schritten in eine handfeste Krise schlittert?
    Der Nichtaufstieg in die 3. und damit der Verbleib im neuen Monstrum RL wird einen langwierigen Neuanfang erfordern. Leistungsträger werden RB verlassen. Zuschauerzahlen werden zurück gehen.
    Ich bin gespannt ob es überhaupt einen Neuanfang mit der jetzigen Bedeutung des Sponsors geben wird.( Indikator TZ )
    Hoffentlich sind wir zum Saisonende nicht die Lachnummer .

  7. [Moderiert, da die Diskussion einer Forensperre bei rb-fans.de ganz bestimmt nicht hier her gehört. Wende Dich dafür an die dortigen Mods./ rotebrauseblogger]

    …bedanke ich mir hier an dieser Stelle nur für die völlig zutreffende Analyse gepaart mit Offenheit und das nötige Problembewußtsein, aber auch die Hoffnung, dass es doch noch klappen könnte mit dem Aufstieg, toll

    ich hoffe, der Stall wird an bestimmten Stellen mal ausgemistet

  8. hätte nicht gedacht daß ich mal Tomas Oral nachtrauern würde … (hab ich das jetzt wirklich geschrieben?)

    die Mannschaft entwickelt sich taktisch & spielerisch rückwärts, dazu ist immer noch kein fester Stamm gefunden der das Korsett des Teams bildet … Wallner hat nach starkem Beginn auch stark nachgelassen, Wisio und Hoheneder sind keine Verstärkungen … und nun ist man auch noch auf Andere angewiesen … gab schon Schöneres …

    dennoch gehts übermorgen schon weiter, woanders würde man sagen gut so, so kann die Scharte schnell ausgewetzt werden, bei RB bin ich mir derzeit allerdings nicht so sicher … irgendwie fehlt das Feuer, der unbedingte Wille den Erfolg zu erzwingen, dazu hat man auch keine Leader, keine Lautsprecher die mal intern für Klartext sorgen …

    ein weiteres Jahr 4.Liga ist aufgrund der unsicheren Konstellation mit Neuzusammensetzung und Relegation eigentlich, zumindest derzeit, absolut nicht zu vermitteln und vorstellbar.

  9. In Leipzig dürfte gegenwärtig die Enttäuschung zwar sehr groß sein.
    Aber man darf auch nicht vergessen, es sind noch ein paar Spieltage.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Halle alle Spiele gewinnen wird.

    Und das Projekt RB Leipzig wird unter Garantie auch fortgesetz werden.
    Allerdings dürfte ein drittes Jahr Regionalliga für Red Bull schon etwas von einem Worst-Case-Szenario haben.

    1. in Leipzig dürfte gegenwärtig die Enttäuschung zwar sehr groß sein.

      ….yepp

      Aber man darf auch nicht vergessen, es sind noch ein paar Spieltage.
      Ich kann mir nicht vorstellen, dass Halle alle Spiele gewinnen wird.

      … haben wir letztes Jahr von Chemnitz auch immer gedacht…

      Und das Projekt RB Leipzig wird unter Garantie auch fortgesetz werden.

      …denke ich auch

      Allerdings dürfte ein drittes Jahr Regionalliga für Red Bull schon etwas von einem Worst-Case-Szenario haben.

      …yepp

  10. @rotebrauseblogger:
    „…Also wenn ich bspw. Sebastian Heidinger wäre und schon 30 Minuten lang die Linie hoch- und runterhirsche, wäre ich vermutlich ziemlich bockig, wenn mir jemand vorwirft, mich interessiere das Spiel emotional nicht wirklich, nur weil mir gerade nicht jede Aktion gelingt. …“

    da du ja immer so tolle Statistiken hast, muss ich dir hier leider wiedersprechen… Die Zweikampfqoute von Heidinger dürfte wohl gefühlt um die 30% liegen… Fehlende emotionale Anteilnahme wollen wir mal gar nicht unterstellen, aber das technische Unvermögen auf der Seite auch mal 2 Gegenspieler stehen zu lassen, war erschreckend von einem Spieler mit seinem Background… Manchmal hatten wir den Eindruck, das der Pass auf Aussen trotz Sehen des freien Mannes bewusst unterbleibt – was nicht für ein funktionierendes Mannschaftsgefüge spricht…

    Ansonsten fielen noch die fehlende Laufbereitschaft oder Laufvermögen unserer Mannschaft auf – „Fussball ist ein Laufspiel..“ habe ich in der F-Jugend gelernt – wenn ich sehe, wie lange beim Einwurf ein Mitspieler gesucht wird, oder ich eine 3 D Analyse machen kann, ohne das Bild anzuhalten, fehlt mir der Wille zum Support…

    Ansonsten alles treffend analysiert – im Moment ausrechenbarer, pomadiger Fussball „von gestern“, hier drängt sich mir nur langsam die Frage auf, ob die innere & äussere Ruhe von PP wirklich nur „…cool bleiben – wird schon“ oder eher „…weiss ich auch nicht warum und wie besser machen…“ verkörpert – damit haben wir in der 3. Liga nix zu suchen – und genau das macht mir Angst… „fingers cross“ das es noch – irgendwie – klappt…

    1. Heidinger war natürlich nur ein Beispiel, wahllos herausgegriffen und auch ich habe ihn nicht sehr gut gesehen, aber am Willen lag es sicher nicht. Konnte man auch gut an seinem Trikot ablesen. Bei ihm sehe ich vor allem das Problem, dass Tim Sebastian ihn immer kurz anspielen wollte, während Heidinger auf das gewartet hat, was ihn stark macht, langen Bällen hinterherzujagen. Kriegt man seine Schnelligkeit ins Spiel, dann ist er Bombe. Erwartet man von ihm, dass er analog zu Rockenbach den Dribbelkönig gibt, dann tut man ihm extrem unrecht, weil er gar nicht der entsprechende Spielertyp ist. Sprich Heidinger sah auch deswegen schlecht aus, weil man ihn meist in Situationen gebracht hat, die er nicht wie ein Röttger lösen kann. Spielt man mit Heidinger, muss man auch entsprechend im Spielaufbau agieren.

  11. P.P. und Red Bull Leipzig sind das größte anzunehmende Mißverständnis, in der Konzern-Zentrale fehlen die fähigen Fußballfachleute, das Scouting in L.E. ist deprimierend, nur ein Spieler weist eine Entwicklung auf = Franke.
    P.P. ist ein Lehrbeispiel für“Hochmut kommt vor dem Fall“. Nur Pinder hat sein Team von außen gepusht, unfaßbar.
    Der Investitionsstop im Stadion etc. ist aus meiner Sicht ein höchst gefährliches Zeichen, die Spieler dürfte das wenig interessieren (sind irgendwann bald wieder so oder so fort).
    Kein Ergebnis auf der Videowand vom Fußball in Deutschland, der gleichzeitig lief oder gelaufen war, wir gucken ja nur auf uns, arroganter geht es nicht!
    Mittlerweile werden hier die Zuschauer in gute und schlechte eingeteilt, das finde ich erschreckender als den Gruselkick gestern, alle haben bezahlt, nicht jeder muß alle Spielernamen kennen (wechseln ja ständig), fast alle Zuschauer sind mir noch viel zu „lieb“…
    Es soll mir keiner erzählen, diese Ansammlung von Spielern würde in der 3. Liga besser spielen, es ist keinerlei System zu erkennen.
    Ich habe am Ende gebuht, da ich nicht pfeifen kann, ich bin ein Fan und gehe wieder hin, so lange D.M. nicht die Lust verliert…

    1. Es ist schön henne63, dass Du der Mannschaft als Fan treu bleiben wirst. Es ist schon richtig, vieles bei RB Leipzig (sportlich u. organisatorisch) muß und wird noch besser werden. Die teilweise von vielen (in anderen Foren) verbreitete Weltuntergangsstimmung finde ich persönlich jedoch übertrieben. Man muß der Mannschaft und dem Trainer noch etwas Zeit geben. Trotzdem kann ich die Enttäuschung natürlich sehr gut nachvollziehen. Eine weitere Ehrenrunde in Liga4 würde die Sache natürlich nicht leichter machen. Nach dem schlimmen Heimspiel gegen Halle im Dezember war ich genauso bedient. Rotebrauseblogger hat mit seiner Spielsystemanalyse da genau ins Schwarze getroffen. Dies bereitet mir im Moment auch die größten Kopfschmerzen.

      Der HFC ist jedoch noch nicht sicher aufgestiegen! Halle hat noch schwere Spiele mit Hertha2, Plauen, Pauli2, Meuselwitz und dem Auswärtsmeiser RBL vor der Brust. Unsere Mannschaft wird sich jetzt nicht aufgeben und weiter kämpfen. Das sollten wir auch tun. Für Kritik und Weltuntergangsstimmung hätten wir dann im Sommer (bei Nichtaufstieg) genügend Zeit ;).

      Übrigens, D.M. wird auch bei Nichtaufstieg weiter an RB Leipzig festhalten – keine Angst. Jedoch hoffe ich sehr, dass man in diesem Fall am momentanen Personal (Spieler wie Trainer) nicht viel ändern würde. Chemnitz und Halle sind gute Beispiele für eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Mannschaft.

      Jetzt zwei überzeugende Auswärtssiege gegen Hannover2 sowie Kiel und die Welt sieht schon wieder besser aus. Es ist noch nichts verloren!

      Bleibt dem RBL treu!

  12. Wieder einmal ein sehr treffender Bericht. Jedoch möchte ich als regelmäßiger Heimspielzuschauer aus dem Block A noch zur Randnotiz bemerken:

    „…Wenn es tatsächlich so ist, dass man bei den Buh-Rufen lauter ist als bei der erkämpften Ecke eine Minute später, dann weiß ich aber auch nicht recht, warum man sich RB-Spiele überhaupt anguckt.. …“

    Wie sieht es denn derzeit aus? Was erwarten alle RB-Zuschauer? Die letzten Heimspiele waren alle mitsamt ziemliche Hänger. Man konnte doch überhaupt nicht erkennen, dass man dem zukünftigen Aufsteiger in die 3.Liga bestaunen könnte. Bei Lübeck gezittert, ob man das 1:0 noch bis zum Schlußpfiff sichern kann. Bei Cottbus hat es nicht geklappt. Man hat diese Mannschaften doch eher als das leichtere Programm gesehen. Überlegen ist etwas anderes. Nach jedem Spiel erfährt man aus den Medien, dass doch die Mannschaft nun aufgewacht wäre. Aus den Lagern der „Traditionallisten“ wird man doch immer wieder konfrontiert, dass wir doch einen Zweitligakader haben. Ich für meinen Teil sehe in den letzten Spielen bis auf vielleicht ein oder 2 Aktionen pro Spiel keine Zweitligaqualität. Und das nun Meuselwitz das letzte rausgehauen hätte, kann man nun auch nicht sagen. Man hat sich zwar in die eigene Hälfte drängen lassen, doch Meuselwitz wollte sogar noch das 2:0, was man an den offensiven Wechseln sehen konnte. Und das macht mir wahrlich zu schaffen.
    Ja, was wollen die Zuschauer: Sie wollen als Ligafavorit keine dreckigen Siege sehen (ja die kann es auch geben), sondern schönen Fussball. Fussball eines Aufsteigers. Die Buh-Rufe und Pfiffe waren meiner Meinung nach nicht die Enttäuschung über die Mannschaft, sondern eher die Einsicht, dass es nächstes Jahr wieder nur viertklassiges Gekicke bestaunt werden darf.
    Ich hoffe, dass wir dann ausser dem Flügelspiel auch mal kreativen Fussball sehen dürfen,

  13. Ich verstehe auch, dass sich Enttäuschung irgendwo verbal Bann bricht. Ich verstehe auch Pfiffe und Buh-Rufe (wenn es auch nicht mein Fall ist). Nur reden wir hier über Buh-Rufe in der frühen Mitte der zweiten Halbzeit als noch genug Zeit zum Ärmel hochkrempeln und umbiegen blieb und Situationen, in denen nicht mal mehr auf aussichtsreiche Versuche, wie Eckbälle und ein gelungenes Dribbling, eingegangen wurde. In der bisherigen Saison gab es ab und an auch mal Pfiffe, aber eben nicht nur, weil man in Block A auch immer wieder zurückfand und die Mannschaft dann wieder lautstark unterstützte. Manchmal braucht ein Team auch ein Signal vom Publikum. Gegen Meuselwitz hatte ich das Gefühl, dass sich Mannschaft und Publikum in gegenseitiger Depression hochschaukeln. Bei einem knappen Spielstand wie einem 0:1 eher schade.

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